Mr. 50 Zweites Blatt Donnerstag den 1. März 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,96 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,91 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld. Alle Anzeigen'BermitttungSstellen deS In. und Autlande« vehmeu Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. |iee|«e »•« Anzeigen zu der nachmittags für de« fchmde» Sag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. UGHestellungen spätesten- abends vorher. Erscheint tügNch ml LuSuahmr deS MonlagS. Die Gießener arten dem Anzeiger te Wechsel mit .Heft- Hmdwtrt- *- Rätter M Heß. Volkskunde" N$tL4*«l beigclegt. Dieses Erlebnis schleift ihnen nach wie dem Gefangenen die Kette. Sie schleppen diese Fessel überall mit sich herum. Sie sehen alles Folgende im Lichte dieses Einzelnen. Wohl mögen die daran beteiligten Figuren wechseln, wohl mag sich der Schauplatz der Handlung ändern: das Ereignis bleibt dasselbe. Ort- und Zeitkolorit dürfen noch so verschieden sein: der Dichter kann nicht aus sich und über sich hinaus. Sie sind nicht starkknochig genug, nicht verwandlungsreich, nicht vielseitig. Ein Mangel an Phantasie behindert sie. Mit dem Nach fühl en, dieser beim Dichter gesteigerten Gabe, ist es nicht gethan. Sie wollen mit» erleben. Die Stimmung ist für sie alles, der einzelne Moment unersetzlich. In einer von Schnitzlers Novellen wird einmal das kluge, allgemein giltige Wort ausgesprochen: „Geh' nach Hause mit Deiner süßen Erinnerung. Man soll nichts wiedererleben wollen." Unsere modernen Dichter wollen wiedererleben, wollen die süße Erinnerung aufs neue durchkosten, wollen sie immer wieder bis zur Neige leeren. Sie schwelgen, um einen Ausdruck von Clemens Brentano zu gebrauchen, in Erinnerungseselei. Ihre Heldin mag Marie ober Annchen oder Elisabeth heißen, es ist immer derselbe Akkord, ob er auch in den verschiedensten Tonarten angeschlagen wird. Und darum ist es für sie ersprießlich und segensreich, wenn sie auf dem festen Boden der Gegenwart stehen bleiben. Und darum ist es ratsam, wenn sie den engeren Distrikt ihrer Heimat bevorzugen, weil sie da am besten Bescheid wissen, weil da alle Gegenstände ihrer Umgebung eine intimere Bedeutung gewonnen haben, und selbst die leblosen noch mit Leben von ihnen ausgestaltet werden. Max Halbe hat es am eigenen Leibe erfahren, daß er die Renaissancezeit in seiner Tragödie „Der Eroberer" nicht meistern konnte. Er hat ja selbst so wenig vom Eroberer an sich. Trotzdem hat er in seinem neuesten Drama wieder die Hand nach einer fernen Zeit und fernen Menschen auS- gestreckt. „Das tausendjährige Reich" führt uns in das „tolle Jahr" 1848, und zwar in das ostpreußische Dorf Marienwalde, wo man schon von den wilden Straßenkämpfen in Berlin Kunde erhalten hat. Gerade in solchen Zeiten, wo die Wogen der politischen Erregung gewaltig anschwellen, sind immer wieder religiöse Schwärmer entstanden, die sich selbst für die Auserwählten hielten und als neuer Messias ihre Gemeinde einem goldenen Zeitalter ent- " gegenführen wollten. Ein solcher Phantast steht im Mittelpunkt der Handlung, der Schmiedemeister Hermann DrewS. Er glaubt, ein Berufener des Herrn zu sein. Der Herr hat ihm Zeichen gesandt. Damals als er in den Befreiungskriegen stand und in jäh aufflammendec Rachsucht die Büchse auf seinen Schloßherrn anlegte, weil er ihn für den Verführer seines Weibes hielt, da hat ihm Gott eine feindliche Kugel mitten in die Brust gesandt, und ihn so vor dem Verbrechen bewahrt. Als er dann aus schwerer Betäubung erwachte, da lag wie ein Zeichen von oben die Bibel vor ihm aufgeschlagen. Und fortan wühlt er sich in ihre Lehre und ihre Deutung hinein, indem er besonders der Apokalypse seine Aufmerksamkeit und sein Studium widmet. Er versammelt eine treue Dörflerschar um sich, deren Oberhaupt und Priester er ist. Nach seinem Sinne legt er ihnen die Offenbarung Johannis aus und predigt die Ankunft des tausendjährigen Reiches. Natürlich gerät er dadurch mit der Geistlichkeit in Konflikt, die diesen unbefugten Eingriff in ihre Rechte als Ketzerei brandmarkt. Aber Drews nimmt nicht nur diesen Kampf auf, im eigenen Hause wird der falsche Prophet verspottet. Weib und Kind sagen sich von ihm los. Und da er sein Weib immer wieder vor Gott und den Menschen grundlos des Trcubruchs beschuldigt, geht sie in der Verzweiflung ins Wasser. Er hat sie in den Tod getrieben, raunen einzelne Widersacher. In dem Pfarrer finden sie ihren Ankläger. Und als er seinen Gott um ein Zeichen bittet wie damals, als er ihm den Mord ersparte, da schlägt der Blitz in seine Schmiede ein. Das ist der Finger des Herrn, murren jetzt auch seine Anhänger, die alle mit Amts- und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gietzen. ep on Sparr, 1563 statt. ■ getragen; Mm Heil fanaar 1900 Ä W. - W. i in M__ i MN sen, AsjchW icantt Stile l-0 •fkrr. HiMaüt igiifat miet M Mm nW Mt it|m Mewtel Moal Crtditb. fort s- D- Crrdll ganfueteifl Ottomane kedltbao! Silberientt rtugitstN . gjjD L7.S- KU iberui vbl- i A T NMte, Expedition und Druckerei: Nr. 7. Gratisbeilage«: Gießener Zamilienblätter, Der hessische Landwirt, glätter für hessische Volkskunde. Adreff« für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Kriserrgerüchte. In diesen Tagen sind wieder Gerüchte verbreitet, daß iine Krise im Reiche bevorstehe, ja, man spreche in parlamentarischen Kreisen bereits von einer Auflösung des Reichstages. Der Grund für diese pessimistische Auffassung ■ bet Situation soll darin bestehen, daß das Zentrum mit bem »on der preußischen Regierung dem Abgeordnetenhause mgel egten Gemeindewahlreformgesetze sich nicht befreunden : lonne, und seinen Groll darüber an dem Flottengesetz aus- Slaffert wolle. Wir haben erst vor einigen Tagen bei Bestechung jenes Gemeindewahlgesetzes ausgeführt, daß das Zentrum an dem Zustandekommen dieser Vorlage insofern lin großes Interesse hat, als eS dieselbe in seinem Sinne Uiirchgeführt wiffen möchte. Hierzu scheinen die Aussichten l tdoch nur sehr gering zu sein, und deshalb konstruiert man ine Opposition des Zentrums gegen das Flottengesetz. '.Mirweit diese Vermutungen richtig sind, läßt sich heute :ioch nicht kontrollieren, aber immerhin geht aus den um- ilinfenben Gerüchten hervor, daß die politische Situation NineSwegS als geklärt angesehen werden kann, sondern zMlich unsicher erscheint. Bezüglich des Flottengesetzes stehen wir nach wie vor anif dem Standpunkte, daß das Zentrum schließlich zu- fifiturnen wird, wenn die Regierung bezüglich der Deckungs- sfagc nur einigermaßen Entgegenkommen zeigt. Da fast adle Parteien von der Notwendigkeit einer Verstärkung unserer Flotte überzeugt sind, so wird auch das Zentrum sich nicht allzu hartherzig zeigen. Aber abgesehen von der Flottenvorlage ist doch so mancher Zündstoff vorhanden, der Befürchtungen gerechtfertigt erscheinen läßt, besonders da die Verhältnisse in Preußen leicht auf das Reich übertragen werden können. Die Schärfe, mit welcher Fürst Hohenlohe die Aufhebung des Diktaturparagraphen bekämpft, ist wohl bemerkt worden; er hatte als Freunde nur diejenigen auf seiner Seite, die sich in Wort und Schrift bereits nach seinem Nachfolger sehnen, der dem „harten Landgrafen" ähnlich sein soll. Und bei der bevorstehenden Beratung der Kanalvorlage hat Fürst Hohenlohe in feiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident dieselben Leute als Gegner zu bekämpfen, die ihm auf jede Weise Hinderniffe in den Weg zu legen suchen. Das sind ungesunde Zustände, die nicht länger andauern dürfen, soll nicht der Staat Schaden erleiden. Deshalb ist nur zu wünschen, daß baldmöglichst eine Klärung eintritt, wenn sie auch nach der einen oder der anderen Seite hin schmerzhaft wirkt. Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Betr.: Die Maul- und Klauenseuche. Nachdem die Seuche zu Ober Breidenbach, Kreis AlS- rielb, erloschen ist, sind die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden. Wegen weiterer Verbreitung der Seuche in Atzenhain, weis Alsfeld, ist die Gemarkungssperre angeordnet worden. Zu Stammheim, Nieder-Erlenbach, Nieder Wöllstadt, Ossenheim und Wisselsheim, Kreis Friedberg, ist die Seuche kiloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln auf« gehoben worden. Gießen, den 26. Februar 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Males und Momnzieiles. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 28. Februar 1900. ** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 31 Jahren, am 1. März 1869, starb in Passy der namhafte französische Dichter und Staatsmann Alphonse de Lamartine. Ein Gegner der kalten Derftandsrtchtung, stimmte er in seinen ersten Dichtungen den Ton an, der bei den Franzosen am meisten Anklang fand, und ihn zum gefeierten Lieblingsdichter deS Volkes machte. Als schwungvoller Redner wurde er bald einflußreicher Führer der Opposition. L. wurde am 21. Oktober 1790 zu Macon geboren. K Militärisches. Der Kaiser hat angeordnet, daß den in der Armee auf Beförderung dienenden früheren Abiturienten von Gymnasien und Realgymnasien, welche bei gefestigtem Charakter und militärischer Brauchbarkeit den Anforderungen für die Offiziersprüfung genügen, durch die Vordatierung ihres Patentes für die Folge ein Vorteil zu gewähren ist. *♦ Pflege der Kurzschrift. Der Eisenbahnminister hat eine Verfügung erlassen, wonach aus die Pflege der (Kurzschrift (Gabelsberger oder Stolze-Schrey) bei den Eisen- I bahnbeamten erhöhter Wert gelegt werden soll. „Mit Rücksicht auf die Vorteile, welche sich aus dem sachgemäßen Gebrauch der Kurzschrift im geschäftlichen Verkehr ergeben, Feuilleton. |o$ Salbe: „Das tauftnbjätzrigk Reich " (Originalbericht.) Unter unseren modernen Dramatikern ist keiner so schnell in: die erste Reihe gerückt, wie Max Halbe, der Dichter d üc „Jugend". Was er vorher geschrieben hat, ist längst vergessen. Was er nachher geschaffen hat, scheint verblaßt int Gegensatz zu und im Vergleich mit den frischen Farben d>ec „Jugend". Das ist der Fluch eines allzu frühen Er- fcoLgg, eines allzu nachhaltigen Erfolgs. Er ist bis auf den b gütigen Tag der Dichter der „Jugend" geblieben. Und tu: tuirb es, wenn nicht alle Anzeichen trügen, bleiben. dies eine Werk wird er in unserer Litteratur fort- lvlbtv. Es liegt ein Stück Tragik in diesem Poetenlos. Örnh wir sehen, wie ein hochbegabter Mann mit seinen Sl offen ringt, und wie er seine Kraft daran zerreibt. Aber efii sehlt ihm das Gestaltungsvermögen, das robuste Drauf- Vliqcrtum, das alle großen Dramatiker besessen haben und । fitzm müssen. Halbe ist, wie die meisten unserer modernen iijter, vor allem Stimmungsmensch. Nicht umsonst hat Ditin für unsere moderne Kunst die Begriffe Heimatskunst n°O Milieukunst geprägt. Darin ruht die Stärke eines f Jmröigen Dichtergeschlcchts. Es ist schade, daß diese WMeiten der Lyrik nicht zugute kommen und fortdauernd a uf falschem Gebiet bethätigt werden. Halbe'« Einzelschicksal ist typisch. Wir müssen zu ver- stlchn suchen, warum diese Stimmungspoeten über den eisen «roßen Erfolg ihres Lebens nicht hinauswachsen. Um nuißen ihm noch einen anderen, einen ihm verwandten zu mitrnem: Arthur Schnitzler ist der Dichter der „Liebelei", unift iv ist der Dichter der „Liebelei" geblieben. Stimmungs- mmschmr Pflegen ein großes, alles andere in ihrem Leben illitoföiattenbe und hell beleuchtende Ereignis zu haben. empsehle ich den königlichen Eisenbahnbirektionen, solche Beamte, die in dieser Beziehung zu Dienstleistungen mit Erfolg herangezogen werden, durch Remunerationen auszuzeichnen. ** Slerbekaffe für Mitglieder des hesfifcheu Landesgewerbe« Vereins. Am 25. März findet in Darmstadt die erste Delegiertenversammlung der „Sterbekasse für Mitglieder des hessischen Landesgewerbevereins" statt. Das am 1. Januar 1899 ins Leben getretene Institut hat sich in dieser kurzen Zeit kräftig entwickelt und bereits heute schon eine Mitglicderzahl von 1350, während die Zahl der Anmeldungen auf fast 1600 gestiegen ist. Zweimal während ihres Bestehens hat die Kasse an die Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder das stattliche Sterbegeld von je 500 Mk. zur Auszahlung gebracht. Eine Hauptaufgabe erblickt der Vorstand in der Ansammlung eines starken Reservefonds, der jedem Mitgliede fein Sterbegeld sichert; fo sind bereits jetzt schon 3000 Mk. als solcher bei der Städtischen Sparkasse Darmstadt verzinslich angelegt. Die Aufnahmen geschahen nach gründlichster Prüfung der eingesandten ärztlichen Atteste, ein Beweis hierfür ist, daß erst zwei Todesfälle unter dem großen Mitgliederbestände vorgekommen sind. Demgemäß haben sich auch die Beiträge in den bescheidensten Grenzen gehalten, nur 3.80 Mk. einschließlich der sogenannten blinden Rate sind im Jahre 1899 pro Mitglied zur Erhebung gekommen. Der schöne Erfolg, den das Institut in der kurzen Zeit seines Bestehens zu verzeichnen hat, läßt hoffen, daß auch für die Folge die Anmeldungen bei der Verwaltung, welche, wie der Vorstand, seinen Sitz in Darmstadt hat, zahlreich einlaufen, da ja auch satzungsgemäß mit der Zunahme der Mitgliederzahl die Höhe der Beiträge entsprechend herabgesetzt wirb. Auch auf die Mitgliederzahl der Gewerbevereine des Landes hat die Sterbekasse Einfluß gehabt, einen stattlichen Zuwachs haben dieselben auch der Gründung' dieser Kaffe zu verdanken, da die Vorbedingung zur Aufnahme in letztere die Mitgliedschaft im Landesgewerbeverein und somit auch in einem Gewerbevereine erfordert. Anmeldungen und Anfragen werden durch die Verwaltung in Darmstadt erledigt. ** Offene Stellen für Militäranwärter im Bezirke der Großh. Hess. (25.) Division. Hilfsgefangenwärter am Provinzial-Arresthaus Mainz, Großh. Ober-Staatsanwaltschaft Darmstadt, eine bare Remuneration von 1300 Mark jährlich. Im Bezirk des 18. Armeekorps, Gemeindeförster beim Bürgermeisteramt in Ehringhausen (Kreis Wetzlar), 1100 Mark Grundgehalt usw. bis zum Höchst- betrage von 1600 Mark. 3 ständige Kanzleigehilfen beim Amtsgericht in Frankfurt a. M., 5 bis 10 Pfg. Schreiblohn für die Seite, je nach Leistung. Fleischverbrauchssteuer-Kontrolleur und Marktmeister beim Magistrat in Fulda, 1400 Mark. Geschäftsführer der Arbeitsvermittelungsstelle bei der Stadtverwaltung in Hanau, 1400 Mark. Kanzleigehilfe beim Amtsgericht in Höhr-Grenzhhausen, 5 bis 8 Pfg. für die Seite des gelieferten Schreibwerks. Polizeidiener in Remblinghausen, Amtsverwaltung Meschede, 750 Mark Gehalt und 60 Mark Kleidergeld. 1 Schuldiener und 1 Nachtwächter beim Gemeinde-Vorstand in Sonnenberg bei Wiesbaden, ersterer neben freier Wohnung im Schulhause und freiem Brand und Licht in bar 250 Mark, letzterer neben freier Dienstkleidung 365 Mark jährlich; Polizeidiener daselbst, 1000 Mark nebst freier Dienstkleidung. ** Bakterien im Weihwasser. Der Londoner „Lancet" erhält einen neuen Beitrag von Bruns aus Arnhem in Holland, der auf die Gefahren des Weihwassers zuerst durch eine ernsthafte Erkrankung seines Sohnes aufmerksam wurde, eines Knaben von sieben Jahren. Eines Tages besuchten Vater und Sohn eine der Kirchen in Arnhem, und bald nach dem Betreten des Gotteshauses klagte der Knabe über Schmerzen in seinem linken Auge und erklärte auf Fragen des Vaters, daß er etwas von dem Weihwasser in das Auge gebracht hätte. Es wurde gleich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, jedoch mußte der Junge nach Utrecht zu einem bedeutenden Augenarzt gebracht werden, bei dem er nicht weniger als ein Vierteljahr in Behandlung blieb. Um Licht in dieses Rätsel zu bringen, sammelte Bruns eine große Zahl von Weihwasserproben aus katholischen Kirchen der verschiedenen Städte in Holland und unterwarf sie einer mikroskopischen Untersuchung. Das Ergebnis war die Entdeckung, daß in den meisten Fällen eine üppige Flora von Bakterien in dem Wasser vorhanden war, unter denen sich gelegentlich auch Eiterbazillen und astdere krankheiterregende Formen befanden. Zwei Meerschweinchen, die mit dem Absatz aus dem Weihwasser einer Kirche in Amsterdam geimpft wurden, starben innerhalb ’ 30 Stunden an Unterleiosentzündung und zwei andere erlitten an der Impfstelle ebenfalls eine eitrige Entzündung,, die aber nicht zum Tode führte. Bruns sann dann auf Mittel,, diese Mißstände zu beseitigen, und erfand auch einen Apparat, bei dem jede Uebertragung von Krankheitskeimen durch das Weihwasser ausgeschlossen sein soll. + Grimberg, 27. Februar. Die Fastnacht verlief in unserem Städtchen diesmal sehr ruhig. Am Sonntagabend fanden in der „Pinn- und im „Rappen" Maskenbälle statt, welche recht gut besucht waren. Ein Zug wurde nicht veranstaltet. — Die hiesigen Metzger haben eine Schlachtvieh-Versicherungsgesellschaft gegründet. Der Verein hat den Zweck, dem Verkäufer den durch „verworfenes" Vieh entstehenden Schaden zu ersetzen. Der Verkäufer hat dagegen einen geringen Beitrag in die Vereinskasse zu entrichten. Die Kasse tritt mit dem 1. März in Wirksamkeit, und es ist anzunehmen, daß die Landwirte — denn diese kommen hierbei hauptsächlich in Betracht — zu ihrem eigenen Besten von der Einrichtung fleißig Gebrauch machen werden. ! Weickartshain, 27. Februar. Die gestern in den benachbarten Gräflich Laubach'schen Waldungen stattgehsbte Holzversteigerung war aus der Umgegend gut besucht. Zum Verkaufe gelangte nur Brennholz, vornehmlich Buchen. Die Preise waren nicht so hoch, wie sie bei anderen Versteigerungen in den letzten Tagen erzielt wurden. Der Raummeter Buchenscheitholz kam durchschnittlich auf 7 Mark zu stehen, während anderwärts 8 bis 9 Mark dafür bezahlt wurden. § Ortenderg, 26. Februar. Vor fünf Jahren bildete sich hier für Ortenberg und Umgegend ein Verschönerungsverein und hat derselbe schon mit eigener Hand und erheblichen Geldopfern mehrere Plätze in der Nähe unseres Städtchens verschönert und zu beliebten Ausflugsorten gemacht. So den „Rothlipp" bei Wippenbach, ein mit Fichten, Birken und allerlei Gesträuch bewachsener Ausnahme eines Blinden von ihm abfallen. Nun ist der Glaube an seine Sendung erschüttexH. Der Heiligenschein ist ihm vom Haupt gerissen. Mit trunkenen Burschen berauscht er sich im Wirtshaus an Branntwein und geht dann denselben Weg wie seine Frau, vom Steg in den durch den Gewitterregen geschwollenen Bach. Die Anführer aber, die unter seiner Leitung das Schloß stürmen wollten, werden überrascht und der bewaffneten Macht ausgeliesert. Einen Phantasten zu verwirklichen, ist eine für den Dichter höchst lohnende Aufgabe. Kein Geringerer als Schiller ist diesem Stoff in der „Jungfrau von Orleans" näher getreten. In der Gewitterszene läßt sich der Vergleich mit diesem Vorbild nicht unterdrücken. Aber Halbe hat alles gethan, um seinem Helden unsere Zuneigung zu verscherzen, ihn der menschlichen Züge zu entkleiden. Wie barsch reißt sich dieser Verblendete von seiner Frau los, die ein Menschenalter treu bei ihm ausgehalten hat. Und so bleibt nur ein Irrer, ein Kranker übrig. Er aber erfüllt fast allein die vier Akte des handlungsbedürftigen Dramas. Denn obwohl außer ihm noch ungefähr drei Dutzend Personen auftreten, hat der Dichter keiner unsere Sympathie zuzuwenden vermocht. Die Erinnerung an Hauptmann's „Webers wo eine noch größere Masse individualisiert wird, soll uns nicht zu absprechendem Urteil herausfordern. Und so wird dieses Drama Halbes gewiß ebenso schnell vorüberrauschen wie seine beiden letzten Schöpfungen. Vielleicht aber hat der Mißerfolg das Gute, daß er den Dichter der Bühne entführt und ihn zur Novelle geleitet, wo ihm einst die vollsaftige Dorfgeschichte „Frau Meseck" geglückt ist. Sie bleibt — in beträchtlichem Abstand — die einzige litterarisch wertvolle Spende neben der „Jugend". Möge ihn diese „Jugend" zu einer neuen poetischen Jugend beflügeln. Das wird geschehen, wenn es Halbe gelingen sollte, sich aus ihrem Schlepptau zu lösen. Xy. Hügel, woselbst man eine herrliche Aussicht in das Nidderthal genießt. Ferner erbaute vor zwei Jahren der genannte Verein einen AussichtSturm auf einem südlichen Ausläufer des Vogelsberges, unweit des Gutes „Breitenheide". x Burkhards, 26. Februar. Nachdem unser seitheriger Pfarrer Herr Gros nach seinem neuen Wirkungsorte Zotzenheim in Rheinhessen übergesiedelt ist, wurde die hiesige Pfarrftelle Herrn Pfarrer Landmann von Hahnheim in Rheinheffen übertragen. Darmstadt, 26. Februar. Gestern waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr Prälat O. Habicht in sein Doppelamt als Oberkonsistorialrat und Superintendent eingewiesen wurde. Aus Anlaß dieses überaus seltenen Jubiläums wurden dem allverehrten Herrn von Nah und Fern die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Schon in früher Morgenstunde erschien in seiner Wohnung als erster Gratulant Herr Ministerialrat Dr. Breidert als Vertreter des Ministeriums, später erschien auch Se. Exzellenz Herr Staatsminister Rothe, um persönlich seinen herzlichen Glückwunsch zu überbringen. Die neun Dekane der Provinz Oberhessen brachten ihre Glückwünsche in corpore dar, wobei Herr Dekan Pullmann in warmer Ansprache die Wirksamkeit ihres Oberhirten schilderte und im Namen der Geistlichen Oberhessens das bekannte Bild „Die Zerstörung Jerusalems" überreichte. Der Jubilar sprach hierfür mit herzlichen Worten seinen Dank aus. Darauf überbrachte der Dekan des Dekanats Darmstadt Herr Neuroth die Glückwünsche der Dekane der Provinz Starkenburg. Herr Kreisrat i. P. v. Zangen gratulierte im Namen des „Vereins gegen Verarmung und Bettelei", dessen Ehrenmitglied der Herr Prälat ist. Herr Pfarrer Schrimpf von Butzbach übermittelte die Glückwünsche des Pfarrvereins. Eine Deputation, bestehend aus den Herren Oberamtsrichter Römheld und Professor Trümpert, brachte dem Jubilar in seiner Eigenschaft als Präsident des hessischen Hauptvereins der Gustav Adolf- Stiftung ihre Glückwünsche unter Ueberreichung einer Blumenspende dar. Herr Hofprediger Ehrhardt gratulierte im Namen des „Evangelischen Bundes", Herr Mevizinalrat Bennighof namens des Kuratoriums der „Volksküche". Nm 12 Uhr erschien die gesamte evangelische Geistlichkeit von Darmstadt-Bessungen, als deren Sprecher Herr P. Petersen eine herzliche Ansprache hielt, welche der Jubilar mit einem Rückblick auf die kirchliche Entwickelung Darmstadts während der letzten 25 Jahre und die inzwischen ganz anders gewordenen Zustände der Gegenwart erwiderte. Während des ganzen Tages wurde die Wohnung des Herrn Prälaten nicht leer von Gratulanten, und die Zahl der eingetroffenen Telegramme und Glückwunschschreiben ist eine sehr große. Bon letzteren seien erwähnt ein solches von der theologischen Fakultät zu Gießen, von dem Gesamt-Kirchenvorstand zu Gießen, welcher auch Photographieen der dortigen Stadt- und Johanneskirche übersandte, von dem Präsidenten der Ersten Kammer Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen, dann ein Schreiben der Direktion des Predigerseminars zu Friedberg unter Anschluß einer sehr schönen von Architekt Kratz künstlerisch ausgeführten Adresse. Es war eine große Anstrengung für den Herrn Jubilar, alle ihm an diesem Tage dargebrachten Ovationen entgegenzunehmen. Möge es ihm vergönnt sein, noch recht lange seines hohen Amtes zum Wohle der evangelischen Kirche unseres Landes mit der bisherigen Rüstigkeit zu walten und rufen wir ihm von Herzen zu: ad multos annos. Bensheim, 26. Februar. Einen raschen, unerwarteten Tod hat heute mittag um V,2 Uhr der 53 Jahre alte Bahn Wärter Joseph Groß hier gefunden. Er hatte an der Wormser Bahnstrecke die BarriSre am Lorscher Uebergaug in der Nähe des hiesigen Güterbahnhofs zu bedienen und sollte außerdem bei dem um genannte Zeit dorten rangierenden Güterzug Dienste leisten. Als Groß von der soeben von ihm geschloffenen Barriere wegeilte, um rasch die Verkuppelung des einen von der Maschine inzwischen zurückgestoßenen Wagens mit einem anderen vorzunehmen, geriet er zwischen die Puffer und wurde ihm der Brustkasten eingedrückt. Der Bedauernswerte war nach wenigen Minuten eine Leiche. Witzenhauseu, 25. Februar. Um 5 Pfennige setzte sein Leben aufs Spiel ein Arbeiter aus Velmeden, der als blinder Passagier, bei der Station Rommerode auf den abends von Groß-Almerode abfahrenden Eisenbahnzug aufgesprungen und auch unbemerkt bis fast zum Ziele mit- gefahren war. Als er sich entdeckt sah, sprang der Waghalsige etwa 700 Meter vor der Haltestelle aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge, kollerte die Böschung hinunter und erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Armen re., so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Vermischtes. * Gera, 26. Februar. Außerhalb der schwarz-rot- goldenen Grenzpfähle der reußischen Lande wird schwerlich bekannt sein, daß in dem Fürstentum Reuß ä. L. eine Steuer für Neuverehelichte besteht. Danach hat jedes Ehepaar, welches alsbald nach seiner Eheschließung seinen Hausstand im Fürstentum gründet, eine Steuer von 2,50 Mark zu entrichten. Diese hat die Natur der öffentlichen Abgaben und fließt bezeichnender Weise in die Landesschulkasse. Die Verwaltung der letzteren fordert die Restanten soeben zur umgehenden Entrichtung der Steuerreste aus dem Vorjahre öffentlich auf. Die merkwürdige Steuer datiert aus dem Jahre 1853 und wurde nach dem Inkrafttreten des Zivilstandsgesetzes Ende 1875 neu geregelt. Das Material zu den Steuerhebelisten haben danach die Standesbeamten den Steuerämtern zu liefern. Berlin, 26. Februar. Der Kaiser als Men- zelsWappenzeichner. Die neuliche Mitteilung, daß Professor v. Menzel auf Wunsch des Kaisers eigenhändig sein Wappen für den Ritterstand des Schwarzen Adlerordens zeichne, wird nach Aussage des Meisters selbst wie folgt berichtigt: Der Kaiser ließ den Künstler um seine Meinung hinsichtlich der Gestaltung des Wappens ersuchen hatte aber zugleich seiner eigenen Idee mit Stift und Wort Ausdruck gegeben. Professor v. Menzel fand, daß des Kaisers Entwurf ein so guter und für ihn so überaus ehrender sei, wie er ihn selbst nach seiner Bescheidenheit niemals als Wappenbild genommen hätte. Dieser Entwurf ist dem Wappen zu Grunde gelegt worden, das jetzt im Heroldsamt zu Berlin seiner Vollendung entgegengcht. Der Künstler selbst Hut keinen Strich an dem Wappen gemacht. Posen, 25. Februar. Sie können deutsch. In einer Schadenersatz-Klage vor dem Schöffengericht in Jno- wratzlaw hat es sich bei der Zeugenvernehmung wieder einmal gezeigt, wie weit polnische Wühlerei führt. Der Gärtner Ecklof aus Kruschwitz war angeklagt, weil sein Hund dem Arbeiter Demski die Hosen zerrissen und ihn blutig gebissen Hube. Als Demski vom Vorsitzenden nack seinen Personalien gefragt wurde, schwieg -ev, und gab auch auf weitere Fragen keine Antwort, sondern erst dann, als der Dolmetscher in polnischer Spräche fragte, durch den er erklären ließ, daß er weder deutsch verstehe, noch sprechen könne. Demski blieb auch dann noch bei der Behauptung, als ihm vom Vorsitzenden in ernstlicher Weise vorgehalten wurde, daß er doch vor nicht langer Zeit, nämlich in den Jahren 1894 und 1895, beim Militär in Stettin gedient habe und doch soviel deutsch gelernt haben müsse, um sich verständlich zu machen. Auf Befragen bekundete Ecklof, daß er mit dem Zeugen viel verkehrt habe und wisse, daß dieser ganz gut deutsch verstehe und sich auch ganz gut in der deutschen Sprache auszudrücken vermöge. In gleicher Weise sagte auch der Zeuge Kosinski aus. Der Gerichtshof verzichtete hierauf aus das Zeugnis des Demski und nahm ihn wegen Ungebühr in eine Haftstrafe von zwei Tagen. — In Strasburg i. W. stand eine 14jährige Polin vor Gericht. Das Mädchen gab an, die deutsche Sprache nicht genügend zu beherrschen, und verlangte einen Dolmetscher. Da sich herausstellte, daß sie des Deutschen mächtig war, wurde sie auf 24 Stunden in Haft gebracht. Auch einige bäuerliche Besitzer aus Miesieaczkowo wurden wegen der Weigerung, in deutscher Sprache auszusagen, zu je 24 Stunden Haft verurteilt. * Amsterdam, 26. Februar. (80000 Mark ins Meer versenkt.) Das Amsterdamer Arrondissementsgericht hat den Steward Cornelius de Bruin wegen Diebstahls und Desertion zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die sensationelle Affaire stand schon Ende November vor demselben Gerichtshöfe zur Verhandlung, mußte aber ver tagt werden, weil einige der Hauptzeugen sich auf der Reise in Indien befanden. Es handelte sich um folgendes: Der auf dem Dampfer „Königin Rezentes" der Dampfschiff- fahrtsgesellschaft „Nederland" als Steward angestellte de Bruin stahl auf hoher See eine Kiste mit 4000 Pfund Sterling (80 000 Mark), die für die Niederländische Handelsgesellschaft in Surabaya bestimmt war, und versteckte sie vorläufig an Bord. Die vier Beutel zu je 1000 Pfund Sterling hatte er in Blechbüchsen gesteckt. Am 11. Mai, nachts 3 Uhr, ließ er im Suezkanal seine vier Blechdosen an einer Leine über Bord, nachdem er zuvor zwecks besseren späteren Ausfindens einen Schwimmer in Form einer Zigarrenkiste daran befestigt hatte, sprang dann selbst über Bord und erreichte schwimmend die Küste. In Port Said wurde er aber von der Polizei ergriffen und dann nach Amsterdam geschafft. Die Dosen mit den 4000 &olb* stücken ruhe» auf dem Boden des Suezkanals, wo, kann niemand sagen, denn die als Schwimmer dienende Zigarrenkiste ist von der starken Strömung fortgeschwemmt. * Paris, 26. Februar. Ein Million en-Legat. Der Staatsrat hat die Stadt Paris ermächtigt, das größte Legat, das ihr je vermacht worden war, anzunehmen. Dieses erreicht die Höhe von fünf Millionen und stammt von Frl. Marie Anna Genevjeve TaniöS, die ihrerseits das Vermögen von dem Dr. Dubreuil geerbt hatte. Aus der Verlaffenschaft sollen drei Stiftungen errichtet werden: ein Waisenhaus in Orsay für mindestens sechs Waisenmädchen des achten Pariser Arrondissements, eine Zeichenschule im achten Pariser Arrondissement, und der Rest, etwa 472 Millionen, ist für die Schaffung des „fonds Tanies“ bestimmt, dessen Zinsen für ein vom Gemeinderate zu bezeichnendes öffentliches oder Privatunternehmen dienen sollen. Aus dem Geschästslebeu. — Die überaus große Schädlichkeit der Natten ist leider bis aus den heutigen Tag den meisten Menschen nicht genügend bekannt geworden. Viele Krankheiten, und am meisten epidemisch auftretende, werben durch Ratten verbreitet. Auch die trotz aller energischen Bekämpfungsmaß- regeln immer wieder austretenden Trichinen haben wir bekanntlich lediglich diesen in vieler Hinsicht wirklich gefährlichen Tieren-u verdanken. Ganz abgesehen davon, daß dieselben schon an und für sich außerordentlich ekelerregend sind, sind sie schon häufig den Menschen selbst dadurch, daß sie z. B. Säuglinge angefressen und Schwerkranke gebissen haben, verderblich geworden. Neuerdings ist ein weiteres, durchaus wichtiges Moment, welches eine baldige Vernichtung der Ratten als sehr wünschenswert, ja dringend notwendig erscheinen läßt, hinzugetreten. Es ist dres die aus Asien zu uns herübergekommene und in verschiedenen Städten Europas sich stark verbreitende Pest. Auch deren Verbreitung dürften wir größtenteils, wenn nicht ausschließlich den oben genannten schädlichen Tieren zu verdanken haben. Die Seuche wird, wie Dr. Ealmette behauptet, von den Schiffsratten au fdie Landratten übertragen und von diesen weit ins Land hinaus verschleppt. Leider haben sich die bis jetzt angewandten Dertilgungsmillel als in vieler Beziehung unzureichend erwiesen, teils dadurch, daß sie sich den Ratten gegenüber alS nicht genügend wirksam zeigten, teils auch dadurch, daß sie für andere Tiere, Hunde Katzen u. s. w., ja teilweise indirekt selbst für Menschen höchst gefährlich waren. Ein Mittel nun, welches allen Anforderung« genügt, für alle übrigen Lebewesen unschädlich und nur für die schädlichen Nager absolut tötlich ist, wird seit einiger Zeit mit gutem Erfolg von der Firma Robert Paul u. Co., Leipzig, in außergewöhnlich praktischer Weise, nämlich in Würstchen hergestellt. Infolge seiner Spezialräucherung und beigemengten Witterung wird es von den Ratten । und Mäusen lieber als andere derartige Vertilgungsmittel gefreffen und es ist die Wirkung außerdem eine so hervorragende, daß u. a. viele ; Behörden die Anwendung der Rattenwurst - Glires angeordnet haben. _ fMeyet \s Konvoi so! io n s - Lexikon (auch i> ÜmUtuwh gegen Utert^Werk«) «owie all« andern Bücher I lief art g&gen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H. e, Sperling, Buchhandlung, Stuttgart TU. J 5 ceiSstrabe. Ein Führer to Voraezeigt ton vetfl unbMtebera •Jiuinpf toird nach 12 ettytobttf) be $0 ®l6,‘ *3 Wä >ra ff»®*8; «ÄL Y^*'N „.Sm LS.'iS! -M». 21 rm Buhe. • W ( c,fiwnt; 2 6Üle' «tra ;d)e (34 m y.nme, 10 m Wol Dieses M 4 ichelsachser KreisW ZusanMnlM '2. 3. 4. bit ®io$. ch ^Wmologische Unit MrichrbarRrchnW mtf dm Dege btt Mission vergeben werd 1. Die Lieferung tu Backwaren, Fleisch«, LMtimeri Mineralwasser Mch, Butter, Her, An, *. Bürfienvar Putzmaieric Porzellan- Das Reinigen das Personal. Dar Reinigen dle Kranken, Das Reinigen to, wichen unb bas Arichts, Abgabe von l ’Ä Ar «f '-HD Hohversteigerung. 1 Hohversteigerung Holzverfteigerung 43 (Bohnenstangen); 4. aus ZSiberloh und 40 Scheiter und Buch m-Scheitholz, n tt Nadel.ReiSst. mit 2,62 fm, ff 1 Wäsche für der 2, Wäsche für der 3. Oefen und der 4. Senkgruben der L. 4 75 580 // 1166 Verdingung I. V.: 1518 Hofmann, Beig?erdnetsr. Hoemann. 1546 W WWWWil dlrrllcißriiiuiicn 70 18 90 12 260 150 14 12 2000 1100 1150 16 29 5 2 55 4 9 17 6 66 H tt tt Grünberg, den 27. Februar 1900. Hauburger, Gr. Gerichtsvollzieher. 145 132 57 150 6 71 4000 1860 52 34 n // n Buchen Scheit, Nadel-Scheit, Buchen-Knüppel, Eichen-Knüppel, Nadel-Knüppel, Eichenstämme von 80 bis 69 cm Durchmesser und 3 bis 15 m Länge, zusammen 56,55 fm (Schnittholz), rm tt tt rm n n rm n tf H n buchen-Reisholz, Eichen-Reisholz, Nadel-Retsholz, Weichholz, Brennholz. Buchen-Scheit, Nadel-Scheit, Nadel-Knüppel, EicheN'Knüppel, Buchen-Retser, Eichen- und Nadel-Reiser, Buchen-Stock, Nadel-Stock. Etchen-Scheitholz, Nadel-Scheitholz, Buchen- und Hainbuchen- Knüppel, Eichen-Knüppel, Kirscheu-Knüppel, Nadel-Knüpel, Freitag den 2. Marz l. I., vormittags IO Uhr anfangend, werben in den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda, Distrikt Homberg, nachstehende Holz- forhmente versteigert: Zusammenkunft am ersten Tage vormittags 9 Uhr im Distrikt Eich- wald. Anfang am Brennholz. Um 10Vs Uhr Anfang im Distrikt Junkernzipfen, an der Kreisstraße Geilshausen—Beuern, bei Stammholz Nr. 1. Am zweiten Tage Anfang im Streitwaldswasen beim Pflanzgarten vormittags 11 Uhr. Am ersten Tage kommt sämtliches Bauholz und Derbstangen zum Ausgebot. Geilshausen, am 25. Febr. 1900. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen. und mit versehen d. Js., auf dem ! »SI Lieferung von 42 lfd. m Zement- i kHrenr von 0,25 m l. W. und 9 Kopf- ''jidein, 180 lfd. m von 0,30 m l. W. und - IS Kopfstücken, 348.5 lfd. m von 0,40 m ■ 11 W. und 78 Kopfstücken, 174 lfd. m von Ml. W. und 28 Kopfstücken für die Kehrichts, Die Abgabe von Knochen, leeren Flaschen und GespA, Die Unterhaltung des Gartens. Die Bedingungen und der Ministe- Die Lieferung von: Backwaren, Fleischwaren, Epezereiwaren, Mtneralwaffer, Milch, Butter, Gier, Bier, Eis, Schreibmaterialien, Bürstenwaren, Suche, 10 rm Nadelholz. . . , Dieses Holz sitzt meist im Auerberg, an und in der Rahe der (§id)el8Dott— 5d ''Bufammentunft:' 8ormittagS 10*/8 Uhr auf der Ramrod—Stornfelser 166 Kiefernstangen — 18,62 fm, 2 Fichtenstäwme ----- 0,40 fm, 9,7 rm Elchen-Nutzholz. Die Kiesernstämme und Kiefern- stangen eignen sich zu Grubenholz. Am Mittwoch bett 7. März im Gemciudewald vou Eh- riugshanseu: 225 Eichenstämme — 222,45 fm, darunter ausgesuchte Wahlhölzer, 9,1 rm Eichen-Nutzholz. AmDouuerstagbeu8.März im Gemeivbewalb vou Eh» ringshauseu: 37 Kiesernstämme — 7,80 fm, 411 Kiefernstangen = 33,26 fm, 1 Buchenstamm — 1,30 fm, 29,6 rm Kiefern-Nutzreiserstangen. Die Kiefernstämme und Kiefern, stangen eignen sich zu Grubenholz. Zusammenkunft morgens 9 Uhr bei dem betr. Vorsteher. Ehringshausen, 26. Febr. 1900. Der Bürgermeister. Ärztlich empfohlen. Niederlagen durch Plakate ersiohtUch. Neubaulinie Lollar—Londorf, eingeteilt in zwei Lose. Termin: 20. März 1900, vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Bauabteilung. Zeichnungen und Bedingungen können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlage gegen kostenfreie Einsendung von 0,50 Mk. (nicht in Briefmarken) von Die Zusammenkunft ist am Treiser Weg. Bemerkt wird noch, daß das Bau- und Werkholz zuerst zum Aus- gebot kommt. Beuern, den 26. Februar 1900. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. 1523 Hohversteigerung. Freitag bett 2. ttttb Sams tag bett 3. März kommen im Gemeindewald Geilshausen nachstehende Holzarten zur Versteigerung: 200 Stück Nadelstämme, 60 fm Inhalt, 10 bis 20 m Länge, 13 bis 30 cm Durchmesser, 2200 Nadel-Derbstangen, 97 fm In- halt, 8 bis 15 m Länge, 7 bis 12 cm Durchmesser. HchmstkigeruWll. Am Montag bett 3. März im Gemeiubewalb vou Berg- hausen: 45 Elchenstämme — 47,47 fm, Submission. Für die Großh. chirurgische und i Malmologische UniverfitätS-Klinik feien für das Rechnungsjahr 1900/01 ms dem Wege der öffentlichen Sub- »issum vergeben werden: in Sröstichkr Kbersöistkrei Mach: Dienstag den 6 März d. I. zwischen Laubach und Friedrickshüiil? 1. im Achberg: y u cb e rm: 310 Scheiter, 50 Prügel, 30 Stöcke. 200 Reiser; 16 Buchenstämme von 32 bis 39 cm Dckm. sWagnerholz) 12,74 cbm; 2. aus Kriege richt: 47F-.chten- derbstangen — 3,67 cbm, R9 rm -Stamm« | reiser (Bohnenstangen), 90 rm Bucken- Stammreiser; 3. aus ZSorngraben: Buche rm: 18 Slöcke, 35 Slammreiier, 130 Ast« reiser; 10 rm Fichten - Stammreiser 6) llhr offen. Dorten sind versiegelt ^sprechender Aufschrift b'ü zum 10. März i »MwittagS 12 Uhr, itriShnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bi« zum I prügel 2. Klaffe, 58 Stöcke, 79 Reiser- Eichen-Nutzschett,gespalten I prügel; 5. aus verschiedenen Distrikten: LeSholz flächenweise. Das Holz unter Nr. 2 bis 5 wird mittags im Eichberg beim Feuer ausaeboten. 1545 Zusammenkunft vormittags 10V2 Uhr auf der Ruppertsburger Kreisstraße zwischen Eichberg und Lauterbachswäldchen. Laubach, am 25. Februar 1900. Gräfliche Oberförsterei. Nadelstämme mit 1,18 fm, I -x. ui Nad°l.R-isst-ng-nmit0^4km, SJÄ* 6Mr. 27 rm Buche. 4) Forstwartei Hichelsdorf, aus den Domanialwalddistrikten KnerVerg und Sanersumpf: . Stämme: 2 Eichen mit 1,95 fm, 1 Buche mit 0,57 fm; Auhknuppek: 73 rm Mel^olz; Scheiter: 134 rm Buche; Knüppel: 152 rm ~ ""TL $1 rm Eiche (62 rm 2 m lang): Seifig: 546 rm Buche (Stammreisig), 128 rm - -Ste (34 rm Stammreisig), 43 rm Nadelholz (9 rm 9 m lang); Slöme: 8 rm : n März d. I. Gießen, den 20. Februar 1900. ' Vllßherzogl. Verwaltungs-Direktion lei chirurgischen und ophthalmolog. Univ.-Klinik. 1409 V.: Poppert. Vossius. per Pfd. 40 Pfg., Maccaroni extrafeine Wiener, Maccaroni echte Italiener, Brnchmaccaroni per Pfd. 30 Pfg. Eiergemfisenndeln extrafeine Wiener, Cremüsenucleln 1 verlaß vom 16. Juni 1893 liegen ,ius dem Verwaltungsbureau an den LLihentogm nachmtttags von 3 bis Kiesernstämme ---- 14,42 fm, Buchen-Wellen, Nadel-Wellen, rm Buchm-Stock, „ Eichen- u. Nadel-Stock. fünoform= WM-Creaw, sicher desinfizierende Wundsalbe, in Dosen zu 10, 20 u. 80 Pfg. Eiterungen, Entzündung beim Gebrcmch ausge- scklosien, daher größter Vorzug vor Lanolin, Vaseline, Gold-Eream ic. LMofom-SkeuMlvtt in Packung k 10, 20, 80 und 60 Pfg., ganz vortrefflich bei Wundsein, Entzündung und Rötung der Haut, bet Wundlaufen, nimmt jeden Schwertz; geruch ohne schädlichen Einfluß. Bei kleinen Kindern unentbehrlich. Allein hergestellt in der Fabrik ch'em.-pharm. Präparate von Apotheker Walter Weis», Berll« SO. 33 (früher Giessen). Hauptdepot: 816 Pelikan-Apotheke Gießen. c<\; «l 0 trnnoAA. rm Buchen Stockholz, „ Eichen-Stockholz, „ Nadel-Stockholz. Aspen-Knüppel, Wellen Buchen- und Hain- Eier-Abschlag! Ia. frischt kitt zum Austriuken per Stück 6 Pfg. empfiehlt l284 lieh. Arnold II. Marktstrabe 28. Das Reinigen und das Fortschaffen des VttsteiskrNgsa^klge. Kommenden Samstag den 3. März 1900, vormittags V«1O Uhr, werden auf dem Lagerraum des Herrn Schmidt auf der Mücke gemäß Art. 373 d. D. H.'G.-B. ca. 10 Kubikmeter Eichengrubenholz und ca. 17 Kubikmeter Tannendie! gegen Barzahlung versteigert. 1542 M bete & versteh auch » hier^ ,5™ lhn Wegen -• VW&- - In ft °*in vor GeriH nicht genÜD °!Mcher. tonr, imM. *ut9 eW bmittlitj toe9cn bet Ksgerun 11£ % Stunden (80000 Watti, met Anvndissenur be Mn wegen * n Gefängnis üenirte m Ende November k: ldlung, mcheMo-' beugen M auf bet M sich um /chE '?,-r entes" btt Steimb angeMr de M mit M WÄ iif MdeüänWe fyn nmt wat, und versick leutd zu je 1000 W geftedt Am 11. M ! feine niet Aechdch r jutwr aroetfä beflttt mer in Fom ein jyrang, bawxv skK k V\e Me. > t ergnsien unb fc- \en mit den 4000 M , Suezlanals, A kr Schwimmer bitntnbt > törnung fchrWE n Mr'HiomW 1 ermächtigt, den war, j Mionen unb stm Tackt, die ihrch mil guck hatte, i' stunaen errichtet W. mindchnr W udissemck, eine je iment, unbb« jung des „fonds Tu Dom Gemeinderalk unlernchmn^ däftsiebeil. i der Sattffl 'st rlichrn^rMI hon an und t e ist erscheinen 9fl0’nÄSeÄ w als 01 y^v . sich ich it enuztt o** Apfelringe Apfelspalten Apricosen Birnen Irünellen, Kirschen Zwetschen türkische und californiscke, per Pfund von 25 Pfennig an. Gemischtes Obst, hochfeine Qualität, per Pfund 50 Pfennig, "«7 empfiehlt Emil Fischbach. Schellfische, Kadlia«, Zander, Schollen, Slust- hechte, lebende Karpfen, Schleie, yorellen einaetroffen. _ 3 50 Prompter Versandt nach auswärts. 1. M. Schulhof. $Hf9°n Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft. PutzmateriMe«, Porzellan- und Glaswaren, Das Reinigm das Personal. Das Reinigen die Kranken, Das Reinigen Herde, daher bezogen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Grünberg (Hesien), im Februar 1900. 1478]___Großh. Eisenb.-Bauabteilung. , Uerdingung der Herstellung von rd. 4300 lfd. m Holz« einfriedigung und 6000 lfd. m Drahteinfriedigung der Neubaulinie Nieder- gemünden—Niederofleiden, eingeteilt in zwei Lose. Termin: 21. März 1900, vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Bauabteilung. Zeichnungen und Bedingungen können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlage gegen kostenfreie Einsendung von 0,60 Mk. (nicht in Briefmarken) von daher bezogen werden. Zuschlagsfrist 14 Tage. Grünberg (Hesien), im Februar 1900. 1475] Großh. Eisenb.-Bauabteilung. *®W)lerei tith 0HUJen^_ _ , , , _ o K TV. Qnnno fhnrllin! 9Rpi 41 ichLtz-b-n. -1'f0"Wt »V deutsch it beide,° la. tzausmachtt EiergkMllsemdklil lose und verpackt, la. Bandnudel« Jtal. 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