Rr» 230 Zweites Blatt. Dienstag de« 2. October 150. Jahrgang 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslände- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Erscheint lägtich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Mamiklenötätler werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Bezugspreis Vierteljahrs. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Briugcrlohu; durch die Abholcstellen vierleljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt fät? den Tireis Giefzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutstrahe Zlr. 7. OratisbMagen: Gießener Familienblälter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische DolKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Bekanntmachung. Betreffend: Die Neugestaltung des Kassewesens. Infolge der am 1. Oktober l. Js. ins Leben tretenden Neuorganisation der Kassestellen find die StaatSgesälle von den Pflichtigen des Kreises Gießen an die nachbezeichneten Hebstellen abzuführen. Es sind zu entrichten: Bon den Pflichtigen der Gemeinden bezw. Gemarkungen Die nach dem 1. Oktober l. Js. fällig werdenden Staatsgefälle mit Ausnahme der an die Hauptstaatskaffe zu entrichtenden Schuldigkeiten aus Submissionsholz, sowie der Pachtgelder für Hofgüter Die am 1. Oktober l. J5. fällig gewesenen und noch rückständigen Staatsgefälle, über deren Entrichtung nicht besondere Bestimmungen bekannt gegeben worden find oder noch bekannt gegeben werden, an die Distrikts-Einnehmerei, zu deren Bezirk die Gemeinden vom 1. Oktober l. Js. an gehören an die Untererhebestellen an die Distrikts-Einnehmereien Albach............. Steinbach Untererheber : Gemeinde-Einnehmer Nicolaus zu Steinbach Lich. Allendorf a. d. Lahn........ Allendorf a. d. Lahn Gemeinde-Einnehmer Amend zu Allendorf a. d. Lahn Gießen II. Allendorf a. d. Lda......... Allendorf a. d. Lda. Gemeinde-Einnehmer Fornihals zu Allendorf a, t>. Lda. Grünberg. Assertshausen........... Londorf Gemeinde-Einnehmer Schmidt zu Londorf Grünbcrg. Alten-Buseck........... Alten-Buseck II Ferdinand Schwalb zu Alten-Buseck Gießen II. Annerod............ Annerod Adam Schmidt zu Annerod Gießen II. Bellersheim........... Bellersheim Gemeinde-Einnehmer Schweitzer zu Bellersheim Nidda. Beltershain........... Grünberg Grünberg. Bersrod............ Bersrod Gemeinde-Einnehmer Graulich zu Bersrod Grünberg. Bettenhausen........... Bettenhausen Gemeinde-Einnehmer Schmeel zu Bettenhausen Lich. Beuern............. Beuern Karl Otto Ludwig Heinrich Lindenstruth zu Beuern Grünberg. Birklar............. Lich Lich. Burkhardsfelden.......... Burkhardsfelden Gemeinde-Einnehmer Albach zu Burkhardsfelden Lich. Climbach............ Londorf II Gemeinde-Einnehmer Schmidt zu Londorf Grünberg. Daubringen........... Daubringen II Philipp Weimer zu Daubringen Gießen II. Dorf-Gill............ Grüningen n Wilh. Heinr. Leidich zu Grüningen Lich. Eberstadt mit Arnsburg •....... Eberstadt II Gemeinde-Einnehmer Bender zu Eberstadt Lich. Ettingshausen.......... Ettingshausen II Gemeinde-Einnehmer Hahn zu Ettingshausen Lich. Feldheim............ Trais-Horloff II Gemeinde-Einnehmer Hublitz zu Trais-Horloff Nidda. Friedelhausen........... Staufenberg II Gemeinde-Einnehmer Jung zu Staufenberg Gießen II. Garbcnteich........... Garbenteich pi Gemeinde-Einnehmer Hint^tänder zu Garberiteich Ljch. Geilshausen........... Odenhausen II Bürgermeister Lang zu Odenhausen Grünberg. Göbelnrod. . . Grünberg Grünberg. Großen-Buseck.......... Großen-Buseck H Bürgermeister Meyer zu Großen-Buseck Gießen II. Großen-Linden.......... Großen-Linden n Gemeinde-Einnehmer Velten zu Großen-Linden Butzbach. Grünberg . ........... Grünberg Grünbcrg. Grüningen........... Grüningen II Wilhelm Heinrich Leidich zu Grüningen Lich. Harbach............ Hattenrod II Christian Graulich zu Hattenrod Grünberg. Hattenrod............ Hattenrod II Christian Graulich zu Hattenrod Grünberg. Hausen............ Garbenteich II Gemeinde-Einnehiner Hinterländer zu Garbcnteich Lich. Hcibertshausen.......... Daubringen n Philipp Weimer zu Daubringen Gießen II. Heuchelheim........... Gießen I. Gießen I. Hof-Graß ............ Steinheim H Gemeinde-Einnehmer Hofmann zu Steinheim Nidda Hof-Güll............ Muschenheim ii Gemeinde-Einnehmer Weisel zu Muschenheim Lich. Holzheim mit Bergheim....... Holzheim ii Gemeinde-Einnehmer Laux zu Holzheim Butzbach. Hungen............ Hungen ii Emil Weck zu Hungen Nidda, Nidda. Inheiden............ Hungen n Emil Weck zu Hungen Kesselbach............ Keffelbach n Gemeinde-Einnehmer Rabenau zu Londorf Gießen I. Grünberg. Klein-Linden........... Gießen I. Langd ............. Langd • II Gemeinde-Einnehmer Hübner zu Langd Nidda. Lang-Göns........... Lang-Göns II Konrad Karl Brückel zu Lang-Göns Butzbach. Langsdorf ........... Langsdorf H Kirchenrechner Roth zu Langsdorf Grüuberg Lich. Lauter............. Grünbcrg. Leihgestern........... Leihgestern ll Gemeinde-Einnehmer Waldschmidt zu Leihgestern Lich Butzbach. Lich mit Hof Albach, Colnhausen u. Meilbach Gemeinde-Einnehmer Schäfer zu Reiskirchen Lich. Liudenstruth........... Reiskirchen II Grünberg. Lollar ..... ........ Lollar Gemeinde-Einnehmer Seipp zu Lollar Gießen II. Londorf............ Londorf Gemeinde-Einnehmer Schmidt zu Londorf Grünberg. Lumda............. Lumda Heinrich Schultheis zu Lumda Philipp Weimer zu Daubringen Grünberg. Mainzlar . . . ...... Daubringen Gießen II. Münster Ettingshausen Gemeinde-Einnehmer Hahn zu Ettingshausen Lich. Muschenheim Muschenheim Gemeinde-Einnehmer Weisel zu Muschenheim Lich. Mühlsachsen . Ober-Bessingen Gemeinde-Einnehmer Sehrt zu Ober-Bessingen Lich. Nieder-Besfingen. . Ober-Bessingen Gemeinde-Einnehmer Sehrt zu Oberbessingen Lich. Nonnenroth . . . Billingen Gemeinde-Einnehmer Koch zu Billingen Lich. Obbornhofen..... Obbornhofen Gemeinde-Einnehmer Mörschel zu Obbornhofen Nidda. Ober-Bessingen .... Ober-Bessingen Gemeinde-Einnehmer Sehrt zu Ober-Bessingen Lich. Ober-Hörgern .... Eberstadt Gemeinde-Einnehmer Bender zu Eberstadt Lich. Odenhausen mit Appenborn. . Odenhausen Bürgermeister Lang zu Odcnhausen Grünberg. Oppenrod........ Burkhardsfelden Gemeinde-Einnehmer Albach zu Burkhardsfelden Lich. Queckborn............ Rabertshausen mit Ringelshausen. . i Queckborn Bürgermeister Schmidt zu Queckborn Grünbcrg. Langd Gemeinde-Einnehmer Hübner zu Langd Nidda. Reinhardshain......... Grünberg Grünbcrg. Reiskirchen........... Reiskirchen Gemeinde-Einnehmer Schäfer zu Reiskirchen Grünberg. Rodheim............ Stcinheim Gemeinde-Einnehmer Hofmann zu Steinheim Nidda. Rödgen............. Rödgen Gemeinde-Einnehmer Keßler zu Rödgen Gießen II. Röthg cs............ Ober-Bessingen Gemeinde-Einnehmer Sehrt zu Ober-Bessingen Lich. Rüddingshausen.......... Londorf Gemeinde-Einnehmer Schmidt zu Londorf Grün berg. Ruttershausen mit Kirchberg..... Staufenberg Gemeinde-Einnehmer Jung zu Staufenberg Gießen II. Saasen mit Bollnbach, Beitsberg und Wirberg Saasen Bürgermeister Schmidt zu Saasen Gießen I. Grünberg. Schiffenberg mit Herrnwald...... Gießen I. Stangenrod............ Grünberg Grünberg. Staufenberg........... Staufenberg Gemeinde-Einnehmer Jung zu Staufenberg Gießen II. Steinbach............ Steinbach Gemeinde-Einnehmer Ntcolaus zu Steinbach Lich. Steinheim............ Steinheim Gemeinde-Einnehmer Hofmanu zu Steinheun Grünberg Nidda. Stockhausen........... Grünberg. Trais-Horloff.......... TraiS-Horloff Gemeinde-Einnehmer Hublitz zu Trais-Horloff Nidda. Treis a. d. Lda.......... Treis a. d. Lda. Johs. Becker XII. zu Trais a. d. Lda. Gießen II. Trohe............. Rödgen H Gemeinde-Einnehmer Keßler zu Rödgen Gießen II. Nidda. Utphe ............. Trais-Horloff n Gemeinde-Einnehmer Hublitz zu Trais-Horloff Billingen............ Billingen II Gemeinde-Einnehmer Koch zu Billingen Lich. Watzenborn-Steiyberg........ Weickartshain.......... Watzenborn » Gemeinde-Einnehmer Maid zu Watzenborn. Grünberg Lich. Grünberg. Wcitershain........... Wieseck.... ........ Wcitershain II Gemeinde-Einnehmer Werner zu Wcitershain Gießen II Homberg. Gießen II. Winnerod............ Reiskirchen II Gemeinde-Einnehmer Schäfer zu Reiskirchen. Grünberg. Die Wirren in China. Das Pariser Blatt der „Figaro" bespricht dieChina - Deutschlands und kommt, nachdem er aus- gefuhrt, die Rolle, die Deutschland spiele, werde Überall etwas mißtrauisch angesehen, zu dem Schlüsse, daß Ole Ausgaben und Truppensendungen den Eindruck pachten, daß Deutschland ü b e r P r o j e k t e, die es Leute ^sflärell emgesteht, hinausgehen könnte. Auf dieser 5.” »Ajj 9 e _n Bahn werde ihm niemand folgen. Deutschland habe nach der Ermordung v. Kettelers gewiß eine besondere Stellung China gegenüber, aber das .seien Je i n e A ngelegenheitcn, nicht die der europäischen Gesamtheit. ' ' uni d aß er das .Seinige ithut, urnj es W stören und zwischen beiden Staaten Mißtrauen zu säen. Nur tritt diese Absicht hier so start und unverkennbar hervor, daß sie sofort erkannt wird ^und überall den Eindruck verfehlen muß den ^.i-yung-Tschang Hervorrufen will. Er begeht auch den taktischen Fehler, gleich'zu viel ,Umstünde und Vorgänge ^Bewerfe des Antagonismus zwischen Deutschland und Rußland heranzuziehen; hätte er sich mit einer Angabe begnügt, so würde er bei harmlosen uiid schlecht unterrichteten Gemütern vielleicht bis zu einem gewissen Grade Glauben gefunden haben. Da er aber gleich künstliche durchsickstch löirb die ganze Sache doch gar zu Dem „Standard" wird aus Shanghai den 27. September telegraphiert: Hiesige chinesische Beamte behaupten Rußland verspreche China, Geldmittel vor- zustrecken zur Rückzahlung der englischen An- lerhe. — In Shanghai weiß man viel, wenn der Tag lang ist. Aus allerlei offen zutage liegenden Gründen kann dieses Gerücht ohne weiteres in das Reich der Fabeln verwiesen werden. WNHelm verlieh dem Höchstkomman- dierenden der an den Gefechten von Taku und Tientsin rnMs!?^nrnLernationalen Truppendetachements, dem M ^neralmaior v. S t ö s s e l, den R o t e ir A d l e r- e mit dem Stern und Schwertern: ^as Petersburger „Amtsblatt" veröffentlicht eine rn der die Blättermeldung, daß Rußland die iddHp hurrf L^^dktiert habe oder annektieren wolle, als durchaus der Begründung entbehrend ^b^lchuet wird. Die Note fügt hinzu, daß die bisher auf kaiserlichen Befehl publizierten Noten die öffentliche Meinung über die Haltung Rußlands in der chinesischen Angelegenheit und insbesondere in Betreff der Mandschurei, genügend aufgeklärt haben. Der vom russischen Generäl Reweuvenkampf am 22', September besetzte Ort Girin ist der Hauptpunkt des reichsten und fruchtbarsten Teiles der Mandschurei, das Centrum des mandschurischen Handels. Girin hat eine große Gewehr- und Pulverfabrik. Mit der Besetzung von ®mn bumste der mandschurische Feldzug endgiltig abgeschlossen fein. Der Schiffskapitän DobrovolSki, der hervorragenden Anteil an der Schlacht bei Taku genommen hat, berichtet über die glänzenden militärischen Leistungen der Japaner, zugleich aber über ihre Grausamkeit selbst waffenlosen Chinesen gegenüber. DobrovolSki erzählt, daß in Tientsin die Japaner sofort alle Kreditinstitute und Pfandämter besetzten, indem sie den Russen die Arsenale überließen. Der allgemeine Aufstand sollte dem Plane der chinesischen Regierung gemäß erst im September proklamiert werden. Die Boxer konnten jedoch ihre Ungeduld nicht zähmen, und schlugen los. Sie haben dadurch ihre Niederwerfung wesentlich erleichtert. Rußlands Aufgabe betrachtet DobrovolSki als erfüllt. Die Kopflosigkeit, die in den leitenden chinesischen Regierungskreisen herrscht, und die schon oft in den widerspruchsvollen, erst in aller kürzester Zeit selbst wider- rufenen Edikten Ausdruck gefunden hat, findet eine be- zeichnende und komische Illustration in einer Mitteilung des „Journal deShangha i". Danach erhielt der B i - zekorng der Provinz, in der diese Stadt belegen ist w einer einzigen Woche vier kaiserliche Edikte zugestelltz Das eine kündigte seine Verurteilung zum Tode wegen seiner verdächtigen Haltung den Europäern gegenüber an, das zweite verlieh ihm eine Hohe Auszeich -- 9 wegen seiner diplomatischen Geschicklichkeit, das ™te meldet ihm die bevorstehende Ankunft des kaiserlichen Kommissars und drohte ihm Degradierung Mi und das vierte versicherte ihn der öulb und des Vertrauens des Kaisers. «amerikanische Konsul in Dhanghar hat dem Staatsdepartement Mitgeteilt, daß Prinz Tsching ihm ein des Kaisers und der Kaiserin, datiert den 25. Septem- ^er/ öorgelegt habe, in dem die Minister, die die Borer unterstützt haben, getadelt werden. Vier Prinzen L^ degradiert und dem Prinzen Tuan seine ?^uge sowie feine Dienerschaft entzogen wor- I JS* Tua " werde von einem aus Mitgliedern des SlrhpTC$en ^a.uIe§ bestehenden Gerichtshof abgeurteilt mrfSoldHen^^sfs Dekret bezieht sich wohl in Wahrheit 1 die gegen die Boxer gekämpft haben. . geheimen Gesellschaften im Yangtse - Gebiete ^bhmen immer mehr zu. 5000 Schwarzflaggen kehren mach 5)05 beutsche Geschwader bleibt wahrscheim iiu) in ^grpisu. Nach einem Telegramm des „New York Herald" aus Zerkautet aus zuverlässiger chinesischer Quelle saß die den Ausländern freundlich gesinnten Vize- 1 9L..,ber üblichen Provinzen, Liukunyi, I Tschangschitung und Yuanschikai, in einer an den Thron I Serlchteten Denkschrift gegen den Prinzen Tuan und Ermngli und Tungfuhsiang schwere Anklagen I v J-Un?.fe^iaÜ.S bat noch immer den Oberbefehl Gruppen. -Das amerikani s che Staatsdepartement ließ dem Kaiser von China durch seinen Kesandten in Peking benachrichtigen, daß es die Er - I «roßendes 5Um Präsidenten des cht billige und erwarte, daß sie rück- I — Der amerikanische Gesandte dn I verständigte das Staatsdepartement, daß die I *“1 ’1 f JR e g I e r u n g wahrscheinlich betreffs der I Weüeren Behandlung der China-Politik Hand in Hand I gehen werde mit der Unions-Regierung I Journal" erzählt, der Kaiser von a p a n werde bei seiner Europa-Reise der englischen 'I»^^ol9enden Vorschlag bezüglich der chinesischen Angelegenheit unterbreiten: Privilegium Ruß - L0”? a ?be/11 Meinet, Besitzergrei fung Koreas seitens Japans, Überlassung der Provinz ohantung an Deutschland und des Yangtse-! Thales an England, Abtretung der Sangsun- [ V n nnb ber Provinz Y u e N a N an Fr a N k- I — ber Provinz Petschili und Peking an me Vereinigten Staaten. Die Zusage der letzteren I bei bberm$räHhPn?9e^Mbe @i(?9e b^r Republikaner Präsidentenwahl abhangen. — „Dailv Mail" I : Das japanische Ministerium hat demissioniert. Marquis Ito, der voraus- | rT ^^en Kabinett präsidieren wird, ist ein I ^/^Aufteilung Chinas. ' Der „Standard" meldet aus Tientsin, daß eine Zu - ! Lir^rm2hUnft zwischen Graf Waldersee dem Ad- ^ft-ndenUnb bem General Chaffee statt- I ist in Peking eingetrossen (?). Wirte Tfb*rb ?U£S gemeldet wird, er- I ^rke ^7'^vg-Tschang tn einer Unterredung, der Grund | be§ russischen Admirals Alexeje w, nach Port Arthur I |U gehen, sei in dem Wunsche zu suchen, eine Zusammen- I fünft mit dem Grafen Waldersee zu vermeiden- I ferner bemerkte er, daß aus seinen Rat die Chinesen' Lutai geräumt hatten, da die Russen versprochen hott™ I daß sie nicht weiter als 8 Kilometer von Ta n a s ch a u vorrucken würden. Die dortigen Gruben, so hob Li bervor seien emer deutschen Bank hypothekarisch verpsändet wori : den; sollten die Russen Tangschau besetzlu, so würde ^°es -re Angelegenheiten zwischen Deutschland und Rußland ■ verwickeln, und außerdem die Zerstörung der englischen ■ 'Eisenbahnarbeiten zur Folge haben. — Es ist ja ganz verständlich, daß Li-Hung-Tschang von seinem Standpunkte aus ein befriedigendes Einvernehmen zwischen Rußland And Deutschland nur mit ungünstigen Augen sehen kann i I m r3u ber Mitteilung der „Times", der russische I Gesan dte habe die Kaiserin von China a ufge- | ! 0 r der t , nach Peking zurückzukehren, schreibt das^ I |e^e Blatt, Deutschland habe gegen diese Verhand- I lungen mit der Kaiserin nichts einzuwenden und | werde auch auf einer Bestrafung derselben nicht bestehen, solange nicht durch ihr Verhalten der vollgültige Beweis | erbracht sei, daß sie sich auch jetzt noch mit den ver- | vrecherischen Großmandarinen aus ihrer Umgebung identi- | uziere und dadurch für jetzt und die Zukunft die Ver- | antwortung für ihre Thateu übernimmt. | . Ein Telegramm der „New York-Times" aus Washing- | ton besagt, wenn der Einspruch der Vereinigten Staaten I gegen die Ernennung des Prinzen Tuan zum -Präsidenten I oes 2-taatsrats unberücksichtigt bleibe und Tuan in dieser I Stellung belasten werde, würden die Vereinigten Staaten es ablehnen, mit China in Verhandlungen zu treten, es sei denn, daß Gewähr dafür ge- | 9^ben werde, daß das Verhalten der chinesischen Friedens- | Unterhändler nicht der Zensur des Kaisers unterliegen I o.sw- — Nach Ansicht „unterrichteter" Kreise wird Demnächst eine amerikanische Note an die in China be- WUigten Mächte erwartet. Diese Note wird sich vor-! I aussichtlich mit der angeblichen Aufteilung Chinas I bezw. mit den etwaigen Grenzveränderungen in Ostasien I befassen. Man glaubt ferner in amerikanischen Kreisen i | daß England diese bevorstehende amerikanische Note ab- warten wird, ehe es eine definitive Antwort puf die Note des Grafen Bülow giebt. — In Berliner „maßgebenden" .Kreisen erklärt man die Verzögerung der englisch e n A n t w o r t mit der Langsamkeit der telegraphischen Verbindung mit Peking, woher die englische Regierung noch Mitteilungen erwartet. Für die Langsamkeit dieser Verbindung spricht auch die Thatsache, daß noch immer I feine Meldung über die Ankunft des Feldmarschalls Grafen Waldersee in Tientsin vorliegt, obwohl die- I selbe nach Berechnungen bereits vor drei oder vier Tagen I erfolgt fein muß. Rach einer Meldung aus Schantung hat General Mey- I I kungyi auf Befehl des Gouverneurs Yuanschikai die Boxer I aus Schantung vertrieben und verfolgt sie nach Tschili. I 3n Shanghai sind Berichte über Einzelheiten der | Flucht des chinesischen Hofes aus Peking einge- I lausen. Hiernach soll die Kaiserin-Regentin von ihrer tk'm- 1 gebung über die wahre Sachlage fortwährend getäuscht | worden sein. Während die Verbündeten schon im Vor- | warsche auf Peking begriffen waren, wurden ihr täglich | un.9en "ber chinesische Siege gemacht, so daß sie, | steh in Sicherheit wähnend, ruhig im Palaste blieb. Erst | als die Verbündeten bereits in die Stadt leinrückten, I sloh sie am 15. August, begleitet vom Kaiser, in wilder | Hast aus der Kaiserstadt. Beide trugen baumwollene Ge- I wänder und reiften unter großen Entbehrungen. Drei | Tage lang waren sie ausschließlich auf Hirse als Nahrung | angewiesen und schliefen auf nacktem Lehmfoden in un- | sauberen Herbergen. Der „Morning Post" wird aus Peking telegraphiert: I Französische Truppen machten auf einem Streifzuge | in der Umgebung von Peking 200 Boxer zu Ge- ! fangenen. Dieselben werden vor ein Kriegsgericht ge- | stellt werden. „Daily News" berichten aus Nanking, | daß dort große Not herrsche; 20 000 Arbeiter jeien ! brotlos. Ein französisches Bataillon, das von Peking I aufgebrochen war, besetzte Lukutiao und Tschang- I fintien auf der Linie nach Paotingfu. Zur Abberufung des Taotai von Shanghai! und seine Ersetzung durch einen deutschfeindlichen Nach- | folger gab der Vizekönig von Nanking die Erklärung ab, | daß dieser Personenwechsel vorläufig nicht wirksam werden | würde. Der Vizekönig fügte hinzu, er werde nach Ein- | treffen der Urkunden mit den Konsuln in Verbindung | treten. — Da diese Urkunden sobald wohl nicht eintreffen j dürften, darf angenommen werden, daß diese ganze Ange- | legenheit ad calendas graeeas vertagt ist. Ein Telegramm vom 25. ds. meldet: Wie ein Bote j berichtet, wurden 13 schwedische Missionare im l Rorden der Provinz Schansi ermordet. Die Ermordung des belgischen Oberstleutnants!' Fire in Nordchina wird bestätigt. Der Seesoldat Karl S t a ch o w i a k vom ersten deut- | schen Seebataillon ist in Peking an der Ruhr gestorben. I W' s“'w' - “ “ ’• »•« M. -.. w„„, Ä SSSÄ .»“.»SÄ ”• =’*,*<■ >- rÄx, ssts».,? lÄÄta*n a) von der Dlstrikts-Emnehmerei Gießen I die Pensionen der in Gießen wohnenden Invaliden: ' 9 1 ausbezahlt. b) von der DistriktS-Einnehmerei Gießen II die übrigen ständigen Bezüge. in E«pf^?'k/nchm-nVn^zu°d7-°n "" 6ei bcR (Unt°r°rh°bst-ll°n ober Distrik.s-Einnehmereien), Gießen, den 28. September 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___ v. Bechtold. ? » * Telegramme des Gieherrer Anzeigers. I Berlin, 1. Oktober. Aus Paris wird gemeldet, | bcc „Malin" bringe eine offenbar inspirierte Note, I wornach nach einem eifrigen Meinungsaustausch | Zwischen den Kabinetten in Paris, Berlin und | Pet.er^burg jetzt jede, selbst die kleinste MeinungSver-- j schledenheit zwischen Frankreich, Deutschland und Rußland I beseitigt erscheine. Rußland habe eingewilligt, seine ge-> | samten Truppen solange in Peking zu belaffen, wie eS die Umstände erheischen. Dafür habe Deutschland zugegeben, | daß die Bestrafung der Schuldigen zwar eine Hauptfrage I fei, daß es aber unnötig fei, aus ihr eine Vorbedingung I den Eintritt in die Verhandlungen mit China zu I Loudon, 1. Oktober. Wie dem „Daily Mail" aus j Schanghai gemeldet wird, weigern sich die franzö- I fischen, russischen und amerikanischen Ossi- | Zlere, sich unter den Oberbefehl des Grasen I Waldersee zu stellen, so lange noch keine kriegerischen Operationen eingeleitet sind. Loudon, 1. Oktober. Aus Schanghai wird gemeldet, daß morgen zwei bedeutende Expeditionen von dort ab--- gehen. Man erwartet eine Reihe wichtiger Gefechte. London, 1. Oktober. Aus Taku wird unter dem 29. September gemeldet: Li-Hung-Tschang befindet sich noch immer in Tientsin. Er ist unwohl. In einem Jnterwiew erklärte er, daß er mit allen Kräften gegen | einen Angriff aus die Befestigungen von Peitang protestieren würde. Er glaube, daß die Nnt erhand lung en zu einem guten Resultate führen würden unter der Bedingung^ daß folgende drei Punkte anerkannt würden: 1. Ernennung eines chinesischen Staatsmannes für den Posten eines Regenten mit der Mission, die kaiserliche Autorität wieder, herzustellen, 2. Enthaltung von jeder agressiven Aktion seitens der Großmächte, 3. Entsendung einer fliegenden Kolonne nach Tsi-Nan Fu, um die Kaiserin und den Kaiser nach Peking zurückzusühren. Washington, 1. Oktober. Die Regierung erklärt, Oesterreich und Italien allein hätten der Bülow'schen Note ohne Rückhalt zugestimmt. Die Antworten Englands, Rußlands und Frankreichs seien in demselben Sinne abgefaßt, wie die der Vereinigten Staaten. Japan ist im Prinzip mit Deutschland einverstanden,, aber es hält ebenso wie die Vereinigten Staaten den von Deutschland vorgeschlagenen Weg für undurchführbar. Schanghai, 1. Oktober. Der Kaiser von China hat an den Zaren ein Schreiben gerichtet, in dem er ihm für sein Versprechen, Peking zu räumen, seinen Dank aus- spricht und um dessen Beistand im Laufe der Friedensunterhandlungen bittet. Der Kaiser hat ferner ein Schreiben an den Mikado gerichtet, worin er sein Bedauern über die Ermordung des Sekretärs der japanischen Gesandtschaft ausspricht. Der Kaiser fügt hinzu, daß er ein feierliches Leichenbegängnis in Peking veranstalten und zu diesem Zwecke 5000 Taels zur Verfügung stellen wird. Der Krieg irr Südafrika. Vor wenigen Tagen versuchte ein Burenkommando unter Erasmus die Bahnstation Elandsriver öst- Ausführung der Branntweinsteuergesetze, hier die Befugnisse der Hebestellen betreffend. — 6) Bekanntmachung, die Er- Hebung der Einnahme auS dem Berkaus von Stempel- marken in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend. ** Das Regierungsblatt Nr. 68 vom 29. September enthält: 1) Verordnung, die allgemeinen Staatsprüfungen für das Hochbau, Ingenieurbau- und Maschiuenbaufach betreffend. — 2. Verordnung, die Organisation der Verwaltung der Staatsschuldenkaffe betreffend. — 3) Bekanntmachung, die Ausführung der Unfallversicherungsgesetze betreffend. — 4) Bekanntmachung, den praktischen Kursus der Ausland. 301 September. Bisher liegen die Ergeb- sse aus 64 Wahlbezirken vor, in betten Gegeukandi- ** Oeffentliche Lesehalle. Vom 1. August bis 10. September war die Bücherausgabe geschloffen. Von da an bis zum 30. September, also an 12 Ausleihetagen, wurden 839 Bände verliehen. Davon kommen auf: Aus Stadt und Land. Gießen, 1. Oktober 1900. ** Eröffnung des Gießener Stadttheaters. Gestern abend «and die erste Vorstellung der diesmaligen Saison vor recht gut besetztem Hause statt. Als Eröffnungsstück wurde eine Poffe geboten, nach der sich künstlerische Leistungsfähigkeit allerdings kaum beurteilen läßt. Da es aber eine Sonn- tagsvorstellung war, lassen wir uns die Wahl einer schon ziemuch verwelkten „Berliner Pflanze" als Willkommen- allenfalls gefallen. Der Mischmasch, den Mannstädt I Wellner aus allen möglichen Ingredienzien niederer I Konuk unter dem Titel „Die schöne Ungarin" vor I ""er Reche von Jahren zusammenbrauten, wirkte bei | zündender Vorführung der Titelrolle auf die gute Laune | Sonntagspublikums mit starker Durchschlagskraft. So I Nch denn auch der feinfühligere Teil des Publikums | mit möglichster Grazie ins Unvermeidliche und ließ sich — I gutwillig genug und, einmal im Bann der Beeinflussung, mit immermehr erlahmender Widerstandskraft — das un- I gereimteste und zusammenhangloseste Zeug und die zahlreichen, zum Teil mit gutem Erfolg auf Lokalverhältnisse angewandten Kalauer gefallen. Die Rolle der Irma von I ^"onczy gab Frl. Eichenwald willkommene Gelegenheit, I!^rer Frohlaune freien Laus zu lassen, deren gewandte Grazie und leichte, lässige Koketterie ihrem ganzen Spiel und besonders dem Gassenhauergesang außerordentlich zu i giite famen. Mit Frl. E. teilte verdientermaßen die Ehren I öeö Abends Herr Helm als Kolonialwaarenhändler Miese- beck. Aus den zahlreichen Figuren der Posse heben wir noch besonders hervor den Schusterjungen Fritze Süßmilch, den Herr Schenk als eine Karrikatur von saftiger Färbung I und wirksamer Drastik gab, Frl. Kugler als vorlauten und übermütig reizenden Backfisch Lilli, Herrn Balthyni ! als den reichen Butterhändlerssohn und Komponisten Triller Herrn Lach mann als Walzebock, einen Ehrenmann, dem man die Ehrenhaftigkeit nicht beweisen kann, Herrn Liebscher als Bankier Schröder, Herrn Hofer in der geisterhaften Rolle des „gräulichen" Ungarn Miklos, Frl. Wohlbrück als drallen Küchendragoner Lore und — last not least — I Frau KrusealS das verliebte „Mädchen" Häppchen, die schon I ihren siebenten Geliebten hat, der aber auch noch immer I nicht „geradeaus" gehen will. Mit Anerkennung seien I schließlich noch die munteren Freundinnen Lillis genannt, I die sich recht ansprechend besonders in dem koketten Mädchen- I schuhkouplet ausnahmen und ein liebliches Idyll in dem I kunterbunten, grotesken ungarisch-berlinerischen Allerlei I bildeten. a. 8t. •• Stadttheater. Als zweite Vorstellung der Saison I geht am Dienstag Abend Gutzkows „Uriel Acosta" in ! Szene. ES treten darin zum ersten Male die neu engagierten I Mitglieder Herr Ramseher als „Uriel" und Fräulein I Schölermann als „Judith" auf. .~7 Ueber zwei Drittel der hiesigen Ladeninhaber haben I itcfy fut den 8 Uhr-Ladenschluß, im Winter ausgesprochen. — Der seit einigen Jahren hier thätige Restaurateur I Lewtw hat mit Hinterlassung bedeutender I Schulden das Weite gesucht. Außer einer größeren I Anzahl hiesiger und auswärtiger Geschäftsleute, die teil- werse enorme Verluste erleiden, haben die Bediensteten des I Restaurants den ganzen Sommer gearbeitet, ohne einen I Pfennig Lohn zu erhalten. Nach Aussage des Oberkellners I IP es unbegreiflich, warum der Mann nicht zurecht qe- I Sn.lrmen' denn es seien in dem Restaurant fast die ganze I &ie besten israelit. Familien gewesen, die sehr gute Preise bezahlten. Lewin, der in Mainz eine Fa- mlüe mit fünf Kindern zurückläßt, hat sich vermutlich nach wmer Hetmat, Rußland, gewandt. Dazu schreibt das I Ein gewisser Lewin, der anfangs der Wer Jahre aus Polen nach Mainz übersiedelte und hier etnen Handel mit Kleidern, Möbeln usw. trieb, dann in Nauhetmetn indisches Hotel eröffnete, gleichzeitig in Mainz !ħ..Abschafte betrieb und zuletzt ein Manufakturwaren- Aeschaft eröffnete wird wegen bedeutender Schwindeleien N"eflrch verfolgt. Der Flüchtige hat von verschiedenen d^ 6-^eutende Warensendungen bezogen und ist mit dem Erlös geflohen. L. hat u. a. einen Posten Schuh- waren für 6000 Mark bezogen und diese Sendung auf ver- ! schtedenen Wegen nach auswärts gesandt. L. sollte als er seinerzeit nach Mainz übersiedelte, ausgewiesen werden, aus Verwendungen von Glaubensgenossen gelang es ihm aber, das Ausweisungsverbot rückgängig zu machen. Mainz, 30. September. Gestern abend fanden sich mehrere Karneval freunde zusammen, um über Mittel und Wege zu beratschlagen, unser vaterstädtisches Fest in altem Mainzer Stil wieder aufleben zu lassen. Der Generalversammlung am 11. November soll womöglich ein schon vollständig ausgearbeitetes Programm unterbreitet werden Im Lauf der nächsten Woche soll eine größere Versammlung einberufen werden, die sich näher mit der Sache befassen wird. m W-Hlar, 30 September. Nach einer Notiz in den "Wetzl. Nachr." hat eine nationalltberale Vertrauensmänner- Versammlung den Bergwerksdirektor Roth als Landtags, kandtdaten proklamtert. nu ■ $ur offizielle» Anzeige der Thronbesteigung des Kümgr Viktor Emanuel von Italien hierher entsandte Sondergesandlschast hat, wie der „$?onf." von Rom aus stcherer Quelle erfährt, auch den Auftrag gehabt, die Mt- Ebringen, daß der König von Italien m>t der Königin Helena im nächsten einen Besuch abzustatten. In Aussicht genommen ist dazu die zweite Hälfte des Mai. . Staatssekretär Gras Bülow wird voraussichtlich in den nächsten Tagen nach Berlin zurückkehren. h,r ~ .®on .bestunterrichteter» Seite wird mitgeteilt, daß werden des November einberufen sicht aenomw „ T" bcfl,mmlct Tag soll noch nicht in Aus- puji genommen sein. wurs de § rat wird binnen kurzem der Ent- aeleg nL^ für n9 bltreffe"b die Beschaffung von Sitz- kaufest eilen zugehe" ^"besteliten in offenen Ver- n«hr °-h ilslose r Ä “ obre Geschwister, unentbehrliche Stützen der EIwrn vo? zeitig aus dem aktiven Miliiärdienst in die L>e «,2?'’ w°rdeu sind, dort ihrer Unterstützungspfl^t n ch» nack kommen ohne daß ihre Wied-rcinstellung zum aktiven Dienst in die Wege geleitet wird. Der Preußische Minister de« Innern bringt deshalb seinen Nachgeordneten Behörden die Bestimmungen des ReichSmilitärgesetzes in Erinnerung, wo- I "ach ein Berücksichtigter, wenn er sich der Erfüllung des I - , « c' - ............ Zweckes entzieht, der seine Befreiung vom Militärdienst I'"anzaccessisten betreffend - 5) Bekanntmachung, die herbergeführt hat, vor Ablauf deS Jahres, in dem er das $tudfübrunn hpr Rronntweintteueraeseit«. htPr h.» 25. Lebensjahr vollendet, nachträglich ausgehoben werden rann und daher zu gewärtigen hat, sofort wieder eingestellt zu werden. Kunst und Wissenschaft. Telegraphie ohne Draht. Ueber die kürzlich ?°n U^ur1scm‘lIbct? fluche mit dem Professor Braun. tcl- .ber drahtlosen Telegraphie wird uns von Ä???^lS?cke ans Helgoland noch das folgende Jmit» 8$?“; Dw Versuche wurden von Prof. Braun persönlich geleitet und führten zu dem Ergebnis, daß auf bet 62 Kilo- flTr.^trcct,e Cuxhaveu-tzelgoland eine f hlerhafte Verständigung ermöglicht ist. Die Telegramme wurden von der bekannten Kugelbake beiCux- haven abgeschickt, daselbst befand sich der sogenannte,Geberapparat mit einem etwa 30 Meter hohen Luftdraht, von dem die elektrischen Wellen in den Raum gesandt wurden. -ie Empfangsstation lag auf der Südspitze von Helgoland, wo die Herren Professor Braun und Direktor Bargmann das richtige Eintreffen der Telegramme persönlich kontrollierten. Der Luftdraht der Empfängerstation war ebenfalls etwa 30 Meter lang an einem Maste hinaufgeleitet. Auch trotz der großen Entfernung bestätigt es siK Deutsches Reich. ... B-klin, 30 September. Zu den Feierlichkeiten gelegent- ltch des Besuches des Kaiserpaares in den Städten Elberfeld-Barmen und dem Kreise Mettmann sind u. a. emgeladen: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, die Mi- mster v. M.quel, Dr. Studt, Brefeld, v. Thielen, v. Rhein- baben und der Minister des königl. Hauses, v. Wedel, Dr.v.Lucanus, Fürst zu Wied, Landeshauptmann Dr. Klein, und der kommandierende General des 7. Armeekorps, Frhr. V. Bülow. 7 baten nicht aufgestellt waren. Unter fr?» befindet sich außer dein Staatssetretär Cba m 6 auch der Unterstaatssekretär beä faien,/11 a 1 n Paris, 30. September. Ter G r o l Hessen, der hier eingetroffen ist wirb in e.‘?rt mehrer e Tage diu Au Vftel7ung b e such? ‘ ‘0 lUärschule von St. Cht angestellt waren, ent asten unb durch andere e rsetzt worden. « 11 c n »ino ~ Ein Prinz von Kambodscha, der die »h.a- teUung besucht hatte, ist gegen den Willen seines Könw' ichen Vaters nack)s Brüssel gereist, obgleich die franäs cke Regierung chm befohlen hatte, nach Kambodscha zurück zukehren. Ter junge Prinz wird von seinem Vater uls em a u f r ü h r e r i s ch e r Geist geschildert Cw täEe die 8HÄBÄ$» I'1" e«.'™ mäjsiä, msajfs s Mer zur Bildung einer österreichischen P a t rT otenpartei mit folgendem Programm auffordert- Reform der Versicherung, g l e ich e s R echt für jeden Ein- W ab len Hb, bei Gericht und bei den -lLat) len, Reform der Landtagswahl-Ordnung, Volkszählung nach der Muttersprache, Schatz der Minorität Forderung der dynastischen Gesinnung, Stärkung der Landesfinanzen, deutsche Sprache in der Armee und e-r Z^utral-Regierung, obligatorischer Ünter- bm öwetten Landessprache, Förderung des öster- ^d??^datriotismus unnachsichtliche Bekämpfung der Feinde im Innern Oesterreichs, Hebung der Steuerkraft ^utzrmg des religiösen Gefühls, Bildung einer Kompronüfses. '°rität im $arlamcnt im Wege eines n! bk/-??' 88-September. Gegen den früheren M i- n t |t er des ^nnern Gencic wurde wegen Mißbrauchs i v o n Staatsgeldern und wegen Majestats-Be- ! leidigung die Untersuchung eingeleitet. ®erttÄenafnitlSri^n Litteratur 370, Jugendschriften, Märchen, Sagen 118 n?i"^uturgeschlchte 7, Geschichte und Biographieen 29 und Völkerkunde 25, Naturwissenschaft, Tech- 2 9?änh/4,^attts 6/ fremdsprachliche Litterat?r Bande. Es wurden verliehen an: Männer: Äandwerk«- meister 124 akademisch Gebildete 28, Kaufleutl 88 E.,"' .llnterbeomte 34, Techniker, Schriftsetzer 67, s^hrhn? Diener, Burschen, Kellner 39, fammen8 67n®ÄCn X2b' @tubcntcn 25- Rentner 2, zu- 60^ Baude; an Frauen: an Ehefrauen, Witwen, “ ' Unoet^'ralete 81' Gewerbetreibende 51, Dienst- Ä ßai^ra,Le!! 10- Arbeiterinnen, Ladenmädchen 20, Beamtinnen 15, Pflegerinnen 14, junge Mädchen 69, zu- sammen 269 Bände. Nach auswärts kamen 10 Bände * «ausmannischer Verein. Am Samstag dem 29. Sep- ,bkrd) ?cn Vorsitzenden und in Gegenwart mehrerer Mitglieder derSchulkommisfion der erste Kursus eröffmt" !,^"sUr Damen mit 17 Teilnehmerinnen eröffnet. Weitere Anmeldungen werden diese Woche noch 2:kciln^”c art dem Unterricht kann nur Werden. - Am Samstag dem 6. Oktober d^r Verein in Steins Saalbau sein 2 7. Stif tunas' f e st durch Konzert, Aufführung eines Schwanks, Lieder- und Klavlervorträge, Stellung lebender Bilder und Ball. nrx heim, 29. September. Sonntag den 30 September ist offizieller Schluß der diesjährigen hto€Qrbe?' n0^ mCv ganzen kommenden Monat Bader jeder Art in den Badehäuserm I und VI und äinnr von 8—12 und 2—5 Uhr abgegeben. Die Konzerte usw. int Kurhaus haben ihren Abschluß gefunden, geit- ungen in beschränkter Anzahl werden im Oktober während der Badestunden in den Wartesälen der Badehäusser I und VI aufgelegt. Vom 21. bis 27. September sind 195 Kur- 9aUe angekommen, und die Gesamtfrequetrz beträgt bis AU letzterem Tage 21409 Personen (15 702 Deutsche, 5707 wovon noch 1018 hier weilen. Bäder werden Eglich 650 abgegeben. Gesamtbäderzahl 293 960 einschl. 12 408 Freibäder. — Das „Armee-Ver- ordnungsblatt" bringt zu den Bestimmungen über B a d e - und Brunnenkuren für Militärpersonen nachstehende Ergänzung: ,^Ju Bad-Nauheim dürfen künftig Militär kur q äste des Mannschaftsstandes (vom Feldwebel, Wachtmeister abwärts) auch während der Monate Oktober bis einschließlich März zu Badekuren zugelassen werden. 3n Bad-Nauheim kann Offizieren usw. mit einem Jahreseinkommen bis zu 2400 Mark bei nachgewiesener Bedürftigkeit Ermäßigung der Kurtaxe und der Bäderpreise gewährt werden. Anträge mit ärztlichem Zeugnis sind an das Santätsamt des 18. Armeekorps zu richten". A^-'^uber-Delegierte, die sich seit einigen ?ieStionßOSmn °wr “ ?tCn U,lb eine P^itton Überreichen, ^f^kandern unterzeichnet ist und worin Krieo^ ?te günstige Wendung des südaftikanischeu 9^xan9eJrebt wird, erklärt, daß die Unabhängigkeit haft f^ben ^uren-Republiken für England nur vorttil- seine?To^??Ä meldet, daß Vanderbilt seiner Loch ter, derH erz o g tnv o n Marlb o r oo n b er 500 000 Dollar gesandt hat, um die glückliche Rückkehr ihres Gatten aus Transvaal zu feiern. * * * des Gieheuer Anzeigers.' Oktober. Aus Lissabon wird gemeldet: Feldmarschall Roberts hat durch ein Telegramm aus Pretoria m feinem Namen und in dem der englischen F™ .^dafrika bem König von Portugal anläßlich semes^GeburtStageS auf das Herzlichste gratuliert. Itch von Pretoria zu überrumpeln. Das Manöver mißlang; wahrend der Abwesenheit der Buren chllckte es dagegen dem General Paget, der in Eilmärschen von Pretoria Ijerbergeetlt war, das nur von 20 Mann bewachte Lager der Buren zu nehmen. Erasmus erbat und er- langte von Paget, der am Morgen des 26. nach Pretoria zuruckgekehrt ist, einen fünftägigen SBaf4nftil “ ftanb, um fünf Bürger nach Komatipoort senden rn können die feststellen sollten, ob die burische Hauptarmee ?Ä^ch zusammengebrochen sei. Wenn diese die Thatsache bestätigten, wolle er mit seinem ganzen Kommando kapitulieren. Im Süden von Johannesburg bewegen ) ich ouf fcetni Gatsrande und zwischen P o t ch e f- str o o in und Klerksd o rp fortgesetzt mehrere Buren- rommandos, und General Hart ist vergeblich bemüht, mit ihnen in Fühlung zu kommen. Der Auszug des Obersten De Lis le hat De Wet zum Ziele Dieser soll sich im Oranjefreistaate südwestlich von der Babu- Station am Rhenosterflusse befinden und 900 Mann sonne 3 Geschütze bei sich haben. De Lisle hat vollkommen freie Hand, zu handeln, wie er es für aut und zweckentsprechend hält. Ob ihm wohl gelingen wird was dem größeren Kttchener fehlschlug'? Die Garnison von S chw e i z e r R e n e t e (Mamusa) im TransvaalbeziÄ Bloemhof jft durch General Settle mit 7000 Mann wie Tage^ vorder ^batte9 bewerkstelligt worden. Wenige jü^e uoryer hatte Mekhuen den Buren in derselben Gegend erst einen großen Transportzuq abgenommen Tie be?MÄ ”• etne brMfchZ SßaÄeiu U Heidelberg an. Ein britischer Offizier und »i?r ®Z“eÄ 9efm9en' Ein ^'neiuor getötet, hp_ ^e ^ochverratsvorlage wurde von dem gesetzgeben- den Rat zu Kapstadt in dritter Lesung angenommen . M et”er energischen Reklamation der dPäNrlssb.u Regierung wurde der Ko m m a nd a n t holländischen Kriegsschiffes, das den Vrä- sidenten K r u g e r nach Europa bringen soll, angewiesen ich von Kruger eine s ch r i f t l i ch e B ü r g s ch a f t geben ^Päck nur aus persönlichen Effekten enthält und ^einStaats -Eigen tu mT ran s v a a l s tzviederum, daß TLUrm, Nebek, 9t eg ex abfvTut leinen Einfluß auf die Sicherheit des Telcgraphie- rens haben. Bei Gelegenheit dieser letzteren Versuche wurden auch die inzwiscl>en fertiggestellten festen Installationen auf den Feuerschiffen „Elbe I" und „Elbe II"_ (den äußersten) auf ihre Betriebsfähigkeit geprüft; die Statr^ neu arbeiten tadellos und sollen jetzt dauernd in Gebrauch genommen werden. Der Assistent Professor Brauns, Dr. Zenneck, der während des letzten Jahres die Versuche in der Elbmündung fortgesetzt hat, gab bereits neulich von Len Feuerschiffen Telegramme ab. — Von hoher Wichtigkeit ist dieser Fortschritt für die Lootsen-Kommandantur in Cuxhaven, die sich jetzt zu jeder Zeit und bei jedem Wetter mit den Feuerschiffen und den draußen befindlichen Lootsen in Verbindung setzen kann, vjov aMm aber von unabsehbarer Tragweite für den Signaldienst in der .Schiffahrt. Künftig werden die mit diesen Apparaten ausgerüsteten Schiffe in der Lage fein, bereits 100 Kilometer von ihrem Hafen ihre Ankunft zu melden. Das Verdienst, die Verwertung der Braun'schen Erfindung vorbereitet und die Mittel zur Vornahme der Versuche beschafft zu haben, steht übrigens, wie man uns mitteilt, unserem Mitbürger, Herrn Albert Zobel in Gießen, zu. Z., damals in Straßburg wohnhaft, hat Hamburger Finanzkreise für die Ideen des Straßburger Gelehrten zu interessieren gewußt und befindet sich im Aufsichtsrate der „Gesellschaft «Professor Brauns drahtlose Telegraphie in Hamburg". In Brünn ist der Professor Dr. Rudolf v. Sowa gestorben. Er war hauptsächlich auf dem Gebiete Her Zi- geunerlitteratur thätig. — Zola begiebt sich, wie aus Paris gemeldet wird, in den nächsten Tagen jnach Venedig, um in den dortigen Archiven Rach,forschungen über flehte Familie zu beginnen. Uermischtes. * Weimar, 30. September. Die Errichtung eines Schwimm- und Brausebades zu dem Kostenbetrag von 250000 Mk. nach dem Muster wie das zu Gießen, war beschlossen; dagegen hatten 400 Bürger Protest erhoben, namentlich vorgestellt, daß die Stadt so große Aufwände nicht machen könne. Der Protest wurde vom Gemeinderat aus formellen Gründen zurückgewiesen, dagegen auf einen anderen Antrag eine nochmalige Beratung beschloffen, da sich als neuer Grund der Mangel an genügendem Waffer herauSgestellt hat. * Bei dem Bankett der Maires in Paris waren ca. 23000 Gäste anwesend. Sie verzehrten an Rindsfilet 2400 Kilo, 2430 Stück Fasanen, 2000 Kilo Lachs, 2700 Stück Enten, 1200 Liter Mayonaise, 2500 Ponlards, 1000 Kilo Weintrauben, 10000 Pfirsiche, 4000 Feigen, 6000 Birnen, 4000 Aepfel, 20000 Stück Pflaumen, an kleinem Gebäck 60,000 Stück. An Getränken wurden verbraucht: Weißer und roter Wein 50000 Bouteillen, Kaffee 3000 Liter, Liqueure 1000 Liter. An Service waren erforderlich: 95000 Gläser, 66000 Bestecke, 250000 Teller, 8000 Meter Tischtücher, 30000 Servietten, 23000 Menukarten. An Service-Personal: 1215 Maitres d’hotel, 3645 Köche, Speisenträger und Ge- schirrwäscher. Im Ganzen servierten 4866 Diener bei dem Riesenbankett. * Mädchen im Badekostüm. Das „Newyork- Journal" berichtet über das Badeleben zu Brant Rock in Massachusettts: Es hat hier immer eine Schar pon hübschen jungen Mädchen gegeben, die die Saison durch jein wenig Unfug zu beleben suchten. Aber der lustigen Gesellschaft dieses Jahres blieb es Vorbehalten, den Vogel pbznschießen. Miß C. von St. Louis war die Anstifterin. Sie erschien in dem chicsten, verführerischsten Badekostüm an dem Stadt-Po st schalte r. Der Postmeister that einen tiefen Atemzug, als sich diese Vision am Schalter zeigte und mit süßester Stimme fragte, ob keine Postsachen für sie da seien. Außer Miß C. erschienen sieben ihrer Gefährtinnen in ähnlichem Kostüm. Der Bekleidungsstoffdieser acht Damen hätte höchstens für drei ausgereich t, sicher nicht für mehr. Am nächsten, Lern zweiten Tage der „Hitzwelle", wurde der ehrenwerte Squire Peterson im Postamt durch vier weitere.weibliche .Wesen in derartigem Kostüm in den Zu st and der Sprachlosigkeit versetzt. Dann tauchten sie überall auf, zu «Rad, in den Konditoreien, auf der Promenade und in den Straßen. Die jungen Damen empfingen sogar ihre befreundeten Gent- lemen in Kostümen, welche Erinnerungen an die komische Oper erwecken konnten.__________________________________ Gottesdienst in der Synagoge. Mittwoch den S. Oktober 1900: Bersöhunngssest. Borabrnd 6 Uhr Predigt, morgens 780 Uhr, Predigt 11“ Uhr, nachmittags Predigt 5 Uhr, FesteSausgang 6/, bis 5 Proz. auf zweite Hypothek auf la. Objekt gesucht. Offerten unter C 04017 an die Ex-» pedition dieses Blattes. Fortbildungskursus. Der Vorstand Oogis an ruhige Leute zu vermieten. & 04127 Mäusburg 3. 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