Nr. 204 Zweites Blatt. Samstag den 1. September 1OOO ttßkrch Gießener Anzeiger tnü de- mit BestrllgelL Heneral-AHeiger Aints« und Anzeigeblatt für den' Kreis Gieren. $«*ttäupten Desselben die Kaiserkrone zeigen mit dem Spruchbande „pro gloria et patria". Entsprechend der Farbe der Standarten ist das Standartentuch des ost- Äsiatischen Reiterregiments purpurrot, zeigt aber sonst die selbe Ausstattung wie die Bataillonsfahne des ostasiatischen ^Das Truppentransportschiff Phönizia (mit den Lessen an Bord. D.Red.) ist am 30. August in Kotombo eingetroffen. Der Gesundheitszustand ist vorzüglich. Die Kosten der China-Expeditton für Deutschland werden nach der „Lib. Korresp." bis Anfang Oktober auf etwa 100 Millionen Mark berechnet. Diese Angabe wird von unterrichteter Seite als eine willkürliche Schätzung bezeichnet, die sich indessen nicht allzuweit von der Wirklichkeit entfernen dürfte. Eine genaue Aufstellung hierüber wird erst in einigen Wochen möglich sein, vielleicht erst dann, wenn die betreffende Vorlage im Reichsschatz-> amt ausgearbeitet werden wird, um dem Bundesrat und Reichstage zugestellt zu werden. Wie aus Bremen berichtet wird, hat das Reichsmarineamt den neuen in Flensburg erbauten Dampfer „Löwen- burg^" pon der Bremer Hansa-Linie gechartert, um ihn Mitte September von Wilhelmshaven mit Baracken und Munition nach China zu senden. * * * Die Leiche des Freiherrn v. Ketteter ist wieder erlangt und Cordes wiederhergestellt. Die übrigen Mitglieder der Gesandtschaft befinden sich, wie aus Shanghai gemeldet wird, wohl. Die Wache litt schwer. • Telegramme des Gießener Anzeigers. Hannover, 31. August. Heute früh 3 Uhr 50 Min. traf ein Teil des auf dem Uebungsplatz bei Paderborn neu formierten 5. ostasiatischen Infanterie-Regiments hier ein. Der Transport bestand aus 26 Offizieren und 727 Mann. Um 4y4 Uhr setzte derselbe die Weiterreise nach Bremerhaven fort. Sofort nach dem Abgang dieses Transportes traf ein in Zeitheim formiertes 6. ostasiatisches Infanterie- Regiment in Stärke von 20 Offizieren und 1027 Mann hier ein. Kurz vor 6 Uhr passierte der dritte Transport mit 27 Offizieren und 748 Mann Artillerie, vom Schießplatz Jüterbogk kommend, hie durch und setzte nach Verteilung von Liebesgaben um 61/* Uhr die Reise nach Bremerhaven fort. Loudon, 31. August. Die Morgenblätter kommentieren die Meldungen aus New-York und Petersburg über die Zustimmung der Vereinigten Staaten zur Ernennung Li-Hung-Tschangs als Friedensvermittler. Daily Telegraph zufolge liegt dem folgender Thalbestand zugrunde: Die russische Regierung, sehr enttäuscht zu sehen, daß die Großmächte zögerten, Li-Hung- Tschang als Vermittler anzunehmen, habe energisch auf die Regierung der Bereinigten Staaten eingewirkt, damit diese einwillige, im Einverständnis mit Rußland den Großmächten vorzuschlagen, die Truppen aus Peking zurückzuziehen, nachdem die chinesische Regierung formelle Versprechungen für die Zukunft gegeben habe. London, 31. August. Aus Washington wird LaffanS Bureau gemeldet, daß die Vereinigten Staaten einen formellen Aufruf an die Großmächte gerichtet haben, um mit China Frieden zu schließen. London, 30. August. „Morning Post" meldet aus Washington: Die Gebiets-Ansprüche der deutschen Regierung seien das Haupthindernis gegen die Friedensverhandlungen (?). Die Missionen sämtlicher Sekten in allen Staaten der Union petitionierten, um die Regierung zu veranlaflen, eine dauernde Garnison in China zu lasten. Diese Petition wird bei der Regierung schwer ins Gewicht fallen, da dieselbe befürchtet, die Kirchen mit ihrem Anhang würden bei der kommenden Präsidentenwahl gegen die republikanische Partei stimmen. Loudon, 31. August. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird versichert, daß die amerikanische und russische Regierung bereits mit der Kaiserin-Witwe von China in Verbindung ständen, und daß die letztere sich bereit erklärt habe, sobald die fremden Truppen Peking verlassen hätten, nach dort zurückzukehren, Fried en s- verhandlungen anzuknüpfen und Garantteen dafür geben zu wollen, daß die Unruhen unterdrückt und solche Vorkommnisse, wie sie in der letzten Zeit sich ereignet haben, nicht mehr eintreten. Londou, 31. August. Nach einer Meldung aus Washington glaubt man dort, daß der vorgestrige Kabinettsrat einen Vorschlag des russischen Geschäftsträgers beraten hat, der darauf abzielt, die verbündeten Truppen ausPeking zurückzuziehen, sobald die Sicherheit der Ausländer festgestellt sei. In diplomatischen Kreisen sei die Ansicht verbreitet, die UnionS Regierung werde dem Vorschläge zu- sttmmen und dies den Mächten in einer identischen Note mitteilen, worin sie zugleich eine Erklärung über alle Absichten bezüglich der Wiederherstellung der Ordnung in China erbittet. Sie halte dies Ziel für leichter erreichbar, wen« dem chinesischen Hofe die Rückkehr nach Peking gestattet würde. London, 31. August. „Morning Leader" meldet aus Washington: Der deutsche Kaiser habe sich geweigert, die deutschen Truppen ausPeking zurückzuziehen, solange Rußland die Mandschurei besetzt halte. London, 31. August. „Daily Mail" berichtet auS Petersburg, die Russen hätten in Nord-Korea große Verheerungen angerichtet. Paris, 31. August. Zwischen dem englischen Kontingent und den Soldaten der anderen Nationalitäten in Shangai herrscht ein gutes Einvernehmen. Bisher haben die Engländer alle neuankommenden fremdländischen Abteilungen, zuletzt eine französische, freundlich empfangen. Allerdings ist es nicht Sympathie allein, die die Engländer veranlaßt, jedes landende Truppentransportschiff zu begrüßen. Sie zähle« genau, wie viel Soldaten angekommen sind, und sorgen dafür, daß England in Shangai stets doppelt so stark ist, wie alle fremdländischen Kontingente zusammen genommen. Madrid, 31. August. Die spanische Regierung empfing ein Telegramm des Ministers Collogan, worin mitgeteilt wird, daß der französische und belgische Gesandte in Peking sich in der spanischen Gesandtschaft befinden. Washington, 31. August. Der Unterstaatssekretär Adee erhielt heute ein Telegramm von Conger, wonach die russischen, deutschen, französischen und Italien- ischen Truppen am 28. August in den königlichen Palast eingedrungen sind. Die internationalen Truppen defilierten durch den Palast, worauf derselbe geschlossen wurde. Prinz Tsching wird in den nächsten Tugen in Peking erwartet. Der Krieg in Südafrika. Der Standard meldet aus Belfast vom 28. dS.: Wir stehen an der Schwelle eines schwierigen Geländes, wo die Reiterei nicht operieren kann und Fieber auf Regen folgt. Ob die Buren beabsichtigen, uns in das Herz dieses Geländes hineinzuziehen, ist noch ungewiß. Sie scheuen ebenfalls das Sumpffieber und ziehen sich auf das hohe Veldt zurück, wenn die Fieberdünste anfangen aufzusteigen. Daily Mail meldet aus Pretoria vom 28. ds.: Botha hat sich nach den entsetzlichen Bergen nordöstlich von Macha- dodorp zurückgezogen. French fährt fort in seinen Versuchen, ihn zu überflügeln. Es verlautet, die Kampfgenossen De WetS seien des Krieges müde und verabscheuten die Taktik ihres Anführers. Vor ein paar Tagen ergaben sich 38, da sie den Abschub nach Ceylon der Fortsetzung des Kampfes vorzogen. Nach einer Laffanmeldung aus Pretoria vom 28. ds. sollen Baden-Powells und HickmannS Truppen Warmbaths besetzt halten, die Truppen Jan Hamiltons und Mahons in Pretoria angekommen sein. Der letzten Nachricht gegenüber sei daran erinnert, daß Roberts gemeldet hat, Baden Powell und Paget seien aus dem Buschfeld zurückgekehrt. Aus den Meldungen über die Kämpfe zwischen Bothas Truppen und Roberts Hauptarmee ergibt sich soviel, daß sich weitere Kämpfe in den nördlicher gelegenen Lydenburger Bergen vorbereiten. Central News meldet aus Johannesburg vom 29. ds., ein Buren-Kommando unter Theron setzt die Offensive südlich von Johannesburg fort. Es stehe gegenwärtig in der Richtung auf den Klipriver. Gestern (28.) sei ein Gefecht im Gange gewesen, daS Feuer habe man in Johannesburg gehört. Eine Erkundigung am Platze bestätige die Ansicht, daß noch einige Monate vergehen müßten, ehe Johannesburg imstande sei, einen großen Zustrom von Einwanderern aufzunehmen. Jeden Augenblick ist, wie aus Maseru das Bureau Reuter meldet, ein Angriff auf Ladybrand zu er- warten. Man sieht die Wachtfeuer der Buren aus den Bergen. Die Militärbehörden von Maseru haben beschlossen, Ladybrand gegen den Feind zu halten. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Lorenco Marques gemeldet, daß die britischen Gefangenen in Noitgedacht von den Buren fr ei gelassen worden seien und nach Waterwalboren marschieren, um sich den Truppen des Lords Roberts anzuschließen. Präsident Krüger und alle Beamten befinden sich in N e l s p r u i t. Lord Roberts scheint in der Lage zu sein, Truppen entbehren zu können. DaS erste Bataillon des Regiment« Gloucester und das zweite Bataillon Kings Royal Rifies erhielten Marschbefehl nach China und werden sich diese Woche in Durban einschiffen. * • * Frau Richard Chamberlain, die Schwägerin des Kolonialsekretärs, ist auS Südafrika heimgekehrt, wohin sie sich als Krankenpflegerin begeben hatte. Sie teilt dem „Daily Chronicle" folgende Beobachtungen mit, die den im Parlament zur Sprache gekommenen Hospital- Skandal vollauf bestätigen: „Das Bahnhospital in Kapstadt, von dem man erwarten konnte, daß es so gut eingerichtet wäre wie ein Londoner Vorstadthospital, ist schlechter versehen als ein Feldlazarett. Ich arbeitete dort sieben Monate Die Lage, auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht, ist sehr schön — »ber kein Mensch hatte daran gedacht, das Haus zu reinigen, ehe es mit Kranken belegt wurde. Das Ergebnis war, daß man alsbald die Kranken mit Insektenpulver überschütten mußte, um Ungeziefer einigermaßen fernzuhalten. Dieser skandalöse Zustand wurde »er Militärbehörde mehrfach mitgeteilt, sie schenkte dem aber keinerlei Beachtung. Die Zahl der Pfleger war ganz ungenügend. Wir hatten stets gegen 175 Kranke täglich — diese hatte mit mir eine einzige Schwester zu besorgen! Zu jener Zeit aber waren Pflegerinnen in der Kapstadt leicht erhältlich, denn eine große Anzahl war nach Ausbruch des Krieges aus Johannesburg, Pretoria rc. dorthin gekommen und hätte jede Stellung gern angenommen. Die Behörde aber zog es vor, die Leute sterben zu lassen, anstatt das Geld für Pflegerinnen auszugeben. Das hat uns gar manchen Soldaten gekostet. Von Disziplin war keine Rede. Es gab eine Anzahl Militärburschen, aber sie wurden nicht ordentlich geleitet. Milch war stets rar und niemals sterilisiert. Reine Wäsche mangelte, die Reinigung war ungenügend. Bettwäsche eines Typhuskranken wurde einmal durch kaltes Wasser gezogen und dann für einen Genesenden verwendet, der natürlich alsbald am Typhus starb. Bald hatten wir eine Menge TyphuSfälle in unserm schönen Hospital, da alle Einrichtungen desselben mangelhaft waren. Kein Wunder, da Gegenstände, die für Typhoide Verwendung gefunden hattm, ohne Unterschied für irgendwelche Kranke und Gesunde gebraucht wurden. Die Militärärzte waren meist Leute niederer Klasse und Bildung. Sie vernachlässigten die Grundsätze der Hygiene in greulicher Weife und ebenso ihre Kranken. Dabei mißbrauchten sie ihre Autorität auf unerhörte Art. Sie wurden niemals revidiert und konnten thun, was ste wollten. Die bürgerlichen Aerzte aus der Stadt waren gut, thaten, was in ihren Kräften stand, vermochten aber gegen so horrende Zustände nicht mit Erfolg anzukämpfen." So schreibt die Schwägerin Chamberlains, des Ministers, der den Krieg in Südafrika hervorgerufen, aber nicht im mindesten dafür gesorgt hat, daß die Verwundeten wenigstens eine geordnete Pflege erhalten! • , * Telegramm des Gießener Anzeiger-. Wien, 31. August. Der Minister des Auswärtigen, Gras Goluchowsky, beauftragte den österreichischen Botschafter in London, bei der englischen Regierung energische Schritte zu thun, damit den aus Transvaal ausgewiesenen österreichisch-ungarischen Staats-Angehörigen voller Schadenersatz geleistet werde. Deutsches Keich. Berlin, 30. August. Zur Fahnen-Nagelung und - Weihe im Zeughause versammelten sich heute dort von halb zehn Uhr an hie; Generale und Offiziere, deren Regimenter neue Feldzeichen erhielten, sowie die zur Feier befohlen waren, und nahmen ihre Stellungen in der Herrscherhalle an den Tischen ein, auf denen die Feldzeichen, unter die purpursammetne Decken gebreitet waren, armeekorpsweise lagen. Die Generalität passierte in großer Gala mit Ordensband, und zwischendurch erfolgte die Anfahrt der Prinzen und Fürsten. Es kamen Prinz Friedrich Heinrich, der Fürst zu Waldeck in der Uniform der 3. Garde-Ulanen, der junge Herzog von Albany, die Herzoge Adolf Friedrich und Heinrich zu Mecklenburg, Erbprinz und Prinz Karl Anton von Hohenzolleru, Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg, Prinz Albert von Schleswig-Holstein, Prinz Bernhard Heinrich und Prinz Ernst von Sachsen-Weimar u. a. m., ferner der Staatssekretär des Auswärtigen Graf von Bülow, der Chef des Generalstabes Graf v. Schliessen, der Kriegsminister, die Generale des kaiserlichen Hauptquartiers u. s. w. Im offenen Wagen fuhr die Herzogin von Albany vor dem Zeughause vor, der mit dem Glockenschlag 10 Uhr der Kaiser folgte. Der Monarch in der Uniform des 1. Gardie- regiments mit dem Orangebande des Schwarzen Adler- Ordens, verließ den Wagen am linken Flügel der Leib- tompagnie des 1. Garderegiments, wo er vom kommandierenden General des Gardekorps, v. Bock und Polach, beim Generaladjutanten v. Kessel, dem Gouverneur von Bdmsdorff und dem Kommandanten Generalmajor von Ende empfangen wurde. Den gelbsammetnen, mit schwarzen Adlern und Edelsteinen verzierten Feldmarschallstäb in der Rechten, schritt der Kriegsherr unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der unter präsentiertem Gewehr stehenden Leibkompagnie vom linken Flügel aus ab, begrüßte am rechten Flügel den General- adjutanten v. Hahnke und erteilte dem Chef der Leibkompagnie Hauptmann v. Leipziger einige Instruktionen, worauf er sich nach dem Zeughausportal begab, um hier die Kaiserin zu erwarten, die, ganz in Schwarz mit dem Bande des Schwärzen Adler-Ordens über der Brust, bald darauf mit dem Prinzen Joachim und der Prinzessin Viktoria Luise erschien. Danach fuhr der Krönst r in z und hinter diesem die Prinzen August Wilhelm und Oskar vor, alle in der Paradeuniform des 1. Garderegiments. Die Majestäten begaben sich durch den Bor- raum mit großem Gefolge zur Herrscherhalle. Hier schritt der Kaiser auf den ersten Tisch zu, nahm vom Kommandeur der Haupttädettenanstalt den Hammer entgegen und v an d^r Kadettenfahne den ersten Nagel ein. Ein Gleiches that die Kaiserin, die den Hammer dem Kronprinzen gab, die übrigen Prinzen u. s. w. bis zum Fahnen- unterofsizier. Nachdem dieser Teil der Feier beendet war, degab sich der Kaiser mit der Kaiserin, den Prinzen und Gefolge wieder in den Lichthof hinab, wo die kaiserlichen Herrschaften hinter der Borussia, dem Altar gegenüber Aufstellung nahmen, während sich die Generalität und Offiziere, unter ihnen auch die Militärbevollmächtiqten, die an der Nagelung der Feldzeichen des ostasiatischen Expeditions-Korps teilgenommeu hatten, im Halbkreise vor der Leibkomstagnie des 1. Garderegiments gruppierten Das Musikkorps des Kaiser Franz-Regiments intonierte die erste Strophe des Niederländischen Dankgebets, worauf Militär-Oberpfarrer Konsistorialrat W ö l f i n g , neben dem der katholische Feldprobst D. Aßmann vor dem Altar stand, die W e i h e r e b e hielt, worin er u. a. folgendes ausführte: „Wie unsere junge Marine die deutsche Flagge überall hochhält und zu hohen Ehren bringt, auch jetzt wieder draußen in Ehina, und wie auch unsere Seebataillone inzwischen ihre Fahnen im Osten siegreich entfaltet haben, so mögen nun auch unsere ostasiatischen Regimenter ihre Feldzeichen draußen entrollen und mit dem Blick auf die Fahnen sich sagen lassen: Der Reichsadler regt seine Schwingen, und der altpreußische Fahnenspruch zu seinen Häupten wird zur Losung aller deutschen Kämpfer aus Süd und Nord und West und Ost: Pro Gloria et Patria! Und endlich das geflammte Kreuz im Fahnentuch — es mag uns sagen: „'s i st ein Kreuzzug, 's ist ein heilger Krieg!" Nach der Rede, einem Gebet, Vaterunser und dem Segen blies die Musik das Tedeum, womit die Feier im Zeughause ihr Ende erreicht hatte. Der Kaiser, der noch einige Generale und Offiziere angesprochen, verließ sodann mit der Kaiserin das Zeughaus, während die Leibkomstagnie mit den Fahnen und Standarten nach dem Lustgarten marschierte, um von hier den Vorbeimarsch zu machen. Der Parademarsch erfolgte in der Richtung nach dem Friedrich-Denkmal, wo die Fahnensektion albschwenkte und die sämtlichen Feldzeichen in das Palais Kaiser Wilhelms I. unter militärischen Ehren abgebracht wurden. — Der Kaiser hörte heute vorm ttag den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts von Hahnke und denjenigen des General a la suite Prinzen von Salm-Horstmar. Zur Frühstückstafel waren heute beim Kaiserpaare geladen: Ter Großherzog von Mecklenburg-Schjverin, der Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, Fürst zu Waldeck, die Herzogin von Albany und der Gesandte Freiherr von Rotenhan. Am Nachmittag hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee Grafen von Schlieffen und des Staatssekretärs Grafen Bülow und gedachte später nach der Pfaueninsel zu reiten und dort mit der Kaiserin den Thee einzunehmen. — Nachträglich werden die Telegramme bekannt, die anläßlich des Regimentsfestes des in Warschau garni- foniercnben St. Petersburger Leib-Gar d e-Gr e- nadier-Regiments König Friedrich Wilhelm' III., dessen Chef der Deutsche Kaiser ist, zwischen dem Regiment und dem Kaiser, sowie dem Kronprinzen, der a la suite steht, gewechselt worden sind. Wie die „Berliner Neuesten Nachrichten" mitteilen, telegraphierte das Regiment: „Geruhen Ew. kaiserliche und königlich^ Majestät am Tage unsres Regimentsfestes die Glückwünsche Ew. Majestät russischen Leib-Garde-Grenädier-Regiments St. Petersburg entgegenzunehmen. Indem wir unserer früheren erlauchten Chefs gedenken, die dem Hause Ew. kaiserlichen und königlichen Majestät angehören, sind wir stets bereit, Ew. Majestät, unserm jetzigen Chef, zu beweisen, daß wir dieser hohen und für uns schätzbaren Ehr ewürdig sind". Der Kaiser antwortete: „Ich bin sehr erfreut über die Glückwünsche meiner St. Petersburger Grenadiere und danke herzlich dafür. Meine Wünsche für das Regiment sind bei seinem Fest dieselben; ich spreche sie aber heute um so freudiger aus, da unsere russischen und deutschen Kameraden nach alter geheiligter Tradition' nach langer Zeit wiederum Schulter an Schulter kämpfen. Der Sieg wird uns nicht fehlen. Wilhelm. — Der Herzog-Regent vonMecklenburg hat an die zu einer militärischen Uebung in Schwerin eingezogenen Lehrer eine Rede gehalten, aus der die „Hilfe" folgende Sätze mitteilt: „Vielfach ist in die Lehrerschaft ein schlechter Geist eingezogen; die jungen Lehrer, wenn sie vom Seminar kommen, haben sich eingebildet, hochs- gelehrt zu sein, Frechheit und Unverschämtheit in ihrer Stellung gezeigt. Das ist falsch, ich hoffe, daß Ihr das nichjt so macht. Sucht Euch Eure Stellung im Leben zu erringen durch Achtung der Vavgesetzten und Liebe der Euch anvertrauten Jugend. Nur dann werdet Ihr Euch wohl fühlen in Eurem Beruf, aber nicht durch Großspurigkeit und unverschämtes Betragen. Gerade der junge Lehrer, der etwas werden will, der ein geachteter Führer seiner Gemeinde sein will, hat die Tugenden des deutschen Soldaten zu pflegen. Ueberlegt Euch das, auf daß Ihr ein Vorbild der Kinder werdet". Auch ein Beispiel zu dem Kapitel der Lehrerbehandlung in Mecklenburg. — Prinz Hermann zu Solms-Braunfels, Landtagsabgeordneter des Kreises Wetzlar, ist heute nachmittag sanft entschlafen. (Prinz Hermann Ernst Ludwig Bernhard Wilhelm, geb. zu Düsseldorf am 8. Oktober 1845, war Major a la suite des Großherzogs von Hessen und Ritter des Johanniter-Ordens. Er hinterläßt' eine Witwe, geb. Prinzessin Elisabeth von Reuß j. L., und fünf Kinder, von denen das älteste, ein Kind aus erster Ehe, die Prinzessin Friederike, mit dem Fürsten Franz Josef von Isenburg vermählt ist. Der Verstorbene war ein Onkel des jungen regierenden Fürsten Georg Viktor und ein jüngerer Bruder des Prinz-Regenten Albrecht. D. Red.) — Wie die „Kreuzztg." hört, hat der Kaiser aus Anlaß der Beendigung der Legung des neuen nordamerikanischen Kabels den Staatssekretär v. Podbielski a la suite des Ziethen-Regiments Nr. 3, dessen Kommandeur er früher gewesen ist, gestellt. — Während bisher die Regelung der Offiziergehälter stets nur am 1. jeden Monats stattfand, werden in letzter Zeit die Gehälter auch zü Mitte des Monats neu verteilt. — Frankreich soll in diesem Jahre zum erstenmal seit dem Feldzuge 1870/71 gebeten haben, einen Offizier zu den deutschen Kaisermanövern entsenden zu dürfen. Die aus Transvaal ausgewiesenen Deutschen haben sich beschwerdeführend an das Auswärtige Amt gewendet, dem sie ihre Klagen über die ihnen widerfahrene rücksichtslose Behandlung unterbreiteten. Bon der Regierung ist eine Untersuchung des Sachverhalts eingeleitet worden. Wie aus der Darstellung eines der von der Ausweisung Betroffenen hervorgeht, richtet sich die Beschwerde der Ausgewiesenen dagegen, daß sie als am Kriege unbeteiligte Ausländer trotz abgelegten Neutralitätseids urplötzlich in Haft gesetzt und gleich darauf per Schub in der brutalsten Weise nach Europa befördert worden seien, ohne auch nur ihre Angehörigen benachrichtigen Mlönnen. Die Ausgewiesenen führten ferner lebhafte Klage darüber, daß die d e u t s ch e n Kons ul n trotz ihres Bestürmens keinen Versuch gemacht hätten, gleichdemfranzösischenKonsular- beamten zu ihren Gunsten zu intervenieren. In der „Post" lesen wir folgendes: Was an diesen Beschwerden begründet ist, muß die eingeleitete Un t e r su ch un g ergeben; erst nach ihrem Abschluß wird es für die Regierung möglich sein, zu erklären, ob und wegen welcher Punkte sie bei der britischen Regierung Rekurs ergreifen wird. Das ist umzweifelhaft richtig, daß die Regierung erst die Ergebnisse der Untersuchung abwarten muß, ehe sie irgend welche Erklärungen abgiebt. Jedenfalls' aber handelt ne nicht nur im Interesse der Ausgewiesenen, sondern auch derWürdedesReichs, wenn sie die Untersuchung möglichst beschleunigt. Ausland. Brüssel, 30. August. Der „Soir" will aus Hofkreisen erfahren haben, daß die Meldung eines englischen Blattes,. König Leopold werde im nächsten Jahre zugunsten des Prinzen Albert ab dank en, auf Wahrheit beruhe. Rom, 30. August. Den Blättern zufolge hätten die Behörden entscheidende Beweise dafür in den Händen, daß die Ermordung des Königs Humbert auf ein Kom- plot zurückzusühren sei. Wien, 30. August. Hier zirkulierende Gerüchte von einem angeblichen Attentats-Versuch aus den Kaiser Franz Joses in Ischl sind unbegründet. — Gras Goluchowsky wurde heute vormittag vom Könige von Rumänien in längerer Audienz empsangen. Wie versichert wird, vertritt Graf Goluchowsky im rumänisch-bulgarischen Konflikt den Standpunkt Rumäniens und hat dem König versichert, im Verein mit Rußland in Sofia aus diplomatischem Wege vermittelnd einzuwirken. Bukarest, 30. August. An mehreren Punkten der bulgarischen Grenze, namentlich in Rustschuck, ist der Ueber- tritt nach Bulgarien den Inhabern von Püffen, die von der bulgarischen Gesandtschaft ordnungsmäßig visiert sind, streng untersagt. Den Beamten der rumänischen SchiffsahrtSgesellschast in Rustschuck wurde verboten, die Pontons zu verlassen und sich in die Bureaus zu begeben, sodaß sie die Kassen und Papiere im Stiche lassen mußten. Auch in Widdin wurde die Mannschaft eines rumänischen Postfchiffes an der Landung gehindert. Der Minister des Auswärtigen beauftragte infolgedessen telegraphisch den tu* mänischen Geschäftsträger, durch eine der bulgarischen Regierung heute zu überreichende Note gegen die vexatori- schen Maßregeln Einspruch zu erheben, wodurch nicht nur die Rechte und Interessen Rumäniens, sondern auch die internationalen Vertragsbestimmungen über die freie Schifffahrt auf der Donau verletzt würden. Konstantinopel, 30. August. Trotz aller Dementis von bulgarischen Rüstungen ist man hier auffallend beunruhigt. Die Bulgaren suchen die hiesige Stimmung geschickt für ihre Zwecke auSzunützen, sie fordern das Fallen- lassen des 8prozentigen Einfuhrzolles für ihren Vieh- und Mehl-Export nach der Türkei. Der gestrige Ministerrrat beschloß vorläufig die gänzliche Aushebung des Zolles sür Vieh aus Bulgarien, dessen Import sehr bedeutend ist. Aus Stadt und Land. Gießen, 31. August 1900. *• Prüfung im Finauzfach. Am 15. November findet, wie gestern gemeldet, in Darmstadt eine Prüfung im Finanz fach statt. Die bestandene Prüfung berechtigt neben den Stellen der Steuerausseher und Pfandmeister im Staatsdienste, auch in neuerer Zeit zu einer größeren An- zahl von Stellen bei den Städten über 3000 Einwohner. Da es mit Rücksicht aus die ständigen Aenderungen der gesetzlichen Bestimmungen schon schwierig ist, den gestellten Anforderungen zu entsprechen, so bereiten zurzeit hiesige erfahrene Fachleute auf Grund der neuesten gesetzlichen Bestimmungen ein vollständiges Prüfungsmaterial vor und beabsichtigen, dasselbe leihweise gegen mäßiges Honorar abzugeben. Am 1. September wird ein mündlicher Kursus beginnen, in dem die Gesetze wiederholt besprochen und erklärt werden, sodaß den Teilnehmern zu einer gründlichen Vorbereitung Gelegenheit geboten ist. ** Die Justifikatur der Oberrechnungskammer, die ein Personal von 56 Beamten und Revisionsgehilfeu umfaßt, hat in allerjüngster Zeit drei Beamte verloren, den seitherigen Dirigenten, RechnungSrat Eis en, durch Pensionierung, Revisor Engelbach durch Ernennung zum Sekretär der Handwerkerkammer und RechnungSrat Schaffnit durch Ableben. Der an Eisens Stelle zum Dirigenten ernannte seitherige älteste Revisionsbeamte, RechnungSrat B ecken - haub, ist am 1. Mai 1871 als Pkvbator angeftellt worden, gehörte der Justifikatur aber schon vorher während einer längeren Reihe von Jahren als RevifionSgehilfe an. § Butzbach, 30. August. Der kürzlich fahnenflüchtig gewordene Einjährige Eifert vom hiesigen Bataillon wurde heute abend bei Caffel festgenommen und durch einen Unteroffizier des Jnfant.-RegtS. 167 an das hiesige Garnisonkommando abgeliesert. Schotte«, 30. August. In der Generalversammlung der Spar- und Leihkasse am 25. d. M. (Ludwigstag) wurde ein Antrag auf Erhöhung des Zinsfußes von Einlagen über 1000 Mk. abgelehnt. Aus dem Jahresberichte des vergangenen Jahres (67. Verwaltungsjahr) geht hervor, daß die Stiftung 109 Mitglieder zählte; das Aktienkapital betrug 634,13 Mk., die verzinslich angelegten Kapitalien betrugen an Darlehen 828 269.94 Mk., an Kaufschillingen 179 809.18 Mk.. die Einlagen 934 498.03 Mk., der Gesamtumsatz 527 901.94 Mk., VerwaltungSkosten 3595.22 Mk.,. bet Reservefonds 93 101.92 Mk. und der Reingewinn 2300.69 3RL Darmstadt, 30. August. Heute früh zwischen 8 und 9 Uhr verließ der Stab des 6. Ost asiatischen Infanterie-Regiments Darmstadt und begab sich nach Bremerhaven, wo die Einschiffung auf dem Dampfer „Darmstadt- mit dem 1. Bataillon des 6. Ostasiatischen Infanterie-Regiments vor sich geht. Am Montag, 3. September, nachmittags, verläßt das 2. Bataillon des 6. Ost- asiatischen Infanterie-Regiments unter Führung des Majors Lidl und unter Anschluß der 9. Kompagnie des 4. Ostasiatischen Infanterie-Regiment- unter Führung des Hauptmanns Otto Darmstadt, um am 4. September, Abends 6 Uhr, in Bremerhaven auf dem Dampfer „Hannover" eingeschifft zu werden. Mainz, 30. August. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Bersammlung drehte es sich in der Hauptsache um die Frage der Deckung des Fehlbetrags des Universitätsfouds für die Kosten der hiesigen höheren Lehranstalten. Schon vor längerer Zeit hatte die Regierung die hiesige Stadtverwaltung ersucht, einen Betrag von ca. 12 000 Mk., der zur Bestreitung der Kosten für die Realschule, das Realgymnasium und die höhere Handels- schule aus den vorhandenen Mitteln des UniversitätSfondS nicht gedeckt werden konnte, auf Kosten der Stadt zu übernehmen. Die Stadtverordneten hatten dies aber abgelehnt. In der heutigen Versammlung wurde beschlossen, auf dem seitherigen Standpunkte zu verharren und eine Eingabe an die hessischen Ständekammern in dem Sinne zu richten, daß die für das Mainzer Gymnasium aufgewendeten, dem Universitätsfonds entnommenen Baukosten durch den Staat verzinst würden, da auch die anderen Gymnasien des Landes aus Staatsmitteln erbaut worden seien. Durch diese Verzinsung würde der Universitätsfonds in der Lage sein, den Fehlbetrag bei den höheren Lehranstalten in Mainz mehr als genügend zu decken. Ferner wird in der Eingabe beantragt, die seither aus dem Universitätsfonds entnommenen Kosten für die Besoldung eines katholischen Geistlichen an der Universität zu Gießen und die Kosten für 20 Freistipendien, die ebenfalls dem Universitätsfonds entnommen wurden, auf den Staat zu übernehmen. ~ In der Wohnung eines städtischen Obmannes wurde eingebrochen und ein Sparkassenbuch gestohlen. Als der Bestohlene auf die Sparkasse eilte und von dem Diebstahl Anzeige machte, waren schon 500 Mk. erhoben. — Gestern Abend wurde in der Nähe des Schlacht- und Viehhofes eine 58jährige Frau von einem Schiffmann überfallen, vergewaltigt nnd beraubt. Mainz, 30. August. In einem Ort im Kreis Bingen spielte, wie der „Mainzer Anz." schreibt, ein dortiger Bäckermeister ein Zehntel-Los der ersten hessischen Staatslotterie während der ersten vier Ziehungen. Da kam auf einmal die Frau des Losinhabers darauf, daß ihr Mann spielte. Sie zankte gehörig und litt es absolut nicht, daß ihr Mann sein Los auch in der 5. Klaffe weiterspiele. Um des häuslichen Friedens willen gab der Bäckermeister nach und stellte dem Kollekteur sein Zehntel zur Verfügung, das nunmehr der Briefträger des Ortes übernahm, und zwar zu seinem Glück: denn die Nummer wurde mit einem Gewinn von 200000 Mk. gezogen. Der Anteil des Briefträgers machte 17 000 Mk. aus, die er vergnügt schmunzelnd einsteckte. Was der Bäckermeister für ein Gesicht gemacht hat, kann sich jeder selbst ausmalen. — Ein erst kürzlich als Polizeidiener in einer unserer Nachbargemeinden angestellter junger Mann, der in seinem bürgerlichen Verhältnisse bereits alle mögliche Stellungen bekleidet hat, befindet sich gegenwärtig unter Anklage, weil er den Arbeiter eines in dem Orte wohnenden Fabrikanten zu einem Diebstahl verleitet hat. Die Angelegenheit wurde dem Gericht zur weiteren Verfolgung übergeben. Bingen, 30. August. Nach den bis jetzt in den benachbarten Gemeinden gemachten Erhebungen über das Resultat des diesjährigen Herbstes stellt es sich heraus, daß die meisten Gemeinden weit über einen halben Herbst, einige Gemeinden einen halben und etwas darunter erzielen. Marburg, 30. August. Heute Mittag hat sich im Walde bei DreyerSquelle ein in einem hiesigen Geschäfte thätiger 18 Jahre alter Handlungsgehilfe Siegelstein aus Treis erschossen. Der Betreffende war in den letzten Jahren öfter sehr leidend. Dies mag wohl auch die Ver- anlaffung zu der That gewesen sein. Vermischte». * Konstanz, 30. August. Ueber das Unglück deS Zuges Frankfurt-Basel-Konstanz wird noch berichtet: Der Schnellzug 49 entgleiste 200 Meter vor der Haltestelle Hegne. Er bestand aus 2 Lokomotiven, 9 Personen- und 2 Gepäckwagen. Die erste Maschine stürzte rechts hinab, die zweite hat sich in den Bahndamm eingebohrt. Der Tender der letzteren wurde plattgedrückt, der vordere Personen- und Gepäckwagen zertrümmert, ineinander und auseinander geschoben. Die Schienen, Schwellen und Stangen sind verbogen und umhergeftreut. Es ist ein Chaos. Die übrigen Wagen find ziemlich unbeschädigt geblieben, darunter der durchgehende Wagen 2. Klasse von Straßburg und 2. und 3. Klasse von Mannheim. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen bewerkstelligt, der Güterverkehr ist eingestellt. Die Betriebsstörung dürfte voraussichtlich längere Zeit andauern. Der getötete Fisch. Händler Wall ist fürchterlich zugerichtet, der Schädel ist zerquetscht, Herz und Lunge hingen am Rücken heraus, der Unterleib war aufgeriffen. Die Leiche mußte mit Axt und Hebeisen aus den Trümmern befreit werden. Eine schwerverletzte Dame ist nicht vernehmbar. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht bekannt; vermutlich hat der moorige Untergrund infolge des Regenwetters der letzten Tage nachgegeben. An der gleichen Stelle fand im Februar eine Entgleisung statt. Das Großherzogspaar besuchte heute die Verletzten im Krankenhause und die Unglücksstelle. Nach einer Mitteilung der Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen sind 18 Personen leicht verletzt. Bon Konstanz ging ein Hilfszug nach der Unglücksstelle. Von Radolfzell erschien die freiwillige Feuerwehr. Die Konstanzer SauitätSkolonne leitete den Transport der Verwundeten. * Bizerta, 30, August. An Bord des Torpedobootes 178 fand eine Explosion statt, wobei ein Heizer getötet und zwei verwundet wurden. • Budapest, 30. August. In Laczkova wurden bei einer großen Feuersbrunst 62 Wohnhäuser eingeäschert. Mehrere Personen sind in den Flammen umge- kommen. Kunst und Wissenschaft. Darmstadt, 27. August. Unter den Prämiierungen der Pariser Weltausstellung befinden sich für die Künstler-Kolonie hier nicht weniger wie 5 goldene, 5 silberne und 2 kupferne Medaillen, ein Zeichen, einen wie großen Beifall das s. Z auch hier ausgestellte Zimmer gefunden hat. Von diesen Medaillen entfallen 4 goldene, 4 silberne und die kupfernen auf die Entwürfe der Herren der Kolonie, 1 goldene und 1 silberne für die Ausführung. Außerdem aber hat Prof. Olbrich für daS vielbesprochene Wiener Interieur, das von ihm in Darmstadt entworfen worden ist, den grand prix und noch eine goldene Medaille erhalten. Gerichtssaal. Fulda, 30. August. Ein Jahr lang unschuldig im Zuchthaufe hat der Arbeiter Drescher auS Fulda geseffen. Im Jahre 1898 wurde Drescher von der Strafkammer des hiestgen Landgerichts wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit unter Ausschluß mildernder Umstände zu einer Zuchthausstrafe von anderthalb Jahren verurteilt. Er leugnete beharrlich, das ihm zur Last gelegte Verbrechen verübt zu haben, aber die vorgebrachten Belastungsmomente wurden für ausreichend zur Verurteilung erachtet. Drescher legte gegen dieses Urteil Revision ein, die jedoch verworfen wurde. ES gelang ihm nun, neues BewetSmaterial beizubringen, auf Grund btffen er die Wiederaufnahme d-S Verfahrens durchsetzte. In der erneuten Verhandlung wurde er von Strafe und Kosten frei- gesprochen, sodaß er das Zuchthaus, in dem er bereits ein Jahr zugebracht hatte, verlassen konnte. Wie verlautet, soll nun Drescher als Entschädigung für das Jahr unschuldig verbüßter Strafhast einen Betrag von 500 Mk. erhalten. Göttingen, 29. August. Eine Revolveraffäre mit tödt- lichem Ausgange, in die fünf frühere Gymnasiasten auS Duderstadt verwickelt waren, fand beute vor der Strafkammer ihr Nachspiel. Als Haupttbäter war der 17jährige Rudolf Leib ecke wegen vorsätzlicher Tödtung, Körperverletzung und Nötigung angeklagt, während sich seine vier Genossen im Alter von 16 bis 20 Jahren wegen Körperverletzung und Widerstand zu verantworten haben. Zu seiner 16jährigen Geburtstagsfeier hatte der Mitangeklagte Albert Beetz seine vier „Kommilitonen" zu einer Bowle e!ngel«den, die aus zwölf Flaschen Wcin zusammengesetzt wurde. Nach Mitternacht sollte eine Dame mit einem Ständchen „beehrt" werden, aber die Bürschchen setzten statt dessen auf der Straße ohne jede Veranlassung mit anderen jungen Leuten eine Prügelei in Szene. Der 18jährige Mitangeklagte Hamel wurde hierbei ver- bastet und sollte von einem Nachtwächter zur Wache gebracht werden. Um ihn zu befreien, eilte Letbecke nach seiner Wohnung, holte einen Revolver und stürzte auf den Menschenknäuel, der den Verhafteten nach dem Wachtlokal eskortierte, mit den Worten: „Loslassen oder ich schieße!" und nahm den Nachtwächter aufs Korn. Während man sich bemühte, dem jugendlichen Wüterich die Waffe zu entwinden, feuerte er in den Menschenknäuel vier Schüsse ab, von bcnen einer den Schnetdergesellen Borchert tödtlich in die Stirn traf, während durch die anderen Schüsse meiere Personen leicht versitzt wurden. Leibecke hatte eS nur seiner Jugend zuzuschreiben, daß er vor dem Zuchthause bewahrt blieb, denn unter Versagung mlldernder Umstände wurde er zu 5 Jahren 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Hamel, sowie ein Dritter namens Döring wurden zu einem und zwei Monaten Gefängnis verurteilt, Beetz und Schwab freigesprochen. Arkeitrrhr»rzmtH. Mainz, 30. August. Die stark besuchte Versammlung der aus- ständigen Lederarbeiter faßte heute nachmittag den einstimmigen Beschluß, auf die vom Oberbürgermeister Dr. Gaßner als Vermittler der Lederwerke heute vormittag gemachten Vorschläge nicht einzugehen. Die Versammelten verlangen vor allen Dingen die sofortige Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit und kein Hinausschleppen bis zur Anschaffung neuer Maschinen, dre nur dazu geeignet seien, eine Masse von Arbeitskräften auf die Straße zu werfen. Ferner verlangen die Streikenden die Auszahlung des eingehaltenen Wochenlohnes und keine Verwendung des Geldes zu anderen Zwecken. Die Streikenden sind bereit, auf Grundlage dieser Forderungen in weitere vermittelnde Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister einzutreten. Havre, 30. August. Ein Teil der Metallarbeiter hat heute die Arbeit wieder ausgenommen. Dünkirchen, 30. August. Die hiesigen Behörden haben 42 englische Arbeiter zur Verladung der Waren der im Hafen liegenden englischen Dampfer kommen lassen. Die Unterhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Ausständigen sind auf dem besten Wege, zu einer vollständigen Verständigung zu führen. Man erwartet für morgen bereits einen Ausgleich. Schiffsnachrichtrn. Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star Linie," in Antwerpen, ist laut Telegramm am 29. Aug. wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Handel und Verkehr. Kolkswirtschap Frankfurter Börse vom 30. August. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Pr&mlen auf Kredit per ult Sept. LTO^/q, do. per ult Okt. 2.50%, Diakonto-Kommandit per ult. Sept 1.50%, do. per ult. Okt. 2.40 %, Lombarden per ult Sept. 0.70%, do. per ult Okt. 1.00% Deutsche Bank per ult. Aug. 0.00%. Notierungen; Kreditaktien 206.30-207-0, Dlakonto- Kommandit 173.40-70-00-00, Staatsbahn 140.50-000.00, Lombarden 26.10-30-00, Italiener 94.50, Spanier 72.60, Bproz. Mexikaner 25.25, Bochumer 187.90-188.20-00 bz., Laura 203.70-204.20 bz., Harpener 178.90-179.70-50 bz., Gelsenkirchen 192.50-000-000 bz. G., Privat- Diskont 4%%. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 206.90-50-207.20 bz., Dis- konto-Kommandit 173.30-70 bz., Berliner Handelsgesellschaft 00 bz., Staatsbahn 140.50-00 000 bz., Lombarden 26.20-00 b., Laura 000-00 3proz. Mexikaner 00.00 bz. — Zahlungseinstellungen in Roubaix. Drei bedeutende Wollfirmen des Roubaixer Distrikts sind, da sie ihre Differenzen an der Börse nicht bezahlen konnten, genötigt gewesen, eine Versammlung ihrer Gläubiger einzuberufen. Der „Temps" meldet auS Havre: Bis jetzt haben 13 Baumwollfirmen infolge deS Kraches in Roubaix falliert. Die Passiven betragen im Ganzen 25,000,000 Francs. Die Verluste der verschiedenen Firmen während der letzten acht Monate belaufen sich auf 18 Millionen Francs. Märkte. Gießen, 30. August. Bei dem am 28. und 29. August stattgehabten Markt waren aufgetrieben 1389 Stück Rindvieh, 507 Stück Schweine. Der nächste Markt findet statt am 18. und 19. September, am letzteren Tage auch Krämermarkt. Obftdurchschuittspreise vom 30. Aug. 1900 (die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung): Trauben der Centn er Mk. Aprikosen „ „ Pfirsiche.......„ Birnen, je nach Sorte . . „ „ , Pflaumen Reineclauden Früh-Zwetschen „ Frankfurt a. M., den 27. August 1900. Centralstelle für Obstverwertung. Familien Nachrichten. Gestorben: Herr Konrad Kuh, Nachtwächter i. P., in Friedberg. — Fräulein Katharine Daum in Darmstadt. — Frau Sophie Drott geb. Erk, Witwe des Bautechnikers Konrad Drott in Darmstadt. — Fräul. Auguste Eigenbrodt in Darmstadt. — Gr. Kreisarzt Dr. WUhelm Johann Doerinkel in Alsfeld. Kriefkasten der Redaktion. M. M. Sie wollen Jbre Sommersprossen lo8 sein. Da ,hun tote am besten, Sre warten auf den Wmler. Künstlich können Sie die „Gesichtspunkte" nur zugleich mit der Hautschicht entfernen, in der sie enthalten sind, durch die von dem Wiener Kliniker Hebra angegebenen Sublima Umschläge. Näheres darüber erfahren Sie wohl in jeder Apotheke, bester aber noch durch einen Spezialarzt für Hautkrankheiten. 25-0. 00. 30. 4-10. 6-12. 10. 6. 10. 8-10. Knuste Meldungen Berlin, 31. August. Der Kaiser und die Kaiserin werden voraussichtlich Ende September zu einem einwöchigen Besuche in Kadinen eintreffen. Ter Kaiser wird im Kadiner Forst Jagden abhalten. — Nach Bremerhaven begiebt sich der Kaiser erst am 4. September. München, 31. August. In der Herzogstraße stürzte gestern ein dreistöckiges Haus ein. Bisher werden 12 Verwundete gezählt, von denen vier schwerverletzt sind. London, 31. August. Die Glasgower Sanitäts-Behörde bestätigt, daß ein am Montag vorgekommener Todesfall durch Bubonenpest veranlaßt sei. L o n d o n, 31. August. Der von Ostasien heimkehrende Hamburger Dampfer Silesia ist mit brennender Ladung in Singapore eingelaufen. Näheres fehlt noch. San Sebastian (Spanien), 31. August. Der Fr- nawzminister erklärte, das neue Budget sei bereits weit gediehen und werde bestimmt mit dem 1. Januar in Kraft treten. Die Forderungen für Anschaffung moderner Geschütze und Befestigungen der Küsten und kanarischen Inseln sind bedeutend. Allein für Schnellfeuer-Geschütze sollen 17 Millionen ausgeworfen werden. Rom, 31. August. Der Königsmörder Bresci hat bei bent obersten Kassationshofe gegen das Urteil Berufung eingelegt. Kopenhagen, 31. August. Hier sieht man für den Oktober bestimmt einem Aufenthalt des Prinzen Georg von Griechenland, des General-GouvernerrS von Creta, entgegen. Der Prinz ist bekanntlich mehrfach mit seiner Kousine, der Prinzessin Viktoria, verlobt gesagt worden und anscheinend würde eine solche Verbindung in den Wünschen des Fredensburger Familienkreises gelegen sein. Der dänische Besuch des Prinzen soll sich anläßlich der politischen Rundreise vollziehen, die er in seiner kretischen Eigenschaft bei den großen europäischen Höfen vorzunehmen hätte. Washington, 31. August. Die schwedische Regierung ist mit der Nationalbank in Verhandlungen! getreten, um ein Darlehen von 10 Millionen Dollar aufzunehmen. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 1. September 1900. Vorabend 6" Uhr, morgens 8®) Ubr, nachmittags 4 Uhr Gchrifterklürung, Sabbathausgang 7« Uyr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 1. Septbr. 1900. Freitag abend 6« Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 8 Uhr. Nachmittag Uhr TchrifterklLriMg in der Synagoge. Wochengotlesdienst morgend 6^ Uhr, abends 6»' Uhr. Kirchliche Nachrichten, rvaugelische Gemeinde. Sonntag den 2. September. 12. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Gtadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinoe. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Dr. Grein. In der JohanneSttrche. Kirchliche Feier des redanfeste». Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadlkirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrassistsnt Kraus. Nach allen Gottesdiensten Sammlung für die Kaiser Wilhelm-Ttifinng zum Besten deutscher Invaliden. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 1. September. Nachmittags um 4% Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Äeichte. Sonntag den 2. September. 13. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. , um 9% Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2% Uhr: Andacht. Gießen, den 31. August 1900. 03595 Danksagung. Für die vielen Beweis?, herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Joh. Ad. Werner sowie für die reichen Blumenspenden sagen wir hiermit unteren tiefgesühl en Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Nationalliberaler Verein. Zur 30. Wiederkehr des Sedautages findet nächsten Sonntag den 2. September, nachmittags 3 Mr, ans der Ludwigshöhe bei Edenkoben eine Parteifeier fit die Nationalliberalen Mwest-cutschlan-s statt. Parteigenoffen und Freunde find dazu eingeladen. 57«$ Der Vorstand. KeKmmtmaihung. Montag den S. September d. IS., nachmittags von 27s Uhr an, versteigere ich im Auftrage des Herrn Konkursverwalters B 0 e ck dahier in der seitherigen Wohnung deS Bildhauers F. Siegler zu Großen-Linden, Bahnhofstraße: 1 Sofa, 1 Vertikow, 1 Ausziehtisch, 1 Waschkommode mit Marmorplatte, 1 Kleiderschrank, 1 Bett, 1 Regulator, 1 Wecker, 3 Stühle, 1 Ösen, 1 Kronleuchter, 1 Violine, 1 Patentstuhl, einen Spiegel, 1 Kanarienvogel mit Käfig, 1 Flobcrt, mehrere Bilder, Wandteller, Wandschoner, Nippsachen, Teppiche, Blumentöpfe mit Blumen, sowie mehrere Zentner Kohlen und Holz u. v a. meistbietend gegen Barzahlung. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den bl August 1900. 5777 Seipel, Gerichtsvollzieher. Grrrminetgras- Versteigerrmg ie 6räfl. Obttförstttei Arnsburg. Freitag den 7. September, nach Zusammenkunft 9 Uhr vorm. im Gottesackerthal, wird das Grummet von dm Wiesen im Gottesackerthal, Petersee, Deckelborn und Vierzigmorgen versteigert. In den Vierzigmorgen beginnt die Versteigerung gegen 10 Uhr.5768 Ohnpfrlihiiuiiii Bringe mein FtaWr aus der Sraurrri Sichler in empfehlende Erinnerung. Bestellungen in jeder Quantität liefere frei ins Haus. 03579 PL Bob, MnWraße 11. Prima Kognak, Spezialmarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literflasche 2 Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzügl. Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognaks unt Originalverschluß als die besten, welche der Markt bringt. G. Dort, Wallthorstraße 45. Revllvirren und Mumien alter Oelgemälve. 03564 Goethestrasse 46, Hinterhaus AIeNer für A»ortraitmaleret. n verknusen Fafetochs sprungfähig, Vogelsberger Raffe, Herdbuchtier, gekört, steht zu verkaufen. Gebr. Hofmann, zur Staubt, 5720_______Schotten.__________ 5490] Ein nur einige Male gefahrenes Ttsä. Verhältnisse halber billig ****** zu verkaufen. 5490 _______________ Liebigstrage 41. Keine Eßbirnen und gute Kochbirnen fr) zu verkaufen. Seltersweg 56, II Vermietungen $1 rllc ip(ßrlud|r zu vermieten. 5773 Kreuz 11. zu vermieten. dauernde Stellung. 5765 03587] Der Borstand. 03594 Schützenhaus. Handlanger Bleichstraß^ l. {03582 5776 in stillen, kleinen Haushalt gesucht PerslWenes Uliet nei n ist e (Offene stellen Vereine Frankfurterstrasse 36 ist die feit längeren Jahren von Herrn RegierungSbaurat Roth bewohnte Bel- Etage, 8 Zimmer mit Bad, Mädchenzimmer, Wafferklosett, Gas, Garten usw. per 1. Januar 1901, eventl. 15. Oktober, 5774] Freundliche Familienwohnung zu vermieten.Neustadt 18. Acetylen-Apparate-IaSrik Kießen, Alieestraste 25 Angeh Kommis, welcher seine Lehre in einem Engrosgeschäft bestanden sit und mit sämtl. Kontorarbeiten, sowie der eins. Buchführung gründlich vertraut ist, sucht Stellung per 1. Okt. a. c. Off. u. 8. G. Nr. 5?67 an die Expedition d. Bl- AlluerHerGesauZverem Heute, Freitag abeud: König. /Ortsgruppe Giessen. Samstag den 1. Sept., von abends 9 Uhr ab: Kommers im Perkeo. Konzert zur Feier des 2. September. Um zahlreiches Erscheinen bittet Sonntag den 2. September, nachmittags 3 Uhr: Ausßug nach Kl.§mdkv. Restauration L. Spuck, früher W. Rinn. Der Borstand. sucht vom 1. Oktober ÖltWCÄl ab ruhiges Zimmer. Offerten unter E. H. 03585 an die Expedition dieses Blattes. Tüchtige kfflliil® finden bei hohem Lohn sofort 03591] Intelligentes, redegew. Fräulein oder Frau wird bei leichter Beschäftigung und gutem Verdienst für sofort gesucht. Zu melden morgens 8 bis 9 Uhr und abends 6 bis 7 Ubr in der Gastwirtschaft voller Wwe., Bahnhofstraße. Amlcitia. Sonntag den 2. September, morgens präzis 11 Uhr: Rettich-Men mit teonzer» im Vereinslokal. — Nachmittags: ^nach^Klein.Linden (Bernhardshäuser Hof) Um zahlreiches Erscheinen bittet Dachdecker gesucht. 3 Karl Müller,Frankfurta.M.,Rhönstr.l01 Kckttger Mergele«: ges. 03578 Bäcker Haberkoru, Beuern. 5772] Ein schön möbliertes Zimmer, mit oder ohne Pension, zu vermieten. _________________SelterSweg 61. 5780] Ein möbliertes Zimmer Bursche, ungef. 16 Jahre, kräftig, zu Pferd und Wagen gesucht. Leichte Arbeit, Wohnung, Kost rc. frei. Antritt sofort. Gehalt nach Uebereinkunft. Dr. Pulzner, Arst, Tüchtiges Dienstmädchen auf sofort gesucht. 03574 _______Frau Klein, Krofdorferstraße. 5770] Braves, fleiß., evangel., älteres fttut möbliertes Zimmer an anständigen Herrn zu vermieten. 03586 Hammstratze 11, H, MittelhauS. (IpöblierteS Zimmer zu vermieten. *nV 03589 Sonnenstraße 28. AchreinetgeM “6e _______H. Sack, Große Mühlgaffe 5. 03592] Wagnergeseve gesucht. H Mühlich, Dammstraße 24. EL« Aushilfskellner für Sonntags gesucht. Der Borstand. 5766 03590] Wohne ab heute Soanenftratze28 ______Frau Belloff Wwe. 5584] Ein Pfarrer in der Nähe von Gießen, mit lavgjähriger, erfolgreicher Thätigkeit tu Heilung von Sprachgebrecheu (Stottern, Stammeln) nimmt sprchgebrklhlllhe Kinder und Erwachsene in Kehandlung. Näheres zu erfragen in der Buchhandlung von Herrn Krebs, hier, Schulstraße 10._____________________ Goldener Zwicker gen Belohnung abzugeben. Liudengaffe 2, im Laden. MWktkmell-NklNll Cicho.MA Erinnerungsfeier Sedan Samstag den 1. Septemöer 1900, aöends 9 Ahr, bei Kamerad Martin Steiumeyer. 6779 Der Borftaud. Sunotfla bftt 9. September: Ausflug nach Münzcnberg. Staufenberg. Sonntag den 2. und Wontag den 3. September: Kirchweihfest wozu ergebend eintoben bie »7,1 ___________Zecher und Dorfeld. Rödgen. Sonntag den 2. September und Montag den 3. September: ZT Kirchweihfest wozu freundlichst einlabet 03m Heinrich Wagner II. Krofdorf. wozu freundlichst einloden Karl Pfeiffer H. Freund. 03570 itwe Hoffmann. Sonntag den 2. und Wontag den 3. September: Kirchweihfest Vetzberg bei Doichcim«. K. Sonntag den 2. und Wontag den 3. September: ßk Kirchweihfest A ■"*" W. Becker, 03583 zur Wilhelmshöhe. Aür gute Speifeu und Getränke ist bestens gesorgt. Am 2. Uü» 3. September WeiidM Kimes zu deren Besuch fteundlichst einladet cs«. Gastwirt Heinrich Pcnsch. ittute Koch- und Tafelbirnen zu ver- kaufen.Marhurgerstraße 29. CüMklts mit Firm Druck um 8«(ea der Vrllchi'schen llntetc1Uatl48u(»- ue* «teiadruckerei (Pietsch in Wttfceu. «erentwortlich für den gemeinen Tsttt: P. ttiUf«; für dr« IttyieemtU; Hen» Beck. - liefert billigst Sröhl'schk NmvttMs-Drlllllrtti. (Gin gut erhaltener Restaurationsherd zu verkaufen. Näheres bei 03576 Lhr. Engel, Ofensetzer, Weidengaffe 12. Sonntag den 2. und Wonlag den 3. September: Kirchweihfest wozu freundlichst einlader 03572 Gastwirt Schlierbach. 03581] Zwei Pferve, ein- und zwei- spännig gefahren, sowie mehrere ein- und zweispännige Chaisengeschirre zu verkaufen_______Hoflohnkutscher Huhn. 03593] Ein Baum guter Birnen, sowie ganz feine Etnmach-Virnen zu verkaufen.__Bergstraße 17. 03588] Eine gut erhaltene 7« Violine mit Zubehör zu verkaufen. Araukfurterstraße 72, i. ä Krebs-WichsegiebtdenschönstenGlanz i Krebü»WichsegiebtdenschönstenGla:'.z MM lll Jf KrebS-WichsegicbtderischönstenGlanz ” Krebs WichsegisbtdenschönfienGlanz M KrebS-Wichsegiebtdenschör.stenGlanz Ä M MAM Krebs WichsegiebtdenschönstenGlanz Xflll I Krebs.WichsegiebtdenschönstenGlanz V Krebs-WichsegiebtdsnschönstenGlapzob^