m 205 Zweites Blatt Sonntag den 2 September iooe Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- unfc Anzeigeblertt für den Ureis Gieren ■an 9 MeM *w M AN, Anzrigen-BermitNu,gSstellen bet Jn» mifc lulleebe «hmen Anzeigm für den Gießener Anzeiger entgef*. Zeilenpreis lokal 12 Pfg., auSlvärtS 20 Pf,. 38M monatlich 75 Pftz, mit Bringerlohn i durch die AbholesteMW, vierteljährl. Mk. IM monatlich 66 Pf,. Bei Postbezu, Mk. 2,40 vierteltäh^. mit Bestell,eL. Gratisbeilsges: Gießener FamÜienblStler, Der heWche Kandwitt, Klütter Mr heMhe Notkrknnde. Ldreg« für Depesche«: JL*|dget Fernsprecher Nr. 5L Beee^ae H« »,z«i,e« zu bet MchminsgS Mr w *•, «Mcheinrnben Nummer MB Hnn. W Mr. ÄHbfcmya Mi testens **M vmcher. Die et*wr »Mw Wat Nuzeig« te *<4N mit ^heff. 8e*M*r e. ^Mitkc » M MMunbe- LchchU, «Ml M^t. und Drucket«-. KchviOr.t- Ar. 7. Sedan. Gießen, 31. August 1900. Dreißig Jahre gingen dahin im Strome der Zeit seit dem 2. September des Jahres 1870, seit jenem „Tag wie ein Wetterschlag". Auf dem von deutschen Wasser zertrümmerten Throne des Korsensprößlings Bonaparte, jener ewigen Gefahr des europäischen Friedens, wurde den felsenfeste Grundstein gelegt zur deutschen Einheit. Der letzte Akt der großen europäischen Napoleon Tragödie ging zu Ende, aufrollte der Vorhang, von einem jubelnden Alldeutschland machtvoll umbraust, über dem großen europäischen Geschichtsbilde: ein einiges deutsches Volk! Die staatliche Einigung der deutschen Stämme, der lange geträumte Traum, ging endlich in Erfüllung! Freilich in Erfüllung ging er nur unter Strömen vergossenen Blutes, im Wege einer gewaltsamen Katastrophe, durch „Blut und Eisen", aber doch immerhin durch das Volk selbst, dessen gesamte Stämme sich hier zu einer jener gewaltigen nationalen Kraftleistungen aufschwangeu, wie sie im großen Buch der Weltgeschichte nur wenige Male verzeichnet find. Anders als so mancher friedliche Staatsbürger sich vorher die Entstehung des einigen Deutschlands, fein heiß ersehntes Ziel im politischen Kampf, gedacht hatte, vollzog sich hier die Verwirklichung der Kyffhäusersage; anders und schneller, als es im friedlichen politischen Meinungsstreit jemals möglich gewesen wäre. In dieser Erkenntnis muß der Historiker an jener „Wende der deutschen Geschicke" bei gerechter Beurteilung sagen: Nichts anderes als eine weltgeschichtliche Notwendigkeit vollzog sich mit dem nationalen Kriege Deutschlands gegen Frankreich 1870 und mit seinem Höhepunkt Sedan. Die Zeitverhältnisse, in erster Reihe hervorgerufen durch die Kämpfe im ewigen Reiche der vermeintlichen Mitte, bringen es mit sich, daß die festliche Begehung unseres vaterländischen Ehrentages vielfach unterbleibt oder in sehr eingeschränktem Maße sich vollziehen wird. Schon vor vier Jahren wurde die jährliche Feier des Sedantages von Seilen eines Teiles der Presse zur Sprache gebracht. Es wurde die Ansicht vertreten, daß man nach der großartigen Feier der 25. Wiederkehr dieses nationalen Festtages wohl in längeren, etwa 5jährigen Zwischenräumen die Erinnerung an die weltgeschichtlichen Ereignisse von Sedan festlich begehen könne. Im Königreich Bayern, wo der Sedantag in den Schulen niemals festlich begangen worden ist, weil dieser Tag in die Ferien fällt, erging damals regierungsseitig die Verordnung, fortab die Schulfeier des 10. Mai, die damals jährlich stattsand, nur alle 10 Jahre abzuhalten. Wir haben unseren Standpunkt in der Sedansrage vor einigen Tagen an dieser Stelle ausführlich dargelegt, und es erübrigt sich für uns heute, darauf zurückzukommen. Wir vertreten die Ansicht, daß auch ohne öffentliche Feierlichkeit im Herzen jedes ernsten Vaterlandssreundes jährlich am 2. September die Glocken der Erinnerung läuten an die große Zeit der Wiedervereinigung Deutschlands. Rauschende Feste erfreuen nur den Oberflächlichen, dessen Patriotischer Sinn durch tönende Worte und schwerterklingende Phrasen wahrlich nicht vertieft wird. Und so lies auch bei uns die Risse gehen, die durch politische, soziale und religiöse Verschiedenheiten dem öffentlichen Leben zugesügt werden, bis ins Mark gehen sie nicht; denn das Mark unseres Volksbewußtseins besteht in der Ueberzeugung, daß das nationale Band, wie es uns alle, trotz der Sonderstellung der Parteien, zusammenhält, unzerreißbar ist. Wir halten fest amReiche — dieser Gedanke verlischt in uns nicht, und er bildet den kraftvoll an- und ausklingenden Grundakkord, in den sich schließlich alle auftretenden Dissonanzen auflösen. Nach einer Depesche aus Halle wird auf Anordnung der dortigen Schulbehörde bei der heutigen Schulsedanfeier auf die bestehende Waffenbrüderschaft zwischen Deutschland und Frankreich hingewiesen. Ob sich gerade diese Feierlichkeit zu einem solchen Hinweise in der Schule eignet, halten wir für zweifelhaft. Aber ein schönes Wort Wilhelms I. verdient in die Erinnerung zurück- gerufen zu werden, ein Wort, das der alte Kaiser nach glücklich beendetem Kriege der deutschen Nation zurief: „Uns aber und Unseren Nachfolgern an der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, allezeit Mehrer des deutschen Reichs zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern des Friedens, auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung/ Möge der Sedantag, möge die Erinnerung an die geschichtliche Großthat eines einheitbegeifterten Volkes immer aufs neue zahllose Keime in unsere Volksseele pflanzen. aus denen sich nationale Wohls ahrt und kultureller Fortschritt weiter aufs beste entwickeln können. Mit diesem aus starkem patriotischem Empfinden entsprungenen Wunsche, in dieser durch wichtige Zeitereignisse nicht zu erschütternden Hoffnung auf die nach innen und nach außen stets glückliche Zukunft des deutschen Volkes sei in diesem Jahre in Reich und Land, in Stadt und Dorf der Sedantag 1900 begangen. Die Wirren in China. Zur chinesischen Frage erfährt die Nat.-Ztg., daß die Mächte mit einer Anregung der russischen Regierung befaßt sind, welche die Absicht ausgesprochen hat, ihren Gesandten durch die russischen Truppen nach Tientsin bringen zu laffen. In einer Besprechung dieser Angelegenheit meint die Nat.-Ztg., eß frage sich, wie die russische Regierung sich entscheiden würde, wenn andere Mächte ihre Truppen in Peking laffen. Es frage sich auch, unter welchen Verhältnissen die Rückkehr zu erfolgen habe, wenn dadurch die Erlangung der seitens der Mächte für die Zukunft zu fordernden Garantieen erleichtert werden solle. Jedenfalls sei nun die Aktion der Mächte in das erste der kritischen Stadien getreten, die bei einem derartigen Internationalen Zusammenwirken vorauSzusehen waren. Wie aus London telegraphiert wird, meldet Reuters Bureau aus Washington: Die Regierung instruierte ihren auswärtigen Vertreter dahin, Amerika sei bereit, Peking zu räumen und die Rückkehr der kaiserlichen Partei nach Peking zu gestatten, um FrirdenSverhandlungen anzuknüpfen. Die russische Note, auf die diese Instruktionen gegründet sind, erklärte, nach Versicherungen der Kaiserin- Witwe und des Kaisers wolle die chinesische Regierung den künftigen Schutz der amerikanischen Jntereffen garantieren und die Ausbreitung der Ruhestörung oder Wiederholung der Ausbrüche verhindern. — Ferner wird Laffans Bureau aus Washington telegraphiert: Ein Kabinettsmitglied erklärte, die russische Antwort, die beim letzten Kabinettsrat besprochen wurde, drückt die Bereitwilligkeit aus, Li- Hung-Tschang als Bevollmächtigten zu acceptieren, und stimmt auch dem Vorschlag Amerikas bei, daß die Verbündeten ihre Truppen aus Peking und schließlich aus China zurückziehen. Der russische Vorschlag schloß jedoch auch einen einem Bündnis gleichkommenden KooperationS- plan ein, und hieraus erwiderte die Union, dies sei unannehmbar, da ein Bündnis der festgesetzten Politik der Union zuwider sei. — Nach einer Depesche des „Daily Telegraph" aus Washington vom 30. August stattete der deutsche Geschäftsträger Speck v. Sternburg dem Staatsdepartement zwei Besuche ab und versicherte dem Staatssekretär, Deutschland wünsche bei der Beseitigung der bestehenden Schwierigkeiten Hand in Hand mit den übrigen Mächten zu gehen. Die deutsche Regierung hätte China nicht den Krieg erklärt, sondern würde sich sicher den übrigen Mächten anschließen in dem Bestreben, eine entsprechende Entschädigung für alle Unbill, die den deutschen Jntereffen in China zugefügt worden ist, zu verlangen. Die Politik der deutschen Regierung stände im Einklänge mit den in Hays Note vom 3. Juli enthaltenen Forderungen der Union. Die Regierung der Bereinigten Staaten richteten eine Note an die Mächte, worin sie ihre Uebereinstimmung mit den russischen Friedensvorschlägen ausdrückt. Ein Mitglied des Kabinetts äußerte sich dahin, er glaube, die amerikanischen Truppen würden China am 1. November verlassen haben. — Ein Washingtoner Telegramm des „Daily Chro- nicle" meldet, die Beamten im Staatsdepartement sagen, Japan willigte zwar ein, seine Truppen zurückzuziehen, drückte aber Zweifel über Englands und Deutschlands Haltung aus. Angesichts dieser Vorgänge erinnern wir an die Programmrede des Staatssekretärs Grasen Bülow und die bekannten Erklärungen des Kaisers, in denen dieser sich gegen Gebietserwerbungen aussprach und lebhaft für die Politik der offenen Thür eintrat. An dieser Politik hat Deutschland stets festgehalten und es ist unmöglich, den Nachweis zu liefern, daß irgendwelche von deutscher Seite ergriffenen Maßregeln im gegenteiligen Sinn gedeutet werden könnten. Auch von allen anderen Mächten wird zweifelsohne der Wunsch geteilt, mit einem beglaubigten und bevollmächtigten Vertreter Chinas Friedensverhandlungen beginnen zu können. Wenn aber die Admirale Lihungtschang die Eigenschaft eines solchen Vertreters bisher nicht zugebilligt haben, so liegt das daran, daß die Beglaubigung Lihungtschangs bisher durchaus mangelhaft und nach allen diplomatischen Gebräuchen völlig unzureichend war. In Telegrammen aus China, die von chinesischer Seite stammen, wird zwar erklärt, daß Lihungtschang vom Kaiser zur Vornahme von Verhandlungen ermächtigt sei. Diese Telegramme besitzen aber zunächst gar keine regelrechte Beglaubigung. Wenn man aber über diesen Punkt hinweggehen wollte, so entsteht noch die Frage, ob der bekanntlich der Regierung enthobene Kaiser von China jetzt noch als Oberhaupt des chinesischen Staates zu betrachten ist. Bekanntlich ist er auch zu mehreren Malen totgesagt worden, und es wird sich schwerlich jemand finden, der die Bürgschaft dafür übernimmt, daß er noch unter den Lebenden weilt. Endlich ist noch die Frage auszuwerfen, ob der Kaiser sich heute voller Freiheit des Handelns erfreut, ober ob er nicht vielmehr als Gefangener von Rebellen weggeführt wird, die ihm jede Willensfreiheit nehmen. In Berliner offiziösen Telegrammen der „Köln. Ztg." werden die russischen Vorschläge, Peking durch die Truppen der Mächte zu räumen, als ungeeignet, einen schnellen Friedensschluß herbeizuführen, zurückgewiesen, da die Chinesen entschieden die Räumung Pekings als Schwäche und Niederlage der verbündeten Truppen deuten und die auseinander gesprengten chinesischen Scharen zu neuem Widerstand vereinigen würden. Wir würden dann mit einem neuen Kriegszug rechnen müssen, der sich über ganz China erstrecke. Die „Köln. Ztg." hofft, daß Rußland, wenn es seine eigenen Truppen zurückzieht, nichts gegen das Verbleiben der Truppen der anderen Mächte einwendet, da die großen Aufgaben, die Rußland in der Mandschurei zu lösen habe, die Heranziehung großer Truppenmaffen erklärlich machen. Es handle sich deshalb keineswegs um eine Verschiedenheit der angestrebten Ziele unter den Mächten, sondern um eine Abweichung über die zur Erreichung der Ziele einzuschlagenden Mittel. Da guter Wille namentlich auch bei Rußland vorauszusetzen sei, stehe eine Einigung dahin zu erhoffen, daß Rußland seine militärische Aktion auf die Mandschurei beschränkt und keine Bedenken dagegen hegt, daß die anderen Mächte ihre militärische Aktion in Petschili sortsetzen. Einem Petersburger Telegramm der „Les DebatS" zufolge beruht die Meldung von Zwistigkeiten zwischen den Amerikanern und Russen einerseits und den Vertretern der übrigen Großmächte andererseits über die Beilegung der chinesischen Wirren und die Vermittelung Li-Hung Tschangs auf Erfindung. Thatsache sei nur, daß die Großmächte Garantieen verlangen, die den Beweis liefern müssen, daß Li-Hung-Tschang wirklich mit den nötigen Vollmachten seitens einer chinesischen Regierung versehen worden sei. Die Mächte wollten nicht in dieselbe Falle gehen, wie dies in einer ähnlichen Lage 1860 der Fall gewesen sei. lieber bie militärischen Vorgänge in Peking meldet der russische Regierungsbote: Wie ein Telegramm des Viceadmirals Alexejew an den Kriegsminister aus Takn vom 25. ds. berichtet, teilt General Leniewitsch unter dem 19. mit, daß nach Vereinbarung der fremdländischen Truppenführer untereinander die Truppen keiner einzigen Macht bisher den kaiserlichen Palast betreten haben. An den Thoren des Palastes sind Wachtposten der Verbündeten ausgestellt. Die kaiserliche Regierung ist geflohen, man weiß nicht, wohin. Viele Minister sind vor dem Eintreffen der europäischen Truppen hin gerichtet worden. Nach den Mitteilungen von Kundschaftern befinden sich im südlichen Park Boxer. Unsere Truppen haben eine- Niederlage von Reis, ungefähr eine Akillion Pud, in Besitz genommen. Im Tsungliyamen ist eine Menge Silber gefunden worden. Die Schutztruppe unserer Gesandtschaft hielt sich während der Belagerung heldenmütig. Der Führer der Landungstruppen, Leutnant Baron Rhaden, leitete die Verteidigung. Von den Matrosen sind fünf getötet ^und 20 verwundet worden, zwei sind außerdem gestorben. Inder Gesandtschaft wurde ein D o l m e t - schereleve getötet, einer verwundet. Untetc dem 20. ds. meldet General Leniewitsch ferner, daß am Tage zuvor eine kleine Abteilung russischer Truppen unter Führung des Oberleutnants im Generalstabe, Iljinsky, den kaiserlichen Sommerpalast Yuenmingyen, nordwestlich von Peking, ohne Verluste eingenommen habe. An demselben Tage hätten russische Artilleristen in Peking etwa 30 Geschütze und viele Handfeuerwaffen aufgefunden. — Ferner wird dem Reuterschen Bureau aus Yokohama vom 31. August telegraphiert: Generalleutnant Hamagutochi meldet aus Peking: Am letzten Samstag, den 25. August, wurde in einer Beratung der fremden Gesandten und der Truppenbefehlshaber beschlossen, daß die Thore der verbotenen Stadt weiter bewacht werden sollen, und zwar die südlichen von den Amerikanern, die andern von, -en Japanern. Es wurde ferner beschlossen, die Einnahme Pekings am 28. August durch einen Marsch der verbündeten Truppen durch bte kaiserlich e Stadt feierlich zu begehen. Biele Eunuchen kommen aus dem Palast heraus, um sich zu ergeben. Die Insassen des Palastes erhielten die Versicherung, daß sie rücksichtsvoll behandelt werden würden. Aus Yokohama wird gemeldet: Da der japanische Tempel in Amoy in Brand gesteckt ist (die Chr- nesen behaupten, ein japanischer Priester habe ihn angezündet), sind am Dienstag fünf Kompagnien der yapanv scheu Garnison von Thaipe auf Formosa abgerückt, um nach Amoy eingeschifft zu werden, wo bereits von zwei Kreuzern eine Abteilung Marinesoldaten gelandet worden ist. Der russische General Grodekow meldet unter dem 30. August aus Chabarowsk an den Kriegsminister: Nach zweitägigen Zusammenstößen am 17. und 18. ds. n a h m die Abteilung des Generals Ssacharow Aschehe, wobei sieben Geschütze, viel Kriegsvorräte und große Niederlagen von Proviant erbeutet wurden. Unsere Verluste sind: acht Mann wurden verwundet. Ter Gehilfe des Gouverneurs, die Truppen sowie fast die ganze Bevölkerung sind geflohen. Wir haben Abteilungen gebildet, die die Verbindung mit der Nikolsker Abteilung vermitteln und die Eisenbahnlinie abwärts von Aschehe besetzen und schützen sollen. Nach einem Telegramm des Chefarztes des Marinelazaretts in Yokohama ist Korvettenkapitän La ns wieder dien st fähig und wird in ein bis zwei Monaten nach der Heimat zurückkehren. Die deutschen Linienschiffe „Weißenburg", „Brandenburg" und „Friedrich Wilhelm" sind, wie aus Hongkong gemeldet wird, am 31. August nach Wusung weitergefahren. Die „Bert. Korresp." bringt auf Grund amtlichen Materials eine Verlustliste der in den Gefechten bei Taku und Tientsin gefallenen oder verwundeten deutschen Marinemannschaften einschließlich des 3. See-Bataillons. Die Liste ist am 4. Juli ausgestellt. Die größte Mehrzahl der Verwundeten befand sich bei Abgang des Berichtes im Deutschen Lazarett in Tientsin, das am 26. Juni, ldjurch den Marine-Stabsarzt Dr. Schlick in den Räumen des Deutschen Klubs eingerichtet wurde. Inzwischen ist ein kleinerer Teil der Verwundeten bereits nach Yokohama in das dortige Deutsche Marinelazarett übergeführt. Es lag bei Abgang des Berichtes in der Absicht, auch einen größeren Teil der übrigen Verwundeten mit den: für Aufnahme von 80 Kranken eingerichteten Dampfer „Köln" nach Yokohaina überzuführen. Telegramme des Gteheuer Anzeigers. Berlin, 1. September. Der „Lok. Anz." veröffentlicht eine Unterredung mit einer diplomatischen Persönlichkeit, die, wie er behauptet, über die in den deutschen Etlichen Kreisen herrschende Ansicht genau informiert sein soll. Nach den Mitteilungen dieses Gewährsmannes ist es ganz verfehlt, von einer von Rußland und den Vereinigten Staaten unternommenen Sonder-Aktion zu sprechen. Die Vereinigten Staaten haben sich dem russischen Vorschläge, Peking zu räumen, durchaus nicht so unbedingt geneigt gezeigt, wie nran aus Washingtoner Zeitungsmeldungen schließen könnte. Die Regierung der Vereinigten Staaten erklärten ihre prinzipielle Bereitwilligkeit, ihre Truppen aus Peking und Tientsin zurückzuziehen, wenn die andern Mächte das gleiche thäten. Bisher hat noch keine Macht eine definitive Antwort auf den russischen Vorschlag gegeben, der allen Kabinetten einschließlich des Pariser überraschend kam. Die französische Regierung scheint die russischen Bedenken bezüglich der Schwäche der Verbündeten in Peking nicht ganz zu teilen. Dieselbe ist damit einverstanden, den! Sitz der Gesandtschaften einstweilen nach Tientsin zu verlegen, lieber die Motive, die Rußland zu diesem plötzlichen Jdeenwechsel veranlaßt haben, läßt sich schwer etwas sagen. Es spielen hierbei zu viele Faktoren mit. Die Befürchtung, daß diese neueste Wendung der Dinge das Einvernehmen der Mächte gefährden könnte, erscheint durch die that- sächlichen Verhältnisse kaum gerechtfertigt. Auch Japan scheint entschlossen zu sein, dieser Einmütigkeit gegenüber seine Sonder-Interessen einstweilen in den Hintergrund zu stellen und schickt sich an, seine Aktionen in Amoy wieder rückgängig zu machen. Was die deutsche Politik betrifft, so wird dieselbe nach wie vor bestrebt sein, im Sinne der Friedensvermittelung zu wirken und auftauchende Meinungsverschiedenheiten auszugleichen versuchen. Köln, 1. September. Die „Köln. Ztg." schreibt zu der Annahme einiger Blätter, Rußland mache angesichts der militärischen Schwäche der in Peking versammelten Truppen den Räumungsvorschlag: Jeder Gedanke an eine Gefährdung unserer Truppen müsse verschwinden, wenn man bedenke, daß das kleine zusammengewürfelte Detachement unserer Seesoldaten die Gesandtschaften monatelang gegen den Ansturm der Boxer und der regulären chinesischen Truppen erfolgreich geschützt haben. Kiel, 1. September. Das Deutsche Reich ist nunmehr unter allen Mächten durch die größte Anzahl Linienschiffe vertreten. Auf dem Kriegsschauplätze sind 17 000 Mann Verstärkungen angekommen. Im indischen Ozean schwimmen noch sieben Transportschiffe, darunter zwei mit allein 4000 Mann. London, 1. September. Die New Yorker Tribuna versichert, Li-Hung-Tschang habe ihrem Berichterstatter Mitgeteilt, daß Idie Räumung von Peking seitens der verbündeten Truppen die Friedens-Verhändlungen ganz bedeutend erleichtern würde. London, 1. September. „Morning Post" meldet aus Washington, Deutschland habe auf die amerikanische Note geantwortet, es sei mit der Räumung von Peking nicht einverstanden. Sollte jedoch die Räumung aus. militärischen und nicht politischen Gründen erfolgen, so würde es mit den Großmächten im Einverständnis handeln. London, 1. September. „Daily Mail" meldet aus Petersburg: Ein amtliches Telegramm berichtet über die Einnahme von Tsitsikar durch den General Ren- nenkaMp. Wien, 1. September. An hiesiger unterrichteter Stelle wird versichert, Oesterreich-Ungarn werde gleich Deutschland bei der weiteren Behandlung der China-Frage keine Sonderstellung einnehmen, falls die militärische Situation es gestatte, in die Räumung Pekings einwilligen und der Einleitung von Friedensverhandlungen mit Li- hungtschang beistimmen, wenn letzterer imstande ist, unantastbare Vollmachten für eine solche Aktion beizubringen. Washington, 1. September. Die amerikanische Regierung steht, wie aus bester Quelle versichert wird, dem Vorschläge Rußlands durchaus sympathisch gegenüber. Die Vereinigten Staaten glauben auf die Unterstützung der französischen Regierung rechnen zu dürfen. Allem Anscheine nach wird die amerikanische Regierung ihre auswärtige Politik vollständig ändern. Der Krieg in Südafrika. Lord Roberts hat bisher die Welt im Dunkeln gelassen über den Ausgang der Kämpfe um Belfast und über die Maßnahmen, die et getroffen hat, um die Buren festzuhalten und zur Fortsetzung des Kampfes zu zwingen. Botha hat das Gelände südlich der Eisenbahn geräumt und sich aus die nördlich gelegenen Berge, deuen ein Berichterstatter das Beiwort „entsetzlich" glaubte geben zu müssen, zurückgezogen, in Stellungen, vor denen DundonsldS berittene Truppen schon bei der Farm Helvetia, wenige Kilometer nördlich von Machadodorp, die versuchte Verfolgung ein- stellen mußten. Aehnlich ging es French, der, statt sein Ueberflügelungsmanöver im Norden fortzusetzen, sich wieder südöstlich wandte, wo er eine Burenabteilung bei der Farm Elandsfontein beim Abkochen überraschte und zum schleunigen Rückzug zwang. Das Reutersche Bureau meldet aus der Farm Helvetia vom 29. dS.: „Buller ist mit French und Pole-Carew hier zusammengetroffen, und ihre vereinten Streitkräfte haben die Buren von den umliegenden Höhen vertrieben. Berittene Jnsanterie verfolgt sie. Die kanadische Kavallerie ist in Watervalboven eingetroffen. Ein kleiner Teil der Buren wendet sich nach Norden, die Hauptmacht mit der Artillerie geht nach Baber- ton." Ein Telegramm des Feldmarschalls Roberts meldet auS Belfast vom 30. August: Nach den Meldungen über die Besetzung von Watervalboven und Watervajvnder durch die Engländer hat General Buller mit berittenen Truppen eine Stellung inne, die Nooitgedacht beherrscht, das augenscheinlich verlassen ist. Nur britische Gefangene ziehen in langen Reihen nach Westen auf Watervalonder hin. Eingeborene sagen, Präsident Krüger und alle Buren-Kommandos seien gestern nach PilgrimSrest abgezogen. General French berichtet, daß die Bahnlinie bis Watervalonder unbeschädigt ist mit Ausnahme einer kleinen Brücke bei der Station. Deutsches Reich. B e r l i n, 31. August. Zur morgigen großen Herbst- Parade des Gardekorps sind hier eingetrossen der Großherzog von Sp-ejfen, der Großherzog von Oldenburg, der Fürst zu Wied, Herzog und Herzogin zu Schleswig-Holstein, der Fürst von Hohenzollern, Prinz Friedrich von Hohenzollern, Prinz Heinrich, Prinz Friedrich August und Prinz Johann Georg von Sachsen, der Erbprinz von Sachsen-DhÄningen, der Erbgroßherzog von Sachsen, der Fürst zst Waldeck und Pyrmont. — Anläßlich der Fertigstellung des d e u t s ch - a m e r i- kanischen Dabels richtete der Kaiser an Mac Kinley folgendes Telegramm: Bei der heutigen Eröffnung des neuen Kabels, das Deutschland mit den Vereinigten Staaten in engste telegraphische Verbindung bringt, freut es mich, Ew. Exzellenz meine Befriedigung über die Vollendung dieses bedeutsamen Friedenswerkes auszusprechen. Ich weiß wich mit Ew. Exzellenz eins in dem Wunsche und in der Hoffnung, daß die Kabelverbindung die allgemeine Wohlfahrt fördern und zur Erhaltung derFestig - feit der freundlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern beitragen möge, gez, Wilhelm. Präsident McKinley erwiderte: Sr. Majestät dem Kaiser und König Wilhelm II. Berlin. Ich empfange mit großer Genugthuung das Glückwunschtelegramm Ew. Majestät anläßlich der Eröffnung des Kabels, welches das Netz des engeren Verkehrs zwischen diesem Lande und dem deutschen Reich vervollständigt. In diesem Zeitalter des Fortschritts fördert jedes Land, welches die Nationen in ihren kommerziellen Beziehungen und freundschaftlichen Interessen einander näher bringt, ihre allgemeine Wohlfahrt. Es kann nicht verfehlen, ihr herzliches Verhältnis zu stärken und ihren wechselseitigen Vormarsch auf den Friedens Pfaden zu beschleunigen. — Der „Reichsanzeiger" weist auf die Eröffnung des neuen deutschen Kabels Bo r kum-H or t a - New York hin und spricht die Erwartung aus, daß das deutsche Publikum durch die ausschließliche Benutzung des neuen Verkehrsweges für amerikanische Telegramme das nationale Unternehmen in wünschenswerter Weise unterstützen werde. Telegramme, die über das neue Kabel gehen sollen, müßten die Bezeichnung „Via Emden-Azoren" tragen. ' , „ — Zum Schutze des K a i s e r s in S t e 11 i n aus Anlaß der bevorstehenden Kaiser-Manöver werden die Sicherheits- Maßnahmen schon jetzt getroffen. So wird die Polizei- Verordnung betreffend das Meldwesen für den Umfang des Stettiner Polizeibezirks für die Zeit vom 1. bis 12. September verschärft. — Heute fand im Reichstagsgebäude eine Sitzung des deutschen Hilfs-Komitees für Ostasien in Anwesenheit der Kais er in statt. Aus dem Bericht über die bisherige Thätigkeit des Roten Kreuzes für Ost- afien geht hervor, daß das Rote Kreuz bisher für Lazarettschiffe, Lazarette usw. in Ostasien 300 000 Mark auf gewendet hat, ferner für dorthin geschafftes Material 75 000 Mark ausstellt. „ c „ r — Aus Anlaß der morgigen Feier der 25. Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung des Sultans Abdul Hawid bringt die „Nordd. Allg. Ztg" an der Spitze ihrer heutigen Nummer einen Glückwunsch-Artikel, in dem auch der Reise des deutschen Kaiserpaares nach Konstantinopel und Palästina vor jtoei Jahren gedacht wird, die dazu beigetragen habe, in den deutsch-türkischen Beziehungen das f r eu nd sch a ftli che Ver h ä 11 n i s | zweier Staaten zu befestigen. — Auch der „Reichs-Anz." wünscht dem gastfreundlichen Herrscher, dem am 8. November 1898 der denkwürdige Trinkspruch des Kaisers in Damaskus galt, dem freundwilligen Schützer und Förderer deutscher Kulturarbeit in der Türkei eine lange friedliche und gesegnete Fortdauer seiner Regierung. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, ist dem Bundesrat eine Vorlage zugegangen, die das Verfahren über die Geschäftsführung beim Reichsversicherunqs- amte betrifft. — Staatssekretär Graf Bülow hat im Hinblick auf die politische Lage in diesem Jahre auf feine gewohnte Erholung in der österreichischen Sommerfrische verzichtet. Wenn der Staatssekretär doch für kurze Zeit Berlin verlasse, so werde er innerhalb Deutschlands bleiben und die Leitung der Geschäfte in der Hand behalten. — Ein Telegramm meldet den heute dort plötzlich erfolgten Tod des' deutschen General-Konsuls in Barcelona Richard Lindau. General-Konsul Richard Lindau, der jüngere Bruder von Rudolf und der sieben Jahr ältere Bruder von Paul Lindau, erreichte ein Alter von achtundsechzig Jahren. — In Bonn tritt am Sonntag die 47. Generalsammlung der Katho liken Deutschlands zu viertägigen Beratungen zusammen. Die Verhandlungen gliedern sich in geschlossene und öffentliche Generalversammlungen, von denen es je vier geben wird. In den geschlossenen Sitzungen wird der geschäftliche Teil des Katholikentages und das in den Anträgen vorliegende Material zur Erledigung gelangen, während in den öffentlichen Versammlungen die katholische Weltanschauung im Rückblick auf das vergangene und im Ausblick auf das kommende Jahrhundert behandelt werden soll. Nach bisherigen Mitteilungen ist u. a. die Behandlung der Jesuitenfrage, der Agrar- und FrauensrHge, sowie des Missionswesens zu erwarten. Die erste Frage dürfte in der Annahm e der bisherigen Beschlüsse auf unbeschränkte Wiederzulassung der Jesuiten gipfeln, die zweite, ebenfalls wiederholt schvn auf den Katholikentagen erörterte Frage wird unter Berücksichtigung der bevorstehenden Beratiing der neuen Handelsverträge behandelt werden, während die dritte Frage, die erst neuerlich in das Programm der Katholikenversammlung aufgenommen worden ist, in dem Pater des steierischen Franziskanerklosters Mautern einen eifrigen Verfechter auf dem letzten Katholikentage in Neiße fand. Inzwischen ist eine Vorkämpferin in der Frauenfrage, Frau Gnauck-Kühne, zum katholischen Glauben übergetreten und wird jedenfalls als Rednerin zu diesem Thema auf dem Katholikentage auftreten. Wie alljährlich ist mit der Generalversammlung zugleich die Zusammenkunft der verschiedensten katholischen Vereinigungen vorgesehen die jedoch gesonderte Sitzungen abhalten. Außerdem ist für Montag eine Versammlung anberaumt, in der ein Kartellverband sämtlicher deutscher Bauernvereine gearünbet werden soll. In der Einladung wird gesagt, daß dies Zusammengehen gegenüber der bevor stehenden Beratung der neuen Handelsverträge dringend nötig sei. Wie im Jahre 1898 in Krefeld, so wird auch in diesem Jahre eine Wallfahrt veranstaltet. Während man damals Kevelaer besuchte, ist diesmal der Kreuzberg! bei Bonn in Aussicht genommen. Ferner ist mit der Versammlung eine reichhaltige Ausstellung für christliche Kunst verbunden. — Die deutschsoziale Reform Partei hält ihren Parteitag vom 8. bis 10. September inMagde- burg ab. Die Anträge betreffen zum Teil die Parteipresse, die parlamentarische Berichterstattung, die Lasten der sozialen Gesetzgebung u. a., vor allen Dingen aber die Organisation. Was diese Organisationsfrage anlangt, so hat der frühere Abg. Zimmermann dem Parteitage einen im einzelnen ausgearbeiteten Organisationsplan unterbreitet, während Abg. Raab seinen von dem vorjährigen Parteitage abgelehnten Antrag wiederholt. Es handelt sich bei diesen Anträgen in der Hauptsache um die Frage des Verhältnisses zwischen der Parteileitung und der Reichstagsfraktion. — Wie die „Kreuz-Ztg." hört, besteht die Absicht, in dem neuen, aus Anlaß der Schulkonferenz vom Juni d. I. auszuarbeitenden Lehrplan für die Gymnasien die Wochenstundenzahl des Lateinischen von! 62 auf 69 zu vermehren und den Unterricht im Englischen obligatorisch zu machen. Ferner soll für das Realgymnasium eine Verstärkung des Lateinischen von Quarta bis einschließlich Prima um je eine Stunde geplant fein. Die Wochenstundenzahl würde sich dadurch auf 50 erhöhen. Die Schulkonferenz hatte sich dagegen ausgesprochen. Ob es sich bei alledem um em Definitivum handelt, kann die „Kreuz-Ztg." nickst sagen. Auf der Schulkonferenz war beschlossen worden, über die Lehrpläne in einer besonderen Beratung von Schiulmännern im Kultusministerium entscheiden zu lassen. Ob das schon geschehen ist, entzieht sich der Kenntnis. Ausland. Paris, 31. August. Die Ankunft des Zaren erfolgt am 18. September. Eine große Anzahl russischer Geheim- Polizisten ist bereits hier eingetroffen. Der Zar wird auch der großen Truppen-Revue in Ehalons beiwohnen. Die Vorbereitungen für seinen Empfang sind in vollem Gange. — Der Handelsminister hat infolge einer Anregung des Deputierten Paschal Grousset eine Enquette über bic Frage angeordnet, ob es sich empfehle, die Weltausstellung bis zum Frühjahr 1901 zu verlängern. Rom, 31. August. Die von Bresci eingelegte Re- Vision wird von dem Advokaten Dr. Merl in o vor dem KaffationShofe vertreten. Demnächst wird der Prozeß gegen mehrere verhaftete Anarchisten wegen Komplotts beginnen. Die Regierung beabsichtigt, von England die Auslieferung MalatestaS wegen gemeiner Verbrechen zu fordern. Zschl 31. August. Der König von Rumänien ist beute von hier abgereist. Der Kaiser, der den König vom Hotel abholt-, begleitet- ihn zu« Bahnhof, wo et» äußerst herzlicher Abschied stattsand. Auch Gras Goluchowrky war aus de« Bahnhof- erschienen, mit dem sich der König längere Zeit unterhielt. Bukarest, 31. August. Infolge der andauernden Truppen.Konzentrierungen in der Dobrudscha werden die rumänischen Kavallerie- und Pionier-Manöver in diesem Jahre bei der neuen Donaubrücke abgehalten werden. Washington, 31. August. Die schwedische Regierung ist mit der Nationalbank wegen Aufnahme eines Darlehens von 10 Millionen Dollar in Verhandlung getreten. Das Dieustjubiläum des Geheimrats Dr. Braden. -nn- Friedberg, 31. August. Gestern wurde daS fünfzig-jährige Dienstjubiläum des Kreisrats, Geheimen Regierungsrats Dr. Braden gefeiert. Die ungemein zahlreiche Beteiligung an dem Festakt legte beredtes Zeugnis ab von der großen Beliebtheit, deren sich der erste Verwaltungsbeamte unseres Kreises in allen Bevölkerungsschichten erfreut. Gestern abend schon wurde die Feier durch ein Ständchen des Gesangvereins „Liederkranz" eingeleitet. Heute morgen erschienen dann die gratulierenden Deputationen in schier nicht endenwollender Zahl, sodaß Stunden verrannen, bis diese Empfänge vorüber waren. Es kamen in die Wohnung des Jubilars die Vertreter der Gendarmerie des Kreises und der Polizei der Stadt Friedberg, die Beamten des KreiSamts (Reg.-Rat Süffert überreichte ein Photogravhie- album mit den Bildern der früheren Mitarbeiter), die Offiziere des Bezirkskommandos Friedberg, eine Deputation des Kriegervereins, die ein Diplom mit der Ernennung zum Ehrenmitglied überreichte, die Kreisschulkommission, eine Deputation des hiesigen Gymnasiums (Direktor Professor Löbell, Oberlehrer Reitz und Walz), der Stadtvorstand von Friedberg und Vertreter der Armenkommission (Geschenk der Stadt: ein Sektservice), der Präsident der Handelskammer des Kreises, Herr Fertsch, Vertreter des katholischen Männervereins und des katholischen Gesangvereins, eine Deputation des Geflügelzuchtvereins (Kreisamtmann von Bechtold, Lehrer Knaup und I. Schmidt, die ein Ehrendiplom überreichten), die evangelischen Dekane des Kreises (Sprecher: Dekan Sartorius-Großkarben), der Kreisausschuß (Sprecher: Justizrat Jöckel, einen silbernen Pokal überreichend), der Kreistag (Sprecher: Justizrat Geyger, eine Uhr überreichend), eine Deputation des landwirtschaftlichen Bezirks- und des Zuchtvereins (Sprecher: Graf Oriola, mit einer Ehrenurkunde), eine Deputation des Oberhesstschen Obstbauvereins (Sprecher: Direktor Dr. von Peter mit einer Ehrenurkunde), eine Deputation der Lehrer des Kreises (Sprecher: Lehrer LooS-Södel), Vertreter der katholischen Geistlichkeit unter Führung des Dekans Friedrich-Ilbenstadt, Fabrikant Bindewald namens des hiesigen Bürgervereins, Vertreter der Mathilden- stiftungen Friedberg, Butzbach und Vilbel, (Vertreter: die Herren Hieronymus, Vogt, Metzger, Müller und Fritzel), eine Deputation des evangelischen Predigerseminars (Direktor Dr. Weiffenbach, Dr. Flöring und Schöler), die Bürgermeister des Kreises Friedberg, (Sprecher: Bürgermeister Wörner - Nauheim, (drei silberne Vasen mit Widmung übergebend), Oekonomierat Schlenke-Hardthof als Vertreter des landw. Provinzialvereins von Oberhessen (mit Ehrenurkunde), Vertreter der Provinz, Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold- Gießen, ferner Kreisrat Geh. Reg.-Rat Schönfeld- Schotten, KreiSrat Meli or-Alsfeld, Dr. Wall au-Lauterbach, Dr. Göttelmann-Heppenheim, Amtmann Sandmann-Büdingen, Landrat Dr. Beckmann-Usingen, Geh. Med.-Rat Dr. Lorenz rc. re. — Mittags fand das Fest- efsen im Hotel Trapp statt. Ueber 300 Personen nahmen daran teil. Um 2 Uhr betrat der Jubilar, geführt von Justizrat Jöckel und Dekan Meyer, den festlich geschmückten Saal, begrüßt von den Anwesenden durch Erheben von den Sitzen. Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold brachte das Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Dekan Meyer begrüßte dann aufs herzlichste den Jubilar, seine vielfachen Verdienste um die Entwickelung des Kreises, seine Liebenswürdigkeit und sein Entgegenkommen im amtlichen Verkehr, seine Sachlichkeit und seine aus die Förderung des Wohles der Bevölkerung gerichteten Bestrebungen gebührend hervorhebend. Er feierte den warmen Freund der Landwirtschaft, den Vorsitzenden der Kreisschulkommissionen rc. rc. Dem Jubilar als echtem, wahrem Volksfreund galt sein Hoch. Justizrat Jöckel feierte in dem Jubilar den Vorsitzenden des Kreisausschusses, der die Geschäfte stets in liberaler Weise zu führen wußte und auch für die Ansichten anderer ein offenes Ohr hatte, mit dem für das Wohl des Staates und des Kreises zu sorgen darum eine große Freude gewesen sei. Gras Oriola sprach namens des Kreistags und aller mit der Landwirtschaft zusammenhängenden Vereine. Er feierte den eifrigen Förderer derselben, der voranstrebend für Verbefferung der Saatfrucht, der Viehzucht, des Obstbaues, der besseren Verwertung des Obstes und für die jüngste derartige Schöpfung, den Geflügelzuchtverein, gewirkt habe. Aber nicht nur für die Landwirtschaft habe der Jubilar in einseitiger Weise gesorgt, auch dem Handel und der Industrie galt seine warme Fürsorge; die Gemeinwesen seien unter seiner Verwaltung emporgeblüht, die VerkehrSverhältniffe gehoben und verbeffert worden. Sein Hoch galt dem treuen Berater aller Stände. Kreisschulinspektor Süß betonte nun, wie der Jubilar, dessen Anfangsthätigkeit für unseren Kreis in die siebziger Jahre fiel, in denen der Ruf nach mehr Luft und Licht in den Schulhäusern und mehr Licht in den Köpfen laut wurde, dadurch ein reiches Arbeitsfeld vorfand. In 48 Gemeinden des Kreises wurden neue Klaffen errichtet, 62 neue Schulhäuser erbaut, 41 zeit- entsprechend eingerichtet, neue Lehrmittel angeschafft und der Jndustrieunterricht, der mit der Zeit vorbildlich wurde, geschaffen. Er wünscht, daß der erprobte Steuermann des Tchulschiffleins, der cs au Klippen und Untiefen vorbei seither glücklich zu führen wußte, «och lange aus der Kommandobrücke bleiben möge. Für die Offiziere des Bezirkskommandos brachte Oberstleutnant von Eyuatten Glückwünsche, auch namens der waffenfähigen Mannschaften deS Kreises, dem langjährigeu Vorsitzenden der Ersatzkommisfion, der mit so großer Gerechtigkeit und vielem Wohlwollen die Geschäfte geführt habe. Als Vertreter der Bürgermeister des Kreises sprach dann Beigeordneter Hieronymus von hier. Er dankte dem wohlwollenden Vorgesetzten, der stets mit Rat und That jedem zur Seite gestanden, und wünscht, daß er noch lange an der Spitze der Verwaltung des Kreises stehen möge. Der letzte offizielle Redner, Justizrat Dr. Geyger, feierte zum Schluß die Familie des Jubilars. In humorvoller Rede erwiderte dann der Jubilar. Er dankte für die Aeußerung der Anerkennung, der Sympathie und Liebe, die er an seinem Jubeltage nicht missen möchte. Der Tag, an dem ihm aus warmem Herzen so viele Wünsche entgegengebracht worden, werde ihm unvergeßlich bleiben. Wenn es ihm vergönnt gewesen sei, manches zu erreichen, so gebühre sein Dank den Männern, die ihm immer treu zur Seite gestanden, nicht links und rechts schauend, nur ihrer Pflicht lebend. Er wolle, so lange ihm Gott die Kraft verleihe, in seinem ihm so lieb gewordenen Kreise bleiben und wirken. Sein Hoch galt dem Kreis. Obgleich hiermit die offizielle Rednerliste abgeschlossen war, wurde doch noch manches schöne Wort, dem man es anmerkte, daß es aus warmen Herzen kam, gesprochen, erneutes Zeugnis ablegend von der Verehrung und Beliebtheit, deren sich der Jubilar in allen Schichten der Bevölkerung erfreut. Ans Stadt und Land. Gießen, 1. September 1900. O Wettlauf. Am Montagnachmittag um 3 Uhr soll vom Jagdschlößchen Dutenhofen aus eine höchst interessante Wette zum Austrag gebracht werden, die dahin geht, daß es einem Läufer zu Fuß, der die direkteste Linie wählen darf, möglich sei, schneller nach der Marx'schen Mühle bei Dorlar zu kommen, als jemand mit Pferd und Wagen, der allerdings den Fahrweg nach dorthin benutzen muß. O Befitzwechsel. Das Haus der Frau Kaufmann Ferd. Hoffmann, Ludwigstraße 30, ging an die Firma Ed. Ott mann Druckerei (Inh. Heppeler & Meyer) für 51000 Mk. über. Die Erwerber beabsichtigen ihre Druckerei dorthin zu verlegen. Butzbach, 30. August. Wie hier durch Mitteilung von Großh. Kreisamt Friedberg bekannt wurde, hat der hiesige Bürgermeister Wilhelm Joutz sein etwa ein Dezennium innegehabteS Amt als Leiter der städtischen Angelegenheiten niedergelegt. In der Zeit seiner Amtsführung ist vieles geschehen, das der Stadt Butzbach zum Besten gereicht. Manch Stück der beengenden alten Stadtmauer ist gefallen. Alle Straßen, Gaffen und Gäßchen der Stadt sind gepflastert, kanalisiert und eine ein ausreichendes Quantum Trinkwaffer liefernde Wasserleitung ist angelegt worden. In den letzten Jahren wurde eine Kleinkinderschule und eine Turnhalle erbaut, wie eine solche wohl in ganz Oberheffen kaum noch einmal sich finden dürfte. Als ein rechter, zeitgemäßer Fortschritt muß auch das Legen von Zementtrottoir in den Hauptstraßen der Stadt bezeichnet werden. Vor allem aber muß noch erwähnt werden, so schreibt der „Fr. Gen. Anz.", daß Butzbach seit zwei Jahren etwa eine elektrische Beleuchtungsanlage besitzt, die vorzüglich funktioniert. Herr Joutz, der erst im letzten Jahre als Bürgermeister wiedergewählt wurde, der auch den Bezirk Butzbach als Landtagsabgeordneter vertritt, hat, obgleich er sich bereits seit einem Jahre w^gen Ueberarbeitung beurlauben ließ, durch seinen Rücktritt seinen Wählern eine gewisse Ueberraschung bereitet, da den bisherigen Gerüchten über seine Amtsmüdigkeit kein Glauben geschenkt wurde. (Aus der Provinzialdirektion ist noch nichts davon bekannt. D. Red. d. „Gieß. Anz.") Darmstadt, 31. August. Auf dem Uebungsplatz Griesheim hat sich heute mittag ein schwerer Unglücksfall ereignet, indem dem i. 1.1899 eingetretenen, jetzt in der 5. Kompagnie des 6. Ostasiatischen Infanterie- Regiments stehenden Rekruten Bozendorf aus Tiefen- >ach bei Neu-Ulm in Bayern bei dem Gefechtsschießen mit charfer Munition die rechte Hand durch- chossen wurde. Die Verletzung soll nicht unbedenklich ein, und der Verletzte wurde in das hiesige Militär- Lazarett verbracht. Vermischtes. Aachen, 31. August. Von den typhuskranken Soldaten des 40. Infanterieregiments ist einer gestorben, der Zustand von sieben ist noch bedenklich. Glasgow, 31. August. Die offizielle Ankündigung des Pestausbruches hat eine förmliche Panik hervorgerufen. Wahrscheinlich werden Quarantänemaßregeln erlassen. Rom, 31. August. Die staatlichen Ausgrabungen auf dem Forum Romanum sind wegen Fundmangels suspendiert worden. 140 Erdarbeiter und 100 Fuhrleute sind dadurch brotlos geworden. Die gestrige erstmalige Beleuchtung des Monte Pincio vermittels Acetylengas hat sich glänzend bewährt. Halb Rom ist hinauf- gepilgert. Universität und Hochschute. — Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Adelsprädikats an den Privatdozenten der Philosophie Karl Wesendonk. — Der Arzt Dr. phil. etmed. Oskar Schulz aus 2Dritten wurde als Privatdozent für Physiologie, insbesondere physiologische Chemie, in die medizinische Fakultät der Universität Erlangen ausgenommen. — Privatdozent an der Wiener Universität Dr. Leo Strisower wurde zum a.-o. Profeffor des internationalen Privatrechts ernannt. — Der Eustos an der Wiener Universitätsbibliothek Dr. I. Meyer ist in den Ruhestand getreten. Dr. Isidor Himmelbaur wurde zum Custos, ber Amanuensis Dr. Alfred Schnerich zum Skriptor und der Praktikant Dr. Friedrich Benesch zum Amanuensis an der Wiener Universitätsbibliothek ernannt. — Der deutsche Ichthyologe Dr. Rudolf Hessel, der sich große Verdienste um die Fischzucht in Amerika erworben hat, ist in Washington den Folgen eines Hitzschlages erlegen. Er war 1825 in Baden geboren. — Am 27. August starb in Riga der Gymnasiallehrer Pawel Wassiljewitsch Schein im 74.Lebensjahr. ®r hat sich um die russische Folcloristik große Verdienste erworben und u. a. großrussische und weißrussische Volkslieder gesammelt, die von der Petersburger Akademie herausgegeben worden sind. Ardeilrrdewe-rrni. Mainz, 31. August. Gestern Abend fand im Stadthaus zwischen dem Ches der Lederwerke, Geh. Kommerzienrat Michel, dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner, und dem Vorsitzenden der Lohnkommisfion der Streikenden, Siebert, nochmals eine Verhandlung wegen Beilegung deö Streiks statt. Die Fabrik ist bereit, den Termin zur Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit auf den 1. Juli 1901 schriftlich festzulegen. Die Auszahlung deS einbehaltenen Wochenlohns an die Streikenden könne jedoch unter keinen Umständen zugeftanden werden, weil der ganze Betrag mit dem Einttitt des Ausstandes laut Albrttsordnung dem Fonds der Witwen- und Watsenkasse überwiesen sei. ES stände also nicht mehr in der Macht der Direktion der Lederwerke, selbst wenn sie dazu geneigt wäre, diesen Betrag dm Arbeitern zuzuweisen; indirekt käme daS Geld ihnen ja doch zu gute. Heute soll aus dem Stadthaus» nochmals einer größeren Anzahl von streikenden Arbeitern diese Erklärung der Ledenwerke eingehend ausetnandergesetzt werdm. Berlin, 31. August. In einet in der letzten Nacht stattgehabten Versammlung haben die Rollkutscher und Speditionsarbeiter Berlins beschloffen, die von den vereinigten Spediteuren Berlins gemachten Zusagen als Abschlagszahlung anzunehmen. Marseille, 31. August. Der Ausstand gewinnt infolge des Kohlenmangels an Ausdehnung. So muhtm heute 26 Seifensiedereien, mehrere Ziegelbrennereien rc. den Betrieb einstellen. Dünkirchen, 31. August. Heute fanden wiederum zwischen dm Ausständigen und dm Arbeitenden Streitigkeiten statt. Die Polizei mußte einschreiten. Sport, Spiet, Jagd. () Gießen, 1. September. Dieser Tage werden die Herrenfahrer Duill, Stratta und Viancino von hier aus nach Paris gehen, um dort sich am Start um den großen Preis zu beteiligen. Hierbei sind bereits Preise zu erringen bei den Vorläufen und ebenso beim Zwischenläufe. Außer zum großen Preis haben unsere Rennfahrer noch zu 2 Rennen in Paris gemeldet. Käder. Westerland-Sylt. Die letzte Kurliste weist die Zahl von 12054 Badegästen auf Wm-et mr- Verkehr. Volkswirtschaft. •UtW/ 1. September. Marktbericht. Auf dem heutige« Wochemnarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10—1.30, Hühnereier per St. 0-0 4, 2 St. 13—15 4, Enteneier 2 St. 00—16 4, Gänse, eiet per @l;oo—00 4, Käse 1 St. 5—8 4, Käsematte 2 St. 5—6 4, Erbsen per Liter 24 4, Linsen per Liter 34 4, Tauben per Paar X 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.40, Hahnen per Stück X 0 60—1.00, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse per Pfund X 0.00—0.00 Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 50—70 4. Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 4, ^Kalbfleisch per Pfd. 64—66 4, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 Ml 7.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 5.50—6.00, Milch per Liter 18 4. Bohnen per Pfund 9—15 4« TelephouischeMeldmrgerrdesGietzeuerAuzeigerS. Berlin, 1. September. Graf Waldersee meldet an den Kaiser aus Aden vom 31. August: Als der Reichspostdampfer „Sachsen" in den Hafen von Aden einfuhr, nahm das französische Truppentrausportschiff „La Campagne" unter Musik und Hurrarufen denselben Kurs wieder Dampfer „Sachsen". Die Musik des Dampfers „Sachsen" spielte die Marseillaise, die des französischen Dampfers die deutsche Nationalhymne. Graf Waldersee entsprach einer Ein- ladung des englischen Gouverneurs, wobei ein feierlicher Empfang unter Stellung einer Ehrenwache und nnter Salutschüffe« stattfand. Um 5 Uhr nachmittags setzte Graf Waldersee seine Reise fort. Kopenhagen, 1.September. Der russische Finanz- Minister Witte ist von hier nach Paris gereist. * * * Berlin, 1. September. Die große Herb st Parade über das Gardekorps hat heute vormittag bei prachtvollem Wetter stattgefunden. Schon von 6 vinhalb Uhr an zogen die Truppen mit klingendem Spiel in Parade-Uniform zum Tempelhofer Felde, wo sich wie immer das militärische Schauspiel abspielte. Die Straßen, durch welche die Truppen ihren Weg nehmen mußten, waren von einem zahlreichen Publikum angefüllt. Gegen 8 Uhr fand die Auffahrt der Prinzen und Prinzessinnen sowie der geladenen Persönlichkeiten statt. Kurz vor 8 Uhr ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnen-Kompagnie zum Tempelhofer Felde. Punkt 8 einhalb Uhr nahm die Parade ihren Anfang. Lehrerheim Vogelsberg (20 Minuten von Schotten.) Reizend gelegenes Pensionshaus. Prachtvolle Waldungen mit schattigen Wegen in _ unmittelbarer Nähe. W Herrliche Fernsicht, Bester Erholungsort in reiner Berg- und Waldluft; anderen renommierten Sommerfrischen nicht nachstehend. 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