ISO» Sonntag den 31. Deeember iehener Anzeiger Hmeral-Anzeiger Zlints- «nd Anzsigeblatt für den ALreis Gietzsn 1. Gemeinde weiblich männlich weiblich männlich weiblich männlich 4 * JC 4 4 4 JL 4 Alle Anzeigen.Berm'trlungSstellen deS In« und AuSlaadeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege». Kinder unter 14 Jahren Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar. 7. Annahme »an Anzeigen zu der nachmittags für de« («iß end en Lag erfcheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. von vormittags 7 Uhr bis abends 7 Uhr mit Ausschluß der für den Vormittagsgottesdienst bestimmten zwei Stunden, von 9 bis 11 Uhr, festgesetzt. Gießen, den 21. Dezember 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kanbwirt, Mittler für hessische Dotbskunde. __________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hletz«. Fernsprecher Nr. 51. --£ Jugendliche Arbeiter (unter 16 Jahren) darauf, daß seit der letzten Festsetzung der ortsübliche» Taglöhue gewöhnlicher Tagearbeiter beretts Mier 6 Jahre verflossen sind, auch dieselben den thatsachlichen Verhältnissen nicht mehr entsprechen, eine Neufestsetzung dieser ortsüblichen Taglöhue empfohlen. Unter Bezugnahme auf unsere Verfügung vom 31. Mar 1892 (Anzeigeblatt Nr. 128) und die dort milgeteilten Grundsätze beauftragen wir Sie daher, alsbald mit der Stadtverordnetenversammlung, bezw. dem Gemeinderat, wegen der uns zu machenden diesbezüglichen Vorschläge ins Benehmen zu treten, die beantragten Festsetzungen in eine dem nachstehenden Muster entsprechende Tabelle einzutragen, die von dem gesamten Ortsvorstand zu unterzeichnen ist, und uns dieselbe binnen längstens 14 Tagen einzusenden. v. Bechtold. -----£ Erwachsene Arbeiter (über 16 Jahren) 903t zer ^WEngeL Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. 9018 Der Vorstand. ,an* 1900 „ KsKatrs uv- VrooiM-vtt. Gießen, den 30. Dezember 1899. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 41G 3«dr«, «n 1. Januar l484, erblickte der Schweizer Reformator Ulrich Zwingli zu Wildhaus in der GrafschaftToggen^trg da« Licht der Welt. Ein ebenso begeisterter Prediger wie Dichter, ausgezeichnet ftt U”1^ Avsisnd. Wien, 29. Dezember. König Alexander von Serbien traf heute früh nach 8 Uhr auf dem Südbahnhofe hier ein, wo er vom Kaiser Franz Josef erwartet und herzlich begrüßt wurde. Beide Monarchen begaben sich alsdann in die Hofburg, wo Graf Goluchowski den König begrüßte. _ r. Wien, 29. Dezember. Der König von Serbien verlieh dem Kaiser Franz Joseph das Großkreuz des Ordens Milosch des Großen. . Prag, 29. Dezember. Die deutsch-fortschrittlichen Landtagsabgeordneten hielten heute eine Versammlung ab, in der sie den Eintritt der deutschen Abgeordneten in den Landtag beschlossen. Der Wiedereintritt wurde mit der Veränderung der politischen Situation begründet und zugleich der Wunsch ausgedrückt, daß man endlich die Forderungen der deutschen, besonders diejenigen, welche sich auf die nationalen Kurien und die Abgrenzung der Bezirke beziehen, bewilligen möge. Prag, 29. Dezember. Der Ausschuß der deutschen Fortschritts-Partei sprach sich gestern für die Beschickung des Landtages aus, welcher nach der Erledigung des Budget-Provisoriums, wahrscheinlich am I Sonntag wieder vertagt wird. Nach der Vertagung dürste es, falls die Tschechen die Initiative ergreifen, unter Aus- schluß des Großgrundbesitzes zu Ausgleichs-Verhandlungen zwischen den Volksvertretern beider Nationalitäten kommen. Paris, 29. Dezember. Das von den Nationalisten organisierte Meeting fand gestern ohne Störung statt. Etwa 5 bis 6000 Personen nahmen daran teil. Nachdem mehrere heftige Reden gehalten waren, wurde eine Tagesordnung angenommen, worin die Ausnahmegerichte verdammt werden und gegen die bevorstehenden Verurteilungen in dem Komplottprozesse auf das entschiedenste protestiert wird. Infolge der außergewöhnlichen polizeilichen Vorsichts- I maßregeln kam es auch am Schlüsse der Versammlung zu I keinen Ruhestörungen. Paris, 29. Dezember. Der Mmrsterprasident Waldeck- Rousseau hatte gestern eine längere Konferenz mit den I Ministern des Krieges, der Marine, des Aeußern und der I Kolonieen, um sich über die zu treffenden Maßnahmen I zur Verteidigung der französischen Küste und I der Kolonieen zu einigen. Es war dies bereits bie I zweite Konferenz, welche innerhalb der letzten acht Tage m I dieser Angelegenheit abgehalten wurde. Paris, 29. Dezember. Aus Le Havre wird gemeldet, I daß DreyfuS daselbst eingetroffen sei, und eine Villa bezogen habe, worin er einen längeren Aufenthalt nehmen I werde. . _ , Paris, 29. Dezember. Dem „Petit Parisien" zufolge I hat der Ministerrat beschlossen, beim Wiederzusammentritt I der Kammer einen Gesetzentwurf betreffend die V e r- ! mehrung der französischen Flotte einzubringen. I Der Vorlage haben bereits sämtliche Minister zugestimmt. Die Summe der Ausgaben soll 400 Millionen Franks be- I tragen und zur Erbauung von zwölf Schlachtschiffen ersten I Ranges dienen. . , , L , Zürich, 29. Dezember. Der Schweizer Bundesrat hat den Gesandten in Berlin, Dr. Roth beauftragt, nach dem I Haag zu reisen und die auf der Friedens-Konferenz vereinbarten Konventionen mit Ausnahme derjenigen über I das Landkriegsrecht zu unterzeichnen. Odessa, 29. Dezember. Der Simferopoler Militärchef Oberst Perejaslawezew wurde wegen Erpressung zum Verluste seines Ranges, des Adels und der Orden, sowie I zur Deportation nach Tobolsk verurteilt. I Madrid, 29. Dezember. Der zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten im Jahre 1877 unterzeichnete Friedens- und Freundschaftsvertrag ist gestern I erneuert und in einem dem spanischen Handel günstigen Sinne ergänzt worden. a a Alexandrien, 29. Dezember. Eine aus 8 bis 10000 Mann bestehende Armee ist nach der Grenze des Tigre- Gebietes unterwegs, angeblich um den Einfluß Meneliks in dieser Gegend zu wahren, wahrscheinlich aber um einen Teil des englischen Gebietes zu besetzen. erscheint täglich mit Ausnahme deS MvntagS. Die Gießener M«»ikie«ßl»tter «erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigeleßt. mzmm. >ar 1900: iorama 1. tar 1900: Berlin, 29. Dezember. Der Kaiser hat dem Staatssekretär des Reichspostamts v. Podbielski jein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift zum Geschenke gemacht. — Gegen Prinz Arenberg ist, tote die „Post meldet, die Untersuchungshaft verhängt worden, woraus zunächst der Schluß zu ziehen ist, daß das in Afrika gefällte Urteil nicht als endgiltig anzusehen ist. Andererseits wird man die amtliche Klarstellung des Sachverhalts erst nach dem Verlauf der Untersuchung zu erwarten haben. — Die Eröffnung des preußischen Landtages wird am 9. Januar, mittags 12 Uhr, im Weißen Saal des königlichen Schlosses im Auftrage des Kaisers durch den Ministerpräsidenten, Fürsten Hohenlohe, erfolgen. Vorher finden die üblichen Gottesdienste statt. Die erste Sitzung des Abgeordnetenhauses, zur Feststellung der Beschlußfähigkeit, wird um 1 Uhr stattfinden. Am Mittwoch, 10. Januar, erfolgt zunächst die Konstituierung des Hauses, welche, da das bisherige Präsidium - v. Kröcher, Frhr. v. Heere- mann Dr. Krause — durch Akklamation wiedergewahlt wird,' nur kurze Zeit in Anspruch nimmt. Alsdann wird in die Tagesordnung eingetreten: Entgegennahme von Mitteilungen der königlichen Staatsregierung. $er Finanzminister Dr. v. Miquel wird dem Hause den Etat über- reichen und dabei die mit Spannung erwartete große Rede halten. — Auch das Herrenhaus wird gleich nach der Eröffnung zu einer Sitzung zusammentreten. Auch hier wird das Präsidium der vorigen Session — Fürst zu Wied, Frhr. v. Manteuffel, Oberbürgermeister Becker-Köln — durch Zuruf für die neue Session bestätigt werden. — Der „Reichsanzeiger" schreibt in feinem nichtamtlichen Teil: Der „Berliner Lokal-Anzeiger" fährt gegenüber dem Dementi fort, mit seinen Mitteilungen über d-n angeblichen Inhalt des d-utsch-kugl,scheu Vertrags Reklame zu machen. Wir find zu der Erklärung ermächtigt, daß diese Angaben auf dreister und ungeschickter Erfindung beruhen. Köln a. Rh., 29. Dezember. Zu den Aussichten der Kanalvorlage schreibt die „Köln. Volksztg.", die Entscheidung liege, auch wenn ein Teil der Koiffervativen em- chwenken sollte, beim Centrum, das auch nicht die mindeste Veranlassung habe, sich für den Kanal an den Laden zu legen Andererseits sei es nicht ausgeschlossen, daß die Kanalfrage von der Tagesordnung verschwinde, namentlich, wenn wirklich die dreijährige Dienstzeit erneut auftauche, was durchaus nicht als unwahrscheinlich gelte. --4T~ Jugendliche Arbeiter (unter 16 Jahren) **‘Lerner. Amtlicher Teil. Gießen, den 28. Dezember 1899. Betreffend: Festsetzung der ortsüblichen Taglöhne gewöhnlicher Tagearbeitet, sowie der Durchschnittswerte der Naturalbezüge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen AN die Grohh. Bürgermeistereien des «reifes. Auf Grund des §2 der Verordnung vom 13. Dezember 1899, betreffend Ausführung des JnvalidenversicherungS- gesetzes vom 13. Juli 1899 (Kreisblatt Nr. 303) haben wir dem Kreisausschuß Vorlage gemacht und dieser mit Rücksicht ro Serien. «4 in Mes. , 90« igiüoü ergeben» ji|J. «keilen tage: anM'' rief®»**. Sw* 11t. 307 Zweites Blatt >nzert U i.« 9037 Nr' ll6< Kaiser Will* 1 C. Krausse. MU1"0,“7?"6 T0n Weber Uta p-E,y d6r Gäste , 0p- von Wagner f Ganz allerliebst, Walzer «• 9. Gut Treff! Deutscher des Kaisers von Effenberg. tter B- d- 13. bis 19. Jahr- nne Marsch des In£.Reg(ff tintrfo 50 Pfg, Saalbau), aber 1899: onzert 9088 > Nr. 116, Kaiser Wilhelm ing ■n C. Krausse. Entrtie 30 Pfg. Bekanntmachung. Betr.: DaS Gesetz wegen Verwendung von Mitteln deS Reichs-Jnvalidenfonds vom 1. Juli 1899. Nach dem Gesetz wegen Verwendung von Mitteln des Reichs-Jnvalidenfonds vom 1. Juli 1899 (R.-G. Bl. 339/40) sollen den Witwen der im Kriege gefallenen oder infolge deS Krieges gestorbenen Militärpersonen im Falle der Bedürftigkeit neben den gesetzlichen Bezügen Zuschüsse aus dem genannten Fonds gewährt werden. Von den im Befehlsbereiche des 18. Armeekorps wohnenden berechtigten Witwen sind Anträge auf Bewilligung dieser Zuschüsse bisher nur in geringer Anzahl eingegangen, während reichliche Mittel zur Verfügung stehen. Die im diesseitigen Kreise etwa noch vorhandenen bedürftigen Witwen werden daher zur Stellung von Anträgen auf Bewilligung dieser Zuschüsse hierdurch aufgefordert. Gießen, den 29. Dezember 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 29. Dezember 1899. Betr.: Wie oben. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald orts- Mich veröffentlich«!. _________________ Bekanntmachung Betr.: Maul- und Klauenseuche. . ->n Queckborn ist die Maul- und Klauenseuche m allen Gehöften, mit Ausnahme von einem, erloschen, und deshalb die Gemarkungssperre ausgehoben worden. Gehoft- sperre bleibt bestehen. Gießen, den 29. Dezember 1899. feaS Grobherzogliches Kreisamt Gießen.s I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. In Hattenrod ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die Aufhebung der Sperrmaßregeln angeordnet. Gießen, 29. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner.______________ ” Bekanntmachung. Betr.: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, insbesondere den Verkauf von Neujahrs-Glückwunschkarten. Für den Verkauf von Neujahrs - Glückwuusch- karteu am Eouutaa dem 31. Dezember !• jvkb den Papierhändlern die Verkaufszeit auf die Stunden Jung« Leute zwischen 14 und 16 Jahren männlich weiblich JL Aber leider — alles Großes Wecken" und später feierlicher Kirchgang mit n Lurch klaren Geist und tiefcs Gemüt, beantragte er bereits 1516 die Brsritigung kirchlicher Mißbräuche und setzte 1523 in Zürich die Einziehung der Klöster und Abschaffung der Messe durch. Er fiel als Opfer des Kreuzzugs brr katholischen Kantone am 11. Oktober 1531 zu Kappel bet Zürich. — Vor 123 Jahren, am 2. Januar 1777, wurde zu Arolsen der berühmteste Bildhauer der neueren Zeit, Christian Rauch, geboren. Edel und schwungvoll in seinen Idealfiguren, hat er das Verdienst, eine der Gegenwart angehörige und der Form nach vaterländische Kunst hervorgrrufen zu haben, ohne die Annäherung an die Antike zu verlieren. Den Höhepunkt seines Ruhmes erreichte er durch das herrliche Denkmal Friedrich II. unter den Linden zu Berlin. Rauch starb am 3. Dezember 1857 zu Dresden. — — hier aber um ein Sündengeld! "Verwendung von Visitenkarten zu Neujahrs-Gratulationen. I Die durch das Inkrafttreten der Washingtoner Postverträge I bedingten Aenderungen in den Postversendungs- und Tax- vv b£?, bevorstehenden NeuiahrSbriefverkehrs zum Platz große Parole-Ausgabe statt, welcher das gesamte ersten Male gestattet ist, gedruckten Visitenkarten Wünsche, 1 - • - a 1 Glückwünsche, Danksagungen oder andere Höflichkeitsformeln außer wie früher mit Buchstaben auch mit höchstens fünf Worten handschriftlich hinzuzufügen. Außerdem | ch es auch gestattet, auf Weihnachts- und Neujahrskarten eine Widmung niederzuschreiben. Derartig behandelte Visitenkarten werden von der Post als Drucksendungen befördert und kosten demnach bekanntlich innerhalb Deutschlands und im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn (einschließlich Bosnien und Herzegowina) 3 Pfg., im Verkehr mit allen übrigen Ländern des Weltpostvereins 5 Pfg. *? Noch eine Neuerung im Postbetrieb. Wie mitgeteilt wird, sollen sogenannte dringende oder v-Briefe eingeführt werden. Die Reichspostverwaltung will farbige Briefumschläge ausgeben, die mit 5 Pfg. pro Stück verkauft werden und der eingeschlossenen Sendung die Beförderung mit der ersten Bestellung sichern. Die fahrenden Postbeamten, die nicht immer alle Briefsendungen unterwegs sortieren können, werden sich darauf beschränken, die an den farbigen Umschlägen kenntlichen Briefe während der Fahrt zu sortieren und die übrigen Briefe unsortiert am Bestimmungsort abzugeben. Auch für Drucksachen, deren zeitige Bestellung Absender oder Empfänger wünschen, wird sich eine entsprechende Einrichtung treffen lassen. ** „Jahrhundert - Münzen" sind in diesen Tagen in Berlin zur Ausgabe gelangt. Auf der einen Seite der Münze sieht man eine Allegorie. Eine weibliche Figur, in Schleier gehüllt, stellt die Zeit dar und neigt eine verlöschende Fackel zu Boden zum Zeichen des dahinscheidenden Jahrhunderts. In der erhobenen Linken hält die Gestalt emen auflodernden Feuerbrand, um den Anbruch des neuen Säkulums zu charakterisieren. Die Kehrseite zeigt eine Sphinx, als Ausdruck der ungewissen Zukunft. Die In- j schrift lautet: „Zur Jahrhundertswende 1900". Die wert- | vollen Stücke sind in mattem geschwärzten Silber in Fünfmarkstückgröße ausgeprägt und aus der Oertel'schen Münzstätte hervorgegangen. verschwunden, als rasch etwas anderes deren Stelle einnimmt— die Neujahrs-Gratulationskarten, zu denen in diesem Jahr noch die auf die Jahrhundertwende bezüglichen treten. Recht geschmackvolles tritt da vor das Städten zu suchen. So verlockend für die jungen Leute und deren Eltern der große Verdienst in den westfälischen Industriezentren auch sein mag, er hat eine Schattenseite, die in sozialer Hinsicht zu denken giebt. Die jungen Leute, welche nach Westfalen gehen, lernen meist kein Geschäft, kein Gewerbe, ja nicht einmal den kleinbäuerlichen Betrieb. Für den großen Lohn, den man auswärts bezahlt, verlangt man eine volle Kraft, und oft genug reicht letztere nur kaum ein Jahrzehnt aus. Die spätere Zukunft lehrt dann, daß man das in der Jugend versäumte nicht mehr nachholen kann. Ferne sei es, die jungen Leute von besserem Verdienst abzuhalten; aber dieser bessere Verdienst würde ihnen auch nicht ausbleiben, wenn sie, bevor sie hinaus- gehen, erst für einen Beruf gründlich vorbereitet wären. Dann hätte der jugendliche Verdienst das zukünftige = Leihgestern, 28. Dezember. Als neuer Beweis für das große Wohlwollen des Herrn Direktor PaScoe vom Gießener Braunsteinbergwerk berichten wir mit freudigem Danke, daß von derselben der hiesigen Kleinkinderschule abermals 200 Mk. zugewiesen worden sind. & Großen-Linden, 29. Dezember. Auch in diesem Jahre rft unserer hiesigen Kleinkinderschule durch die gütige, erfolgreiche Vermittlung des Herrn Direktor Pascoe in Gießen von der vormaligen bekannten und beliebten Firma C. W. B. Fernie eine Beihilfe von 200 Mk. zuteil geworden, während Klein-Linden bereits über ein gleich hohes Geschenk freudig berichten konnte. Die betreffenden Gaben wurden um so dankbarer und freudiger begrüßt, als bei der Veränderung der Verhältnisse im Braunsteinbergwerk die Gewährung schon in diesem Jahre unsicher erschien. Um so mehr wird der opferfreudige, edelmütige Wohlthätigkeitssinn des hochherzigen Gebers in Gießen und dessen Umgebung stets in guter Erinnerung bleiben. § Aus dem Vogelsberg, 29. Dezember. Einen ungewöhnlich starken Besuch auswärtiger Familienglieder hatten die verflossenen Weihnachtsfeiertage herbeigeführt. Die Stärke dieses Besuches zeigte sich am klarsten in den Festgottesdiensten aus Weihnachten. Sind diese ohnehin stärker besucht als andere Gottesdienste der gewöhnlichen Sonntage im Jahre, so trat hierbei doch der Fremdenbesuch auffällig hervor. Dem Zauber der Weihnachtstanne auf dem heimatlichen Altar vermag sich auch der auswärts Wohnende nicht zu entziehen. Der starke Fremdenbesuch, wenn dies Wort hier in bedingtem Sinne gebraucht werden darf, zeigt aber auch, wie groß der Zug junger Arbeits- kräfte nach den westfälischen Jndustriebezirken ist. Mit dem Lohn, den hier die jungen Leute verdienen, kann sich der heimatliche Verdienst nicht messen. Uns sind Fälle bekannt, bei denen solche Leute 500 bis 1000 Mk. reinen Verdienst nach Hause gesandt haben. Daher auch der Dienstbotenmangel trotz der verhältnismäßig hohen Dienstbotenlöhne auf dem Lande. Allerdings ist die Ursache des weiblichen Gesindemangels in dem Zug nach den großen Neujahr 1900. Dreifach ist der Schritt der Zeit: Zögernd kommt die Zukunft hergezogen. Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen, Ewig still steht die Vergangenheit. würde auch sicherer und besserer in sittlicher Beziehung gegeben. Denn gerade der große Verdienst in blutjungen Jahren führt so leicht zum verderblichen Leichtsinn, der auf seine Fahne schreibt: wie gewonnen, so zerronnen. Und an Gelegenheit zu solcher Bethätigung fehlt es gewiß in den großen Jndustriebezirken nicht. Jugendzeit aber ist Saatzeit! Darmstadt, 29. Dezember. DerWechsel deSJahr- hunderts wird auch beim Militär festlich begangen werden. Am Sonntag dem 31. Dezember findet dahier abends großer Zapfenstreich statt und zwar wird derselbe um 8 Uhr am Großherzogl. Residenzschloß beginnen und sich nach dem Neuen Palais bewegen, woselbst die Militär- Auge des Beschauers, daneben aber auch recht geschmackloses — ich meine die sogenannten „Uzkarten". Scherz darf sein und soll sein, aber er ist am wenigsten am Platze an einem Tage, an dem der Rückblick auf die verflossene Zeit neben freudigen auch recht ernste Erlebnisse zeigt, wo der Ausblick auf die Zukunft die Menschen wenn auch nicht pessimistisch, so doch auch nicht optimistisch stimmt. Zur Fastnacht mag man scherzen, auch wohl derb scherzen, zum Neujahr soll die Liebe die Herzen beseelen und nicht durch groben Scherz einen Stachel in des Nächsten Herz treiben. Das Unwesen mit den Uzkarten hat ja nachgelassen; es ist --------- ------ uus .UIUU.UHC tn bte untersten Schichten herabgestiegen aber um so roher Fundament. Und dieses so unbedingt nötige Fundament tritt der Scherz mit Wort und Bild auf. Man sieht, der 1 A ßjr L - - Stoff ist aufgebraucht, da läßt man sich an der Hefe genügen. Leider ist es der Behörde nicht möglich, da einzuschreiten, wenn einigermaßen dem Gesetz genügt wird, aber entsetzlich verrohend wirkt schon die Ausstellung derartiger * In des Herzens heilig stille Räume, Mußt Du fliehen aus des Lebens Drang, Freiheit ist nur in dem Reich der Träume, Und das Schöne blüht nur im Gesang I " Wahrlich mehr als je hatMeses Schiller wort heute nach hundert Jahren noch seine Geltung! Und wir können hieran ermessen, wie wenig doch für die innere Entwickelung der Menschheit die kurze Spanne eines Jahrhunderts bedeutet. Mehr als je leiden wir heute alle unter des Lebens Drang! Gehetzt, nervös, in Anspruch genommen ist der moderne Mensch an der Wende des 19. Jahrhunderts vom äußeren Leben wie nie zuvor! Beschauliche Ruhe kennt man kaum mehr; höchstens dort, wo noch keine Eisenbahn, kein Telephon, kein Telegraph hingelangt ist. Freilich auch im Reich der Träume, in der Welt des Spiels, in der Kunst ist Großes geschaffen, viel erreicht worden. Noch aber gilt das Leben überall in erster Linie, noch muß die Kunst warten, ob das Leben für sie Zeit habe, ja noch drückt das Leben der Kunst den Stempel seines Charakters auf, fern noch ist die ersehnte Zeit, wo überall die Kunst das Leben durchdringet, wo das Leben mit der Kunst innig verbunden sein wird. Und das Schöne blüht nur im Ge. fang! Wenn der Dichter uns eine Kunstgattung nennt, so will er damit nicht die andere verneinen, sondern die höchste ist es, die er hervorhebt. Und er hat wahrlich die höchste genannt! Was vermag das Innere des Menschen so im tiefsten der Seele zu ergreifen, wie die Musik! Und gar wenn sie der Dichtung das Geleite giebt? Wir können uns in rühmen, einen der ältesten, wenn nicht den ältesten „gemischten Chor" zu haben in ganz Deutschland, den akademischen Gesangverein, und der Konzertverein blickt bald auf eine 110jährige Thätigkeit zurück. Beiden Vereinigungen rufen wir zum Neuen Jahrhundert Schillers Worte zu, und wünschen ihnen ein frohes, glückliches Gedeihen! — Und wir freuen uns, unseren Lesern schon heute berichten zu können, daß für das neue Jahr die schönsten Rüstungen getroffen sind, vorwärts zu streben, den höchsten Zielen zu! Das neue Jahrhundert möge uns aber bald eine würdige Kunststätte in unserer Musenstadt bescheren! Wir wünschen dies dem Gießener kunstsinnigen Publikum, wir wünschen es unseren Sängern und Künstlern, wir wünschen es vor allem unserem hochverehrten trefflichen Dirigenten Herrn Trautmann! Am 21. Januar wird der akademische Gesangverein seinen Ehrentag haben und es ist dafür gesorgt, daß jeder seine Rechnung findet. Fünf Chorwerke von Mozart, Brahms, N. W. Gade und B. Scholz hat er auf sein Programm gesetzt, und keine Kosten gescheut sein Bestes, das Beste zu bieten. Das Konzert wird unter Orchester- begleituug stehen und eine hervorragende Sängerin, Fräulein Mathilde Haas aus Mainz, sowie ein junger Künstler, Herr Backhaus, Lieblingsschüler Eugen d'Alberts, werden nicht das wenigste zur Verherrlichung des ganzen beitragen. Jeder, dem an dem Vorwärtsschreiten des Kunstlebens unserer Stadt gelegen ist, möge sich zum 21. Januar 1900 bereit halten, und so wünschen wir, daß der Saal des Gesellschaftsvereins gefüllt sein möge, wie nie zuvor, ein Memento an den Saalbau! -r. Eingesandt. Kaum sind mit den Feiertagen die Weihnachtsausstellungen aus den Schaufenstern der Läden I Offizierkorps der Residenz beiwohnen wird. I Darmstadt, 29. Dezember. Gestern nacht verschied infolge eines Herzschlags der frühere Direktor des hiesigen Gymnasiums, Geh. Schulrat Dr. Adalbert Becker. A Darmstadt, 29. Dezember. Bei sämtlichen Postanstalten, sowohl in den Städten als auch auf dem platten Lande, waren die gestern in beschränkter Anzahl zur Ausgabe gelangten Säkularpoftkarten erstaunlich rasch vergriffen. Ganze Scharen von Kauflustigen mußten darum abgewiesen werden. Darob entstand unter vielen Abgewiesenen eine Unzufriedenheit, die in der Ansicht Ausdruck fand, die Reichspostverwaltung hätte in Vorahnung des riesigen Absatzes bedeutend mehr Jahrhundertkarten vor dem 1. Januar ausgeben sollen. Dieser Einwand hat zwar etwas bestechliches, und gewiß hätte die Postverwaltung 1 diese tatsächliche Kaufwut zu ihrem Vorteile ausnützen können; wie uns aber aus Postbeamtenkreisen versichert wird, beschränkte das Generalpostamt die Gesamtausgabe der Säkularpostkarten vor Neujahr auf eine Million aus dem wohlerwogenen Grunde, weil es den Papierhandel durch eine Mehrausgabe nicht empfindlich schädigen wollte. Man kann also der weisen Fürsorge der obersten Postleitung nur Dank wissen, wenn sie zu gunsten der Papierindustrie und verwandter Betriebe, die bekanntlich gerade zu Neujahr in Gratulationskarten rc. stark in Anspruch genommen werden, auf eine bedeutende Mehreinnahme verzichtete. A Langen, 28. Dezember. Die auf heute einbe- rufene Versammlung hessischer Volksschullehrer war aus allen Teilen des Großherzogtums von über 300 Lehrern besucht. Herr Oberlehrer Eisenhardt eröffnete die Versammlung, dankte seinen anwesenden Amts- genossen, die teilweise aus sehr abgelegenen Orten herbeigeeilt waren, für den überaus zahlreichen Besuch, begrüßte besonders die beiden Herren Landtagsabgeordneten Backes und Schmeel, und schloß mit einem Hoch auf den Landes- Herren. Der Vorsitzende teilte hierauf mit, daß die Herren Abgeordneten von Brentano, Noack und Seelinger drahtlich, die Herren Abgeordneten Euler, Heidenreich und Schlenger brieflich ihr Bedauern ausgesprochen hatten, nicht erscheinen zu können. Den einleitenden Vortrag hatte Lehrer Jung hier übernommen. Er führte den Nachweis, daß die Forderungen der Lehrer in den Dörfern und kleinen Städten berechtigt, und in den Bedürfnissen des Lebens begründet seien, gab eine Uebersicht über die bisherigen Besoldungsgesetze und betonte, der Erzieher des Volkes müsse so gestellt sein, daß das Amt den Mann ernähre. Der Grundsatz, auf dem sich das Besoldungsgesetz der Beamten aufbaue, müsse auf alle seminaristisch gebildeten Lehrer angewandt werden. Gleiche Bildung, gleiche Arbeit, gleiche Bezahlung! Wie seit Jahrhunderten das Pfarrhaus auf das deutsche Volk segensreich gewirkt habe, so werde auch das vorbildliche Familienleben des Lehrers seinen Einfluß geltend machen. Die beiden letzten Thronreden hätten Erfüllung der berechtigten Wünsche der Lehrer zugesagt, sodaß hier nur erübrige, dieselben nochmals entschieden und doch maßvoll zu vertreten. Seine Ausführungen faßte er in nachstehende Sätze zusammen: Die am 28. Dezember 1899 zu Langen versammelten Lehrer Starkenburgs danken Seiner König!. Hoheit, unserem erhabenen Landesfürsten, unterlhänigst für die in der Thronrede bei der Eröffnung des 31. Landtags angekündigte Gesetzesvorlage über die Bessergestaltung der Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer. Gleichzeitig sprechen sie Großh. Staatsregierung ihr unbedingtes Vertrauen aus in der sicheren Hoffnung, daß hohe Staatsregierung mit beiden hohen Ständekammern wie bisher für die gedeihliche Entwickelung der hessischen Volksschule eintreten und die materielle Lage der Volksschullehrer Hessens nach Maßgabe des Beamtenbesoldungsgesetzes und entsprechend den Eingaben der hessischen Lehrervereine regeln werde. — An der freien Aussprache, die sich an vorstehende Sätze schloß, beteiligten sich besonders die Herren Landtagsabgeordneten Backes und Schmeel, die Pfarrer Frey Sprendlingen und Wahl-Langen, die die Lehrer bei ihrer gegenwärtigen Gehaltsbewegung der Sympathie der Geistlichen versicherten, und die Lehrer Gerhardt-Mainz, Hofmann-Beerfelden, Jung- Langen, Krapp-Gr.-Bieberau, Link-Rudingshain und Lotz- Man ist übereingekommen, den heutigen Tag als den Beginn des neuen Jahrhunderts zu feiern. Zwar sind in Wahrheit erst übers Jahr 19 Jahrhunderte unserer christlichen Zeitrechnung verflossen. Aber der alte Jahrhundert- name und mit ihm hundert lange Jahre mit der Zahl 18 | u#uu ulc „UB|lcuung «„arriger •tolCber' der neue Name 1900 Karten auf die Jugend, die die Schaufenster förmlich be- ^Offuet die Aussicht auf eine neue lange Zett, die, wie das lagert und mit Eifer das Ausgelegte studiert, wobei das vergangene Jahrhundert, ihr besonderes Gepräge tragen Beste natürlich nicht beachtet wird. 21"; Das vergangene Jahrhundert hat den menschlichen ums Geld — hier aber um ein Si! Geist gefordert in einem Maße, wie wir es erst ganz verstehen können, wenn wir einst im neuen Jahrhundert festen Fuß gefaßt haben; das Jahrhundert hat auch den christlichen Geist gefördert: fromme Männer haben ihn vom ersten bis zum letzten Tage auf das Eine hingewiesen, was not thut. Das Jahrhundert hat gewiß auch vieles gebracht, was die Menschen zur Sünde verlocken konnte, soziale Schwierigkeiten, sittliche Versuchungen, religiöse Streitigkeiten, Mißverständnisse auf wissenschaftlichem Gebiete, lieber» griffe der Kunst; aber das vergangene Jahrhundert hat uns nichts gebracht, was die Menschen zur Sünde gezwungen hätte. ES ist kein besonders gottloses gewesen, es hat sich redlich bemüht, die Wahrheit auf allen Gebieten zu finden und zu verkünden. Doch bas ist alles vorbei; wir sollen von heute ab ein Neues pflügen, wir sollen auch das neue Jahrhundert zu einem Jahrhundert des Heils machen. Wenn doch unser teures Volk den gewaltigen Ernst dieser Aufgabe empfände und gleich von heute an sich an die Lösung machte! Wohlgemerkt: Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen! Es giebt kein langes Besinnen, es heißt: entscheide dich! Drum soll es gleich zu Beginn des neuen Jahrhunderts unser Wahlspruch sein: Mit Gott! Für Gott! Zu Gott! 9011 9067 ***ÄlM*3t«Ä*M^I»St*8tX*«**K** B <2 2 Die herzlichsten Glückwünsche 9006 W 04629 Allen Freunden und Bekannten, speziell unseren werten Kunden x X n 9010 xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx xxxx: o J Unserer werten Kundschaft und unseren Bekannten 2 die bestes Glück- und SegenWNscke § ▲ zum neuen Zaßre! ;; 8972 •••••eewieeeeeeee § Allen Bekannten, Freunden und 8! Gästen die herzlichsten Glückwünsche M | • zum Jahreswechsel. M | W .. . ° in i ü- _ M x 9027 © H. Geissler VI. und Frau < 9034 verschiedenes <2r)>W?2Si s 0 □ o 0 0 0 0 0 W W 9 -ä) 9 8 3 l L Unserer hochverehrten Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten herzlichste Glückwünsche dieses neueste Werk unserer Vaterstadt und seine Bewunderung Über den günstigen Platz der Aufstellung und die imposante Ausführung aus. Nach etwa halbstündigem Aufenthalt fuhr der Großherzog und die vorgenannten Herren wieder zur Stadt zurück. Vorher war die Firma Oberdhan und Beck telephonisch vom Elektrizitätswerk aus verständigt worden, daß sich der Großherzog die Brillantbeleuchtung ihrer Schaufenster, die allgemein große Bewunderung erregt hätte, ansehen wollte. Natürlich beeilte sich die Firma, diesem Wunsche zu entsprechen, und als die Wagen mit dem Großherzog auf dem Umwege zur Wohnung des Oberbürgermeisters, wo der Thee eingenommen wurde, auf dem kleinen Umwege in der Bauhofstraße angelangt waren, erstrahlten schon die hundert und aber hundert in dem Schaufenster der Firma Oberdhan und Beck angebrachten elektrischen Lampen in hellstem Lichte. Die durch die Krystallbehänge der einzelnen Lustres und Lampen erzielten Reflexe gewährten in Verbindung mit den vielen buntfarbigen Gläsern einen feenhaften Anblick. Der Großherzog war höchst befriedigt und stellte der Firma einen späteren speziellen Besuch in Aussicht. In der Wohnung des Herrn Oberbürgermeisters fühlte sich unser Landesfürst so heimisch, daß er auf die Rückfahrt nach Darmstadt mit dem anfangs bestimmten Zuge um 4 Uhr 40 Min. verzichtete und erst um 5 Uhr 31 Min. mit einem Sonderzug, der telephonisch bei der Bahnhofsverwaltung bestellt worden war, zurückfuhr. Oberbürgermeister Dr. Gaßner und Baurat Kuhn geleiteten ihn auch wieder zurück zum Sprendlingen. Die obige Erklärung wurde hierauf einstimmig angenommen. Ebenfalls zugestimmt wurde einem Anträge, der dem Vorstande des hessischen Landeslehrervereins den Wunsch aussprach, nach der Veröffentlichung des Besoldungsgesetzentwurfes eine außerordentliche Haupt- Versammlung abzuhalten. Der Vorsitzende schloß hierauf die Versammlung. Mainz, 29. Dezember. In der Gemeinde Viernheim im Ried ist in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch eine schändliche That verübt werden. Ein roher Patron erstach einen 19jährigen Burschen namens Sommer ohne jeden Grund, nur aus purer Renommage, nachdem er vorher schon mit anderen Personen Händel gesucht hatte. «Der Unmensch rühmte sich dann .auch noch in einer Wirtschaft seiner Heldenthat. Mainz, 29. Dezember. Der Großherzog in Mainz. Um 2 Uhr 29 Min. kam gestern nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Zug der Großherzog mit seinem Adjutanten, Major Roeder v. Diersburg, hierher. Der Großherzog und sein Begleiter trugen Zivilanzug. Empfangen wurde der Landesherr, der incognito hierherkam, nur vom Oberbürgermeister Dr. Gaßner und dem Beigeordneten Baurat Kuhn. Die Herren gingen durch das Fürstenzimmer und bestiegen dann zwei vor dem Portal haltende Gala- Equipagen. Im ersten Wagen saßen der Großherzog und der Oberbürgermeister, im zweiten Major Roeder v. Diersburg und Baurat Kuhn. Die Wagen fuhren direkt auf die Ingelheimer Aue, wo der Großherzog eine Besichtigung unseres Elektrizitätswerkes vornahm. Die Maschinenhalle war durch die Stadtgärtnerei mit prächtigen Pflanzendekorationen geschmückt worden Der Fuß einer jeden Pflanzengruppe war mit Draperien in den hessischen und kvburgischen Farben versehen. Versteckt in den einzelnen Pflanzengruppen, brannten eine große Anzahl buntfarbiger elektrischer Lämpchen, die in Verbindung mit dem Blattwerk der Gruppen eine höchst effektvolle Wirkung erzielten. Beim Eintritt in das Elektrizitätswerk wurde der Großherzog vom Erbauer, Geh.-Rat Prof. Dr. Kittler, begrüßt. Dieser stellte darauf die Beamten des Werkes bezw. der Schuckert'schen Aktiengesellschaft vor und übernahm dann die Führung während des Rundganges, der sich durch alle Teile des Werkes erstreckte. Am Schluß des Rundganges drückte der Walter Steinert. Wilh. Wilhelmi. WilhelmineHUm Reinhard Helm. Alwin Henry. Agnes Hammer. M. Eickenwald. Carl Walter. Joseph Curland. Alfred Helm. Paul Paren. August Kirchhoff. Rosa Knöfel. Elsa Duve. P Zimmermann. Wald. Eckartz. Franz Rolan. Susy Berken. Bahnhof. Reukirchen, 29. Dezember. Auf Einladung des Herrn Bürgermeisters von Hagen-Schwalbach fand heute nachmittag in der Gastwirtschaft Born eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung statt, um sich über die Frage von Kleinbahnen im Kreise Wetzlar zu beraten. Die Veranlassung zur Beratung im jetzigen Zeitpunkt bot der, wie man sagt, schon ziemlich weit gediehene Plan des Baues einer Kleinbahn von Butzbach durch das Wetzbach- thal nach Wetzlar. Nachdem die Versammlung, in der Vertreter aus den Gemeinden Braunfels, Burgsolms, Oberndorf, Schmalbach, Bonbaden, Neukirchen, Kraftsolms, Kröffel- L c B r c © Constantin Böhlke Florian Böhlke Rosamunde Isidor Franz Mathilde, Waise, Laura, Ladenmädcken, Stubbe, Hausknecht, Friedeck, Privatmann, Blumenkranz, jüdischer Handelsmann Plümicke, Kommis, Schnecke Erster Gymnasiast Zweiter Gymnasiast Clara Bummler Mietze Schusterjunge zum Jahreswechsel! H. Anbei und Frau. Seltersweg 58. zum Jahreswechsel senden ihren lieben Gästen und Gönnern Gefunden in der Bahnhofstraße ein schwarzer • Dameupelzkragen. — Abzuholen Asterweg Nr. 41. 9076 s zum Jahreswechsel g die herzlichste» Glückwünsche! X Christian Dnill und Frau. £ Meiner werten Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! j. Weäsel und Familie. die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Wirt Heinrich Meyer uud krau, Brandplatz 12. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Photograph D. Schuchhardt uud Frau. Unserer werten Kundschaft, sowie allen Bekannten sendet die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Familie Friedrich Magnus. Wilhelm Fischer und Frau Hessischer Hof. Allen werten Kunden, Bekannten und Freunden sendet herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! A. Fangmann Wwe. Dienstag, den 2. Januar 1900: Auf vielfachen Wunsch wiederholt: Zaza. Sittenbild in 5 Akten von Verton und Simon. J Unserer werten Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten <$ zum Jahreswechsel die J | herzlichsten Glückwünsche! ♦ $ 9012 Wichard Yuchacker und Arau. ♦ omxaxxxx«nnnc^iaiaiD«3aooacxMPnonncxx} 1 fit b>. . ««ft in 'Wh ju.. e'«bintt| W fein IM 9e"“S SW Wt , > rJnb(ii Dorf, e Verdienst J“.8* nötigeÄ"'0«' Serbien» »“"81» Ässi- ■r 7S|Wit! BSS nen wird. 9 |QDlte Mern nacht verschieb rf Direktor des hiesige« ldaibert Beckes Bei sämtlichen Post- 7 auch aus dem platte, Eer ÄuM zur «ten erstaunlich rasch Ästigen mußten daru« Md unter vielen Sb- e m der Ansicht «usdruck >atte in Vorahnung de- ^hrhundertkartcn vor btm ^r Einwand hat zwar lätte die Posiverwaltung ^rem Vorteile ausnützen Ankreisen versichert wird, die Gesamtausgabe der uf eine Million aus de« den Papierhandel durch h schädigen wollte. Man obtiften fyftltitung nur btt Papierindustrie und ch gerade zu Aeuzatzr in spruch genommen werden, : verzichtete. Die auf heute einbe- sischer Bolksschul- es Großherzogtums von Oberlehrer Eisenhardt cr- seinen anwesenden Amts- bgelegenen Orten hcrbei- sireichen Besuch, begrüßte ldtagSabgeordneten Backes im hoch auf den Landes- erans mit, daß die Herren ck und Seelinger drahtlich, ^eidenreich und Schlenger en hatten, nicht erscheinen rtraa hatte Lehrer Jung Nachweis, daß die Forde- ,tti Md Heim« $*” ,n bei Sieben« b-gmt-t lit iiihetigt« d!« «* irM> ®=r@n* ; . Sinmten Met anflewmtt SjSÄ . neu ÄMjg 1-nteb.« H°7,W ntschikdeu u ,^enbe in W er1899 zu Lange« Seiner §önigl. unttrlhänigst sür essurstrn. un 2flnbtag8 W«; hohe Sta bes ^chstche Fisher s Mult eintt^ rrOOOOOOOO0OO