1900 -M. 205 Biertes BlM. Somtag den 2. September Gießener Anzeiger General-Anzeiger «le Nnz«igen-8ermitNmig-steSen de- In- und Äu«e*6 «hmcn Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgceeu ZeilenpretS: lokal 12 Pfg., an-wärlS 20 Pfß. StfArtirt ttgNch «it 8>jL«Ld»e des Die Svfrrarc Ns»ik«r«ßtLtter de« Anzeiger wM ^Heff. e. glätter HLr H ÄMUhmlx- de^Negt. $8tl*flspreU vierteljiihrl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlo-Uj durch die AbholeßeLeK vierteljährl. Mk. l,m monatlich 65 Pf^. Bei Postbezug «k. 2,40 viecteljStzrL mit Bestellgeld &«■«$«< M «»zeige, zu der „chmtttag« für de» ^stge»d« «eg »scheinenden Nummer M Htm. M «hr. MtHMuiigtii fptteste«- rtfM »orher. Amts- und Zlnzeigeblatt ffit den Kreis Gietzen. W**toe, GffpediNen und Drucke«»: Kch«tOr«ßr Ar. 7. OrMsbeüage«: Gießener Famitienblätter, Ker heWtze Kandwirt, Klätler ffir heffische Volkskunde. ■—■——"Mi."! » u ' HJI I III iwa-rwm i iihiii ipmmMll—— Adreß« für Depeschen: Anzeiger chießO». Fernsprecher Nr. 5L Verbandstag Der deutschen evangelischen Pfarrervereine. Darmstadt, 30. August. Die heutige Hauptversammlung wird gleichfalls von Superintendent D. Rathmann -Schönebeck präsidiert. —> Nach Absingen eines Verses eines Kirchenliedes und nach Abhalten der Morgenandacht durch Superintendent Ober- ko nsistorialrat D. Walz begrüßt der Vorsitzende die Anwesenden,. Der ßZorsitzende bespricht hieraufbie Gründung des Pfarrvereins in Wittenberg am 31. Oktober 1892, wo man im Sinne Luthers das hübsche Werk schuf; 'heute Vach acht Jahren blicke man mit Freude zurück auf die groß- artige Entwickelung des Verbandes. Prälat D. Habicht ergreift dann das Wort zu einer Ansprache: Es sei ihm der ehrenwerte Auftrag geworden, als Vertreter der obersten Kirchenbehörde die Anwesenden .zu begrüßen. Das Oberkonsiftorium habe auch für das Wohl der Geistlichen zu sorgen und thue dies gern. Schon in alter Zeit haben Psarrerkonferenzen bestanden, auch Predigervereine sind gegründet worden, um als Vereinigungspunkt der Geistlichkeit zu dienen; auch die Provinzialkonferenzen dienen den gleichen Zwecken, in gleichem SirrU wirke auch der Pfarrerverein, um die 'Amtsfreudigkeit und Las Standesbewußtsein zu heben. Er entbiete sowohl dem Hessischen Pfarrerverein, sowie den auswärtigen Psarrer- vereinen und deren Vertretern herzlichen Gruß und hoffe, daß die gesamten Verhandlungen dem ganzen Pfarrerstand und dem ganzen Volke zum Wohle gereichen. — Superintendent Dr. Rathmann spricht seinen Dank für die herzliche Begrüßung aus, die gerade von seiner Seite, der er seit 25 Jahren an der Spitze des Konsistoriums stehe und die Geschicke der Geistlichkeit in bestem Sinne leite, eine ganz besondere Ehrung sei. / Pfarrer Schrimpf, der Vorsitzende des Hessischen Pfarrervereins, dankte hierauf nochmals dem Prälaten D. Habicht, dem Superintendenten D. Walz und dein Oberkonsistorialrat Nebel für den Besuch und die Teilnahme an den Verhandlungen, sowie den Deutschen Pfarrervereinen für den Besuch, worauf der Vorsitzende wiederholt seinen herzlichen Dank dem Hessischen Pfarrerverein für die herzliche Aufnahme ausspricht und hofft, daß auch im zweiten Jahrzehnt der Verein sich in gleicher Weise segensreich' entwickele. Ueber die Entwickelung des Deutschen Pfarrerverbandes berichtet der Verbandssekretär, Pfarrer Pasche-Dieskau. Bei der Gründung im Jahre 1892 habe der Verband 23 36 Mitglieder gezählt, sei 1895 auf 3 7 79, 1897 auf 3806 und heute auf 4727^Mitglieder gestiegen. Die Vereine seien heute von 16 auf 20 gestiegen. Das Psarrerblatt erscheine in 3100 Exemplaren und man habe im letzten Jahre 5000 Mark Ueberschuß erzielt und meist zu Wohlthätigkeitszwecken verwendet. Aus fast allen Vereinen wird von einem lebhaften und regen Treiben und aufrichtigem Streben nady Weiterentwickelung und Wohlfahrtseinrichtungen berichtet. Hessen marschiert in den meisten Fällen in erfreulichster Weise an derSpitze. Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg verliest hierauf nochmals die von der gestrigen Delegierten-Versammlung angenommene Resolution, betreffend die Angriffe der Presse Luf die evangelische Mission in China, die Versammlung stimint däeser Resolution zu. Den Vorsitz übernimmt hierauf Pfarrer Schrimpf- Butzbach und man tritt in die Verhandlungen über „R ü ck- Llicke und Ausblicke auf Zustände und Aufgaben der DeutschenEvangelischen Kirche an Ler Jahrhundertwende, wozu sechs Referate gemeldet sind. Das erste Thema: Einleitendes Referat, Bedeutung des Themas, behandelt von Pastor R o u, e l l e - Zinten (Ostpreußen). In sachlicher und sehr scharf begrenzter Weise referierte der Vortragende^ das schwierige Thema. Auf das Gebiet betr. die Thatsächliche Lage der Deutschen evangelischen Kirche im Volksleben an der Jahrhundertwende näher eingehend, teilte der zweite Referent, Pfarrer E t t e l - Falkenrehde (Bran-, denburg), es in vier Unterabteilungen: 1. Verfassung, 2. Lehre, 3. Leben, 4. Arbeitsbethätigung der Kirche. Der fesselnde und mit sichtlich religiösem Interesse gehaltene Vortrag fand trotz seiner an manchen Stellen sehr schwarz gemalten Punkte den Beifall der Versammlung. , i. Das dritte Referat hat P. P e l l e a s - Hildesheim über „Die evangelische Kirche und die öffentliche Meinung". Pfarrer Todt-Oberneisen (Nassau) hat das gleiche Thema bearbeitet. Hierauf sprach Pfarrer W e g e l n - Glewitz (Pommern) über die Laienhilfe in der evangelischen Kirche. Gv führt eine ganze Reihe von Volksdichtern, wie die Freiheitskämpfer Arndt, Fichte, die Lithurgie von einem Preußenkönig, Scheld, Fischer, Tübingen rc., welche alle durch große Laienarbeit die evangelische Kirche unterstützt haben. In der Kirchenmusik haben Bach, Händel Laienarbeit gethan, auch in der Malerei, Paramentenkunst, Schriftvertretung geschehe viel Laienarbeit; in ganz besonderem Maße haben sich in dieser Hinsicht H. I. Wichern und Joh. Falk verdient gemacht; so müsse auch durch kräftiges Weiterstreben die Laienarbeit noch möglichst unterstützt werden. Die Bedeutung des evangelischen Pfarramtes und Pfarrhauses für Gegenwa rt und Zukunft behandelt Superintendent Dr. Rathmann- Schönebeck. Als letztes Thema spricht Pfarrer Wahl- Langen über Dieorganisatorischen Aufgaben der deutsche evangelischen Kirche an der Jahrhundertwende. Früher habe man die vorhandene Organisation zu viel mit der Politik vermischt; trotzdem habe man im 19. Jahrhundert an der Organisation die hauptsächlichsten festlegenden Schritte gethan. — Er teilt das Thema in drei Gruppen: 1. Das Gebiet der Verfassung; 2. freie Vereins- thätigkeit (Bibelgesellschaften, der Gustav-Adolf-Vereich innere und äußere Mission rc rc.), 3. die Einigungsversuche, schon seit dem vorigen Jahrhundert, wie die Unionsbestrebungen, Deutscher Kirchentag in Wittenberg, Eisenacher Kirchentag, dre Pfarrervereinsbewegung rc. Eine Hauptaufgabe sei, (h ahin zu streben, daß die Kirchengemeinde mehr abgegrenzt werde; durchschnittlich solle man ca. 2000 Seelen annehmen. Ferner die Feststellung der Religionszugehörigkeit, die Bildung einer obligatorischen Fortbildungsschule und obligatorischen Religionsunterricht, regelmäßige Jugendarbeit vor und nach der Konfirmation; auch die Zusammensetzung k>er kirchlichen Behörden sei in anderer Weise zusammenzusetzen, damit nicht die Juristen vor den Theologen die Oberhand haben, den Vorsitz müsse unter allen Umständen dem Theologen bleiben. Auch die Vereinigung der gesamten Deutschen Pfarrervereine sei sehr wünschenswert. Sup. D. sRathmann dankt nunmehr allen denen, die an den Vorarbeiten und während der Verbandstage mitgewirkt haben. — Na cheinem Schlußwort spricht hierauf der Vorsitzende des Hess. Pfarrvereins B. Schrimpf- Butzbach noch ein Dankgebet und ein gemeinsamer Gesang schloß den Deutschen Pfarrervereinstag, der im nächsten Jahre in Stettin stattfinden wird. — Ein gemeinsames Mittagessen und nachmittags ein Ausflug nach Jugenheim an 'der Bergstraße schloß sich, dem Verbandstag an. Vermischtes. * Todtnau, 29. August. Die Renntiere auf dem Feldberge führte Oberförster Wendt in Todtnau ein. Das eine, der Hisch, befand sich früher im zoologischen Garten zu Basel, die zwei anderen, Hirschkuh und Schmaltier, wurden auf dem Renntiermarkr zu Kopenhagen an- gekauft. Sehr günstig für die Ernährung der Tiere wirkt die Thatsache, daß auf dem südlichen Schwarzwald auswärts von 800 Meter Seehöhe das Renntiermoos üppig gedeiht und besonders an exponierten Felsen zu finden ist, wie aus den Kjölen in Norwegen. Oberförster Wendt wird nach einem gewissen Zeitraum die mit den Renntieren gemachten Erfahrungen einem größeren Kreise zugänglich machen. Nicht nur die Zoologen, auch die Historiker sind auf das Ergebnis dieses Versuches begierig. * Mühlen. Im Deutschen Reiche waren im Jahre 1899 35310 Mühlenbetriebe vorhanden, in denen 73636 Personen beschäftigt wurden. Von den in unserer Gegend so gut wie unbekannten, meist nur in Mittel- und Norddeutschland anzutreffenden Windmühlen sind noch 11175 vorhanden, ihre Zahl vermindert sich aber stetig. Die Zahl der Dampfmühlen ist von 922 auf 786 zurückgegangen, wobei allerdings zu bemerken ist, daß auf diesem Gebiet der Großbetrieb zunimmt. Die ebenso wie die Windmühlen als längst veraltet betrachteten Wassermühlen haben eine Vermehrung um 1656 erfahren. Es sind gegenwärtig 20867 im Betrieb. Die Zahl der mit kombiniertem Dampf-und Waffer- betrieb arbeitenden Mühlen beträgt 1847. • Das Einkommen europäischer Herrscher. Es ist mter- effant, die Einkommen einiger europäischer Herrscher kennen zu lernen. An der Spitze der gerade nicht langen Reche steht der Kaiser von Oesterreich, der im Jahre 20400000 Mk., am Tage also ungefähr 56 000 Mk. zu verzehren hat. Nicht ganz so gut steht sich der Zar mit 19 332 000 Mk., während Kaiser Wilhelm als König von Preußen über eine Civilliste von 15 719 296 Mk. verfügt. König Viktor Emanuel III. von Italien bezieht 12 040 000 Mk., die greise Königin Viktoria 8 201000 Mk. Ihr folgt der jugendliche Alfons von Spanien mit 7 680 000 Mk., während der Prinzregent von Bayern 4 231044 Mk. und König Albert von Sachsen 3 052 000 Mk. erhalten. * Wie teuer kommt eine Zugspihbesteiguug zu stehen? Wir lesen i» der „Nordd. Allg. Ztg.»: Seit die jetzt Heranwachsende Generation in der Schule gelehrt bekommt, daß die Zugspitze mit 2964 Metern der höchste deutsche Berg ist, und seit auf dem Gipfel der Zugspitze das Münchener Haus und das höchste deutsche meteorologische Observatorium erbaut ist, mehrt sich von Jahr zu Jahr die Zahl der Be- steiger dieser herrlichen Aussichtswarte. Was aber koste! eine solche Bergtour? Die 10 Tage giltige Nücksahrtkarte München—Garmisch 3. Klasse kostet nur 5,90 Mk., der Stellwagen Garmisch—Zugspitzdorf—Ehrwald 2,40 Mk., ein Zimmer im besten Ehrwalder Gasthause nur 1 Mk. Der Bergführer darf täglich 10 Mk. beanspruchen. Wer also in München die Reise mit 30 Mk. antritt, wird ganz bequem auskommen können. * Zur Bekämpfung der Stechmücken schreibt ein geplagter Tourist: Die gemeine Stechmücke, Culex pipicua, tritt ebenso wie die Schnake in diesem trockenen Sommer etwas weniger schwarmreich als im vergangenen Jahre auf. Immerhin ist die Macht dieser Plagegeister derart groß, daß selbst wetterfeste Männer, die gegen Stich und Stoß gefeit erscheinen, in der Nacht manchmal nervös werden und am liebsten aus der Haut fahren möchten. Tausende von Larven kann man an der Oberfläche von stehendem Gewäffer, in Lachen, Waffertonnen, Brunnentrögen beobachten. Bei der geringsten Erschütterung flieht da« mit dem Kopse nach unten gerichtete Lebewesen in zickzackartige« Windungen in die Tiefe. Will man sich bei Zeiten der späteren Mückenplage erwehren, so sorgt man am besten für Trockenlegung der Tümpel. Wo dies nicht angeht, schüttet man ein Quantum Petroleum in das Waffer. Das schnell sich über die Oberfläche verbreitende Oel hindert einerseits den für das Leben der Larven unbedingt nötigen Luftzutritt, anderseits wird das Weibchen durch den scharfen Petroleumgeruch verhindert, die Eier in das Waffer abzulegen, bezw. gehen die Eier in dem Petroleum zu Grunde. Es wäre sehr zu wünschen, daß allgemeine Maßregeln ergriffen würden, um die möglichste Ausrottung dieses bösartigen Ungeziefers zu bewirken. Deutschlands Außenhandel im Jahre 1899. Von dem ersten, den Jahreshandel von 1899 darstellenden Band (Band 128 der Statistik des Deutschen Reichs): „Der Verkehr mit den einzelnen Ländern in den Jahren 1899, 1898 und 1897" sind soeben die Hefte 21 (Westindien), 22 (Australien) und 23 (Freihäfen, Zollausschlüsse, Nicht ermittelt sseewärtsj) erschienen. Dem Tn- bellenwerk Vieser Hefte geht eine kurze Besprechung bety Außenhandels des deutschen Zollgebietes mit diesen Ländern voraus. Wir entnehmen daraus folgendes: Kuba, Portorico. Der Spezialhandel des Jahres' 1899 hat in Einfuhr und Ausfuhr dem Werte nach gegen 1898 zugenommen. Es beträgt die Einfuhr 12,9 Millionen Mark gegen 12,5 Millionen Mk., im Jahre 1898, also mehr 0,4 Millionen Mark, die Ausfuhr 9,8 Millionen Mark gegen 4,6 Millionen Mark in 1898, also mehr 5,2 Millionen Mark. Eingeführt wurden hauptsächlich Zigarren, Kaffee, unbearbeitete Tabakblätter und Rohwaren zur Bürstenfabrikation, ausgesührt dagegen geschälter Reis, Waren aus edlen Metallen, Baumwollen- und Eisenwaren. Dominikanische Republik. DaS deutsche Zollgebiet bezieht von diesem Land vornehmlich unbearbeitete Tabakblätter, Kakaobohnen, Kaffee und Blauholz, während es dorthin namentlich geschälten Reis, Bier in Flaschen, Thon- und Eisenwaren liefert. Im Jahre 1899 belauft sich die Einfuhr im Spezialhandel auf 3,0 Millionen Mark gegen 2,3 Millionen Mark im Vorjahre, die Ausfuhr auf 0,75 Millionen Mark gegen 0,65 Millionen Mark im Jahre 1898. Republik Haiti. Aus Haiti werden hauptsächlich Kakaobohnen, unbearbeitete Tabakblätter und Kaffee ein- geführt, während dorthin Reis sowie Waren der Textil- und Eisenindustrie geschickt werden. Die Einfuhr im Spezial- Handel beträgt 6,5 Millionen Mark gegen 6,6 Millionen Mark in 1898, die Ausfuhr 0,5 Millionen Mark gegen 0,7 Millionen Mark int Jahre 1898. Samoa-Inseln. Der Handel des deutschen Zollgebietes mit diesen Inseln ist noch sehr gering. Die Einfuhr int Jahre 1899 ist mit 27 000 Mark gegen 5000 Mark im Vorjahre, die Ausfuhr mit 180000 Mark gegen 95 000 Mark in 1898 bewertet.___________________________ pTp. “ Den Eingang sämtlicher Saison-Neuheiten in und J&lA.clifik'i'H für Herbst und Winter IM zeige ergebend on Hochachtungsvoll Markus Bauer. Anfertigung nach Mass in eigener Werlestätte. Sparsam & Mahrhaft bekömmlich und schmackhaft soll jede Mahlzeit fein; dabei darf ihre Herstellung nullt zu viel Zeit erfordern. Die Erzcugniffe der Maggi-Gesellschaft helfen der Hausfrau, diese schwere Aufgabe überraschend leicht zu lösen. Wer einmal einen Versuch mit diesen nützlichen und praktischen Erzeugnissen gemacht hat, wird sie stets weiter verwenden. IAGGFs Gluten-Kakao Gluten- Kümo. in Würfeln L 5 Psg. für ein ausgezeichnetes Kakao-Frühstück, verbindet seltenen Wohlgeschmack mit größtem Nährwert. MAGGI’s Gemüse-u. 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