Nr. 178 Zweites Blatt. Donnerstag de» 2. August i»oe »artwirr e. glätter Mr Vi« NsWdmdr' Alle Anzeigen-Vermittlun-Sstellen de» Jo- und ÄuMertcf nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ttttgcgm. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswLrlS 20 Pfß frf4reibt die „Nordd. Allgem. Ztg": „Durch seinen Tod werden neben dem großbrittannischen Königshause die kaiserliche Familie und verbündete deutsche Fürstenhäuser in Trauer versetzt. Den Verlust, den Regierung und Bevölkerung der ihres Fürsten beraubten Lande von Sachsen-Koburg-Gotha erleiden, begegnet auch in andern deutschen Bundesstaaten aufrichtiger Teilnahme." Besonders das Großherzogtum Hessen wird durch, den Tod des Herzogs Alfred in tiefe Trauer versetzt. Hat doch unsere Landesmutter, I. K. H. die Frau .Großherzogin, in dem Verstorbenen ihren Vater verloren, nach den schimerzlichen Verlusten her letzten Monate eine um so herbere Heimsuchung, die das Hessenvolk im Innersten berührt. Erst im Vorjahre, am 6. Februar 1899, wurde unserer Großherzogin einziger Bruder, der Erbprinz Alfred von Kobura-Gotha, im köstlichen Alter von 25 Jahren durch ein schreckliches Leiden aus diesem Leben abberufen. So folgt ein schwerer Schsick- salsschlag dem anderen. Klagend stehen Fürsten und Völker an der Bahre des hohen Herrn. Wir können nur wünschen und hoffen, daß unsere Großherzogin alle die schweren Schickungen mit ihrer blühenden Jugendkraft überwinden «und Trost finden möge in der treuen Liebe und herzlichen Verehrung, die ihr ganz Hessen entgegenbringt. Herzog Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha erlag einer plötzlichen Herzlähmung. Die Todesnachricht kommt der breiten Öffentlichkeit ziemlich unerwartet, emgeweihte Kreise aber waren sich längst darüber klar geworden, daß der Zustand des Herzogs, der in den letzten Jahren fortwährend kränkelte und alle möglichen Kuren gebrauchte, recht ernster Natur war und kaum der Hoffnung Raum ließ, daß der Souverain der koburger und gothaischen Lande noch eine sonderlich lange Spanne Zeit zu leben habe. Wurde auch, eine Herzlähmung zur unmittelbaren Todesursache, so ist diese bod)i zurückzuführen auf dasselbe Leiden, das Kaiser Friedrich leider allzu früh von dannen führte, auf Kehlkopfkrebs, der derart entwickelt war, haß hervorragende Wiener Spezialärzte, die konsultiert wurden, erklärten, der Herzog habe nur noch Wochen zu leben, sein Tod könne aber auch jeden Tag eintreten, zumal das Uebel so tief saß, daß eine Operation völlig aussichtslos erschien. Herzog Alfred selbst hatte keine Ahnung von dem wahren Ernst seines Zustandes und starb, ohne zur völligen Erkenntnis desselben gekommen zu sein. Herzog Alfred war der zweitgeborene Sohu der greisen Königin von England. Unser Kaiser betrauert in dem Verstorbenen einen Onkel mütterlicherseits. Herzog Alfred war am 6. August 1844 zu Schloß Windsor geboren. Seine erste Erziehung erhielt er meist von englischen Lehrern, teilweise (1856—1857) in Genf, wo er auch Unterricht in den fremden Sprachen erhielt. Nachdem er sich frühzeitig für den Seemannsberuf entschieden hatte, bereitete er sich auf die Eintrittsprüfung als Kadett vor, die er im Jahre 1858 bestand. Dem Wunsch seiner Eltern entsprechend, war ihm diese Prüfung recht schwer gemacht worden. Er diente auf verschiedenen Stationen der Marine, namentliche im Mittelmeer und in Amerika. Im Jahre 1862, nach dem Sturz des Königs Otto, wurde ihm dre griechische Königs kröne angeboten, die er jedoch ausschtug. 1866 bewilligte ihm das Parlament ein Jahresgebalt von 15 000 Pfund, das nach seiner Vermählung um 10000 Pfund erhöht werden sollte. Als Herzog von Edrn- burg wurde er im Mai 1866 ins Oberhaus berufen. Im folgenden Jahre erhielt er das Kommando der Fregatte Galatea, auf der er zuerst eine Reise nach Australien unternahm. Am 12. März 1868 gab ein Irländer, Namens I O'Farrell, bei einem Picknick in der Nähe von Port Jackson I (Neusüdwales) einen Pistolenschuß auf den Herzog I ab, der eine leichte Wunde im Rücken erhielt. Der Prinz I bereiste in der Folge Ostasien, wobei er vom Mikado I empfangen wurde, dann Indien, später Italien. Am I 23. Januar 1874 vermählte er sich in Petersburg mit der | einzigen Tochter des Kaisers Alexander II. von Rußland, I Maria Alexandrowna, und hielt einige Monate darauf I einen feierlichen Einzug in London. Im November 1882 I wurde er zum Vizeadmiral befördert und führte mehrere I Kommandos, zuletzt als Befehlshaber des Mittelmeer-Ge- I chwaders, in welcher Eigenschaft er 1888 einen feierlichen I Besuch in Spanien machte. 1889 schied er aus der aktiven I Marine. Nachdem er bereits im Juni 1888 zum General I der Infanterie a la suite der preußischen Armee ernannt I tvorden war, folgte er am 22. August 1893 seinem kinder- I losen Oheim Ernst II. als Herzog von Koburg und Gotha. I Der Eidesleistung wohnte Kaiser Wilhelm II. bei. Als regierender Fürst hat Herzog Alfred es verstanden, I durch Nachgiebigkeit und möglichstes Entgegenkommen, sich die Zuneigung feiner Landeskinder in den Herzogtümern zu erwerben. Von jeher hat zwischen den beiden Landes- I teilen eine gewisse Eifersucht bestanden, und mit Spannung I wartete jedes der beiden Ländchen auf den Einzug der I herzoglichen Familie, das pünktliche Eintreffen der gleichr- zeitig mitkommenden Theatertruppe und Beamtenwelt. Noch heute streiten sich! die beiden Landtage um die noch immer ungelöste Domänenfrage. Während der Berater des Herzogs für Gotha, der Staatsminister Dr. Strenge, ein ehemaliger liberaler Rechtsanwalt, ein ziemlich scharfes Regiment führte, das oft zu hitzigen Verhandlungen in den Landtagen Anlaß gab, bemühte sich Herr v. Wittken in Koburg, um einen artuellen Ausdruck zu gebrauchen, „sein Gesicht zu wahren", d. h. die von den koburgischen Land- | tagsabgeordneten tapfer verteidigte Selbständigkeit des । Herzogtums auch seinen Ministerkollegen gegenüber zu behaupten. Zwischen den Vorschlägen dieser beiden Ratgeber hat der Herzog jederzeit mit klugem Maßhalten zu wählen verstanden. Obgleich die Thatsache, daß Herzog Alfred mehr Engländer als Deutscher war, manches Unterthanen- herz zu Anfang gegen ihn eingenommen hatte, hatte die Art und Weise, wie die herzogliche Familie sich gab, doch bald zur Folge, daß die Zuneigung zu ihr von Jahr zu Jahr wuchs. Der Herzog selbst zeigte sich in der Oeffent- ! lichkeit ungezwungen, er ging oft ohne Begleitung über I den Marktplatz seiner Residenzen. Die Hochzeiten! der Töchter des herzoglichen Paares gaben den Koburgern manchen Anlaß zur Freude. Prinzeß Maria vermählte sich am 10. Januar 1893 in Sigmaringen mit dem Prinzen Ferdinand von Rumänien, am 19. April 1894 fand die Hochzeit der damals 18 jährigen Prinzessin Viktoria Melitta mit unserem Großherzog', Erüst Ludwig in Koburg statt. Die Vermählung der Prinzessin Alexandra mit dem Erbprinzen zu Hohenlohe- Langenburg folgte am 20. April 1896. Die jüngste Tochter Prinzessin Beatrix ist noch unvermählt. Der Thronfolger in Koburg-Gotha ist der am 19. Juli 1884 in Claremont geborene Herzog von Alba wy, der Sohn des kurz vorher verstorbenen gleichnamigen vierten und jüngsten Sohnes der Königin Viktoria und der Prinzessin Helene von Waldeck-Pyrmont, nachdem im vorigen Jahre bei der durch den Tod des Erbprinzen notwendig gewordenen Regelung der Thronfolge der dritte Sohn des Prinzen Albert und der Königin Viktoria, Herzog von Conaught, für sich und seinen Sohn auf die Ansprüche auf den herzoglichen Thron Verzicht geleistet hatte. Der Herzog von Conaught, der wahrscheinlich einmal Oberkommandierender der britischen Armee werden wird, giebt seine militärische Laufbahn in seiner Heimat nicht gern auf, und für ihn wie für seinen Sohn spielt auch eine Apanaaefrage mit, die auch für den Herzog von Albany in Frage kam. Man hatte im Oktober v. I., als die Thronfolgefrage gelöst war, gehofft, daß der Herzog von Albany mit seiner Mutter dauernd Wohnsitz im Lande nehmen und sich von frühester Jugend an mit Land und Leuten vertraut machen würde. Die Voraussetzung, daß ihm von der Hofhaltung eine standesgemäße Wohnung und eine ausreichende Apanage bewilligt würde, ist indes Nicht verwirklicht worden, und die Herzogin und ihr Sohn suchten und fanden während des vergangenen Winters an dem verwandten Stuttgarter Hofe gastfreundliche Aufnahme, worauf sie im Frühjahr nach der Einstellung des Herzogs in die preußische Armee nach Potsdam übersiedelten. Der 1883 geborene Sohn des Herzogs von Conaught hat seine Erbrechte nur für den Fall Vorbehalten, daß der von Albany ohne männlichen Nachkommen sterben sollte. Vormund des Herzogs von Albany ist der Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg, der Sohn des kaiserlichen Statthalters in Elsaß-Lothringen. Bis zur Einsetzung einer Regentschaft führt verfassungsgemaß das Staatsministerium die Regierung gemeinschaftlich. Politische Tagesschau. Die „N. H. volksbl." schreiben: Zu unserer großen Freude können wir mttteiten, daß sich das Befindm deS Finanzministers Küchler derart gebelfert hat, daß er das Krankenhaus verlassen und in seine Wohnung in ba Neckarstrabe zurückkehren konnte. Ferner meldet ein Privattelegramm des „Mainz. Jouru." von Darmstadt aus durchaus sicherer Quelle, daß an eine Ausnahme der ministeriellen Thätigkeit deS Ministers Küchler nicht mehr zu denken sei, obwohl die ausS neue vorgenommcne Operation im allgemeinen gut verlaufen und der Patient sich den Umständen entsprechend wohl befinde. Endlich finden wir in der Münchener „Allgem. Ztg." folgenden Artikel aus Darmstadt: „Unser in allen politischen Kreisen verehrter Finanzminister hat seine Entlassung erbeten. Seit Beginn seiner Laufbahn war er von einem tückischen Halsleiden heimgesucht, dem durch schwere operative Eingriffe zeitweise Einhalt geboten wurde; jetzt hat er sich einem neuen Eingriff unterziehen müffen, aber noch vor demselben, da er sich nicht mehr diensttauglich fühlte, um seine Entlassung gebeten. Ob diese von dem Großherzog bewilligt wird, steht noch dahin, allein damit wird zu rechnen sein, daß seine politische Thätigkeit ihr Ende erreicht hat. Da» ist für Hessen ein ganz außerordentlich schwerer Schlag, der nicht leicht zu verwinden sein wird. Die Neuorganisation des Finanzministerium», bet der er der bestimmende und in den Hauptteilen auch ausführende Faktor war, ist noch nicht durchgeführt, die neuen Steuergesetze sind noch nicht in ihrer Wirksamkeit erprobt; wir hätten dieser starken Hand noch dringend bedurft, um das Angefangene auszugestalten und zu vollenden. Es ist ein tragisches Geschick, daß von dem Augenblick an, da Finanzminister Küchler an die Stelle berufen wurde, auf der er dem Lande seine außerordentlichen Fähigkeiten beweisen konnte, sich dre unheilbare Krankheit bemerklich machte. Aber er hat auch so Staunen«' wertes in der etwa zweijährigen Zett seines Wirkens erreicht. Al« Finanzminister Weber seine Entlassung nahm, richteten sich alle Bücke i sofort nach Worms, wo Küchler damals als Oberbürgermeister thättg war. Aus dem nicht sehr ansehnlichen Provinzialstädtchen hatte Küchler eine Stadt von lebhaftestem, industriellem Verkehr gemacht und den Wohlstand in einer außerordentlichen Weise gehoben; was WormS heute ist, verdankt eS ihm. Von dort hat er in Wort und Schrift m seiner packenden und treffenden Art für die Steuerreform in Heffen energisch Propaganda gemacht, und seine erste That als Finanzminister war denn auch die vollständige Umbildung der Steuerverhältniffe. Waren dafür auch Vorarbeiten bereits gemacht, war das Vorbild in der preußischen Reform gegeben, so war doch die Schnelligkeit, mit der die Entwürfe ■ erschienen und die Gründlichkeit, mit der sie durchgearbeitet waren, aus l das höchste anzuerkennen. Mit Ausnahme der Weinfieuer hat auch di- ganze Vorlage kaum Widerspruch bei den gesetzgebenden Körpern gefunden. War die Grundlage gegeben, so war es ein schwieriges Werk, das Gesetz in die Praxis überzusühren. Auch dies hat Finanzminister Küchler durch Verordnungen und Ausschreiben in die Wege geleitet. Hand in Hand damit ging die Organisation und Vereinfachung der steuererhebenden Behörden. Auch hier hat er ein gewaltig Stück Arbeit geleistet. Doch nicht die Steuerverwaltung allein unterft'ht dem Finanzminister, auch Forst- ünb Kameralverwaltung, Bauwesen und Eisrnbahnverwaltung gehören zu seinem Ressort. Auch diesen hat Finanzminister Küchler sein Organisationstalent gewidmet. Die Forstverwaltung wurde durch bedeutende Vermehrung der Orer- försterstcllen und Verkleinerung der Bezirke umgestaltet, der Bauabteilung durch Zusührung frischer, lhatttäfliger Persönlichkeiten I neues Leben etngegeden. Aber seine Wirksamkeit war erst im Beginnen. Von seiner Energie durfte man eine Verjüngung deS ganzen | politischen Lebens, von seiner rastlosen Thätigkeit die Turchdringung I des ihm unterstellten hessischen Beamtentums erwarten. Dabei war I ihm eine Kraft der Rede, eine U-berzeugungsfähigkeit in seinen I Darlegungen gegeben, die in der Kammer ihren Eindruck nie verfehlte Es ist tief zu bedauern, daß eine solche Persönlichkeit, deren <öt ff en nicht viele hat, von der Thätigkeit, zu der sie berufen war, I abtreten muß. Für die nationalliberale Partei, in deren ersten Reihen Küchler alS Oberbürgermeister stand, bedeutet sein Zurücktreten einen schweren V-rlust. Mit ihm konnte ste zeigen, wie ihre Grundsätze für daS Volk in Thaten umgesetzt werden und wie ein wahrer Volksmann für sein Land zu wirken versteht." Mr behalten uns eine Würdigung der Thätigkeit unseres Finanzministers vor. Die wesentlichste Frage ist jetzt, wer wird sein Nachfolger? Sollte man vielleicht wiederum die Absicht haben, den Oberbürgermeister einer hessischen Stadt zum Finanzminister zu machen? DaS würde I für unS vielleicht einen außerordentlich schweren Verlust I bedeuten. ___________________ Zum Tode König Humberts von Italien. Gießen, 1. August. Man metbet aus Rom: König Humbert that seinen letzten Atemzug, ms der I Wagen in das Thor der Villa Reale rollte. Die Königin war von dem Attentat in Kenntnis tzesetzt worden und er- I wartete den Wagen am Thor. Als sie von dem Tod ihres I Gemahls erfuhr, verfiel sie in Weinkrämpfe. Das Toten - I bett, auf das £'er König provisorisch gebettet ist, ist von I der Königin eigenhändig mit prächtigem Blumenschmuck I versehen worden. Immer wieder bricht sie unter heftigem I Weinen in die Worte aus: „Mein Gott, mein Gott, es ist I das schändlichste Verbrechen an diesem Manne vergangen, der keinem Menschen etwas zu Leide gethan hat, wohl aber Überall Gutes um sich verbreitete". Niemand darf den | Palast in Monza betreten Bewaffnete Karabtrnen Kabeu •alle Zugänge besetzt. Die Leiche des Königs wird nicht einbalsamiert und nur durch eine Injektion Formalin konserviert werden. Das Bulletin der Aerzte stellte fest: 1. Verwundung an der Spitze des Herzmuskels, 2. Verwundung über dem linken Schlüsselbein eindringend, mit Auslauf nach dem Rücken des linken Schulterblattes, 3. Verwundung zwischen der dritten und vierten Rippe. Die Kugel prallte auf der Rippe aus, glitt nach dem unteren Teil des Brustbeines über und blieb dort haften. Alle drei Wunden sind tätlich. Die Aerzte vermuten, daß die erste Wunde von einer Waffe kleineren Kalibers erzeugt sei, als die anderen. Bewahrheitet sich diese Vermutung, so waren es zwei Mörder, was nicht unmöglich ist. Die Leiche wird durch Eis- und Ventilatoren vor drohender Zersetzung bewahrt. Das junge Königspaar landete am Dinstag abend in Reggio in Calabrien und traf um Mitternacht in Neapel ein, wohin ihm die in Rom anwesenden Minister entgegengefahren waren. Heute früh um 4 Uhr wurde die Reise ohne Aufenthalt in Rom snach Monza fortgesetzt. Der König empfing die erste Nachricht vom Attentat durch eine persönliche Depesche des Sultans, der sein tiefstes Mitgefühl sowie gleichzeitig seinen Glückwunsch zur Thronbesteigung ausdrückte. Die Behörden in Syrien empfingen die -Ordre, alles aufzubieten, um die Heimreise des Königspaares zu beschleunigen und zu erleichtern. Vor zehn Tagen verließ der Prinz von Neapel Konstantinopel nach zweiwöchentlichem Aufenthalte, wo er sich unter dem eingehaltenen Inkognito eines Grafen Romeo aufhielt. Die Bescheidenheit des Paares fiel allgemein auf und hinterließ den besten Eindruck. Wiederholt sah man das Paar Arm in Arm stundenlang am herrlichen Bosporusquai von The- rapia promenieren. Zu der Lieblingsbeschäftigung des Paares gehörte das Photographieren und. eine tägliche und ausführliche Berichterstattung über das Erlebte an die Eltern. Das Römische Amtsblatt veröffentlicht einen Aufruf, worin die M i n i ster im Namen des Königs Viktor Emanuel III. sich an die italienische Nation wenden und ihr das schreckliche Ereignis mitt'eilen. Italien, so sagt die Botschaft, sei in seinem Teuersten getroffen worden. Wir zählen auf das italienische Volk zur Unterstützung des Hauses Savoyen. — Heute werden sämtliche Land- und Seetruppen auf König Viktor Emanuel III. vereidigt. — Sämtliche Minister haben ihre Demission in die Hände des Ministerpräsidenten gelegt, der die Entscheidung des neuen Königs erwartet. ( Der Papst ließ nach Erhalten der Meldung von dem Attentat für den Verstorbenen eine Messe lesen. Die in Rom anwesenden monarchistischen Deputierten beschossen, alle Kollegen sofort nach Rom einzuladen. Die Abgeordneten der äußersten Linken nahmen eine Tagesordnung an, worin sie die Mordthat in Monza aufs schärfste verdammen. Die Studenten durchzogen am Montag die Straßen Roms, indem sie dem Hause Savoyen akklamierten. Am Abend veranstalteten sie, begleitet von patriotischen Vereinen mit florumwundenen Fahnen, vor dem sozialistischen Blatte Avanti große Demonstrationen. Auf der Piazza Colonna wurden ganze Stöße des Blattes verbrannt. Im Quirinal (dem Königsschlosse) haben sich bereits tausende von Personen aller Stände in das dort ausliegende Kon- dolenzbuch! eingezeichnet. Das Benehmen des Mörders Bresci ist fortgesetzt cynisch Er erklärte in einem Verhör, daß er bereit sei, bei Gelegenheit wiederum zur That zu schreiten. Es wurde eine Frauensperson Namens Cesiva Remella, mit der Bresci in Mailand verkehrte und deren Adresse er in der Tasche hatte, verhaftet. Im Augenblick der That war Bresci ruhig und kalt. Er schoß mit weiß behandschuhter Hand ohne eine Miene zu verziehen. Er leistete weder bei dem Ueberfall der Menge noch bei seiner Verhaftung Widerstand. Er wird fortwährend von zwei Karabinieri bewacht. Die Gesängniswache ist verstärkt worden. In Monza und Mailand wurden mehrere Personen verhaftet, meistens Leute, die mit dem Mörder in demselben Hause wohnten. Bresci war zur Zeit des Attentats gegen den Präsidenten Carnot in Paris und befand sich auch! unter den damals verhafteten Anarchisten, wurde aber nach direimonatlicher Untersuchungshaft wegen Mangels an Beweisen entlassen. Nach Meldungen aus Barcewna soll der Anschlag auf den König geplant worden sein. Bresci soll vor kurzem dort gewesen fein. Auch mehrere italienische Blätter glauben an ein Komplott, wozu besonders die Aussage eines Beamten der Pubblica sicurezza in Reggio-Kalabria berechtigt. Dieser will vor einigen Tagen Spuren eines Komplottes gefunden haben, das gleichzeitig gegen König Humbert und Kaiser Wilhelm operieren! sollte. Aus einer Unterredung eines Journalisten mit Bresci sei folgendes mitgeteilt: „Seit wann habt Ihr nichts gegessen?" „Seit gestern abend sechD Uhr"'. „Wo habt Ihr gegessen?" „In einem Wirtshause, ich weiß nicht wo". „Seit wieviel Tagen seid Ihr in Monza?" „Seit zwei Tagen". „Woher kamt Ihr?" „Aus Amerika". „Seid, Ihr Euch Eurer Schreckensthat bewußt?" Verächtliches Achselzucken. „Ihr habt den König schwer verwundet". „Nein, nein, ich habe ihn getötet, ich habe gut gezielt und bin meiner Sache sicher". Bei seiner Gefangennahme soll er ausgerufen haben: „Schlagt mich nur tot! Ich habe ja nun meine Pflicht g e t h a n". Hefter den Eindruck des Ereignisses von Monza auf den Kaiser Wilhelm äußerte sich Staatssekretär Graf Bulow einem Berliner Berichterstatter gegenüber, daß der Kaiser mit der größten Betrübnis und mit dem tiefsten Schmerze von dem furchtbaren Tode des Königs seines treuen Freundes und Verbündeten, Kenntnis genommen habe. Der Kaiser zweifle indessen nicht daran, daß die innige Freundschaft, die ihn mit dem verstorbenen Könige verbunden, auch, zwischen dessen Nachfolger dem König Viktor Emanuel und ihm fortbestehen werde. Der Kaiser hat seinem Schmerz über den Verlust seines königlichen Freundes unmittelbar nach dem Eintreffen der Trauerkunde in längeren Kondolenz-Telegrammen an König Viktor Emanuel und die Königin Margherita Ausdruck gegeben. Von beiden sind sehr herzliche Antworten eingegangen. Auf Befehl des Kaisers ist an Bord der Hohenzollern und ihrer Begleitschiffe die italienische Flagge Halbstock gehißt worden. Der preußische Hof legte für den König von Italien die Trauer auf drei Wochen an. Ein römisches Telegramm besagt, Kaiser Wilhelm habe der Königin Witwe seine Absicht kundgegeben, an der Leichenfeier teilzunehmen. Wie es heißt, dürfte auch der aKiser von Oesterreichs wahrscheinlich persönlich an dem Leichen - Begängnis teilnehmen. Außerdem nimmt auch Erzherzog Rainer an demselben teil. Das Offizierkorps des Marburger Jägerbataillons hat an die erlauchte Inhaberin des Bataillons, an die Königin- Witwe von Italien, ein Beileidstelegramm gerichtet. Die Wirren in China. Das Büreau Lassan empfing ein Telegramm aus Tientsin von Freitag abend, das folgende vom 21. Juli datierte Depesche aus Peking wiedergiebt: „Erste Nachrichten von außerhalb kamen 18. Juli. Mißlingen der Entsatzexpedition machte Belagerung weit gefährlicher. Am 19. Juni brach, Damen Beziehungen ab, am 20. Juni erklärte China Krieg. Deutsche Gesandte Baron Ketteler und Francis James, ein englischer Professor, wurden ermordet. 400 Nichtkombattanten nahmen in englischer Gesandtschaft Zuflucht. Ich hörte, daß Bekehrten nördliche Kathedrale besetzt halten. Tausend Flüchtlinge nahmen Zuflucht im Palast des Prinzen Lu gegenüber der britischen Gesandtschaft. Waffenstillstand begann 17. Juli nach 26 tägiger heftiger Beschießung. Eine Nacht dauerte die Beschießung ununterbrochen 6 Stunden an. Vier Versuche wurden gemacht, englische Gesandtschaft in Brand zu setzen. Zwei der Versuche hatten das Resultat, daß Hanlin-College zerstört wurde. Feigheit der Chinesen machte erfolgreiche (Ästürmung unmöglich. Gesamtzahl der Getöteten oder Gestorbenen ist: 10 Deutsche, 10 Japaner, 11 Franzosen, 5 Engländer, 4 Russen, 4 Oesterreicher, 7 Amerikaner, 7 Italiener, 9 Bekehrte, zusammen mit Verwendeten 98. Korrespondenten Morrison, Reid, Te- menty sind krank. Wenigstens 2000 Chinesen sind getötet. Amerikaner halten eine starke Stellung auf Stadtmauer besetzt. Nahrungsmittel sind noch ausreichend und Hospital- einrichtungen ausgezeichnet. Feder ist von beständiger Arbeit sehr erschöpft. Die kaiserlichen Edikte haben die Boxer gelobt, den Missionaren befohlen, das Innere zu verlassen und allen Vizekönigen befohlen, Peking zu helfen. Aber das Edikt vom 18. Juli befiehlt Schutz und verspricht Entschädigung." Laffans Korrespondent fügt zu, der Bericht von einer großen Entsatztruppe habe den Wandel herbeigeführt. Der en g Hf che Gesandte in Peking telegraphiert vom 31. Juli: Die Gesandtschaft leistete bis zum 15./16. Juli den chinesischen Angriffen Widerstand. Seit j)em 16. Juli ist ein Waffenstillstand geschlossen. Ein dichter chinesischer Kordon umschließt die Gesandtschaft. Sämtliche Frauen und Kinder sind in der japanischen Gesandtschaft. Die englischen Verluste betragen 62 Tote und Verwundete. Dieser sowie der gestern mitgeteilte Bericht des deutschen Konsuls in Tschifu sowie ähnliche neueste Berichte des Vertreters von Japan und eine italienische Meldung stellen fest, daß die Auslän derin Peking sich wunderbarerweise gegen die Angriffe der chinesischen Soldaten — denn diese and nicht nur die Boxer werden übereinstimmend als Angreifer genannt — wenn auch unter schweren Verlusten haben halten können. Was insbesondere die Meldung des deutschen Vertreters betrifft, so ist ein Zweifel an ihrer Echtheit und Zuverlässigkeit ausgeschlossen, und sie deckt sich auch inhaltlich mit englischen und japanischen Berichten. Trotzdem entschließen sich ganz unverantwortlicherweise die Truppen der Mächte noch! immer nicht zum Vormarsch Es sind aber auch andere Betrachtungen, die sich, aufdrängen. Alle chinesischen Nachrichten stellen sich jetzt in vollster Klarheit, abgesehen von dem einen Punkte, daß die Gesandten noch leben, als frecher Schwindel heraus, und die Behauptung, daß sie den Schutz der Regierung genössen und sich unter ihm voller Sicherheit erfreuten, wird als eine bewußte Lüge erkannt. Es zeichnet sich! ferner auch, schon mit genügender Klarheit ab, daß die Kaiserin von China und ihre Ratgeber ihren guten Anteil an dem Verbrechen haben und nicht nur die revolutionär-anarchische Bewegung unter Führung des Prinzen Tuan und seinen Boxern. Man sieht also, wer die Verantwortung zu tragen hat und wen die Strafe für die Gefangenhaltung der Gesandten und die Ermordung eines Teiles der Schutztruppen wird treffen müssen. Außerdem aber kann man aus den Berichten entnehmen, daß in Peking die Angriffskraft der Chinesen außerordentlich gering gewesen fein muß, da die 500 Mann Schutztruppe, denen doch in der .Hauptsache die Verteidigung obgelegen hat, den Hauptteil der chinesischen Armee aufzuhalten vermochten. Vom 13. Juni bis 16. Juli, an dem letzteren Tage wurden die Angriffe eingestellt, haben sie in ununterbrochenen Kämpfen der chinesischen Armee und den Boxern erfolgreich widerstanden, teilweise vielleicht unter offensivem Vorgehen, da sich anders nur schwer erklären läßt, wie sie sich die notwendigen Lebensmittel haben verschaffen können. Man sieht also, daß sich in Peking der alte Satz bestätigt hat, daß eine an Zahl kleine europäische Truppe ausreicht, um einer um das Hundertfache überlegenen und unzivilisierten Masse die Spitze zu bieten, während im Gegensatz hierzu vor Tientsin 10000 Europäer die denkbar größte Mühe hatten, mit einem chinesischen Heere fertig zu werdn, das aller Wahrscheinlichkeit nach etwa 50000 Mann stark gewesen sein dürfte. Die Truppen, über die wir jetzt in Tientsin verfügen, genügen jedenfalls, um den Vorstoß auf Peking zu wagen, eine Auffassung, die ja auch in Tientsin selbst von den befehlführenden Offizieren geteilt wird. Was die Vorgänge in Peking selbst anlangt, so ist noch immer unklar, oft die Europäer, wie es zuerst hieß, sich alle nach der englischen Gesandtschaft geflüchtet und dort verteidigt haften,' oder oft sie sich in ihren Gesandtschaftshäusern gehalten haften. Jetzt, wo der hermetisch schließende Ring wenigstens für Nachrichten durchbrochen zu fein scheint, wird es wohl nicht lange dauern, bis wir auch darüber nähere und ausführlichere Nachrichten bekommen werden. Hinzuweisen ist noch darauf, daß die Gesandten selbst mit allem Nachdruck um Entsatz bitten. Damit wird die Vorspiegelung Li-Hung-Tschgngs hinfällig, der in einem Borrücken der europäischen Truppen eine schwere Gefahr für die Gesandten erblicken will, denn wenn eine solche vorhanden wäre, so würden die Gesandten selbst,, die darüber an Ort und Stelle doch ein Urteil haben müssen und so sehr persönlich daran interessiert sind, nicht zu einem Schritte drängen, der ihnen selbst gefährlich werden konnte. Ueber die Lage in Peking wird von franzö- »ifchen Agenten aus Shanghai telegraphiert, daß die Angriffe auf die Gesandtschaften feit einigen Tagen haben. Vollständig zerstört seien die österreichische, spanische, italienische und niederländische Gesandtschaft, die französische nur teilweise, der Kaiser und die Kaiserin seien in Peking. — Der französische Admiral Courejolles telegraphiert am 26. Juli: Die Ruhe beginnt in Peking wieder einzukehren. Ein kaiserlicher Erlaß enthält die Erklärung, die Regierung sei nicht verantwortlich für die bedauerlichen Vorkommnisse, sie: mache alle Anstrengungen, den Frieden wiederher--^ zustellen und den Verträgen gemäß die Fremden zu schützen. Ein Telegramm aus Shanghai vom 30. Juli meldet^ 7??/ Hung-Tschang habe auf eine Anfrage der chinesischen Regierung erklärt, er werde die Gesandten als Geiseln behalten, um den Vormarsch der Alliierten auf Peking zu verhindern und günstige Bedingungen für die Kaiserin-Witwe zu erzwingen. Preßburg, 31. Juli. Das Unpäßlichsein der Erzherzogin Henriette ist nur ein ganz leichtes und gefahrloses. * • Der Auslauf der deutschen Dampfer Aacheu und Straßburg hat Dienstagnachmittag in Bremerhaven stattgefundeu. Trotz der stürmischen See wohnte der Kaiser dem Auslauf bei. An Bord der Hohenzollerw befand sich das Kaiserpaar, die Prinzen und Graf Bülow.. Die Aachen führt ca. 500 Mann mit sich, nämlich eine Sanitäts-Kompagnie, eine Feldbäckerei-Kolonne und eine halbe reitende Feldhaubitzen-Munitions-Kolonne. Die Straßburg hat 1500 Mann an Bord, nämlich das erste Bataillon dies ostasiatischeu Infanterie-Regiments Nr. 2. Den mit der Aachen abgehenden Truppen rief der Kaiser Ast- „Lebt wohl, Kameraden. Betragt Euch gut und macht mir Ehre. Adieu, Kameraden!" Eine Ansprache erfolgte nicht. Die Schüsse fahren soeben halb fünf aus dem Hafen. — Der Kaiser hat dem Chef des deutschen ostasiatischenl Expeditionskorps, Generalleutnant v. Lessel, den Rang eines kommandierenden Generals verliehen. Wie man aüs Rom meldet, soll der Papst die Veröffentlichung einer Encyklika beabsichtigen, worin die Stellung des Vatikans gegenüber den Vorgängen in China? klargestellt wird. Der Papst wird darin nachweisen, daß er schon seit geraumer Zeit nichts unterlassen habe, die Regierungen auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. • * • Telegramme beS Gietzerrer Anzeigers. Berlin, 1. August. Infolge des zweimaligen Aufrufs zur Meldung Freiwilliger für die China-Expedition haften sich, wie nachträglich bekannt wird, weit über 120,000 Mann und nicht weniger als 3650 Offizier e gemeldet. Für die ostasiatischen Reiter-Regimenter find die Meldungen weniger zahlreich eingegangen. London, 1. August. Eine Meldung aus Peking vom 21. Juli über Tientsin besagt: Die ersten Nachrichten von außen erreichten uns am 18. Juli. Das Scheitern des Seymour'schen Entsatz-Versuches verschlimmerte unsere Lage bedeutend. Am 19. Juni hatte bereits das Tsung-li-Damen die Beziehungen zu uns formell abgebrochen nnd am 20. Juni den Krieg erklärt. Die britische Gesandtschaft nahm mehr als 400 Nicht-Kombattanten auf. Tausend Flüchtlinge fanden Schutz in dem Palast des Prinzen Tsching. Nach 26tägigem heftigem Kampfe kam es endlich zu einem Waffenstillstand. Die Amerikaner behaupten eine starke Stellung auf der Stadtmauer. Alle sind sehr erschöpft. Die hier eingetroffenen Nachrichten von den unterwegs befindlichen starken fremden Truppenteilen haben sehr heilsam gewirkt. Trotzdem sollten die Mächte auf ihrer Hut sein. London, 1. August. Nach den neuesten Meldungen soll die Kaiserin von China sich bereits in Sian-Fu aushalten. Die Erklärung dieser Stadt als Hauptstadt soll bevorstehen. Brest, 1. August. Die Artilleristen des ExPeditionS- Korps für China schifften sich gestern hier unter den Hochrufen einer großen Volksmenge nach Boulogne ein. Der Krieg in Südafrika. Die Meldung von der Kapitulation des Bure n- führerS PrinSloo blieb in London fast unbeachtet. Der Krieg in China und besonders der Mord in Monza nehmen dort wie überall das Haupt-Jnteresse in Anspruch. Alle englischen Blätter drücken ihre größte Teilnahme für das italienische Königshaus und Volk aus. Prinsloos Uebergabe könnte aber doch in London al- große Herzenserleichterung wirken, besonders nach der neuerlichen Enttäuschung darüber, daß es nicht gelungen war, die in Sicht befindliche Artillerie und den Troß Bothas aftzufangen. Man hofft in London, daß demnächst Christian Dewet, der bei seinem Versuch sich durchzuschlagen mit 1500 Mann, hauptsächlich Kolonialrebellen, den Vaak bei Vredefert erreicht hat, ebenfalls zur Uebergabe gezwungen werde. Seine Absicht, sich Delarey anzuschließen, der Baden-Powell in Rustenburg noch immer im Schach hält, gilt als gescheitert und der Rückzug aus seiner Stellung als nahezu aussichtslos. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Zeerust vom 29. v. Mts. gemeldet: Es geht das Gerücht, daß die Buren gegen Zeerust vorrücken. Alle Regierungsvorräte wurden nach dem Lager geschafft, das sorgfältig hergerichtet worden ist. Die Transportzüge nach dem Elandsfluß sind eingestellt worden. Späher des Feindes wurden im Distrikt bemerkt. Ein eingeborener Späher berichtet, daß 400 Buren in Steenboksontein lagern. — Demselben Bureau wird aus Fouriesberg vom 30. gemeldet: Die Buren, die sich Hunter ergaben, bestanden unter andern aus dem 550 Mann starken Kommando von Ficksburg und dem 450 Mann. Markus Bauer 187 starken Kommando von Ladybrand, mit diesen fielen 1500 Pferde, zwei Kanonen und 50 Wagen in die Hände der Briten. Biele Buren find über NaauwportSnek gegangen, um fich Macdonald zu ergeben, andere kommen noch fortwährend an. Die Kommandos von Harri- smith und Vrede bewegen sich noch ungehindert umher. , Für den angeblichen Afrika-Reifenden Westmark, der seinerzeit auch in Gießen Dorträge hielt, interessiert fich die Münchener Staatsanwaltschaft. Aus folgender Mitteilung im „Bayerischen Central-Polizei-Blatt" geht dies hervor: „Westmark, Theodor, angeblich schwedischer Oberleutnant a. D. und Afrikareisender, hat am 14. Mai 1900 hier einen öffentlichen Vortrag über Reise-Erlebnisse gehalten. Derselbe will mit Stanley am Kongo gewesen sein. Westmark ist der deutschen Kolonialgesellschaft in Berlin nur aus Beschwerden bekannt, die über ihn eingelaufen sind. Es wird ersucht, den 2c. Westmark, der in Bayern in kleinen Städten öffentliche Vorträge gehalten hat, zu veranlassen, sich über seine Person auszuweisen. 10. Juli 1900. Kgl. Staatsanwaltschaft." -tz. Wieseck, 31. Juli. Heute vormittag hörte man in der Eichgasse den Ruf „Feuer". In der Hofraite des Jacob Drescher qualmte der Rauch unter dem Dachstuhl des Wohnhauses hervor. Durch das rasche Eingreifen der Nachbarn und des Eigentümers wurde das Feuer alsbald gelöscht. Es sind einige Balken vollständig durch- und viele sehr angebrannt. Das Feuer ist durch einen Kaminbrand 10^Mk". '^>CC erwachsene Schaden beläuft sich aus ca. Wegen vorgerückter Saison ▼erkaufe ich die noch vorrätigen Waseh-Anzüge, Binsen, Hosen, Loden-Joppen und Sommer-Havelocks zn bedeutend herabgesetzten Preisen. Deutsches Keich. Berlin, 31. Juli. Aus Helgoland wird gemeldet: Der Kaiser begab sich gestern nachmittag von Helgoland nach Bremen-Feuerschiff, wo die Begrüßung mit den deutschen Truppen auf der auslausenden „Sardinia" in feierlicher Weise erfolgte. Später nahm der Kaiser den Vortrag des Grafen Bülow sowie des Vertreters des Zivil- kabinettS entgegen. Zur Nacht kehrte die „Hohenzollern" nach Helgoland zurück. Heute vormittag begab sich der Kaiser nach Bremerhaven. Von dort wird gemeldet: Die „Hohenzollern", die am Vordermast die italienische Flagge auf Halbmast führt, ankerte nach 1 Uhr gegenüber der Einfahrt zum Kaiserhafen auf dem Strom. Um 3 Uhr kam das Kaiserpaar an Land zur Besichtigung der heute nach China abgehenden Truppen. — Wie aus Oels gemeldet wird, stattete der bei seinem Schwiegersohn in Zessel bei Oels weilende Finanzminister v. Miquel dem Kronprinzen aus dem Oelser Schlosse einen Besuch ab. —■ Das Bocken heim er Husarenregiment, dessen Ches König Humbert gewesen ist, wird eine Abordnung zu den Beisetzungsseierlichkeiten nach Rom entsenden. Das Offizierkorps dieses Regiments hat auf Befehl des Kaisers Trauerflor angelegt. — Die Ueberführung der Leiche des Herzogs Alfred zur Aufbahrung in der Koburger Moritzkirche erfolgt mit großem Leichenkondukt morgen nachmittag. Der Zustand des Herzogs hatte sich seit seiner Rückkehr aus Herkulesbad am Freitag voriger Woche reißend verschlechtert, so daß schon in der Nacht zum Samstag wegen eingetretener Er- j stickungSanfälle das Schlimmste befürchtet und der Luströhrenschnitt vorgesehen wurde. Durch den zum Kehlkopfkrebs hinzutretenden Zungenkrebs war das Sprechen sehr erschwert, doch waren heftige Schmerzen nicht vorhanden. Die Krankheit datiert seit Januar 1898, wo der Herzog wegen eines Ekzems das ägyptische Bad Heluan aussuchen mußte, das vorübergehend Linderung brachte. — Die Regierung von Reuß ä. L. verbot das I nachgesuchte Auftreten deutsch - radikaler Abgeordneter aus Oesterreich innerhalb des Fürstentums I unter Hinweis auf das Bundesverhältnis zwischen Deutsch- I land und Oesterreich. selben das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Waisen, geld beträgt: 1. für Kinder, deren Mutter lebt und zur Zeit des Todes des Lehrers zum Bezug von Wittwengeld berechtigt war, V5 des Witt- wengeldes für jedes Kind; 2. für Kinder, deren Mutter nicht mehr lebt oder zur Zeit des Todes des Lehrers zum Bezug von Wittwengeld mcht berechtigt war: a) Beim Vorhandensein eines bezugsberechtigten Kmdes 23 des Wittwengeldes, b) beim Vorhandensein zweier bezuas- bercchtigter Kinder die Hälfte desselben für jedes Kind, o) beim Bor- handensem von 3 oder mehr bezugsberechtigten Kindern ein Drittteil desselben für jedes Kind. Das Waisengeld für sich und Wittwen- und Waisengeld zusammen dürfen den Betrag von 1200 Mark nicht übersteigen. Bei Anwendung dieser Beschränkung wird das Waisengeld entsprechend gekürzt. Die Zahlung des Wittwen- und Waisengeldes beginnt mit dem Ablauf des Sterbequartals, für die nach diesem Zeitpunkt geborenen Kinder mit dem Tage der Geburt, -vas Recht zum Bezug des Wittwengeldes erlischt mit Ablauf oes Monats, m welchem die Wittwe sich wieder verheiratet oder stirbt, ^vas Recht zum Bezug von Waisengeld hört mit dem Ablauf des Monats auf, in welchem das bezugsberechtigte Kind stirbt oder das 181 "bensiahr vollendet oder sich verheiratet. Das Wittwen- und Waisengeld wird monatlich im Voraus ausbezahlt. Die Wittwen von zur Zeit des Erlasses dieses Gesetzes bereits verstorbenen oder pensionierten Lehrern, die eine 10jährige ^^ugere Dienstzeit zurückgelegt haben, erhalten ein Wittwengeld von 500 Mark jährlich. Das erhöhte Wittwengeld ist in den vorbezeichneten Fällen der Berechnung der gesetzlich zu zahlenden Waisenpensionen zu !e0fn- 2m Uebrigen findet daS gegenwärtige Gesetz auf die vet dem Inkrafttreten desselben vorhandenen Wittwen und Hinterbliebenen Kinder von Lehrern, sowie auf die Wittwen und Waisen der an diesem Zeitpunkt bereits pensionierten Lehrer keine Anwendung. Gegenwärtiges Gesetz tritt mit dem 1. April 1900 in Kraft. ** TeS JugendfrsteS wegen werden am Donnerstag die Stadttouren der Omnibusse nur in beschränktem Maße gefahren. Neueste Meldungen. I Berlin, 1. August. Man erfährt aus RegierungS- I kreisen, Kaiser Wilhelm werde wahrscheinlich nicht I "ach Rom zu den Beisetzungsfeierlichkeiten reisen, sondern wahrscheinlich den Prinzen Heinrich entsenden. I 1' August. König Leopold, der augenblicklich m Norwegen weilt, wurde in Bergen von der Ermordung des König Humbert benachrichtigt. Die Rückkehr I des Königs Leopold hierher erfolgt am 8. oder 9. August. — Prinz Albert von Belgien wird die königliche Familie bei der Beisetzung des Königs von Italien vertreten. - । Die königliche Familie hat seit gestern eine zweiwöchentliche Hoftrauer für den ermordeten König von Italien angelegt. Namur, 1. August. In der Pulverfabrik Jonck (Jambes) fand aus bisher noch unbekannten Gründen eine I Explosion statt. Zwei Arbeiter wurden schwer verletzt und werden wahrscheinlich ihren Wunden erliegen. I Paris, 1. August. Das Nordgeschwader verläßt I Cherbourg am 10. ds. Paris, 1. August. Der „Gaulois" veröffentlicht fol- I gendes Telegramm aus Rom: Große Aufregung I herrscht in Mailand. Sämtliche Truppen sind in den Kasernen konsigniert. Mehrere Blätter fordern die Regierung aus, jede geringste Volksbewegung energisch zu I unterdrücken. Rom, 1. August. Der Ministerrat tagt fortdauernd unter dem Vorsitz des Kriegsministers. In Anwesenheit I des Königs Victor Emanuel sollen heute die Siegel von I den Privatgemächern des verstorbenen Königs abgenommen I werden. Eventuelle letztwillige Verfügungen sollen sofort I veröffentlicht werden. Kondolenztelegramme laufen fortge- I setzt in großer Menge ein. Der Ministerpräsident kehrt heute aus Monza hierher zurück. Es bestätigt fich, daß der Mmisterrat beschloffen hat, bei dem geringsten Ausbruch von Unruhe über die Lombardei den Belagerungszustand zu verhängen. — Trotz der bestimmten Erklärung Brescis, aus eigener Initiative gehandelt zu haben, glaubt die Polizei an ein Komplott und stellt Recherchen nach Genossen des Attentäters an. Rom, 1. August. Die Anzeichen für ein Komplott mehren sich. Man glaubt, daß ein vor der königlichen Tribüne zwischen Arbeitern entstandener Streit absichtlich in Szene gesetzt worden sei, um die Aufmerksamkeit des Publikums vom König abzulenken. Ebenso sollen Drohruse gegen den König und die königliche Familie ausgestoßen worden sein. Da man nicht wußte, welchen Weg der könig- | liche Wagen nehmen würde, so vermutet man, daß mehrere Meuchelmörder an verschiedenen Punkten aufgestellt waren. Der Magistrat von Rom beschloß, die Minister aufzufordern, den Wunsch auszusprechen, daß der Leichnam König Humberts im Pantheon begraben wird. Dieser Beschluß spiegelt das einmütige Gefühl der gesamten Nation wieder. Monza, 1. August. Gestern war die Königin in etwas gefaßterer Stimmung. Sie traf persönlich viele Anordnungen und empfing zwei von Kardinal Ferrari entsandte Priester, die ihr dessen Beileid ausdrückten, sowie mehrere Deputationen; dann las sie die aus aller Welt eingegangenen Telegramme durch. Der Kardinal-Erzbischof von Mailand sandte allen ihm unterstellten Parochien em Rundschreiben, in dem das furchtbare Verbrechen bedauert und zu Seelenmessen aufgesordert wird. Mailand, 1. August. Die Polizei soll bereits vorige Woche eine anonyme Warnung erhalten haben, sie möge sich in den Tagen vom 25. Juli bis 2. August in Acht nehmen. Daraus ordnete sie an, daß sämtliche Hotels der Stadt während der ganzen Nacht alle Fremden, die eintreffen, auch nach Mitternacht noch sofort der Polizei zu melden hätten. I _ -®- Heuchelheim, 1. August. Mit dem Monat August I »st die Zeit der Kirchweihfeste herbeigerückt. Die hie- I fiZEN Gastwirte sind am vorigen Sonntag dahin überein- ■ gekommen, für die ^olge die Kirmes an einem früheren | Sonntag, womöglich schon vor der Erntezeit, abzuhalten. I Die diesjährige Kirmes ist auf den 12. und 13. August I festgesetzt, zu der fich zwei Gastwirte um Militärkapellen I bemüht haben, die auch ihr Erscheinen zugesagt haben I sollen. | b. BadRauheim, 31. Juli. Ein schrecklicher Nn- I glücksfall ereignete sich heute nachmittag um 1 Uhr auf I dem hiesigen Bahnhose. Ein Fräulein von 17 Jahren, das I hier zu Besuch geweilt hatte, wollte mit dem Zuge nach I Frankfurt fahren. Sie hatte sich etwas verspätet, erreichte I jedoch den Zug noch, der sich im selben Augenblicke in Be- I wegung setzte. Das Fräulein sprang aus das Trittbrett, I gnff aber jedenfalls mit der Hand fehl, glitt ab und fiel I unter die Räder. Der Körper der Unglücklichen wurde I buchstäblich in zwei Teile zerschnitten, und der Tod war auf I der Stelle eingetreten. I Lauterbach, 1. August. Heute find es 25 Jahre, daß I Stationsvorsteher Lotz auf hiesiger Eisenbahnstation seines I mühe- und verantwortungsvollen Dienstes waltet. __ Das I diesjährige HainigSsest findet in der seitherigen Weise I Sonntag den 12. August statt. Der Lauterbacher Turn- I verein hat auch diesmal die Vorbereitungen hierzu in die Hand genommen. Inheiden, 31. Juli. Gestern mittag ereignete sich hier ! ein bedauerlicher Unglücks fall. Der 26 Jahre alte verheiratete Baumwärter Heinrich Frank von hier war an der Kreissäge des Dreschmaschinenbesitzers Perschbacher beschäftigt, wobei er mit der linken Hand so unglücklich in die Säge kam, daß ihm die ganze Hand verstümmelt wurde. Er wurde sofort ins Krankenhaus nach Hungen verbracht. I Darmstadt, 31. Juli. Wie die „N. H. V." schreiben, wird auf Veranlassung des Finanzministeriums in aller- I nächster Zeit im Großherzoglichen Staatsverlag eine amtliche Handausgabe des Gesetzes über die allgemeine Ein- I kommensteuer im Großherzogtum Hessen erscheinen, die gleichzeitig und zwar zum erstenmale die Anweisung zur Ausführung des Gesetzes enthalten wird. Ebenso wird eine Handausgabe des Gesetzes über die Ver ! mögenssteuer erscheinen. Durch diese Ausgaben, die voraussichtlich in acht bis zehn Tagen durch den Buch- I handel zu beziehen sein werden, wird die Regierung vielfach I geäußerten Wünschen entgegenkommen. Darmstadt, 1. August. Der Großherzog erteilte I heute weder Audienzen, noch nahm er Meldungen und Vor- I träge entgegen. — Die Reise des Großherzogs nach Paris zum Besuche der Ausstellung ist jedenfalls wegen des Ablebens seines Schwiegervaters bis aus weiteres ver- I schoben worden. — Der preußische Gesandte, Prinz zu I Hoheulohe-Oehriugen, hat einen längeren Urlaub I angetreten. Mainz, 31. Juli. DaS Bischöfliche Ordinariast I h'er hat folgendes AuSschreiben erlaffen: „ - letzten Tage haben uns die traurigsten Nachrichten aus Lhina j gebracht. Der Gesandte des Deutschen Reiches, ein naher Verwandter 1 Ausland. .. 8°nbon, 31. August. Der Prinz von Wales wird die Königin bei den Leichenfeierlichkeiten für den Herzog Alfred von Sachsen-Koburg und Gotha in Kobura vertreten. Brüssel, 31.Juli. Die englischePostverwaltung verbot die Einführung der drahtlosen Tele- graphie auf den Postdampfern zwischen Dover, Osten de und Calais, deren Einführung kürzlich seitens Belgiens beschlossen worden war. DaS Verbot ist hier nn- verständlich. Wien, 31. Juli. Laut der „Ostdeutschen Rundschau" sind im zweiten Halbjahre 1899 nach dem amtlichen Be- richte des Oberkirchenrats der evangelischen Gemeinde 2936 Personen zur evangelischen Kirche übergetreten, im ersten Halbjahr 3449, zusammen 6385. Czenstochau (Ruff. Polen), 31.Juli. Sechs Fahnenflüchtige des hier garnisonierenden Schützenbataillons wurden gestern erschossen. Die sechs Manu desertierten, weil das Regiment nach dem chinesischen Kriegsschauplatz befördert werden sollte. Belgrad, 31.Juli. Der Kaiser von Rußland hat zugesagt, Trauzeuge beim König Alexander zu sein, und seinen Geschäftsträger Mansurow mit seiner Vertretung bei dem Trauakte beauftragt. Die Braut des Königs, Frau i Maschin, erhielt vom Zaren ein prachtvolles Brillantdiadem I als Hochzeitsgeschenk. König Milan will, wie es heißt, trotz aller Hinderniffe am Tage der Hochzeit seines Sohnes nach Belgrad kommen. New-York, 31. Juli. Die Fabriken in Paterson (der amerikanischen Hochburg des Anarchismus. D. Red.) entlassen italienische Arbeiter. de» Bischofs Wilhelm Emanuel v Kettelet, ist in Peking ermordet christliche Missionäre und eine Anzahl einheimischer eurr, paifäer Christen sind bedroht oder bereits demselben blutigen Schicksal erlegen. Außerdem wurden zahlreiche Kirchen und Anstalten der chnst- ichen Missionen zerstört. Zur Bestrafung der Uebelthäter, zur Schad- loshaltung für die erlittenen Verluste, wie nicht minder zum Schutz der . m 'x» Sanbe sah sich auch die deutsche Reichsregierung genötigt, Reichstruppen nach Ostasien zu entsenden. Wir ersuchen daher die Herren Pfarrer, bte ihnen anvertrauten Gläubigen zu innigem Gebete aufzufordern, damit Gott die Waffen unserer Truppen segne, welche UN fernen Osten für so wichtige Jntereffen im Verein mit anderen chrifi- r?en Mächten kämpfen. Möge er ihnen Sieg verleihen, damit der Verfolgung der Christen Einhalt gethan und Eintracht und Friede in jenem Lande wieder hergefiellt werde." — 3n den ersten Tagen des Monats August treffen ^40 österreichische Lehrer mittels Extrazuges hier ein. Die Lehrer kommen von der Besichtigung der Pariser Weltausstellung nach Mainz, um hier einen Tag zu verbleiben. Sie werden von hier aus eine Rheinfahrt unternehmen und auch unsere Nachbarstädte besuchen. •* Kleine Mitteilungen au« Hesse« und den Nachbarstaaten. Bei dem Turnverein zu Alsfeld findet Sonntag den 5. August die Schlußsteinlegung am Turnhallenbau ‘ statt. -ou der Feier sind die Nachbarvereine eingeladen worden. — In Wixhausen erschoß dieser Tage ein Einwohner einen aus Darmstadt entflogenen Papagei. Beim Herunter- fallen des tödlich getroffenen Tieres vom Baume sagte dasselbe laut und deutlich: „Ich sag'« dem Papa!" — Der Prinz von Wales trifft Mitte August in Homburg zu längerem Kuraufenthalt ein. — In Hungen wurde der seitherige Beigeordnete Christian Jokel wiedergewählt. Gieße«, den 1. August 1900. acE "Das Regierungsblatt Nr. 58 vom 30. Juli veröffentlicht das Gesetz über die Wittwen- und Waisen- Buntte berv^heben Ziehrer, aus dem wir nachstehende Punkte yervorheben: 7 d»4wÄC SÄVr -u entrichten. - Anspruch auf Wittwen- und SJaifeTelt Maßgabe >er Bestimmungen dieses Gesetzes haben bte Mttwen unh Waisen 1. der tm aktiven Dienst oder im Ruhestand befindlichen btfhtitin «mgestellten Lehrer an Volksschulen, sowie bet an höhLe^LeLnsial n Anstalten für Richt:Vollsinnige unb sonstigen öffentlichen Anstalten mit den Rechten der Volksschullehrer definitiv angestellten Lehrer, welche nicht Mitglieder der geistlichen Wittwenkaffe ober des Civildiener-Wittmen- Instituts find; 2. der Schulverwalter, welche in Gemäßheit des At- LUels 65 des Volksschulgesetzes vom 16. Juni 1874 durch fünfjährige Berwendung auf einer mit Genehmigung Unseres Ministeriums des Innern offen gelaffenen Stelle in Beziehung auf Pensionsberechtigung bte Siebte der definitiv angestellten Volksschullehrer erlangt haben. . Die Höhe des Anspruchs auf Wittwengeld bemißt sich nach dem Drenstalter des verstorbenen Lehrers. Das Wittwengeld beträgt- vom 1. bis einschließlich 10. Dienstjahre 450 Mark, * n- // n 20. 500 „ " 21. , 30. „ 550 „ , 31. Dienstjahre an......600 a^e?9e(.b erhalten diejenigen ehelichen oder denselben gleich- stehenden Kmder eines Bolksschullehrers, welche zur Zeit des Todes des- 5244 Die Beerdigung hat am DienStagmorgen in Gießen stattgefunden. 5246 Giessen, den 1. August 1900. Danksagung Allen Denen, die unserer lieben Mutter 5252 Gießen, ben 1. August 1900. Wilh. Weber Mendorf a. d« Lumda, ben 1. August 1900. Ludwig Lüll 5253 Am Tage des Jugendfestes ist die Anstalt Mittags geschloffen 6 Platz 6 Jugendfrei ver> das Jos.Seeler, Ludwigstr.20 6251 Dr. Oetkers . Mk. 98.654.000.— auf & 10 2692 Schmidt. 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August, vormittags */zl0 Uhr, vom Sterbehause, Grünbergerstrasse 27, aus. Heör. Adami. Neuner & Krumm. A. & H. Wallenfels K. Arnold II. Hussav Walter. A. W. Schulhof. Ang. Noll II. Keinrich Wallach. K. A- Nassauer. Hart Schwaak. Hebt. Wichet. Gmtt Alschbach. A. Heisse. Bezugnehmend aus obige Anzeige werbt ich bestrebt sein, allen Wünschen meiner werten Abnehmer gerecht zu werden und verbinde hiermit die ganz ergebene Bitte, mein neues Unternehmen zu unterstützen, indem Sie mir das gleiche Wohlwollen entgegenbringen möchten. Hochachtungsvoll Anerkannt gute Aüche. 03175 Pfg. Millionenfack bewährte Rezepte gratis von 031711 Ein ordentliches Laufmädchen gesuckt. Bismarckvratze 6, H. (inöbl. Zimmer mit separatem Eingang zu vermieten. Dammstr. 28, pari. (möbliertes Zimmer zu vermieten. Auf JJ* Wunsch 2 Betten. Wolkeng. 21, I, Cfcrbl. möbliertes Zimmer per sofort zu vermieten.Wilhelmstraße 3. 5249 Der Vorstand. Unterricht in Violine «.Zither wird erteilt, die Stunde 70 Pfg. 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I. die Schlachtfelder von Metz und Umgegend zu besuchen und erlaubt sich, alle Teilnehmer (auch Ntchtmit- glteder, einheimische oder auswärtige) zu einer Besprechung auf Freitag den 3. August, abends 9 Uhr, in die Restauration Felde! (Bavaria) einzuladen. Anmeldungen zur Teilnahme werden bi« zum 6. l. Mts. von Herrn A. Dickorv, Schanzenstraße 8, entgegen genommen. 5248 Der Ausschuß. 60,000 Mk. im ganzen oder geteilt, gegen 1. Hypothek auszuleihen. Offerten unter A. B. 03178 an die Expedition dieses Blattes. Frau Elise Bogt, geb. Möhl, die letzte Ehre erwiesen, sowie für die zahlreiche« Blumenspenden sagm herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Kleiner Mk« zu bernteten.0 (SötL HauS zu verpachten oder zu verkaufen. Näheres Neuenweg 89. 03184 Klebers Würfel- Cbee echt chines.) billigste und S1tot. MchlhM«. Areibarrk. 5237 Jg. Mann, evangel., 20 I., sucht per sof. ob. später paffende Stellung als Buchhalter und Kontorist. Offerten unter G. Nr. 03169 an die Expedition d. Bl. 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