Donnerstag den 2 August i», «Litton und Drucks: -ch«tHr«tze Nr. 7. ®ea«t*e ww iBpifle* zu bet w**tttag» für b* X*t *W*mbeH Nummer M wenn. M lttzr. VötchMANßm Ip »testens ümM »er-er «Df «n-eigtn.BermitttungSftell-n bei In- tmb HmioM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entfef*. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 2Ö Pfg. bei einem Schießunfall auf dem Fort Tibnrtino, der ihm eine leichte Verwundung eintrug, Gelegenheit, feine Kaltblütigkeit zu beweisen. Im 5. Regiment durchlief er treffe für Depeschen: Anzeiger chie-n», Fernsprecher Nr. 61. Gratisbeilage: Giessener FamiiieMätter, Der heWtze Landwirt, Wätier für hessische DMsknnLe. . ... In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende, 6c* tciligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidritt- teilen der Anwesenden, und find unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich. Kommen gütige Beschlüsse nicht zu stände, so hat Zu 1.: die Bollzugskommission die erforderlichen Beschlüsse ZU fassen; zu 2.: Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Sachverständigen und die Schiedsrichter zu ernennen. Friedberg, den 27. Juli 1900. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: Spam er, KreiSamtmann. Bekanntmachung. Betr.: Die Abhaltung des Jugendfestes. Donnerstag den 2. August lfd. Js., nachmittags von 2 Uhr ab, wird das diesjährige Jugendfest im Philosophen- walde abgehalten werden. Zwecks Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bestimmen wir hiermit, daß an genanntem Tage von 1% Uhr nachmittags ab der Fuhrwerksverkehr nach dem Philosophenwald nur den Mittelweg entlang und von da zurück nach der Stadt nur durch die Eichgärten; von 6 Uhr nachmittags ab aber in umgekehrter Richtung bewerkstelligt werde. Das Publikum wird gebeten, sich nicht in den Zug heremzudrängen, auch nicht die Spielplätze im Philosophenwalde zu betreten oder in die Spiele einzugreifen. Gießen, den 30. Juli 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Victor Emanuel III. I „ Das Leben des Enkels des großen Königs, dessen I Namen er trägt, der jetzt niedergebeugt unter dem Ein- I druck des schrecklichen Endes, das sein Vater gefunden I aber zugleich gestählt in der Pflicht gegen fick;- selbst, gegen I und gegen das Andenken des Gemordeten, den I Thron besteigt, hat sich in stiller und ernster Vorbereitung | ?uf seinen Beruf vollzogen und erregte erst in der Oeffent- I lrchkeit das Interesse weiterer Kreise, als er am 24. Oktober I die Prinzessin Helene von Montenegro, die schöne I Tochter der schwarzen Berge als Gemahlin heimführte. I Biktor Emanuel Ferdinand Maria Januarius — den I letztem Namen trägt er in Erinnerung an den Schutz- I heiligen seiner Geburtsstadt Neapel, am 11. November I ^$09 geboren, wurde von den neapolitanischen Stadtvätern I über die Taufe gehalten und in die von der Stadt Neapel I geschenkte Prunkwiege gebettet. So knüpfte der Neuge- I borene schon ein Band um den italienischen Norden und Süden, an dessen Befestigung er im spätem Leben durch mehrjährigen Aufenthalt in der Hauptstadt des ehemaligen Bourbonenreicheß! treulich weitergearbeitet hat. Seine erste Jugend, bereits vom Frühjahr 1870 an, verbrachte er abwechselnd in Monza und Rom, unter der zärtlichen Obhut einer Mutter, die ihn über alles liebte und manches mal in banger Sorge um den Knaben war. Tenn die zarte Körperbeschaffenheit des Prinzen erforderte die sorgfältigste 1 Fürsorge für feine physische Erziehung. Dank dieser Fürsorge, die ihn jede Art von kräftigenden Leibesübungen treiben ließ, entwickelte sich der Prinz so günstig, daß eine gründliche ärztliche Untersuchung in seinem 20. Lebens- | jahre feststellen konnte, er sei zwar infolge raschen Wachstums und geistiger Anstrengung in seinen körperlichen Kräften etwas beeinträchtigt, aber dank emer guten Konstitution habe sein Zustand nichts Beun- rnhigendes. Entsprechend den lebhaften geistigen Interessen der Königin Margherita wurde ihm eine gründliche allgemeine Ausbildung zu teil, sodaß Viktor Enianuel, I der auch aus eigener Anlage an den Studien Gefallen fand, I zu den be ft unterrichteten Fürsten Europas ge- I hort. Nachdem er der Anleitung einer englischen Erzieherin I entwachsen war, haben die Professoren Rizzi und Morandi I wissenschaftlichen Studien während der 80er Jahre I geleitet, und eine gediegene Anteilnahme an literarischen I A"'llerischen Bestrebungen in der Seele des Jünglings I machen ^bieten hat sich Viktor Emanuel I eine saft fachmännische Kennerschaft erworben, wie z. B. I ui der Numismatik; er ist heute noch ein eifriger Münzen- I sammler. Ein ernstes Streben, seine Kenntnisse und An- | Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Veranstaltung von Verlosungen innerhalb des Großherzogtums. . , T)er Ortsvorstand zu Büdingen beabsichtigt mit dem dortselbst am 20. Februar 1901 stattsindenden Petrimarkte eine Scrlojung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und sonstigen Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zu fönncn^Cn gebrachte Vieh prämiieren Großherzogliches Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung ^^^^m^Edmgung erteilt, daß nicht mehr als 7000 Lose Stück ausgegeben werden dürfen, und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe wenbeu fmbUm $nfaUf Von Gewinngegenständen zu ver- Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. V 4 Gießen, den 1. August 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. schaumigen zu erweitern, ist ihm immerfort treu geblieben- bon der unermüdlichen Gewissenhaftigkeit, mit der er auf pieken allem sehens- und Wissenswerten nachging, wissen seine Adjutanten, deren Spannkraft nicht immer da ür ansreuhtc, ercht viel zu erzählen. Diese Reisen spielen in 'Nuer Entwicklung eine hervorragende Rolle; als Knabe ü lU9^at er in Begleitung seiner Eltern die verschiedenen Teile Italiens besucht, so im Winter 1881 Zilien und Kalabrien, im Herbst 1888 die Romagna, ein Jahr spater nach den Flottenmanövern bei Spezia die Insel und danach ganz Apulien. Mit Anfang des Jahres 1890 sollte er eine längere Reise durch den Orient und einen Teil Europas antreten; der plötzliche Tod seines Oheims, des Herzogs von Aosta, rief ihn wieder zurück, als er schon im Begriff war, sich in Palermo an Bord der Arabia einzuschiffen. Ende Februar trat er dann die unwrbrochene Reise in Brindisi an, die ihn durch Griechen- land und die Türkei nach Kleinasien, dem Sfchwarzen Meer uiid dem Kaukasus bis nach Persien und von da über Moskau und Petersburg nach Berlin führte. Erst um die Mitte ^uni kehrte er nach Rom zurück. Der folgende I Sommer sah ihn wieder mehrere Monate unterwegs; er I besuchte England, Schweden, Dänemark und von da über I Hamburg die Niederlande und Belgien. Im Jahre 1893 I » m.er als Gast des deutschen Kaisers nach Elsaß- I gingen, Baden und Württemberg, im folgenden Jahre besuchte er mit seiner Yacht Gajola im Frühjahr Griechen- | land, mt Herbst die kleinasiatische Küste. Im November I vertrat er den König bei dem Leichenbegängnis des I Zaren Alexander III. in Petersburg und machte auf der I Rückreise einen mehrtägigen Besuch in Berlin. Nack>- bem erim April 1895 dem Tassofesi; in Sorrent und dann der Eröffnung der Kunstausstellung in Venedig beigewohnt I hatte, wo er zum ersten mal mit der Prinzessin Helene I zusammentraf, unternahm er im Herbst wieder eine Fahrt I mit seiner Yacht nacfy Griechenland. Im Mai 1890 vertrat I er seinen Vater bei den Krönungsfesten in Moskau wo I auch die Montenegriner und seine künftige Braut wieder fra^S^iicfreife führte ihn in Potsdam mit dem deutschen Kaiser zusammen. Viktor Emanuel III. ist oft I Deutschland gewesen und stets mit herzlicher Freund- I '.Haft ausgenommen worden; er ist als junger Prinz I J*1 bte engen deutschi-italienischen Beziehungen hineinge- I wachsen, und wie einer Vorbedeutung dafür erinnert sich I Ttahenifdje Volk der bewegten Szene, als 1878 der fische Kronprinz auf dem Balkon des Quirinalpalastes I dvr den Augen der jubelnden Menge den neunjährigen I Knaben liebevoll auf dem starken Arm emporhob und küßte. I Dw gute Kameradschaft zwischen den Häusern Hohenzollem JSJ® oft seitdem treulich weiter gepflegt worden. t?lai2889r Humbert den, deutschen Kaiser in Berlin besuchte, begleitete ihn der junge Kronprinz und mürbe bamate, wie bereits erwähnt, a la suite bes k Husarenregiments Nr. 13 gestellt, dessen Chef sein Vater war. Bebeutungsvoll war auch bie jamn erwähnte Reise bes Kronprinzen von 1893 und seine Teilnahme an den Kaisermanövern im deutschen Neichs- lande, bei welchem Anlaß er a la suite des Königs-Jnfan- tene-Regiments Nr. 145 (Metz) ernannt wurde. Der französische Chauvinismus hat dem Hause Savoyen bie politische Äunbgebung/ die in dem Besuch des jungen Königs 1 von Italien auf dem mit deutschem Blut zurückeroberten .deutschen Boden lag, scharf angestrichen und sich lange Zeit nicht darüber beruhigen können; auch das Häuflein der Dreibundgegner in Italien murrte damals nicht wenig. Aber die große Mehrheit der national gesinnten Italiener stimmte dieser deutlichen Kundgebung der Bundestreue und Waffenbrüderschaft aufrichtig zu. Der letzte Besuch des Königs in Berlin fiel bekanntlich in den Mai dieses Jahres, wo er bei der Großjährigkeitserklärung des deutschen Kronprinzen am 6. Mai seinen Vater vertrat. m lebhaften und herzlichen Beziehungen zwischen Rom und Berlin sind auch auf die militärischen Neigungen des Königs nicht ohne Einfluß geblieben. Neben seinen wissenschaftlichen Liebhabereien widmete er sich mit größtem Eifer dem Heerwesen und ist ein tüchtiger Soldat dem man sogar eine über das italienische Turchschnittsmaß hmausgehende Schneidigkeit zuschreibt. Zu Pferde ist er eine sehr stattliche Erscheinung. Sein militärischer Erzieher war der Oberst Egidio Osio, der sich als Militärattachee der italienischen Botschaft aurfy in Berlin bekannt gemacht hat. Viktor Emanuel war im Oktober 1881 in das Ka- betten6au§ zu Neapel eingetreten, im Dezember 1884 zur Militärfchule in Modena übergegangen und trat am 11. November 1886, feinem 17. Geburtstag, als Freiwilliger in den aktiven Dienst. Im Dezember desselben Jahres zum Unterleutnant ernannt, wurde er am 26. Oktober 1887 äum Leutnant im 5. Infanterie - Regiment befördert, welches damals in Rom lag. Während er hier Dienft that, hatte der Leutnant Viktor Emanuel am 1. Mai 1888 Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung beö auf dem rechten Lahnuser liegenden Teiles der Gemarkung Gießen. Nachbem sich in dem AbftimmungStermin am 25. Sep- vor- Js. 352 beteiligte Grundeigentümer mit 155,9464 ha Fläche gegen die rubr. Feldbereinigung er» haben, während im ganzen 782 Grundeigentümer mik' r ’1987 ha an dem Unternehmen beteiligt sind, hiernach also mehr als die nach Art. 6 des Feldbereinigungs- gesetzeS erforderliche Mehrheit für die rubr. Feldbereinigung vorhanden ist und nachdem innerhalb der gesetzlichen Frist ”^!b.ufn9en gegen die Zulässigkeit oder Rechts- bestandlgken dieses Ergebniffes erhoben worden sind, hat ^''Usterium bei Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe den Beginn der Feld- bereimgungsarbeiten angeordnet, und den Unterzeichneten zum BereinigungSkommifsär ernannt. Indem ich die« zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ch in G-maßh-tt d-S Art 16 des Gesetzes vom 2g/September 1887 die sämtlichen beteiligten Grundbesitzer zu einer am DouaerStag, 33. August t mittags 10-/2 Uhr, iu der Turuhall- d-s Turu^ S' ftattfinbenben Berfammlung ein. Diese Versammlung hat: 1. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, oder den Abschätzungswert der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Maffegrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen; 21 die zur VollzugSkommisfion zu berufenden Sach- I verständigen und deren Stellvertreter, sowie ein I Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stell- I Vertreter zu wählen. s»»t»trU^cr^cm t?nncn ^ilnsche und Anträge seitens der I Beteiligten vorgebracht und beraten werden. I 1»OO Nezugsprets diertcljährl. Mk. SM monatlich 76 Psg. mit vringerlohur durch dir Abholrftell«, v^rteljährl. Mk. IM monatlich 66 PfG. Bei Postbezug Mk. 2,40 «it vestellgelb. Nr, 178 M Meßemr Anzeiger Heneral-An^eiger Amts, und Anzeigeblatt för den Uveis Gietzen. Mo andere bisher wegen Feuersgefahr ausbeschlossen I waren. Das Bogenlicht ermöglicht es, auch die Abend- I oder Nachtstunden zur Arbeit im Freien zu benutzen, und I dies kann in der Landwirtschaft zu einer vorteilhafteren Arbeitsteilung führen. Die Industrie wird I es mit Freuden begrüßen, daß ihre billige elektrisch Kraft I zur Verfügung gestellt wird. Hauptsächlich die Klein-Industrie wird Vorteile daraus ziehen: denn für sie war I es immer schwierig und kostspielig, für ihre Betriebe Kraft- I Maschinen zn beschaffen. Der bequeme Elektro-Motor, der I durch seine Eigenschaften allen anderen Kraftmaschinen | überlegen ist, wird ihr hochwillkommen sein. Wenn man I bedenkt, daß die Industrie nur da blühen kann, wo ihr I der Anschluß an eine billige Kraftquelle, wie es in den I Städten die Elektrizitäts- und Gaswerke sind, geboten ist, I so kann man annehmen, daß durch das neue Elektrizitätswerk in ganz Ober Hessen, auch auf dem Lande, diel Industrie einen neuen Aufschwung erleben wird. I Für die Landwirtschaft ist es ferner von Be-I deutung, daß das elektrische Pflüaen in großem 1 Maßstabe vorgenommen werden soll. Daß man elek- I irisch nicht nur billiger, sondern auch besser drischt als I bei Benutzung von Lokomobilen, ist bekannt. Der durch I aus gleichmäßige Gang der Elektro-Motoreir erzielt eine größere Druschleistung. Ein weiterer Vorzug des elektri- I scheu Dreschens besteht in der Gefahrlosigkeit und Einfach heit dieses Betriebes, bei dem das Bedienungspersonal I wesentlich reduziert wird. Ferner ist die Möglichkeit bei I dem leichten und bequemen elektrischen Antriebe zu jeder Zeit, ohne weitere Vorbereitungen dreschen zu können, für I den Landwirt von großer Bedeutung. I Auch eine Anzahl elektrischer Bahnen sind im Anschluß an das Oberhessische Elektrizitätswerk geplant. Es ist für diese wichtig, daß bei einem Betriebe I der Bahnen durch das Oberhessische Elektrizitätswerk, die eigentlichen Kraftstationen in Wegfall kommen. Das I hat zur Folge, daß die Anlagekosten dieser Bahnen wesent- I sich verbilligt werden, wodurch sich die Rentabilität derselben erhöht. Die Vorteile, ivelche den Gemeinden selbst I aus einem Anschlüsse an dieses Werk entstehen, sind I mannigfacher Art. Die Gemeinden erhalten vor allem eine zeitgemäße und elegante Beleuchtung, die billiger ist I als die vorhandene Petroleumbcleuchtung. Sobald sie als I Großabnehmer dem Werk gegenüber anftreten, erhalten I sie ans jede Stromabnahme einen besonderen Rabatt. Es I ist ihnen also ein Nutzen am Koiisuni gewahrt, genau so, I als ob sie ein eigenes Werk besäßen, ohne daß sie das I Risiko und die nicht unbeträchtlichen Anlagekostcn eines I solchen zn tragen haben. Ferner ist ihnen eine Beteiligung am Reingewinn des gesamten Unternehmens gesichert, ine I prozentual nach der Konsumbeteiligung verteilt wird. Ten I Gemeinden ist außerdem von feiten ihrer vorgesetzten Be- I Hörden jede Unterstützung und jeder Rat sicher, sodaß alle I diesbezüglichen Angelegenheiten durch letztere geregelt werden. Die Verträge, die im Ministerium ausgearbeitet I wurden und von diesem empfohlen werden, ermöglichen I unter den kulantesten Bedingungen einen Anschluß an I das Werk. ... ... I Bei Ausführung des Werkes werden alle Fortschritte I und Neuerungen der Industrie Verwendung finden. Auch I auf die Zukunft ist Bedacht genommen, sodaß die Seg- I innigen späterer Erfindungen so weit als möglich den Ve- I tciligten zukommen werden. „ , , Die gegenwärtig stattfindenden Konsnmerheb- I u n g e n haben den Zweck, das Interesse, das die Ortsange^ I hörigen (tuen einzelnen Gemeinden an dem Unternehmen I haben, zahlenmäßig festzustellen. Es gilt ferner die Annahmen, die bei Ausstellung des Projektes gemacht wurden, I zu prüfen. Die verteilten Anmeldeformulare sind unver- I bindlich, es verpflichtet sich also niemand bei Unterzeichn nung derselben. Die endgiltigen Erhebungen und Anmeldungen finden später statt, wobei alsdann die Kosten der Installation nach feststehenden, von den vorgesetzten I Behörden besonders genehmigten Tarifen, von vornherein I angegeben werden. Dadurch daß sämtliche Tarife und I Preise kreisamtlich geprüft und genehmigt werden müssen, ist eine jede Uebertcuerung der Interessenten ausgeschlossen und die Garantie gegeben, daß die jedesmaligen Kosten dem t hat sächlichen Aufwande entsprechen. Aus dem Vertrag, der mit Einwilligung der Hessischen I I Regierung mit der Hessischen Domanialverwaltung über Errichtung des Oberhessischen Elektrizita Swerkes abgeschlossen und seitens der Regierung den Gemeinden zur I Annahme empfohlen wurde, heben wir folgendes hervor: 1. Die Domanialverwaltung ist befugt, sich am gesamten Unternehmen bis zu einein Viertel in Aknen zu beteiligen. . . . rr 2. Diese Befugnis geht auf die Provinz Oberhessen, | deren Kreise oder Gemeinden über, soweit die Do- nianialverwaltung keinen Gebrauchs von derselben 3. Der Domanialverwaltung steht das Ankaufsrecht nach Ablauf Von 20 oder 50 Jahren freu 4. Dieses Ankaufsrecht steht auch der Provinz Oberhessen, deren Kreise und Gemeinden zu, sofern die Domanialverwaltung von ihrem Recht keinen Gebrauch, macht. . 5. Nach 70 Jahren geht das Elektrizitatstverk mit allem Zubehör kostenlos an die Hessische Regierung über. n7Äh«ns dkl Kroßh^udklslimmkr Frieders für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten, am Donnerstag dem 26 Juli 1900. (Auszug aus dem S'.tzuugSprotokoll.) , Anwesend: Fertsch, Bindewald, Langsvors (Friedberg,, Sprengel (Bad Ranheun)i, 3»« P - Küchel (Butzbach), Martin, (Vilbel), Schäfer (Büdingen), Engel K r o mm (Sitten .olS I Sekretär: Rechtsanwalt nnd Notar ^.t a hl- • Metzelt (Nieder-Erlenbach), Hanner (Büdmgen). 1. Das Protokoll der vorigen Sitzung wrrd verlesen I nut) genhmigt und die neuen Einlaufe zur . Versammlung gebracht. Dar ^rMnde refe^ ftrne über die Arbeiten des Bureaus Fit dir letzten ivitzung I und über die Sitzung des Bezirkseisenbahnrats in fiurt a. M. voni 31. Mui I. I. Bei dicher Gelegenheit regt I Joutz (Butzbach) an, energisch vorstellig zu werden, daß | der Zug Nr. 43 wieder in Butzbach anhalt. 2. lieber die Anfrage der Generaldirektion der Sachs. Staatsbahnen wegen Tarifierung von Gruben hä l zern referiert Cloos (Nidda). Die Kammer schließt sich seinen Ausführungen an und beschließt, zu beantrageni: der Position Spezialtarif III unter Holz Nr. 6 folgende Fassung zu geben: , „ Hölzer von der Art, wie sie in Gruben Verwendung finden, folgende: Schwellen, Stangen, Schwartenbretter, Schwartenpfähle, Stamm- und Stempelhölzer bis zu acht Meter Länge, sowie dünne Brettchen bis zu 1.50 Meter Länge. 3 Der Entwurf eines neuen hessischen Han- delskammeraesetzes wird durchberaten. Die Kammer erklärt sich int großen und ganzen mit dem Entwurf einverstanden und beantragt an einzelnen Stellen Aender- ungen. , , . „ 4. Zum Antrag Sprengel (Bad-Nauheim) auf C r - Weiterung der Befugnisse des S t e u e r a m t e s Bad- Nauheim beschließt die Kammer, Großh. Ministerium zu ersuchen, das Steueramt Bad-Nauheim zur Erledigung der m!t Begleitschein I eingehenden Güter zu ermächtigen. 5. Bezüglich der Anfrage der Preußischen und Hessischen Eisenbahnoirektion Mainz wegen Frachtermäßigung für frisches Stein - uiid Kernobst spricht sich die Kammer einstimmig im Interesse der einheimi- schen Obstproduzenten und Obstweinproduzenten für eine Verbilligung der Fracht aus. 6. Der Antrag mehrerer Interessenten der Holzbranche auf Ermäßigung der neuerdings erhöhten Mieten fürHolzlagerplätze wird einstimmig angenommen und soll in diesem Sinne an die Königliche Etsenbahn- direktion Frankfurt berichtet werden. . 7. Das Material über gesundheitliche Schadi- guiig in der Hausindustrie der Cigarrenbranche, das durch Umfrage bei den Interessenten des Bezirks gesammelt worden ist, soll Großh. Ministerium übermittelt werden, ohne daß die Kammer zu den Gutachten Stellung nimmt. 8. Der Antrag Metzelt an die Oberpostdirektion aus Erweiterung des Postamtes III Vilbel in ein Postamt 11 wird einstimmig angenommen. 9. Zur Bekämpfung des unlauteren IBcttbe^ werbsim Kleinhandel mit Stearin-, Paraffin- und K o m - Positionskerzen beabsichtigt der Bundesrat eine Verordnung zu erlassen, wonach nur Packungen in bcftimmteu Einzelheiten des Gewichts und mit Angabe der (^ewichts- mengen zulässig sind. Die Kammer spricht sich einstimmig für den vorgelegten Entwurf aus. 10 Küchel (Butzbachs beantragt: Die Handelskammer wolle sich für Einführung eines Zolles aus ge mahlene Erdfarben in Höhe von M. 4. aud- sprechen. Die Kammer beschließt, den Antrag in der nächsten Sitzung zu beraten und bis dahin Materia. bei den Konsumenten der Erdfarben zu sammelw 11. Bezüglich des Antrags Küchel (Butzbach) auf Einreihung der zum Postamt Butzbach gehörigen Pos agentureu in den Nachbarortsverkehr beschließt die Kammer demnächst nach. Erhebungen im Bezirk eine p^u^pielle Em gäbe wegen anderweitiger Regelung an ine Oberpost ^Antrag Kiefer (Großkarben) soll an die König!. Eisenbahndincktion Frankfurt a. das Ersuch" gerichtet werden, für Frankfurt a. M.-Grotzkarbcn Sonn s°dann neue Anträge ent- gegen. (I o u tz - (Butzbach) auf baldige Inbetriebsetzung der Grube Melbach, - Küchel andere Regelung des Schnellznqsverkehr^) Interessenten bekannt baß sich die Haniburg - A merika - L i n i c erboten hat für einen regelmäßigen Auskunftsdienst durch Zusendung ihrer Fahrpläne, Fahrpreise usw. an die Kammer besorgt zu sein. Die Drucksachen sind bei der Kammer eingetroffen und können in den Bureaustunden emge.sehen werden. Aus Stadt und Land. Gießen, 1. August 1900. *• Versovalnachrichten (Ernannt wurde am 25. 3uli der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Herbstem Wil- htlm Wiegand zumKanzleidiener bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg mit Wirkung v°" Tage Di st. antrittS seines NachsolgerS an, und am 28. Juli der Futz aendarm Konrad S i-ler in Osthosen zum «mtSg-r.chtS- diener "ei dem Amtsgericht Herbstein mit W.rkung vom Tage.seineS Dlenstantr^ttS der Vorarbeiten zu dem diesiäbriaen Jugendfest versammelten sich auf Einladung de" HauvtleüerS die Zugführer gestern abend noch emmal im Philosophenwald, um die notwendigen Instruktionen eutg-g-nzunehm-n und sich über di- Lage ihrer Sp,-lplätz- au Ort und Stelle zu orientieren. Bon allgemeinem In tercsse dürfte es sein, daß noch einmal daraus hwgewiesen wurde, daß der Zug präzis 2% Uhr an der Bürger- mciftcrci abmarschiert, und daß sich die Schüler der vier untersten Klassen, wenn sie im Walde angelangt sin , rt au ihr- Spi-lplätz- r°sp. auf den Br-z-IP'atz fc. geben. Für di- Elt-rn di-s-r Kl-m-n en»si-h» -« sich, stets in der Näh- der Kinder zu bl-Ib-n, damit sich keines derselben in dem Gedränge 6 3.« »«»'"»L'S.» 3 * i der emstündigen Pause etwa drei . Anspruch nehmen. Nach Beendigung d^ Spiele sinde sehr Ottern mtt da,llr Sorge nagen L' L' s-7. 2 -i 7» Anbruck der Nacht beendet sein. Hoffentlich zeigt der ' 2 «ugust ein freundliches Gesicht uno macht ki "Fr ud d°r Kruder u,ch. ,'u Wasser. - Wi° in früheren ^nh”,n (0 haben -S auch bei dem dieS,ahrigen Jugendf-ste Mitglieder de« hiesigen Kausmännifch-n Vereins in zuvor- die folgenden Kommandograde bis zum Oberstleutnant I und wurde am 2. November 1890 mit feiner Ernennung I zum Oberst und Kommandeur des 1. Infanterie-Regiments I nach Neapel versetzt. Dort hat er vier Jahre lang seinen I Hof gehalten und seit dem Oktober 1892 als Generalmajor I die Brigade Como befehligt. Neapel verließ er erst 1894 I mit fei neu (Ernennung zum Generalleutnant; als solcher I kommandierte er seit Oktober 1894 die in Florenz liegende I Division. Seitdem ist der Prinz als Kommandeur des 10. Armee- 1 korps nach Neapel übergesiedelt, von wo er nach Rom I zurückkehrt, um das Erbe seiner Väter anzutreten, das I nach dem berühmten Wort Umbertos: Roma mtangibilc I von Rom als der Hauptstadt Italiens unzertrennlich ist. Leibeserben sind, wie schon erwähnt, dem jungen Paare I das jetzt den Thron besteigt, bisher nicht beschieden worden. Viktor Emanuel I. regierte von 1802—1821, Viktor Emanuel II. als König von Sardinien von 1849—1861 und als I König von Italien von 1861—1878. I Generalfeldmarschall Graf von Blumenthal beging am 30. Juli den Tag, der ihm die Vollendung I seines 90. Lebensjahres brachte, thalsächlich im allerengsten I Familienkreise und in völliger Abgeschiedenheit. Selbst die Kapellen des Hallenser Füsilier-Regiments Nr. 36 und des Anh. Ins.-Regiments Nr. 93, die dem Jubilar im Auftrag ihrer Regimenter Ständchen bringen sollten, mußten unver- I richteter Dinge wieder in ihre Garnisonen zurückkehren. Der greise Generalfeldmarschall fühlte sich nicht wohl und I wünschte deshalb, daß die Morgenmusiken unterbleiben möchten. Unter den zahlreichen Glückwunschschreiben, die dem Jubilar überreicht wurden, befand sich auch ein I Schreiben des Kaisers, das folgenden Wortlaut hatte: Mein lieber Generalfeldmarschall! Bewegten Herzens spreche Ich 1 Ihnen zu dem Tage, an dem Sie Gottes Güte ein Maß der Gnade I vollenden läßt, wie es nur wenigen beschieden ist, Meine wärmsten Glück- und Segenswünsche aus. Mit welcher Befriedigung dürfen Sie auf Ihre lange, ruhmvolle Laufbahn zurückblicken! In voller Manneskraft war es Ihnen vergönnt, eine Zeit zu durchleben, in der ihr König mehr denn je der Männer bedurfte, und Ihre reichen Gaben zum Wohl des Vaterlandes einzusetzen. Das Vertrauen Ihres Königs, durch das Sie in drei großen Kriegen an hervorragend-verantwortungsvolle Stelle I berufen wurden, haben Sie glänzend gerechtfertigt, und dann in langer I aufopferungsvoller Friedensarbeit Ihre unschätzbaren Erfahrungen der I Armee nutzbar gemacht. Mit besonderer Freude und Genugthuung erinnere Ich Mich hierbei der ZAt, tn der es Mir vor 17 Jahren ver- I gönnt war, in Ihrem Stab an den lehrreichen Manöver» des 4. Armee- I korps vor Meinem in Gott ruhenden Herrn Großvater teilzunehmen. I Hohe Anerkennungen sind Ihnen zu teil geworden und legen in beredter Sprache davon Zeugnis ab, was Sie meinen Vorfahren gewesen sind; I Mir aber ist es ein aufrichtig empfundenes Bedürfnis, Sie von neuem I meiner unwandelbaren Dankbarkeit zu versichern. Sie wollen den Tag I in stiller, ländlicher Zurückgezogenheit begehen, und hat es Mich mit herzlicher Freude erfüllt, Ihre Gesundheit so weit gekräftigt zu wissen, daß Sie sich den Anstrengungen einer Reise aussetzen durften. Möchten Sie völlige Erholung finden und der allmächtige Gott Sie Mir und I dem Vaterland noch lange erhalten als leuchtendes Beispiel für das jetzige I Geschlecht. Das ist der aufrichtige Wunsch JhreS stets wohlasfektionierten I König« Wilhelm. Bremerhaven, an Bord Meiner Yacht „Hohenzollern", den 29. Juli 1900. Die Kaiserin Friedrich übersandte mit den herzlichsten Glückwünschen ein wertvolles Bronze-Neliefbild weiland Kaiser Friedrichs. Glückwunschschreiben gingen u. a. noch ein von dem Großherzog von Sachsen-Weimar, dem Groß- I Herzog von Hessen und dem Prinzregent Luitpold von Bayern. In Quellendorf hatten sich neben der Familie des GcneralleutnanS z. D. Ritter und Edler v. Oettingen alle übrigen Familienglieder: der Generalleutnant v. Blumenthal mit Gemahlin aus Hannover, Oberstleutnant v. Blumen- thal ans Kassel, Frau v. Möllendors-Krampffa und deren Sohn um den Feldmarschall versammelt, lieber den Familienkreis hinaus aber gedachten wohl ungezählte Kameraden, I Freunde und Verehrer des bewährten Feldherrn und ausgezeichneten Mannes an seinem gesegneten Altersjubiläum. Waren doch am Geburtstag des GeneralseldmarschaNs Grasen von Blumenthal säst auf den Tag genau 73 Jahre verflossen seit seinem Eintritt in das Heer, mit dem er noch heute, insonderheit als Ches des Reitenden Feldjügerkorps, in unmittelbarer Fühlung steht. Im Juli 1877 beging Graf von Blumenthal das 50jährige Dienstjubiläum und empfing dazu aus der Hand Kaiser Wilhelms I. den Schwarzen Adlerorden. Unvergessen bleibt feine militärische Wirksamkeit bei allen, denen er dienstlich nahe stand, und deren viele ihn mit besonderer Dankbarkeit verehren. Seit zehn Jahren betrauert der hochbetagte Generalfeldmarschall den Heimgang feiner Gattin, seitdem um so mehr getragen von der Liebe und Dankbarkeit seiner Kinder, Schwieger- und Enkelkinder. Da» ßtplnnk WkrMche MktriMIsmrk in Mklimch. Die Aktiengesellschaft Elektrizitätswerke (vorm. O. L. Kummei u. Ko.) in Dresden beabsichtigt in möglicWer Nähe des BelehnnngSfeldeS der staatlichen Kohlengrube „Ludwigshoffniing" ein Elektrizitätswerk zu errichten, das die Bezeichnung O d e r h e s s ische Ele ktrizi t ät s- werke erhalten und die Aufgabe erfüllen soll, die Provinz Ober^sseu in möglichst weitem Umfange mit elektrischer Energie zu versorgen. Zu diesem Zwecke hat die Hessische Regierung mit dieser Gesellschaft einen Pacht und KohleulieseruugS Vertrag abgeschlossen, in dem der Gesellschaft das Gelände zur Errichtung der Centrale zur Verfügung gestellt wird und worin ferner der Preis für die zu entnehmenden Braunkohlen festgelegt wurde. Die Kohleulieferuug selbst verbleibt in staatlichen Händen. Das Mert soll einen Aktionsradius von 30 Kilometer besitzen; alle Gemeinden innerhalb dieses Kreises können an das Merk augeschlosscn werden. Als äußere Grenzen wären demnach: Gießen, Grünberg, Sckwtten, Gedern, Büdingen, Vilbel und Usingen anzuseheu. ES werden etwa 200 Gemeinden umfaßt. Die Gesellscl>aft behält sich vor, bei Abnahme von Kraft für landwirtschaft liche Interessenten, besonders güuftige. Anerbieten zu "^Melclw Vorteile der ganzen Provinz aus diesem Werke erwachsen ist nicht schwer zu sagen. Die allgemeinen Kox ^ le des elektrischeu Lichtes sind genügend bekannt. Elek irische Lampen können überall angebracht werden, auch da kommendster Weise übernommen, an den errichteten 7 Sasse« stellen im Philosophenwald die Kontrolle zu üben. Es geht daher an daS große Publikum die Bitte, das Amt der beireffenden Herren nach Möglichkeit zu erleichtern zu suchen und speziell in den ersten Stunden, in denen der Andrang ziemlich groß ist, daS Eintrittsgeld abgezählt bereit zu halten, damit der Einlaß flott von statten geht. Neugestaltung des Staatskasseuweseus. Dom 1. Ok- kober d. I. ab tritt eine Neugestaltung des Staatskassenwesens im Großherzogtum in Kraft. Die Rentämter gehen ein. Es bestehen hinfort die DistriktSeinnehmereien und die Unter erhebst eil en. In jeder DistriktSein. nehmerei ist ein Distriktseinnehmer sowie eine Anzahl Untererheber thätig. Der Distriktseinnehmer übernimmt die Ge- schäfte im Bezirk seiner ..direkten" Erhebung (im UmkrerS von etwa 5 Kilometer), die weiter entfernt liegenden Bezirke der Distriktseinnehmerei werden von den Untererhebern, von denen jeder je nach Lage einen oder mehrere Orte zu versehen hat, übernommen. Die Untererheber liefern ihre Beträge an den Distriktseinnehmer ab, der gleichzeitig als Kontrolbeamter der ersteren fungieren wird. Außerdem werden für das Großherzogtum fünf Jnfpektionsbeamten für die DistriktSeinnehmereien ernannt. — ES gehen mit dem Inkrafttreten dieser Neuerung in Ob er Hess en sechs DistriktSeinnehmereien ein, und zwar diejenigen in Trais, wieder.Wöllstadt, Romrod, Gedern, Laubach und Hungen. Bestehen bleiben mithin die DistriktSeinnehmereien Schlitz, Alsfeld, Lauterbach, Ulrichstein, Homberg, Grünberg, Grebenhain, Schotten, Lich, Gießen I, Gießen II, Butzbach, Nidda, Ortenberg, Bad.Nauheim, Friedberg, Vilbel, Altenstadt, Büdingen, Stockheim. •• In Amerika verstorbene Hessen. In Astoria, L. I.: Wwe. Elisabethe Meisinger, 72 Jahre alt, aus Schlitz. — In Chicago, Jll.: Wilhelm Rühl, 74 Jahre alt, aus Obermörlen. E. Klein-Linden, 1. August. Heute übernimmt Herr Spuck, der früher das Hotel ..Kaiserhof" in Gießen innehatte, pachtweise die hiesige Rinn'sche Wein-Restauration. Dieser, ein älterer, alleinstehender Herr, hatte bereits im Frühjahr sein ganzes Anwesen an seinen Schwager Lenz in Betzdorf für 35,000 Mk. verkauft. Herr Lenz hat nun den Wirtschaftsbetrieb mit dem ganzen Besitztum an genannten Herrn Spuck für jährlich 1600 Mk. verpachtet. Der neue Wirt will genannte Restauration erheblich um« gestalten und vor allem einen beliebten Auflugsort für Gießener daraus zu machen suchen. ch. Bleidenrod, 31. Juli. Dem hiesigen Kriegerverein, der vor 14 Tagen sein 25jähriges Stiftungsfest feierte, ist eine sehr hohe Auszeichnung zu Teil geworden. Am Samstag den 28. Juli erschien Herr KreiSrat Dr. Melior- AlSseld und überreichte dem Verein im allerhöchsten Auftrage im schön dekorierten Schulsaale eine Fahnenschleife nebst Fahnennagel, welche Se. Majestät der deutsche Kaiser dem Kriegerverein Bleidenrod huldpvllst verliehen hat. Der Präsident, C. Friedrich, dankte für diese hohe Ehre, welche dem Verein zu Teil geworden unter der Zusicherung, daß der Kriegerverein in unwandelbarer Treue stets zu Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland stehen werde, und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser, den Stifter der so schönen Fahnenschleife. Nach Absingung der Kaiserhymne schloß dieser einfache und würdige, für den hiesigen Kriegerverein unvergeßliche Akt. Hierauf versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins in der Gastwirtschaft von Friedrich, woselbst noch verschiedene patriotische Ansprachen gehalten und noch einige Vaterlandslieder gesungen wurden. Klein-Steinheim, 30. Juli. In der Nacht zum Freitag präzis 12 Uhr begann vom hiesigen Bahnhof aus der Ritt um den Kaiserpreis für Kavalierieoffiziere des 18. Armeekorps, und zwar nahmen daran Teil vom Thüringischen Ulanenregiment Nr. 6 sechs Osfiziere, vom 1. hessischen Husaren-Regiment Nr. 13 ebenfalls sechs Offiziere. Die Offiziere der beiden Darmstädter Dragoner- Regimenter Nr. 23 und 24 begannen den Ritt um dieselbe Zeit von der Kaserne des Dragoner-Regiments Nr. 24 in Darmstadt aus. Endziel für sämtliche Teilnehmer an dem Ritt ist die Kaserne des Dragoner-Regiments Nr. 24. Unterwegs gilt es noch, eine strategische Aufgabe zu lösen. Der erste Teilnehmer ritt von Hanau, bezw. von Bahnhof Klein-Steinheim um 12 Uhr Mitternachts ab. In Zeitabständen von 15 Minuten folgten die anderen Herren. Als Schiedsrichter fungieren Generalmajor v. Winterfeld, Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade, Oberst Kutzen, Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 117, und Oberstleutnant v. Rothkirch und Panthen, Kommandeur des 2. Großh. Hess. Dragoner-Regiments Nr. 24. Der Kaiserpreis muß bekanntlich zweimal hintereinander errungen werden, um endgiltig in den Besitz des Siegers überzugehen. Im Vorjahre wurde der Ehrenpreis zum erstenmale von Leutnant Krell vom 1. Hessischen Husaren Regiment Nr. 13 errungen._____________ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 14. Juli 1900. Töchterschule und Jrrgendsefi. Wohl von mancher Seite wurde es mit Befremden ausgenommen, daß die höhere Töchterschule und erweiterte Mädchenschule an dem Jugendfeste, wohl dem schönsten und volkstümlichsten Feste, das unsere Stadt feiert, sich nicht beteiligt. Es ist ja ohnehin zu beklagen, daß hier in Gießen durch die Trennung der Elementarschulen in solche für mehr und minder Bemittelte die sozialen Unterschiede schon so zeitig unter der Schuljugend markiert werden. Umsomehr ist es zu bedauern, daß bei einem Feste, das nach seiner bisherigen löblichen Gepflogenheit für alle Kinder unserer Stadt ohne jeglichen Unterschied ein gemeinsamer Freudentag sein, das alle Bevölkerungsklaflen in gemeinsamer harmloser Festfreude vereinigen sollte, die beiden genannten Mädchenschulen vornehm beiseite stehen. Dem Geiste unserer Zeit, der eine Bermittelunss und Versöhnung, nicht eine unnötige Verschärfung der sozialen Gegensätze fordert, eMspricht ein solches Verfahren sicherlich nicht, hoffentlich ist es daS letztemal, daß die Kinder jener Schulen gegen den Wunsch wohl der meisten Eltern von der Beteiligung an der Feier unv damit von der eigentlichen Festfreude ausgeschloffen werden. X. X. Sport, Spiel, Jagd. Nürnberg, 31. Juli. Der Ausschuß der deutschen Turnerschaft hat das nächste deutsche Turnfest (1902) der Nürnberger Turnerschaft übertragen. Mm-el «ub Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 31. Juli. Wechsel auf Kew-York zu 0.00-00. Prämien auf Kredit per ult. Äug. 2.05%, do. per ult Sept. 3.10%, Diakonto-Kommandit per ult. Äug. 1.60%, do. per ult. Sept. 2.60%, Lombarden per ult Aug. 0.75%, do. per ult Sept. 1.15% Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %. Notierungen : Kreditaktien 207.60-80-40, Dtekonto- Kommandit 175.30-176.20-5.90, Staatsbahn 189.50, Lombarden 25.20, Italiener 92.60, Spanier 71.80, Bproa, Mexikaner 25.15-00, Bochumer 196-196.50-L0.br., Laura 214-214.80-30 bz., Harponerl85 80 B. 70JG., Gelsenkirchen 193.10-50 bz., Ungar. Goldrentc 00.00, Oesterr. Coupons 00.00. Amerik. Coupons 0.00, Pnvat-Dlskont 4% %, 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 207.40 bz., Diskonto - Kommandit 175.90-5.80 bz., Berliner Handelsgesellschaft 00 bz., Staatsbahn 138.70-139 bz., Lombarden 25.20 b., Laura 00.00. Bochumer bz. Märkte. Kirchhain, 81. Juli. Der heutige Rind und Schweine» markt war sehr gut befahren. Es waren ca. 600 Ochsen und Kühe aufgetrieben, der Handel war sehr flott, und es wurden sehr hohe Preise erzielt. An Schweinen waren 550 Stück aufgefahren, das Paar 6 bis 8 Wochen alter Tiere kostete 24 bis 30 Mk., Läufer wurden mit 60 bis 80 Mk. pro Paar bezahlt. Brown u. Polsons Mondamin ist so ergiebig, daß man aus einem „ganzen Packet" Mondamin 12 M ondamin-Flammris für je vier Personen anrichten kann. Ein solches Packet erhält man überall für 60 Pfg. Diese auf zwölf Mondamin-Flammris verteilt, ergeben für jeden Flammris so geringe Mehrkosten, daß sich Mondamin leder gestatten kann. Alle mit Mondamin gekochten Speisen gewinnen an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit. Mondamin ist überall für 30 Pfennig u. 15 Pfennig käuflich. Brown u. Polsons „neue" Rezepte sind als ein Büchlein bet deutlicher Adressenangabe Berlin C. 2, kostenlos zu haben. RichtS ist schön, waS nicht zugleich auch gesund ist; die schönsten Gesichtszüge erhalten erst bann ihren Reiz, wenn deren Grundlage eine gesunde Haut ist. Dies zu erreichen, bedarf es keiner der vielen sog. 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