8m Z-'SViL Mwr änjeifler*. vHs JSÜjuVhi«, it UDser^®^*?^ MeJver®i#eli !-* VS ”«] -imsdürsch-«, . beit aefutbt. Batzuhos-ch 7141] tzuche für minD nftmgMt einen tonte erjelbe wird in allen Zeilen k. Die in der niederen khirmAi wissenhast aichebi/det- ®ü' rifeur uni gepr. LeilM Sieg, Valmhoftraße. 7642] 3ui| nfkgen Ärdmtzunzen du ntn. Brod- und ft: Ernst Ruth, U 7116] Ein braoeL W if sofort Qefatfrt Et» 7698] 6t*h W av M ^vxdanlou ’Ml gn Füdruny bei ■ufitlltS eines allttnfte'iiuki. !> für 1. Januar oder ix re, tubiet Pni«e - I t\W Ö&W™•■ perlen vfon JvNg, Licl- ■_ iessmetS* pW? .«tienvsn^ — von . Carl »*! !r/ÄNdeN» £ Drreition HW Hoppers MW 150511 t, für (»fort Ot>n i fe nertm Hause- . m-a. «AhnhöHUa^ “l ‘ ' cr.fh und Aiaio, i u .«1124^ *- , „litten6g"’ -Jerlen'Si Ä A Äi* ö SiU i* $»** W&,» S'"" ,”r,*4gj]aJeT UL Erstes Blatt Samslaq den 1 Dezember 15V. Jahrgang 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2.3» monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausländer nehmen Anzeigeu für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. liieNmt B»n Anzeigen zu der nachmittags für de, |rf|n*«e tag erscheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens «bendS vorher. K«. r«r rttf*dütt6gR4 Hit UuSnohmc deS MorttagS. Vie Gießener A.« slieuk läller Mden dem Anzeiger » Wechsel mit „Hess, ■flbwirt* b. .Malier Jk h-ff. «vlkSkunde- Hqtl, 4 mal beigrlegt. Zlints- und Auzeigedlutt für den Tkveis Greszeu. IHHWbe, Expedition und Druckerei: Achntßraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Ldreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße*« Fernsprecher Nr. 51. —————awi a w. z Die Zollbegünstigung der Schutzgebiete. Da der Antrag der Deutschen Kolonialgesellschaft, der Linsti hr aus den deutschen Schutzgebieten Zollbegünstig- mge« zu gewähren, von der englischen Presse in tendenziöser Weise ausgebauscht und zum Anlaß einer Verdäch Eigung unserer handelspolitischen Absichten genommen Qiirb, verlohnt es sich wohl, auf dieses Thema noch einmal einzugehen. Was zunächst die materielle Grundlage an- brtcissft, auf der der erwähnte Antrag der Deutschen Ko<- Lonialgesellschaft beruht, so betrug die Gesamtausfuhr der btutfljen Schutzgebiete im Jahre 1899 ca. 15 Mill. Mark. W wichtigste Produkte kamen dabei in Betracht Oelfrüchte und Del, Kautschuk, Guano, Elfenbein, Vieh, Kakao, Roh- t iibü t, Kaffee, Getreide, Mais, Häute und Felle, Faser- Iosse, Edelhölzer, Gewürze, Zucker, Färb- uno Gerbstoffe, .hürze, Baumwolle, Muscheln, Südfrüchte. Der größte Teil !dieser Ausfuhr ging nach Deutschland, neben dem Sansibar, ijomic England und die englischen Kolonien in Afrika die Ivilhtigsten Absatzgebiete sind. Es handelt sich nun bei • her vurgeschlagenen Zollbegünstigung um den Plan, den Absatz nach Deutschland zu heben. Insbesondere ijollm solche Erzeugnisse der Schutzgebiete, die in Deutsch- iianb selbst nicht hervorgebracht werden, wie Kaffee, Kakao, fklhee, Gewürze, Südfrüchte, zollfrei in Deutschland zu- »felassLn werden, während für Tabak, Mais usw. er- inaßiigte Zölle festgesetzt werden sollen. Also nur um i ne kulturelle Entwickelung der Kolonien zu fördern, sollen IHt Plantagenprodukte der Zollbegünstigungen teilhaftig lotrbem. Es soll von der Deutschen Kolonialgesellschaft in XHtfer Angelegenheit eine Umfrage bei den unmittelbar i ntcresisierten Pflanzungs- und Handelsgesellschaften und liici s achverständigen der Kulturen veranstaltet worden; iiritbücauf eingegangcnen Gutachten sprechen sich in ihrer iöenr iegenben Mehrheit dahin aus: i. oatz eine Unterstützung der jugendlichen Kulturen unserer Kolonien dringend erforderlich sei, 2. daß eine solche Unterstützung in Form einer Zollbegünstigung zu gewähren sei, die sich zum mindesten auf die tropischen und subtropischen Plantagen-Produkte Kaffee, Kakao, Zhe-e, Mais, Tabak und Gewürze zu erstrecken habe, 3 duß die Zollbegünstigung eventuell auf eine bestimmte Zeitdauer beschränkt werden könne, 4. daß durch eine solche Zollbegünstigung die Bildung neuer kapitalkräftiger Plantagengesellschaften und damit die wirtschaftliche Entwickelung unserer Kolonien gefördert würde. Für die gedachte Maßregel käme von vornherein nur eine beschränkte Anzahl von Produkten in Betracht. Erzeugnisse wie Kautschuk, Elfenbein, Guano, Häute und Felle, Faserstoffe,. Baumwolle, Harze, Färb- und Gerbstoffe, Muscheln sind in Deutschland allgemein zollfrei und würden daher keiner besonderen Vergünstigung bedürfen. Getreide und Vieh wird von den Schutzgebieten mehr nach den Nachbarkolonien, weniger nach Deutschland geliefert. Dagegen geht die Ausfuhr von Kaffee, Kakao, Gewürzen, Tabak zumeist nach Deutschland. Ein Zollnachlaß für diese Produkte würde, da es sich dabei, abgesehen von Tabak, nicht um Konkurrenzartikel für deutsche Erzeugnisse handelt, für unser einheimisches Wirtschaftsleben wohl kaum erhebliche Nachteile bringen, auch in finarHieller Hinsicht wohl nicht von sehr wesentlichem Einfluß sein. Wenn nun andererseits handelspolitische Bedenken gegen eine solche Maßregel geltend gemacht werden und darauf hingewiesen wird, daß die Begünstigung unserer Kolonialprodukte gegenüber den gleichartigen Produkten aus anderen Kolonien und Ländern Repressalien seitens des Auslandes zur Folge haben könnte, so handelt es sich dabei um ein absichtliches Mißverstehen der deutscherseits mit solchen Maßnahmen verbundenen Endzwecke. So schreibt u. a. der Londoner „Globe", es könne als sicher vorausgesetzt werden, daß die deutschen Kolonien sich durch ähnliche Vorzugsbehandlung von aus Deutschland exportierten Waren erkenntlich zeigen würden, und fährt dann fort: Die völlige Realisierung dieses Planes würde den größten Teil der britischen Waren von den deutschen Märkten ausschließen, was einen Geschäftsverlust bedeuten würde, den selbst der größte Freihändler nicht leicht nehmen könne. Glücklicherweise gebe es Repressalien. Die Gründung eines deutschen Zollvereins würde sicher die Idee eines britischen Reichszollvereins, die in den letzten Jahren so gewachsen sei, beschleunigen. Die britischen Kolonien würden nur zu gerne für ihre Exporte nach England Vorzugsbehandlung erhalten und würden selbst in ähnlicher Weise sich erkenntlich zeigen, sodaß der Vorschlag der Deutschen Kolonialgesellschaft eher freundlich als feindlich sei. Das britische Reich mit seinen gewaltigen kulturfähigen Gebieten brauche nur fiskalische Einheitlichkeit, um gänzlich unabhängig zu werden. Es würde daher fast eine Woblthat seitens der deutschen Regierung sein, wenn sie dem Wunsche der Kolonialgesellschaft nachgäbe. Doch es würde wohl damit keine Eile haben. Deutschland würde in einem Zollkriege unermeßlich mehr als England verlieren und niemand wisse das besser als der deutsche Kaiser. Es genügt, dem folgendes entgegenzuhalten : Bei dem Vorschläge der Deutschen Kolonialgesellschaft handelt es sich lediglich um Zollbegünstigungen für die Einfuhr von Erzeugnissen deutscher Kolonien nach Deutschland, nicht aber um eine Vorzugsbehandlung deutscher Waren in den Kolonien, wie z. B. britischen Waren von seiten Canadas zuteil wird. Das letztere kann für uns überhaupt nicht in Frage kommen. Denn abgesehen davon, daß ohnedies dey weitaus größte Teil der Einfuhr nach unseren Kolonien in deutschen Waren besteht, und demnach für.die Engländer gar keine erheblichen Geschäftsinteressen bestehen, würde die zollfreie oder zollbegünstigte Einfuhr deutscher Waren in die Schutzgebiete diese letzteren eines wichtigen Teiles ihrer Einnahmequellen berauben. Außerdem ist, wenigstens in einem Teil unserer Kolonien, die Gleichstellung des fremden Einfuhrhandels mit dem deutschen durch internationale Verträge gewährleistet und somit eine Zollbegünstigung deutscher Waren ausgeschloffen. Deutscher Reichstag. Berlin, 29. November. Zur Beratung steht die erste Lesung des Entwurfes über die Privatversicherungsgesellschaften. Abg. Opfer gelt (Z.) ist mit den Grundbedingungen des Entwurfes einverstanden. Abg. Lehr (ntl.) wünscht die baldige Vorlegung eines Entwurfes über die privatrechtliche Seite des Versicherungswesens. Er tritt dafür ein, daß alle Transport-Versicherungsgesellschaften von dem Gesetz ausgenommen werden, macht auch sonst Einzelbedenken geltend, so gegen die weitgehenden Beschränkungen der Gesellschaften in Bezug auf Grundstückserwerb und Geldanlagen in Hypo-- Hießener Sladttßealer. CirkuSlerrte. RomöDie in 3 Akten von Franz v. Schön 1han. Das Publikum liebt es, hinter die Koulifsen zu blicken, teiom Leben und Treiben des Künstlervölkchens zu hören, mm es außer Dienst ist oder zum Dienste sich bereitet. Alsh Franz v. Schönthan rechnete geschickt mit dieser Migung des Publikums, als er den köstlichen Meerschweinchen- SDkttlor Emanuel ©triefe schuf und später seine ^Cirkus- W®t" schrieb. Und wenn der Cirkus, genau genommen, milch keine Koulrssen besitzt, ein Leben hinter den Koulissen hjlcr darum doch. Einen mit Sorgfalt und Sach- und Machlenntnis gemachten Ausschnitt aus diesem Leben be- fiAmnen wir in dieser Komödie zu sehen. Es ist ein eigen« antißes und interessantes Milieu, in das Schönthan uns hjMinsührt, ein Milieu, das die Bilder Paul Meyer Heims fi|) beliebt gemacht hat, ein Milieu, in dem die „Arbeit" adütrbinQS von einer anderen Seite in die Litteratur einge tw wird, als es einst Gustav Freytag that. Aber wie dlie Vacanoschen Novellen litterarische Berechtigung haben, si'p rach die Komödie Schönthans. In manchen Punkten mag Schönthan dieses Milieu zu ideal Hjtfiibl haben, im ganzen aber ist seine Schilderung durchaus echt Die Bezeichnung „Komödie", die in Frankreich gebräuchlich (r^eint nur selten auf deutschen Theaterzetteln. Die e-ginartige Mischung von Einst und Scherz, die man nach binnen Begriffen von einer Komödie verlangt, ist den «eisten unserer dramatischen Autoren nicht geläufig. Haupt- mann hat sie, nicht ohne Be echtigung, auf se nen „Kollegen Crampton" und sein n „Biberpelz" angewandt. Danach toter c-ö kühn von dem betriebsamen Herrn v. Schönthan, boh$3ort „Komödie" für sich in Anspruch zu nehmen. Ge- v»iß erfüllt auch seine „Komödie" durchaus nicht die An- sWemngen, die man an diese höhere Kunstgattung stellt, eir hat aber doch ein originelles, wirksames, erheiterndes «ud rLhrende? Theaterstück geschrieben. WaS daran fehlt, ifl dir voll-, lebendige Wahrh-il aller Motive, die «bl-iiung a nih iwancher komischen Wirkungen aus dem innersten Wesen bt>r Menschen. Zuweilen wird der alte Landowsky nur fcxmidge Figur im Sinne der Schwänke aus den 70er und 8C)tt Jahren, anstatt überall Charakter zu bleiben. Auch die Liebesszene zwischen dem Grafen und Lilly läßt sich vom Standpunkt psychologischer Wahrheit zum mindesten stark anzweifeln. So schön es gedacht ist, im Herzen der jungen Trapezkünstlerin mit der Liebe zugleich das Schamgefühl erwachen zu lassen, — die Wahrheit dieses Empfindungs- wcchsels ist bei einem solchen naiven CirkuSkinde doch recht bestreitbar. Ebenso kommt die Nmst'mmung der alten Gräfin durch Lilly unwahrscheinlich plötzlich, und von Handlung kann auch nicht groß die Rede sein. Ein unbefangener Zuschauer aber läßt sich willig erheitern und rühren, lacht und weint in einem Atem, wie es der Autor will. Karl William Büller, allenthalben ein stets sehr willkommener Gast, ein alter Freund Franz v. Schönthans und erstmaliger überaus erfolgreicher Darsteller von dessen berühmt gewordenen „Striese", hat auch im Landowsky eine Rolle gesunden, die ihm besonders zusagt. Er leiht ihr seine unfehlbare Treffsicherheit im Herausarbeiten witziger Pointen, die weit über das hinausgehen, was der Autor der Rolle gegeben hat. Er spricht mit leicht polnischem Accent, was diesem internationalen CirkuSmanne wohl ansteht, er trägt eine ausgezeichnete Maske ohne spaßhafte Uebertriebenheit, er nianm Gelegenheit, seine ungewöhnliche Kunst als Presti- bigitateur zu zeigen, die er sonst nur im engeren Bekanntenkreise so genußvoll wie verblüffend spielen zu lassen pflegt. Seine heitere Kunst, die er gestern aus der thüringischen Musenstadt zu uns führte, leuchtete wieder einmal im vollsten Glanze, wieder einmal stellte er eine so ausnehmend ergötzliche Bühnenfiqnr vor uns, daß wir sie unter unsere fröhlichsten Theatererinnerungen einreihen können. Indem er seinen Künstler- wie seinen Vaterstolz in gleicher Weise betonte, unterließ er es leider nur, in den ernsten Szenen ernsthafter zu werden. Das ist ein Fehler, der auch seinem sonst so prächtigen Striese anhaftet. Der alte Clown besitzt, trotz aller seiner sonstigen Oberflächlichkeit, doch ein treu und tief empfindendes Vaterherz, dessen unbegrenzter LiebeSquell in einzelnen-Szenen zugleich weich und hastig dahinrieselt. Wenn uns also Herr Büller hier wohl ein klein wenig schuldig bleibt, so haben wir doch die freudige Gewißheit, daß er diese winzige Schuld heute und am Sonntag fürstlich abtragen wird. Frl. Kugler haben wir erst gestern als Künstlerin voll schätzen gelernt. Hat auch der Autor in der Rolle der Lilly trefflich der Darstellerin vorgearbeitet, um große Wirkungen zu erzielen, Frl. Kuglers Wiedergabe verliert dadurch nicht bad geringste an Wert. Sie war so echt in ber Zeichnung beö naiven, bem Ernst beS Lebens fremben CirkuSkinbes, wie sie rührenb war in ben späteren ernsten Momenten. Da offenbarte sich ein Talent, das Förderung verdient. ES fei ihr darum ber freunbliche Rat gegeben, auf ihre Haltung ein wenig mehr achtzugeben. Frl.Kugler pflegt ben Oberkörper ein wenig vorzuneigen unb ihre Arme nicht mit besonberem Geschick zu lenken. Auch spricht sie bisweilen etwas zu schnell, ein anbermal zu leise — was sich allerdings gestern weniger bemerkbar machte. Wenn Frl. K. sich bemühen möchte, diese kleinen Eigenheiten abzulegen, dann würden wir in ihr eine Naive besitzen, zu der sich manche Bühne von Ruf gratulieren könnte. Was die Ausgestaltung ihrer gestrigen Rolle anbetrifft, so meine ich, daß diese Lilly vielleicht durch eine gewisse Unordentlichkeit in kleinen Dingen das CirkuSkind noch treffender markiert hätte. Neben diesen beiden Gestalten tritt nur noch die des jungen Grafen ein wenig in ben Vorbergrunb; er ist ein ernster, burch ein Fußleiden in feiner Bewegungsfähigkeit gehemmter Mann, eine ruhige, tief empfindende Natur. Au Herrn di Balthyni ist namentlich feine gestrige Diskretion zu loben, die zurückhaltende, dem Vordergründe fernblcibcnbe Art. DaS entsprach bem. Charakter bes Grafen vollkommen. Dabei zeigte er auch ein genügenbes Maß von Vornehmheit unb Wärme. Nur war wieber seine Art beS Sprechens zu pathetisch, zu wenig natürlich. Frau Helm nutzte bie komischen Wenbungen in ber Rolle ber „verstorbenen" Linbe- mann, ber verblühten Cirkusbame, mit Geschick zu be- fonberer Wirkung. Frau Ernst fand sich mit ber Gräfin anstänbig ab, ohne freilich die nötige Vornehmheit mitzn- bringen. Den livlänbifchen Baron fvrach Herr Liebscher in einem eigentümlichen Mischmasch von Sächsisch mit ungarischem Tonfall, erfreulich aber waren fein Humor unb seine Gutmütigkeit. Die Regie that vollauf ihre Schulbigkeit. P. Witt ko. Humoristisches. * Aus einer Schmiere. BühnenvolontSr (sich während einer Mode vorstellend): „Glatten Sie mir die Frage, Herr Direktor: was toll ich, um mein Talent zu »eigen spielen?" — Direktor: „Spielen Sie zunächst mal einen Kavalier und zahlen S' a' paar Maß Bier!" scheu Abfichte« zrr verwirklichen. Um der Notwendigkeit zu entgehen, sie schließlich nach Kriegsrecht aburteilen und vor den Sandhaufen stellen zu lasten, ordnete Bismarck deren Verhaftung an. In Strelitz wurde fie durch ein Piquet Pasewalker Kürassiere ausgeführt. Darauf erfolgte „Beschwerde" der Strelitzer Regierung beim Bundesrate, worauf der Bundeskanzler nach Strelitz den Bescheid ergehen ließ, daß, wenn sich Derartiges wiederholen sollte, Niemand in Strelitz hoch genug stehe, um vor dem Schicksal der Welfenlegionäre sicher zu sein. Das war damals! lieber die angebliche Aussöhnung zwischen Milan und Alexander von Serbien wird aus Bukarest geschrieben: Es ist jetzt hier iu eingeweihten Kreisen bekannt geworden, daß König Milan während seines vor 2 Monaten stattgehabten Aufenthaltes in Bukarest eine längere Zusammenkunft mit Frau Christitsch hatte, der Tochter des in Konstantinopel lebenden griechischen Bankiers Kalpha Joanmidt. Mit dieser Dame, welche die angetraute Frau des serbischen Staatsmannes Christitsch ist, stand Milan mehrere Jahre lang im intimsten Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb; das Söhnchen erhielt den Namen Obreu. Milan hatte ihr nun auch wiederholt versprochen, sie nach der durchgeführten Scheidung mit der Königin Natalie zu heiraten und sie dann ebenso zur „Königin" zu erheben, wie es jetzt sein Sohn Alexander mit der Draga Maschin gethan hat, um das Söhnchen Obren gegen den von seinem Sohne Alexander, dessen Stiefbruder, angekündeten Thronfolger auszuspielen. Leider wurde die Durchführung des Planes durch die Verhältnisse vereitelt, und Frau Artemisia Christitsch lebte in großem Unmute in Konstantinopel, wo sie auch ihren Sohn vor jeder Berührung mit Milan zurückhielt. Durch die neuere Wendung der Dinge iu Belgrad hatte jedoch Milan wieder neuen Mut geschöpft und glaubte doch noch seinen Sohn Obren zum Träger der Dynastie Obrenowitsch erheben zu können. Hierüber hatte er in Bukarest mit Frau Christitsch verhandelt, doch hat ihm diese auch diesmal nicht den Gefallen gethan, den jungen Obren mitzubringen, aus Furcht, Milan könne ihn ihr entführen lassen. — Bei der jetzigen angeblichen Aussöhnung zwischen Milan und Alexander hat nun diese Angelegenheit der etwaigen Thronbewerberschaft des Obren eine wichtige Rolle gespielt und Milan soll das bindende Versprechen gegeben haben, die Obren-Thron- folgefrage für immer ruhen zu lassen. Man darf aber wohl davon überzeugt sein, daß bei der nächsten besten sich darbietenden Gelegenheit Milan durch die abermalige Drohung mit der Thronfolge-Konkurrenz seines Sohnes Obren von Alexander neue klingende Zugeständnisse erpressen wird. Feine Familie! Sitzung der Stadtverordneten Gießen am 29. November 1900. Anwesend die Beigeordneten Georgi und Wolfs, die Stadtverordneten Brück, Emmelius, Euler, Faber, Dr. Fuhr, Dr. Gaffky, Dr. Gutsleisch, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schiele, Schwall und Wallenfels. Entschuldigt: Beigeordneter Grüneberg, Stadtverordneter Flett unb Grünewald. Beigeordneter Wolff teilt vor Eintritt in die Tagesordnung mit, daß der Ehrenbürger der Stadt, Herr Finanzminister Gnauth, sein Bild der Bürgermeisterei geschenkt habe; dasselbe ist im Sitzungssaale der Stadtverordneten angebracht. Eine weitere Mitteilung besagt, daß durch Allerhöchste Entschließung am 21. November die Bestätigung des Herrn Beigeordneten Mecum zum Bürgermeister der Stadt Gießen erfolgt sei. Herrn Mecum werde das Bestätigungsdekret zugestellt, nachdem er die Bescheinigung darüber beigebracht, daß er Verpflichtungen in seinem bisherigen Amte nicht mehr zu erfüllen hat. Herr- Mecum werde zwischen dem 12. und 15. Dezember nach Gießen übersiedeln und die Dienstgeschäfte übernehmen. Heinrich Schön beabsichitigt bei seiner Ansiedelung am Nahrungsberg eine Schlosserwerkstätte zu errichten. Die Genehmigung dazu soll aus Grund des § 5 des Ortsbaustatuts versagt werden. Das Gesuch des Konditors H. Hettler um Erlaubnis zur Anlage eines Kanals zur Entwässerung seiner Hofraite nach dem Schoorgraben wird, entgegen dem aus Ablehnung lautenden Anträge der Baudeputation, genehmigt. Die Anlage soll auf Widerruf unter den vom Stadtbauamte festzusetzenden Bedingungen ausgesuhrt werden. , Dem Kaufmann Jakob Happel soll die Errichtung einer Holzlagerhalle aus Fachwerkbau bei seiner Hofraite an der Rodheimerstraße gestattet werden. • H. W. Rinn von Heuchelheim hat ohne Erlaubnis ein im Neustädterfeld stehendes Backsteinmacherhäuschen durch einen Anbau vergrößert. Der neben einem Strafbefehl an ihn ergangenen Aufforderung, den Anbau zu entfernen oder ein Baugesuch einzureichen, ist der Gesuchs steller bezüglich des letztereii nachgekommen. Das Gesuch wird beanstandet, da der Anbau den Anforderungen eines zum Aufenthalt von Menschen bestimmten Raumes nicht eiitspricht. , , Dem Gesuch des A u g u st S ch e p P e l m a n n , welcher am Großen Steinweg ein Wohnhaus mit in Holzwerk auszuführendem oberen Stock errichten will (§ 18 des Ortsbaustatuts) wird stattgegeben. Tas Gesuch der O m n i b u s - G e s e l l, ch a f t um Erlaubnis zur Aufstellung einer Wagenhalle in der ehemals Plantschen Hofraite an der Marburgerstraße veranlaßt eine längere Debatte. Die Gegner des Gesuchs I begründen ihren verneinenden Standpunkt damit, daß I die (übrigens nahezu fertige) Halle dem Eingang zur I Stadt nicht zur Zierde gereiche. Demgegenüber wird I geltend gemacht, daß sich die Omnibusgesellschaft in einer I Zwangslage befinde, die Halle auch nicht anders gestellt I werden konnte, weil dann das Wenden der Wagen nicht | möglich sei. Die Versammlung beschließt auf Antrag der Politische Tagesschau. Abseits vom Weltverkehr liegt das kleinste Groß- I Herzogtum des deutschen Reiches: Mecklenburg. Strelitz. ES hat die respektable Größe von 2929,5 Qua- I dratkilometern und zählt alles in allem 101 541 Einwohner, I das ist ungefähr die Hälfte der Einwohnerzahl von Frank- I furt a. M. und der 10. Teil der Bevölkerung unseres I Großherzogtums Hessen. Auf 1 Quadratkilometer kommen I nur 34 Einwohner, es ist mithin weitaus am dünnsten be- I völkert im ganzen deutschen Vaterlande. Was für idyllische I Zustände müssen dort herrschen. In Wirklichkeit ist es aber nach den mancherlei Nachrichten, die von dort in die I Welt hinauSdringen, doch erheblich anders als idyllisch dort. I Mecklenburg-Stelitz unterhält für seine 100 000 Ein- I wohuer drei Gymnasien: in Neubrandenburg, Neustrelitz I und Ratzeburg. In dem „Korrespondenzblatt" für den I akademisch gebildeten Lehrerstand fanden wir unlängst ein I „Memento an die Reichsschulkommission", in dem uns ein I Blick in die allerdings merkwürdig idyllischen Verhältnisse I der dortigen höheren Lehrer gewährt wird. Wir haben I Näheres über die ganz unglaublichen Besoldungen der aka- I demisch gebildeten Lehrer bereits vor einiger Zeit unseren I Lesern mitgeteilt. Aber auch in anderer Hinsicht scheinen I noch merkwürdige Zustände in Mecklenburg-Strelitz zu I herrschen. Da hat Mitte dieses Monats eine kirchliche I Konferenz in Neubrandenburg getagt und unter anderem über Wohlfahrtspflege auf dem Lande beraten. Bei der Gelegenheit wurde auch folgendes ausgeführt: Neben der Hebung des Schulunterrichts und der Einführung ländlicher Fortbildungsschulen (die wo anders längst existieren) ist die Annäherung von Gutsherren und Tagelöhnern dringend zu fördern; dazu müssen aber bisher unübersteigliche Hindernisse beseitigt werden. Zu dem Friedensschluß zwischen beiden Teilen steht das Meutegekläff I der Parforzejagden im schreiendsten Kontrast. „Unser Volk hat ein scharfes Auge für die Schwächen der Vorgesetzten; dem Arbeiter fehlt aber das Verständnis dafür, daß er bestraft wirb, wenn er Tiere mißhandelt oder quält, die Gutsherren und Vornehmen aber ungestraft bleiben, wenn sie auf der Parforzejagd zu ihrem Vergnügen Tiere zu Tode hetzen. Schon des bösen Beispiels wegen sollte deshalb diese Jagd eingestellt werden, und sie muß fallen, wie das Taubenschießen beseitigt worden ist." Dabei aber ist das Land durchaus nicht arm. Die großherzogliche Familie gehört zu den reichsten Fürstenhäusern, wenn auch die beiden Schwiegersöhne des Erb' großherzogs, der Erbprinz von Montenegro und ein bei der Heirat vom Papste in den Grafenstand erhobener Franzose, mit einer merkwürdigen Vergangenheit, die an Pikanterien überreich ist, für etwas Verminderung sorgen werden. Mecklenburg-Strelitz ist, wie Reuß ä. L., das man übrigens in dem gutdeutschen Nachbarländchen Reuß j. L. „Reuß Lklige Linie" scherzhaft zu nennen pflegt, von jeher ein Sitz anti-deutscher Bestrebungen gewesen. Auch im Sommer 1870 halten dort verschiedene vornehme Welfenlegionäre Zuflucht gefunden, um von Strelitz aus ihre hochverräteri- Theken und Hypothekenpfandbriefen, und tadelt namenk- lich die Zusammensetzung der Aufsichtsrekursinstanz, die bei bloßer Erweiterung der ersten Instanz nicht genugenoes Vertrauen finden könnte. v Abg. Rettich ist in der Hauptsache mit der -Vorlage e'nÖSb0.n®Müller-Meiningen äußert erhebliche Bedenken, so gegen die Nichteinbeziehung der öffentlichen Anstalten, vor allem gegen die Kautschukbestimmungen über die Konzessionierung, die der Willkür freien Spielraum ließen, und gegen das Uebermaß von Aufsichtsrechten, wahrend die mit der Staatsaufsicht bei den Spielhagenbanken gemachten Erfahrungen doch nickst gerade ermutigend seien. Er bezeichnet ferner die Berufung in der vorgeschlagenen Forin als ungenügend und verwirft die Ueberwälzung der Kosten des Äufsichlsamtes auf die Privatgesellschaften. Abg. Schrader (frs. Bgg.) kritisiert die Zusammensetzung des Aufsichtsamtes. Staatssekretär Graf Pojadowsky erklärt sich zum Enrgegenkommen in Bezug aus Einzelwünsche bereit, so in Bezug auf nähere Begrenzung der Gründe für die Konzessionierung und verspricht, daß die öffentlichen Versicherungsanstalten in dem Versicherungsbeirat nicht vertreten sein sollen. An der Präventiv ko n trolle halte Preußen unbedingt fest. Die Beseitigung der Doppelbesteuerung sei in diesem Gesetz nicht zu lösen. Die Ausdehnung des Gesetzes auf öffentliche Anstalten gefährde das Zustandekommen des Gesetzes. Abg. C a l w e r wünscht die Verstaatlichung des Versicherungswesens. Das Bedenkliche an dem Gesetz ist für uns, daß unter seine Bestimmungen sämtliche Arbeiterorganisationen fallen, soweit sie Unterstützungen irgend welcher Art, Reiseunterstützungen, Kranken-, Jnvalidengelder zahlen. Dies wird möglich auf Grund des ungeheuer weit gefaßten § 6, der verlangt, daß die Erlaubnis für Versicherungsgeschäfte nachgesucht werden muß, von allen Personen-Vereinigungen, welche die Versicherung ihrer Mitglieder nach dem Grundsätze der Gegenseitigkeit betreiben wollen, wenn diese Vereinigungen auf eine geschlossene Mitgliederzahl nicht beschränkt sind und i in der Form von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit errichtet sind. Dieser § 6 ist so weit gefaßt, daß unter ihn nicht nur die gesamten Arbeiterorganisationen, • sondern unter Umständen auch eine Ehe fällt, da sie eine Versicherung auf Gegenseitigkeit bedeutet. (Heiterkeit.) Vor allem wird jede Gewerkschaft in Zukunft die Erlaubnis der Aufsichtsbehörde nachsuchen müssen, und sie kann ihr versagt werden. Geh. Oberregierungsrat Gruner bestreitet, daß die Aufsichtsthätigkeit eine Schädigung des gewerkschaftlichen Versicherungswesens bringen werde, da die Gewerkschaften nicht unter die Konzessionspflicht des Gesetzes fallen. Nachdem Abg. Kirsch (Ztr.) Bedenken gegen zu weit reichende Bundesratsbefugnisse geäußert hat, wird der Entwurf an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Anleihedenkschrift und Antrag Rintelen-Lenzmann zum Gerichtsverfassungsgesetz. W 1901/191 -«Mgnmeisterei-Bu Meim a. d. Grohh. Bi ■ Wollen, die MW WLes zu verschieben i daß sich die VerMu " Mtilotttti be« Plans der 3. Li ab zur Ausspielung Kollektkurbgüge verbi »indestenö 600 Lose vannler Lotterie obi zent Dom Gewinn, V "'Mnryd, b( Baudeputation widerrufliche Genehmigung auf die Du.', von 3 Jahren und unter der Bedingung, daß die hab ein gefälligeres Ansehen erhält und mit einem 01. arbanstrich versehen wird. Ein Zusatzantrag des Bä. geordneten Georgi, daß die Omnibusgesellschaft iit Halle schon vor Ablauf von 3 Jahren entfernen muß wenn sich vorher dieser Stadtteil verschönern sollte, wicj ebenfalls zum Beschluß erhoben. Bauunternehmer H. Winn und Metzgermeister & Kreuder wollen ihre in der Neustadt gelegenen Häuje, umbauen. Für das Einrücken in die Baufluchtlinu wurden von den Gesuchstellern 8000 Mk. gefordert. Tie Forderung wurde in der vorigen Sitzung abaelehni Nach einem neuerlich vorgelegten Projekt wollen die uchsteller ihre Hofraiten (die ehemals Ockelsche und dn Kreudersche) vertauschen und die bisher hinsichtlich da Höfe ziemlich verworrenen Besitzverhältnisse regeln. M Versammlung beschließt, auf die unter den veränderte? Verhältnissen gestellte Forderung von 2500 Mk. für b« infolge des Umbaues an die Stadt fallende Gelänk einzugehen. Wirt L. Jochem hat bei Errichtung eines Etat.' gebäudes an der Pulvermühle die Eigentumsgrenze ühn chritten. Dem Ansinnen, das zu Unrecht bebaute K. lände zum Preise von 100 Mk. zu erwerben, hat Ich, ich zu fügen bereit erklärt, worauf die Versammln^ >em Verkauf des fragt Geländes zustimmt. Peter Klein von Düsseldorf hat um die Erlaut- nis zur Aufstellung von 6—8 Trinkhallen, in dem? die Flasche Selterswasser zu 5 Pfg., Brauselimonade 10 Pfg., im Winter auch Kaffee zu 5 Pfg. und Boujllo, zu 10 Pfg. pro Tasse verkauft werden soll, nachgesucht Der Gesuchsteller hat besonders schöne Ausstattung bei Hallen in Aussicht gestellt und als Aufstellungsplast vorgesehen die Westanlage, am Hotel Großherzog, b;i Südanlage, in der Nähe der Volkslesehalle, sowie bti Goethestraße, den Marktplatz, den Brandplatz, die Neusiad: und vor dem Bahnhof. Die Versammlung beschließt, ba§ Gesuch mit Rücksicht auf die in Gießen in Bezug auf Erfrischungsgelegenheit günstigen Verhältnisse und bai Vorhandensein guten Trinkwassers, dessen Mangel in bea vom Gesuchsteller zur Begründung seines Gesuches onge uhrten Städten die Errichtung Don Trinkhallen rooN rechtfertige, abzulehnen. Die kürzlich vorgenommene Ausbesserung beschädigter Trottoirstellen hat Kosten im Betrage von 688 Mk. verursacht. Die Rechnung wird genehmigt. Für die Anschaffung eines Schrankes zur Vlufbt Wahrung der nach einem StadtverordnetenbeMM' gewährten freien Lehrmittel an den Volksschule« werden 100 Mk. bewilligt. Die Gr o ß h. Zentralstelle für Gewerbe ha. der Bürgermeisterei die Grundsätze mitgeteilt, nach peiun die Vergebung städtischer Arbeiten gercMt dem zleuvsiv Unterbieten gesteuert und die ortsansässigen Handwerke geschützt werden sollen. Dem vom Stadtbauamt btirubn erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß diese briinfr sätze nahezu entsprechen dem Verfahren, das in der Stadl Gießen seit etwa 8 Jahren eingeschlagen worden; dasselbe hat zu bemerkenswerten Anständen nicht gefüllt weshalb eine Umgestaltung des Verdingungswesens vorerst nicht für nötig erachtet wird. Das Stadtbauamt bemerkt, daß den Vorschlägen der Zentralstelle nur mio- weit Folge zu geben sei, als alle Gebote auf Arbeiter ausgeschlossen werden, die mehr als 20 Prozent unter dem Voranschlag bleiben. Die Versammlung beschloß in 3u den Gesuche! ■ 18, Friedrich K ! Bauer (Wolffstraße betrieb, beschließt di ! dümissrage, da es s 1 schalten aus andere l wohkg,sch«a,k zu gebet Sä*** M Prämie diesem Sinne. * ., Karl Haas V. hatte s. Z. um Erlaubnis zur in- bauung eines Wohnhauses auf dem von ihm erworbene» Güngerichschen Grundstück, Ecke der Klinikstraße un» Frankfurterstraße, nachgesucht. Mit Rücksicht darM M die Klinikstraße an ihrer Einmündung in die 6™. furterstraße verbreitert werden muß, mußte das m abgeschlagen werden. Beigeordneter Wolff ist mit - Gesuchsteller über den Ankauf der gansen Jpofraite Unterhandlung getreten. Die Hofraite nebst der bot Hause befindlichen Lastwaage, aus deren Betrieb bM der Stadt anteilig jährlich ca.1300 Mk. zuflossen, gehl danach für 55 500 Mk. in das Eigentum der L>tadt über. Die Versammlung genehmigt den ÄaujDcrtrag. Einem vor mehreren Jahren gefaßten Beschlüge oei Stadtverordneten entsprechend, sollen auch in- oiestm Herbst wieder Gratifikationen an diejenigen städtischen Arbeiter ausgezahlt werden, welche Uw jPL geführt und den Sommer über gearbeitet Habern i Grund der vorliegenden Aufstellung kommen zur Verteilung. Die Beträge schwanken zwischen 2U i und 10 Pfg. für jeden Arbeitstag und jede Person. _ ' Betrag wird mit der Beschränkung genehmigt, vay nächsten Jahre von dem Bezüge einer Gratifikation fenigen Arbeiter ausgeschlossen sind, die erst nach 1. April eintreten. Das Gesuch der Pflasterer um o Wendung derselben Gratifikation wird abgelehnt, ‘ Pflasterer in die Kategorie der gelernten Arbeiter'' hören und demzufolge höhere Löhne erhalten. . Dem zwischen Ehr. Rebe und der Stadt barten Vertrag, nach dem pp. Rebe mit dem t zember 1900 die Abfuhr der Tonnen übernimmt, die Versammlung zu. Die bisherige Vergütung I Abfuhr wird um 10 Pfg. pro Tonne erhöht. y Der Wittwe und den Waisen eines verstorbenen u Werksarbeiters wird das nach dem einschlägigen normierte Wittwen- und Waisengeld, uno z 174 Mk. jährlich für die Witwe und 174 Mk 1^ ° Kinder bewilligt. Beigeordneter Wolff bemerk dav jetzt in zwei Fällen die Bestimmungen über die w und Waisenversorgung der städtischen Arbeiter und löhner Anwendung gefunden, und daß man r - lich mit dem vorläufig zur Verfügung aeftellten * von 1000 Mk. jährlich auskommen werde UIt| Tas Gesuch des Zweigvereins vorn Roten «v 6^ des Alice-Frauenvereins für Krankenpflege um „ lassung des Zeichensaales der Hoyer chen schule zur Abhaltung von Vortragen Nachdem in einer früheren Versammlung M worden, einen Teil der Hintergebäude der * steirischen Hofraite niederzulegen das t gebäube aber in Stand zu setzen und bie dann ' xk beuio Mng. ?abqeleW 1 , Dem pes wordeN' " iviiri ' 1 Wler, ! K Zähler tMen bur i Infag der l i Wochentag vor ! PslMen.U Wochen wa vor Neujahr iestz taqe zur Verfügung I 11 id. bleiben. infolge be§ R gllff der Finanzd . böhunq des Zinsfüße- I : Löbcrschen Stiftung Lin schätzungskom Mission wird nach längerer Be- Lrbeiten gerr/ dem zur > die orts-rMgen §qW 05062 7761 6908 7763 7688 Der Vorstand Burrab! Wlcbre obnt ScbweRlsäure 024 hinweisend, und brachte daS jubelnd aufgenommene Hoch auf Ihre Königs. Hoheiten aus. Pfarrer Bähr von Lind- heim wieS dann in längerer, von ernst patriotischem Geist durchwehter Rede auf die Entwickelung unseres deutschen Vaterlandes in den letzten Jahrzehnten hin und brachte ihm ein Hoch auS, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Deklamatorische und Gesangs Borträge folgten nun in bunter Abwechslung und erhielten die Feftstimmung bis zum AuSeinandergehen auf richtiger Höhe. Normalhemden Flanellhemden Frauenhemden Unterjacken Unterhosen Jagdwesten i e 10 Mk. zu bewilligen, zum Beschluß. Ä etreffs der Diäten der Mitglieder der örtlichen Stammler, Ober-Postsckretär, Wilhelmstraße 1. Rodheim a. d. Horloff, am 30. November 1900. Großh. Bürgermeisterei Rodheim a. b. Horloff. Schäfer. Grotzy^r-oglrche Bürgerm^irrre; Opp.n od. Balser fc Wirtschaft neu zu verpachten, ist Ausschreiben an «Siebene Brauereien um Abgabe von Pachtgeboten er- in. Die Aktienbrauerei Gießen legte mit 1300 Mk. das Gestrickten Jacken Gdweäten Jacken Strümpfen Socken Fausthandschuhen Fingerhandschuhen Gamaschen Hemdenflanellen Woll. Strickgarnen» 'gihlerc notwendig wurde. Tie Versammluug erhebt den 'ttnttog, jedem Zähler, der nicht städtischer Beamter ist, A>M., den als Zähler fungierenden städtischen Beamten Mitßhicbcrn für den ganzen Tag 3 Mk., für den halben Lag L Mk. zu vergüten. Ski dem folgenden Punkte der Tagesordnung: „Aus- fiührumg der Novelle zur Gewerbeordnung vom 30. Juni IM' handelt es sich für die Stadtvcrordneten-Versannn jeder Klaffe, andere Kollekteure erhalten 21/, Prozent von der Einlage, sonst aber dieselben Vergütungen. — Gleich zeitig erwähnen wir, daß die Ziehung 4. Klasse der im Spiel begriffenen 2. Lotterie am nächsten Montag, dem 3. Dezember, stattfindet. Nach den Planbestimmungen gehen Spieler noch nicht gezogener Lose bei nicht rechtzeitiger Erneuerung ihrer Lose für die genannte Klasse aller ihrer Ansprüche verlustig. •• Postalisches. Der soeben vom Reichs Postamt veröffentlichten Statistik der Reichs-Post- und Telegraphen - Verwaltung für das Kalenderjahr 1899 entnehmen wir folgende Angaben von allgemeinerem Interesse: Zu Ende des Jahres 1899 bestanden im Bezirke der Ober-Postdirektion Darmstadt, deren Geschäftsbereich bekanntlich das Großherzogtnm Hessen mit Ausschluß des Amtsgerichtsbezirks Wimpfen umfaßt, 942 Post- anstalteu (Postämter, Postagenturen und Posthilsstellen), sowie ferner 1207 amtliche Verkaufsstellen für Postwert zeichen. Eine Postanstalt entfällt auf 8,1 lD-Km. und auf 1108 Einwohner. 402 Telegraphenanstalten vermittelten den Telegraphen- und Fernsprechverkehr. Eine Reichs- Telegraphenanstalt entfällt auf je 19 f>Km. und 2597 Einwohner. Das Gesamtpersonal betrug 3753 Köpfe. In dieser Zahl sind die Inhaber der 1207 amtlichen Verkaufsstellen für Postwertzeichen nicht mit enthalten. Befördert wurden im Großherzogtum während des Jahres 1899 ins- gesamt 145,3 Millionen Postsendungen, und zwar: 100,5 Millionen Briefsendungen, 32,6 Millionen ZeitungS- nummern, 6,7 Millionen Packele ohne?T Wcrlangabe, 433 Tausend Packele und Briefe mit 524,6 Millionen Mk. Wertangabe. Auf 4,8 Millionen Stück Postanweisungen sind ein. bezw. ausbezahlt worden 314,5 Millionen Mark. Auf 265 Tausend Postaufträgen waren im Großherzogtum 16,6 Millionen Mark einzuziehen, ebenso auf 904 Tausend Sendungen mit Postnachnahmen 16,1 Millionen Mark. Der Gesamtbetrag der Wertangaben und des vermittelten Geldverkehrs stieg auf 872 Millionen Mark. An Telegrammen wurden im Großherzogtnm befördert 1 322 912 Stück. Ferner wurden von den Fernsprechanstalten 6,9 Mill. Gespräche vermittelt, 5mal mehr als beförderte Telegramme. Die Zahl der Sprechstellen ist von 2861 im Jahre 1898 auf 3093 im Jahre 1899 gestiegen. Die Einnahme an Porto und Telegraphengebühren belief sich 1899 auf 7 083 783 Mk. Auf einen Einwohner der Bevölkerung entfällt somit ein Jahresbeitrag von 6 Mk. 79 Pf. Für Reichs Wechselstempelmarken erlösten die Postansta ten des Großherzogtums im Jahre 1899 186.744 Mark, für statistische Wertzeichen 9941 Mk. und für Marken der Invaliden Versicherungsanstalt Hessen 2,46 Millionen Mk. Gezahlt wurden von den Postanstalten an Unfallreuten 1 355 555 Mk., Jnvalidenbezüge 668 409 Mk. und Alters- bezüge 376 680 Mk. i. Altenstadt, 28. November. Im Eckel'schen Saal hier hatte sich gestern abend eine große Anzahl hiesiger und auswärtiger Herren zusammengefunden, um gemeinsam die Feier des Geburtstags des Großherzogs und der Großherzogin zu begehen. Oberamtsrichter Pull mann feierte dabei das Herrscherpaar, auf die vielen Verdienste desselben ist gebot ein. Tie Versammlung beschloß, genannter uerei vom 1. Februar 1901 ab die Wirtschaft nebst inung zu übergeben. Das Gesuch um Gewährung eines Beitrags zur Er- Anteu- und FebkusvttßchkkNW-Austalt zu Darmstadt. Die Auszahlung der Renten für 1900 findet im Dezember an jedem Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 und 2 bi» 5 Uhr statt. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Oppenrod für das Jahr 11801/1902 liegt vom 4. Dezember 1900 an acht Tage lang auf dem Ulgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen. Oppenrod, den 29. November 1900. Robert Stuhl 23 Neustadt 23 empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu billigen Preisen in: Diamant-Grafit-Wichse von Bnd.Starcke, melle inHann. ist die allerbeste! eie putzt am leichtesten, konserviert das Leder, ist im Gebrauch am billigsten. Käuflich in den Kolonialwaren- und Drogengeschäften. Urirlidbaftet die Hausfrau mit »Maggi zum Würz,n^, wovon wenige Tropfen genügen, um jeder schwachen Suppe oder Fleischbrühe, Saucen, Ragouts und Gemüsen einen übecrascheudeu krättiaer» Dohllgeschmack zu geben; in Origmalfläsckchm von 25 Pfg. an. — Zur augenblicklichen Herstellung einer vollständigen Fleischbrühe nehme man dagegen MAGtil’* Bouillon-Kapseln womit eine E'nzrlvortion vorzüglicher Fleischbrühe auf 6 Pfg. und eine extra starke Kraftbrühe auf « Pfg, zu stehen kommt. (Die Magui-Erzeugnisse sind in allen Kolonialwarengeschäften käuflich) Tod und Verderben bringen allen Ratten und Mäusen die neu präparierten „GlireS-Rattevwürste" und „Mäusemarder". Allen Haustieren unschädlich, nur Nagetiere radikal ausrottend. Allein eckt zu haben bei: Aug. 3toff Bahnhofstraße; ßmit AifchSach- -sz' Schmieder, Apotheke zum gold. @ngeL Nr. Iut. ßaesar, Hirschapotheke. 7045 Vermischtes. * Kreuznach, 27. November. Der „Kreuzn. Zig." wird geschrieben: „Der im Oktober 1899 erfolgten Wahl des Bürgermeisters der Stadt Schlüchtern, Salomon, zum besoldeten Beigeordneten von Kreuznach ist, wie wir hören, die Bestätigung jetzt Allerhöchst versagt worden. Der Grund dafür wird dahin angegeben, daß Salomon vor Jahren ein aus geringfügiger Ursache von einem Arzte provocierteS Duell abgelehnt hatte und dieserhalb aus dem OsfizierSstande, dem er als Hauptmann a. D. angehörte, auSgeschieden war. Salomon ist zwar im Frühjahr dieses JahreS von Sr. Majestät im Gnadenwege in die Kategorie der mit schlichtem Abschied entlassenen Offiziere zurückversetzt worden, doch soll der Grad der Rehabilitierung nicht genügen, um besoldeter Beigeordneter der Stadt Kreuznach werden zu können. Salomon ist im Jahre 1899 in Schlüchtern auf weitere zwölf Jahre zum Bürgermeister gewählt und Allerhöchst bestätigt worden. Da er dieses Amt nicht gekündigt hat, wird ihm selbst die Nichtbestätigung seiner Wahl in Kreuznach wohl keinen Kummer bereiten. Dagegen mag man sie im Interesse Kreuznachs lebhaft beklagen. Denn er, den das Stadtverordnetenkollegium auf Grund vorzüglicher Zeugniffe seiner vorgesetzten Behörde und nachdem zwei eigens dazu entsandte hiesige Stadtverordnete in Schlüchtern sich Persönlich über seine Person und sein Wirken erkundigt hatten, einstimmig unter 80 Mitbewerbern ausgesucht hatte, genießt den Ruf eines hervorragenden Verwaltungsbeamten. Daß er deshalb als Beigeordneter in Kreuznach am Platz war, bedarf keiner Darlegung." ♦ Noch einmal das Rhinoceros. „Ein Leser" schreibt und: „Das in Nr. 280 Ihrer Zeitung gerühmte Rhinoceros hat außer Leipzig und St. Germain auch V c - ne big mit seinem Besuche beehrt. Beweis dafür ist ein Bild von Pietro Longhi, das in der National-Gallery zu London zu sehen ist. Wann Longhi, der von 1702 bis 1762 lebte und in Venedig wirkte, die „Exhibition of the Rhinoceros“ gemalt hat, weiß ich nicht, kann also nicht entscheiden, ob der Weg des Rhinoceros über Venedig nach Leipzig und St. Germain ging oder umgekehrt. Jedenfalls erregte es das Erstaunen der Venetianerinnen, die maSker- tragend im Hintergründe des Bildes sich vom Besitzer, der das abgefallene Horn des Thieres in der Hand hält, das Wunder erklären lassen, während dieses selbst teilnahmloS im Vordergründe steht. flynp um Festsetzung der Tage, an denen Ladenge- jdiä' t e über die gesetzlich vorgeschriebene Dauer hinaus gköffmet bleiben dürfen. Tie Versammlung beschließt auf 9iitrug der Finanzdcputation, 6 Wochentage vor Ostern, E Lachen tag vor Himmelfahrt, 4 Wochentage vor Hsilig st en, 14 Wochentage vor Weihnachten und 1 Wochen- fiog wir Nenjahr festzusetzeu, wobei jährlich noch 4 Wochen- dope zur Verfügung für besondere Anlässe, größere Feste 4 s w. bleiben. Zufolge des steigenden Zinsfußes hat Beigeordneter Hol ff der Finanzdeputation Vorlage über die Er- tWmg des Zinsfußes für ausgeliehene Kapitalien der ^öbfrscheu Stiftung gemacht. Die Deputation hat beschlossen, die Entscheidung bis zum Frühjahr nächsten Zahr?s zu verschieben mit Rücksicht auf die Möglichkeit, M sich die Verhältnisse wieder anders gestalten. $u den Gesuchen von Karl Loth (Schanzenstraße 18', Friedrich Klages (Frankfurterhof) und H. Wau er (Wolffstraße 21) um Erlaubnis zum Wirtschafts- tetrieb, beschließt die Versammlung Bejahung der Be- Liicsmisfrage, da es sich um Uebergang bestehender Wirth- Masten auf andere Inhaber handelt. ra(|telle für (jl//«i Grundsätze mitgti' M Heinrich. Hochreuther Giessen, Südanlage 5 Ott rakagtxtnr der Aravkf. Hravsport», Anfall- r».Hlas Aerfich.-Mtleu-Hesellsch. empfiehlt sicd zum Abschluß von: ' 7764 WH-, Haftpflicht-, Transport-, Glas-, Einbruchbirbflahl-, _________ Wr-e- nui> Wasku-VkrflchttiiNM._____________ tar evang. Schwesternhaus Johannesstr. sein HoSpiz als Unterkunft für reisende Damen für kürzere oder längere Zett »Mhigen Preisen, sowie feine Marthaherberge für stellenlose Dienstmädchen. __________________________________________________ 1 das iu Dn cetungg darüber, ob für diese ehrenamtliche Thätigkeit I) Mk ui PrJ,re?t bebau überhaupt Diäten gezahlt werden sollen, beschlossen, den lärt . ^en, hat - ......... ~ ------ ' " kS*-* W und 'n KPen M onders schone Aussmtlf l t al- AuWlm K UNI Hotel GroßlM der Volkslesehalle >atz. den Brandplatz, die;- le Versammlung beM „die in Gießen in Aus Stadt und Kand. Sieben, 30. November 1900. '* Laudeslotterie. Mit der vorteilhaften Gestaltung KtS Plans der 3. Lotterie, die von März nächsten Jahres iflb zrir Ausspielung gelangt, ist auch eine Erhöhung der Sollektcurbezüge verbunden worden. Hauptkollekteure, die ainbt-jtend 600 Lose fest übernehmen, erhalten von ge- nonnhet Lotterie ab 4 Prozent von der Einlage und 2 Pro- gtnt vom Gewinn, sowie 1 Mk. 50 Pfg. Schreibgebühr in Verein der Detaillisten zu Gießen. Eingetr. Verein. General-Versammlung Freitag den 30. Yovemver er., aöends 8>/2 Ahr, im Hotel Einhorn. Kages-Hrdxuvg: 1. Berichterstattung über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2. R^chnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Handelskammerwahl. Kothaer AbensverficherungsbanK. SWcherungSbestand am 1. September 1900: . 78S»/s Millionen Mark Smlfonds am 1. September 1900 ... . 255'/z „ Sioildende im Jahre 1900: 30 bis 138 Prozent der Jahres-Normal- 61 Prämie — je nach dem Alter der Versicherung. Pertreter: Heinrich Hochreuther, Südanlage 5. unstigen Verhältnisse i'waisers, dessen Mangele Gründung seines GesM richwng von Trinkhaller imene Ausbesserung besc. im Betrage von 688 9 ’irö genehmigt. ? eines Schrankes jir Ltadtverordnetenbei mittet an den i t. Evang. Gottesdienste der Methodisten-Gemeinde. Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag den L. Dezember, nachmittags 41/* Uhr. Herr Pred. L. Wendt. Mittwochabend 81/2 Uhrr Bibelstunde. Jedermann fteundlichst willkommen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rodheim a. d. Horloff sti das Jahr 1901/1902 liegt vom 4. Dezember ab acht Tage lang au bnn Bürgermeisterei Bureau zur Emsicht der Jnteriffenten offen. s l^hoben. Tonern s^; 1 I Wehn^.. oHning eines deutschen Schriftstellerhei"ms in Iriirfp» neknph ,;f vl*1111 wird abgelehnt (das müssen wir lebhaft bedauern, ledern on!!1 die :>ied.), desgl. dasjenige des Vereins „Deutsche Geier ? ?000 Mk n-kNk-abeschule" in Hohenstadt (Mähren) um Bewilligung Llpnö.ori9en einet Beihilfe. f J JTcm Ausschreiben der Bürgermeisterei um unentgelt- IS ^emQi5 Offen,?1 Ilebernahme des Zählungsamtes bei der bevor- PI .bie bisher SJ' flehenden Volkszählung ist nur von einer Person Mtzverhaltnjss/imni;rochen worden, weshalb die Bestellung besoldeter “U| die linfö. ■ Slhl.-',- Mnlrnnrihin innrhp Tip Nfl-snninislllltt prhphf hprr Mal lciu üob' ö. enbaß diese in em MhM, das in M: en emgeichtagen worin rten ÄrfitLnden niÄ f ■ des Verdingung^--' >t wird. Tas StabM® ;en der Zentralstelle als alle Gebote auf M je mehr als 20 W ' Tie Versammlung j 4 um Grl»bms alis dem von WeM j tzcke der SW16 cht. Mit MM r in J atothnettt Woiil der ganzen c öofraiie nebst der ^ P aus deren ca. 1300 M M |Q§ Eigentum der gt den MeW , ’*Ä;‘ SiJ«; y eitstag uno > ' chrankuA 9 osftn ^Pflasterer ■ fr Tonnen W«' s. ereinsAsleSt .jkl les j I < 1,1 Fritz Nowack Ai Spezial-Gr eschäft für Betten und Schlafzimmer - Einrichtungen. Höchste Auszeichnung 6B64 L. van Beethoven. Joh. Brahms. 22 No. 2 7692 (Einfach möbl. Zimmer zu Vermieter, evtl. Pension. Wolkengcisse 21, I. 05059 und Billigkeit au^zeichnende 657 Pferdestaü ^Güdaalage 1 Otto Schaaf, Giessen. 702 empfiehlt 7570 Samstag Marktlaube 10. Südanlage 15 7714 Prima SpeiseKarloffeln Der Gesamtauflage unserer heutigen Ausgabe liegt ein I Prospekt von Hermau« Schmoller & Co , Fravt' I_______________ftttt a. M., bei._________________________!*S (magnum bonum) empfiehlt 7670 I. Weisel, Lo«lltllstrsße 6 BuHer umsonst- (i)fft'ur Iteiten verschitdenks ist der mittlere Stock, beziehbar am 1. April, anderweitig zu vermieten. "Bei über 100000^ Familien im Gebrauch! 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Die Sahn - -f50 gtn. nodj zerMr An Peking tra W, tmtti ' !■ 1* Maml eniunhetf. ®ir q ,™(1| i« einer einfame K/1?11 ertnärmt i et witö sich ^ch ä I®.** rt< N Saaten er,ä6[( . ** ÖaUttf e ft* e Gardinen, en. iche. irsweg ani'ant Roya] 836t leicht verdaulicher Cacao, e Tafelchocolade feit liebsten Choeolade- id Neujahr. 1369] bckSn möbliertes, erften Clock zu tiennitia ____UM iinfadi möbl. A ’oo ' evtl. $enfion /dfenttofti i Jin ?ltMir-'M Kost uni iss ' halten K erfr. Sonnen^ o fit 5-6 Pfnde mit te Hirn fttoften Boden, ptt v netm Vaud) als Loger N- Küche und Killer per Näheres MS««cksich», ZftrdestaltLL Sa» - * ®*i!' S*rSet iijlijrr NM zavttliiW *S.Ä 1698] öa" 61' giortonk gttdM—-^"77 17^1 --TsA^AS-ch^6 76<6L®u„nd)teii f NW Js> *7 i-Slr? Ml"" M 282 Zweites Klatt. Samstag den 1. Dezember 150. Jahrgang 19 Gießener Anzeiger Heneral-AnZeiger Arzugspre!» vieruljähri. Mk. 2,20 monatlid) 76 'L>sg. mit Bringerlvdn; durch die Abholcstrlle» viertNjährl. MI. 1,9» monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viertetjährt. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-DermittlungSstellen M In« und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. lnOnt »vn Anzeigen zu der nachmittags für den setzend« Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Weint ttsNch »it Ausnahme de» Montag». Sie Gießener ^leirtenlUftet Boten dem Anzeiger wechsel mit „Heff. tahmirt- u. ^Blätter fd heff. Volkskunde- döchlll. 4 mal beigelegt. Amts- rmd Anzeigeblcrtt fiiv den Ttveis Gretzen. Utiihii», Lkpeditton und Druckerei: -chnlstraße Ar. 7. Adresse für Depefchm: Anzeiger Hisst«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Zer hessische Zandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Der Krieg in China. A» Peking ist man sehr beunruhigt darüber, daß fröliminar-Friedensartikel, welche Oie Gesandten 31 Peking abgefaßt haben, den chinesischen Korn- »issären noch nicht mitgeteilt worden sind. ES «hält sich daS Gerücht, wonach der russische Gesandte »GierS seine Zustimmung zurückziehen wolle, wenn aicht eine Aenderung der Bestimmung über die Be- -straßung der Schuldigen herbeigeführt werde. Sir Äobrrt Hart erklärte, daß er den chinesischen Staats- «Siuiern den Rat gegeben habe, die Dinge ruhig abzu- awirttn, denn das Warten sei für China die beste Politik. Ahm« könne die Eifersucht unter den Mächten ausnutzen, »» günstigere Bedingungen zu erlangen. Eine deutsche Ivtwort auf die jüngste amerikanische Note wegen llhinmS ist noch nicht erfolgt. Man meldet aber aus 8»nb»n: Die deutsche Regierung soll nach einer „klmndard"-Meldung der Union mitgeteilt haben, daß sie Bntil sei, dem amerikanischen Vorschlag zu- giflimmen und die Forderung der Todesstrafen für dir hohen Beamten aufzugeben. Deutschland unter- tickm jedoch denl anderen Mächten die Frage zur Er- »SgMg, ob eS nicht ratsam sei, der Kollektivnote einen auf Ät msprüngliche Forderung der Todesstrafe bezugnehmenden Hrasgraphen hinzuzufügen. Die Mächte hegten jetzt den Wermnstimmenden Entschluß, die ganze chinesische Frage Wrii nigst zu beenden. DaS Bureau Laffan hat aus Peking ein Telegramm »halsten, wonach Rußland bereit wäre, die Ueberreste liriaet in China weilenden Truppen zurückzuziehen und auch öiNahn von Shanhaikwan nach Tientsin den deutschen zu überlassen, allein die letzteren wären Wpfllichtet, die Eisenbahn den Engländern zu über- Aibe n. Die Verbündeten find genötigt, auf diese Bahn Mckficht zu nehmen, um die Verbindung mit einem eis- fttitm Hafen sicher zu stellen. Die an der Bahnstrecke »ötigtrn Reparaturen wurden aber noch nicht in Angriff ge« nwnjen. Die Bahnstrecke ist in ihrer ganzen Länge von 1.50 Km. noch zerstört. In Peking traf ein reitender Bote ein mit dem Auf tfcige, einen Arzt zu dem verwundeten Oberst Dort -pirufen, der bekanntlich die deutschen Truppen in Kalgan 1 lomiti-inbiert. Der Oberst verbrachte eine sehr unruhige fWcht in einer einsamen Hütte, die nur durch ein offenes i^inet etwas erwärmt war. Den folgenden Morgen wurde liSlOberst besinnungslos aufgefunden. Graf Walder- fletwird sich nach Kalgan begeben, um die Kolonne des 1 Obersten Aork zurückzusühren. Die aus China nach Marville zurückgekehrten franch- '8'ftheu Soldaten erzählen, auf. Befehl des Feldmarschalls «Stofen Waldersee hätten die deutschen Militärs lbei Brauch angenommen, ihre französischen rang- ,Stichen Kameraden zuerst zu grüßen. Die Be- jlitljungen zwischen Deutschen und Franzosen seien kQvthalben die angenehmsten. — Nach Londoner Meld- iongen stehen bei Partingfu im Winterquartier 3000 Deutsche unter General Ketteler und 2000 Franzosen iiittc General Bailloud. Die Franzosen unternahmen «Editionen nach dem Süden, die Deutschen gegen ?Korden, um die Boxerdörfer zu bestrafen. Die Deutschen 1 Hilten den Westpaß nach Schansi besetzt, um sich I j'tfltn: angeblichen Anmarsch der chinesischen Truppen zu ^.cherv. Fetner liegen aus Paotinfu folgende Meldungen Ifior: Die Eingeborenen wohnten der bereits gemeldeten ^Hinrichtung der drei Mandarinen bei, ohne daß fW besonderen Eindruck machte. Die Kriegskontribution im 200000 Taels ist noch nicht bezahlt, obwohl man sich 1«l Mtwenfonds bemächtigte. In Schanghai sind neue Ruhestörungen unter lick!! Truppen der Garnison vorgekommen. Nach Schätzung des RIterschen Bureaus beläuft sich UL ungefähre Anzahl der fremden Truppen in Nord- hiiiL auf 7500 Engländer (auSschl. derjenigen in Schang- U-i umb Hongkong), 25000 Deutsche, 15000 Japaner, 150010 Franzosen, 3000 Russen (ausschl. berjenigen in ber ! ^Mschurel), 2100 Italiener, 1800 Amerikaner, 300 - Oeste'vreicher. Nei ber Eroberung ber Peitangforts hat sich bte Feld- I MQenbatterie unter benTSommanbo bes Hauptmanns tttiemkow besonbers ausgezeichnet. Wie bie „Kreuzztg." 1 Hiit, hat baraushin ber Kaiser an ben Generalinspekteur Kußartillerie General ber Artillerie Ebler v. b. Planitz {HemdeS Telegramm gerichtet: ^Jch habe auf Vorschlag des Generalleutnants n. Lefsel Hauptmann Kremkow von der schweren Feldhaubih-Abteilung den Orden Pour le mörite verliehen. Ich freue mich, daß die Fußartillerie sich so hervorragend hat bewähren können, daß ich einem ihrer Offiziere vor dem Feinde diese schönste Auszeichnung eines Soldaten verleihen konnte. Möge dies ein weiterer Ansporn zu frischer Thätigkeit für die gesamte Waffe sein. gez. Wilhelm R." • • • Telegramme deS Gießener Anzeiger-. Peking, 30. November. Oberst Graf York ist am 27. vormittags 11 Uhr in Hiaihai an Kohlenoxyd Ver- giftung gestorben. Die Leiche trifft am->30. November in Peking ein. General von Gayl ist zur Uebcrnahme des Kommandos abgegangen. Shanghai, 30. November. Ein hiesiger Konsul hat durch Dokumente bewiesen, daß der Statthalter von Shanghai jetzt Versuche macht, von reichen chinesischen Kaufleuten für Singanfu Geld zu erpressen, indem er ihnen als Gegenwert Titel anbietet. Auch wurden neue Likin-Steuern ausgeschrieben, die für denselben Zweck erhoben werden. Tas Konsular-Korps erließ eine Proklamation, welche die Einfuhr von Material zur H e r st e l l u n g von Waffen und Munition verbietet. Der japanische Konsul Nahm jedoch auf Grund von Instruktionen aus Tokio seine Unterschrift zurück, weil die Proklamation der Einfuhr von Röhren- und Schwefelsäure aus Japan Einhalt zu thun beabsichtige. — Nachrichten aus Tientsin melden, daß 1000 Boxer dorthin zurückgekehrt seien. Tie Lage sei sehr beunruhigend. — Aus Han kau wird die Ankunft Seymour's in ähnlicher Sendung als Dr. Knappe's Besuch bei Liukunyi gemeldet. Auch wird berichtet, daß die Nationalbank zu Tschung Hing Geld für Tungfuhsiang hergegeben habe. Ohm Krüger. Die französische Kammer nahm am Donnerstag einstimmig den Antrag des Abg. Denis an, in dem sie den Präsidenten Krüger anläßlich seines Besuches in Frankreich ihrer achtungsvollen Sympathie versichert. Die Nationalisten begaben sich »dann unter Führung des Deputierten General Jacquey zu Klüger, um ihm das Resultat rnit- znteilen. Krüger war sehr gerührt. Krüger verläßt, so wird aus Paris geschrieben, am am Samstag mittag Paris und wird sich direkt nach Köln begeben, wo er bis Montag vormittag verbleiben wird. Von dort aus reist Krüger nach Magdeburg, wo er übernachtet und Dienstag vormittag dann direkt nach Berlin fährt. Die „Köln. Ztg." bestätigt, daß Krüger nächsten Sonntag in Köln etntreffen und Montag" seine Reise nach Berlin forisetzen wird. — lieber die Pläne und Aussichten Krügers, die Einsetzung eines Schiedsgerichts durchzusetzen schreibt dasselbe Blatt, diesen Gedanken habe früher bereits Murawtew gehabt, aber sofort aufgegeben, als England erklärte, diesen Vorschlag als eine unfreundliche Haltung ansehen zu muffen. Seit jener Zett hätten sich die Verhältnisse nicht geändert, eher sei das Gegenteil eingetreten. Die chinesischen Verwicklungen, die Beschränkung der militärischen und diplomatischen Aktionsfreiheit der Mächte durch sie, die Fortschritte der englischen Waffen in Transvaal, die Erklärung der Einverleibung durch Lord Roberts sowie die Krankheit des Zaren, das alles seien Momente, die eine derartige Forderung noch aussichtsloser machten als damals. Wenn nun noch von militärischen Möglichkeiten gesprochen werde, bie Krüger sowie seine Umgebung in Rechnung stellen, so dürften sie sich über die Aufnahme täuschen, die ihrer Pläne in Berlin wartet. * » ’ Telegramme des Oietzener Anzeiger-. Berlin, 30. November. Dr. Leyds hat gestern die Nachricht hierher gelangen lassen, daß Krüger nach> den letzten Reisedispositionen am Dienstag den 4. D e z e m b e r in Berlin eintreffen wolle. Ein Empfangs-Komitee ist hier in der Bildung begriffen. Heute wird es über die Art der Empfangsfeierlichkeiten für Krüger entscheiden und über die Veranstaltungen zu Ehren des Gastes ein Programm aufstellen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Präsident alle Kundgebungen bei seinem Eintrefsen ablehnt. Es schweben hierüber noch, Verhandlungen mit der Regierung. Ein Empfang des Präsidenten durch den Reichskanzler Grasen Bülow ist nicht ausgeschlossen. Berlin, 30. November. Der „Börsen-Courier" will mit aller Bestimmtheit erfahren haben, daß Krüger deutsches Gebiet nicht weiter als bis Köln und auf seiner Weiterreise bis Holland betreten wird. Paris, 30. November. Aus der Umgebung Krügers verlautet, daß zwischen Paris, Berlin und Livadia ein lebhafter Depeschenwechsel über eine Vermittelungs-Aktion betreffend Südafrika.stattfindet. Deutsches Reich. Berlin, 29. November. Der Kaiser hörte heute morgen im Neuen Palais die Vorträge des Kriegs-Ministers und des Chefs des Militärkabinets. Der Kaiser und der Kronprinz reisten dann mittels Sonderzuges nach Haemerten ab. Dort traf der kaiserliche Sonderzug um 1 einhalb Uhr ein, wo sich Oberpräsident v. Bötticher und General Klitzing eingefunden hatten. Der Kaiser bestieg mit dem Kronprinzen und dem Gefolge den Elb- dampfer „Freya" und fuhr nach Tangermünde, wo der Dampfer um 2.20 Uhr an der Landungsbrücke anlegte. Bei der Entgegennahme des Ehrentrunkes vor dem Rathause sagte der Kaiser etwa folgendes: Er freue sich, daß der heutige Tag ihm Gelegenheit gegeben habe, die alte Stadt in ihrer alten Bedeutung im märkischen Lande zu zeigen. Die Lage derselben und ihre ganze Entwickelungsgeschichte habe schon im Mittelalter den römischen Kaiser deutscher Nation so gefesselt, daß er vom schönen Süden in das unwirtliche Nordland gekommen sei und hier die glänzende Pfalz erbaut habe. Wir seien es der wunderbaren Begabung dieses Kaisers für Fragen, die eigentlich jetzt erst uns modernen Menschen beschäftigen, schuldig, daß wir sein Andenken wieder aus der- Vergangenheit emporheben. Hier am Ufer der großen Stromader der Elbe, möge der Kaiser oft den Plan erwogen haben, ein nordisches Reich zu schossen, dessen Basis die Elbe werden sollte. Daß er ernste Absichten in dieser Richtung hatte, beweisen seine Verhandlungen mit der Hansa. Möge der heutige Tag auch das Interesse der Tangermünder Jugend erwecken für die Geschichte der Vergangenheit der Stadt. Nur im Studium der Geschichte und in der Pflege der Traditionen stärke sich das Bewußtsein der Nation. Sein Wunsch gehe Hahin, daß das, was Kaiser Karl IV. für Tangermünde erdacht habe, unter seiner oder seiner Nachfolger Regierung sich verwirkliche. Nach der Enthüllung des Tonkmals Kaiser Karls IV. reiste der Kaiser nach Letzlingen ab. — Zum Nachfolger des Fürsten M ü n st e r auf dem Botschafterposten in Paris ist der Botschafter in Petersburg, Fürst R a d o l i n , ernannt. In politischen Kreisen wird unter den Persönlichkeiten, die für die Nachfolge des Fürsten Radolin auf dem Petersburger Botsck>after- posten in Betracht kommen, Fürst Herbert Bismarck genannt. (?) — Nach einer Meldung aus Coburg wird die Ernennung des bisherigen Direktors der Verwaltung des Fürsten Fürstenberg, Dr. H e n t i g, zum Staats-Minister in Sachsen-Coburg-Gotha amtlich bestätigt. — Zum 18. Januar 1901 soll eine größereAnzahl Standes-Erhebungen und anderer Ehrungen zu erwarten sein. Uns wird gemeldet, daß etwa neun Erhebungen zu Fürsten stattfinden sollen. Unter den alten preußischen Geschlechtern, die so ausgezeichnet werden sollen, nennt man uns u. a. die Grafen Arnim- Boitzenburg, Maltzahn-Militsch, Dönhoff. Es heißt auch, daß eine besondere Ehrung den Söhnen des Fürsten Richard Dohna zuteil werden dürfte. — Die amerikanische Kolonie feierte heute im großen Saale des Hotel Kaiserhof Thanksgiving Day (Danksagungstag) durch ein Festmahl, dem der amerikanische Botschafter White präsidierte. Im Laufe seiner Ansprache an die Festversammlung kam der Botschafter auf die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika zu sprechen und sagte hierüber folgendes: Ich möchte Sie daran erinnern, daß wir großen Grund zur Dankbarkeit haben für die guten Beziehungen, die zwischen unserem geliebten Heimatlande und allen andern Mächten, besonders aber Deutschland bestehen. Obgleich die Vereinigten Staaten getreu ihrer Tradition sich in keinerlei Allianz mit anderen fremden Mächten haben verwickeln lassen, haben sie doch mit ihnen gemeinsam gehandelt und cooperieren noch heute mit ihnen ernstlich und ganz in dem größten Versuche, der je unternommen wurde zur Ausbreitung und zum Schutz der Zivilisation im fernsten Osten. Ich kann zum mindesten sagen, daß während der ganzen langen Zeit der gemeinsamen Operationen in China die f r e u n d s ch a f t l i ch st e n Gefühle zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland bestanden haben und ich kann hinzufügen: noch bestehen. In allen Verhandlungen, die zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland stattfanden hinsichtlich der besten Methode, einen Frieden herbeizuführen, der für China und die Welt der Anfang einer neuen großen Aera sein soll, hat jede der beiden Mächte sick) nur bestrebt gezeigt, dasjenige zu thun, was wirklich das beste ist, aber stets ^seinerzeit schon dem gestern vernommenen whY1. ftelfer SbiHiia »itterafinifa hioh» ..... V .Wv Die Angeklagten v. Kayser und v. Schachtmeyer eine fängnisstrafe von je vier Monaten, die durch die erlitt in einem freundschaftlichen und versöhnlichen Sinne. Ich betrachte es als einen Grund zur Dankbarkeit, daß ein solch guter Geist besteht und die Hoffnung auf eine rasche und glückliche Lösung der großen in Betracht kommenden Fragen giebt. Nach einigen weiteren Bemerkungen über Angriffe der deutschen Presse auf Amerika, die nach Ansicht des Botschafters von der Mehrzahl der Deutschen nicht geteilt werden, schloß er wie folgt: Obgleich Groß-Britannien allgemein als das Mutterland der Vereinigten Staaten bekannt ist und verehrt wird, ist doch Deutschland vom intellektuellen Standpunkte aus betrachtet mehr und mehr eine zweite Mutter der Vereinigten Staaten geworden. Deutschlands Einfluß kann auf allen Universitäten und technischen Hochschulen Amerikas beobachtet werden. Mehr als irgend ein anderes Land hat Deutschland an unserer Entwickelung mitgeholfen und sie zu dem gemacht, was sie sind: eine gewaltige Macht in der Entwickelung der amerikanischen Zivilisation. Ich fordere Sie daher auf, in Anerkennung dessen, was wir den beiden Nationen schuldig sind, zu trinken auf das Wohl des Präsidenten der Vereinigten Staaten und Sr. M. des Deutschen Kaisers. Nachdem die Klänge des amerikanischen Nation al-Ge- sanges und der Wacht am Rhein verklungen waren, stellte der Botschafter den derzeitigen Rektor der Berliner Universität, Prof. Harnack, vor, dessen Idee, wie White erklärte, einen tiefen Einfluß auf die amerikanischen religiösen Gedankenrichtungen ausübe. — In der W a h l p rü fu n g s ko m m i s s i o n des Reichstages sind heute die Wahlen der Abgg. Hennings (Ions.) und Schulze-Steinen (nl.) für giltig erklärt worden. nach Amerika zu übernehmen. Sie habe dabei vorausgesetzt, daß Herr Sternberg sich nach) Beendigung der Reise sehr nobel gegen sie zeigen werde. Margarethe Fischer habe gesagt, sie könne und wolle Herrn Sternberg entlasten, sie verlange aber dafür 20 000 Mark. That- ächlich sei mit der Woyda nichts passiert. Kurt Fischer ist oft in der Wohnung seiner Schwester Margarethe gewesen, er hat wohl hin und wieder bemerkt, daß Herren dort verkehrten. Außer der Frieda hat er aber nie andere Mädchen dort gesehen. Er habe es schon für anstößig gehalten, daß ein junges Mädchen Herren massierte und habe der Schwester Vorhaltungen gemacht. Hätte er aber die Wahrheit gewußt, würde er schon Mittel gefunden haben, um dies zu inhibieren. Nach den Bekundungen des Zeugen hat er das, was in der Wohnung seiner Schwester Gräßliches massiert sein soll, erst durch Herrn Stierstädter erfahren, der ihn besuchte und ihm von den Dingen Mitteilung .machte. Er sei sehr erschrocken darüber gewesen und habe erklärt, daß er selbst nie etwas in der Wohnung der Schwester bemerkt habe, und ihr solche Tinge nicht zutraue. Herr Stierstädter habe darauf erklärt, Ihrer Schwester wollen wir gar nicht so viel anhaben, für uns handelt es sich nur um den „getauften Juden". Zeuge Stier st ädter bestreitet entschieden, diesen Aus- drilck gebraucht zu haben. Der Zeuge bleibt mit dergleichen Entschiedenheit aber dabei und beruft sich darauf, daß Der .Harmlose» Prozeß. Berlin, 29. November. Ausland. Brüssel, 29. November. Das offizielle Journal bestätigt die Meldung über das Bestehen eines Anarchistenkomplottes in Bouillon, wo drei weitere Verhaftungen stattgefunden haben. Ebenso sind Verhaftungen von Schülern der Militärschule in Lüttich vorgenommen worden. Petersburg, 29. November. Abgesichts der Erkrankung des Zaren beschäftigt man sich allgemein mit der Frage, wann sich der jüngere Bruder des Zaren, der Großfürst- Thronfolger Michael, verheiraten werde, um so die Mög- kichkeit der Geburt eines männlichen Thronerben in gerader Abstammlung von Alexander III. zu verstärken. Als diejenige Prinzessin, welche am meisten Aussicht habe, von dem Großfürsten Michael auserkoren zu werden, wird die Prinzessin Cecilia von Mecklenburg-Schwerin bezeichnet, deren ältere Schwester vor zwei Jahren den präsumtiven Thronfolger von Dänemark geheiratet hat. Livadia, 29. November. Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag gut und schlief während des Tages eine Stunde. Abends 9 Uhr war die Temperatur 36,4, der Puls 68. Nachts schlief der Kaiser sehr gut und fühlte sich munterer. Die Kräfte nehmen zu. Morgens 9 Uhr war die Temperatur 36,2, der Puls 60. Kapstadt, 29. November. Durch einen erfolgreichen Eilmarsch gelang es dem englischen General Knox, De Wet in der Front zu fassen und sich zwischen ihn und den Oranjefluß zu schieben. De Wet steht an der Spitze von 3000 Buren und wird noch durch Rebellen der Kap- kolonie unterstützt. — Roberts telegraphiert: Oberst Barker sand auf dem Marsche nach Dewetsdorp die Buren in starker Stellung. Er griff nicht nachdrücklich an und verlor drei Mann. Oberst Plumer griff 500 Buren nordöstlich von Dewagendcift an und umging ihre rechte Flanke. Die Buren zogen sich zurück und ließen 3 Tote auf dem Platze. Eine andere englische Abteilung marschierte am 23. November auf Bethlehem und fand die Buren in starker Stellung von Tigerkloof. Nach scharfem Gefecht wurde die feindliche Hauptabteilung von den Scots Guards genommen. Die Engländer hatten zwei Tote, darunter einen Leutnant, und drei Verwundete, darunter einen Major. — Eine weitere Depesche Roberts vom 28. November meldet: Dewetsdorp wurde am 21. von den Buren angegriffen und am 24. übergeben, am 26. wurde es durch General Knox wieder besetzt. Knox verfolgt jetzt die Buren. Einzelheiten find noch nicht bekannt. Hierauf wird in die Fortsetzung der Beweisaufnahme eingetreten. Zeugin Frau Suchurd ist seinerzeit mit der Margarethe Fischer bekannt gewesen und eines Tages von dem mehrfach erwähnten Ebstein und Herrn Luppa aufgefordert worden, nach Amerika zu reisen, um die Margarethe Fischer aufzusuchen und von ihr eine eidesstattliche Versicherung zu erlangen. Margarethe Fischer habe ihr, als sie noch hier war, niemals gesagt, was in ihrer Wohnung passierte. Sie habe in mehreren Briefen aus Amerika den Wunsch nach. Geld ausgedrückt und dann die Bitte vorgetragen, daß doch Herr Sternberg das Geld hergeben möchte, um ihren Hund nach Amerika zu schaffen. Herr Sternberg habe ich ablehnend gegen jede Unterstützung verhalten. Sie habe brieflich wieder und wieder gebeten, und schließlich habe Sternberg das Geld zur Beförderung des Hundes hergegeben. Sie selbst habe sich bereit erklärt, die Mission dächtigungen voraufgegangen, von denen der erste im August an den Staatsanwaltschaftsrat Dr. Romen gerichtete leise Andeutungen darüber enthält, daß man bestrebt sei, ihm die Sache aus den Händen zu nehmen. Der zweite vom 30. Oktober war an Herrn v. Tresckow gerichtet und enthält die gleichen Behauptungen und zwar mit Nennung der Damen, die sich Einwirkungen zu Gunsten Sternbergs erlaub! haben sollen. Wie immer an solchen elenden Verdächtigungen ein Körnchen ist, um das sich das andere krystallisiert, so ist es auch hier. Es würde banal sein, wollte ich nun noch näher darauf eingehen, daß ich es gewagt haben sollte, meine Ansichten .über den Prozeß dem Reichsgericht aufzudrängen. Ich würde mit einem solchen Beginnen sofort die schroffste Zurückweisung erfahren. Unumstößliche Thatsache ist es, daß ich seit etwa 16 Jahren nicht in Leipzig war. Ich kenne keinen einzigen der Richter des betr. Reichsgerichts-Senats, ich habe weder schriftlich noch mündlich ein Wort mit ihnen gewechselt. Die Gründe, weshalb das erste Urteil aufgehoben wurde, liegen klar zu Tage, sie beruhen auf formalen Verstößen, die das Reichsgericht für ausreichend erachtet hat, um das erste Urteil aufzuheben. Ob ich das gewünscht oder nicht gewünscht hätte, wäre dem Reichsgericht und dem hiesigen Landgericht furchtbar gleichgiltig gewesen. Es handelt sich also bei der Andeutung in dem Artikel um eine niederträchtige Verleumdung, die vollständig grundlos ist. Ich habe bisher den Stolz gehabt, in meiner langjährigen Wirksamkeit noch nicht in die Lage gekommen zu sein, für mich einen Strafantrag zu stellen. Da es sich hier aber darum handelt, daß meine Ehre und mein guter Name geschändet werden soll, so habe ich und mein höchster Vorgesetzter gegen die Urheber und Verbreiter der niederträchtigen Verleum- d-'ngen, soweit deren Ermittelung gelingt, den Strafantrag I üellt. Das Verfahren ist bereits anhängig. Rechtsanwalt Fuchs I. beantragt, den Oberstaatsanwalt Wächter, sowie sämtliche sieben Mitglieder des Strafsenats des Reichsgerichts als Zeugen darüber zu laden, ob sie durch Anerbieten von Geld oder sonstigen Versprechungen angegangen worden sind, auf den Prozeß Sternberg einzuwirken. Oberstaatsanwalt Dr. I s e n b i e l erklärt diese Beweiserhebung für völlig unerheblich. — Oberstaatsanwalt Wachler stehe der ganzen Sternberg- Sache völlig fern. Rechtsanwalt Dr. Wert hau er erbittet sich hierauf das Wort zu folgender Erklärung: Soweit der Artikel der „Staatsbürgerzeitung" mich inkriminiert, ist er vollständig unrichtig. Was die Beziehungen des Fräulein Platho, des Herrn Luppa, des Herrn X untereinander I betrifft, so gehen sie mich nichts an und sind mir nicht I bekannt. Jch_ halte deutsche Richter und Beamte für zu I hoch, als daß der Gedanke, sie zu beeinflussen, je anders I als absurd aufgefaßt werden kann. Staatsanwalt Braut: Durch Beschluß des Gerichts I ist dem Rechtsanwalt Dr. H a l p e r t gestattet worden, den Verhandlungen beizuwohnen, Don welcher Erlaubnis er, I soviel ich gesehen, nur selten Gebrauch gemacht hat. Er I hat diese Erlaubnis mißbraucht, um eine Broschüre zu I verfassen, in der er in unerhörter Weise sowohl die I mitwirkenden Personen, als auch die Zeugen kritisiert, | um zu Gunsten Sternbergs zu wirken. Ein näheres Ein- I gehen auf dieses Schreibwerk kann ich mir wohl ver- I sagen. Ich überlasse es Herrn Dr. Halpert, sich damit I abzufinden, daß er sich sein schwarzes Ehrenkleid dadurch | schmutzig g ein acht hat, daß er während eines schwebenden I Prozesses eine solche Broschüre erscheinen läßt, aber es I ist für mich nicht gleichgiltig, zu erfahren, ob diese Bro- I schüre mit Vorwissen des Angeklagten Sternberg oder I seiner Verteidiger erschienen ist. Rechtsanwälte Fuchs I. und Dr. Werthauer er- I klären, daß sie der Broschüre ganz fern stehen und von ihr vor dem Erscheinen ihnen nichts bekannt war. Die I gleiche Erklärung geben die Rechtsanwälte Heine-I mann und Dr. Mendel ab. Der Vorsitzende er I klärt, daß er die Broschüre nicht kenne. Prozeß Sternberg. Berlin, 29. November. Eröffnung der Sitzung giebt der Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel eine Erklärung ab, mit Bezug auf den auch in der „Franks. Ztg." erwähnten Artikel de?r J-a atsbürgerzeitun g", in dem erzählt wird, daß Rechtsanwalt Werthauer einer nicht genannten einflußreichen Persönlichkeit nahegelegt habe, sich bei den Ober- staatsanwälten Wachler und Jsenbiel zu bemühen, daß die Revision in dem letzten Prozeß Sternberg Erfolg habe und Staatsanwalt Romen versetzt werde. Weiter wird angedeutet, daß ein Sternberg befreundetes Frl. P. durch eine mit der Familie des Oberstaatsanwalts Jsenbiel näher bekannte Frau v. Giallerlei erreicht und ihre Beein-- l l u s s u n g s v e r s u ch e bis auf das Reichsgericht ausgedehnt habe. Hierzu bemerkt Oberstaatsanwalt $^^fenbieI\9lul-^len Wickel, der die gröbsten Verdächtigungen der höchsten Richter, Beamten, der Staatsanwaltschaft und speziell meiner Person enthält und dessen Verfasser sich ui der bekannten Weise, wie man sich gegen Beleidigungen zu schützen pflegt, zu decken sucht habe ich eine kurze Erklärung abzugeben. Obschon nach der Meinung jedes Einsichtigen diese Verdächtigungen den Stempel der Lüge an der Stirn tragen und sie nur Don einem wahnsinnigen Hirn entsprungen sein tonnen, halte ich es im Interesse der Beamten und Richter für geboten Dor dem Gerichtshöfe, Dor allen Anwesenden und Dor jedem anständigen Menschen der Welt zu erklären, daß die Behauptungen, soweit sie mich und den Staatsanwaltschaftsrat Dr. Romen betreffen, infame und nichts würdige Lügen sind. Dem Artikel der „Staatsbürger- Zeitung" sind zwei anonyme Briese mit gleichen Per •» «äs W M ks G-burlSl-us des' gtfltm in den Mm Mersamlung absai Mot Pi A« SLmIichen W ^ttpgin lassen für auim hstrersanunlung h/M ™ " M Ngierv 28. November, enthält . -kS SeseßeS, die Vermög i wflrin bestimmt wird, , Mer vom 1. Ayrü 1 Mihtteitt A Äser daraus aufmerksi Mbit Frist abläuft, in ühittägt bei Herrn Fri Mer seine Quittung t s hat, gilt als auSgetre - anmeldung nochmals i Mchnfi str die 5 Eissport" liegt in de »utzung ans. Damstadt, 29. 1 sich heute vormittag - Der Sammer hat den st schüdiguog unsch Unterstchungs- als I »ovtmen. Die Re, ’• a. »eil die Kvmpe Eelizenstadt, 28. ■ dikdirLsichriae ichen Bauernver ”?Tten bayerischen G Eine kleine, aber int Wring mbunbtn. MFlchey Worten. 5) S*” »■ U, Her tatet bi L H-i«, E filt b SSr» bi! ®«t«i nnd 1 ,m ben bit LL **3 Der Gerichtshof zieht sich zur Beratung zurück uni der Vorsitzende publiziert: Die Ansicht des Gericht Hofes, daß der Zweck des Wegganges des Luppa gewescr ist, sich durch die Flucht der weiteren Teilnahme an in Verhandlung zu entziehen, ist in keiner Weise erfdnittui worden, und deshalb lehnt der Gerichtshof dn Antrag des Verteidigers ab. Hierauf wird tu Frage erörtert, ob der dritte Herr, mit dem Herr LuM seinerzeit« bei der Hausmann erschienen war, der Kommissar Thiel gewesen ist. Zu diesem Punkt wird Her: Thiel aus dem Untersuchungsgefängnis vorgefühtt w» der Callies gegenübergestellt. Diese erklärt, bnß natb ihrer Meinung Herr Thiel der betr. Mann nicht fei. tfr sehe ihm ähnlich, aber er sei doch nicht so dick unb etwas großer als Thiel. Auch Frau Hausmann edlckti, bat Herr Thiel ihr bekannt Dorfomme, daß er auch dem Mann- ähnlich sehe, den sie durch ein Loch in der Thüre hi Gespräch mit der Callis in ihrem Zimmer gesehen habe, daß sie aber nicht bestimmt sagen könne, ob es derselbr Mann sei. Frau Hausmann wurde in allen Punkten Von Frl. Brauer unterstützt. Hierauf werden Don Rechtsanwalt Dr. Mendel eint ganze Reihe von Fragen an die Zeugin Hausmann gerichtet. Dr. Mendel will beweisen, daß Herr Stierftäbtei zu der Zeit, als er mit der Hausmann unzüchtigen Per- kehr gepflogen, amtlich ihr einen Besuch abgestattet habt Fran Hausmann verweigert über diesen Punkt die Aus sage, ebenso die Antwort auf die Frage, ob sie sich mit Herrn Stierstädter geduzt hat. Frau Hausmann und Fräulein Brauer werden vereidigt. Die Callis wird in eint sofort zu vollstreckende Haftstrafe von drei Tagen genommen, weil sie der Hausmann zugerufen, daß sie einen Meineid geleistet habe. Nachdem Staatsanwalt Braut den anwesenden tretet der „Staatsbürgerzeitung" ersucht hat, sich nach dem Namen des in dem Artikel bezeichneten Herrn zu erkundigen und ihn morgen zu nennen, wird die Sitzung aus Freitag vertagt. steller Julins Rittershaus diese Aeußerung des Sh" städter mitgeteilt habe. Zeuge R i 11 e r s h a u s bestä dres. Zeuge Stier städter bleibt dabei, daß er m V non brm „getauften Inden" gesprochen haben könne bet er habe vielleicht einen 'Ausdruck wie „Kerl" oder b? gleichen gebraucht. Der Zeuge erklärt sich entschi^ gegen diese Darstellung und behauptet noch, daß Stierstädter ihm gesagt habe, er sei ganz auf ciaS Faust gegen Herrn Sternberg Dorgegangen, feine (tDr gesetzten hätten nichts daDon -gewußt. Auch diese % Häuptling bestreitet Herr Stierstädter ganz entschied Nach kurzer Pause Derkündet der Vorsitzende, daß Gerichtshof den Antrag der Verteidigung, den Lberstaau anwalt Wachler und die sieben Reichsgerichtsräte t laben, abgelehnt habe, da diese Vernehmung mit ol hier zu entscheidenden Schuldfrage in keiner Beziehuis stehe. Der Gerichtshof hat inzwischen Don der Brosckch Kenntnis genommen. Er entzieht deshalb dem Rechts anwalt Dr. jur. Halpert die Erlaubnis, dieft» Verhandlungen beizuwohnen. R.-A. Fuchs teilt mit: An den Verteidiger te Angekl. Luppa, Hrn. Dr. Heinemann, ist ein Briest letzteren eingegangen, der aus London datiert ist. L< schreibt darin, er sei weggegangen, weil er geistig unb körperlich Dollständig erschöpft war. In einem Mfr» Zustande sei er zur Bahn gegangen, ohne zu M warum und ohne zu wissen, wohin er wolle. lfi nach London gekommen und habe sich dort sofort ir ärztliche Behandlung begeben müssen. Der Arzt habest, jedwede Aufregung dringend oerboten und zum dessen lege er das Attest des Oberarztes des deutsch Hospitals Dr. zum Busch bei. Rechtsanwalt Fuchs b< antragt im Anschluß hieran, das Verfahren gegen Lupva auszusetzen. Staatsanwalt Braut widerspricht diesem 'in trage. Es sei gar kein Zweifel, daß Luppa sich vorsätzlut entfernt habe. te ^4’j 11 aucrnDereinfl l&Ä S" Heute wurde noch eine Reihe Don Zeugen vernommen, I die jedoch nichts wesentliches aussagen können. Hieran nimmt Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel das Wort;: seinem Plaidoyer, in dem er sich zuerst dem Angeklagten v. Kayser zuwendet. Er rechnet demselben nach, daß es ihm unmöglich gewesen sei, einen solchen Lebenswandel zu führen, wie es geschehen, wenn er nicht seinen Erwerb aus dem Spiel bezogen haben würde. Wenn der Angeklagte v. Kayser behaupte, daß es ihm nur baruni zu- thun gewesen sei, den abwechselnden Kampf mit der Glücksgöttin aufzunehmen, so wolle er ihm erwidern: „Nein, Herr v. Kayser, es giebt einen Kamps um d«'" Mammon, wie ihn jeder ehrliche Gewerbetreibende in ehrlicher Arbeit tagtägl'® führt, aber es giebt auch einen unehrliche" Kampf um den Mammon, das ist der Kampf- den der Hehler, de,r Wucherer, die feileDirve und — der gewerbsmäßigeSpieler führt. & Oberstaatsanwalt kommt zu dem Schlüsse, daß v. sich des gewerbsmäßigen Spiels schuldig^' macht habe. Er wendet sich dann dem Angeklagten v. Schachtmeyer zu. Auch gegen ihn spreche die Tlial- fache, daß er weit über seine Verhältnisse gelebt W* Der Angeklagte fei eigentlich recht undankbar, daß er rita» anerkennen wolle, daß er zwei Jahre lang durch das Spr» ein recht angenehmes Leben geführt habe. Sein Bildungs- grad und seine Stellung berechtigen ihn doch keinesweg- dazu; er würde, wenn er bei der Arbeit geblieben wäre, vielleicht Subaltern-, Versicherungs- ober Bankbeamte mit höchstens 3600 Mark Einkommen geworden stitz- u Zweifel, daß auch v. Schachtmeyer des gewerbsmäßrge^ Glücksspiels schuldig sei, könne nicht aufkommen. Sobanr geht der Oberstaatsanwalt zur Kennzeichnung des Ang 1 klagten Wolff über. Dieser sei ein getverb»' mäßiger Sp i eler gewesen, sei es nochun werde esanch bleiben sein ganzesLebenlang Bei der Strafabmessung sei zu berücksichtigen, daß o beiden ersten Angeklagten von jetzt an den Kamp' dem Dasein aufzunehmen hätten. Er beantrage gegen o < Angeklagten v. Kayser und v. Schachtmeyer eine ' wfÄar! ■ unb -d , ,.f das J U Mchtsa ■yif l<’, ® im« 7 w pfes N-VS! b n Angekl , mit eine . hitr ! WK MU Beuoe -MH WP ° ÄtzM l'-bin $9e&^ rt b S .k5^lb k' Ä Ä* '*".«,.:y“ ?sya ben müssen. Der Arrt i Md verboten und w. ??? Oberarztes des i- b bn- Rechtsanwalt h an, das Verfahren geoa bin: Reifel, datz Luppa sich r,- IlHnlersuchungshaft für verbüßt zu erachten seien, gegen 5o(ff sechs Monate Gefängnis, sechs Monate Ehrverlust mb 3000 Mark Geldstrafe. Es folgt das Plaidoyer der Verteidiger. Zuerst spricht Rechtsanwalt Leonhard Friedmann für Nu Angeklagten v. Kayser; er plaidiert für Freisprechung Wes Klienten. Rach der Mittagspause nimmt Rechts- miualt Fuchs als Verteidiger des Angeklagten v. Schacht. • Myer. Der dritte Verteidiger, Rechtsanwalt W r o n k e r, kr Bitte um Freisprechung des Angeklagten v. Schacht- Myer. Der dritte erteidiger, Rechtsanwalt Wrouker, tutl für den Angeklagten Wolff ein. Er stellt dessen Zreisprechung anheim, bittet aber unter allen Umständen 11m eine milde Strafe. Der Gerichtshof verurteilte v. Kays er zu drei Monaten, v. Schachtmeyer zu zwei Monaten, Voll ff zu vier Monaten Gefängnis. Wolff iuf.rrbem zu 3000 Mark Geldstrafe. Bei v. Kayser und v Lchachtmeyer wurde die Strafe als durch die Unter* üiclMngshast verbüßt angesehen. Das Urteil spricht aus, das-, alle drei Angeklagten das Glücksspiel gewerbs- mopsig betrieben haben. Ihr Leichtsinn wurde bei brr »Strafabmessung berücksichtigt. Der Gerichtshof fand leinen Anlaß, Wolff die Ehrenrechte abzusprechen. i'ich zur Beratung x; Stert: Die Ansicht desh- Vegganges des LuD, der weiteren Mn*?: n, ist in keiner Weise en't hnt der Gerichts^ d i g e r s ab. Sierauj tor ritte Herr, mit bem hm nann erschienen mar, i>? Zu diesem Punkt nr hunqsgesängnis borget gestellt. Diese erüärl :l der bett. Mann r sei doch nicht so dit' Frau Hausmanns ukomme, baß er Air. rd) ein Loch AT in ihrem Jimmer WF imt faßen könne, ob eU -nn mürbe in allen PW iechtsanwaii Dr. Acün an die Ä^in M-' derve^en.datzhmck^. Äonsmann unj’W f)t einen Besuch aW' gert über diesen Punkt w t auf die Frage, ob 1^ • hat. Frau Hausmann m eibiqt Tie Callis m,rl wststtase von brei^M'- imann zugerufen alt Braut den ,eitung" etfudiM W .-U nennen, wird Vie .loteu"-Prozeß^ Vertin, 29. £ 'j «dS • Er rechnet » fi bir/. a ,ro Jiri>e W* SM rolle 'jeder eW taji Iid,Erf> eine" u”'6 * *: bi auch bu ift her» L mA» x EKO geioe!' Sießen, 30. November 1900. Auf das Glückwunschtelegramm, daS die zur Feier lrS Geburtstags des Großherzoglichen Paares vor- jtstern in den Räumen des Gesellschastsoereins erschienene zrstr ersammlung absandte, lief gestern folgende Antwort ein: Rektor Profeffor Dr. Schmidt Gießen. Zhre Königlichen Hoheitm der Großherzog und die Großherzogin lassen für autmerksamen Geburtstagsglückwunsch der gestrigen sistvecsammlung bestens danken. Kabinettsrat R ö m h e l d. *♦ DaS Regierungsblatt Nr. 76, ausgegeben am 28. November, enthält eine Verordnung, die Ausführung tks Gesetzes, die Vermögenssteuer betr., vom 12. August 1899, worin bestimmt wird, daß die Erhebung der Vermögeus- Kmr vom 1. April 1901 ab statt findet. •• Eisverei«. Wir wollen nicht unterlassen, unsere Stier darauf aufmerksam zu machen, daß am 1. Dezember feie Frist abläuft, in der die Quittungen der Mitglieder- ütitrigc bei Herrn Friseur Gerhardt noch abzuholen sind. ®er seine Quittung bis dahin nicht in Empfang genommen tzit, gilt als ausgetreten und hat im Falle der Wieder- Wwelldung nochmals Eintrittsgeld zu zahlen. Die Fach- zrilschrift für die Interessen des Schlittschuhlaufs „Der Ws; ort" liegt in der öffentlichen Lesehalle zur gefl Be- mtzumg auf. Darmstadt, 29. November. Der Großherzog hat Ich hievte vormittag zur Fasanenjagd bei Dornberg begeben. — Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Sammer hat den sozialdemokratischen Antrag auf Ent- ßchäivigung unschuldig Verhafteter sowohl bei MersuchungS- als bei Straf haft einstimmig angenommen. Die Regierung verhielt sich ablehnend, H. a. weil die Kompetenzfrage streitig sei. Seligenstadt, 28. November. Außerordentlich zahlreich wt die diesjährige Generalversammlung des hessi- sihtvl Bauernvereins besucht. Auch aus den benach- bsnlem bayerischen Gegenden waren viele Besucher erschienen, tue kleine, aber interessante Ausstellung war mit der Ver- smmllung verbunden. Der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer da tret von Fehlheim, eröffnete die Versammlung mit Ijeazlichen Worten. Der Anwalt der Raiffeisenfiliale Lud- t »jgchasen a. Rh., Herr v. Reitz, legte die großen Vor- 1 He des gemeinschaftlichen Ein- und Verkaufs dar. Der 'Hrfitzende verstärkte diese Mahnung noch durch drastische jfinspiele aus dem Leben. Dann sprach ein Gast aus XBtojtrn, Abg. Heim, über die Erhöhung der Getreide- zßle. Schutzzölle für die deutsche Landwirtschaft sind eine z-oiderung der Gerechtigkeit. Die Sozialdemokraten, die l lm Bauernvertretern Brodverteuerung vorwerfen, vergessen, \ taj auch die Streiks der Arbeiter, deren Berechtigung oft ipiug das ganze Volk anerkannt hat, die Preise der Fabri- I'tit unb Produkte in die Höhe treiben. Die Lage für den s kuschen Bauernstand wird immer bedrohlicher; bald werden > «eie Weltverkehrswege, wie die sibirische, die mesopotamische U*, den Wettbewerb des Auslandes noch verschärfen. 2v*r müffen die Getreidezölle ausreichend erhöht werden. ^Ktdhafte Zustimmung.) Die Differenzierung der Getreide- c raten bei der Zollfestsetzung hat keine Berechtigung mehr. «Stuften- und Haferzoll müßten jedenfalls gleich hoch sein, üisin gerade die ärmsten Bauern produzieren Hafer. Redner nwbete sich gegen die Behauptung, daß die Kleinbauern 8iai b'en Getreidezöllen keinen Nutzen hätten. Wer so redet, ■ Hifi nicht, waS 100 Mk. Mehreinnahmen für einen kleinen !Rmn bedeuten. Die Industrie hat auch Schutzzölle und ^ortprämien. Der Bauer hat keine Syndikate, die bei tlek Industrie jetzt anfangen, das deutsche Volk nach Be- tjebtrt auszuwuchern. Redner schloß mit einem kräftigen ttypeDI an die Bauern, sich zusammenzuschließen in den Aauccnvereinen. (Stürmischer Beifall.) Das letztere Thema Ule*fcclte auch Abg. Gerstenberger. Darlehenskaffen Genoffenschaften seien notwendig. Landwirtschaftlicher Statin, Bund der Landwirte und dergleichen seien aber für bäuerlichen Verhältnisse weniger geeignet. So recht ffct ben Bauer paffe nur der Bauernverein, in dem der 8tatet: auch selbst Mitarbeiten und mitredeu könne. Die Statecnoereine legen mehr Gewicht auf die praktische Arbeit • iQaiif die Agitation. Sie drillen aber auch die einzelnen SMglueder, damit sie die wirtschaftlichen Verhältnisse recht fltaienn und ihre Waffen gebrauchen lernen. Wir nennen »MHriftlich, weil wir unS in allem durch die christlichen Wuntofäfce leiten lassen. Ein großer Schritt vorwärts sei «i'hbotr in Frankfurt a. M. angebahnten Vereinigung der di kiWen Bauernvereine geschehen, die zusammen schon über 230 000 Mitglieder zählen. (Lebhafter Beifall.) Verwalter Uebel-Dieburg befürwortete eine Gliederung des Vereins in Bezirksvereine und zeichnete deren besondere Aufgaben in praktischer Weise. Pfarrer Helfrich-Kleinkrotzenburg feierte den verewigten ersten Präsidenten Frhrn. v. Köth. Nach einem packenden Schlußwort des Abg. Dr. Heim wurde die Versammlung geschloffen. Frankfurt a. M., 29. November. Vorgestern erschienen zum Baden im Frauenschwimmbad die Großherzogin von Hessen, ferner Prinzessin von Montenegro und Großfürstin Helene von Rußland in Begleitung der Gräfin Erbach und Tochter, welch letztere Abon- nentin ist und hier Schwimmunterricht nimmt. Es zeigte sich, daß die Damen vorzüglich schwimmen konnten, sie sprachen sich sehr belobigend über das Bad aus und versprachen baldigst wiederzukommen. •* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Oberbürgermeister Schüler in Marburg hat auf den 1. April n. I. sein Entlaffungsgesuch eingereicht. — In Castel entstand in einem Güterschiff eine Benzol-Explo- sion, die den unteren Teil des Schiffes in Brand setzte. Ein Matrose trug schwere Brandwunden davon, während ein anderer Matrose nur leicht verletzt wurde. Nach vieler Mühe gelang es, das Feuer zu löschen. Vermischtes. * Kiel, 29. November. Nachmittags 4 Uhr brach im Torpedo-Minenschuppen des Artillerie-MinendepotS in Dietrichsdorf durch Unvorsichtigkeit der Arbeiter bei der Behandlung von Schießbaumwolle Feuer aus. Die dort lagernden fünf Minen kamen unter starker Detonation zur Explosion. Bei dem Unglück wurden ein Matrose und vier Arbeiter durch Brandwunden schwer verletzt. Dem energischen Einschreiten der Arbeiter und eines von den Kriegsschiffen schleunigst gesandten Matrosendetachements gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Der aus Holz gebaute Schuppen ist vollständig niedergebrannt. • Unglück auf den Marianen. Auf der Insel Guam zerstörte der Orkan mehrere Orte. DaS Meer überfluthete den größten Teil der Insel und vernichtete alle Vegetation, sodaß die Ueberlcbcnbcn sich im größten Elend befinden. Hilfe wurde von Manila abgesandt. Die Mannschaft des bei der Insel untergegangenen Kreuzers „Nosemite" trieb zwei Tage hilflos umher. Die Kokosvußernte ist auf vier Jahre ruiniert. Der Taifun dauerte vom 11. November bis 13. November, zerstörte an 1000 Häuser, darunter diejenigen des militärischen Hauptquartiers, desgleichen die Städte Jndrahan und Terraforo. Hunderte von Eingeborenen wurden getötet. Genchtssaal. - 1. Gieße«, 27. November. Schöffengericht. Nachdem das Schöffengericht zunächst die Verhandlung in der Strafsache gegen einen hiesigen Kutscher aus DienLtag den 18. Dezember ds. I. vertagt hatte, wird in die Verhandlung gegen einen früheren Ausläufer eines hiesigen Warenhauses wegen Diebstahls und Unterschlagung eingetreten. Dieser Vergehen soll sich der Angeklagte, der s. Z. wegen Unterschlagung eine Gefängnisstrafe von 10 Wochen verbüßt, dadurch schuldig gemacht haben, daß er Verkaufsgegenstände im Wert von 11,45 Rk. entwendete und des weiteren den Betrag von 2 Mk. unterschlug. Der Angeklagte ist geständig und wird deshalb unter Zubilligung mlldernder Umstände in eine Gesamtgefängnisslrafe von 14 Wochen genommen. — Nachdem nunmehr die Straffache gegen den früheren Ausläufer eines hiesigen Geschäfts wegen Unterschlagung auf Dienstag den 18. Dezember vertagt worden ist und eine weiter anstehende Strafsache gegen eine hiesige, jetzt in Wetzlar verheiratete Drenstmagd wegen Unterschlagung von 55 Pfg. mit der Freisprechung der Angeklagten endigte, wird in die Verhandlung gegen einen auf einem hiesigenHofgut beschäftigten Arbeiter wegen Körperverletzung eingetreten, der einem Mitknecht mit einer Schüffel von Eisenblech eine Beule am Kopf beigebracht hatte. Das Urteil lautet auf Freisprechung. — Ebenfalls fteigesprochen wird ein hiesiger Arbeiter von dem ihm zur Last gelegten Vergehen der Sachbeschädigung. — Infolge der Zurückziehung des Einspruchs gegen einen erlaffenen Zahlbefehl ist die Verhandlung in der betr. Sache überflüssig geworden. — Als notwendig erweist sich demnächst die Aussetzung der Verhandlung in der Strafsache gegen einen Einwohner von Burkhardsfelden zwecks vorheriger kommiffarischer Vernehmung eines Zeugen. Neuer Verhandlungstermin wird auf Dienstag den 18. Dezember anberaumt. — Das Urteil in der Straffache wegen Sachbeschädigung gegen einen Schreinergesellen von Frankfurt a. M., der beschuldigt wird, den Gummireifen eines in dem Keller eines Neubaues in der Wilhelmstraße stehenden Fahrrades mit einem scharfen Hobelmeffer beschädigt zu haben, lautet auf Freisprechung. — Wegen Hausfliedensbruchs haben sich zuletzt ein Zigarrenversender aus Steinberg, ein hiesiger Versicherungsbeamter und ein Schreinermeister aus Steinberg zu verantworten. Sie sind beschuldigt, im August ds. Jahres der seitens eines hiesigen Wirts ergangenen Aufforderung, das Lokal zu verlaffen, nicht rechtzeckig Folge geleistet zu haben. Das Gericht erkennt auf eine Geldstrafe von 20 Mk. gegen b und die Jo- hanneSgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Bormittags ll1/« Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- grrneiude. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Ubr: Pfarrer Euler. Nach allen Gottesdiensten Sammlung für die Kirchenkaffe. Montag den 3. Dezember, abends 8 Uhr: Bidekffnnde im Konfirmandensaal der JohanneSkirche- Hebräerbrief Kap. 4. DaS Eingehen in die Gottesluhe in der Kraft des Wortes GotteS. Pfarrer Dr. Naumann. Dienstag den 4. Dezember, nachmittags 51/» Uhr, Bereinigung der konfirmierten Mädchen der LnkaSgemeinde im Schwesternhaus (Johannesstraße). Pfarrer Euler. Nächsten Sonntag, den 9. Dezember, 2. Advent, im Abendgottesdienst, Beichte und heiliges Abendmahl für die Johnrrn«-- gemeinde. Sonntag den 16. Dezember, 8. Advent, rm Abend- gottesdrenst, Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Zu diesen Abendmahlsfeiern werden besonders auch die Neukonfirmierten aus den letzten Jahren eingeladen. ES wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirck- lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der. Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 1. Dezember. Nachmittags um 4«/» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenhctt ui heil. Beichte. Sonntag den 2. Dezember. 1. AvveutSsormtag. BormtttagS von 6«/a Uhr an: Gelegenheit zur hl. Bercht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunwn. M um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. , um 9Vs Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre, daraus AdventS-Andacht. Neueste Meldungen. 4). Worms, 30. November. (Telephon-Meld, des „Gieß. Anz." 1 Uhr mittags.) Ter Großherzog traf heute früh 11 Uhr 30 Mm. am rech>tsrhenischen Brückenkopf hier ein. Zur Eröffnung der Eifenbahnbrücke über den Rhein hatten sich die Spitzen der Behörden und viele Ehrengäste eingefunden, die den Großherzog am Bahnhof empfingen, u. a. Minister v. Thielen, Eisenbahndirektor Breidenbach, Provinzialdirektor Frhr. v. Gagern, Oberbürgermeister Gaßner-Mainz, Minister Rothe, ReichstagSabg. Frhr. 5zeyl zu Herrnsheim und Oberbürgermeister Köhler. Die Eröffnungsansprache hielt Direktor Breidenbach und betonte, daß nicht nur Worms und Rheinhessen, sondern Süd- und Westdeutschland ebenso wie der ganze internationale Verkehr Vorteil« von dieser Brücke hätten, über die bereits am nächsten Montag ein internationaler Zug von Hamburg nach Marseille geleitet werden würde. Hierauf fuhr der Extrazug mit dem Großherzog und den Ehrengästen nach Station Worms, und die Festteilnehmer begaben sich nach dem Kasino zum Frühstück. Die j?rfte Rede hielt Oberbürgermeister Köhler und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog. Der Großherzo« dankte und brachte ein Hpa) aus Kaiser Wilhelm aus. Um 3 Uhr begiebt sich der Großherzog wieder nach Darmstadt. — Es wurden folgende Auszeichnungen verliehen: Regierungs- und Baurat G ei b e l, Direktor Seif fert und Direktor Backhaus erhielten das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmuttgen, die Ingenieure Steiner und H a h n e r das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Loudsn, 30. November. Aus KrügerSdorp wird vom 25. November gemeldet: Heute fand zwischen englischen Truppen und Buren, die ziemlich zahlreich in der Nähe von Sterkfontein konzentriert waren, ein Gefeckt statt, bei dem 25 Buren getötet und 17 verwundet wurden. Die Engländer nahmen 80 Pferde weg. Die Buren verfügten über ein Geschütz. In der Nähe von Magalens- berge wurden weitere Burentrupps gesehen. Londou, 30. November Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen Einzelheiten über den Sieg der Buren bei DewetSdorp, und berichten, daß sich unter den gefallenen englischen Offizieren der Hauptmann Ruson befindet, ein Enkel deS Herzogs von Cumberland. „Daily Telegraph" fordert energische Maßregeln zur enbgiltigen Unterwerfung der Buren. — „Daily 3Ve % Reichsanleihe . 8% do Tendenz: fest. Kis Weihnachten 7771 6 Marktplatz 6 ./. Pfeffer Auf eine grosse Partie Reste aller Art zu sehr billigen Preisen mache ich besonders aufmerksam. iw Schauspiel in 5 Akten von H. Ibsen. Hausmädchen tagsüber gegen hoben Lohn gesucht.Stetnslroße 16, II. a. für eine Tonne von 120 Liter Inhalt Entleerung eines liegenden Behälters . 1,80 Mk. 7773 Lang. 7772 Von 8 Uhr ab: K •MMmmoometAomo« 81/, Franks. Hyp.-Bk. unk. b. 1906 37. Frks. Hyp. «red. 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Harpener . . fiel» 81.4* 84.86 4.18V, Die Hauseigentümer werden ersucht, rechtzeitig dem Unternehmer Mitteilung zu machen, wenn eine Abfuhr der Tonnen erforderlich ist. 95.25 87.31 94.95 87.05 92.90 95.— 43.- 24.80 25.30 76.— Gast: Arthur Bauer, Frankfurt Billots in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachf. ru verkaufen, m bester Lage, unter günstigen Bedingungen. Das Ob,ekt be> u n Wohnhaus mit Bauplätzen, hellen Werkstatt- und Lagerräumen. iiu erfragen in der Expedition. 05056 einigten Staaten soll in zwei Teile geteilt werde» und einer davon wird nach den Philippinen abgehen. Eisenb. Rentenb. Obl. BuderuS Obl. Hambrgr. Hyp. Bk. unk. b. 1906 Preuß Hyp. A. Bk. unk. b. 1900 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 Frkf. Ldw. «red. Bk. unk. b. 1300 Bekanntmachung, betreffend: Touneuabfuhr. Der bisher zwischen der Stadt Gießen und dem Herrn Oekonom Carl Puth dahier über die Abfuhr und Entleerung der Tonnen, Kübel und Abortwagen abgeschloffene Vertrag läuft mit dem heutigen Tage ab. Nachdem unter den seitherigen Bedingungen Niemand die Abfuhr übernehmen wollte, mußten die Gebühren entsprechend erhöht werden und es wurde mit Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung vom 29. l.Mts. dje Tonnenabfuhr auf die Dauer eines Jahres dem Herrn O konom Christian Rebe dahier übertragen. Die Gebühren, welche der Unternehmer zu erheben hat, sind wie folgt festgesetzt worden: Ritten uni Statt jeder besonderen Anzeige. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen beehren sich anzuzeigen Rechtsanwalt Friedrich Engisch u. Frau 06069 Dora, geb. Urich. Giessen, den 30. November 1900. Gießen, den 30. November 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ' I. V.: Wolff. Prorrvt 31/, Deutsche ReichSanl. 3 Preuß. «onsolS SeidenÄÄÄ Man Verl. Muster unserer großen von Elten & Keussen, Krefeli 76.00 M. 76 30 „ 71.40 „ 99 50 , 90.50 „ 85 80 , Mail" erklärt, dieser Sieg hätte sich nicht in einem schlechteren Augenblicke zutragen können. — „Morning Leader" weift darauf hin, wie lächerlich eS sei, den Krieg amtlich als beendet zu erklären, wo noch solche Siege von den Feinden erfochten werden. London, 30. November. Aus Standerton wird gemeldet, daß 70 Burenfrauen und Kinder, die verbannt wurden, weil ihre Gatten und Söhne gegen die Engländer kämpfen, gestern nach Pietermaritzburg befördert wurden. Die Buren legen eine große Thätigkeit bei Plaatrand und Paardekop an den Tag. Petersburg, 30. November. DaS Befinden des Zaren bessert sich schnell. Die Aerzte hoffen, daß, wenn nichts besonderes eintritt, der Wunsch des Zaren, mit den Ministern wieder persönlich konferieren zu können,>>schon in den nächsten Tagen erfüllt werden kann. Washington, 30. November. Das Kriegs- und Marine- Ministerium beschäftigt sich lebhaft mit dem Kriege auf den Philippinen. DaS asiatische Geschwader der Ver« Börsennachrichten, Berlin, 29. November. PWJiC s?ei »"t JS«? Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Odeuhanseu für das Jahr 1901/1902 liegt vom 3. bis 11. Dezember d. I. auf dem Bürger- «eisterei-Büreau zur Einsicht der Inten ffentcn offen. Odenhausen, den 29. November 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Odenhausen. Jagd. in der Nähe Gießens zu übernehmen gesucht. Offerten mit Angabe der Größe von Feld und Wald, sowie deS Pachwr. unter X Y 05047 an die Erved. d. Bl ff // Tüchtige Verkäuferin per 1. Januar 1901 gesucht. Bevorzugt, welche mit Buchführung vertraut ist. Offerten unter Z Y an Haasenstein u. Vogler, A..G., Gietzen. 7774 Herein zur Jörderung des Kandwerker unter den Israeliten. Sonntag den 2. Dezember 1900, abends S Uhr, im Saale des Kotet Kroßßerzog von Keffen: Vortrag des Kerr« vr. Jul. Meyerhoft über: Wissenschaftliche Medizin und Kurpfuscherei. Verehrliche Mitglieder, sowie Freunde und Freundinnen des BereinS finfr hiermit höflichst eingeladen. [7767] Der Vorstand. Westendhalle. Samstag den 1. Dezbr. er.: Meles Kier-Kmekt. Anfang 6 Uhr. Hierzu ladet ergebenst ein (5068 C. Müller. I fll.aUie iod klnz«>s! Theater-Verein. 4. Vorstellung Mittwoch den 5. Dezember er., 8 17* r pünktlich. Ein Volksfeind. • • U2* • • 144| . . 20V - - 188» • - 182* 3«/, Sr. Hesfische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 L-"SZ 's ab, dto. unk. b. 1907 3Va % Konsols . . . 8 % do ... 8’/g'J/o Hessen . . . 5 °/o Italien. Rente . . 4% Griech. Monop.-Anl, 3 % Portugiesen . . 8 °/o Mexikaner . . . 41/« % Chinesen . . . Mexikaner amort. S. I-IR Monopol'Griechen von 1887 «prägt, oft fteitich Sachen in tmberbai - bliesen, diesen lieber 1 Geistes, wie einet nti 1 beten Reiz, »et 1 und Tenlschtisten Schwester Bismarcks Die trinkenden, j isich nicht genug bü2 kLismarä" die Braut Wjn seiner MW z^ausev genommen hat Brautwerbung zurück^ «neij machte, da tiei glaubst, Temen l -.u können, das ist h ,cr „fromm" wer Slitf rubte en ”*iger$eÄ T«tten mötbt -■teya JgW ben äntNth u"nun fag', wie ha H Wa9eV eV iS.'!" 9efüorben ist n öihnlicher Sr9etDQni I M: r en Wn scholtischtt Zchöstthund Zugelaufen. Abmholen bei Heinrich Schäfer in Mvschenheim bei Llch Humoristisches. ' '• Im Unklaren. Als eines M-rgens der Adjutant Sr. Hoheit in dessen Arbeitszimmer trat, bemerkte er, wie ©rnnifftmuS eifrig in einem Band M.yerS Konvelsattonslexikon nachzusuchen geruhten. Auf den fragenden Blick des Adjutanten meinte Hoheit nach 'einer kleinen Weile schüchtern und verlegen: „Aeh, äh... wissen Sie, mein lieber von Zwtcklttz ... äh — aber ganz unter uns ... äh. wollte mal nur Nachsehen ... wie Meyer eigentlich das Wort ... äh ... regieren definiert. Kursbericht voll J. Kurz «ft Co., Hießen, KahvWrch U Frankfurter Börse vom 29. November 1900. offeriere ich einen Gelegenheitsposten reinwollener Kleiderstoffe vorzügliche Qualität, zu Mk. 1*35 den Meter. MP" Bitte Schaufenster zu beachten. Iweistöckigts, massives Gebäude, 20 Meter lang, 9 Meter tief, für Lager, zu verpachien, evtl, zu verkaufen. 7693 Zu erfragen bei H. Schaumberger. °5065] Ein Baar Irische Kämpfer M verkaufen. Marburgerstrafie 83. Jg. Mädchen, 16 Jahre alt, auS guter Familie, mit schöner Handschrift, sucht baldigst Stelle als Lehrmädchen in einem Kurzwaren- ob. Manufakturwaren- Geschäft, evtl. auch andere Branche dabei. Dasselbe möchte sich im Verkauf sowohl wie in all. 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