"bal er * &"lE8 Unter, 9»«»d) ’ ® e - ;etl,l»urbVt*i11 DL W ZO ?Cy.l5 ÄS LMs !liii?’’-IM1“ r WbauMtande iübenmtt kenle Sl toten IWBS. 9«.1 oo- toter ial D. toi nt ,t\i 141- 234- 137.- 113.- 42- 39.- 23.50 83- 100.- 68.5; 98- M' 114.- 99.- J35.- 100’ 100- 1(K H1 98^ 994- 28.fi 12.« 47» 'Urscht noch das iben des Erdteils mcte.r Barometer- nS. Lon dem "Nheingebiet de- "hnngen erhalten. t ^"Ubrud wieder . oiejet Drnä-Ver- moe vorherrschend b" Italien fällt n Lüddeutschland "ch Heute morgen an. — Boraus- eres Wetter mit dtieil 610' Weg 4*3. amt 1899. AahnSofkraße RS. fct , n.l**11* „ 1900. 5s» ff“*1 iSS-"* et«i 36: 26 Vastes Donnerstag den 1. Februar 1900 ZSezugspreis viertcljahrl. Mk. 2,26 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholkstelle« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrtcljährL. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstelleu deS In- und AuSlaudeK nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Nsoahme von Anzeigen zu der nachmittags für den fielgenbat Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Irftheint täglich mit Ausnahme dcS MontagS. Die Gießener A«»it1euVtL1t-r werden dem Anzeiger tat Wechsel mit ^Hcff. Landwirt" n. „Blätter fifir heff. Volkskunde »Schtl. 4 mal bcigelegt. Meßmer Anzeiger Kenerat-Nnzeiger Amts- und für den Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchukstrahe Ar. 7. ----l""" Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische UotKsKunde.__________________ Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hietz«, Fernsprecher Nr. 51. Detttscher Reichstag. 138. Sitzung vom 30. Januar. 1 Uhr. Tages-Ordnung: Fortsetzung der Beratung des Postetats. Ausgabetitel „Staatssekretär". — _ Abg. Singer (Soz.) bedauert, daß der Staatssekretär noch immer nicht das verfassungsmäßige Koalitionsrecht seiner Beamten beachte. Der Unterbeamtenverband sei geradezu erdrosselt worden, zum Teil durch einen Erlaß des Staatssekretärs vom Mai vor. Jahres. Derselbe enthalte eine unbedingte Verletzung des Rechts der Unterbeamtenvereine. Es gebe keine Bestimmung, welche die Verwaltung berechtige, gegen solche Verbände einzuschreiten. Die Erdrosselung des Verbandes — Präsident Gras B a 11 e st r e m bittet den Redner, solche Kraftausdrücke zu unterlassen. Abg. Singer (Soz.) fc^ilbert alsdann, wie den Unterbeam- len zwar ein Eintreten für ihre wirtschaftlichen Interessen nicht gestattet werde, wie sie dagegen zur Teilnahme an anderen Bestrebungen, die mit ihrem Dienste gar nichts zu thun hätten, geradezu genötigt würden. So z. B. durch einen Flottenagitations- rrlaß des Oberpostdirektors Großkops in Königsberg. Er erwarte, daß der Staatssekretär solchem Treiben ein Ende machen werde, ebenso dem Treiben, daß der Landrat Graf Klinckowström Blättchen mit Flottenartikeln als portofreie Dienstsachen verschicke. * Ein Ende müsse auch die Art und Weise finden, wie dje Postbeamten bei den Wahlen zum Landtag und in der Kommune beeinflußt würden. Redner verlangt schließlich endliche Nachzahlung der ben Militäranwärtern am Gehalt gekürzten Beträge gemäß der bekannten früheren Resolution des Reichstages. Auch müsse den aus Privatdienst in Staatsdienst übernommenen Postillonen die frühere Dienstzeit angerechnet werden. Staatssekretär v. P o s a d o w s k i entgegnet, er könne und werde niemals dulden, daß sozialdemokratische Anschauungen in seiner Beamtenschaft Platz greifen. Wenn die bürgerlichen Parteien stets thäten, was ihre Pflicht sei, würden die Sozialdemokraten weit fort sein. Der Unterbeamtenverein sei nur eine Stätte für Leute gewesen, die agitieren wollten. WaS das Flottenrundschreiben des Oberpostdirektors betreffe, so wolle er, Redner, bemerken, daß er sofort das Nötige veranlaßt habe, als er g-hört, daß die Sache nicht in Ordnung sei. In der Militär-Anwärterfrage müsse er erst wissen, was Rechtens sei. Wahlbeein- flussungen hätten, nach seinen Erhebungen, nicht stattgefunden. Freilich hätten die Reichsbeamten auch Pflichten. Nach seiner Ansicht dürfe kein Reichsbeamter eine sozialdemokratische Stimme abgeben. (Beifall rechts.) Abg. Müller-Sagau (frs. Vp.) beklagt die kleinlichen Mittel, mit denen der „Postbote" bekämpft werde, und teilt dann Fälle von amtlicher Wahlbeeinflussung der Unterbeamten mit, Fälle, bei denen es sich überdies gar nicht um Sozialdemokraten gehandelt habe, sondern um freisinnige. Redner wünscht alsdann, vaß endlich mit der etatsmäßigen Anstellung der gehobenen Unterbeamten vorgegangen werde. Der Herr Staatssekretär solle doch nicht immer blos Wohlwollen aussprechen, sondern auch die Rechte ber Beamten anerkennen, und die Würde des Staatssekretärs würde auch nicht gelitten haben, wenn er gegenüber den Militäranwärtern nicht als der starke Mann aufgetreten wäre. Am Schlüsse seiner Ausführungen hält Redner noch die neuen Briefmarken mit der Germania nicht für eine Verbesserung, sondern für das Gegenteil. Staatssekretär v. Podbielski will auf die meisten Bemerkungen des Vorredners bei anderer Gelegenheit antworten. Vom 1. April ab werde für nicht zu stände gekommene Ferngespräche die Gebühr wegsallen. (Beifall.) Vorredner habe an das Unglück in Bischweiler erinnert, und die Einrangierung der Postwagen gleich hinter der Lokomotive bemängelt. Es lasse sich das seitens der Postverwaltung nicht immer anders einrichten. Abg. Basser mann (nl.) bezeichnet die Tonart, in der die Herren Singer und Müller gesprochen, als eine erheblich mildere als sonst. Das Kocüitionsxecht der Beamten erkenne er an; es liege ja auch im Interesse des Staates, daß die Beamten zusrieden seien. Dem Mißbrauch mit dem Aversum der Portofreiheit müsse ein Ende gemacht werden, ebenso sei es ein Mißbrauch, wenn die Beamten listenweise zur Teilnahme an der Flottenagitation veranlaßt bezw. genötigt werden. Abg. Werner (Antis.) kann das Vorgehen gegen den Unterbeamtenverband nicht billigen. Durch Gewaltmaßregeln bessere man nichts. Wünschenswert wäre die völlige Abschaffung des Gratulationswesens sowie der Stellenzulagen. Gegen immer noch vorkommende Ungehörigkeiten in Behandlung von Unterbeamten müsse energisch eingeschritten werden. Redner bezieht sich aus Einzelsälle. Staatssekretär v. Podbielsk: entgegnet, über diese Faste habe er sich vorher nicht informieren können. Wo ein Vorgesetzter ungehörige Ausdrücke brauche, schreite er rücksichtslos ein. Abg. Oerte 1 - Sachsen (kons.) meint, was den Mißbrauch des Aversums betreffe, zu Gunsten irgend einer politischen Partei, so billige seine Partei denselben durchaus nicht: auch dann nicht, wenn der Mißbrauch zu Gunsten der Konservativen erfolge. Redner spricht bann noch Wünsche aus betr. weitere Verbesserung der Postbestellung auf dem Lande, vermehrte Fernsprechleitungen ebendaselbst. Staatssekretär v. Podbielski entgegnet, das Fernsprechnetz könne nur von Schritt zu Schritt ausgedehnt werden. Es würden wohl noch sechs Jahre vergehen, ehe auch das platte Land damit überzogen sein werde. Abg. Singer (Soz.) meint, die Postverwaltung sei keinesfalls berechtigt, in das Privatleben ihrer Unterbeamten einzugreifen, und eine politische Bethätigung außerhalb des Amtes sei kein Anlaß zum Vorgehen gegen Beamte. Bei seiner Art, die Sozialdemokratie zu bekämpfen, weroe sich Herr v. Podbielski keine Lorbeeren holen. Auf verschiedene Beschwerden des Abg. v. Jazdzewski (Pole) erwidert Staatssekr. v. Podbielski, eine generelle Anordnung betr. Versetzung der polnisch redenden Beamten sei nicht ergangen. Es seien im Bezirk Posen von 3000 überhaupt nur 10 versetzt. Der Titel Staatssekretär wird genehmigt. — Morgen 1 Uhr: Fortsetzung der Etatsberatung. Schluß 5 Uhr 45 Min. * Vom Kriegsschauplatz liegen Nachrichten über neue Ereignisse nicht vor. Wir registrieren deshalb nur die zum Verständnis der gegenwärtigen Lage dienenden Meldungen: London, 30. Januar. Die „Central News" erfahren aus Durban vom Freitag: Ein hier eingetrosfener Flüchtling aus Transvaal erzählte, daß am 20. ds. Mts. die Jngenieurwerke in Johannesburg, in denen die Buren ihre Granaten für schweres Geschütz herstellten, durch eine Explosion zerstört worden seien. Man glaubt, daß viele Arbeiter der Werke dabei ums Leben gekommen find. Berlin, 30. Januar. Die „Kreuz-Ztg." schreibt: Privatberichte, die wir aus London erhalten, bezeichnen die Stimmung der dortigen Kreise, ohne Unterschied der Partei, als eine kaum zu beschreibende, die sich auch in der Preffe in einer nicht bis zur vollen Wahrheit heranreichenden Weise wiederspiegele. Es hat, so heißt es in einem dieser Briefe den Anschein, als ob man bereits völlig den Kopf verloren hätte. Das zeige sich besonders in dem Rufe nach Absendung neuer Verstärkungen, nach Milizeneinberufungen und nach Aufgebot der Freiwilligen, obwohl sich jeder ruhig Denkende bewußt ist, daß die Katastrophe in Südafrika eigentlich schon da ist, und auch mit den zweifelhaften Nachschüben nichts auszurichten sein werde. Man sträubt sich gegen die unerläßliche Rechnung mit den selbstverschuldeten Thatsachen. Gesteigert ist die Aufregung noch durch die Nachrichten in China worden, wo sich Dinge vollziehen, die schwerwiegende, wenngleich noch in Dunkel gehüllte Ereignisse vorschattieren. * * Telegramme des „Gießener Anzeiger". London, 31. Januar. Im Oberhause antwortete Salisbury auf die Angriffe seitens der Opposition bezüglich des Verhaltens der Regierung in der südafrikanischen Frage. Der Premierminister erklärte, der Vertrag zwischen England und Transvaal enthalte keinen Paragraphen, der die Einfuhr von Waffen nach Transvaal untersage. Er erinnerte daran, daß England schon öfter zu Beginn eines Feldzuges Niederlagen erlitten habe, schließlich habe aber doch seine Armee den Sieg davougetragen. Salisbury forderte die Nation auf, zusammenzuhalten und auch diesmal dem Vaterlande zum Sieg« zu verhelfen. London, 31. Januar. Minister Balfour erwiderte auf Bannermanns Rede im Unterhause, der Krieg würde nicht eher beendet werden, bis er seine legitimen Früchte gezeitigt habe, Englands null» tärische Ehre wiederhergestellt und bis in Südafrika keine Wurzel belassen wäre, aus welcher irgend eine der Gefahren hervorwachsen könnte, unter denen das Land so lange gelitten. London, 31. Januar. Im Unterhause antwortete der Schatzmeister Balfour auf eine Anfrage, die gespannten Beziehnngen zu Transvaal hätten seit 20 Jahren bestanden. Im Kriegsministerium seien keinerlei Belege dafür vorhanden, daß die Zahl der in Südafrika befindlichen Truppen ungenügend sei. Der jetzige Krieg dürfte seine Früchte erst später tragen. Theater. (Gastspiel von Edmund Schmasow.) —r. Gießen, 31. Januar. 1900. „D i e Herren Söhn e", da spukt schon L'Arronge im Titel des Stückes, und doch rührt dasselbe nicht von diesem her, sondern von der bekannten Firma Oskar Walter und Leo Stein, die so manches recht brauchbare Lustspiel verfaßt hat. Wo die Herren Söhne eine Rolle spielen, da gehen auch die Väter nicht leer aus, — und wie in „Mein Leopold" der Schuhmachermeister Weigel, ist hier der Hofschlächtermeister ktommel der Vater und das Familienhaupt, der ein Recht hat, mit seinem Sohne unzufrieden zu sein, doch aus ganz anderen Gründen, denn Wilhelm ist kein schlecht geratener Sohn wie Leopold, der Schulden macht und ein wüstes Leben führt; er will nur nicht die Schlächterei seines Vaters übernehmen, sondern studieren; er will auch nicht Sie ihm bestimmte vermögende Nichte heiraten, die im Hause der Eltern lebt, sondern er hat sein Herz an ein anderes Mädchen, eines Weinhändlers Tochter gehängt. So kommt es zum Bruch zwischen Vater und Sohn: dieser Herläßt das Elternhaus; sein Vater giebt ihm zwar nicht feinen Fluch, dafür aber auch keinen Groschen mit; nur in Stille unterstützt er ihn durch Zuweisung von Privat- fhmben, für deren glänzende Bezahlung — und zwar aus feiner eigenen Tasche — er sorgt. Vater und Sohn lieben fich aber doch, und uls der Letztere, der sich inzwischen immatrikulieren ließ, sich einmal schlägt, um denjenigen zu züchtigen, der sich über seinen Vater in einem össent- luchen Lokale in beleidigender Weise geäußert, da findet eine Versöhnung statt und die „Nadeln" im Kopse des Indenten heften das zerrissene Band zwischen den Beiden w ieder zusammen. Das Thema des ganzen Stückes ist also Berufswahl und die Eltern erhalten die gute Lehre, ihren Kindern darin volle Freiheit zu lassen. Verschiedene Unwahrscheinlichkeiten sind den Herrn Verfassern aller dings „untergelaufen" — wir nehmen natürlich an, mit vollem Bewußtsein. Wer glaubt an das geschilderte Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn, die obendrein mit inniger Liebe aneinander hängen? Daß ein Vater sein ungeratenes Kind verstößt, ist gewiß keine allzu große Seltenheit, daß aber ein Vater, wie es hier geschieht, seinen einzigen Sohnaus dem Hause jagt, weilder- selbe zu gut geraten, dürfte Niemandem glaubhaft erscheinen. Doch die Verfasser brauchten das schöne Zerwürfnis, das in der Folge zu den rührseligsten Szenen führt, und deshalb mußte eben der alte Hofschlächter, der im klebrigen ein sehr braver und ebenso vernünftiger Mann ist, gerade in diesem einen Falle verbohrt sein. — Der Rittergutsbesitzer und Landtagsabgeordnete Gimpern hat ferner einen Sohn, der durchaus studieren soll, sich aber gar nicht dazu eignet — dreimal fällt er mit Glanz durch das erste juristische Examen. Dergleichen soll vorkommen. Daß aber dieser selbe verbummelte Student von heute zu morgen in Dingen, die ihm vollständig fern liegen, so z. B. auf dem Gebiete der Engrosschlächterei und Wurstwarenfabrikation geradezu Hervorragendes leistet, dürfte schon seltener sein. Indes, die Verfasser brauchen den jungen Mann gerade so und nicht anders — also muß es auch so sein. Die Herren Söhne sollen nämlich genau das Gegenteil von dem werden, was die Väter ursprünglich mit ihnen beabsichtigten, daher der merkwürdige Berufswechsel! Daß bei alledem auch Liebesgeschichten eine große Rolle spielen, daß der Sohn des Landtagsabgeordneten gerade das Mädchen heiratet, das der Hofschlächter für seinen Sohn bestimmt hatt, daß die Väter sich mit ihren Söhnen wieder aussöhnen, daß der Musterknabe Wilhelm schließlich mit Einwilligung des Papas studieren darf rc. rc., das alles ist selbstverständlich. Die Sache läuft schließlich auf eine große Biedermeierei hinaus. Das Stück ist an und für sich eine wenig kunstvolle resp. feine Arbeit; der Dialog geht oft zu weit in volkstümlicher Derbheit und die Handlung ist wenig spannend; sie ruft mehr Rührung auf der; Bühne hervor als im Publikum. Doch viele Situationen sind von durchschlagender Wirkung, es findet sich mancher gute Witz und die Charakterzeichnung ist, wenngleich etwas holzschnittartig, doch geeignet von der Bühne herab zu wirken. Und so konnte man sich auch in dieser etwas gekünstelten Komödie recht wohl amüsieren und der Beifall, den die Aufführung fand, bewies denn auch, daß das Theatervereinspublikum durchaus auf feine Rechnung gekommen war. Teils sind nämlich die Verfasser so klug gewesen, ihr Volksstück in einen regulären Schwank ausarten zu lassen, teils halfen ihnen unsere wackeren Darsteller darin nach, und so herrschte bald eine lachlustige Stimmung und das Haus amüsierte sich köstlich. Eine ganze Reihe aktueller Witze trug das Ihrige dazu bei. Besonders war es natürlich der verehrte Gast, Herr Schmasow, der durch seine gelungene Komik das Publikum geradezu ent zückte. Sein Hofschlächter Rommel war einzig in seiner Art: jede Bewegung, jeder Ausdruck war amüsant, und oft. erschallte ein herzliches Lachen ob der Verlegenheit des gestrengen Herrn. PZie er dem „Oberbürgermeister Kirschner" am Telephon zu seiner endlichen Bestätigung gratu liertc und schließlich das zweite Mal auf den Gedanken kam, die „Bestätigung sei vielleicht zurückgenommen", war einfach reizend. Herr Schmasow fand für alte Situationen die rechten Accente. Sehr ergötzlich war die große Szene zwischen dem Schlächtermeister und dem durchgefallenen Referendar, der von Herrn Par en recht flott und natur wüchsig gespielt wurde. Diese Szene erinnerte uns lebhaft an die Fabel vom Hai und vom Hecht. So geht's: Der kleinere Tyrann traf endlich einen größeren an, denn der Fleischermeister, vor dem alles Reißaus nimmt, wird. Deutsches Reich. Berlin, 30. Januar. Das Kaiserpaar ist gestern abend 9 Uhr 40 Minuten aus Primkenau zurückgekehrt. Auf dem Bahnhofe nahm der Kaiser die Meldung des englischen MilitärattacheeS, Oberstleutnant Griffon, vor seiner Abreise nach Loudon entgegen. Heute morgen unternahm der Kaiser den üblichen Spaziergang, hatte dann eine Besprechung mit dem Staatssekretär Grafen Bülow und hörte, ins Schloß zurückgekehrt, die Vorträge des Generals v. Hahnke und des Chefs des Admiralstabes der Marine v. Diederichs. — Der Führer der freisinnigen Partei in Lippe, Justizrat Asemissen, welcher s. Zt. die Thronansprüche des Grafregenten vertrat, ist in der letzten Nacht im Alter von 56 Jahren g-estorben. — Der Gesandte Transvaals vr. Leyds, der seine hiesige Anwesenheit zu einem lebhaften Verkehr mit den Botschaftern und sonstigen diplomatischen Persönlichkeiten benutzt, erklärte dem Vertreter der „Frankfurter-Zeitung", die Behauptung der „Zentral News", daß er durch Jntriguen den Verdacht der Engländer auf angebliche Kriegskontrebande in den deutschen Postdampfern der Ostafrika-Linie gelenkt habe, als vollkommen aus der Luft gegriffen. — In Reichstagskreisen erzählt man, Dr. Leyds, der eine längere Konferenz mit dem russischen Botschafter hatte, werde sich von hier nach Petersburg begeben wo er ebenfalls beglaubigt ist. — Im Befinden deSAbgeordnetenvr. Lieber ist, der „Germania" zufolge, von gestern auf heute wiederum eine fortschreitende und erhebliche Besserung zu verzeichnen, sodaß nunmehr eine Lebensgefahr als überwunden erachtet wird. Reichskanzler Fürst Hohenlohe, sowie mehrere Staatssekretäre und Minister haben sich wiederholt nach seinem Befinden teilnahmsvoll erkundigt. — Der bekannte Anarchist Jacoby, der Weihnachten aus dem Zuchthause zu Halle a. d. S. entlassen wurde, erhielt, wie von dort gemeldet wird, den Aus- weisungSbefehl aus Halle durch dem Regierungs- präfidenten. Ausland. Wien, 30. Januar. Der Ministerpräsident Dr. von Körber sandte ein Zirkularschreiben an alle Behörden, worin er diese auffordert, gegenüber der Bevölkerung strengste Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zu beobachten, niemals die persönliche politische Gesinnung hervorzuheben und den Bedürfnissen der Bevölkerung jederzeit, wo es notwendig ist, aus eigener Initiative Rechnung zu tragen, aber auch den Gesetzen unbedingt Achtung zu verschaffen. Paris, 30. Januar. Die Regierung beschloß im heutigen Ministerrat gegen eine Anzahl Prälaten und Bischöfe, welche die Briefe an das Blatt „La CroiS" sandten, worin sie die Assumptionistenbrüder für die erlittene Strafe beglückwünschten, Maßregeln. Die Minister waren der Ansicht, daß die Proteftation mit der Ehrfurcht, welche die Bischöfe der Gerechtigkeit des Landes schuldig seien, nicht zu vereinbaren wäre. Paris, 30. Januar. Die Regierung brachte in der heutigen Nachmittagssitzung der Kammer einen Gesetzentwurf über die Flottenvermehrung ein. Die Vorlage wurde mit großem Beifall begrüßt. Belgrad, 30. Januar. Die Begnadigung der wegen Hochverrats Verurteilten erfolgt bestimmt am 6. März d. Js. Lokales md MooiiyieUes. ** (Eingesandt.) Der Turnverein Gießen gegründet 1846 hält seinen diesjährigen Maskenball nächsten Samstag den 3. Februar, abends 8 Uhr in seiner Turnhalle ab. Die Vorbereitungen hierzu sind in flottem Gange. Allabendlich findet sich in der Turnhalle eine große Schar Turner und Turnschwestern ein, um die bevorstehende Fest- hier von dem gröberen jungen Mann niedergeschrien und gebändigt, was Herr Schmasow und Herr Paren mimisch und pantomimisch lebendig zur Anschauung brachten. Herr Paren war in keinem einzigen der bislang gegebenen Stücke so lobenswert, wie gestern abend. Den gelehrten Jüngling Wilhelm, den Vicefeldwebel — mit dem kurzen Seitengewehr'. — der Reserve, spielte Herr Henry recht sympathisch, den Rittergutsbesitzer Gimpern Herr Rolan mit einem gewissen vornehmen Pli. Der Weinhändler Lange ist kein Piepenbrinck und seine Frau Lotte hat von Piepenbrincks Frau nur den Namen, aber Herr Waller und vor allem Frau Helm machten aus denselben ein paar prächtige kleinbürgerliche Figuren. Die Frau Johanna Rommel, die gerührte Mutter und gehorsame Gattin, wurde von Frau Kruse, die gerade für solche Hausfrauen in gewerblichen Kreisen das Zeug hat, gut dargestellt und der Ausdruck ihrer Affekte war bisweilen ganz ergötzlich. Die Gusti der Frl. Eichenwald war ein in seinen Gefühlen klares und durch seine Vermögensverhältnisse beruhigtes Mädchen. Frl. K n ö f e l als Else war frisch und lebendig und Frl. D u v e bewegte sich in der kleinen Rolle des Röschen Himmer mit gewohnter Anmut auf der Bühne. Die Regie des Herrn Direktor Helm war, wie immer, in den besten Händen* Das Stück war von ihm gut inszeniert und gefiel sehr; es ist ja eine kräftige Hausmannskost! Warum haben eigentlich die Autoren des Volksstücks ohne Gesang gedichtet? Wir glauben, der grobe Hofschlächter hätte manches gute Kouplet, der durchgefallene Referendar mit seiner Liebsten manches lustige Liebesduett fingen können. Diese sechste Vorstellung des Theatervereins war, wie immer gut besucht. Wie wir hören, wird Irene Triesch in nächster Zeit (in Maria Magdalena) noch einmal im Theaterverein gastieren. lichkeit würdig ihren Vorgängern zu einer glanzvollen zu gestalten. Neben Aufführungen von Gruppen historischen Charakters sind auch solche vorgesehen, welche Episoden des ernsten Lebens wie auch heiteren Inhalts zur Darstellung bringen. Es kann somit nur Jedem der Besuch dieses Maskenballes bestens empfohlen werden, und es ist sicher anzunehmen, daß die Festlichkeit eines starken Besuches sich zu erfreuen haben wird. Bemerkt sei noch, daß durch die neuerdings erlaffenen gesetzlichen Bestimmungen der Vorstand strengstens darauf zu achten hat, daß diese Vereinsfestlichkeit nur von Mitgliedern besucht wird. (Wenn die Vereinsfestlichkeit „nur von Mitgliedern" besucht werden darf, — wozu dann Zeitungsnotizen? Die „Mitglieder" müssen doch wissen, was in ihrem Verein vorgeht! D. Red.) ** Stadttheater. Wir machen hiermit nochmals auf das morgen, Donnerstag, stattfindende erste Gastspiel von Frl. Clara Drucker aufmerksam. Die treffliche Künstlerin spielt die „Isabella" in dem Schauspiel „Der Fall Clemenceau". Die Eintrittspreise mußten selbstredend für dies Gastspiel etwas erhöht werden, doch haben Abonnementsbilletts mit kleiner Zuzahlung Gültigkeit. ** Vortrag. Montagabend wird der Afrikareisende Oberstleutnant a. D. We st mark im Saale des Gasthauses „zum Einhorn" einen Vortrag halten. Derselbe wird u. a. folgende Punkte enthalten: Reise von Banana M'Suata, die Schwiegermütter von Las Palmas, ein Krokodil unter meinem Bett, Stanley-Affaire, romanische Gemälde, Sitten der Kanibalen, Raffen der Menschenfresser, ihre Palawres, Arbeiterverhältnisse, Sklaven, falsche Haare, Schmuck, Religion, Menschenfresserei, Mahlzeiten, Gastereien der Kannibalen, Menschenopfer und Bearäbnis- feierlichkeiten, Leichentanz, ein Boot von einem Flußpferd umqeworfen, Handelssklaverei. In Marseille erhielt Herr Westmark als Mitglieo der Geographischen Gesellschaft die goldene Medaille. Heber Westmarks Vorträge schreiben: „Schwäb. Merkur": Die Schilderung, wie man 15 Monate lang unter den Menschenfressern am oberen Kongo leben und mit heiler Haut davonkommen kann, hat dem Vortrag Westmark einen sehr lebhaften Beifall im zweiten Saale des oberen Museums eingebracht. — Das „Kath. Volksblatt" : Zugleich bot der Vortrag, wie nicht anders zu erwarten war, vieles Interessante, manches Heitere, Komische und auch Derbe, so daß er die Zuhörer sehr fesselte. — „Württemb. Volksztg."; In dem Vordergrund seiner überaus lebhaften glänzenden Darstellung stellte der Redner die Persönlichkeit Stanleys in einem sehr eigentümlichen, nickt geradezu günstigen Lichte dar. Hoffen wir, daß auch hier oer Vortrag des berühmten Afrikareisenden zahlreich besucht wird. (Das Nähere folgt durch Inserate.) ** Deutscher Flotteuvereiu. Von feiten des Provinzial- Ausschusses für die Provinz Oberhessen wird nochmals ganz besonders auf den heute abend 8i/2 Uhr in Steins Garten stattfindenden Vortrag des Kaiserlichen Marine- Pfarrers a. D. Herrn Heims über die Flottenvorlage, speziell die'Entwickelung und.den Zweck der deutschen Marine, sowie Notwendigkeit der Verstärkung derselben in militärischer, Verkehrs- und handelspolitischer Beziehung aufmerksam gemacht. Hoffentlich wird die schlechte Witterung niemand abhalten, diesem intereffanten Vortrage beizuwohnen. Im übrigen verweisen wir auf die Einladung im Annoncenteil. ** Freitag, 2. Februar, findet in Darrn st adt eine Gesamtsitzung des Hessischen Landwirtschaftsrats Hierselbst statt. Auf oer Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: 1) Veranstaltung der Landesausstellung in Darmstadt. 2) Beschickung der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Posen. 3) Detarifierung oes denaturierten Spiritus. 4) Abschluß eines Vertrags mit einer Haftpflichtversicherungs-Gesellschaast für das Großherzogtum durch den Hessischen Landwirtschaftsrat. 5) Die Errichtung einer Rindvieh-Versicherung. 6) Abänderung des Ausführungsgesetzes zum Unfallversicherungsgesetz. — Laug-Göns, 29. Januar. Am Samstagabend feierte der hiesige Turnverein sein Winterfest verbunden mit Kaisers Geburtstagsfeier. Nach einer längeren vom 1. Vorsitzenden des Vereins, Herrn Berg sehr sachlich gehaltenen, begeisternden Ansprache folgten verschiedene turnerische und theatralische Aufführungen, welche alle ganz vorzüglich verliefen; besonders sind die von den Turnern gestellten lebenden Bilder hervorzuheben. Ein gemütlicher Tanz hielt den Verein fast geschloffen bis spät nach Mitternacht zusammen und es hat wohl jeder den Festsaal mit dem Gedanken, einen recht vergnügten Abend verlebt zu haben, verlassen. x Nieder Moos, 29. Januar. In der Wirtschaft des Gastwirt Herchenröder in dem benachbarten Ober-MooS kam es zwischen Gästen zu einem Wortwechsel, welcher noch in Thätlichkeiten ausartete und einer der Beteiligten, Karl Eifert daselbst, mehrere blutige Wunden am Kopfe, (es sollen 4 Löcher sein) erhielt, sodaß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte, und der Arzt die That als von einem stumpfen Instrument herrührend, erkannt haben soll. Die alsbald eingeleitete Untersuchung wird das Nähere ergeben, und werden die oder der Thäter für die Folgen aufkommen müssen. Man hegt Bedenken für daS Leben des Verletzten. Dienheim, 30. Januar. Gestörtes Tanzvergnügen. Nachdem es zur Kenntnis der Lokalpolizeibehörde gekommen war, daß an Sonntagnachmittagen junge Leutchen, auch solche, die noch die Schulbank drücken, in einem Tanzsaal nach den Klängen einer Ziehharmonika sich mit Tanzen amüsierten, begab sich gestern mittag der Bürgermeister mit dem Polizeidiener nach dem betreffenden Lokal und jagte die aus 20 „Personen" bestehende Gesellschaft, darunter fünf noch schulpflichtige Mädchen, auseinander. Vorher wurden die Namen der Tanzlustigen festgestellt und das Musikinstrument beschlagnahmt. △ Klein Welzhei», 30. Januar. Ein Handelsmann aus S. kaufte dieser Tage bei einem Bauersmann zu D. eine Kuh für 250 Mark und verkaufte sie alsbald wieder an einen hiesigen Landwirt für 250 Mark und eine andere Kuh. Mit diesem vorzüglichen Geschäftchen schien der Händler aber noch nicht zufrieden zu sein; denn er ging nach D. zum früheren Besitzer und verlangte eine Entschädigung, weil die hierher verkaufte Kuh angeblich nur aus zwei Strichen Milch gebe. Diese Vorspiegelung stellte sich sehr bald als ein plumpes Manöver heraus. Dem Vernehmen nach ist gegen den superklugen Handelsmann bereits Anzeige wegen Erpressungs- resp. Betrugsversuchs erhoben worden, wodurch derartigem gemeingefährlichen Treiben hoffentlich einstweilen ein Ziel gesetzt wird. Nicheu i. O., 28. Januar. Dieser Tage ereignete sich dahier einschrecklichesUnglück. Der 17 jährige H. Voltz war beim Dreschen damit beschäftigt, Getreide von dem Gerüste in die Tenne zu werfen. Dabei sah V. durch eine Dachlucke dem gleichalterigen A. Kraft dahier zu, wie derselbe mit einem Flobert nach Spatzen schoß. V. höhnte K.: „Du bist ein schlechter Schütze, Du triffst mich doch nicht". Da legte K. an, zielte auf V. und traf denselben leider so sicher, daß die Kugel durch die eine Augenhöhle in den Schädel eindrang. Obwohl bald zwei Aerzte zur Stelle waren, gelang es doch nicht, die Kugel zu entfernen. A Mainz, 30. Januar. Die grofjejn bauliche'n Veränderungen und Erweiterungen im Bereich der ehemaligen Hessischen LudwigSbahn, für welche eben die Mittel von dem Reichstag und dem preußischen Abgeordnetenhaus eingefordert worden sind, sollen, wie man uns mitteilt, in thunlichster Schnelligkeit ausgeführt werden, indem für die Herstellung sämtlicher Anlagen — einschließlich der Ueberbrückung des Rheines und des MaineS — nur eine Bauzeit von 3 Jahren vorgesehen ist. Soweit die Neuanlagen Mainz, Mombach, Kastel, Kostheim und Bischofsheim berühren, stoßen dieselben auf keine Schwierigkeiten und sind nur insoweit Kunstbauten erforderlich, als es durch die Steigung bei der Zufuhr zu den beiden vorgesehenen Brücken bedingt ist. Einige Schwierigkeiten dürfte indes die Erwerbung des erforderlichen Geländes machen. Dasselbe ist sowohl auf der rechten Rheinseite wie auf der gleichen Mainseite bebautes wertvolles Ackerfeld, das mit Rücksicht auf die zu erwartenden Bahnanlagen schon seit Jahren als Spekulationsobjekt behandelt wird und daher durch verschiedene Ver- und Weiterverkäufe zu hohem Preis gebracht worden ist. Das gleiche gilt von dem Gelände zwischen der Gustavsburg und Bischofsheim, über welches schon vor einem Dezennium die Spekulation hergefallen ist. — Nachdem die Bewohner von Mainz jüngster Tage erst durch einen Abschlag des Wasserpreises erfreut worden sind, ist ihnen jetzt das weitere Vergnügen geworden, daß vo» 1. April ab auch der GaSpreis um 10 Prozent ermäßigt wird. Vermischtes. * Oberlahnstein, 29. Jan. Ein polizeiwidriger Druckfehlerteufel hat dem hiesigen „Tageblatt" einen ärgerlichen Streich gespielt. DaS Blatt brachte eine Polizeiverordnung, betreffend Reinigen und Ausputzen von Obst- bäumen znr Verhütung der Insekten- und Pilzvermehrung. In der Verordnung hieß der Paragraph 2: „Zur Verhütung von Insekten- und Pilzvermehrung sind" usw. Nun wurde, wie das Blatt in einer Berichtigung sagt. „Jnsekten- unb Pilzenvermehrung" gesetzt. Dieser Fehler wurde gesunden und angemerkt. Nun kam der Unhold, und eS hatte sein sollen, daß der Korrektor an Stelle des Wortes „Pilzen" das Wort „Polizei" hinsetzte. Bis das Geschehene entdeckt wurde, war schon ein Teil des Blattes gedruckt und verausgabt. In diesem Teile der Nummer heißt es nun: „Zur Verhütung der Insekten- und Polizeivermehrung." * Köln, 30. Januar. Der Sohn des hiesigen Fabrikanten R. hat sich gestern nachmittag erschossen. Die Veranlassung zu dem Selbstmord gab ein kurz vor der That ausgebrochener Zwist zwischen Vater und Sohn. Aschaffenburg, 30. Januar. Der Diebstahl von Kassenschränken scheint hier als Spezialität betrieben zu werden. Während schon vor einiger Zeit der Kaffenschrank der Bayerischen Aktienbrauerei gestohlen wurde, ereilte vorgestern nacht dieses Schicksal den Kaffenschrank der Firma PH. Schwind Söhne, Ziegelei. Der Schrank stand in dem ebenerdigen Kontor. Das mit Eisenstäben versehene Fenster wurde durch Abfeilen der Stäbe freigemacht, der eigentliche Kaffenschrank, von dem hölzernen Untergestell abgehoben, durch das Fenster auf einen sogenannten Backsteinkarren gebracht und von da etwa 50 Meter weiter auf freies Feld. Hier wurde der Schrank mittel« eiserner Pickel erbrochen. Die Diebe sanden etwa 500 Mk. Baargeld, sowie die Kouponbogen von etwa 10,000 Mk. Obligationen, ferner mehrere Wechsel. Die Geschäftsbücher wurden teilweise zerfetzt und stark beschmutzt aufgefunden. Die Polizei ist in reger Thätigkeit. Am Sonntag vormittag wurden vier Personen verhaftet, die bei einem £)ieb' stahl bei dem Krämer Schlett in Damm, nicht sehr entfernt von dem Schwind'schen Geschäfte, erwischt wurden. Ob sie auch den Kaffenschrankdiebstahl, sowie die in der letzten Zeit häufigen Diebstähle in Damm verübt haben, wird die Untersuchung aufklären. * Karlsruhe, 29. Januar. Heute nacht hat sich eilt Studierender der technischen Hochschule aus unbekannter Gründen erschossen. * Berlin, 28. Januar. Auf der Reise von Mentone nach Berlin machte eine reiche, in Begleitung ihrer Tochter und Nichte mit dem Süd-Rordexpreßzuge fahrende Dame aus Berlin ihrem Leben durch Selbstmord ein Ende. Sie hatte mit ihren Begleiterinnen ein Kupce 1. Klaffe des Schlafwagens inne und legte sich am 27. Januar nachts gegen 12 Uhr mit ihrer Tochter und Nichte auf die vom Schlafwagendiener bereits in München hergerichteten Betten. Als die jungen Damen eingeschlafen waren, verließ die etwa 50 Jahre alte Frau heimlich daS Kupee, und stürzte sich, unbemerkt von dem im Korridor des S • **8 »CI»s srs?«- 30. «.PosidovSkY durch d • »tM 29' idbtti. tot«” »M* Hmdv. to bttyt Stell')11 bad) unb Stocket, jun in dm iofti ftfr beglich glitb des Stüdttheate lichen Nacht mit einen W Zentralbahnhosek dritten Stunde W nannten btx W Mtur röt eVtenWenb als dieser bü l zwischen Molter: denen ersterer gr sich dabei lediglich bald auf dem Boi auf den Füßen ut spielte sich eine wollenden Leuten z jugendliche Held H« keiten nicht bittiligi &(bärbtn unb 8ef, aafa an btm fatnp} idffir in wilder und btt yöb1 baß bit uchtzenben Sprache an Schimpf Daneben leitete Hen seine Kollegen zum a Überhaupt erregte dc bei den übrigen sehr taRMiSfatin. Wen des Schauspi ^rnberger Darstellt wurden laut, unb v bn gewalttätigen $ Wtyrönnttn unb Sueben zu Wn. M weiter Bier 1 »EM mi! Atlichfu, vorneb 9en ^gehörend Und» leinen Cojn \rn bei wu Aas M ™ am d J® s 8,8. «£* N Ä*’ H JS V ? f'iit; b(,„ lt! Jm, "8|[ tll( P'tllijt'J'raw. °«S« 'Men u toRt/'.Wte Mss üb M !&*’" ?■ Ä JWJ« »ü ' J®ic Man unj Miihtt toerben !9e.n - einschlie^ Maines - $tttA Soweit s*in und tn erforderlich, L iu den beiden vor ge Schlvierigkeite« oerüchen Gelandet "en Heinseite wii 'ttvolles grferfdb, Tonlagen schor 'lt wird und daher e p Prei- W tott weiche« ition hergefaklen ift. j jüngster Tage er- erfteut worden sind, Morden, datz toi 110 Prozent rr- lolizeiwidriger . ^gülätt" tina Wpit eine fylitfi- 'uf'puQtn von Obst- ib Pilzvnmchruvg. aph 2: „Zur Ber- g find- usw. Nun g sagt. .Jnsekteil- Fehler wurde gr- hold, und eS hatte :S Wortes „Pilzen" Geschehene entdeckt gtbnicft und ver- Ltx heißt es nun: Polizrivemchrnug? des hichgrn *W* erschoßen. Die ein kurz vor btt ter und Sohn. Diebstahl von pezialitat btlrtM r ßtit btt Sa^tv chohlen wurde, er- a Dn Sch""! i iilenMb-n »E be freigewacht, on «°o°«sE Sogenannten $na SL« y«? .m, nichts obst $:>w j^S «,jse von r iKtir rt ZM Leitung chre -ch SelD^. ■ft?-'? ^dew Schlafwagens sitzenden Diener in der Nähe der Station Bitterfeld aus dem Zuge; sie geriet zwischen dre Räder des Schlafwagens und blieb tobt liegen. Inzwischen erwachten die jungen Damen, vermißten sofort ihre An gehörige und veranlaßten eine Durchsuchung des Zuges, die natürlich zur Auffindung der Vermißten nicht führte. Erst in Berlin erfuhr die trostlose Familie, daß bet Bitter- felb die Leiche einer älteren Dame neben den Schienen lieaend aufaefunden worden und diese mit der Vermißten identisch sei. Die Dame hatte sich schon während der Reise sehr nervös und erregt gezeigt, und konnte von ihren Reisebegleiterinnen in Mailand nur mit Mühe verhindert werden, den Expreßzug zu verlassen. — Der Inhaber des deutschen MilitärverlagS, Sydney O'Danner, welcher das Geschäft unter dem Namen eines Hauptmanns v. Schwerin betrieb, ist nach Berübung großer Kautionsschwindeleien geflüchtet. ♦ Berlin, 30. Januar. Nach einer Meldung aus Dessau wurde heute Bankier Herzberg wegen Beleidigung des Ministers v. Koseritz in Sachen der Kommerzienratstitel - Entziehung zu 3000 Mark verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 2*/, Monate Gefängnis beantragt. * Kiel, 30. Januar. Die hiesige Strafkammer verurteilte den sozialistischen Redakteur Korn wegen Beleidigung des Reichskanzlers und des Staatssekretärs v. PosadowSky durch die Presse als Verfasser der ZuchthauS- vorlage zu 2 Monaten Gefängnis. • Nürnberg, 29. Januar. Kämpfende Bühnenhelden. Die in Nürnberg erscheinende ..Nordbayerische Zeitung- schreibt: Die drei Heldendarsteller des „Nürnberger Stadttheaters", die Herren Dietzsch, Fambach und Stöckel, haben in der Nacht vom Donnerstag Zum Freitag in dem Wartesaal 1. Klasse des Zentralbahn- hofeS sehr bedenkliche Ausschreitungen begaugen. Das Mitglied des Stadttheaters, Herr Mol ter, saß in der fraglichen Nacht mit einem Bekannten in dem Wartesaal 1. Klasse des Zentralbahnhofes in der Nähe des Buffets. In der dritten Stunde ungefähr kamen nach einander die oben ge- uannten Heldenspieler in den Wartesaal und ließen sich in der Nähe MolterS nieder. Sofort begannen sie den M. Mit ehrenkränkenden Beschimpfungen zu überschütten, und rls dieser die Beleidigungen scharf zurückwies, kam es zwischen Molter und Dietzsch zu ernsten Thätlichkeiten, bei denen ersterer gröblich mißhandelt wurde. Molter befand sich dabei lediglich in der Notwehr. Die Kämpfenden rollten bald auf dem Boden und wälzten sich da, bald standen sie auf den Füßen und setzten den Faustkampf fort, kurz, es spielte sich eine Szene ab, wie sie unter gebildet sein wollenden Leuten zu den Unmöglichkeiten zählen sollte. Der jugendliche Held Herr Stöckel hat sich an den Handgreiflichkeiten nicht beteiligt uud dem Molter mehr mit drohenden Gebärden und Beschimpfungen zugesetzt. Herr Fambach nahm an dem Kampfe gar nicht Teil, er entwickelte aber dafür in wilder uud lauter Redeweise einen so reichhaltigen Wortschatz der gröbsten und kränkendsten Beschimpfungen, daß die umsitzenden Gäste über den Reichtum der deutschen Sprache an Schimpfwörtern erstaunt gewesen sein sollen. Daneben leitete Herr Fambach die Schlacht und forderte seine Kollegen zum wörtlichen und thätlichen Vorgehen auf. Neberhaupt erregte das Benehmen der drei Heldendarsteller bei den übrigen sehr zahlreichen Gästen des Wartesaales das höchste Mißfallen. Die schmeichelhaftesten Charakterisierungen des Schauspielerstandes im allgemeinen und der Nürnberger Darsteller und des Stadttheaters im besonderen wurden laut, und energisch rief man nach der Polizei, die die gewaltthätigen Herren zur Ruhe bringen sollte. Zwei Schutzmännern uud drei Bahnbeamten gelang es schließlich, Frieden zu stiften, und der Wirt weigerte sich, den Herren «och weiter Bier zu verabfolgen. Die Namen der Herren sind polizeilich notiert worden und der grobe Exzeß in einem öffentlichen, vornehmen Lokale vor zahlreichen, den besieren Kreisen angehörenden Gästen dürfte ein unerfreuliches spiel für die Helden des Stadttheaters haben. Universität und Hochschule. — Ernanntr Der waadtländische Staatsrat den bisherigen Privatdozenten an der Universität Lausanne Dr. Nikolaus Herzen l-men Sohn Alexander Herzens) zum a.-o. Profeffor für römisches Recht daselbst. — Habilitiert r An der Technischen Hochschule in Stuttgart als Privatdszenten: Regierungs-Bauführer Max Enßlin für Wärmemotoren rmd Anwendung der Elastizitäts- und Festigkeitslehre, und Dr. Julius Tchmidt, Assistent am chemisch-technischen Laboratorium der Hochschule kür Chemie. — verschiedenes! Man schreibt aus Tübingen vom 29. d. M.: Gestern feierte der R-chtshistoriker Prof. Dr. Otto v. Franklin ein $ et er an der hiesigen Juristenfakultät, feinen 70. Geburtstag. Franklin, der schon als Student für eine Schrift über „Die deutsche Politik des großen Kurfürsten" durch die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet wurde und seine akademische Laufbahn 1860 in Breslau begonnen hat, gehört der hiesigen Hochschule seit 1876 als o. Professor an. — Der a.»o. Prof, in der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig, Dr. phil. Brandenburg, ist vom Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts von der Abhaltung von Vorlesungen im Sommersemester 1900 zwecks Ableistung einer militärischen Hebung und wegen wissenschaftlicher Studien beurlaubt worden. — Der Privatdozent in der medizinischen Fakultät, Dr. Tschermack, der sich erst vor kurzem an der Leipziger Universität habilitiert hat, hat dieselbe verlaffen, um sich mit Beginn des nächsten Semesters an der Universität Halle als Dozent niederzulaffen. Arbeiterbewegung. Wien, 30. Januar. Aus Ostrau wird gemeldet- Die heutige Morgenschicht zeigte abermals das Anwachsen des Streiks. Im Kar- winer Revier sind alle Bergarbeiter nunmehr unter sozialdemokratischer Leitung vereinigt. Die Schächte sind leer und die Versammlungslokale überfüllt. Morgen sollen wieder von beiden Seiten neue Vertrauensmänner ins Einigungsamt gewählt werden Es ist jedoch wenig Aussicht auf Erfolg, da die Gewerkschaften unnachgiebig find. Telegramme deö »Gießener Anzeiger". Wien, 21. Januur. In Brüx wurden gestern die Redakteure zweier tschechischer Arbeiterblätter, welche die Streik-Agitation unter Der tschechischen Arbeiterschaft betrieben, verhaftet. Im Brüxer Revier ist der Versuch, das Einigungsamt in Thätigkett zu setzen, durch die Weigerung der Arbeiter erfolglos geblieben. Heer und Marine. Die von Regimentern der früheren hannoverschen Armee gespielten alten Märsche sind durch kaiserliche Ordre einer Anzahl Regimenter mit Der Maßgabe verliehen worden, daß das beliehene Regiment allein berechtigt sein soll, die ihm zugewiesenen Märsche bei großen Paraden als Präsentier- bez. Parademarsch zu spielen. Die Regimenter stehen meistens in der Provinz Hannover, und auch diese neue kaiserliche Anordnung soll dazu dienen, die Erinnerungen an die hannoversche Armee wieder zu beleben. Eine im „Mar.-Ver.-Bl." veröffentlichte Kabinettsordre bestimmt : Der Inspektor jbe£ Bildungswesens hat die Berechtigung, solche Fähnrichs zur See, welche durch ihr Verhalten Charakterunreife bekunden, oder durch Unfleiß so weit zurückgeblieben find, daß sie dem Unterricht mit Erfolg nicht mehr zu folgen vermögen, einem Stationskommando zur Verwendung im praktischen Dienst zu überweisen. Gegebenenfalls werden solche Fähnriche zur See wieder zum Besuch des nächsten Kursus kommandiert. Anträge auf Entlassung sind erst dann zu stellen, wenn Strafen und obige Maßnahme erfolglos geblieben find. Der Kaiser hat bestintmt, daß die Feldartillerie in Zukunft grundsätzlich keine Fahnen mehr führen soll, sondern nur die Fußartillerie-Regimenter. Die Fahnen sollen von den ersten Bataillonen getragen werden. Hierbei haben nach der Ordre vom 24. April 1882 die im gemeinsamen Eigentum der gesamten Artillerie vom 1. bis zum 11. Armeekorps befindlich gewesenen Fahnen Verwendung zu finden. Wegen des Zeitpunktes der Verleihung und Uebergabe der Fahnen an die Fußartillerie hat sich der Kaiser weitere Bestimmungen Vorbehalten. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 29. Januar 1900. Wem es, wie Einsender, des öfteren vergönnt ist, in das landschaftlich so schön gelegene, im Winter sogar noch so reizvolle Busecker Thal, insbesondere nach Großen-Buseck zu kommen, den muß es doppelt unangenehm berühren, wenn er auf dem Wege von der Station Großen-Buseck nach dem Ort selber — nolens volens — mit dem übelsten aller Wege unliebsame Bekanntschaft machen muß. Dieser von der Gemeinde zu unterhaltende Weg spottete namentlich am vergangenen Sonntag jeder Beschreibung. Andere Straßen und Wege in Gießen und Umgegend lassen zwar auch, insbesondere nach ausgiebigem Regen in Bezug auf Reinlichkeit manches zu wünschen übrig, eine solche Morast- und Schmutzansammlung aber hat Einsender auf einer so kurzen Wegstrecke, deren Instandhaltung doch für Großen--Buseck als Verbindungsweg von und zu der Bahnstation von erhöhtem Interesse sein sollte, noch nie zusammen gesehen. Ein derartig skandalöser Zustand kann nur die Folge jahrelanger Vernachlässigung besagten Weges sein, ist er doch sogar bei leidlich gutem und trockenen Wetter schon an und für sich meist in sehr zweifelhafter Verfassung. Auch die Passage über die Wiesekbrücke ist infolge der zahlreichen Defekte, Löcher, Ritzen rc. besonders abends mit ernster Gefahr für Arme und Beine verknüpft. Unbegreiflich erscheint, wie ein so großer und im allgemeinen so schmucker Ort diese Zustände dulden kann. Ein energisches Einsckxreiten vonseiten des Gemeindevorstandes zur Besserung besagter Verhältnisse nebst Anlage einer genügenden Beleuchtung ist im höchsten Grade angebracht und notwendig. Ein rasches Handeln erscheint uns auch schon aus dem Grunde selbstverständlich zu sein, wird damit Großen-Buseck doch nur einer Forderung der Billigkeit und des Anstandes seinen Bürgern und den Fremden gegenüber, die den Ort besuchen, gerecht. H. Wetterbericht. Während im Norden des Erdteils der Luftdruck fortwährend steigt, und über Lappland bereits mehr als 775 Millimeter erreicht hat, gehört der Kontinent und das Mittelmehrgebiet andauernd einer umfangreichen Depression an. Das Zentrum derselben umfaßt heute Süddeutschland, die Zentral- uud Ostalpen, sowie Italien nebst der nördlichen Adria und dem Golfe von Genua. Ueberdies treten in der Luftverteilung in den kontinentalen Lagen noch mehrfach Ilnregelmäßigkeiten auf. Das Wetter ist demgemäß unbeständig geblieben, wenn auch stellenweise vorübergehende Aufklärung sich geltend macht. Gestern und nachts hat es in Süddeutschland fast allenthalben geschneit. — Voraussichtliche Witterung: Im allgemeinen noch unbeständiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 1. Februar, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal, Kirchstraße 9. 2. Brief Pauli an die Ko- inther. Kap. 7. Pfarrer Schloss er. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „feerolb*. Berlin, 31. Januar. Der Kaiser hat gestern, wie alljährlich am Todestage des Kronprinzen Rudolf dem österreichisch-ungarischen Botschafter einen Besuch abgestattet. Der Kaiser hatte österreichischungarische Generalsuniform angelegt und weilte über eine Stunde bei Herrn v. Szögyeny Marich. Berlin, 31. Januar. Das Befinden des Finanzministers Dr. Miquel bessert sich langsam. Der Minister ist zurzeit nicht imstande, seine amtliche Thätigkett in vollem Umfange wieder aufzunehmen. Er darf zwar das Bett verlaffen, bedarf aber wegen anhaltender Heiserkeit noch der Schonung. Berlin, 31. Januar. Die Besserung im Befinden des Zentrums-Abgeordneten Dr. Lieb er schreitet langsam vorwärts. Auch gestern abend fühlte sich der Patient verhältnismäßig wohl. Der behandelnde Arzt hofft, daß, falls kein Rückfall erfolgt, der Patient in einigen Tagen das Bett wird verlaffen können. Berlin,31. Januar. Die Fraktionen der freisinnigen Volkspartei und der deutschen Bolkspartei berieten gestern abend über das neue Flottengesetz. Die Beratung hat volle Einstimmigkeit der Fraktionen inbezug auf ihre Stellung zur Vorlage gegeben. Dresden, 31. Januar. Die zweite Kammer beschloß, die Justiz möge die unschuldig Verurteilten für ihre Vermögensverluste entschädigen. Borkum, 31. Januar. Hier fand ein Arbeiter- Krawall statt, bei dem die Gendarmerie einschritt und von der Schußwaffe Gebrauch machte. Einer der Exeedentsn wurde tätlich verwundet und sterbend nach Emden gebracht. Zwei andere erhielten leichte Verletzungen. Madrid, 31. Januar. Aus Coruna wird gemeldet: Oestlich von Kap Finisterre sank bei wütendem Sturm ein französisches Torpedoboot. Die Besatzung ist wahrscheinlich ertrunken. — An der Westküste bei San Sebastian gegenüber Miramar scheiterte das dänische Segelschiff „Livingstone" und einige Seemeilen von Bilbao der Dampfer Valle, wobei 15 Mann ums Leben kamen. London, 31. Januar. Unter den bei Spionkop Gefallenen befindet sich auch der deutsche Leutnant Brüsewitz, welcher sich vor einiger Zeit der Buren- Armee angeschlossen hat. „Henneberg-Seide“ — nur echt, wenn direkt von mir bezogen — schwarz, weiß und farbig, von 75 Pfg. bis Mk. 18,65 per Meter. An jedermann franko und verzollt ins Haus. Muster umgehend. 122 G. Henneberg, Seideii-FabriM (t. u. L Ml.) Zürich. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte. Gießen, Rirchenplatz 718 Hohversteigerung im sicher Stadtwald. Donnerstag den 8. Februar, vormittags IO Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, Distrikt Unterspeierlingskopf,versteigert werden 256 rm Buchen«, Eichen- und Birkan-Scheitholz, 278 „ Buchen-, Eichen- und Radel-Knüppel, 260 „ Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke, TW) Stück Buchen- und Eichen- Wollen, 10OO „ Nadel-Wellen in Haufen. Zusammenkunft beim Pflanzgarten, dich, den 30. Januar 1900. Gr*ßh. Bürgermeisterei Sich. Heller. 824 Hohmrsteigerung. Montag den 5. Februar d. IS., vormittags IO Uhr, sollen in dem Rockenberger und Opperrhofener Markwald, Distrikt Alterhof, Eisenzahl, Steinbiegel, Seegrund und Korstkopf, versteigert werden: Stammholz: 116 Eichen = 61,98 fm (18 bi« 67 cm stark, Schnitt- und Werkholz), 28 Buchen ----- 36 fm (45 bi« 70 cm stark, Schnitt- und Wagnerholz), 1 Hain- buche ----- 0.44 fm, glatt, 39 Kiefern = 13,66 fm, 5 Fichten = 1,43 fm. Derbstaugeu: 47 Fichten = 13,66 fm, 2 Lärchen ----- 0,14 fm, 51 Fichten-ReiSstangen = 0,25 fm. Die Zusammenkunft ist am Stein- biegel, am Eingang de« Walde« auf dem Randweg, zwischen der Gemarkung Wölfersheim und Oppershofen. E« wird mit dem Eichen- und Buchen-Stammholz ber Anfang gemacht Oppershofen, den 30. Jan. 1900. Der Markgegenschreiber. Heinftadt. 822 Hohversteigerung im eitiMhSllsn GkMkilldkwald. Dienstag deu 6. uud Mittwoch den 7. Februar 1900, vormittags 972 Uhr beginnend, werden im Gemeindewald Ettingshausen, Distrikt Grauborn, Bruch und Rätstein, versteigert: 800 Stück Fichten-Derbstangen mit 12 fm, 615 Stück Reisstangen mit 7 fm, 9 Stück Buchenstämme mit 7 fm, 21 Stück Hainbuchenstämme mit 4 fm, 85 rm Buchen- Scheitholz, 78 rm Buchen-Knüppel, 37 rm Eichen-Knüppel, 200 rm Radel-Knüppel, 212 rm Buchen- Astreisig, 120 rm Eichen Reisig, 950 rm Radel-Reisig, 40 rm Buchen- Stöcke, 24 rm Eichen-Stöcke, 352 rm Radel-Stöcke. Bemerkt wird, daß da« Buchen- Brennholz, Buchenstämme und Hain- buchenstämmr am ersten Tage, das Nadelholz im Bruch, sowie das Stangenholz und Nadel-Brennholz am zweiten Tage zur Versteigerung kommen. Der Anfang ist am ersten Tage beim neuen Pflanzgarten, am zweiten Tage im Rätstein am Stangenholz, jede«mal 98400 Höte- Da & ber’^ "» ton^QL1,1 ho* , t«hrlic > A"nOOiOOIOOCTODQaoaOt30KMXTO Junger Mann, miluärfrei, mit guten Zeugnissen, sucht per sofort oder später unter bescheidenen Ansprüchen Stellung auf einem Bureau. Derselbe ist in der einfachen Buchführung bewandert. Offerten unter J. 8. 0880 an die Ex- pedition dieses Blattes.__________________ Ein Mann, kautionsfähig, sucht Stellung als Kassierer bei Gewerkschaftskassen ober dergleichen. Briefe unter Z. 0884 an die Expedition dieses Blattes. _____________________ Tüchtiger Packer und Kistenmacher 0379] Laufmadchen von morgens bis mittags 2 Uhr gesuckt. Bismarckstr. 10, p. 838] Laufmädchen für morgens gesucht^________________Kircheuplaß 6« 818] Eine gut empfohlene KSchiu kann ungefähr Mitte März eintreten 1 765] In unserem FabrrkationSgeschäfi ist eine S^lle als Am Mittwoch den 31. Jnvuar, ndeuds 81/, Uhr, wird Lehrling HerrMarinepfarrer a. D. Heims i Tteins Warten Hierselbst einen I zu besetzen.' Gebr. Homberger & Söhne Iorlrag ü6rr: „Die Mottenfraß- Much-andlmigs- halten. — Alle Freunde und Gönner sowie alle Mitglieder des Deutschen! L p FlotkeN'Verems, ferner diejenigen, wilcke dem Verein noch beitreten wollt«, werden mit ihren Familien zur Teilnahme an diesem Vottrag ergebenst o inaelaben .3« Ostern, eventl. auch schon früher, ngeiaoen. . . |ift tn unserer Buchhandlung die Stelle Um reckt zahlreiches Erscheinen w-.rd noch besonders gebeten. eines Lehrlings zu besetzen. Bewerber, Nach dem Vortrage werden Anmeldungen neuer Mitglieder ent-1 die über genügende Gymnasial- oder ,legen genommen. 6891 R-->lsck>uIbiIdung beifügen, wollen snd __Der Borfitzeudr: Sßrof ffor Dr. W. Oncken.__I.. -ocaaaoooaooaoooaacioacxxxjooooaooaaoc l.pllBft iltzk WlhhllUolMg, ö , —E*! Gießen, Südanlage 5. Getegenherlskauf. 0365] Jüngeres Dienpmädchen für leichte Arbeit in kleinem Haushalt sofort gesucht._______Bahnhofstraße 4, III. (Eine tüchtige Mcißreugoühnm die auch flickl, wird ins Haus gesucht 825] Zuverlässiges Laufmädchen gesucht. ______________Bleichstraße 13, part. ein tüchtiges Mädchen für Haus und Küche gesucht. 628 ______________Seltersweg 91, L 0861] Ein gern. Zimmermädch. u. ein Kückenmädcken für ein Hotel 1. RangeS z. sof. Eintr. ges. Fr. Müller, TeufelSlg. 28. re in 'n