Freitag de« 2. Februar 1900 Crstes Blatt. Amts- unb Anzeigeblatt ffie den rlreis Gieße«. lli Deutscher Reichstag Gießen, am 30. Januar 1900. Stellen. v. Bechtold. Hand, denn Lord Roberts Bezugspreis Vierteljahr!. 9)it. 2,26 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Psg. Bei Postbeztig Mk. 2,40 vierleljährt. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-LermittlungSstellen deS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ReWhien, Expedition und Druckerei: Kchntstratze Ar. 7. Jt. w* f,. südafrikanischen Freistaaten gesandt werden, sich als wirkungslos erweisen. . Die englische Thronrede umgeht die Wahrheit, sie verschweigt geflissentlich, daß die britischen Machthaber den Krieg heraufbeschworen haben, und deshalb verliert sie an Bedeutung und ist den Angriffen aller Parteien mehr ausgesetzt, als wenn sie offen den wahren Sachverhalt zugegeben hätte. Mer das hat auch wohl kaum jemand erwartet ! Bet r.: Die Ausführung des Jnvaliden-Versicherungsgesetzes; hier: Die Dienstanweisung für die mit Einziehung Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieß«« Fernsprecher Nr. 51. lands gewaltige Anstrengungen von einem Erfolge gekrönt sein werden. Man denkt anscheinend in den maßgebenden Londoner Kreisen noch immer recht optimistisch über die gegenwärtige Situation und hält sie lediglich für einen vorübergehenden Mißerfolg der britischen Truppen, der wieder ausgeglichen werden kann. Ob diese Hoffnungen sich nicht als trügerisch erweisen werden? Wir wollen ja gerne glauben, daß die Opferwilligkeit des englischen Parlaments ohne Grenzen ist, daß es vor keiner Ausgabe zu- cückfchrecken wird, um das britische Ansehen wieder zu rehabilitieren, aber Geld allein kann in diesem Falle nicht helfen. Gold vermag wohl den Ausschlag zu geben, wenn es sich darum handelt, in Persien oder China die Oberhand an Einfluß zu gewinnen gegenüber einer anderen Macht, aber gegenüber der glühenden Freiheitsliebe der |i Buren wirkt das englische Gold nicht mehr als Spreu. Und I deshalb werde» alle Söldnerscharen, die gegen die beiden Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den atgendea Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spatesten« abends vorher. r Adami. ° Krumm. Wallenfels, »old II. Walter, rchnlhof. Noll IL ' Wallach. Naffamr. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen | nicht von an die mit Einziehung der Juvalideu-Verftche- rnugSbeiträge betrauten Stellen in den Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 13. Januar d. Js. (Kreisblatt Nr. 12) noch nicht ent- sh rochen haben, werden an deren Erledigung erinnert. * Die englische Thronrede. Gsießen, den 1. Februar 1900. ES war vorauszusehen, daß der Inhalt der Thronrede, mit welcher am Dienstag das englische Parlament eröffnet wurde, fast ganz den Ereignissen tn Südafrika gewidmet sein würde. Die Stellen in denen von den freund- schaftlichen Beziehungen zu allen Großmächten die Rede ist, sind hergebracht, und im gegenwärtigen Augenblick von -keinem zu großen Werte, da England sich nicht rühmen kann, heute die Sympathie irgend eines Volkes oder Staates zu besitzen. Was nun denjenigen Teil der Thronrede betrifft, welcher sich mit der Kriegsfrage beschäftigt, so sucht die englische Regierung auch bei dieser Gelegenheit wieder als Thalfache hinzustellen, daß ihr der Krieg von den Buren .mfgedrungen worden sei. Sie spricht von einer „Invasion" der südafrikanischen Kolonieen durch die Burenstaaten. Freilich ist es richtig, daß die Buren in die ersteren eingerückt sind, aber das geschah erst, als alle Nachgiebigkeit, alles Entgegenkommen Transvaals sich als nutzlos erwiesen hatte, und die Offensive, welche die Buren ergriffen, kann allgemein nur als ein Akt der Selbsterhaltung angesehen werden. Hätten sie noch weiter damit gezögert, so hätte England Gelegenheit gehabt, seine Rüstungen zu vollenden, und dem Feinde zuvorzukommen. Jeder Unbefangene weiß, daß, wenn auch Transvaal den Kriegsreigen eröffnete, die Schuld an dem Ausbruch der Feindseligkeiten auf Seiten Englands zu suchen ist, das die seinem Landsmann Jameson vor einigen Jahren bei Krügersdorp beigebrachte Niederlage nicht vergessen, und das Verlangen nach den Gold- und Diamantfeldern Transvaals nicht zu zügeln vermochte. Von einer baldigen Beendigung des Krieges spricht deshalb die Thronrede auch nicht: Der Kampf um die Suprematie Englands in Südafrika soll zu einem siegreichen Ende geführt werden. Von vornherein dürfte also jede Einmischung irgend einer Macht zugunsten der Friedensvermittelung als vergeblich anzusehen sein, ehe nicht Eng- * Bom Kriegsschauplatz In England kann man sich unbedenklich schlafen legen, des Reiches Interessen liegen in sicherer und bewährter des Abg. Müller-Sagan.(fr}. 53p.) Direktor Sydow, es werde demnächst eine Bekannt- 1 machung dahin erscheinen, daß fortan Mehranschlüsse an eine und dieselbe Leitung zu billigeren Preisen gestattet sein sollen, sowie, daß die Herstellung dieser Mehranschlüsse auch der Privatindustrie übertragen werden dürfe. Auf eine Anfrage des Abg. Stöcker (b. k. F.) erklärt Staatssekretär v. Podbielski, es sei ein Irrtum, daß früher die mittlere Laufbahn höher hinausgereicht hätte, als jetzt. Vorredner irre auch darin, wenn er meine, daß die Ausführung der Anordnungen des Generalpostamts in den Nachgeordneten Stellen auf bureaukratlschen Widerstand stoße, sodaß es zur Kontrolle einer Revision durch Generalinspektoren benötige. Beim Gehaltstitel: „Oberpostassistenten, Assistenten u s w beantragt die Kommission eine Resolution, den Reichskanzler zii ersuchen, durch einen Nachtragsetat die Gehaltsstufen für Bureau-Assistenten, Oberpost- und Post- Assistenten anderweit, und zwar von der zweiten bis zur vorletzten Stufe um je 100 Mark höher zu normieren. Abg B i e l h a b e n (Antis.) beantragt, den Titel nebst Resolution an die Kommission zurückzuverweisen. Staatssekretär v. Podbielski bemerkt, der Vorredner täusche sich, wenn er sage, etatsmäßige Stellen wären offen gelassen, .um die Gelder für Diätare zu verwenden, um, und zwar unter Lohndrückerei, um so mehr Diätare zu halten. Das hätte der Rechnungshof gar nicht zuaelassen, denn die Diätare ständen in einem anderen Titel, und an dem, wo der Reichstag mitbeschlossen, dürfe die Verwaltung nichts ändern. Abg. Dasbach (Zentr.) empfiehlt die Annahme des Antrages Vielhaben. Aber die Kommission müsse ihre Beratung erst wieder aufnehmen, wenn ihr die Regierung eine ganz ausführliche Denkschrift vorgelegt habe. Erhalte dann die Kommission die Ueberzeugung, daß die Beamten ein Recht auf die eingeklagten Beträge haben, dann brauche Man nicht erst auf die eudgiltige richterliche Entscheidung womöglich noch Jahre lang zu warten. Staatssekretär v. Podbielski meint, die Post- । Verwaltung könne doch die Beträge keinesfalls auszahlen, wenn nicht auch der Bundesrat zustimme. Da solle man doch die gerichtliche Entscheidung abwarten. Auf eine Bemerkung des Abg. Vielhaben (Antis.) entgegnet Staatssekretär von Podbielski, entschieden verwahren müsse er sich dagegen, als ob seine Verwaltung an ihren Beamten spare für irgend welche andere Interessen. Seine Verwaltung verwende auch niemals Etatsmittel in einer nicht etatsmäßigen Weise. Abg. Schmidt-Warburg (Zentr.) plaidiert für Zu rückverweisung, desgleichen Mg. Singer (Soz.), welcher noch betont, es sei doch sehr bedauerlich, daß die verbündeten Regierungen sich in einer Frage, über die der Reichstag längst entschieden habe, sich noch immer auf juristische Tifteleien zurückziehe. Wenn der; Reichstag erklären würde: Wir bewilligen die Flotte nicht eher, ehe nicht diese Frage in unserem Sinne erledigt ist, dann würde die Frage sicher sofort gelöst sein. Abg. Müller-Sagan (frs. Bp.) bemängelt die unterscheidlichen Urlaubserteilungen: in demselben Direktions- hat dem Kriegsamt abermals — vorgestern abend — ein Telegramm gesandt, welches besagt: Die Lage ist unverändert. „Lieb Vaterland magst ruhig sein . . . —M Mittlerweile machen die Buren Versuche, Buller zu umgehen und einzuschließen, was für ihn, da er nicht auf lange hinaus mit Proviant versehen ist, ein höchst gefährliches Ding wäre. DundonaldS verschollene Reiterbrigade soll, wie das „Reuter'sche Bureau" erfährt, am Samstag sich am Südufer des Tugcla eingefunden haben. Amtliche Bestätigung bleibt abzuwarten. Ueber die Verfassung, in welcher die Truppe sich befindet, sagt „Reuter" nichts. Unverständlich ist die weitere Meldung des Bureaus, Lyttletous Brigade habe noch ihre ursprüngliche Stellung inne. Ja, wo denn? Einmal berichtete das Kriegsamt, die Brigade habe am 24. nördlich der Potgieters Drift gestanden, dann behauptete „Reuter", es sei nicht wahr, diese Truppe sei es vielmehr gewesen, welche am 23. den Spionkop gestürmt habe. Dieser aber ist doch vollständig von den Engländern geräumt! Oder sollte „Reuter" verblümt andeuten wollen, daß die Brigade Lyttleton am Spionkop von den Buren cerniert, resp. gefangen ist? Oder aber — und das ist wohl das richtigere — hat das Kriegsamt recht gehabt, und hat Lyttleton doch bei Potgieters Drift mit den Buren in heißem Kampfe gestanden? Das bereits mitgeteilte Telegramm, nach welchem die weiteren englischen Verluste bei der Operation am Tugela vom 20. bis 26. Januar 23 Tote und 278 Verwundete betragen, in welchen Ziffern die Verluste am Spionkop nicht eingerechnet seien, scheint darauf hinzudeuten. Eine höchst ungünstige Wendung fangen die Dinge bei Colesberg im Norden der Kapkolonie für die Engländer anzunehmen. Es wird berichtet: Prätoria, 30. Januar. („Reuter« Bureau".) Aus ColeS- berg wird vom 27. dsS. MtS. gemeldet: Kommandant Delarey berichtet, daß er am Donnerstag eine starke englische Abteilung, die oorrückte, angegriffen und mit schweren Verlusten zurück- gelsch lagen habe. Auf Setten der Buren seien zwei Mann leicht verwundet worden. General Grobler berichtet, daß seit Tagesanbruch ein heftiges Gefecht im Gange sei. Die Engländer versuchten mit einer starken Streitmacht die Stellungen der Buren zu umfassen. Schömann, der auf der Hut war, kam Grobler zu Hilfe. Er kehrte um 8 Uhr abends zurück, und meldete, daß die Engländer geschlagen seien, und die Buren ihre Stellungen behauptet hätten. Der Verlust der Buren beziffert sich auf fünf Verwundete. Der ; Verlust der Engländer ist nicht bekannt, aber er muß be- ' deutend sein. Auch ein anderer Versuch der Engländer, die ' Stellungen der Buren zu umfassen, wurde vereitelt. Noch vor wenigen Tagen hieß es, die Buren seren ver Colesberg enger und enger umfaßt, und machten vergebliche Anstrengungen, sich aus der Umarmung General French s zu befreien. Das waren Phantasien englischer Bericht- Amtlicher Teil. Bekanntmachnna. betreffend: Maul- und Klauenseuche. In Bettenhausen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen, und Aufhebung der Sperrmaßregeln verfügt Gießener Anzeiger General -"Anzeiger Hrschetnl täglich mit Ausnahme des Montag-. Die Gießener AamikienStättcr »erden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess, gandwirt" h. „Blätter Kr heff. Volkskunde' »bchtl. 4 mal beigelegt. eutejtiW fische, »er v 850 A 'M wiSv&ktA. ft DäikütessengeM ^o iihleu iu ** ^*Mv*w* Ü5gi5. ------wt -Ms- buddtng.Pulvkr ! Mai bewährte Nulls bon 139. Sitzung vom 31. Januar. 1 Uhr. Tages-Ordnung: Fortsetzung der Beratung des Postetats. Titel Unterstaatssekretär. mCl; ^i.n|tuuu,vMH„a ---------------- . Mg. Stöcker (b. k. F.) stellt fest daß ein subalterner der Invaliden-Versicherungsbeiträge beauftragten I Scherz, der bei einem Fest anläßlich der Einweihung des * neuen Postgebäudes in Straßburg über Baiern gefallen sei, weil Baiern sich einer Einheitspostmarke widersetze, vv,i einem Postbeamten gemacht, sondern aus dem Munde eines für die Feier engagierten Komikers gekommen sei. Den Staatssekretär bitte er, auf eine bessere Orthographie hinzuwirken, sowie auf Verringerung des Postwagenfahrens an Sonntagen. Staatssekretär v. Podbielski entgegnet, die Postverwaltung sei bezüglich der Sonntagsheiligung schon sehr weit vorgeschritten. Aber alles habe sich doch im Interesse des Verkehrs noch nicht erreichen lassen. Was die bessere Orthographie anlange, so seien die Ressorts bereits durch den Reichskanzler angewiesen worden, ihre Sprache derjenigen des Bürger!. Gesetzbuches anzunähern. Bei einem weiteren Titel erklärt auf eine Anregung 'vordem Gießen, den 1. Februar 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kmdwirt, Klätter für hessische Volkskunde. ________________ bezirk der eine Beamte drei, der andere zwei Wochen. Der- Staatssekretär habe gestern von den Zeitungsschreibern abfällig gesprochen. Nun, diese seien doch wohl klüger, als der Staatssekretär glaube. Staatssekretär von Podbielski antwortet darauf, daß die Bestimmungen über den Urlaub lauten : für die etatsmäßigen Beamten 14 Tage, für die nicht etatsmäßigen: 10 Tage. Wenn die Presse Mißstände bespreche, so sei ihm das nur angenehm. Aber wenn der Postverwaltung vorgeworfen werde, sie habe es zum „System", jetzt schlechter zu bestellen, so könne man das doch nicht für richtig zu- aeben. Der Titel wird bewilligt; die Zurückverweisung ist demnach abgelehnt. — Ueber die Resolution der Kommission soll erst in dritter Lesung abgestimmt werden. — Bei einem weiteren Titel empfiehlt Abg. Dasbach (Zentr.) den Bau von Dienstwohnungen für Unierbeamte angesichts der Wohnungsnot in Berlin. , . r Staatssekretär v. Podbielski spricht sich dagegen aus, weil dies in großen Städten zu sehr auf Kasernierung hinauslaufen würde. f Abg. Singer (Soz.) wünscht Erhöhung des, Wohnungsgeldzuschusses für Unterbeamte und bekämpft das System der Stellenzulagen. Weiter empfiehlt Redner auch der Post- und anderen Zivilverwaltungen, ebenso tote dies die Heeresverwaltung thue, Umzugskosten zu gewähren. Es erfolgt Vertagung. — Nächste Sitzung morgen 12 Uhr. ^ages-Ordnung: Extraordinarium, dann Etat ; der Reick)sdruckerei. Schluß 5 Uhr 45 Min. gt~beTKjjgS- äschm Frütlen p tlftin im ©eldjmti. Pst. 80 Pf-, 'tRmtt 2,50 DU, 5,75 DU. )bsl-Gelee tert rein, r ißfuafi 50 ff(., fimtt 4,50 DU. issauer, nefl 15.6M rVrPfd.'St.M Her L Pfd. l M . 40 Pfg. * iitlja. ft. M 1 Söhne wetz 12 jtofcfl Auswahl', stn M jxde AosföhrvvL. portable 8® elöfen. leru. M* I, OmM erstatten denen nun wohl nichts anderes übrig bleibt, als das Geschäft deS Wolkentretens aufzugeben und auf den Boden der Wirklichkeit zurückzukehren. ES sieht da nicht sonderlich einladend aus, aber der Wahrheit werden die Herren vom Draht die Ehre doch endlich geben müssen. „Reuter" fängt ja schon an. Das KriegSamt hat also — vorbehaltlich seiner ersprießlichen Zensurgerechtigkeit — nichts dagegen. Das gleiche Telegramm meldet uns übrigens, daß die Beschießung Kimberleys fortdauere. Um was kämpft England? London, 29. Januar. Die Frage um Ziel und Ende dieses Krieges wirft heute, am Tage vor dem Zusammentritt des Parlaments, dasjenige englische Blatt auf, welches sich während dieser ganzen Krise als den ruhigsten,, sachlichsten und scharfsichtigsten Beobachter auf englischer Seite erwiesen hat, der „Morning Leader", obwohl auch dieses Organ eine gewisse Tendenz, sich über offene Thatsachen hinwegzutäuschen, nicht ganz unterdrücken kann. Es schreibt: „Um was kämpfen wir? Das Parlament hat ein Recht zu roiffen, ob um die Beschwerden der Uitländer, oder um das Transvaal und seine Goldfelder zu annektieren. Die Führung des Krieges geht unsere Militärs an. Die Dauer desselben ist eine Frage für das Parlament und eine Frage, die nur beantwortet werden kann, wenn die Nation durch dasselbe erklärt hat, welches Ziel sie zu erreichen und welchen Ehrgeiz zu befriedigen sie sich vorgenommen Worauf es in Wahrheit ankommt in der gegenwärtigen Verwicklung, das ist die Regelung, welche wir nach der Beendigung des Krieges beabsichtigen. Aber eine Debatte über diesen Punkt (die Feststellung der großen Linien, auf denen diese Regelung stattfinden soll) involviert auch eine Kritik der Vergangenheit. Haben die Buren den Krieg gesucht, haben sie gegen das Reich konspiriert, dann können sie vielleicht nicht auf ein größeres Maß von Generosität rechnen (man sieht, daß selbst dieses maßvollste aller englischen Blätter an dem endgiltigen Siege der Engländer auch nicht einen Augenblick zweifelt und die Buren gerade wie der ärgste Jingo als von der bri. tischen Gnade abhängige Rebellen behandelt). Wenn aber im Gegenteil unsere „Diplomatie" den Krieg provoziert hat, wenn wir über die guten Gründe für denselben getäuscht, wenn das ganze Jmbroglio das Resultat einer Agitation ist, hervorgerufen und bezahlt durch eine Clique von Kapitalisten, dann muß diese Entdeckung, wenn die Nation sie auch erst spät am Tage macht, auf die Friedensbedingungen zurückwirken. Selbst wenn es strenge Gerechtigkeit wäre, das Transvaal zu annektieren, so könnte diese Annexion doch höchst unpraktisch sein. Aber um diese Frage dreht sich eine andere. Das Parlament muß nicht nur entscheiden, welche Politik wir in Südafrika verfolgen wollen, sondern auch, wer sie ausführen soll. Die Frage kann es nicht beantworten, ohne die Vergangenheiten aufzuwühleti; wir können die Zukunft unseres Reiches nicht einem Manne anvertrauen, der sich von der Anklage nicht reinigen kann oder will, heimlich an dem Jameson-Einbruche beteiligt gewesen zu sein. In der letzten Session appellierte er an die „Chose jag6e“, diesmal steht er vor einem neuen Faktum. Es ist nicht eine der geringsten Aufgaben der Opposition, aus Herrn Chamberlain eine Erklärung über den Hawksley-Dossier herauszupressen. Aber der „Morning Leader" selbst will von irgend einer eigentlichen Aktion gegen die Gesamtregierung Nichtwissen, er begnügt sich mit dem Kopfe Chamberlains, wenn er ihn kriegen kann, was mehr denn unwahrscheinlich; denn die große Masse sieht in ihm immer noch den Retter in der Not, den Mann der Aktion und der entschlossenen Thal. Deutsches Keich. Berlin, 31. Januar. Zur Mission Beernaerts schreibt die „Post": Wie wir erfahren, hat es sich als nicht angängig herausgestellt, die Grenzfragen zwischen Deutsch- Ostafrika und dem Kongostaat betreffs des Kiwusees auf Grund des vorliegenden Kartenmaterials zu einem Abschluß zu bringen. Es liegt daher die Notwendigkeit vor, eine Kommission auszusenden, damit sie an Ort und Stelle die Regelung der streitigen Fragen in die Wege leitet. — In der 19er Kommission des Reichstages wurde heute die zweite Lesung des Gesetzes über die Konsular- gerichtSbarkeit vorgenommen. An einigen Paragraphen wurden noch Aenderungen vorgenommen, während der Rest in der Fassung der ersten Lesung unverändert bestätigt wurde. — In der 21er Kommission deS Reichstages wurde heute die Beratung der Novelle zum Gewerbeunfall- versicherungsgesetz bis § 5 gefördert. Die Fassung der Vorlage wurde angenommen, bei den §§ 2 und 3 jedoch unter Zustimmung der Regierung mit einem vom Abg. Fischbach beantragten Zusatz, wonach durch Statut die Der- sicherungspflicht auf gewisse Hausgewerbetreibenden ausgedehnt werden kann. — In der Budgetkommission des Reichstages standen heute die Titel des Etats des Auswärtigen Amts zur Verhandlung, welche die Kolonien betreffen. — In der 20. Kommission des Reichstags wurde heute bei Beratung deS § 2 des Gesetzentwurfes über die Patentanwälte beschlossen, daß im Falle der Versagung der Eintragung in die Lifte wegen unwürdigen Verhaltens des Antragstellers nur dieBeschwerde an das Ehrengericht zulässig, aber auch Berufung an den Ehrengerichtshof gestattet sein soll. Zu § 3 wurden verschiedene Amendements angenommen, wonach eine weitere einjährige praktische gewerbliche Thätig- keit neben der zweijährigen Thätigkeit auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes erforderlich ist. — Erzbischof Sim ar brachte beim Kaisergeburtstagsessen in Paderborn einen Trinkspruch auf den Kaiser aus, über dessen Inhalt die „Rhein.-Wests. Zeitung" folgende Mitteilung macht: „Er feierte in schwungvollen Worten den Kaiser als Führer des Volkes, dem wir als Unterthanen zu folgen verpflichtet seien, da wir wüßten, daß seine Ziele in aller und jeder Hinsicht auf das Wohl, die Größe und die Entwickelung des Reiches gerichtet seien. Deshalb sei es Pflicht eines jeden Patrioten, diejenigen Bestrebungen zu bekämpfen, welche auf den Umsturz der staatlichen Ordnung gerichtet seien und insbesondere die soziale Umwälzung beabsichtigen, also die der Sozialdemokratie. Es mache sich Zn Deutschland ein unverkennbares aus dem Volke herauswachsendes Bestreben geltend, nach auswärts die Ehre des deutschen Namens zu tragen und die Deutschen, wo sie immer sich ansiedeln, unter den Schutz der deutschen Flagge zu stellen. Der Kaiser trage uns die Fahne voran, und es sei unsere Pfliü)t, dem Mahnrufe des Kaisers zu entsprechen. Die Frage der Kosten könne nur in zweiter Linie in Betracht kommen, wiewohl sie zweifellos sich nach der Leistungsfähigkeit des Volkes richten müsse. Bei gutem Willen würde auch diese Frage gelöst werden, und er hoffe, daß, wie bisher, wenn es patriotischen Fragen gelte, auch in Deutschland allenthalben nur ein Ruf erschallen werde: Wir folgen unserm Kaiser!" Der Erzbischof hat mit diesen Worten dem Empfinden derjenigen großen katholischen Kreise Deutschlands Ausdruck verliehen, die es einfach nicht verstehen, weshalb die Zentrumspresse sick) in nationalen Fragen von einem vormärzlichen Radikalismus ins Schlepptau nehmen läßt, der komischerweise für Deutschlands Schwäche zu Lande und zur See schwärmt. Im Kreise von Katholiken aller Berufsstände kann man heute täglich die Bemerkung hören, kein verständiger Mensch bestreite, daß eine Verstärkung der deutschen Flotte notwendig sei. Wir rechnen es dem Erzbischof Dr. Simar hoch an, daß er dem Terrorismus der ultramontanen Presse zum Trotz die Empfindungen der patriotisch gesinnten katholischen Bevölkerung vertreten hat. (K. Z.) — Infolge der Glätte, die der starke Schneefall mit sich brachte, sind wieder zahlreiche Personen verunglückt. In den Unfall- und Rettungsstationen mußten mehrere Arm- und Beinbrüche behandelt werden. In Schlesien war der Schneefall besonders stark. Der Verkehr mit Ober- schlesieu und Berlin ist gestört. Auch in Dresden sind bedeutende Störungen im Telephon- und elektrischen Straßen- bahnbeetrieb eingetreten und der Stadt- und Fernsprechverkehr bis auf weiteres eingestellt. Frankfurt a. M., 31. Januar. Die „Frkf. Ztg." meldet aus München: Ueber die etwaige Einführung einer Reichserbschaftssteuer haben innerhalb der bairischen Regierung Erwägungen stattgefunden, und es ist wahrscheinlich nicht bei solchen geblieben, obgleich im Bundesrat die Deckungsfrage noch nicht verhandelt worden ist. Die bairische Staatsregierung steht augenscheinlich auf dem Standpunkte, daß man sich jetzt schon mit der Frage beschäftigen soll, welche Deckungsmittel in Aussicht genommen werden könnten, wenn für den Flottenetat die laufenden Einnahmen nicht ausreichen sollten. Eine Reichserbschaftssteuer würde erheblich höher sein, als die einzel- staatlichen Besteuerungen sein müssen, da die Einzelstaaten keinen Einnahmeausfall erleiden wollen, was auch bei Erhöhung der Matrikularumlagen eintreten müßte. Die bairischen Erwägungen scheinen überhaupt auf eine Staffelung der Steuern hinauszugehen. Ausland. Budapest, 31. Januar. Beim Zusammenstoß zweier elektrischer Straßenbahnwagen wurden sieben Passagiere schwer, mehrere leicht verletzt. Bern, 31. Januar. Die Gräfin Sch uw al off in Petersburg überreichte dem internationalen Friedensbureau in Bern eine Abschrift einer von 40,000 russischen Damen unterzeichneten Bittschrift an den Präsidenten Mac Kinley, worin derselbe um seine Friedensvermittelung im Transvaalkriege ersucht wird. Wie verlautet, werden sich die Frauen Hollands dem Vorgehen der Russinnen anschließen. London, 31. Januar. Die Abendblätter veröffentlichen ein Telegramm aus Pietermaritzburg, wonach die gesamte Buller'sche Armee das Südufer des Tugela erreicht hat. — „Daily Mail" veröffentlicht nachstehende Marktpreise aus Pietermaritzburg: Ein Dutzend Eier 9 Schillinge 6 Pence, ein Pfund Fruchtmarmelade 6 Schillinge 6 Pence, ein viertel Pfund Pfeifentabak 30 Schillinge, ein BüchSchen kondensierte Milch 10 Schillinge. — Der „Morning Post" zufolge wurde die Cho ko la de, welche die Königin ihren Soldaten sandte, am Modderriver unter großer Begeisterung der englischen Krieger verteilt. Ein lebhaftes Bild bot das Divisionspostamt dar, wohin die Truppen nach Verzehrung der Chokolade strömten, um die leeren Blechbüchsen an Verwandte und Bekannte zu verschicken. Sie zu kaufen, ist fast unmöglich, da man die höchsten Preise dafür verlangt. — „Daily Chronicle" will erfahren haben, daß die am Samstag stattgehabte Sitzung des Verteidigungskomitees sich besonders mit der Mobilisierung der Flotte bt schäftigte. Es wurden jedoch keine festen Beschlüsse gefaßt, außer dem, daß die 8. Division nicht eher abgehen soll, als bis die Sicherheit der britischen Küsten durch Flottenrüstungen garantiert ist. Madrid, 31. Januar. Die unter Führung des Herzogs von Veragua stehende außerordentliche Gesandtschaft begiebt sich am Samstag nach Berlin, um dem deutschen Kronprinzen die Insignien des Ordens vom goldenen Vließ zu überbringen. Koustantiuopel, 31. Januar. Wegen der fortdauernden heftigen Artikel gegen den Sultan'ließ letzterer einen Prozeß wegen Verleumdung gegen die in Paris erscheinende „Revue d’Europe“ anstrengen. Lokales und Vroomzielles. ** Ch. Konzert deS Kronbauer'scheu Quartett-Vereins tm 4 Februar. Wie wir richtig voraussetzten, hat das Unternehmen des Quartett-Vereins in allen Kreisen der Bevölkerung freudige Zustimmung erfahren. Den Besuchern des Konzertes steht aber, neben der Genugthuung, an einem Werke der Mildthätigkeit mitgearbeitet zu haben, ein hervorragender musikalischer Genuß in Aussicht. Das Quartett tritt wohlvorbereitet in Aktion, sein kunstsinniger Dirigent Herr Geller hat es verstanden, aus dem reichen Schatze der Männergesangs Litteratur eine Reihe herrlicher Ton- schöpfungen auszuwählen und in abwechselungsreicher Weise aneinander zu fügen. Neben schlichten ä. capella-(Stören, der eigentlichen Domäne des Männergesanges, birgt das Programm Kompositionen, die durch Begleitung des Pianofortes farbenreicher sich gestalten können. Als am reizvollsten für den Hörer dürften die Chöre zu bezeichnen sein, itt welchen eine Frauen st imme sich den Männerstimmen zugesellt. Zart und edel, und doch durch die hellere, und duftigere Klangfärbung, sich deutlich und vernehmbar abhebend, einem Goldfaden ähnlich, in kräftigeren, aber schlichteren Getveben. Als Vertreterin dieser Sopranpartie ist Fräulein Marie Dietz gewonnen worden; die junge Dame, welche mehrere Jahre unter uns lebte, hat in Frankfurt am Konservatorium mit schönstem Erfolge gesanglichen Studien obgelegen. Mit dieser jungen Künstlerin zugleich kommt ihr Lehrer, als Gast zu uns, um die Begleitung am Klavier zu übernehmen und durch einige Solovorträge am Klavier das Programm vorteilhaft zu erweitern. Herr Chr. Gerh. Eckel ist Lehrer am Konservatorium zu Frankfurt a. M., wo er als Nachfolger des nach hier berufenen Universitäts-Musikdirektors Traut mann eine geachtete Stellung einnimmt. — Groh Eichen, 31. Januar. Gelegentlich einer hiesigen großen Hochzeit, die dieser Tage hier abgehalten wurde, kam einer, der kein hochzeitlich Kleid an hatte, auf den Gedanken, sich auch etwas aus dem großen Hochzeitsvorrat zu Gemüte zu führen. Er benutzte die Gelegenheit und stibitzte ein Kistchen Zigarren aus dem Hochzeitshause, wovon er unterwegs eine Anzahl verlor. Auch von einem Hochzeitsbraten riß er einen Fetzen ab und hieß ihn mitgehen. Da. bei schnitt er sich aber in die Hand, besaß indes die Keckheit, sich im Hochzeitshause verbinden zu lassen. Sicherlich ist dieses Unternehmen als ein sogenannter, toller Streich aufzufassen; er soll aber doch zur Anzeige gekommen sein. §§ Vom höheren Vogelsberg, 30. Januar. Seit gestern hat sich das Land schafts bild hier wieder geändert. Nach Regen und Schneegestöber ist wieder mehr trockene- Wetter mit Frost eingetreten und dabei leichter Schneefall. Für die Wintersaaten ist diese Winterung gut. Auch die Holzhauer können ihre Arbeiten bei trockener und mehr gelinder Witterung besser und bequem verrichten. -dt Neu Ulrichstein, 1. Februar. Monats-Bericht der Arbeiter - Kolonie pro Januar 1900. Ende Januar 1900 befinden sich in der Kolonie stellen-, resp. arbeitslos insgesamt 70 Mann. Dieselben verteilen sich auf das Großherzogtum Hessen 12, Regierungsbezirk Kassel 6, Regierungsbezirk Wiesbaden 10, Provinz Sachsen 3, Provinz Ostpreußen 2, Provinz Brandenburg 1, Provinz Schlesien 5, Provinz Hannover 2, Provinz Rheinlande 6, Königreich Bayern 8, Königreich Sachsen 4, Großherzogtum Baden 4, thüringische Staaten 2, freie Stadt Bremen 1; Ausland: Oesterreich 2, Schweiz 2. Hiervon waren: Arbeiter 33, Anstreicher 2, Barbier 1, Brauer 1, Bureau- gehilfe 2, Bäcker 2, Former 1, Gärtner 2, Glaser 1, Hutmacher 1, Kaufleute 3, Küfer 2, Kürschner 1, Metzger 1, Molkereigehilfe 1, Schlosser 3, Schneider 4, Schriftsetzer 1, Schweizer 1, Schuhmacher 3, Tüncher 3, Weißgerber 1. Die Kolonie verpflegte an 2155 Tagen, arbeitete an 1797 Tagen. Die Kolonie zählte für Beurlaubte 1 Tag. Arretierung wegen Kontroll-Hinterziehung 2 Tage, Krankheitstage 70, Sonntage 285. Jrn Monat Januar 1900 wurden entlassen 17 Mann. Seit Bestehen der Kolonie wurden aufgenommen 3693, entlassen 3623; bleibt Bestand am 31. Januar 1900: 70 Mann. § Bleichenbach, 31. Januar. An unserer Station wurden vergangenen Herbst einige bauliche Veränderungen vorgenommen. Der frühere Warteraum wurde als Dienst- Zimmer für den Stationsvorsteher eingerichtet, und an oem Haus ein neuer Warteraum erbaut. Auch das alte Güterschüppchen wurde durch einen geräumigen Schuppen ersetzt. Doch fehlt unserer Station bis jetzt immer noch die Hauptsache — eine Güterverladestelle. Schon wurde man von privater Seite aus in dieser Angelegenheit bei zuständiger Behörde vorstellig, allein ohne Erfolg. Während in der Gemarkung Bleichenbach mehrere Kalk-, -sowie zwei Sandsteinbrüche schon eine lange Reihe von Jahren im Betrieb sind, so hat man vor drei Jahren bei Bergheim (dreiviertel Stunde von Bleichenbach entfernt) ein rentables Basaltsteinwerk erschlossen. Das Rohmaterial aus genannten Betrieben muß sämtlich auf Station Stockheim verfrachtet werden. Die Errichtung einer Güterverladestelle auf Station Bleichenbach würden die Unternehmer genannter Betriebe freudig begrüßen, da ihnen dadurch Mühe, Zeit und Kosten erspart blieben. Fast alle Frachtgüter der Dörfer des Bleichthales, wie Bergheim, Usenborn u. s. w. werden, soweit es thunlich erscheint, an hiesiger Haltestelle verladen. Hoffentlich bringt die preußisch-hessische Eisenbahnverwaltung dies schon längst ersehnte Projekt bald zur Ausführung, zumal dem Baue einer Güterverladestelle durch die Lage unserer Station gar keine Schwierigkeiten int Wege stehen. x Darmstadt, 31. Januar. Heute vormittag stürzte der Weißbindergehilfe Körner, bei Herrn Hofweißbinder Weber dahierHeschäftigt, von einem Gerüst des Dischinger- schen Felsenkellers und wurde anscheinend tot vom Platze getragen; nach wiederholten Bemühungen wieder zum Bewußtsein gekommen, wurde er in da- städt. Krankenhaus verbracht; eine Lebensgefahr ist nicht zu befürchten, obwohl eine allerdings schlimme Kopfwunde vorhanden ist. — Der Sohn des Rittmeisters im 24. Dragoner-Regiment von Geldern-Crispendorf, ein sonst aufgeweckter Junge von 13 Jahren, welcher das hiesige Gymnasium besucht, ist seit heute vormittag spurlos verschwunden, und vermutet man, daß er sich ein Leid angethan; derselbe hatte gestern wegen einer Ungehörigkeit eine Stunde Arrest erhalten; der Vater drohte mit einer Nachfrage nach dem eigentlichen Grund, und als er dieses Vorhaben heute früh in der Schule auSsührte, Hörle er, daß fein Sohn heute noch nicht in der Schule war; alle Nachforschungen sind bisher vergeblich geblieben, und ist Ausschreibung erfolgt. Die Eltern sind sehr beunruhigt. — Das eine halbe Stunde von hier auf der Eberstädter Straße liegende gutbesuchte Hotel und beliebter Ausflugsort „Waldfriede", das Herr Zimmermann vor ungefähr zwei Jahren für 108000 Mk. gekauft mürbe --^ord Za vs tz°up§ i Eg d-s-S ■ b« EV Stellung ; §riegsl> «jrib""LaphiicV ,-zjH nicht- entd Sen, wM d.e s Äm entgegnen, ich bodj, daß die W L die MurnM m Lolk freut sich jonb-3 nur klein ist, W)t, muß MM > tu btn zemlvgen C U AhrmdM, v Transvaal, welches, t tidjer Diplomat jagt. gehen ist der 3 hierfür aufgeivenbet, allwissend zu fein, w Meiner Ansicht nach vouMundM.d uns feindliche Bure ein leichtes mr, $ WA om der W Bereitungen ginger gewissem \WW baf} Lord Kimberl täten* bet Milii langt hat. Cbroot gebracht sein tvür gelegenen Zeit zi Vollkommenheit Kriegsfall. Es ist ih Ordnung ist 5 lande mit einer &i studiert worben, ro wenbet würben. M. $en Nationen umg Angelegenheiten non Webene Politik. Ich fassnng, wie sie setzt maschine sei. Sie ist des Friedens Glück u des Krieges, wo die 6 Auge ansehen, tritt c rüber nachudenlen, o wissem Grade modifiz >en, welche jeden Auc dürfte in der jetzigen fdn. Wir müssen v -w, die wir answe' ■ W zu reih' ouoet und nicht fre Aund, nnMehme» «rvnt machen, nn «u besitzen, antoei reuhen Ende bring« !en, darauf geeichte Mer Situation zu befunden A in unser G. Kch welches wird widerfahren, weil w L «u Ito. Sol ilu"6to5*e5“ die aller ü"Webe Mer Besik,,. fn Z»! Won der ■ ^efä DA grifft Bey Ms HK: Sä '•«l l'toN I einer bi(rlüetl 'gehalten wmdr »«fienS SochMvvrrat,» und stibi^ Hause, toooon er /'nem HochM ' Ul'tgchen. Da, ^udeS die Seckheü. n- ist oster Streich auf« kommen sein. "r- Seit gestern wieder gtänbtrt. )er mehr trocken« eichter SchneesaÜ 8 gut. Auch dir w und mehr qt« Nu schneit . innerste"''« die ^^ehmbal- U? 3°tben^Qttit W 2 7°«r°g- J V14>^ 6* nat-.Sericht c 1900. «n-e ixt MtL-, iw Mttäbm UchmngrdezÄ Provinz Sachsen 3, mburg 1, Proviiq 'inz Rheinlande 6, 4, Großherzogtun Stadt Bremen 1; iervon waren: Ir Stauer 1, Bureau. Hier 2, Glaser 1, Huer 1, Metzger 1, 4, Schriftsetzer 1, Weiter btt 1. zrn, arbeitete «v X Tag. z 2 Tage, kraul onat Januar 1900 stehen der Solonii 23; bleibt Bestant n unserer Station je Veränderungen würbe als Dienst- gerichtet, und an il Auch das alte , äumigen SchuM^ 5 setzt immer noch elle. Schon wurde - Angelegenheit be> ein ohne Ersch jacd mehrere M e lange Reche von >or drei Jahren be> Achenbach entfern ra^Mmatew au< Station SW *05 W* mie He*® mNY , schon l«nK Station tat tev nenb w w m Ke S;*S i Kl8'*12' , ®e 'SrK Ä-SäJ Hw« -h° ?eUh bi«ber «f -°°L i ttfE. öOn V\ !b-f" r°,." \$r> hatte, wurde Umstände halber an Herrn Sinner, seither Oberkellner im Hotel Metropol in Wiesbaden für 120 000 Mark verkauft.______ Lori» Salisbury über den Krieg. Das Hauptinteresse der Debatten, mit denen die neue Tagung des englischen Parlaments vorgestern eröffnet worden ist konzentrierte sich naturgemäß auf dre Rede, in der der Premierminister Lord Salisbury im Oberhause dre Stellung der Regierung zu den Ereignissen auf dem südafrikanischen Kriegsschauplatz präzisierte. Aus dem aus London telegraphisch übermittelten Inhalt der Rede ergrebt sich daß die englische Regierung sich durch die bisherigen fast'unausgesetzten Niederlagen der britischen Truppen nicht hat entmutigen lassen, sondern den Versuch, das Kriegsglück womöglich doch noch zu Gunsten Englands zu wenden, fortsetzen will. Lord Salisbury ging zunächst auf dre Angriffe des oppositionellen Oberhausmitgliedes Lord Kimberley ein und führte aus: In den Bestimmungen der Konvention von 1881 und 1884 ist nichts enthalten, was den freien Import irgend welcher Kriegsmunition, die Transvaal nur wünschen könne, hindert. Wenn Lord Kimberley sagt, wir hätten wegen der Artillerie und der Munition Bescheid wissen müssen, welche die Buren in das Land brachten, so möchte ich ihm entgegnen, wie wir dies hätten erfahren sollen. Wenn ich es auch nicht aus amtlicher Quelle weiß, so glaube ich doch, daß die Geschütze im allgemeinen in Dampfkesseln und die Munition in Pianokisten eingeführt wurden. Das Volk freut sich so sehr darüber, daß unser Geheimdienst- fonds nur klein ist, aber wenn man viele Informationen wünscht, muß man auch dafür bezahlen. Im Vergleich zu den gewaltigen Summen, welche andere Mächte für den Geheimdienst verwenden (unter diesen namentlich Transvaal, welches, wie mir ein in hoher Stellung befindlicher Diplomat sagte, in einem Jahre 800 000 Pfd. ausgegeben hat), ist der Betrag, welchen die englische Regierung hierfür aufgewendet, klein, es ist uns also unmöglich, so allwissend zu sein, wie Lord Kimberley von uns verlangte. Meiner Ansicht nach lag der Fehler in der Konvention von 1881 und 1884, durch welche mitten in unser Land eine uns feindliche Buren-Bevölkerung gesetzt wurde, der es ein leichtes war, Waffen einzuführen. Wir hatten kein Mittel an der Hand, zu erfahren, wie weit diese Vorbe- bereitungen gingen, obwohl jedermann wußte, daß sie in gewissem Umfange getroffen wurden. Ich bin froh darüber, daß Lord Kimberley keine sofortige Untersuchung des Verhaltens der Militärbehörden hier und im Auslande verlangt hat. Obwohl eine solche Untersuchung durchaus angebracht sein würde, so wäre es doch besser, sie auf eine gelegener? Zeit zu verschieben. Ich glaube nicht an die Vollkommenheit der britischen Einrichtungen für den Kriegsfall. Es ist klar, daß in der Maschinerie etwas nicht frt Ordnung ist. Die Kriegswissenschaft ist auf dem Festlande mit einer Gründlichkeit und einer Selbstaufopferung studiert worden, welche keiner anderen Wissenschaft zugewendet wurden. Wir finden uns von fünf großen militärischen Nationen umgeben. Wir befolgen jedoch in diesen Angelegenheiten von höchster Wichtigkeit eine ganz ver- schiedene Politik. Ich glaube nicht, daß die britische Verfassung, wie sie jetzt angewendet wird, eine gute Kampf- rnaschine sei. Sie ist darin nicht zu übertreffen, in Zeiten -es Friedens Glück und Segen zu schaffen, aber zu Zeiten -es Krieges, wo die Großmächte uns nicht mit freundlichem Auge ansehen, tritt an uns die Notwendigkeit heran, darüber nachzudenken, ob wir nicht unsere Einrichtung in gewissem Grade modifizieren müssen, um Gefahren zu begeg- *en, welche jeden Augenblick entstehen können. Eine Kritik dürfte in der jetzigen Krisis nicht von sehr großem Nutzen sein. Wir müssen vielmehr uns alle vereinen, um alle Kraft, die wir auswenden können, daran zu setzen, uns aus dieser Lage zu reißen, welche für uns eine Demütigung bildet und nicht frei von Gefahren ist. Wir haben allen Grund, anzunehmen, daß, wenn wir uns herzhaft an die Arbeit machen, und alle zuverlässigen Machtmittel, die ivir besitzen, anwenden, wir den Krieg zu einem erfolgreichen Ende bringen werden. Unsere Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, so schnell als möglich uns aus dieser Situation zu befreien, sie ist die schlimmste, in der wir »ins jje befunden haben. Denn wir «kämpfen Igegen Leute, welche in unser Gebiet eingedrungen sind, und das Unglück, welches wir durchgemacht haben, ist nur deshalb uns widerfahren, weil wir nicht im stände waren, dies unsererseits zu thun. Solange wir nicht alle kleineren Zwistigkeiten vor der großen Pflicht der Erhaltung unseres Landes in der jetziges Krisis begraben, werden wir Gefahr laufen, in Verwickelungen zu geraten, welche seinen Glanz beflecken und vielleicht seine Integrität bedrohen." Die Autwortsrede Lord Roseberys ist von den Aeußerungen der oppositionellen Redner von hervorragender Bedeutung, weil dieser ehemalige liberale Premierminister vielfach als der „kommende Mann" in Ugland gilt und sein Name und seine geistige Bedeutung die aller übrigen liberalen Parteihäuptlinge aufwiegt. Lord Rosebery erklärte folgendes: „Ich bin starr über Salisburys Rede. Wir haben 120000 Mann in Afrika, wir halten unser Besitztum nur mit Schwierigkeiten. Wir befinden ' uns in einer gefährlichen Lage. Wir haben das Recht, von der Regierung zu erfahren, ob sie vor Ausbruch der Krisis entsprechende Informationen hatte, so daß sie die Angelegenheit auf diplomatischem Wege erledigen wollte. - Wenn sie solche Informationen nicht hatte, müssen die Mitglieder des Nachrichten-Bureaus entlassen werden. Was nun Salisburys Bemerkung über den Geheimdienstfonds betrifft, so bin ich der Ansicht, daß die Regierung die Pflicht hat, sobald sie irgend welche Fonds im Dienste des Landes für nötig hält, die nötigen Gelder zu verlangen. Diese Verantwortung kann sie nicht von sich abwälzen. Es dürfte vielleicht eine Art obligatorischer Geheimdienst eingeführt werden, um den wachsenden Anforderungen des Reiches ju genügen. Ich bin indessen vollständig davon überzeugt, -eß weder dieses noch irgend ein anderes Opfer die Nation »avon abschrecken wird, Die Vorherrschaft des Reiches aufrecht zu halten. Das Land wird die Sache durchführen trotz aller Hindernisse, welche ihm Menschen und Methoden 2? der letzten Zeit in den Weg gelegt haben. Es wird «er durch einen edleren Ton und wahrhaftigeren Patriotismus begeistert werden müssen, als wir ihn heute abend *on Salisbury gehört haben". (B. L.-A.) Vermischtes. * Aus Sachse», 30. Januar. Der Kohlen preis ist seit mehreren Tagen auch auf sächsischen Gruben erheblich gesteigert worden. Nachrichten über eine Bewegung unter den sächsischen Kohlenarbeitern sind auch heute völlig unrichtig. In keinem der sächsischen Kohlenbezirke machen sich Anzeichen bemerkbar, die auf einen Ausstand hindeuten. Auf allen Werken wird in gewohntem Umfange gearbeitet. Uebrigens sind die Forderungen der böhmischen Kohlenarbeiter auf den sächsischen Werken seit Jahren bewilligt. Hier besteht Überall die Achtstundenschicht; auch die Löhne sind erheblich höher als in Böhmen. * Straßburg, 30. Januar. Zwei drollige Fälle gingen in diesen Tagen durch elsässische Blätter. In dem einen Falle wurden in einem elsässischen Dörfchen die Dienste eines Feldhüters von einem Ritter der Ehrenreligion versehen. Ein Seitenstück dazu ist, daß in einem benachbarten Orte ein Mitbürger, der als Einjährig-Freiwilliger bei einem Berliner Garde-Regiment gestanden hat, Gemeindediener ist. Dieser Gemeindediener ist ein wohlhabender Grundbesitzer, und der Ort ist nicht wenig stolz darauf, einen Gemeindediener zu haben, der Gymnasialbckdung besitzt und sein Jahr bei den Gardefüsilieren abgedient hat. Ein Chloroform-Attentat in großem Stil. Die Polizei-Behörde zu Philadelphia im Staate Pennsylvanien fahndet, so schreibt man uns, mit aller Energie auf drei Individuen, die sich eines Mordversuches gegen sieben Personen im Hause des protestantischen Predigers zu Norberth, des Mr. Needlam, schuldig gemacht haben. Um ihr verbrecherisches Ziel, die Ausraubung der reichen Pfarrerwohnung um so sicherer zu erreichen, bohrten sie zur Nachtzeit deren Hausthüren an, und ließen durch die so geschaffenen Oeffnungen große Mengen von Chloroform in das Erdgeschoß hineinfließen. Dessen Beaufsichtigung lag seit einem vor geraumer Zeit versuchten nächtlichen Ueberfalle einem älteren Wächter ob, während in dem Obergeschosse noch ein zweiter Hüter installiert war. Das massenhaft eindringende, betäubende Fluidum äußerte seine Wirkung zuerst auf einen Hund und eine Katze, die gewohnheitsmäßig dem Wächter Gesellschaft leisteten, dann aber auch aus diesen selbst, der in totenähnlicher Ohnmacht aus die Steinfließen sank. Inzwischen waren die süßlich riechenden Gase dem zu seinen Häupten patrouillierenden Genossen so empfindlich in die Nase gedrungen, daß er die Treppe hinabstürzte und zu seinem Schrecken den leblosen Kollegen, wie das Geräusch von Fußtritten wahrnahm, die sich eilig von der Veranda entfernten. Sofort das Fenster aufreißend, gab er ein Paar Revolverschüsse auf die davonhuschenden Gestalten ab, ohne jedoch zu treffen. Dann alarmierte er die Hausinsassen, die, mehr oder weniger von dem eingeatmeten Chloroform mitgenommen, sich taumelnd zusammensanden, und brachte mit ihrer Hilfe den immer noch in der Narkose befindlichen Wächter ins Leben zurück. Der für seine Rettung dankbare Mr. Needlam hat jeden der beiden Hüter durch ein Schmerzensgeld von 5000 Dollars für die ausgestandenen Gefahren entschädigt. (B. L.-A.) Universität und Hochschule. — Berufen : An Stelle des Breslauer Ordinarius für Strafrecht, Prof. Beling, welcher den Ruf nach Marburg angenommen, Prof, van Calker in Straßburg. — Professor Sarrazin in Kiel nahm einen Ruf nach Breslau auf den Lehrstuhl für englische Philologie an. — Gestorben: Am Sonntag in Dresden einer der bedeutendsten Geognosten der Gegenwart der int Jahre 1814 in Altenburg geborene Professor Hans Bruno Getnitz, der fast sein ganzes Leben an die geognostische Erforschung Sachsens gewendet hat. Nachdem er erst in seiner Geburtsstadt die Pharmazie erlernt hatte, studierte er in Berlin und Jena Naturwissenschaften und trat dann in sächsische Staatsdienste Seit dem Jahre 1838 wirkte er in verschiedenen Stellungen sowohl als Professor der Mineralogie und Geognosie an der polytechnischen Hochschule, wie auch als Direktor des mineralogischen Museums. — In Brüssel Charles Delstsuche, einer der hervorragendsten Ohrenärzte Belgiens, im Alter von 59 Jahren. — Der Universitäts-Professor Dr. Schwartz in Budapest, der hervorragendste Gelehrte Ungarns. — In Wien der Universitäts-Professor Hofrat Dr. Knoll. — Verschiedenes: Wie die Nationalzeitung berichtet, hat sich der o. Professor Dr. Goldscheider in Berlin entschlossen, dem an ihn ergangenen Ruf an die Universität Greifswald als o. Professor der inneren Medizin nicht Folge zu leisten. — In der Aula der Berliner Universität wird die Büste des großen Chirurgen Bernhard v. Lang ende ck, ein Werk von Professor Hartzer, demnächst aufgestellt werden. — In Leipzig wurde dieser Tage die neue chirurgische Klinik festlich ein- gewetht. Die Weihe gestaltete sich zu einer erhebenden Gedenkfeier für den Heimgegangenen großen Chirurgen Professor Thiersch, den früheren Direktor der Klinik, dessen Büste im Garten des Hospitals aufgestellt wird. Zu der Feier waren Deputationen auswärtiger Universitäten erschienen. — Als Nachfolger des Geh. Medizinalrates Dr. Weber, Direktors der medizinischen Universitätklinik in Halle, war von der Fakultät der Professor Dr. Käst aus Breslau in Vorschlag gebracht. Dieser hat jedoch den Ruf abgelehnt. „Es war wohl, so schreibt man der „Kreuzztg " hierzu, von vornherein anzunehmen, daß besonders die Univerfitätsverwaltung den zweiten ordenllichen Professor der inneren Medizin in Halle, Prof. Dr. v. Mering für den Weber'schen Lehrstuhl ins Auge gefaßt hatte." — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des roten Adlerordens 2. Klaffe mit Eichenlaub an den Profeffor Geh. Medizinalrat Dr. v. Leyden in Berlin. Arbeiterbewegung. 227 Wie«, 31. Januar. Aus dem Streikgebiet kommen nur Nachrichten festen Ausharrens. Aus London sind 200 Pfund Sterling vom Centralkomitee der Miners Federation eingetroffen. Die traurigen Folgen des Streiks mehren sich. Biele Fabriken entließen ihre Arbeiter wegen Kohlenmangels. Einige Gruben bei der Schrambacher Kohlengewerkschaft bewilligten die Forderungen der Arbeiter, worauf diese die Arbeit wieder aufnahmen. Auch in Deutschland machen sich die Folgen des Streiks bemerkbar. In Leipzig mußten viele Fabriken ihren Betrieb auf ein Minimum beschränken. MLhrisch-Ostrarr, 31. Januar. Die Situation hat sich verschärft. Die Zahl der Streikenden beträgt annähernd 20,000. Jagd und Sport. Dic Schußliste des Kaisers. Die Zeitschrift „Wild und Hund" (Verlag von Paul Paruu in Berlin) veröffentlicht die Schußliste des Kaisers vom Jahre 1872 bis Ende 1899. Danach hat Wilhelm II. in dieser Zeit geschossen: 1223 Stuck Rotwild, 1467 Damwild, 2548 Schwarwild, 771 Rehwild, 17,446 Häsens 22 Füchse, 121 Gemsen, 1392 Kaninchen, 73 Auerhähne, 4 Birkhähne, 13 720 Fasanen, 697 Rebhühner, 56 Enten, 95 Grouse, 3 Schnepfen, 2 Dachse, 3 Renntiere, 2 Auerochsen, 1 Wal, 3 Bären 7 Elche, 694 Reiher, 607 verschiedenes Getier, in Summa: 40 957 Stück Wild. Arurstr Weldungw. Depeschen deS Bureau „Herold*. Berlin, 1. Februar. Der Kaiser trifft nach einer Meldung aus Kiel dort am 1. April, dem Geburtstage des verstorbenen Fürsten Bismarck, zur Indienststellung des nach Ostasien als Flaggschiff bestimmten Panzerkreuzers Fürst Bismarck ein. Berlin, 1. Februar. Durch die Verhaftung des Oberfeuerwerkers Eckmann in Spandau ist, wie das „Kleine Journal" meldet, die Behörde weiteren Unregelmäßigkeiten auf die Spur gekommen. Allerdings wird darüber strengstes Stillschweigen beobachtet, und ein neuerdings ergangener Befehl an alle zur Untersuchung herangezogenen Beamten schärft diesen Stillschweigen ein. Dennoch steht schon jetzt fest, daß Eckmann mit anderen Regierungen in unerlaubtem Verkehr gestanden hat. Es wird behauptet, daß er auch mit Attachees hier beglaubigter Regierungen in Verbindung gestanden hat. Uebrigens hat sich der Kaiser über diese Affaire eingehend Vortrag halten lassen. Berlin, 1. Februar. Zur Beruhigung seiner Umgebung, namentlich seiner Gattin, willigte Dr. Lieber gestern ein, daß noch der Professor Renwers zur Behandlung hinzugezogen werde. Die beiden Aerzte hatten gestern nach einer eingehenden Untersuchung des Leidenden längere Konferenz, deren Ergebnis war, daß eine unmittelbare Gefahr nicht vorhanden sei. Eine Verschlimmerung war auch im Laufe des gestrigen Tages nicht eingetreten. Berlin, 1. Februar. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Brüssel: Die Mission des Transvaal-Gesandten Dr. Leyds in Paris, Berlin und Petersburg, besteht namentlich in der Delagoa-Frage, da die Absicht Englands, sich der Delagoa Bai zu bemächtigen, täglich offener zu Tage tritt. Es wird nicht daran gezweifelt, daß ein solcher Versuch Englands eine europäische Inter - vention Hervorrufen würde. Die englische Meldung von der Zerstörung des Arsenals in Johannesburg und einer Explosion findet hier keinen Glauben. Man meint, daß der Vorfall aufgebauscht oder Unsinn ist. Alle vorliegenden Nachrichten) melden nur englische Schlappen. Zurich, 1. Februar. Die englische Armeeverwaltung hat den gesamten Vorrat der Konserven-Fabrik Taxen im Kanton Wallis für Südafrika angekauft. Petersburg, 1. Februar. In der Nähe der Station Kaluga ist ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammengestoßen. Die Lokomotive des Personenzuges und etwa 20 Wagen von beiden Zügen sind zertrümmert. 5 Personen und 2 Schaffner blieben auf der Stelle tot. 6 Reisende wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Paris, 1. Februar. Aus Mentone wird gemeldet, daß der englische General Aule, welcher im südafrikanischen Kriege verwundet wurde, in Cannes eingetroffen ist. Paris, 1. Februar. Präsident Loubet wird mit Gemahlin heute die Akademie besuchen und dort dem Empfang des Kammerpräsidenten beiwohnen. Paris, 1. Februar. Der Marquis Nissida ist gestern morgen in Mentone verhaftet worden. Die italienische Regierung fordert seine Auslieferung. Paris, 1. Februar. Eine Typhus-Epidemie ist in der Militärschule von Saint Cyr ausgebrochen. Ueber hundert Schüler sind bereits daran erkrankt. Paris, 1. Februar. Waldeck-Rousseau und Mil* lerand werden am nächsten Sonntag an einem Festessen teilnehmen, welches von dem Arbeiterkomitee arrangiert worden ist. Loudon, 1. Februar. Sämtliche Blätter, die konservativen, wie die liberalen, greifen b i e Haltung der Regierung im Unterlaufe auf das heftigste an. Daily Mail erklärt, die jetzige Regierung, welche als gestärkte Regierung bezeichnet worden war, nehme ihre Partei-Interessen mehr als die Interessen des Landes wahr „Moming Post" bedauert, daß die Staatsmänner in diesem Augenblick akademische Reden halten. „Morniug Leader" fordert ein Ausscheiden Chamberlains aus dem jetzigen Ministerium und erklärt, daß ein ehrlicher und dauerhafter Friede nicht geschlossen werden könne, solange Chamberlain Kabinettschef bleibe. Das Blatt schließt mit der Bemerkung, daß die Rede Lord Salisburys beweise, daß der neue Imperialismus, welcher von Ceeil Rhodes eingeleitet wurde, unvereinbar fei, mit der demokratischen Freiheit. London, 1. Februar. Das Kriegs-Ministerium veröffentlicht eine weitere Verlustliste von 139 Toten, 392 Verwundeten und 64 Gefangenen, ohne zu sagen, ob die Liste nun vollständig ist. Die bisher gemeldeten Verluste am unteren Tugela betragen 220 Tote, 650 Verwundete und 101 Gefangene. Der Gesamt - Verlust der Buren wird in Prätoria offiziell auf 53 Tote und 120 Verwundete angegeben. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren Garderobe. Anfertigung nach in eigener Werkstätte. Gießen, Airchenplatz U 718 I 854 BlatteS. 8M pr. 12. Teleph. 4393. Heute große Sendung 742 Tanz-Unterricht 426 814 Jöder lesen! Lehrling Größerer Waupkah Blattes erbeten. Fraukfnrter Stobt Worms unt b. 1901 unk. b. 1807 100.7u 4 bto. Deutsche Vrdsch. B. unk.b. 1804 100.60 4 GrLvsortenr Brtd •cib 16.24 Frm 20.42 Oest' 4.17 Vmeric. Erhöhte Preise! 23' 91 000.00 | Oefterr Cret'tt.Actti-n Darmy. Vt-Aetieu Veranttvortlicher Redakteur: h. »eegler. — Druck ?.n verlittusen Wnf-GMche llevnuctmuien Iieiltli-Gelnchk Wietg^lnche 87. 4 B 8 Clara Drucker als Gast. Wilh. W'.lhelmi. Wald. 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