1900 Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gieren ystall) itolgei chen M Samstag den 2 Juni Mezugspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholesteL« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und AuSlandrD uehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgelte. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. der Ai« sSrD oroii Expedition und Druckerei: -ch»kstraße Nr. 7. »•» Anzeigen zu der nachmittag- für den felgend« Te% erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens ab«dS vorher. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. S!r. 127 «.weites Blatt Mw»« ter. iaalba«. Midi tt ’fcxuMt). 5. Juck 1900: ie Herzen. Jr Hugo Müller. । 7. Mi 1900: Me Tage. jer h(- ShaUur. 3W Des Prinzen Ludwig Nördlinger Rede. Nicht jeder Redner hat Glück, auch wenn ihn der Fürstenhut schmückt. So lange freilich die Worte seinem; Munde entströmen, wird auch eine reiche Flut des Beifalls sich über ihn ergießen; aber gerade je höher der Redner steht, je größer der Raum ist, in den seine Worte dringen, Um so schärfer wird die Kritik einsetzen, und schon manche schöne Redeblume verfiel ihrem unnachsichtigen Messer. Darum haben wohl seit Alters her die Männer, die emo Krone tragen oder doch dem Throne nahestehen, in bewußter Zurückhaltung vor der Oeffentlichkert nur dann dasf Wort ergriffen, wenn es einem ernsten Ziele galt, und eine ernste Kundgebung Klarheit schaffen sollte über die Haltung, die der fürstliche Redner in einer zur Entscheidung' drängenden Frage einnahm. Wenn Kaiser Wilhelm I. öffentlich sprach, so war eine historische Aktion von nachhaltender Bedeutung geschaffen, so war die Notwendigkeit gegeben, die ministerielle Politik durch die Autorität der Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hesßsthe Landwirt, Matter für hefßfche Volkskunde.________________ hr aV« oixisik Hb. Freitag Kläger. du N* 163 Prinz Ludwig von Bayern hat zum zweiten Male gesprochen. In der schicksalsreichen Stadt Nördlingen, arh dessen Mauern einst Kaiserliche und Schweden rangen, Hatz er vor den bayerischen Landwirten von neuem die Politik der Sammlung vertreten und die Notwendigkeit betont, daß Landwirtschaft und Industrie in geschlossenen Reihenl den Kampf u,m die Zukunft führen müßten. Tann aber hat er zurückgegriffen auf die Kritik, die an seiner Straus binger Rede geübt worden ist, und während man gespannt Da der Anmeldetermin für die obenbezeichneten Tier- Abteilungen mit dem 1. Juli d. Js. zu Ende geht, ersuche ich diejenigen Mitglieder des Vereins, welche von meinem Anerbieten Gebrauch machen wollen, ihre betr. Tiere bis zum 10. Juni d. IS. bei der Geschäftsstelle des Vereins in Alsfeld gefl. anmelden zu wollen. Laubach, den 26. Mai 1900. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. Friedrich, Graf zu SolmS-Laubach. ipf lelepyon 23! e-schet-t täglich eil Ausnahme dcS MontagS. Die Sicßmer In'bai dem Anzeiger ta Wechsel mit „Hess, islidwirt" m. „Blätter ßr Hess. BolkSkunde" tztchU. 4 mal beigelegt. v ' Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich. In der Zeit vom Samstag 2. Juni lfd. Js. bis einschließlich Freitag 15. Juni lfd. JrS. liegen auf dem Rathause zu Garbenteich zur Einsicht der Beteiligten offen. l .^Das Wiesenmeliorationsprojekt (drei Pläne); 2 . Das Protokollbuch. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt Samstag, 16. Juni lfd. Js., Vormittags »Vr bis ioy2 Uhr im Rathause zu Garbenteich, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen find. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen, und auf Papier in Aktengröße, (mindestens ein halber Bogen) einzureichen. Friedberg, den 26. Mai 1900. Der Großh. Bereinigungskommissär S ü f f e r t, Regierungsrat. [oll. ttUt- rAlM chövhalö * So vergingen ein paar Sekunden. Unsere Augen führten eine Zwiesprache, die keines Lautes bedarf. Endlich öffnete sich mein Mund um sie zu fragen, ob sie — „von hier" fei. Die thörichte Frage erhielt ein silberhelles Lachen zur Antwort. Dies überwand meine Schüchternheit und trotzig wiederholte ich meine Frage. „Ja! Sie sind wohl nicht von hier?" gab sie zurück so schelmisch und dabei doch etwas verächtlich, daß mir das Rot immer mehr in die Wangen schoß. Deuwel auch, dachte ich, das Mädel macht sich über dich lustig. Das ist stark! — Ich nahm also meinen ganzen zwanzigjährigen ManneSmut zusammen und bemühte mich, die Situation auch geistig zu erfassen. Ach du meine Jugendrosenzeit, das war schwer! Lieber hätte ich einen vierstündigen streng fachmännischen Vortrag über die Züchtung silbergrauer Vorstehhunde oder über die Verwendbarkeit der Wafferrüben aus einem Stenogramm in gewöhnliche Schrift übertragen, als diesem Mädel weiter in die Augen geschaut, aus denen der Schalk herausblitzte. Ich begann mit einem kümmerlichen Gestammel. Doch nach und nach siegte meine Willenskraft ob, und ich fing an, mich und meine dummen Einleitungsworte selbst zu ironisieren. So wurde ich allmählich meiner selbst Herr. „Grün in Grünen" nannte ich mich sinnreich, und meinte, sie hätte wohl „Flügel am Flügel" gehabt, indem sie so schnell aus der Kirche verschwunden wäre — wobei ich kalt lächelnd Flügel mit Orgel verwechselte. Aber das that nichts. Während ich derartige böse Wortwitze unbeirrt tm Tempo eines Kavalleriemarsches einander folgen ließ, fand ich meine Unbefangenheit wieder und ‘a"?'n Rede kurzen Sinn mit den Worten: „UebrigenS hoffe ich, daß mein Name allein Sie schon etwas müder mir gegenüber stimmen wird. Ich heiße Karl M Ein stilles Grab. Eine Pfingsterinnerung von P. SB. (Gießen). Wir standen nach langer Fahrt an einem schmucklosen grabe auf dem kleinen Friedhöfe eines , weltverlorenen Men ostpreußischen Dörfchens, nahe der p° Nischen Grenze, gleich einem Garten umgab der Fr.edhos Die unscheinbare ®nnh>fe Kirche, von der ein geschmackloser Dachreiter schief Zierlicher Gedanken blickten wir auf das schlichte ibwar» Kreuz, aus dem der Name meines Großvaters and ES war, als ob die Natur sich scheute, am heutigen ksinastnachmittage unsere Totenwacht zu unterbrechen. Kem Ästchen regte sich und kein Wölkchen trübte den Himmel. Aus den dunkeln Epheublattern schimmerten Thranen, geeint aus ernsten Männeraugen. Der einzige Psingst- Ichmuck des Grabes. , Plötzlich schlägt brausend em Ton an unser Ohr. Jäh ift unser stilles Gebet unterbrochen. Doch einen Moment nur empfinden wir das Geräusch als Störung. Die Kirche singt mit ihrem Orgelmunde em Lied von Frieden, Erdenglück, Erinnern und Vergessen - ton Lust und Liebe und Lenzessreude. Der letzte Orgelton verklmgt und von dem nächsten Baum erschallt aus einer Finkenkehle ein lustiges Maienlied. ES war eine hinreißende Improvisation gewesen. Den Meister des Orgelspieles, der in diesem, von der großen Welt io fernen, einsamen Erdenwmkel ein gewiß bescheidenes Dasein fristete und sein echtes Künstlertum selber IvoH nicht kannte, mußte ich sehen. Ich wollte ihm danken für seine wunderbare, leidvolle und freudvolle musikalische Rhapsodie von Leben, Liebe und Lenz, die, wie alles, zu- Iktzl auch ermatten, verstummen und sterben müffen. Ich eilte zur Kirche. Doch der Organist war nicht zu finden. Er hatte das Gotteshaus wohl durch ein Hinterpförtchen verlassen. Mißmutig wandte ich mich wieder dem Ausgange zu, als ich etwas rascheln hörte. Ich blickte mich um und sah, wie ein flatterndes Helles Frauengewand durch eine Seitenthür verschwand. Ein weibliches Wesen, so dachte ich, konnte unmöglich diese mächtige Klage- und Wonneweise der kleinen Orgel entlockt haben. Vielleicht war eS die Frau des Küsters. Ich lief der Flüchtenden nach, und einige Sekunden darauf schaute ich in ein Paar merkwürdig hellbraune Mäbchen- augen, die mich mit feuchtfrohem Glanze anfunkelten. Nacken, Hals und Schultern waren von prächtigem Haar umwallt, wie von einem rotgoldenen sammtenen Mäntelchen. Das durchsichtig leichte Gewand, das von dem apfelblütenen Hals nur wenig sehen ließ und ihre knospenden Formen straff umrahmte, war von derselben Farbe wie um uns herum an den Büschen der duftende Flieder. Es giebt nämlich auch weißen Flieder. Siebzehn Jahre, älter konnte sie nach meiner Schätzung nicht sein. Sie schien leicht erregt. Unwillig suchte sie die koketten Stirnlöckchen glatt zu streichen, die doch kraus bleiben sollten, und mit schlanken, feinen Händen warf sie ein paar lange Strähnen, die ein kosendes Lüftchen neckend auf ihre knospende Brust gelegt hatte, hinter sich. Mit jugendheißen Blicken verschlang ich die verführerische Gestalt vor mir. Ein entzückendes Greuzeköpfchen! Das rechte Wort am rechten Ort findet man nicht immer. Was ich auf der Stelle am liebsten gethan hätte? Nun, ich war damals etwa 15 Jahre jünger als heute. Das entschuldigt viel. Meine Lippen blieben stumm, nur meine Sinne redeten — «nsinnig. Krone zu sichern und zu stärken. Jedes Wort war ey wogen, und wenn der Geschichtsschreiber von Frredrichi Wilhelm IV. sagen konnte, daß er die Wirkung ferner ge-, sprochenen Selbsterkenntnis dem barmherzigen Himmel heimzustellen Pflegte, so galt für den jüngeren Bruder das« Urteil, das er über Friedrichs des Großen Redekunst fällte, der stets zur Sache sprach, der jeden Satz auf den Willen! der Hörer berechnete und nie vergaß, baß Königswortq nur wenn sie Thaten sind, in der Nachwelt fortleben. ^0 häufiger ein Fürst, so schrieb jüngst treffend cm liberales Blatt, ohne den staatsrechtlichen Schutz verantwortlicher Minister handelt, je leichter er dabei auch als fehlbarer Mensch erscheint, um so eher gewöhnt sich das Volk, rhw nicht als das erhabene Werkzeug des Schicksals sonderrtz als Bürger zu betrachten, der sein unzweifelhaftes Rechtz der freien Meinungsäußerung ausübt, aber auch dem gler-z Rechte jedes anderen Bürgers untersteht. Lio. » Zuck, hb 28 Psg •ein) Gießener Anzeiger General-Anzeiger Tschad« 011 Amtlicher Teil. Steckbrief. Der unten näher bezeichnete Ersatzreservist Karl Magel aus dem Landwehrbezirk Gießen entzieht sich der gerichtlichen Aburteilung. c t n Sämtliche Zivil- und Militärbehörden werden ergebenst nsucht, gefälligst auf denselben ein wachsames Auge zu haben, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und an die nächste Militärbehörde abliefern zu laffen. Signalement. 1. Name: Karl Magel 2. Geboren: 18. April 1875. 3. Geburtsort: SolmS-Jlsdorf. 4. KreiS: Schotten. 5. Größe: 1 m 61 cm. 6. Religion: evangelisch. 7. Stand oder Gewerbe: Dienstknecht. 8. Besondere Kennzeichen: Schielt auf beiden Augen. Gießen, den 28. Mai 1900. Detring, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen.__ Bekanntmachung Betr.: Landwirtschaftliche Landes-Ausstellung zu Darmstadt vom 14. bis 17. September 1900. Nm den Mitgliedern des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen die Beschickung der rubr. Ausstellung mit Tieren zu erleichtern, sind mir vom Ausschuß des Vereins Mittel zur Verfügung gestellt worden, durch welche den Ausstellern die Beschickungskosten teilweise ersetzt werden sollen. In Aussicht ist genommen, diesen Ersatz für EisenbahntranSportkosten, Fütterung und pflege der Tiere auf der Ausstellung, Vertretung bezw. BegletMng des Transports zur und auf der Ausstellung und Ber- ficherungSgebühren, nach der Bestimmung des Hessischen Landwirtschaftsrates für größere Ausstellungen, emtreten iU lassen Diese Unterstützung ist abhängig von emerVor- besichtiaung durch vom Provinzialverem ernannte Sachverständige, der die betr. Tiere unterworfen werden müffen. Betracht kommen hierbei Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe Die Pferdeausstellung wird vom Landespferde- mchtverein arrangiert, und sind Anmeldungen bezw. Unter- NtzungSgesuche in dieser Abteilung an den Landespferdezuchtverein in Darmstadt zu richten. lauschte auf eine Aufhellung der Zweifel, die an jene Kundgebung sich knüpften, auf eine Feststellung der Gründe,, die rhn zu dem harten Worte von den „minderen Brüdern" leiteten, hat er neues Dunkel geschaffen, das aufzuhellen schier unmögliches Beginnen ist. Er hat betont, daß er seine Reden frei zu halten pflege und daß er wünsche, es möchten aus den im Auszuge verbreiteten Teilen seiner Rede nicht Schlüsse gezogen werden, die er selbst nicht gezogen habe. Er hat so in gewisser Weise Nachsicht für etwa entstandene Entgleisungen gefordert und den Beweis, dafür geliefert, daß die Theorie von der Notwendigkeit der Zurückhaltung fürstlicher Redner allzu wohl begründet ist. Die Wirkung der Worte dem barmherzigen Himmel anheimzustellen, mag dem Privatmann geziemen; wer dem Throne so nahe steht, daß die Hoffnungen von' Millionenlauf rhm ruhen, der muß die kleine Eitelkeit, in freier Rede ferne Seele ausströmen zu lassen, verwinden und, roenfn, ihr" der Zwang zu reden gekommen zu sein scheint, Satz und Wort mit Sorgfalt vorher erwägen. Dann wird er vor Mißverständnissen sicher sein und vor unbeabsichtigten Dunkelheiten. Dann wird nicht wieder die gesamte Oeffent- lrchkeit fragend vor solchen Ausführungen stehen, wie sie auch aus Nördlingen wieder zu uns dringen: „Studieren Sie die derrtschc Reichsverfassung! Sie werden sehen, daß, wo immer ich aufgetreten bin, ich mut) an die Reichsverfassung gehalten habe. Die Reichs- Verfassung beruht auf den Verträgen, die nach einem siegreichen Kriege der damalige Norddeutsche Bund mit den verbündeten und mit-siegreichen süddeutschen Staaten abgeschlossen hat. Wenn die deutsche Verfassung besser bekannt wäre, so würde man gar viel falsche Ansichten in Reden und Schriften nicht hören und lesen, ^zch nenne mit Absicht keine Namen. Teiin dann hätte man eine große Aufgabe zu erfüllen. Ueberall und an allen Orten und zu allen Zeiten sind falsche Ansichten vertreten über die Reichsverfassung, und infolge defsen' werden vielfach Ansichten geäußert, die sich mit der, Reichsverfassung absolut nicht decken." sich wer, den psychologischen Gängen zu folgen, die vielleicht zurückführen bis zu den Empfiiidungen, die den Redner ftn Moskau beseelten, als er die rednerische Entgleisung eines begeisterten Kaufmanns mit den Worten zurückwies: „Wir sind nicht Vasallen, sondern Verbündete des Deutschen Kaisers". Uebt jene Moskauer Stimmung noch, heute ihre Wirkung in der Seele des bairischen Prinzen, so wäre allerdings der Sinn der Nördlinger Rede unschwer zu deuten, so bestände aber auch der Zwang, auf spätere Ereignisse zu schließen, die den Erben der Wittelsbacher Krone mit neuem Unmut erfüllten. Es ist von offiziöser Seite versichert worden, daß diese Ereignisse nicht auf „höfischen Vorgängen während der jüngsten Feste" beruhen, daß dennoch in den Beziehungen von Hof zu Hofe eine Erkältung eingetreten sei, daß der Wittelsbacher Stolz sich verletzt fühle durch dynastische Velleitäten. Denn Irgendwo ist; sonst die Oeffentlichkeit unterrichtet worden über Vorgänge, die mit der Reichsverfassung nicht im Ein- uang ständen. Wo ruht denn die Begründung für die Mahnung, die deutsche Reichsverfassung besser zu studieren? Gewiß, auch Fürst Bismarck hat wiederholt gemahnt, die Verfassung hochzuhalten und zu schützen. Aber solche Mahnung ist nur dann erfolgt, wenn in der Zt>at die einzelnen Faktoren unseres politischen Lebens in ein Mißverhältnis gegeneinander traten und wenn das natürliche Uebergewicht des einen Faktors noch verstärkt zu werden drohte durch die unnatürliche Selbstverleugnung der Parlamente und die Konnivenz der im Bundesrat vertretenen Einzelstaaten. Sind ähnliche Anzeichen heute hervorgetreten? Droht irgendwo eine Gefahr, die zu beschwören Prinz Ludwig von Baiern die Rolle des Türmers Lynkeus übernimmt? „Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt?" — Aber auch; unter der Wirkung der Reden von Straubing und Nördlingen darf man das Eine nicht vergessen, daß Prinz Ludwig von Gaiern stets fein Partner und. überzeugter Anhänger des Reichsgedankens war, und eben erst hat derselbe Prinz Ludwig auf einer Delegiertenversammlung' des Baierischen Landesverbandes des Deutschen Flottenvereins seinen Standpunkt ganz in dem Sinne betont, wie ihn der Verein selbst vertritt, und im Anschluß an ihn hat Prinz Rupprecht versichert, daß nichts falscher sei als unzeitige Sparsamkeit, daß er und alle Baiern stets bereit seien, „auf das Thätigste mitzuwirken, wenn es sich um das Wohl des gesamten deutschen Vaterlandes handelt". Ja, selbst die Annahme, daß die preußische Kanalpolitik „Sonßfi/* ergänzte sie. Mit meiner Geistesgegenwart war es schon wieder aus. Jenes Dorf auf der Grenze zwischen Littauen und Masuren war mir bis zu diesem Tage ebenso fremd gewesen, wie ich annehmen mußte, daß ich es in ihm sei. „Woher wissen Sie — ?" fragte ich in Hellem Staunen, und fuchtelte wie besessen mit den Armen in der Luft herum nach einem Baume, um meine durch turnerische Hebungen gestählte gerade Haltung zu bewahren. ^...Jch weiß auch, was Sie wohl sagen wollen, daß Ihr Großvater vor fünfzehn Jahren hier Pfarrer ge- wesen ist." Wie gescheit nur das Mädchen war! Und dabei sicher - lich drei Jahre jünger als ich! Denn bei zwanzig Jahren sieht em Mädel doch nicht mehr ganz so — so — na, so unheimlich appetitlich, so zum Anbeißen aus, da find die meisten doch schon mehr zum Pflücken blumenhaft. , . Herrgott, wenn ich doch ein deutscher Dichter wäre, so dachte ich, dann würde ich, wenn ich das Mädel lange zu sehen bekäme, Volkslieder über Volkslieder dichten, sodaß auf des alten Eichendorff Grabe alle Rosen vor Neid verblühen und in meiner mit Recht so beliebten Studentenbude zu neuem, längerem und duftreicherem Leben sich entfalten würden. Aber ich bin, so dachte ich damals und manchmal auch heute noch, entschieden nicht ohne Unrecht, ein garstiger und dummer Kerl, der-- Doch das Mädel an meiner Seite ließ mich nicht weiter meine vertiefte moralische Selbstzerfaserung fortsetzen. Vielmehr plauderte sie unbefangen und treuherzig in lustigem Tone auf mich ein. ' Fortsetzung folgt. | allzu einseitig ihre eigenen Interessen wahre, ohne Rück- I fW auf die Interessen der Bundesstaaten, scheint haltlos I ZU werden, wenn man die Erklärung liest, die eben Minister I von Crailsheim in der ersten bairisck^en Kammer abgab, I daß das Abkommen zwischen Preußen, Hessen I und Baiern hinsichtlich der Fortführung der I Kanalisation des Mains zwar noch nicht fertig sei, I aber in nächster Zeit schon zur Durchführunc, I gelangen dürfte. So bleiben die Gründe, die zu den Ausführungen I von Nördlingen führten, im Dunkel, wie die Gründe der I Straubinger Rede. Das ist bedauerlich. Denn gerade solche I Dunkelheit giebt denen, die Neugewordenem unfreundlich I gegenüber stehen, Grund zu der Hoffnung, nich-t nur in I dem Prinzen, sondern auch in den Zuständen des Deutschen I Reiches Verbündete ihres Hoffens zu erblicken. Die Dunkel- I heit iffh ja das Lebenselement der Maulwürfe, die auch' I das blühendste Beet unterhöhlen. Und werfen wir einen Blick in die französischen Blätter. stricht z. B. der „Temps" von Wunden im deutschen RetchSkixp.'r, die durch die Rede bloSgelegt waren, und der »Figaro" meint, „endlich sei im Deutschen Reich ein Cicero erstanden, der dem Cattltna fein quoasque tandem zurufe." Die „Republlque Francaise", die Möltne nahesteht, meint, man müsse sich daraus gefaßt machen, daß die Spannung zwischen Berlin und München an dem Tage, an dem P.inz Ludwig den Thron besteigen werde, an Stärke zunehmen werde. ES sei klar, daß das preußische Uebergewicht und die Politik, die in Berlin gemacht werde, weit entfernt davon sei, alle Welt in Deutschland zu befriedigen. Und daS sei eine Sache, mit der man rechnen, die man nicht außer Betracht lasten dürfe Es ist jedenfalls notwendig, diese irrtümlichen Auffassungen deutlich zu berichtigen. Vielleicht beabsichtigte Prinz Ludwig das mit seiner Nördlinger Rede. Gelungen ist es ihm aber schwerlich. Und so setzt sich aus dem Einen und dem Vielen von neuem die Mahnung zusammen, daß die Bedeutung fürstlicher Reden ckbgeschwächt werden möge durch ihre Häufigkeit, und daß jene Tage wiederkehren mögen, in denen Fürstenwortfe geschichtliche Thaten waren, die in der Nachwelt fortleben. Politische Tagesschau. Ueber eine Anspielung des Vizeköuigs von Indien auf russische Angriffsgelüste wird der „Welt-Korr." aus Bombay, Anfang Mai, geschrieben: Der Vizekönig hat in Quetta in einer Rede, die er in Erwiderung auf eine Adresse der Munizipalität dieser Stadt hielt, seinem lebhaften Interesse an der neuen von Quetta über Nuschki nach Persien führenden Handelsstraße Ausdruck gegeben. Nach der Art, wie sich Lord Curzon bei dieser Gelegenheit über die Frage der Herstellung einer Eisenbahn von Quetta nach Nuschki ausgesprochen hat (if a railway to that place cannot yet come), muß angenommen werden, daß derselbe eine Ausführung dieses Projekts, wenn auch nicht gegenwärtig, so doch in der Zukunft für möglich hält. In der Rede Lord Curzon's ist im Hinblick darauf, daß dieselbe an der indischen Grenze in dem strategisch wichtigen, weit vorgeschobenen Quetta nahe der afghanischen Grenze gehalten wurde, auch ein Hinweis auf die Bedeutung der britischen Waffenerfolge in Südafrika wegen der deutlichen Anspielung auf Rußland bemerkenswert. „Jeder dieser Siege", so erklärte der Dizekönig, „ist eine wahre Wohlthat für diesen und jeden anderen Teil des britischen Reichs. Denn derselbe bringt einerseits die Macht des britischen Raj (Herrschers), sich zu verteidigen und über seine Feinde zu triumphieren, zur Geltung, andererseits schreckt das mit dem Siege verknüpfte Prestige von zukünftigen Angriffen ab. Denn es ist eine gewöhnliche Erfahrung, daß eine Macht, die aus einem erfolgreichen Kriege hervorgegangen ist — und wir haben jetzt die begründete Hoffnung, daß unsere Erfolge in Südafrika von nun an fortdauern werden — „is not very readily or eagerly assailed by its remaining rivale“ (nicht gern von ihren noch verbleibenden Rivalen angefallen wird). Ich vertraue daher darauf, daß die von den Waffen Ihrer Majestät in Südafrika errungenen Siege „may be feit even in regiona so remote as the Indian frontier and that they may add to the sense of security which under the ahelter of British rule you have now for so long enjoyed“ (selbst aus so entlegene Regionen wie die indische Grenze einwirken und daß sie das Gefühl der Sicherheit steigern, das Ihr unter dem Schilde der britischen Herrschaft schon so lange empfinden dürft). Hessischer Kandkikg. Zweite Kammer der Laudftäude. M. GL Darmstadt, 31. Mai 1900. Das Haus setzt 'die Generaldebatte über die Regier rungsvorlage, den Gesetzentwurf tetr, die Gehalte dev Vol.ksschullehrer und die hierzu gehörigen Anträge fort. Abg. Schrneel verweist auf die Skala der Regie-- rungsvorlage, bei deren Aufstellung die Regierung tert der Rücksichtnahme auf die fortschreitende Tendenz der Lebenshaltung geleitet worden sei; sie habe auch in Betracht gezogen, daß in den Jahren, in denen ein verheirateter Lehrer größere Ausgaben habe, die bisherigen Gehalte, immer weniger ausreichten. Die Anträge auf Verbesserung der Skala seien vom Ausschuß geprüft worden. Die Regierung sei alsbald bei der Beratung zur Annahme des| Antrags Molthan, der eine Mehrbelastung von 133 800 TO., bedeute, bereit gewesen. Der Ausschuß habe jedoch den! Antrag Backes, der am weitesten gehe und eine Gesamthöhe von 277 0 00 Mk. verlange, angenommen. Dieser Antrag sei aus den Kreisen der Lehrer hervorgegangen und allgemein gebilligt worden. Angesichts! der Stellungnahme der Lehrerschaft dürfte erwartet wer-^ den, daß bei Annahme dieses Antrages von der Regierung Beruhigung und Befriedigung der mehr als zehnjährigen ^o^egung folgen werde. Es gelte, einen wichtigen Stand wirtschaftlich zu heben, damit jeder Angehörige frei von, Sorgen feine ganze Arbeit mit Freude dem Berufe widmen! tonne. Für den einstimmig gefaßten Ausschußantrag würden er und seine politiscten Freunde einstimmig eintreten. Wenn die Regierung glaube, durch die gewünschten Mehrausgaben wurde eine unerträgliche finanzielle Mehrbelastung eintreten, so verweise er auf die Auf- lasjung des Ausfchusies von der Finanzlage des Staates- die Ausgabe sei notwendig und werde getragen werden können. Die Einkünfte aus dem Stempelgefetz mürbe* das vorgesehene Maß bedeutend übersteigen; das Gleübe gelte von der Lotterie, bann sei noch die Eisenbahngemein- schäft zu berücksichtigen. Im Interesse der Gleichstellung der Lehrer mit anderen Beamten werde seine Partei dem Ausschußantrage zustimmen. — Abg. Weidner freut sich daß die nationalliberale Partei sich jedes Herumdokterns an der Vorlage enthalte. Auch er habe im Ausschuß von vornherein daran festgehalten, daß man für den Antrag Backes eintreten müsse; denn den Wünschen der Lehrer habe die Regierungsvorlage nicht entsprechen können, uub andererseits sei sie nicht geeignet, das Maß der Gerechte, feit gegenüber anderen Beamten herzustellen. Ihn leite die Ueberzeugung, daß in der Lehrerwelt ein wirkliche- Bedürfnis nach Aufbesserung der Gehalte vorliege. Daran ändere nichts die Thatsache, daß Lehrer in gut situierter Stellung, in Verkennung der Verhältnisse ihrer Kollegen bei Mitgliedern dieses Hauses gegen den Antrag Backes Propaganda gemacht hätten. Auch er und feine Freunde entschieden sich für den Antrag Backes. Tie Regierung werde bei gerechter Würdigung der Beschlüsse des Hauses über alle Schwierigkeiten hinwegkommen. Dr. David und seine Partei halten an dem Antrag Backes fest, um dem Lehrer eine anständige materielle Existenz zu ermöglichen und ihm Gelegenheit zu gebens für seine geistige Weiterbildung etwas aufzinvenden. Liebe und Lust zum Beruf seien die beste Pädagogik. Abg. S ch l e n g e r erklärt, daß auch das Zentrum der Ansicht sei, es werde den Lehrern mit Annahme des An« träges Backes nicht zu viel gegeben. Mit dem Eventual- antrag Molthan habe man vielleicht etwas gutes gethan; denn mit seiner Annahme sei wenigstens die Regierung über ihre eigene Gehaltsskala hinausgegangen. In erster Linie werde seine Partei dem Antrag Backes zustimmen. Ministerialrat Dr. E i s e n h u t : Eine besonders schwere Aufgabe fei es für den Chef der Unterrichtsverwaltung, von dem man in erster Linie ein warmes Herz für die Lehrer erwarte, bei der Lage der Sache im Hause zu. sprechen. Die Regierung bringe der Lehrerschaft das größte Wohlwollen entgegen, doch könne sie sich nicht von dieschn allein leiten lassen, sondern müsse das Ganze überschlagen. Mit Annahme der Besoldungs- und Witwenkafsenvorlage würden die bereits 1600 000 Mk. betragenden Ausgaben des Staates für Volksschulen um 900000 Mk. erhöht werden; diese Summe sei für unser Land keine Bagatelle. Er gebe zu, daß selbst bei Annahme des Antrages Backes durch die Regierung den Lehrern der Sack nicht durchreißen würde. Doch die beabsichtigte Aufbesserung um 14 bis zu 40 Prozent fei keine Kleinigkeit. Nicht allaemein in Lehrerkreisen herrsche die Mißstimmung, ihm selbst fei von vielen Seiten für die beabsichtigten Aufbesserungen mündlich und-schriftlich warm gedankt worden. Er glaube, daß bei Annahme der Regierungsvorlage Beruhigung eintreten werde; volle Sicherheit in diesem Punkte gewähre aber nicht einmal die Annahme des Antrages Backes. Bei Erwägung der Vorlage solle man beachten, daß die Lehrer Gleichstellung mit den seminaristisch gebildeten Lehrern an den höheren Schulen verlanat hätten. Wer bürge dafür, daß die Forderung nicht bald wieder komme? Die semi-' naristisch gebildeten Lehrer an höheren Schulen warteten auf Erledigung der Vorlage, um höhere Gehalte zu erstreben, die Lehrer an den höheren Bürgerschulen seien schon vorstellig geworden, die Taubstummenlehrer würden folgen, ebenso pensionierte Lehrer und Witwen. Die Thatsache, daß Hessen mit der Vorlage a n d i e Spitze der deutschen Staaten getreten fei, sei der Stolz der Regierung; diese Thatsache habe man bisher wenig beachtet. Der Redner wies ziffernmäßig näck, daß die gesetzliche Regelung der Lehrergehalte in anderen Staaten die beabsichtigte Regelung in Hessen nicht im entferntesten erreicht. Die Regierung habe gestern erklärt, über 700 000 Mark an Gesamtaufwendungen nicht hinausgehen zu wollen. Damit sei nicht ausgeschlosfen, daß sie über eine andere Regulierung de r Skala mit ich reden lasse, obgleich sie ein objektives Bedürfnis hierzu nicht anerkenne. Aber eine Aenderung der Skala in dem Sinne, daß die unteren Stufen noch etwas auf6 gebessert würden, werde nur dadurch möglich fein, daß in den oberen Stufen abgestrichen werde. Aber im Interesse >er hessischen Schulen und der Lehrer würde er es beklagen, wenn diese glücklich erreichte Stufe von 2800 Mk. durch Beschlüsse des Hauses fallen müßte. Abg. Schröder ist nicht so optimistisch, daß er annehmen möchte, der Antrag Backes werde für alle Zeiten )ie Wünsche der Lehrer befriedigen können. Aber doch ür absehbare Zeit werde dies erreicht werden. Er hoffe, die Regierung werde die Frage nochmals erwägen. Abg. Köhler-Langsdorf erklärt Namens seiner po> litischen Freunde, daß man von der Regierungsseite aus mehr darauf achten solle, daß die Lehrer nicht unzu- lässigeNebenbeschäftigungenwieWeinhan- d e l, Spekulationen, Bürgermeisterei-Geschäfte betrieben. Die Lehrer sollten sich mehr in Ordnung halten. (Heiterkeit.) Die freie Vereinigung stimme dem Antrag Backes zu. Abg. Graf O r i o l a findet die Lehrer in „bester Ordnung" und wünscht, daß sie Berater der kleinen Gemeinden auch fernerhin fein möchten. Die Regierungsvorlage sehe gerate da nichts vor, wo die Regierung es nach ihrer eigenen Angabe für nötig erachte. Der positive Kern der Sache sei der, ob der Unterschied zwischen dem Antrag Backes und dem von der Regierung übernommenen Antrag Molthan finanziell so groß erscheine, daß die Regierung Veranlassung habe, sich den bestimmten Wünschen der Kammer entgegen zu stellen. Abg. Schrneel habe ausgeführt, daß dies nicht der Fall sein könne. Ministerialrat Dr. E i s e n h u t: Es scheine ihm nicht notwendig, den Lehrern den Rat zu geben, sich in guter Ordnung zu halten, es liege fein Grund zu allgemeinen Klagen vor. Abg. Weidner unterscheidet in den Nebenbeschästig ungen der Lehrer und will insbesondere Handelsbetriebe und die Beschäftigung mit Versicherungswesen beseitigt ehen. Die Mitwirkung des Lehrers im Kassenwesen der Gemeinte könne nur vorteilhaft sein. Es sei zu prüfen, ob die nach Antrag des Abg. Backes geforderten Betrage geeignet seien, das Verhältnis der Lehrer mit den ihnen gleichstehenden Beamten in Einklang zu bringen. Er hoffe. ..Äit angtbi «ÄP „ btä > Än* ein?1 - griffe man rhm «kil«* * i,;. iritanbe ser, "r Mitt auf die $ müsse die Reglern' Stmlerung der b.-T unteren fei nie (dien in der Pen Nach weiteren lü.-.rmen EMHw bc Antrag Backe dm Vorlage betch zi wird der Anttc HMteter Lehrer teten Lehrer gier- d -r Borlage wer! t re Auszahlung t innen in allen bewirken, welch« tröge zu den Be auf bem Jnstn bin ßefe&enttvu: sc Mehrer bett., b! trügt unb Gint rircht mehr zu e sn irdene Anträge N-enso findet der ncrckfolgende Ehe, Muß der L Nächste Sitzim frctibe: Erbauung kch Graf Criola, iw sonstige kleine ShM Anwesend He Briyorbneten G vkirordneten die Jaber, Flett, Kohkenl Mr bas anaü bte Lieferung noi g:i. 200 Ztrn. „ 50 . । H 100 ailf dem öffentl wege vergeben wi $ie Bedingung Wotagtn ton hÄ“1' IMintier AM 5 10. Sni ®‘e Zuschlagsfti W bin 31 ——-Prof. § 'M Siele äfc -.i M’ÄJi Ä*.. 9 verweis Hov Hk e !Ä W &'6"4 öÄ'S* ?*«!-& “»rtt'äe. 5, '"Msidch >" M» be” «nt> "L N er . "9 btt Sejte - Q" bem ilE *9= mateni R't zu g»; liutoenben Pi; 'ogogit ' " Zentrum [. ^uahme des j «t dem Events Da5 gutes geth- n» die Regier Wen. Inch °es zu>limmeu Eine besoitze untnrichtsvem^ warmes hm f. ^che im hmise; erschüft das K } nicht von diess Re überschlag ltwenkassenvorla> Henden Susqadü >000 M GK :b keine SagM i Antrag/ te hid)ü*^ ning um U dis it fl/Iaemem ixt idi selbst \t\ von krängen raiixib^ Er giünde, dah Mngeintteter e gewahre ab« Alkes. Bei Ei- daß die Lehrs tun Ehrern an er bürge dafür t? Die iexni axt Zögeret ver Bvriage, un die Lehrer ai ien schon vor' enlehrer wüo hrer und Wit- ider Borlag- taattn getrqter chalsch^de nur ziffernWW^^ leholte in anbtm wfsenrH iS«!' de * Jass' nicht aSoM^^ öex3^a®u MivesBedich^ nderung der n noch etwas« öalich serN' ÄberimZnM tuje von *' tzN tSben. K Hs ls erwägen. Begiemng^j. iwttWeinha' %/S 2nrti* -WnL^ «r«k ?*«* es llfiD Ir M'? /bringt Sie Regierung werde es ermöglichen, den zu erwarteftveb Aschluß der Kummer zum Gesetz zu erheben. Finanzminister K ü ch l e r erklärt, daß die Ansichten Ober die angeblichen Mehreinnahmen teils irrige feien, teils seien die Mehreinnahmen durch Mehraus- xcben reichlich ausgewogen. Auf Vermutungen ton Mehreinnahmen könne er dauernde Mehrausgaben nicht besieren. Das laufende Budget laufe z. Z. mit einer Unterbilanz von 900 000 Mark. Seine Zustimmung za einer Ueberschreitung von 700 000 Mark Gesamtausgaben für die Gehalte könne er unter gar keinen Umständen ^en. Abg. Dr. David glaubt, daß derartige Erklär- Mgen des Finanzministers mit der Zeit ihre Wirkungen tecfehlen müßten. Er wundere sich, daß die Regierung, |ic mit einer Unterbilanz von 1 Million arbeite, noch- $00 000 M. anfordern könne. Wenn denn einmal Bankerott gemacht werden müsse, dann werden 144 000 Mark auch richtS schaden. (Heiterkeit.) Das Schulministerium müsse nur Rücksicht auf den Finanzminister nehmen, denn es finde ja den Tarif im Antrag Backes selbst nicht zw hoch; es -lefinde sich in einer verflixten Lage (Heiterkeit) und da müsse man ihm den Rücken stärken durch einstimmige An- ualime, damit es mit solchem Votum dem Finanzmtnister «itgegentreten könne. Staatsminister Rothe erklärt nochmals, daß die Vorlage bei Annahme des Antrags Backes kaum Aussicht habe, Gesetz zu werden. Abg. Backes spricht für seinen Antrag. Wer nicht imstande sei, seine Familie zu ernähren, könne nicht freudig seine Arbeit thun. Die Skala sei genau in den formen di er Skalen der anderen Beamten gehalten. Int Lmblick auf die Vorteile der Beruhigung der Lehrerschaft miüssc die Regierung den Wünschen Reck)nung tragen. Eine <2d)mälenmg der oberen Stufen der Skala zu Gunsten ier unteren sei nicht angebracht, da dies zu Ungleichmäßig- weiten in der Pensionierung führen müsse. Nach weiteren Ausführungen des Abg. Schmeel und Marinen Schlußworten des Berichterstatters Jöckel wird 6er Antrag Backes einstimmig angenommen. — Art. 2 ter Vorlage betrifft die Mietentschädigungen. Hierzu wird der Antrag Backes angenommen, wonach ein unver- teiroteter Lehrer mit eigenem Hausstand einem verheira- ietcn Lehrer gleich geachtet wird. Auch die übrigen Artikel ter Vorlage werden angenommen; Einem Anträge Backes, tie Auszahlung des Gesamtgehaltes der Lehrer und Lehre- lintten in allen Landgemeinden durch die Staatskasse zu bewirken, welche die von den Gemeinden zu leistenden Beitrüge zu den Besoldungen einziehen soll, will die Regierung «us dem Jnstruktionswege entsprechen. — Die Vorlage, den Gesetzentwurf, die Witwen- und Waisenkasse der Volks- ßchullehrer betr., wonack) das Witwengeld 450 bis 600 Mk. beträgt und Eintrittsgelder mit Wirkung vom 1. April 1899 nicht mehr zu entrichten sind, wird angenommen, verschied ene Anträge des Abg. Backes für später Vorbehalten. Ebenso findet der Gesetzentwurf betr. Legitimation durch nachfolgende Ehe, Annahme. Schluß der Sitzung: 1 Uhr. Ochste Sitzung: Freitag, 9 Uhr vormittags. Gegenstände : Erbauung verschiedener Nebenbahnen, Anfrage des Wg. Graf Oriola, die Besteuerung der Luxuswagen betr. »nb sonstige kleinere Vorlagen. Sitzung der Stadtverordneten am 31. Mai 1900. Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren geigeordneten Georgi und Wolff, von feiten der Stadt- itrorimeten die Herren Brück, Emmelius, Euler, Jabtr, Flett, Dr. Gaffky, Grünewald, Hanau, Heyligenstaedt, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, LooS, Scheel, Schwall und Wallenfels. Entschuldigt die Herren Beigeordneter Grüneberg, Stadtverordneten Dr. Fuhr, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Dr. Schäfer, Schiele und Petri. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm Herr Oberbürgermeister Gnauth das Wort, um der schweren Schicksalsschläge zu gedenken, die unser Großherzogliches Haus erlitten. Er habe geglaubt, im Sinne der Versammlung zu handeln, wenn er Sr. Kgl. Hoheit das Beileid der Stadt ausdrückte, und am Sarge Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Wilhelm einen Kranz niederlegen ließ. Der Wortlaut der Beileidskundgebung sei den Herren Stadtverordneten durch die Presse bereits bekannt geworden. Zum Zeichen des Einverständnisses mit dem Vorgehen und zum Zeichen des Beileids lade er die Versammlung ein, sich zu erheben. (Geschieht.) Nachdem vor einiger Zeit die Stadtverordneten- Versammlung über ein Lokalreglement betr. den Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen beraten, hat das Großh. Polizeiamt beantragt, außer den im Reglement. Entwurf bezeichneten Straßen das Radfahren zu verbieten in der Sandgasse, kleinen Mühlgasse, Drechäusergasse, im Trillergäßchen, Esfiggäßchen und dem von der Alicestraße nach der Bleichstraße führenden Gäßchen. Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden. Eine Eingabe mehrerer Oekonomen bezweckt die Herabsetzung der Wieggebühren für Heu und Stroh. Die Petenten bezeichnen es als ein Unrecht, daß für das Wiegen von Heu und Stroh auf den städtischen Lastwaagen pro Zentner 3 Pfg. -erhoben werden, während für andere Artikel, wie Kohlen, Kartoffeln u. s. w. nur 1 Pfg. zu entrichten sei. Die Versammlung beschließt im Sinne der Eingabe, nachdem laut Bericht des Oktroiinspektors aus früheren Akten sich Anhaltspunkte nicht ergeben haben, welche eine höhere Wiegtaxe für Heu und Stroh rechtfertigen. Eine weitere Eingabe des katholischen Kirchenvorstandes wendet sich gegen die Belastung des katholischen Pfarrhauses mit Grundsteuer. Da nach dem Gesetz Pfarrhäuser, Schulen usw. steuerfrei sind, erhob der kath. Kirchenvorstand betr. der staatlichen Grundsteuer Reklamation, der zufolge das Großh. Ministerium die Rückerstattung der in den letzten vier Jahren entrichteten Abgaben verfügte. Die Versammlung beschloß, dem Antrag auf Rückerstattung auch der kommunalen, 331 Mk. 18 Pfg. betragenden Grundsteuer unter der Voraussetzung stattzugeben, daß die Nachprüfung ergiebt, daß es sich lediglich um das Pfarrhaus, und nicht auch um daS sonstige Grundeigentum der kath. Gemeinde handelt. In nichtöffentlicher Sitzung standen im wesentlichen die Leistungen zur Verhandlung, die für den Fall der Erbauung einer neuen chirurgischen und Augen- klinik, sowie für den Neubau einer Veterinäranstalt der Stadt Gießen als Vorwegleistung angesonnen waren. Nach Antrag der Bau- und Finanzdeputation wurde beschlossen: a) zum Erwerb desjenigen Geländes, welches nach den mitgeteilten Plänen für den Neubau von Kliniken, für sonstige Institute der medizinischen Fakultät, und für eine Veterinäranstalt beansprucht wird, auS der Stadtkaffe einen baren Zuschuß von 200000 Mk. zu leisten, sobald die Erbauung einer chirurgischen und ophtalmologischen Kliuik und der beide« Tierkliniken die landständische Genehmigung erhalte» haben; b) das im Besitz der Stadt befindliche Gelände hinter der Frankfurterstraße zum Preis von 5 Mk. pro Quadratmeter und dasjenige oberhalb der medizinischen Klinik zum Preis von 2 Mk. pro Quadratmeter zu dem gedachten Zweck an den Staat abzutreten. Man hat darnach von freier Stellung des zumteil bereits im Eigentum der Stadt befindlichen Geländes abgesehen, das letztere vielmehr lediglich seinem wahren Wert entsprechend (zu fünf beziehungsweise zwei Mark pro Quadratmeter) zur Verfügung gestellt, dagegen für die Vorwegleistung der Stadt die Form eines baren Zuschußes (200,000 Mk.) gewählt, und weiterhin diese Leistung für die verschiedenen Zwecke zusammengefaßt, um dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß man auch diesseits den eingangs genannten Plänen die gleiche Wichtigkeit und Dringlichkeit beimißt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vem 1« Juni. Wechsel auf New-York zu 4.20i/>-21,/i. Prämien auf Kredit per ult Juni 1.35 °/o» do. per ult Juli 2.50%, Di Skonto -Kommandit per ult. Juni 1.35%, do. per ult. Juli 2.50% Lombarden per ulh Juni 0.60 % do. per ult. Juli 1.05%, Berliner Handeleges. per ult. Juli 0.00. Notierungen: Kreditaktion 223.50-80-224., Diskonto- Kommandit 185.80-90-60, Staatsbahn 189.50-000.00, Gotthard 140.00, Lombarden 25.00-00.00, Ungar. Goldrente 96.80, Italiener 95.10, Sproz. Mexikaner 25.25, Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 4%% G. l%-2% Uhr: Kreditaktien 223.80-30.60.40, Diskonto-Kom- mandit .185.60-185.20, Staatsbahn 000.00, Lombarden 00.00-00, Portugiesen 00.00, Bochumer 244.50-242.00. Stuttgart, 30. Mai. (Allgemeiner Deutscher Versicherungs- Verein.) Im Monat April 1900 wurden 1236 Schadenfälle reguliert. Davon entfielen auf die Haftpflichtversicherung 640 Falle, und zwar 384 wegen Körperverletzung und 256 wegen Sachbeschädigung; auf die Unfallversicherung 524 Fälle, von denen 6 den sofortigen Tod und 6 eine gänzliche oder teilweise Invalidität der Verletzten zur Folge hatten. Von den Mitgliedern der Kapital- Versicherung für den Todesfall sind 72 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat April 6186 Versicherungen. Bon den vor dem 1. Februar 1900 angemeldeten Schäden .der Unfall-Versicherung (tncl. der TodeS- und Invalid ttätS-Fälle) sind nur 183 noch in Behandlung. Der Verband deutscher Eisenwarenhändler hielt seine Generalversammlung vom 24. bis 28. Mai in Hamburg ab. Die Beteiligung war überaus rege; denn trotz der nicht gerade sehr günstig gelegenen Zeit waren von den beinahe 1300 Mitgliedern, die der Verband gegenwärtig zählt, aus allen Gegenden Deutschlands insgesamt über 300 erschienen. Die Tagesordnung enthielt verschiedene Fachfragen, von denen wir als die wichtigste die Stellungnahme des Verbandes zu dem Gesetzentwurf, die Sicherung der Bauhandwerker betreffend, erwähnen. Nach einem Vortrage über die „Sicherung der Lieferanten, bei Bauten" nahm die Generalversammlung folgende Resolution an: „Der Verband deutscher Eisenwarenhändlev richtet an die verbündeten Regierungen das Ersuchen, in dem in Vorbereitung begriffenen Gesetzentwürfe, betreffend die Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker die Forderungen der Lieferanten für Bauunternehmer und Bauhandwerker in völlig gleichem Maße zu berücksichtigen, wie die Forderungen der Bauhandwerker selbst, sodaß beide Arten von Forderungen den gleichen hypothekarischen Rang haben." Von besonderem Interesse war die mit der Generalversammlung verbundene Ausstellung von Artikeln der Eisenwaren-, Haus- und Küchengerätebranche. i— Kohlentteferung. Für das anatomische Institut soll ! )ie Lieferung von: <1. 200 Ztrn. HüttewKokeS, . 50 , gewaschene Nußkohle 1. Gr., , 100 „ Anthracit 4 aif dem öffentlichen Submisfions- iiiitge vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den 7 LoHentagen vormittags von 10 bis 112 ttyr auf dem Institut offen. Offerten, versiegelt und mit ent- WHender Aufschrift versehen, find 6Hl zum IO. Juui d. Js., vor- -Mittags IO Uhr, auf dem ana- Konischen Institut abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Sieben, den 31. Mai 1900. Prof. Strahl. Pslaftcrftein- Lieferung. ?,iir Herstellung von Fahrbahn- ptWer in hiesiger Gemeinde soll die ZÄchrnng von 78 cbm gerichteten Msaltpflastersteinen (Hartbasalt) in LMicher Submission vergeben neerbeit. Termin ist anberaumt auf Wstag dkn 16. Juni d. M, vormittags IO Uhr. Die entsprechenden Offertformulare ruft Bedingungen können von uns Men Einsendung von 20 Pfennigen (InBriefmarken) bezogen werden. Migenstadt, am 28. Mai 1900. MG. Bürgermeisteeei Seligenstadt. Hover. 3893 KmdmrtsWl. lonfumitttin Wikseck Eingetr. Genoffensch. mit unbeschr. Haftpflicht. Bilanz am 31. Dezember 1899. Aktiva. JL H Passiva. Kaffenvorrat 4506.68 Geschästsguthaben der Ge- Warenvorräte 22561.-- noffen 3850.50 Mobilien 168.83 Reservefond 12806.10 Forderungen 850.- Betriebsrücklage Schulden an Lieferanten Gewinnen« 31. Dezember 3150-— 3273.80 5006.11 28086.51 Mitgliederstand En Zugang in 1899 >e 1898 258 8 266 28086.51 Abgang in 1899 ___5_ Daher Stand Ende 1899 261 3904 Wieseck, den 80. Mai 1900. Hildebrand, Direktor. Mittwoch den6.Iuni1900, nachmittags 2% Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Schloß- gafle 5 gelegene Hofratte Flur 1 Nr. 827 — 19 qm groß stehend vor dem Namen des Wilhelm Ullrich und Ehefrau auf Antrag deS Konkursverwalters öffentlich meistbietend freiwillig versteigert werden. Großh. Ortsgericht Gießen. SroS. 3892 Prima neue Mtjez-jüriilge eingetroffen. 3870 H. F. Nassauer Telephon 92. Aeuenweg 15. Neue Heringe neue Kartoffeln empfiehlt 3872 Wilh. Haas, Alcichstraße 18. Feinste Gothaer Cervelatwurst (Winterware) in bekannter Güte bei 3865 L. 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