M. 52 Erstes Blatt. Samstag den 3 März IftOO Gießener Anzeiger Henerat-Anzeiger Dezugspreis vierteljährl. 19d 2,2® monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Ab'ooicstelle» vierteljährl. Mk. 1,9® monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierlcljährt. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«® nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. »** Anzeigen zu der nachmittags für dea -.«j—Tu erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. MGoßeilungen spätestens abends vorher. erfch-NN täglich mit AvSnabme de« Montag®. Lne Ax^ner WamMaavlätter Werden dem Anzeiger * 6* ,M- a. „Blätter 5fcr Hoß. Volkskunde^ 4 *•! dngelegt. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Adresse für Depeschen: AazetOer frUtae* Fernsprecher Rr. 51. Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Matter für hessische Volkskunde. ÜiUTtiT-, Sxpeditton und Druckerei: -chalstraße Nr. 7. DflF* Abonnements auf den Gießener Anzeiger für den Monat März werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweig- und Abholestellen, jederzeit entgegengenommen. Amtlicher Teil. Hroßh. Landes-Waugewerkschuke Darmstadt. Beginn des Sommersemesters am 23. April d. I Dauer desselben 20 Wochen. Die Schule umfaßt vier Klassen. Das Schulgeld beträgt 60 Mark. Programme und Anmeldeformulare sind durch die Direktion der LandcS-Baugewerkschule, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu erhalten. Schluß der Anmeldefrist am 10. März. Die Direktion. Das Schicksal der Buren. Der Heldenkampf des tapferen Cronje ist zu Ende, der Lorbeer des Sieges, der ihn so oft geschmückt hat, seit er am Majubaberge die Heercsmacht der Feinde schlug, seit er vor Krügersdorp den Einfall der von Cecil Rhodes entsandten Abenteuerer zurückfchlug, blieb ihm in der schwersten Stunde seines Lebens versagt, als Gefangener zieht er nach Kapstadt. Wir alle haben es wie einen uns selbst erteilten Sck)lag, als ein persönliches Unglück empfunden, als die Trauernachricht von den Paardebergen kam, und nur die Gewißheit, die uns jetzt geworden ist, bildet einen lindernden Balsam. Aber noch ein anderes kommt hinzu! Es ist ein grandioses Schauspiel gewesen, das uns der schlichte Burenführer bot, als er mit einer Hand voll tapferer Kämpfer durch zwölf lange Tage und Nächte einem zehnfach überlegenen Gegner standhielt, als er Stunde für Stunde den Gedanken an Uebergabe zurückwies, obwohl aus ungezählten Feuerschlünden Tod und Vernichtung ihn bedrohte, daß er erst den Kampf aufgab, als den Flinten die Kugeln fehlten, als nach übermenschlicher Anstrengung die Kämpfer in tätlicher Ermüdung nieder- jan feit — auch Leonidas wurde besiegt, und durch die Ther- mopylen fluteten die Scharen der Perser. Noch liegt ein düsteres Geheimnis über den letzten Borgängen auf dem Schauplatze des Krieges. Wie,, ist es gekommen, daß nach all den großen Erfolgen der Burenwaffen plötzlich eine Katastrophe hereinbricht, die dem Kriege ein ganz neues Gepräge giebt, die plötzlich alle Bollen vertauscht und die Sieger von zehn Schlachten in eine gefahrvolle Defensive drängt? Die Antwort auf diese Frage kann erst die Zukunft geben, sie wird darüber entscheiden, warum all der Opfermut, warum alt das Heldentum Cronjes nutzlos war, sie wird auch lehren, ob die Buren des Oranjestaates festhalten werden an dem beschworenen Bündnis oder ob die erste Niederlage auch den Keil treiben wird zwischen die Zwillingsnationen. Aber das darf heute schon festgestellt werden, daß zum erstenmale seit Elandslaagtc das bittere Empfinden erwacht, daß trotz allen Heldentums das Burenvolk verbluten wird unter den Kugeln der englischen Söldner, daß die ungeheuere Kapitalkraft der Weltmacht triumphieren wird, über die frommen Bauern des alten Krüger. Es wird an dem Tage, wo dann die Engländer in Pretoria einziehen und ihre Bedingungen diktieren, ein gewaltiges Stück an politischem Idealismus verloren gehen, und der Glaube an das ewige Recht wird in manchem erzittern, wenn das Jubelgeschrei der Minenspekulanten die Klagen der Opfer übertönt und an der Londoner Börse der Tag mit Hymnen begrüßt wird, der den Untergang eines ritterlichen Volkes bringt. Aber schrill klang uns das Lied von Cronjes Glück und Ende in die Herzen, und von der Weise, so fürchten wir, ist noch nicht der letzte Ton verhallt. Und das harte Gesetz der politischen Nützlichkeit legt unsere Hände, die nach dem Schwerte greifen möchten, in eiserne Fesseln. Gewiß, es bleibt niemand gleichgiltig bei dem Anblick des erschütternden Dramas, das dort unten im Süden sich abspielt, die weltentrückten Mönche des Sergiusklosters an der Newa haben den niederdeutschen Kämpfern ein Banner gesandt, das die Szene darstellt, wie ihr Schutzheiliger den Fürsten „Dmitri Donskoi" segnet, als er auszieht zum Kampfe gegen den Tartaren Khan Mamai, und sie haben gelobt, für die tapferen Söhne Transvaals zu beten. Halb tartarische Bauern in weiter russischer Ferne jubelten, als sie die Kunde vernahmen vom Tugelafluß, und im engen Alpenthal trauert der Hirte, wenn er Cronjes Ausgang erfährt. Aber das Gold auch der ehrlichsten Sympathien läßt fick, nicht ummünzen in thatkräftiges Handeln, so lange die politische Raison es verbietet. England mag einsam bleiben in seinem Jubel, aber niemand regt sich, ihm in den Arm zu fallen, und der Gedanke einer Intervention der Mächte wird, wenn er etwa je sich hervorwagt, mit kühlem Achselzucken zurückgewiesen. Man fühlt und weiß es, daß eine volle Unterjochung der südafrikanischen Freistaaten die wirtschaftliche und politissche Macht Englands in das Unberechenbare steigern würde, man ist sich klar darüber, daß vor der Gier des britischen Löwen fortan kein Land und kein kolonialer Besitz sicher sein werde, daß das vielgepriesene Gleichgewicht an dem Tage zur Farce werden muß, an dem England über Südafrika und somit über den ganzen dunklen Weltteil gebietet. Auch unser Kolonial-Besitz würde erdrosselt werden in der engen Umschlingung Englands, denn auch zu uns werden, wenn einmal der Boden seine Schätze erschlossen hat, die Cecil Rhodes eindringen und mit ihnen das englische Kapital, und sie werden hochmütig ihre Forderungen stellen. Aber die „Eintracht" der Mächte, von der jede Thronrede berichtet, besteht in ihrer tiefen Zerklüftung, eifrig späht jeder, daß der andere seine Flanke entblößt, um die Zähne einzuschlagen, und die bizarre Episode, die wir vor Kreta erlebten, gewinnt allgemach dauernde Geltung. Und doch weiß jeder, daß auch Englands Flottenhochmut nicht standhalten würde, wenn etwa Rußland, Deutschland und Frankreich ein Halt gebieten würden. Es scheint zuweilen, als wenn der große Meister über den Wolken den Eifrigen, die eben erst im Haag der Natut und der Geschichte ihre eigenen sentimentalen Gesetze vorschreiben woNten, die Lehre greifbar und hart erteilen will, daß seine eigenen Gesetze stärker sind als der Wille auch des Mächtigsten. Man hat den Krieg nicht verhindern können, der wie ein Schlußakt sich an die Haager Konferenz gefügt hat, und man vermag ihm nicht Einhalt zu gebieten, und mit zitternder Wut im Herzen sieht man hilflos dem Todesringen eines wackeren Volkes zu. Auch wenn er nicht die Friedenskonferenz berufen hätte, so wäre doch der Zar der einzige, der intervenieren oder einer gemeinsamen Intervention die Wege ebnen könnte. Er hat nicht, wie das Deutsche Reich, einen haßerfüllten Nachbar zu fürchten, der ihm, wenn er engagiert ist, vielleicht in den Rücken fällt, er hat vor allem die vollen Machtmittel, um seinen Wünschen jenseits des Kanals ein geneigtes Ohr zu sichern. An mehr als einer Stelle stehen englische und russische Vorposten sich gegenüber, in Indien und Persien bedroht der Kosack die Lebensinteressen der Briten. Ein leiser Druck, ein Hinweis auf die Möglichkeiten, die Englands schwierige Lage erschließt, würde die Zuversicht des englischen Volkes dämpfen und ihm die Lehre geben, daß es nicht gut ist, den Bogen zu überspannen. Ein Flankenmarsch nach Herat — so eng ist heute die Welt — würde dem alten Piet Joubert Luft schaffen. Aber es ist still in allen Wipfeln, und ohnmächtig sieht die Welt zu, wie im Burenlande sich das Schauspiel zur erschütternden Tragödie entwickelt. Schon in den Tagen der Niederlagen hat sich Englands Hochmut als unerträglich erwiesen, und gerade wir Deutschen haben es am eigenen Leibe erfahren, ,welchen Demütigungen ein Volk ausgesetzt ist, dessen Eisenpanzer eine Lücke weist. Wie wird erst bann, wenn der endgiltige Sieg erfochten ist, der britische Hock)mut sich blähen und sich spreizen, und wie wird man von der Themse aus bestrebt sein, der Welt die eigenen, willkürlichen Gesetze zu diktieren? Und noch kann man heute nicht all die Folgen übersehen, die auf kolonialem wie auf wirtschaftlichem Gebiete für uns wie für andere Völker entstehen werden, wenn erst einmal für alle Zeiten der britische Löwe seine Tatzen gelegt hat auf den zuckenden Leib der Burenstaaten. Deutscher Reichstag. 157. Sitzung vom 1. März. 1 Uhr. Am Bundesratstische: v. Bülow. Tagesordnung: Etat des Auswärtigen Amts. Abg. Gradnauer (Soz.) findet, daß die Reichsregierung eine eigenartige und befremdliche Rolle bei der Friedenskonferenz im Haag im Vorjahre gespielt habe. Der Staatssekretär habe auch bisher noch niemals Gelegenheit genommen, darüber zu sprechen. Die Regierung habe nicht einmal die von den Mächten vereinbarte Deklaration amtlich veröffenllichen lassen. Sie habe sich wohl der Konferenzergebnisse geschämt. Von irgend welchen Erfolgen betreffs Beilegung von Streitigkeiten könne gar nicht die Rede sein. Und was für eine Delegation habe Deutschland nach dem Haag geschickt! Eine Leuchte der Wissenschaft, die noch militärischer war, als ein Militär: Herrn v. Stengel, * Vom Kriegsschauplatz. Vom Kriegsschauplätze liegt heute eine ganze Anzahl Telegramme aus London vor. Ein solches besagt, daß die Buren auf Norvals Pont an der Freistaatgrenze zurück- gehen. Einem Telegramm des Generals Clements zufolge der kurz vorher in einer Broschüre alle Plattheiten, die man kenne, zu- sammengetragen, um ei vis pacem, para bellum zu verteidigen. Unsere politische Schaubühne scheine eine zweiteilige zu sein: auf der einen Seite Verbeugungen vor den wohlwollenden Absichten deS Zaren, unb der andere Teil: Verkündung des Evangeliums von der „unerlösten Sünde". Kurz nach Schluß des Friedenskongresses habe England seinen frevelhaften Angriff gegen die Buren gerichtet, und die anderen Mächte ließen dies ruhig geschehen. Und dann in Deutschland die neue Marine- Vorlage l Welche Widersprüche I Staatssekretär Graf Bülow spricht dem Vorredner seinen Dank dafür aus, daß er ihm Gelegenheit giebt zu Aufschlüssen über di« Stellung Deutschlands zur Friedenskonferenz. Deutschland sei stets ein Freund des Friedens; es rüste auch nur zur Verteidigung seines Territoriums. Deutschland habe daher den Konferenzvorschlag des Zaren gern angenommen, nachdem festgestellt gewesen sei, daß territoriale Aenderungen auf der Konferenz nicht erörtert werden sollten. Die vereinbarten Konventionen würden dem Reichstage vorgelegt werden, sobald sie ratifiziert worden seien Deutschland sei im einzelnen stet- bereit gewesen, allen, wirklich fckedensförderlichen Vorschlägen zuzustimmen. In Bezug auf Einschränkung der Rüstungen habe die deutsche Regierung im Bewußtsein chrer Verantwortlichkeit gegenüber dem deutschen Volke keine Konzessionen machen können. Redner verliest alsdann ein an alle deutschen Msssionen ergangenes Zirkular des Auswärtigen Amts, daß es in maßgebenden politischen Fragen keine anderen Rücksichten gebe, als die auf die salue des deutschen Volkes. Unter voller Wahrung unserer unveräußerlichen Souveränitätsrechte und der Wohlfahrt des deutschen Volkes habe unser Verhalten auf der Konferenz unsere Beziehungen zu den Übrigen Mächten nicht geschädigt, sondern gekräftigt. Was den deutschen Dckegierten betreffe, so habe sich derselbe taktvoll benommen und durch eifrige Mitarbeit zum Gelingen der Konferenz beigetragen. Abg. Liebermann von Sonnenberg (Antis.) fragt an, wie es mit den Entschädigungen stehe für die deutschen Vermögenseinbußen in Samoa, sowie für die Beschlagnahme deutscher Schiffe durch England. Redner macht des weiteren den Staatssekretär aufmerksam auf den bekannten Prozeß der Telegraphenbureaus Hirsch und Wolff. Da sei festgestellt, daß die Wolff'schen Telegramme zuerst dem Bankier Bleich- röder vorgclegt würden. Das Reich sei doch aber nicht etwa Kompagnon des Hauses Bleichröder. (Präsident Graf Ballestrem kann nicht begreifen, wie das mit dem Auswärtigen Amt Zusammenhänge.) Redner fortfahrend, ^das Amt bediene sich bekanntlich des offiziösen Wolff'schen Bureaus, um seine Nachrichten in die Welt zu setzen. Es bestehe ein Vertrag mit dem Wolff'schen Bureau. Unierstaatssekretär o. Nichthofen bemerkt bezüglich Samoa, der König von Schweden solle Schiedsrichter sein und werde darum ersucht werden, sobald der amerikanische Senat den Samoavertrag ratifiziert habe. Was die Entschädigung für die Schiffsbeschlagnahme anlange, so müsse erst die Kostenrechnung aufgemacht werden, die Vorbereitungen dazu seien im Gange. Die Bezichtigung, daß das Wolff'sche Bureau mit seinen Nachrichten Mißbrauch zu Börsenzwecken treibe, sei bisher völlig unerwiesen geblieben. Wenn sich je derartiges bestätigen sollte, dann würde das Auswärtige Amt sofort von seinem Vertrage zurück- treten. Abg. v. Staudy (konf.) führt Beschwerde über verzögerten Aufenthalt deutscher Postsendungen in Kapstadt. Unterstaatssekretär v Richthofen erwidert, daß diesbezügliche Verhandlungen mit London schwebten. Abg. Böckel (Antis.) bezeichnet die Friedenskonferenz als eine Komödie, wenigsten« seitens Englands. WeShalb halten denn die Mächte nicht den Mut, tm Transoaalkriege zu intervenieren? Und wie sei es mit Deutschlands angeblicher Neutralität bestellt angesichts dec Krupp'schen Lieferungen? Er frage auch die Regierung, ob irgend welche Beziehungen zu Cecil Rhodes beständen, Geschäfts- oder irgend sonstige Beziehungen? Abg. Bebel (Soz) erklärt dem Abgeordneten v. Liebermann, cr teile daS Urteil desselben über den Krieg gegen die Buren, aber d-S schließe nicht aus, daß er sich von der Engländers, esserei Liebermanns fceihalte. Liebermann habe jedenfalls Behauptungen ausgestellt, an die er selber nicht glaube. (Vizepräsident v. Fr ege unter- ortcht den Redner, eS gehe nicht an, einem Abgeordneten zu sagen, daß er an seine Behauptungen selbst nicht glauben könne. (Große Heiterkeit.) Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) glaubt, die Sache mit dem Wolff'schen Bureau liege doch so, daß das LuS- wärtige Amt derselben nähertreten sollte. Wenn man an der Börse nachforschen würde, würde man vielleicht hören, daß ein Bankier sortwährend mit Wolff'schm Nachrichten operiere. Redner wendet sich dann gegen den Abgeordneten Bebel, der in der englischen Frage offenbar die Stimmung des Landes nicht kenne, und überhaupt nur eine vorübergegangen« Erscheinung sei. (Heiterkeit.) Abg. Kirsch (Zentr.) fragt an, ob nicht der GrenzregulterungS- vertrag mit Oesterreich bezüglich eines kleinen Gebietes an der Pczemsa dem Reichstage oorgelegt werden müsse. Staatssekretär o. Richthosen bejaht dteS, und stellt die Vorlage in Aussicht. Die allgemeine Diskussion ist damit beendet. Beim Abschnitt „Gesandtschaften", Titel Konstantinopel, bedauert Abg. Hasse (nl.), daß die kapitalistischen Interessen bet der Bagdad Bahn in die Hand der Ottomanbank gelegt sei. Beim Titel „Landwirtschaftliche Sachverständige im AuSlande" wünscht Abg. Paasche (nl.), daß für Bearbeitung der Berichte dieser Sachverständigen eine besondere Stelle im Reichsamt des Innern geschaffen werde. , t x Ohne bemerkenswerte Debatte wird der Rrst des Etats erledigt. Morgen 1 Uhr: Marine-Etat. Schluß 5 Uhr 30 Min. ______________ * * I , ~ Nach einer Meldung aus Jnowrazlaw teilt die Negierung zu Bromberg mit, daß der Kultusminister auf die Eingabe des Magistrats um Aufnahme des polnischen Sprachunterrichts in den Lehrplan der Knabenmittelschulen einen abschlägigen Bescheid erteilt habe. ! — Der Vertreter des Fürstentums Reuß ä.L. hat bekanntlich an der Sitzung des Bundesrats, in welcher die Flottenvorlage zu einstimmiger Annahme gelangte, nicht teilgenommen. Wie die „Berl. Reuest. Nachr." mitteilen, hat der regierende Fürst Heinrich XXII. als einziger der deutschen Bundesfürsten dem Flottenverein gegenüber von vorn herein eine ablehnende Haltung eingenommen. Auf eine Anzeige des Fürsten zu Wied von der Gründung und den Bestrebungen des deutschen Flottenvereins, verknüpft mit dem Ersuchen um Förderung derselben in den Reuß'schen Staaten, ist demselben vom Fürsten Reuß am 28. Oktober 1898 eine Antwort zugegangen, in welcher es heißt: Er, der Fürst, könne die großen Gefahren nicht außer Acht lassen, welche von einer weiteren Steigerung der finanziellen Lasten, durch fortgesetzte Rüstungen, für das allgemeine Volkswohl im Gefolge haben müsse. — Nach Berichten aus Deutsch Ostafrika haben im Klumandscharo-Bezirk die Aruscha-Leute eine bewaffnete Erhebung gemacht. Der Bezirkschef, Hauptmann Johannes, hat sich mit seiner Kompagnie in ihr am Meru-Berge gelegenes Gebiet begeben, um die Unbotmäßigkett zu unterdrücken und die Schuldigen zu bestrafen. Heber das Ergebnis der Expedition liegen, der „Nordd. Allg. Ztg" zu- : folge, Meldungen noch nicht vor und werden auch vielleicht ; crft in einigen Wochen zu erwarten sein, da telegraphische Serbin bung nach dem Kilimandscharo-Bezirk nicht besteht. Erne ernstlichere Bedeutung ist dem Vorfälle aber nicht beizumessen. Es kann vielmehr darauf gerechnet werden, daß es dem Bezirkschef ohne Schwierigkeit gelingen wird, die Ordnung wieder herzustellen. sandte derselbe auf die Nachricht, daß Colesberg geräumt sei, Truppen zu dessen Besetzung. Dieselben seien begeistert ausgenommen. Die Bahnlinie zwischen Colesberg und Rens- burg sei frei. Colesberg Junktion und Colesberg sei in den Händen der Engländer. — Die „Central News" lassen sich aus Kapstadt drahten, daß daselbst am Dienstag anläßlich der Kapitulation der Cronje'schen Armee denkwürdige Szenen ftattgefunden haben. Eine große Menschenmenge zog, patriotische Lieder singend, durch die Straßen und stürmten die Redaktionen der beiden Burenzeitungen. Sämtliche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Die Polizei war machtlos. Die Straßenbahnwagen wurden prächtig illuminiert. Weiter melden die „Central News", es sei nun be- stimmt, daß Cronje an Bord des englischen Flaggschiffes „Doris" untergebracht werde. Die Mehrzahl seiner Leute dürfte in Kimberley gefangen gehalten werden. — Nach finem Kapstadter Telegramm haben in der vergangenen Woche heftige Angriffe gegen Mafeking stattgefunden. Die Buren wurden zurückgeworfen und hatten 40 Tote und Verwundete. Die englischen Verluste betrugen fünf Tote und Verwundete. Berlin, 1. März. Wie aus Washington gemeldet wird, sandten die Mitglieder des Kongreffes an Cronje ein Telegramm, worin sie ihn und seine Soldaten zu ihrem Mut beglückwünschen. I Kirchfeld", dem man in jedem Jahre einmal auf der I Bühne begegnen möchte. Mit feinem Pfarrer hat sich I Anzengruber in 1870 die österreichische und die deutsche I Bühne erobert, mit ihm hat er seinen Ruf als Dramatiker I begründet, durch ihn war er, wie er selbst sagte, „mit einem I Schlage oben". Den Beifall, welchen der Pfarrer von I Kirchfeld anfangs der 70er Jahre allüberall fand, ist bis I heute noch nicht verrauscht, immer noch ist er das populärste I der Anzengruberschen Volksstücke, wenn er auch nicht fein I bestes geblieben ist. Das Stück enthält drei Hauptfiguren: I ®cn Pfarrer, den Wurzelsepp und die Anna Birckmeier. I Den Pfarrer gab in meisterhafter Art, wie sie uns von I oer vorjährigen Aufführung noch wohl im Gedächtniffe stand, I §eyr Dietzsch, den Wurzelsepp Herr Walther, die Anna I urI- Haussig. Der Wurzelsepp ist eine große Rolle für I einen Charakterdarsteller, und wir müssen offen gestehen, daß wir anfangs stark daran zweifelten, ob Herr Walther I dieser Rolle, auf welche große Charakterspieler, wie z. B. I Dr. Pohl reifen, werde genügen können. Um so angenehmer waren wir durch die gute Leistung von Herrn Walther I überrascht, die derjenigen des vorjährigen Darstellers, des Herrn Liebscher nicht nachstand. In der großen Szene I Mischen dem Pfarrer und dem Wurzelsepp im Zimmer des Pfarrers herrsche nur leider auf der Bühne eine so un- I motivierte Dunkelheit, daß von einem Mienenspiel Sepp's I absolut nichts beobachtet werden konnte. Die Darstellung I deS Annerl durch Frl. Haussig war lobenswert, nicht am I Platze war jedoch die allzu sentimentale Auffaffung der Rolle. I Ämter! der Frl. Haussig hatte einen gar zu weichen, I städtischen Zug. Frisch und natürlich gab sich dagegen der Michel Barndorfer des Herrn Henry, vorzüglich und die Zuschauer mehrfach zum Lachen reizend war die alte Haushälterin Brigitte der Frau Kruse. Die Rolle des alten Pfarrer Vetter und des Schulmeisters waren, wie im vorigen Winter, bei den Herren Direktor Helm und Wilhelmi in guten Händen. Leider versagte die sonst so wirkungsvolle Szene, in der die beiden Züge, der Hochzeitszug und der Wallfahrerzug, auf einander stoßen, gänzlich, sowohl durch Mangel an Statisten, als durch das Fehlen der Musik. Es wäre doch wohl nicht schwer gewesen, zwei oder drei der anwesenden Musiker in Kostüme zu stecken, I und dem Hochzeitszuge voran etwas aufspielen zu lassen. Diese Szene vergißt so leicht niemand, der sie einmal in guter Inszenierung gesehen hat. Das Publikum war mit Beifall nicht geizig und zeichnete Herrn Dietz sch wieder reichlich durch Kranz- und Blumenspenden aus. Wir aber möchten an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck geben, daß uus Herr Dietzsch auch int nächsten Winter wieder mit seiner Kunst erfreuen möge. * * Befitzwechfel. Fuhrunternehmer Herzberger kaufte die Sandgrube des Herrn Heinrich Winn am Schiffenberger Weg für 35 000 Mk. O Rödgen, 1. März. Am 26. Februar wurde dahier tu der Wagner'fcheu Wirtschaft ein „Gemeindeabend" veranstaltet, der in allen Teilen einen glänzenden Verlauf nahm. Die geschichtliche Entwicklung Deutschlands im 19. Jahrhundert war das Thema des Abends, welches unter Zuhilfenahme von mancherlei Veranschaulichungsmitteln behandelt wurde. Herr Pfarrer Schwabe von hier hielt einen Vortrag, der in übersichtlicher Weise den geschwundenen Zeitraum beleuchtete und in seinen 4 Abschnitten durch Gesänge, Deklamationen und lebende Bilder trefflichst ergänzt wurde. Die Gesänge der beiden Schulklassen, geleitet von den Herren Lehrern Wörner und Bornmann, zeugten von tiefem Empfinden und ausgezeichneter Fertigkeit, nicht minder die von den Kindern vorgetragenen Gedichte, ernsten und heiteren Inhaltes. Einige Erwachsene boten in ausgewählten Szenen tüchtige Leistungen dar und thaten in anerkennenswertem Eifer das ihre, die lebenden Bilder zu stände zu bringen, welche dem Auge des Publikums einen hohen Genuß gewährten. „Frankreich in Deutschland" — „Deutschland in Frankreich" — „Der Segen des Friedens". Von durchschlagender Wirkung war der humoristische Rückblick auf das vergangene Jahrhundert, der in 3 Bildern die wechselnde Stellung des „deutschen Michel" und des Franzosen zur Schau brachte und von treffenden Gesängen der Kinder begleitet war. Möge der Abend bei allen Zuhörern, deren dicht gedrängte Menge den geräumigen Saal erwähnter Gastwirtschaft füllte, seinen Zweck erreicht haben. Deutsches Keich. Berlin, 1. März. Der Kaiser hörte heute von 9 Uhr morgens ab die Vorträge des Chefs des Zivil- kabinetts v. Lucanus, des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke und des Kriegsministers v. Goßler. Um 12 Uhr empfing das Kaiserpaar die unter Führung des Herzogs von Veragua hier eingetroffene spanische Spezialkommission, und wohnte um 1 Uhr der Taufe des Sohnes des Prinzen v. Pleß bei, bei welchem der Kaiser die Patenstelle übernommen hatte. Auslau-. Wien, 1. März. Der präsumptive Thronfolger Franz Ferdinand von Oesterreich-Este hat sich formell bereit erklärt, keine Ehe ohne die Zustimmung des «Kaisers Franz Josef einzugehen, und sich allen Anordnungen seines kaiserlichen Oheims und Familienchefs zu fügen. Mithin erscheinen alle Gerüchte von einer bereit« vollzogenen morganatischen Ehe des Erzherzogs hinfällig. Die vorstehende Erklärung dürfte auch nicht verfehlen, etwaige künftig auftauchende, neuerliche Ausstreuungen von einer bevorstehenden oder bereits geschloffenen Mesalliance des Thronfolgers zu widerlegen. Wie», 1. März. Wie verlautet, wird der Reichsrat nur noch bis zum 10. d. Mts. tagen. .. J?™9'?1 Kaiser Franz Josef bestätigte die Wahl des Dr. Srb zum Bürgermeister von Prag. Budapest, 1. März. Nach einer Zeitungsmeldung beabsichtigt Oesterreich-Ungarn die Errrichtung von Han dels- ftationen in Fountsing und Foukiangse, sowie den Bau einer Eisenbahn durch die chinesische Provinz Kiangsi und die Erwerbung eineß Teiles der siamesischen Halbinsel Malagu behufs Kolonisation. Antwerpen, 1. März. Das deutsche Schulschiff „Nixe" wird am Sonntag oder Montag hier eintreffen. Am Mittwoch findet zu Ehren der Offiziere desselben im Rathause fesUicher Empfang durch den Bürgermeister statt. Außerdem werden zu Ehren der Anwesenheit der Offiziere von der deutschen Kolonie zahlreiche Festlichkeiten veranstaltet werden. Konstantinopel, 1. März. Von besonderer Seite wird dem Korrespondenten mitgeteilt, Rußland erstrebe mit feinen erweiterten Forderungen wegen der Eisenbahnen nichts Geringeres, als ein Protektorat über das ganze nordöstliche Kleinasien. Als der Sultan dem russischen Botschafter bei der letzten Audienz erklärte, daß die Türkei überhaupt keine Bahnbaukonzessionen mehr fremden i Gesellschaften erteile, und eintretenden Falles selbst bauen würde, antwortete der Botschafter, daß seine Regierung diesem Plane mit Bezug auf das nordöstliche Kleinasien entgegentrete, und auf fein ihm ausschließlich bewilligtes Baurecht beharren werde. Lokales un- Provinzielles. Wuowne Eirrserrdurrgerr, gleichviel welchen Inhalte», werden -rnndsLhlich nicht ausgenommen.) Gießen, 2. März 1900. ** Kmisttzerei». In der Gemälde-AuSftellung im Turmhaus am Brand, hat diese Woche ein größerer Wechsel der Gemälde stattgefunden, worauf wir an dieser Stelle Hinweisen wollen, da unter den neuausgestellten auch diesmal wieder sehr gute und interessante Gemälde sich befinden. ** Theaterverein. Als 8. Vorstellung wird, wahrscheinlich Ende der nächsten Woche, die neue Komödie von Otto Ernst „Jugend von heute" mit dem Liebhaber des Kölner Stadttheaters, Herrn Farecht, als Gast gegeben werden. *• Stadttheater. Gastspiel von Hubert Dietzsch vom Stadttheater in Nürnberg. Die Direktion Kruse-Helm hatte am Abend der Theatervereinsvorstellung, wie schon am Schluffe derselben verlautete, Herrn Dietzsch angeboten, auch in einer ihrer Abonnementsvorstellungen aufzutreten, und wie sehr die Direktion damit dem Wunsche des Publikums entgegengekommen war, das zeigte sich am Mittwochabend, an welchem das Theater wiederum fast ausverkauft war. * ho"e zudem ein Stück gewählt, in welchem er schon im vergangenen Winter mit großem Erfolge zweimal aufgetreten war, Anzengruber's „Pfarrer von Butzbach, 1. März. Am Fastnachtsdienstag tollet tierten in unserer Stadt für die Buren elf Schüler der ersten und zweiten Klasse der hiesigen Realschule. Vollständig als kriegsfähige Buren angethan und hergerichtet — au(£ ein Schwarzer war dabei — den verschiedenen Altersklassen angehörend, teilweise mit Gewehren und teilweise mit Schleppsäbeln ausgerüstet, zogen die „Buren" von Haus zu Haus und erregten neben Aufsehen auch Bewunderung. In keinem Hause wurden die eifrigen Samm- ler abgewiesen, und legten sie uns gestern, schreibt die „Butzb. Ztg.", nachdem sie ihre gehabten Auslagen bestritten, 54.52 Mark für die Buren auf den Redaktionstisch. Sin solcher Faschachtsscherz verdient ebenso hohe Anerkennung, wie das vorgestern sehr viel vorgekommene widerliche Gebühren von naseweisen Jungen eine schwere Verurteilung erheischt. Friedberg, 1. März. Der stattgehabte Pferdemarkt war ganz außerordentlich stark befahren, ebenso waren die Käufer zahlreich am Platze, so daß man eine allgemeine Zu- ftiedenheit konstatieren darf. Die erzielten Preise waren durchgängig sehr hohe. Friedberg, im Februar. Der Bauverein „Eigner Herd ist Goldes.wert", eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, der mit dem 31. Dezember 1899 sein siebentes Geschäftsjahr vollendet bäte, Fann auch in demselben auf eine segensreiche Thätigkeit zurückblicken. Die Mitgliederzahl des Vereins ist im vergangenen Jahre von 91 auf 102 gestiegen. Die Zahl der Häuser des Vereins ist im vergangenen Geschäftsjahr von 13 auf 18 gewachsen, und sind die fünf neuen Häuser nach Fertigstellung an Telegramme des „Gießener Anzeiger". London, 2. März. In Kapstadt wurde, nachdem die Meldung von der Entsetzung von Ladysmith eingetroffen war, in den Redaktionen verschiedener holländischer Blätter die Fenster eingeworfen. London, 2. März. Infolge der Einstellung des Befehls, nach Südafrika weitere Truppen abzusenden, entstand tu der Garnison Teuby ein Aufruhr unter den Sol- baten. Das Gebäude wurde beinahe von den Aufrührern demoliert. London,2.Marz. Die „Morgenblätter" besprechen an erster Stelle die Meldung über den Entsatz von Ladysmith. Daily Telegraph verzeichnet die ungestüme Freude, mit der die gesamte Bevölkerung den Entsatz ausgenommen hat.> „Daily Mail" lobt Buller und stellt fest, daß alles Mißtrauen gegen diesen General nunmehr geschwunden sei. Das Blatt meint, General Cronje habe nunmehr zum letzten Male das republikanische Banner gesehen. Er befinde sich jetzt unter britischer Flagge und werde unter derselben bleiben. „Morning Post" erklärt, die Entsetzung von Ladysmith sei die direkte Folge des Vordringens von Lord Roberts und seines Sieges über Cronje. s" genau so, als ob Lord Roberts selber in Ladysmith emgezogen sei. Die wichtigste Frage des Augenblicks fei nunmehr entschieden. London, 2. März. Man erwartet hier stündlich das Eintreffen der Nachricht von der Entsetzung Mafe- kings, da die Belagerung der Stadt durch die Buren nunmehr gegenstandslos ist. London, 2. März. Wie aus glaubwürdiger Quelle berichtet wird, befand sich die Regierung bereits 24 Stünden vor der Veröffentlichung im Besitz der Meldung von der Uebergabe Cronjes. Der Zweck, welchen die Regierung mit dieser Verzögerung beabsichtigt, war der, das Volk zu veranlassen, den Majuba-Tag fortan durch den Paarde- berg-Tag zu ersetzen. Berlin, 2. März. Nach einem Telegramm aus Lon- I don wurde die Nachsicht von dem Entsätze Ladysmiths der Königin in Windsor sofort mitge- teilt, worauf dieselbe Glückwunsch-Telegramme an Buller und White senden ließ. Der wilde Freudenrausch über den Entsatz von Ladysmith stellt die Szenen bei der Nachricht von Cronjes Kapitulation weit in den Schatten. Auf I fast allen öffentlichen und Privatgebäuden wehen die I Zahnen, Pferde und Wagen sind geschmückt, die Glocken I lauten und Schüler wie Studenten gehen, patriotische Lieder singend, durch die Straßen. Nach Meldungen aus den I Provinzen herrscht auch dort in allen Städten unbeschreib- licher Enthusiasmus. Niemand glaubt mehr an eine weitere I Niederlage. Berlin, 2. März. Nach einem Telegramm des „Lokal- Anzeiger" aus London wird aus Kapstadt berichtet, daß I daselbst die öffentliche Meinung die Cronje er- I wiesene übermäßige Höflichkeit und die Vorkehrungen für I ferne Reise und seine Haft tadeln. Man meint, Cronje solle I menschlich behandelt und vor Insulten geschützt werden, I aber weiter nichts. Die Buren seien außer stände, Lord I Roberts ritterliche Beweggründe zu verstehen. enn 2' .dttärz. Ein englischer Dampfer mit I 6 0 0 Pferden ist von hier nach Südafrika abgegangen I V vettere Schiffe mit derselben Ladung liegen zur I Abfahrt bereit Im ganzen sollen 6000 Pferde nach Süd- I afrita zur Verladung kommen. Der Ankauf von Pferden I in Ungarn dauert fort. I JMffel, 2. März. Mehrer- Artillerie-Unter, ossiziere von der Antwerpener Garnison werden vermißt. Man glaubt, daß dieselben durch englische I Werber sich haben anwerben lassen und nach Südafrika °bg-i°hr-n sind Mehrere Ossiziere der Jäger sollen, wie daS Blatt .National" mitte,lt, ebenfalls in der englischen »rm-c in Südafrika Kriegsdienste genommen haben berget kaufte Schisteilbergn b ijÄq* H ,, ^«utiitt CT Ä S'Rt«, l '«“ Wfj,t 'M'«. 01 otaniet der "eine so «IM Tipp', lle Darstchv "rt, iun9 i*rt ÄM, ar $u weichen, ' der Och m bu hau-, Er des alttn feie im vorigen d Wilhelm so Wirkung-' chzeitszug und ^Zlich, sowohl ! Fehlen der Mesen, zwei mr zu stecken, eien zu lassen, sie einmal in itum war mit ießsch wieder Wir aber id geben, daß c wieder mit ourde basier ndeadend" M verlaus band- im 19. welches unter ngSmitteln be^ ier hielt einen geschwundenen 'en durch Gb stichst ergänzt geleitet von zeugten von i, nicht minder , errett and n aMwMn n anerlmeni'- r zu stände zu n hohen Gmd - „Deutschland h. Von durchs . Mckblick aus ibtrn die w4 deS FranB gen der Äinbet Hörern, deren aal erwähnte iben. itöw *, SH i,!Ä VS Mn ! ftigen Sainns Ä«.bt Kd°Ui°nM fo h-h« w«eneÄ ie jchw-re»' -KÄ M n ,77« a»aj rtzs feie Bewerber zu den Herstellungskosten übergeben worden von den 18 Däusern sind 6 für eine ^amxUe mit je zimmern, KÄche, Keller rc. gebaut, weitere 6smd em )rö'ctiq mit einem Kniestock und die 6 ub^gen zweistockig^ ^er Zustand der Straßen in unserem Banqnarteer yat M) im »ergangenen Jahre bedeutend gebest Nach • inet Zahlung vom 15. Februar d I. waren bte^ltSailer Prüf^g^tzänse'^'auf'ihre Instandhaltung erfolgte durch . ^e Lreu Dekan Meye?, Bauausseher R.tzert und Tr. ■ X8erfer"na unb gab in diesem Jahr feinen Anlag zu Be- oiiftOTbunaen Die erworbenen Grundstücke unseres Ver- e c s sind nunmehr sämtlich verbaut der hierdurch erzielte 'insaewinn wurde direkt dem Reservefonds zugewiesen, r Tie Bau kosten der 18 Häuser betragen mit Gelände 1.31 324 74 Mark, dieselben stehen infolge von Anzahlungen , und "Amortisationen am 1. Januar 1900 noch mit 115 288,38 Mark zu Buch und sind in der hessischen Brandkasse mit 107 370 Mark versichert. § Busenboru, 1. März. Die Notiz betr. Versetzung unseres Lehrers Rau nach Heuchelheim ist dahin zu be- c chtigen, daß eS anstatt Heuchelheim, Kreis Gießen, Heuchelheim Kreis Büdingen heißen muß. (/D a r m st a d t, 1. März. In der heutigen Stadt- v e r o r d n e t e n s i tz u n g legte der Stadtverordneten-Re- visor Meier, welchem bekanntlich vorgeworfen wurde, daß ei seine Kenntnis, die er als Stadtverordneter erworben, bei Geländespekulationen rc. verwerte, wodurch der gekannte Prozeß M e i e r - W i 11 m e r entstanden war, der mit einer Verurteilung desW. zu 30Mark Geldstrafe endete, meinem längeren Schreiben sein Amt nieder. — Zum weiteren Ausbau der elektrischen Straßenbahn, unabhängig von den seitherigen Linien und von den Linien der Süddeutschen Eifenbahn-Gesellschaft, wurden heute von den Stadtverordneten einstimmig bewilligt: 230 000 Mark für die eingeleisige Strecke, Landskron-Heidelberger-Neckar-bis zur Nheinstraße einmündend, sowie 240 000 Mark für die zweiaeleisige Strecke ab Rheinstraße durch, die Grafen-, Wendelstadt-, Liebig-, Kahlert-, Frankfurterstraße bis zum Lchlachthofe. — Gleichzeitig soll die Regierung die Bereik- uiilligkeit der Stadt Darmstadt erklärt werden, auf Wunsch die Vororte mit elektrischen Bahnen zu verbinden. Der Bau der Strecken nach der Station Rosenhöhe und dem Ktartinsviertel wurden vorläufig wegen der Betriebs- sckuvierigkeiten verschoben. — Als nächste Vorlage stellte der Oberbürgermeister dßn Ausbau der Strecke Böllenfallthor noch Station Nieder-Ramstadt in Sicht. D. Vom Main, 1. März. Der Burenkrieg erweckt im Maingebiete eine Erinnerung an die Engländer in der Schlacht bei Dettingen, durch welche der Beweis erbracht ist, daß die an der Spitze der Nationen stehen wollenden Engländer „Nichts gelernt und Nichts vergessen" haben. Wie jetzt, so behandelten sie damals (1743) schon ihre und andere Leute. Das englische Heer traf am 17. Juli, und König Karl II. am 19. Juli 1743 zu Aschaffenburg ün. Mit der Verpflegung der Truppen stand es herzlich schlecht. Seit 25. Juni herrschte empfindlicher Mangel an Lebensmitteln. Die Aschaffenburger Bewohner und die Bauern der Umgegend wurden gepreßt, und ihrer Religion wegen verhöhnt. Aus Haß gegen die Engländer verließen pj« Bauern ihre Wohnsitze und flüchteten mit ihrem Vieh, Getreide rc. in das Gebirge. Die Not vertrieb die Eng- 'änder und sie brachen am 27. Juni in aller Frühe in Aschaffenburg auf, um nach Hanau und Dörnigheim zu ziehen, wurden aber bei Dettingen von den Franzosen gestellt. Infolge eines vom Herzog v. Grammont nicht beachteten Befehls des französischen Oberkommandeurs „siegten" die Engländer, überließen aber den „besiegten" Franzosen ihre Toten und Verwundeten — echt englisch! Gegenwärtig beerdigen die Engländer ihre Toten wenigstens oberflächlich, damals aber gar nicht. — Die Royal Drago ons, deren Chef Kaiser Wilhelm ist, errangen sich bei Dettingen die ersten Lorbeeren. Bis jetzt scheint es ihnen in Südafrika nicht so gut zu gehen, wie 1743 zu Dettingen. Mainz, 28. Februar. Die hiesige Strafkammer verurteilte heute nach zweitägiger Verhandlung den Gerichts- .schreiber Koepperling vom Amtsgericht Alzey wegen Unterschlagung und sonstiger Delikte zu einem Jahr Ge- ifängnis. Vermischtes. * Budapest, 28. Februar. In Poganyest fand man rin sehr reiches Ehepaar, Theodor Avramescu, der rumänischer Bojar war, und seine Frau ermordet. Geld und Schmuck im Werte von über 100 000 Gulden waren aus dem erbrochenen Kasten geraubt. Die Untersuchung ergab, daß der Mörder der Schwiegersohn des Ehepaaras, Georg Radulescu, war. Seine Gattin hatte keine Ahnung, daß ihr Wann ihre Eltern ermordet habe. * Berlin, 28. Februar. Auf dem Georgen- k i r ch h o f erschossen hat sich gestern eine 34 Jahre alte, gut gekleidete Dame; neben ihr lag die todbringende Waffe und ein Brief, dessen Adresse über ihre Persönlichkeit einen Anhalt gab. Wie danach polizeilicher- [eit§ festgestellt wurde, war die Unbekannte eine Lehrerin on einer höheren Schule, die Tochter Martha der in der llhlandstraße 185 zu Charlottenburg wohnenden Witwe Habermann. Das Fräulein wurde bereits seit Dienstag von ihrer Familie vermißt. Die in Sorge um ihr Kind schwebende Mutter, welche fürchtete, daß diesem ein Unfall zugestoßen sei, erstattete bei der Polizei Anzeige, die jedoch anfangs kein Ergebnis hatte, bis gestern der traurige Fund -auf dem Kirchhofe schreckliche Gewißheit brachte. Die Notive, welche die Aermste zum Selbstmord getrieben haben, sind vorerst noch nicht ganz aufgeklärt. Die Leiche Nmrbe nach dem Schauhause gebracht. Düsseldorf, 28. Februar. Hier versuchten acht- middreißig Untersuchungsgefangene ans dem gemeinsamey Zchlafraum aus zu brech en. Sie hatten bereits eine !Mße Oefsnung in die Mauer gebrochen, als der Fluchtversuch entdeck! und vereitelt wurde. Universität und Hochschule. — Ernannt: Der a.-o. Profeffor Dr. G. Sarrazin in Kiel als Nachfolger des verstorbenen Profeffors Kölbing zum o. Professor der englischen Sprache und Litteralur an der Universität Breslau. — Habilitiert r In der naturwiffenschaftlich-mathematischen Fakultät der Hochschule in Heidelberg der bisherige Assistent am chemischen Universitäts-Laboratorium Dr. August Klages aus Hannover. Die am Samstag stattsindende Probevorlesung behandelt die chemischen Grundstoffe. — Verschiedenesr Aus Stuttgart, 28. Februar, schreibt man: Nachdem die technischen Hochschulen den „Doktor-Ingenieur" (übrigens eine hervorragend häßliche und unpraktische Wortverkuppelung) davongetragen haben, werden sich nach und nach auch die anderen Hochschulen melden. In einem Festvortrage, den Profeffor Lüpke von der hiesigen tierärztlichen Hochschule zu Königs Geburtstag über die „Erweiterung der tierärztlichen Ausbildung" hielt, und der im wesentlichen in der Forderung dec vollen Maturitas und der Verlängerung des Fachstudiums für den Tierarzneistudenten in Deutschland gipfelte andere Staaten sind auf diesim Gebiete längst vorangegangen), wurde am Schluffe auch das Promotionsrecht für die Tierarzneihochschulen gefordert. Heute schon promovieren zahlreiche junge Tierärzte an den Universitäten; da ihre Promotionen aber zumeist in den naturwissenschaftlichen Fächern erfolgen, gehen ihre Opfer und Arbeiten der eigenen Wissenschafl verloren. — Wie die Vossische Zeitung mitteilt, feierte der Profeffor und Generalsuperintendent Dr. D. Erdmann in Breslau am 28. Februar das 50jährige Licentiaten-Jubiläum und zugleich dm 79. Geburtstag. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 4. März. Jnvocavit. Gottesdienst. An der Stadttirche. Bormittags 9*/t Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgememde. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. Nachmittags 6 Uhr im Konfirmandensaal, Kirchstraße: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der MarkuSgemeinde. In der ^ohanneSkirche. Bormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgememde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Montag den 5. März, abends 8 Uhr: Bivelstnnde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 10, 21 ff. Pfarrer Euler. Mittwoch den 7. März, abends 6 Uhr: 2. Passtons- andacht in der Johanneskirche. Pfarrer Dr. Nau mann. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebots vorherzuyehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor dec Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 3.März. Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 4. März. 1« Fastensonntag, Vormittags von 6»/, Uhr an: Gelegenheit jur hl. Beicht. , um 7 ttyr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der hell. Eommunion; „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; , um 9i/a Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5 Uhr: Christenlehre; darauf Fasten-Andacht. Mittwochabend um 6 Uhr ist Fasten-Andacht Gotttsdirust der israelitischen KrltgiomgrstWM. Sabbathfeier am 3. März 1900. Freitag abend 5^ Uhr, Samstaa vormittag 8“ Uhr, nachmittags SS» Uhr, Sabbathausgang 7 Uhr. Nachmittag 3 Uhr SchrifterklLrnng« Wochengottesdienst morgens 7 Uhr, abends 6 Uhr. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 8. Woche vom 18. Februar bis 24. Februar 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 23,060/w, nach Abzug der Ortsfremden 16,77»/«. Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffer» geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2. —15. Jahr: Lebensschwäche 1 (1) — 1 (1) — Altersschwäche 2 2 — — Diphtheritis 1 (1) — 1 (1) — Stimmritzenkrampf 1 — 1 — Brand 1 1 —— — Gehirnschlag 1 1 — — Influenza 1 1 — — Magengeschwür I (1) 1 CO — — Gelbsucht 1 1 — — Nierenentzündung 1 1 — — Summa : 11 (3) 8 (1) 3 (2) — Aus dem Geschäftsleben. Zehnjähriger Erfolg! Zur Vertilgung der Ratten in Wohn- räumen, Gehöften, Vieh- und Hühnerställen haben sich Freybergs Delieia-Raitenkuchen auf das glänzendste bewährt. „Delicia-Ratten- kuchen" töten alle Nagetiere, für Menschen und Haustiere wirken sie jedoch im schlimmsten Falle nur brechenerregend und können deshalb ohne Gefahr, wertvolle Tiere (Schweine, Hunde, Katzen, Hühner, Tauben) zu vergiften, überall ohne Bedenken ausgelegt werden. Ihres Wohlgeschmackes wegen werden die „Delicia-Rattenkuchen" von dem Ungeziefer gern angenommen-, die vorzügliche Wirkung ist durch mehrere hundert Anerkennungsschreiben, sowie durch 2 goldene Medaillen und 3 Ehrendiplome bestätigt. Um sich vor Nachahmungen zu schützen, verlange man in Apotheken und Drogenhandlungen ausdrücklich „Delicia-Ratten- kuchen" (patentamtlich geschützt unter Nr. 36110 F 2807 Klasse 2), andernfalls wende man sich direkt an Freybergs Giftfabrik in Delitzsch. Kemsie Kelduage«. Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin, 2. März. Die Investitur des Kronprinzen mit den Insignien des Ordens vom Goldenen Vließ findet heute abend 7 Uhr im königlichen Schlosse statt. Berlin, 2. März. Der Harmlosen-Prozeß wird am 15. ds. MtS. vor dem Reichsgericht zur Verhandlung kommen. Gegen das freisprechende Urteil hatte bekanntlich der Staatsanwalt Revision eingelegt. Bon den drei Angeklagten wird D. Kröcher persönlich den Termin in Leipzig wahrnehmen. Berlin, 2. März. DaS „Berliner Tageblatt" meldet aus New-York: Der frühere Berliner Rechtsanwalt Fritz Friedmann wurde unter der Beschuldigung der Check-Fälschung verhaftet. Als Ankläger tritt ein russischer Hochstapler auf. Kiel, 2. März. Deutschland entsendet nach einer Blättermeldung zu der anläßlich der Pariser Weltausstellung in einem französischen Kriegshafen stattfindenden Flottenschau ein Geschwader bestehend aus dem großen Kreuzer Fürst Bismarck sowie den Linienschiffen Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Friedrich III. Wie«, 2. März. Dem „Fremdenblatt" wird anS Berlin gemeldet, daß in dortigen diplomatischen Kreisen die Absendung einer Glückwunsch-Adresse an die Königin von England seitens des deutschen Kaisers in Anbetracht der engen Familien-Beziehungen als ein ganz natürliches Ereignis beurteilt wird, welchem keine politische Bedeutung beigemeffen werden könne. Wien, 2. März. Der „N. Fr. Pr." zufolge beabsichtigt die Regierung, die Verständigungs- Konferenz für nächste Woche einzuberufen. In parlamentarischen Kreisen wird die innerpolitische Situation andauernd pessimistisch beurteilt und dem Parla- ment jede Lebensfähigkeit abgesprochen. In dem Wehr- ausschusse setzten die Jungtschechen ihre Obstruktion fort. Paris, 2. März. Kriegsminister Gallifet wird infolge seines Unwohlseins der Sitzung dsss obersten Kriegsrates, welcher die Frage der Niederlegung gewisser Festungen und der Verteidigung der Seehäfen beraten soll nicht beiwohnen können. Die Sitzung des Kriegsrates wird daher auf später vertagt werden müssen. Paris, 2. März. Der Ausschuß, welcher über das Gesetz betreffend die Maßregelung der Bischöfe Bericht erstatten soll, hat einen Berichterstatter ernannt, welcher gegen die Annahme des Gesetzes ist. Trotzdem unterliegt es keinem Zweifel, daß dieses Gesetz von der Mehrheit der Kammer angenommen werden wird. London, 2. März. Der „Manchester Guardian" versichert, die Einkommensteuer würde um 4 Prozent erhöht werden, und auch auf Bier und Whisky eine Steuer gelegt. 8 eidenstoffe, Sammte von Elten & Keussen Und VelVetS gn« ml nn|n UhifWottleuxi. Es ist nur ein einfaches Kraul worüber man folgendes schreibt: Herrn E. Weidemann in Liebenburg (Harz). Hierdurch teile ich Ihnen mit, daß meine Tochter einige Zeit an sehr heftigem Lungenkatarrh litt, der sich im Frühjahr 1896 nach überstandener heftiger Influenza 'einstellte. Der hiesige Arzt hielt den Husten für nicht unbedenklich, und da auch Bad Salzbrunn nach mehrwöchigem Aufenthalt dort nicht viel half, machte ich im Herbst 1896 den Versuch mit Ihrem mir von Bekannten empfohlenen Brustthee (russischer Knöterich). Ich ließ anfänglich 6 Packete kommen und machte ich die Bemerkung, daß wir nach Verbrauch der 5 Päckchen eine auffallende Befferung verspürten. Im Frühjahr 1897, als sich der Husten wieder einstellte, ließ ich 20 und 10 Packete Thee kommen, und kann ich wirklich sagen, daß ich nebst Gott dem von Ihnen gesandten Thee einen großen Theil der gänzlichen Wiederherstellung meiner Tochter verdanke. Noch muß ich bemerken, daß wenn auch teilweise etwas Fieber, so doch keine Abmagerung oder krankhaftes Aussehen vorhanden war. Die Anfang Dezember von Ihnen bezogenen 10 Packete Thee habe ich für meinen Bruder kommen lasten; derselbe ist der katholische Pfarrer hier am Ort, und auch er braucht bei heftigem Luftröhren- Katarrh den Thee mit gutem Erfolg. Ich kann daher mit gutem Gewiffen den Thee, als sehr gutes Heilmittel empfehlen und wünsche, daß er bei allen Leidenden so gute Erfolge erzielen möchte. 1612 Frau verw. Postsekretär Marie M. in I. Visitkarten In allen Schriftarten und Kartons wertes schnell und billig «gefertigt in der Brähl’schen Universitäts- Buch- u. Stein Druckerei (Pietsch Erben) Giessen Schulstrasse Ä 7. 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