eMs 5 Heins' I. ®ht, L em, , Q n' ^*^0T61 ■ • ' ' ■ Scarlatti. : p O°°k>ui. ' '• Liszt, ' Saraute. Um ?s r (Rndolph'g Nacht] irw Ä'A1”« •nnktUeh. rdon und Najae. 1 Akt nm Carallofti, iberg m. 10« Kudolph’a Nacht) Sperrsitz Mk. 3.50 älerkarten Mk. 0.40 if (bei weiterem Be- Mk 2.-. edenen Richtungen. ler W. i 81» Uhr «-M Mr eicelleuce. 5 80 M, n. Pkt °h 6V W. , . WWW* 10m Esten Preism- wMW Die Direktion / // // träte* ir Cafe. k >11*' aue dem in Pilsen, von iner Weissbier niÄ TttÄ- Jahre» vorr^g. Hof- M T« *** r pMlt. ieÄ, ■«*Äb Nr. 256 Zweites Blatt. Donnerstag den 1 November 150. Jahrgang 1900 Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Aarniltenvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" wSchtl. 4 mal beigelegt. Alle Anzeigen.BermittlungSstellen des In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestelln» vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblntt fiw den Avers Grefzen Q Redaktion, Expedition und Dnickerei: Zchntstraße Mr. 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Famüienblütter, Der hessische Landwirt, Dtütter für hessische Volkskunde. angeordnet haben sollte, wollen die meisten hier nicht glauben. Thatsache ist, daß der Soldat in diesem Sinne ausgesagt hat, wie er auch ohne jeden Rückhalt erzählte, er habe den beiden Sänften, in denen der deutsche Gesandte und sein Dolmetscher die Straße heruntergekommen, mit seinen Leuten aufgelauert und sofort, als die erschrockenen Träger ihre Last niedergesetzt, von hinten den Gesandten in den Kopf geschossen. Herr Cordes, der Dolmetscher der Gesandtschaft, der nach der Ermordung des Herrn v. Ketteler schwer verwundet entkam, hat heute den Soldaten sofort wiedererkannt und ist auch von ihm gleich bei der ersten Gegenüberstellung als Begleiter des Gesandten bezeichnet worden. Persönlichkeit wie Aussagen des Gefangenen scheinen also zuverlässig zu sein, und es würde sich jetzt zunächst um die Aufklärung der wichtigen Frage handeln, wie weit auch Prinz Tsching mitschuldig ist. In diesen Tagen war dieser hohe Würdenträger, der ja im Kampfe gegen die Boxer gefallen sein sollte, mit großem Gefolge in die Stadt gekommen und machte den Gesandten seinen Besuch Bon den Deutschen wurde er allerdings nicht empfangen. Er hatte überdies keine Vollmacht, Verhandlungen zu führen, verwies vielmehr auf Li-Hung-Tschang, der als Bevollmächtigter der chinesischen Regierung beglaubigt werden sollte. Vielleicht gelingt es, in dem noch 'weiter fortgesetzten Verhör die Stellungnahme des Prinzen Tsching zu ergründen und festzustellen, wie weit er von Tuan gezwungen wurde, gegen die Boxer nur laiu borzugehen oder gar mit ihnen gemeinschaftliche Sach zu machen. * Reuters Bureau meldet aus Tientsin unterm 28.: Die Expedition, die am 23. ds. von hier nach Hsiangho und Paoti abging, kehrte heute hierher zurück, ohne zum Kampfe gekommen zu sein. 4000 Boxer waren, wie eine Meldung gelautet hatte, bei Paoti gewesen, hatten sich aber beim Herannahen der Expedition zerstreut. Man befürchtet hier, daß jede Expedition der Verbündeten gegen die Boxer sich als verfehlt erweist, da die Boxer, obwohl sie nach wie vor die eingeborenen Christen verfolgen, sich zerstreuen und ihre Waffen verbergen, sobald sie von der Annäherung fremder Truppen Kenntnis erhalten. General Gaselee meldet aus Paotingfu unter dem 24.: Nach den vom Feldmarschall Grafen Waldersee getroffenen Anordnungen kehren die britischen Truppen nach Peking und Tientsin zurück, wo sie am 6. November eintreffen werden; sie werden mit den deutschen und den italienischen Truppen gemeinsam operieren. Die nach Peking zurückkehrenden Abteilungen marschieren in drei parallelen Linien, um die auf dem Wege befindlichen Boxer abzufangen. General Richardson befehligt die Hauptkolonne, die unter dem Befehle deS Generals Campbell stehenden Truppen kehren ohne besondere Beschleunigung nach Tientsin zurück, und zwar längs des rechten Ufers des Flußlaufes, der von Paotingfu eine Uebersetzuug des „Hitopadeca" aufs beste empfohleu war. Hier trat eine Wendung in Müllers Leben ein. Als Hörer Burnoufs am College de France faßte Müller dem Plan eine Ausgabe des Rigveda, eines der ältesten Literaturdenkmäler der Inder, zu veranstalten. Es war das em wett ausschauendes Unternehmen. Eine Riaveda-Aus- gabc erforderte vieljährige Arbeit, nicht blos wegen des Umfanges des Textes und des zugleich herauszugebendew Kommentars des Sajana, sondern auch wegen der Fülle , Vegleitarbeit, in den notwendigen Vergleichen, den Ettaten und den unerläßlichen Indices bestehend. Dazu kE «bet noch eine anbcre Sorge. Für ein auf ettoa Folwbande berechnetes Sanskritwerk sand sich dimer. Itd) em Verleger^ In Deutschland war es mit der Ans- für große Unternehmungen noch schlecht bestellt. Hingegen mußte sich der Blick nach England richten, wo wegen des indischen Kolonialbesitzes ein Sa?5^itstudien vorhanden war. ^osias v. Bunsen, der Preußische Gesandte in London, über- nahm es, dem deutschen Landsmann die Wege in London hip Os, daß die Ostindische Kompagnie ^IC H^n^abe der Rigveda mit dem ftom- Saiana bestritt Müller setzte sich in London iPitinPH - sb Bibliotheken, besonders in der 0/tzndischen Kompagnie, fand er reichliches. Material für seme Rigveda-Ausgabe. Von London aus rm- SrIur xJn ^ch am leichtesten mit Unterstützung der -Ostindlschen Kompagnie, die für die Ausgabe erforderlichen indischem Besitze zur Ergänzung zu erlangen. ^.leje Beziehungen des philologisch geschulten Sanskritisten mit den eingeborenen Gelehrten Indiens hatten eine überau. erfreuliche Undfruchtbare Nebenwirkung. Jene lernten die europäische wissenschaftliche Arbeitsweise kennen. Die Rigveda-Ausgabe nahm Müller länger als ein Vierteljahrhundert lang in Anspruch. 1849 erschien der Anfang der Der Krieg iu China. Ergreifung des Mörders des Herrn v. Ketteler. P e k i n g, 8. September. Ein merkwürdiger Zufall hat gerade wenige Stunden, ehe Baronin Ketteler, die Witwe des Gesandten, Peking für immer verließ, zu der Entdeckung des Mörders geführt, dessen Spur bisher trotz aller Bemühungen nicht gefunden worden war. Gestern früh ging es auf der deutschen Gesandtschaft, wo seit Ankunft des Generals v. Höpfner und seines Stabes immerwährendes Gehen und Kommen herrscht, besonders lebhaft zu. Die Beerdigung des an Unterleibsentzündung tags zuvor verstorbenen Hauptmannes Freiherrn v. Rheinbaben von der 3. Kompagnie des ersten Seebataillons sollte im Garten der Gesandtschaft stattfinden, und fast gleichzeitig war die Abreise der Baronin Ketteler angesetzt. Der deutsche Konsul rn Tientsin, Dr. Zimmermann, hatte zwei bequem eingerichtete Hausboote den Peiho hinauf bis Tungtschau geschickt, von wo die Reise flußabwärts gehen sollte. Schon stand die Sänfte mit den acht in deutsche Livree gekleideten chinesischen Trägern bereit, als plötzlich Oberst- leutitant Shiba, der Militärattachee der japanischen Gesandtschaft, erschien und den deutschen Geschäftsträger, Herrn v. Below, zu sprechen wünschte. Er hatte mitzuteilen, daß tn der Nacht der japanischen Geheimpolizei — nebenbei bemerkt, emer nützlichen Einrichtung, womit die Japaner allen anderen Fremden vorangegangen sind — ein Revolver, eine goldene und eine silberne Ühr einqeliefert worden wären, die jedenfalls das Eigentum von ermordeten Europäern seien. Von der goldenen Uhr und dem ?°bvolver konnte der Eigentümer nicht festgestellt werden, die silberne Uhr war aber durch die verschlungenen Anfangsbuchstaben mit der Krone sofort auf Herrn v. Ketteler zurückzuführen. Die Uhr war seit dem 20. Juni in ver- schiedenen Händen gewesen; als erster Besitzer und späterer Verkäufer wurde ein Chinese ausfindig gemacht, der ganz friedlich mit Weib und Kind im japanischen Viertel wohnte. Es ist ein älterer Mann mit schon ergrautem Haar, der bei seiner Verhaftung und dem wiederhotten Verhör die größte Gelassenheit zur Schon trug und auch nicht den leisesten Versuche machte, etwas zu leugnen oder zu verschweigen. Er wurde zunächst auf der großen japanischen Polizeistation im Nordosten der Tatarenstadl gefangen gehalten und dann den Deutschen ausgeliefert. Er gab an, zu Prinz Tschings Soldaten zu gehören und an jenem unheilvollen Junimorgen Dienst auf der Wache der Hatamen-Straße gehabt zu haben. DerBefehls eigegebenworden, alle Fr,emden zu töten, die am 20. dieStraße he runter ko mm en würden. Da man auf dem Wege Boni der Gesandtschaftsstraße zum Tsungliyameu die große Straße benutzen muß, die sich vom Hatamenthor nördlich durch die Tatarenstadt zieht, so war diese Weisung ohne Zweifel gegen die Diplomaten gerichtete Daß Prinz Tsching der früher so fremdenfreundliche Vorsitzende des Tsungli- yamens, so unmittelbar den Angriff guf die Diplomaten Müller zu den ihren zu rechnen: Deutschland, Müllers Geburtsland, und England, seine zweite Heimat. In diesem Doppelverhältnisse liegt ein Teil der allgemeineren Bedeutung Müllers. Dieses Doppelverhältnis befähigte ihn, den Mittler zwischen Deutschland und Großbritannien zu machen, deutsche Geistesarbeit den Briten und britische Geistesarbeit den Deutschen zuzutragen und in den Zeiten politischer Wirrungen die Meinungen hüben und drüben zu klären. Dabei tritt aber immer zu Tage, daß Müller, obwohl mehr als ein halbes Jahrhundert von der Heimat fern, ein echter und rechter Sohu der deutschen Erde geblieben ist. Friedrich Max Müller wurde am 6. Dezember 1823 zu Dessau geboren, wo seine Familie schon lange angesessen war. Ihre Mitglieder gehörten durchweg dem Handwerkerstande an. Eine Ausnahme machte nur Wilhelm Müller, Max Müllers Vater, der die Gelehrtenlaufbahn einschlug. Von Dessau aus sandte Wilhelm Müller die Griechenlieder in die Welt, die ihm gemeinsam mit seinen reizvollen anderen lyrischen Dichtungen eine dauernde Erinnerung in der Geschichte der deutschen Dichtung sichern. Wilhelm Müller starb 1827. Die Erziehung seiner Kinder (außer Max Müller hinterließ er noch eine Tochter) wurde Sache der Mutter. Sie zog mit den Kindern nach Leipzig, wo Max Müller später seine Universitätsstudien machte. Zuerst klassischer Philologe, wurde Müller von Hermann Brockhaus dem Sanskrit- stndinm zugeführt. Nachdem Müller 1843 in Leipzig das akademische Studium mit der Toktorpromotion äußerlich abgeschlossen hatte, wandte er sich nach! Berlin, um bei Franz Bopp Kollegien über vergleichende Sprachwissenschaft und bei Friedrich Rückert Vorlesungen über persische Sprache und Litteratur zu hören. Der weitere Studiengang führte Müller nach Paris I Zu Eugen Burnouf, dem er durch seine Erstlingsarbeit, | Max Müller, der berühmte Oxforder Sprachforscher, ist am Sonntag seinem Leiden erlegen. In Müller ist em Fürst der Wissenschaft dahingegangen, vielerlei ver- C!p fr um ihui diesen Rang zu verschaffen. Da ist SLx ^wattige Arbeitsleistung, die Müller sein eigen EnpiÄe' eine Arbeitsleistung, die Achtung abzwingt, ebensogut wegen ihrer Breite und Fülle, wie wegen ihrer Eindringlichkeit und Tiefe. Damit hängt die Masse der Anregungen zusammen, die von Müller ansging Uu- gemem vielseitig, fand er bei der Arbeit auf seinem iirsprünglichen Gebiete, der Sanskritsorschunq die Fäden auf, di- btefc Win mit anders Ä ferner liegenden Wissenszweigen verknüpfen. Am nächsten lag ihm das Uebergrerfcn auf die allgemeine Sprachwissenschaft. Von dort aus schlug er eine Brücke zur Naturwissenschaft, zu der ihm die naturwissenschaftliche Anschauung über die Entstehung der Sprache das Material bergab. Weiter ausschreitend drang Müller von der indischen Spruchweisheit und Sagenwelt ausgeheiid zu allgemein religionswissenschaftlicheii Untersuchungen. Zu der großen wissenschaftlichen Bedeutung Müllers gesellte sich bei ihm lebhaftes Interesse für die Wirklichkeit und Gegenwart. Die dauernde Beschäftigung mit dem Geistesleben lange dahingegangener Völker that dem nicht Eintrag, daß er auf die Ereignisse des Tages aufs aufmerksamste achtete. Müller war nichts weniger als ein Stubengelehrter. Er zauderte niemals, mit dem Gewicht seines wissenschaftlichen Namens in den Streit der Tagesmeinungen einzugreifen. Und Müllers Name hat weithin einen guten Klang. Er ist wohl bekannt, überall dort, too die wissenschaftliche Forschung eine Heimstätte hat. i Zwei Staaten nehmen für sich die Ehre in Anspruch, j nach Tientsin führt; auch diese Truppen fahnden auf Boxer. Eine Erkundungs - Abteilung bengalischer Lancer- traf am 22. Oktober 30 Meilen von Paotingfu auf Boxer und tötete etwa 20 derselben. Der Gesundheitszustand der Truppen ist gut. Aus Hongkong wird vom 30. gemeldet: In Kanton ereignete sich am Sonntag morgen, vier Häuser vom Damen des Gouverneurs entfernt, eine Explosion, durch die 14 Personen ums Leben kamen. Es wird behauptet, die Explosion sei in einem von den Reformern als Waffenplatz benutzten Gebäude erfolgt, das sie mit Pulver und Schießbaumwolle angefüllt hätten, um den Damen in die Luft z« sprengen. Da die Behörden von der Richtigkeit dieser Annahme überzeugt find, wird der Vorfall wahrscheinlich zu scharfem Vorgehen gegen die Reformer führen. Gerüchtweise verlautet, die Franzosen seien vorbereitet, für den Fall von Unruhen in Kanton 1000 Mann aus Saigon zu Schiff dorthin zu schaffen. Die Reformer erklären jedoch, wenn französische Truppen zur Besetzung Kantons schritten, würde die Stadt von den Bewohnern selbst in Trümmer gelegt werden. Telegramme deS Gietzerrer Anzeigers. Berlin, 31. Oktober. Es wird aus Hankau ge» meldet, daß der Kaiser von China in Hsi-Nan ein« getroffen sei. AuS Peking wird berichtet, daß am 27. Lukien sich durch Verschlucken von Gold das Leben genommen hat, und daß Wofun-Shang an einer Krankheit g e st o r b e n ist. Loudon, 31. Oktober. Einer Hongkonger Meldung zufolge sind die Rebellen von den kaiserl. Truppen in der Nähe von Sam-Pot-Tschou geschlagen worden und haben bisher 100 Tote und 400 Verwundete verloren. In einem anderen Gefecht sollen die Rebellen 500 Tote gehabt haben. Loudou, 31. Oktober. Aus Shanghai wird gemeldet, daß der frühere Vizekönig der Provinz Petschili gestorben ist. ö Washington, 31. Oktober. Ein Telegramm des ameri- kamschen Gesandten in China, Cong er, berichtet, die Vertreter der Großmächte hätten den Plan einer Straf- Expedition gegen die Chinesen aufgegeben. Washington, 31. Oktober. Die amerikanische Regierung hat ihre Zustimmung zum deutschenglischen Abkommen gegeben. In der betreffenden Note erklärt die Regierung, daß sie gleich den übrigen Machten das Prinzip der offenen Thür und die territoriale Integrität Chinas beobachten werde._________ Südafrikanisches. Aus Vryburg wird gemeldet: Die Buren werden un hiesigen Distrikt immer kühner und beabsichtigen * Wanzleben, 30. Oktober. Bei der Reichstags-- stich wähl im 6. Wahlkreise am 26. Oktober wurde Paul Schmidt (natl.) mit 8875 von 15395 gütigen Stimmen gewählt. Gerlach (Soz.) erhielt 6520 Stimmen. München, 30. Oktober. Der Magistrat hat es abgelehnt, Kohlen zum Weiterverkauf an die Einwohner zu beziehen. Er will aber Genossenschaftsbildungen unterstützen. schar. Beide aber haben sich nicht so fortentwickelt, — im Gegensatz zu Modersohn und Vogeler — tote man's anfangs annehmen zu dürfen glaubte. Doch in der uns vorliegenden Radierung am Endes waltet eine mächtige Naturstimmung. Diese rotgrauen Wolken, dieser vom Abendwinde bewegte Laubwald, der sich im stillwelligen Kanal spiegelt! Wie wirkungsvoll der Gegensatz zwischen dem verschiedenartigen Laubholze nebeneinander und dann zwischen dem Walde und dem durch das Wasser von ihm getrennten Moore! Je mehr man sich in das Bild vertieft, desto mehr erschöpft man die Innigkeit der künstlerischen Empfindung, die das Bild erzeugt hat und fortgesetzt durchdringt. P- W. Berlin, 30. Oktober. Der Ausschuß des Goethe- b u n d e s trat am Sonntag mit dem Vorstand zu einer Sitzung zusammen, der auch der Ehrenpräsident Prosestor Theodor Mommsen beiwohnte. Namens dev Vorstandes erstattete Hermann Sudermann Bericht über dessen bisherige Thätigkeit, welche die Zustimmung des Ausschusses fand. Weiter wurde mitgeteilt, daß die Vorstande und Delegierten der verschiedenen Vereinigungen de. Goethebundes in Deutschland am 10. November in Weimar zusammentreten werden. Auf die Tagesordnung in Weimar soll namentlich die Frage der Thea ter» censur und die der Organisation bey Bundes ^ ^Der^A u ßenseite r", das Bühnenwerk von R. Jaffe, dessen Aufführung von der Berliner Theaterzensur verboten worden war, ist vom.preußischen Oberüertoattung^ 9CUC!j(n^29* Cf tober ist der berühmte Sprachforscher Max Müller in Oxford gestorben. Kunst und Wissenschaft. Vom Gießener Kunstverein wurde unlängst an die Mitglieder als Freigabe Hans a m E n o e £> schone Originalradierung „Abend am Moorkanal verteilt. Es ist ein eindruckmächtiges Kunstblatt, wenn man es aus der gehörigen Entfernung ohne Vorurteil mit Hingebung betrachtet. In Kunstdingen hüte man sich stets vor einem vorschnellen Urteil! Wer an die Eigenart der Worpsweder Künstlergruppe gewöhnt ist, den wird sie nicht frappieren, der verfolgt vielmehr mit lebhafter Anteilnahme ihr stetes, wenn auch in der letzten Zeit im ganzen etwas gemächliches Fortschreiten. Man hat hier und da die augenscheinlich nicht ganz unberechtigte Besorgnis, daß einzelne der friesischen'Einsiedler in ihrer Manier stecken bleiben. H. am (Shibe galt früher mit Mackensen ziemlich allgemein als Führer der kleinen Worpsweder Künftler- Rigveda-Ausgabe, 1876 der letzte der sechs Bände. An dieses Monumentalwerk schlossen sich eine Reihe anderer Veröffentlichungen größerer Art, die damit im Zusammenhang stehen; 1889 bis 1892 erschien eine neue Ausgabe des Rigveda in vier Bänden auf Kosten des Maharadscha von Widschanagram; eine Ausgabe ohne Kommentar und der erste Band einer Übersetzung, der den Äwlcinfer der Äammlmig „Sacred books of the East" darstellt. tz^den für Müller den Unterbau ru Forschungen auf verschiedenen Gebieten ab. Der Ertrag biejer Arbeiten ift so groß, daß man bei ihrer Abschätzung versucht ist, zu fragen, ob ihr Wert nicht dem gleichkommt, Müllers als Sanskritisten ausmacht. Jiuücry anderen Arbeiten beziehen sich auf den Ursprung der Sprache, die Klassifikation der Sprachen, der Sprache, die Beziehungen der einzelnen Sprachstamme zu einander u. a. m. In den letzten beiden Jahrzehnten stehen bei Müller religionsphilosophische Studien ganz un Vordergründe, bei denen er von der Religionsvorstellung der Inder ausging. Allmählich aber drang er zu immer allgemeineren Darstellungen der That- _strchen vor, die bei der Bildung der Religionen wirksam gewesen sind. Durch diese Studien (niedergelegt sind sie in den Werken: „Lectures on the origin and growth of rcligion", „Natural Religion", „Anthropological Religion" „Theosophy") hat Müller einen tiefgehenden Einfluß auf die Erörterungen der religionsphilosophischen Grundfragen ausgeübt. Während der Arbeit an der Rigveda- Ausgabe war Müller in England heimisch geworden. 1850 war er betraut worden, Vorlesunyen in Oxford zu halten 1854 erhielt er dort eine ordentliche Professur der neuen Sprachen und 1868 die Professur für vergleichende Philologie. Wohl mürbe versucht, Müller für seine Heimat wieder zu gewinnen: er zog es vor, in England zu bleiben Jedoch versagte er sich nickst seinen deutschen Landsleuten Ausland. Loudon, 30. Oktober. Nach amtlicher Meldung ist Prinz Christian Viktor zu Schleswig-Holstein i» Pretoria am Unterleibstyphus gestorben. Prinz Christian Viktor zu Schleswig-Holstein war ein Großsohn der Königin von England. Er war der älteste Sohn des Prinzen Christian zu Schleswig-Holstein-Sonderburg- Augustenburg, eines Onkels der deutschen Kaiserin, und der Prinzessin Helena von Großbritannien, ältesten Tochter der Königin Viktoria. Prinz Christian Viktor war geboren am 14. Augvst 1867 zu Windsor und ging bei Ausbruch deS Krieges mit TranSvaal «18 Hauptmann mit dem Charakter als Major im Kings Royal Rifle- Korps nach Südafrika. Der verstorbene Prinz war nicht verheiratet. London, 30. Oktober. Bei der Wahl eines Unter- hausmitgliedes für die Orkney- und Shetlands- Inseln wurde der Uniouist Wason mit 2057 Stimme« gewählt. Der liberale Gegenkandidat Syell, der die Inseln bisher vertrat, erhielt 2017 Stimmen. Die Parlamentswahlen sind damit beendet, Paris, 30. Oktober. Der gestrige Ministerrat beschäftigte sich auch mit der Parlaments-Situation. Waldeck- Rousseau dürfte jedoch die unmittelbare Diskussion zweier Anfragen verlangen, nämlich über den Marseiller Streik und über die Disz iplina'rmaßregeln des Kriegsministers, weil die Gegner des Kabinetts darauf bereits eine besondereKampagne aufbauen. —Der Ministerrat setzte den Schluß der Ausstellung auf den 12. November abends fest. — DaS Amtsblatt bringt neue Verschiebungen hoher Armeestellen. Madrid, 30. Oktober. Kapitän Arellano hat end- giltig das Marineportefeuille abgelehnt. RamoS Izquierdo ist Marineminister geworden; er beorderte den Kreuzer „Carlos V." nach Barcelona. — In Katalonien sind weitere Karlistenschaaren aufgetaucht. Truppen verfolgen sie. Gestern gab es 6 Tote und 15 Verwundete. Ueberall werden große Vorkehrungen getroffen. Gerüchtweise verlautet, es werde der Belagerungszustand über das ganze Land verhängt. Zahlreiche Verhaftungen Verdächtiger sind vorgenommen worden. In Barcelona wurden die karlistischen Klubs geschloffen. Man glaubt, der Beginn deS Krieges sei verfrüht, der große Coup sollte erst in Monatsfrist erfolgen. Barcelona, 30. Oktober. Drei Priester wurden verhaftet, bei denen wichtige, auf die karlistische Sewegung sich beziehende Schriftstücke beschlagnahmt wurden. — wtne 30 Mann starke, mit Gewehren bewaffnete K ar list en - schaar ist bei Berga aufgetreten. Bei einer Haussuchung, i die die Polizei auf einer Besitzung vornahm, würben em | Mönch, eine Dame und ihre Söhne verhaftet. Dem Vernehmen nach wurden auch noch andere Verhaftungen vor- genommen. Lissabon, 30. Oktober. Der FinanzmtNtster wird außer verschiedenen andern finanziellen Maßregeln auch die Gründung einer Staatsbank Vorschlägen. Wien, 30. Oktober. Der deutsche Botschafter Fürst I Eulenburg begibt sich am Mittwoch nach Liebenberg (Brandenburg), wo Kaiser Wilhelm als Gast zur Jagd erwartet wird. , — Auf dem Jndustriellentag e hrelt Ministerpräsident Körber eine programmatische Rede, oie I große Beachtung findet. Körber wics zunächst auf d n langen, unfreiwilligen Stillstand im ^^^Uchen Gelnete I infolge der innerpolitischen Wirren hm. Die Regierung will einen emsig abeitenben, rüstig Ver- I sassunassiaat Alle Parteien, die das gleiche wollen, sind usam5n unsere Partei Di- Obstruktion »erlang.- Remedur gegen die Aufhebung der Sprachenverordnungen I ^hne Mitwirkung des Parlament«. Di- R-gt-rung glaub. Deutsches Reich. Berlin, 30. Oktober. Das Kaiserpaar besuchte heute vormittag in der englischen Botschaft den Prinzen I C h r i st i an v o n Schlesw i g - H o l st e in, dessen ältester I Sohn in Pretoria am Typhus gestorben rst I (s. Ausland), vor seiner Abreise nach England. Spater I hörte der Kaiser im hiesigen Schlosse den Vortrag des I Vertreters des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs I des Admiralstabes und empfing um 11 Uhr den Rektor I der Universität Berlin, Professor Harnack. Um 1 Uhr I 15 Min. fand im Neuem Palais bei Potsdam zu Ehren I der hier weilenden türkischen Spezialkommission eine Früh- I stückstafel beim Kaiserpaar statt. — Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser hatte I vormittags in der englischen Botschaft eine Besprechung mit dem Botschafter Lascestles. — Die Ernennung des bisherigen Vortragenden Rats I im Auswärtigen Amt, v. Mühlberg, zum Unterstaats- I sekretär daselbst wird heute im „Reichsanz." amtlich bekannt gegeben, desgleichen die Ernennung des bisherigen I Legationssekretärs bei der preußischen Gesandtschaft am I päpstlichen Stuhle, Legationsrats v. Below-Rutzau, I zum deutschen Generalkonsul in Sofia. I — Die „Nordd. Allg. Ztg." kaust feststellen, daß die Gerüchte über eine angeblich beabsichtigte Reise d e s I deutschen Kronprinzen nach dem Orient völlig I unbegründet sind. Auch die Angabe, daß wegen eines I Besuches eine Anfrage aus Konstantinopel hierher ge- I richtet sei, ist unzutreffend. — Im „ReichDanz." macht der Kolonialdirektor des I Auswärtigen Amts, Dr. iStübel, im Auftrage des Reichs- I kanzlers bekannt, daß der Kolonial rat am 8. dio- I üember, nachmittags 2 Uhr, im NeichStagsgebäude zur I Beratung Zusammentritt. — Im Handelsministerium findet morgen eine Kon- I fereuz von Bergbeamten und Bergwerks - I besitzern statt, in der über die Abänderung einzelner I Bestimmungen des allgemeinen Berggesetzes beraten wer- I den soll. Die Teilnehmer, sowie einige Abgeordnete sind I für den Abend vom Handelsminister eingeladen. — Dem B u n d e s r a t ist ein Gesetzentwurf zugegangen über die Verlegung der deutsch - öster - I reich i sch en Grenze längs des Przemsa-Flusses. Die Vorlage steht auf der Tagesordnung der morgigen Plenarsitzung des Bundesrats, die sich außerdem mit Rechnungsund Verwaltungssachen, Petitionen und der Ernennung von Kommissionen für die Beratungen im Reichstage zu beschäftigen haben wird. — Der Magistrat beschloß die Stiftung von einer Million Mark zur Linderung der Wohnungsnot I als König Friedrich-Stiftung zum Andenken an oie auf den 18. Januar 1900 fallende Zweihundertjahrfeier der Gründung des Königsreichs Preußen. Der Zweck ist, mittellosen und obdachlos gewordenen Berliner Familien billige und gesurrde Wohnungen zu verschaffen. Die bezügliche Vorlage geht den Stadtverordneten ungesäumt zu. — Der Generalsekretär des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, B u e ck, erläßt in der „Kölnischen Zeitung" folgende Erklärung: Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß die Angelegenheit, auf welche sich die bekannten Angriffe der „Leipziger Volkszeitung" beziehen, sich im August 1899 zugetragen hat, und daß alle anderen mit dieser Sache in Verbindung gebrachten Behauptungen, insbesondere in Bezug auf einen angeblich ähnlichen Vorgang aus dem Jahre 1898 unwahr sind. — Die Gerüchte, Deutschland beabsichtige den Erwerb überseeischerKohlenstativnen, wollen nicht verstummen und werden geflissentlich von London und New-York weiterverbreitet. Sv veröffentlicht jetzt wieder der „New-York .Herald" eine Sonderdrahtung aus Port of Spain (Trinidad), die meldet, gerüchtweise verlaute, Venezuela erwäge, an Deutschland dieMargarita- Insel als Kvhlenstativn auf 99 Jahre zu verpachten. — Bei der Reichstagsersatzwahl im 6. Berliner Wahlkreise erhielten L e d e b v u r (Sozialdem.) 52 896, Ulrich (kons.) 10490, Weigelt (Zentr.) 1116 Stimmen. Brandenburg, 30. Oktober. Bei der Reichstagsstichwahl im 8. Wahlkreise am 26. Oktober erhielt Peus-Dessau (Soz.) 10 991 von 21336 gütigen Stimmen. Er ist gewählt. Generaldirektor v. Löbell-Charlotten- burg (kons.) erhielt 10345 Stimmen. 1871, als es galt, für die neue deutsche Universität Straßburg wenigstens zeitweilig seine Lehrkraft zu haben. Müller litt seit langer Zeit an einem Leberubel das seit den letzten Monaten feinen Zustand hoffnungslos machte; seine kräftige Konstitution gestattete ihm icdoch noch bis vor vier Wochen Spaziergange im dreien $u machen Als beunruhigende Zeichen antraten, traf fein Sohn von Washington, wo er einen Posten bei der britischen Botschaft bekleidet, in Oxford em Auf sein Erfuchni sand eine Konsultation zwischen dem Hausärzte des^ Verstorbenen Dr. Symonds und dem berühmten Spezialisten Brunton statt. Es wurde gefunden, daß eine Wiedergenesung unmöglich fei. Trotz der schweren Müller dis vor zehn Tagen im stände, ferne. htterari gen Arbeiten fortzusetzen, ©einem Sohne diktierte er feine Selbstbiographie in die Feder. anscheinend die Stadt einzuschließen. Ta keine Polizei- mannschasten zur Verfügung stehen, sind die von der Verbindungslinie entfernter wohnenden Farmer schutzlos. Vier stark verschanzte Burenlager sind 20 Meilen östlich von hier auf dem Markani-Rand errichtet. Tas Fortschaffen von Vorräten aus der Stadt ist verboten, ebenfo i|t es den Bürgern nicht gestattet, sich nach 9 Uhr abendv aus der Straße aufzuhalten. Infolge der ungewöhnlich troae- nen Witterung ist das Getreide in einem traurigen Zustande. Die Bahnlinie ist noch nicht zerstört. Aus Bloemfontein wird vom 26. telegraphiert. Alle über 14 Jahre alten in einem Umkreise von 10 Meilen von Bloemfontein wohnhaften Buren werden nach der Stadt gebracht, um sie äu verhindern, sich den noch kämpfenden Kommandos anzuschließen. V • * Bei dem in L o n d o n zu Ehren der City-Freiwilligen abgehaltenen Bankett verlas Lord Wolseley eine Botschaft der Königin aus Balmoral, worin die Königin sich dem begeisterten Empfang, der den Freiwilligen bereitet wurde, anschließt, denselben ihre stolze Genugthuung über die von ihnen bewiesene Tapferkeit ausspricht und chre Teilnahme für die gefallenen Kameraden ausdrückt. Tie Königin fügt hinzu, sie selbst habe den Schmerz einen teueren, sehr tapferen Enkelsohn verloren zu haben, der gleich so vielen Kameraden der Freiwilligen im Dienste der Kolonien und des Vaterlandes gestorben sei. ... * * n * Wie aus Berlin geschrieben wird, ist die Antwort auf die Schadenersatzansprüche der aus Transvaal ausgewiesenen Deutschen durch Vermittelung des Berliner Polizeipräsidiums jetzt erfolgt. Den Unterzechnern der an das Auswärtige Amt gerichteten Beschwerde wurde eröffnet, daß ihre Ersatz-Forderungen dem deutschen Gesandten in London überwiesen worden sind. Die englische Regierung habe sich bereit erklärt, den Ausgewiesenen ihre direkten VerlusteanHabund Gut zu ersetzen, sei jedoch auf die weitergehenden Forderungen nicht eingegangen. Der Berliner Verein der Transvaalausgewiesenen hat in seiner gestrigen Sitzung zu diesem Bescheide Stellung genommen und beschlossen, sich nochmals an ba% Auswärtige Amt zu wenden und eine detaillierte schriftliche Erklärung über die Antwort der englischen Regierung zu erbitten. Man einigte sich ferner dahin, die Ersatzansprüche wegen Freiheitsberaubung, Gesundheitsschädigung, erlitten durch die rücksichtslose Behandlung seitens der englischen Beamten und Transporteure, sowie wegen Geschäftsstörung aufrecht zu erhalten, zumal die Ausweisungen vor der Annektion Transvaals durch England erfolgt sind. In einer Resolution wurde an das deutsche Volk der Appell gerichtet, Rechtfertigung zu verlangen für die deutschen Reichsangehörigen in Transvaal angethane Schmach und dafür Sorge zu tragen, daß den Opfern englischer Willkür volle Eütschädigung gewährt werde. Auf eine Anfrage des Vereins über die Gerüchte von einer Reise des Präsidenten Krüger nach Berlin ist ein Schreiben des Sekretärs der südafrikanischen Gesandtschaft in Brüssel vom 24. d. M. eingegangen. Darin wird im Auftrage des Dr. Leyds mitgeteilt, daß es noch keineswegs fest- steht, ob und wann Präsident Krüger nach der deutschen Reichshauptstadt kommen werde. Sollte dies der Fall sein, so wird der Verein der Transvaal-Ausgewiesenen für einen würdigen Empfang Sorge tragen, ohne jedoch demonstrativ hervorzutreten. • * ♦ Telegramme deS Gießener Anzeigers. L v n b o n, 31. Oktober. Aus LourenzoMarquez wird gemeldet, die englische Regierung hat an Bord des Dampfers „Gironde" bei einer russischen Dame, die sich auf der Reise nach Durban befand, eine Depesche beschlagnahmt, in der sich Instruktionen für den Buren- General De Wet befanden. Heber die Angelegenheit wird jedoch strengstes Stillschweigen beobachtet. Brüssel, 31. Oktober. Der Führer der Transvaal-Mission, Fischer, ist aus Neapel hierher zurückgekehrk, wo er hie an Bord des Dampfers „Herzog" befindlichen Transvaaler Staatsbeamten begrüßt hat. Ter Dampfer „Herzog" setzt seine Reise nach Rotterdam fort. nur zu einer gesetzlichen Regelung der nationalen Fragen die Hand bieten zu dürfen. Das Parlament, das ihren Inhalt verkürzt, kann zur Entscheidung drängen, ob nicht daS Wohl des Staates und seiner Völker einen besseren als den bisherigen Schutz der Verfassung und der Arbeit im Parlament erheische. Sobald der Kampf der Parteien an den Fundamenten des Staates rüttelt, muß jede pflichtgetreue Regierung sie mit allen Mitteln verteidigen. Der Staat steht über allen Parteileidenschaften. Die Situation legte der Regierung volle Unbefangenheit auf. Die Regierung'werde beim Zolltarif und der Erneuerung der Handelsverträge die Bedürfnisse der gesamten heimischen Produktion mit aller Entschiedenheit wahrnehmen. Rom, 30. Oktober. In vatikanischen Kreisen wird dem Besuch des Erzbischofs Sim ar-Köln eine große Bedeutung beigelegt, da gewisse Parteien die Erhebung Stablewskis zum Kardinal betreiben. ES wird aber versichert, Simar habe schon die Ernennung zum Kardinal in der Tasche. New-York, 30. Oktober. Eine hier eingegangene Privatdepesche meldet den plötzlichen Tod des Präsidenten von Haity, Simon Sam. Chicago, 30. Oktober. „The Chicago Times and Herald" meldet, der frühere Präsident Cleveland habe sich ent- schieden für einen Gegner der Politik Bryans erklärt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 31. Oktober 1900. * • Vou bet Universität. Wie wir hören, beabsichtigt Lektor Goetschy auch im Laufe dieses Semesters an 6 Nachmittagen ösfentliche Vorträge über „Lea femmes de france“, die sich vom 17. Jahrhundert an in der Litteraturgeschichte besonders berühmt gemacht haben, in französischer Sprache abzuhalten. Der Eintrittspreis wird, wie im vorigen Semester, 5 Mk. für den ganzen Cyklus betragen. Näheres soll bald im „Gieß. Anz." bekannt gegeben werden. — Universitäts-Musikdirektor Trautmann wird die für das Wintersemester angekündigte ein- ftündige Vorlesung über die „Klassiker und ihre Ton form en", die jeden Donnerstag 8 Uhr abends in der kleinen Aula der Universität stattfindet, erst am 8. November beginnen. * * DaS Regierungsblatt Nr. 33 enthält die Bekanntmachung, die Bildung einer selbständigen Gemeinde Bad Salzhausen betreffend. Zur Verlegung des Totenfestes schreibt die „Franks. Zeitung" : Der „RetchSbote", das Berliner Pistorenblatt, erhebt aufs neue eine bewegliche Klage darüber, daß die Totenfeier wegen deS Großherzogltchen Geburtstages verlegt werden soll. Ihn freut nur noch das Eine, daß nämlich der Protest sich rührt, und das fromme Organ verspricht sich in dieser Beziehung besonders viel von einer „Versammlung der ganzen hessischen Geistlichkeit", die für den 31. Oktober nach Frankfurt einberufen ist. Man solle sich nicht mehr an das Oberkonsiftorium wenden, zu dem man kein Vertrauen haben könne, sondern von dem schlecht unterrichteten zu dem besser zu unterrichtenden SummepiskopuS appellieren. Der „Reichsbote" führt schließlich die Verlegung auf „römischen" Einfluß am Darmstädter Hof zurück. Da ist das Blatt in seinem geliebten konfesfionellm Fahrwasser, und nun setzt eS volle Segel. Es steuert folgenden KurS: „DaS Totenfest hat in unserem Lande, und besonders in den großen Städten, eine solche seste Wurzel geschlagen, daß die Gottesdienste kaum an einem Sonn- oder Festtage des Kirchenjahres so gut besucht sind wie an diesem. Dazu nehmen die auf den Friedhöfen hin und her veranstaltenden Feiern von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu, sodaß die römischen Veranstallungen am Allerseelen- tage dadurch wett in den Schatten gestellt werden. Unser evangelisches Christenvolk will an diesem Sonntag gemeinsamen Gedenkens an Tod und Ewigkeit den Trost des Evangeliums, und nirgends tritt die Macht de« Evangeliums größer zu Tage, als gerade angesichts des Todes. Das ist aber der am Großherzoglichen Hofe leider so starken römischen Partei ein Dorn im Auge, und wir gehen sicher nicht fehl in der Annahme, daß der Verhängnis« volle Beschluß des Oberkonsistoriums auf diesen römischen Einfluß zurückzuführm ist. ES ist in Darmstadt bekannt, daß seit Jahren fast nur Glieder der römischen Kirche zu Hoflieferanten ernannt werden. Für Kundige war eS auch kein Geheimnis, daß die Abhaltung der berüchtigten Katzenausstellung am Karfreitag auf den gleichen Einfluß zurückzuführm war. Um so mehr ist es zu bedauern, daß eine kirchliche evangelische Behörde, die von diesen Mechinationen am Hofe doch Kenntnis haben muß, einen solchen Beschluß faßt und damit Roms Arbeit verrichtet." Die „Frkft. Ztg." knüpft daran folgende hämische Bemerkung: „Wer da weiß, wie die meisten Kirchen bas ganze Jahr hindurch leer stehm, wird den Schmerz der hessischen Pastaren be- zrerfm, daß ihnen nun auch der Trost verkümmert werden soll, wmigstens einmal im Jahre vor gesüllteren Bänken zu predigen. Dem Volle ist vermutlich der ganze Streit um dm Vorrang des höfischen oder dr8 kirchlichen Festes ziemlich gleichgiltig." Gegenüber solcher Herabwürdigung der evangelisch- kirchlichen Verhältnisse in Hessen konstatieren wir auf Grund befferer Informationen, daß die Angaben der „Frkft. Ztg." auf völliger Unkenntnis der Thatsachen be- ruhen, wenn nicht gar auf geflissentlicher gehässiger Entstellung derselben. Etwas mehr Bescheidenheit dürfte der „Frkft. Ztg.", die doch sonst immer für Duldung und Toleranz schwärmt - recht wohl anstehen. Daß übrigens dem Volke die Sache nicht so gleichgiltig ist, dafür lieferte die gestern hier ftattgehabte, außergewöhnlich stark (von ca. 60 Mitgliedern) besuchte Sitzung der evangelischen Gesamt-Gemeinde-Vertretung den Beweis durch den einstimmigen Beschluß, daß gegen die Verordnung des Oberkonsistoriums Protest eingelegt und um Zurücknahme derselben ersucht werde, und daß die evangelische Gemeinde Gießen unter allen Umständen an ihrem gesetzlich verbrieften Recht und am althergebrachten Brauche festhält, am letzten Sonntag nach Trinitatis, am 25. November, auch in diesem Jahre das Totenfest zu feiern. Die Versammlung gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß alle evangelischen Gemeinden des Landes diesem Beispiel mannhaft folgen und für ihr gutes Recht ebenso eintreten. ie Arbeitsscheuen. IiogI»1 8011 i^rvdrn n rwnnBnnragwnnnnnHB ofu vrnqsvnrr (atzvHoplIl nk -z-tzzoävjoH itpjliq qiim u,q,s,gqv sojuiflog ,,q ',v,i,visq»>u iinlpjoi® luuiuiitpl» 'ijnjß 08 u> 2iup ui quy 'Jjjwft qun UvPjuijjigx tutpjiupiqjiu »q f ujÖunuujjjjujß »iq ')8|ojja uijlpfMi) nq 'mqpigiq uUrgx Iji uiqioca juudjuud |pi uotpj üjipIjjuujj •uia»^ »q >|i)qi® m,q jnv rPvsivyx 3(pjißojouü(jv u,ihvj»K zvq yvq ' 'pjiJiÖJq u»0joji5) urmvpi^j qun uztzoiö oj uoa iqinm 'u'jiQnj •nVnV 'qiiniff, g>q qun ?uivvr/x z,q öunhrvmn „in Oj]v 'wz,jk>u,a»rc m,q pjnq (uowjig w,q,j pip u»ku»;q»avu( ,uony *j*nimmpg,y up«) u,?uvU •qn^ 3QU)Q)»iä||iu ruiiqjlumjdoy zdiivmup (pi|boi q)inq 'VogL »KpDqibioa iiq qun lujlo’jiwa aitjnv- rä quy itpuuin^ -uj|p|(y)iun? ilpiu iqjiu ujßunuiunj •ujj u)tpi„juipi qun uijviunoß ujfpJiuijiqjtu m iDDunuyiuu; IM iiupiqiyn rqiu,nrq»q uiiqui '»(pog »vq g;p»q g(pnTi-*'cdsaasHaiBSLiY< Dicken Meerrettig kauftFrau Hammel, Große Mühlgaffe 6._________04703 Privatstnnden in allen Fächern erteilt ein im Unterrichten erfahrener Student. Beste Empfehlungen zu Diensten. Gefl. Offerten unter "W 04694 an die Expedition dieses Blattes. ___________ Bunt 22. Wiegenfeste unseres Kollegen 5?^ -S 85**; fllJöblierteS Zimmer zu vermieten. 04707___________Marktplatz 17, III. 04702] Schön möblierte Zimmer zu vermieten. BtSmarckstratze 17, pari. 7152] Einfach möbl. Zimmer, mit oder ohne Pension, zu beim. Dammstr. 42, II. Znverl. Einkassierer für Stadt und Land per sofort gesucht. Kleine Kaution erforderlich. 5436 Singer Co. Rühm.-Akt.-Ges., _____________Bahnhofstraße 4.__________ Wtige Rock- und Westcnardeiter, sowie ein TaMkider für sofort gesucht. 7139 Louis Katz, MäuSburg 16. Ueber 45000 Stellen wurden bisher durch unsere Stellenvermittelung (für Mitglieder und Geschäftsinhaber kostenfrei) besetzt. Für gut empfohlene Bewerber vielseitige Verwendung. 5209 Kaufmännischer Verein Frankfurt (Main). Darlehn 1 erb. sichere Personen gegen Bürgschaft und Lebensversicherung koulantest und schnell. Adr. erb. unter K. 8. 901 an Haasenstei« & Bögler, U.-G., «affel. Grösseres Kapital auf 1. Hypothek aufzunehmen gesucht. Offerten unter 04599 an die Exp. d. Bl. 04666] In Küche und Hausarbeit erfahrenes Mädchen gegen guten Lohn gesucht.__________Ludwigftraße 34, pari. Dienstmädchen gesucht. 04668 _______________ISfeichstraße 3, pari. 7011] Ein tüchtiges Mädchen gesucht. ______________ VelterSweg 91, I. 04590] Geübte Weitzzeugnäyerin und Lehrmädchen gesucht. _________________SelterSweg 12. Jüngeres Mädchen für kleinen Haus- halt gesucht. Näh. Bruchstraße 8. Smliltrrii, erfahrenes Dienstmädchen für frauenlosen Haushalt per alSbald gesucht. Offerten unter K 04696 an die Er- pebition dieses Blattes. 04705] Neue Bettstelle mit Sprung- rahmen und «eil billig iu verkaufen Tapezier Zimmermann. Neustadt 1b. 04709] Zu verkaufen: Tofa, vier Stühle.______Grünbergerstraße 8 a, I. Mehrere wtrtoolle Küchtr (für Juristen), fast neu, billig abzugeben. Näheres »leichstraße 15 Hinterbaus. 04695] Getragene Damen- und Kinderkleider für den Wmter billig zu verkaufen. Bismarckstraße 28, part. Fleißiser Vertreter gegen hohe Provision für Unfall- und Haftpflicht-Versicherung gesucht. Gefl. Offerten unter Nr. 7187 an die Expedition dieses Blattes._______________ All tüchtiger KMechmker ür ein hiesiges Baugeschäft sofort gesucht. Offerten unter Nr. 7116 an die Ex- pedition dieses Blattes erbeten.___________ Gesucht ein Schreiber zur Aufnahme eines wissenschaftlichen Diktats in den Vormittagsstd. Studierender bevorz. Antritt sofort. Hohes Honorar. Offerten u. Nr. 04665 an die Expedition d. Bl. Tüchtiger PsttdeKuecht findet bei hohem Lohn dauernde Stelle. M. Rosenthal, Liebigstraße 13. 7005] Ein HauSbursche gesucht. H. Krämer, Kreuzplatz 11. Hausbursche ^M^sburg 12. 7055] Kausvursche für leickte Arbeit gefl. gut. Lohn ges. ZSahnhofstr. 59. KMSbursllie9efud?t ÄMU16.48 Procent 96.30 4*/6 Oesterr. Silberrente 96.75 88.15 4 Ung. Gold-Rente 97.80 92.60 3 Portugiesen 23.90 00.00 5 Mexikaner amort. S. I-III 42.00 00.00 4 Monopol-Griechen von 1887 41 90 00.00 4 Eisenb. Rcntenb. Obl. 97.50 57.30 4 BuderuS Obl. OO.CO 92.00 4 Hambrgr.Hyp.Bk. nnk.b.1905 99/0 91.60 4 Preuß Hyp.A. Bk. unk.b.1900 87.00 99.40 4 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 98.25 83.00 4 Frks. Ldw. Tred. Bk. unk. b. 1900 98.70 Selds Selb 16.26 orten» Brief Franz. Banknoten »tlb 81.40 20.38 Oesterr. dto. 84.80 4.17 Americ. 4.19V,