idmKtee. »Körper - LkltnmzS. kuHMenzm Batavia-Arrac r Kognaks Frapin & Co., 8794 i Kognaks 50 empfehlen fels, WW 21. Halt! P $«y billige nM 11'1. SÄ?** »WtWO. krwWöM Kaufmann i¥iori6M____— wr A V n. unb * «ot-Wei«e Httb W 8016 m- ,ur LttstMS. jie Ziemer j«* iS*1 MS ■fltl Ä Aier- LA>»» ««" w «l’2 <•<***■ . sA.E tu Rr. 307 Erstes Blatt. Sonntag den 31 December L8VS Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Arzugsprelr vierteljährlich 2 Mark 20 Psg monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn. Bene|mt len Lnzeigen zu der nachmittag- für bee |Mjmbro Xt| rrfchrinendcn Nummer M »orm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« unb AuSlandeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeg« Erscheint 1» glich ent Ausnahme deS MentagS Dir Gießener M««ttien»kLtter »erden de» Anzeiger »ßchrotlich viermal ßetßNeßt. Anrts- und Anzeigeblutt für den Tlreis Gieszen. ReUttbo, Expedition unb Druckerei: -chnkstrnße Vr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblatter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde._________________ Adresse für Depeschen: Anzeiger HieheL. Fernsprecher Nr. 51. * Zur Jahrhundertwende. Gießen, den 30. Dezember 1899. Nur noch wenige Stunden, und das 19. Jahrhundert hat seine Schuldigkeit gethan — es kann gehen. Ein bedeutungsvoller Abschnitt im Leben der Völker liegt hinter uns, und es mag noch gewaltigere Ereignisse im Laufe der Jahrtausende gegeben haben, als sie das abgelaufene Sä- kulum gebracht hat, aber sie hatten ihre Bedeutung für uns mehr oder weniger verloren, sie sind vergessen worden im Zeitenlaufe, und deshalb ist der Abschnitt der Weltgeschichte, den wir das 18. Jahrhundert nennen, für uns die Verkörperung alles dessen, auf das wir unser politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben gründen. Am Schlüsse jeder besonders wichtigen Zeitperiode blicken wir zurück auf die Vergangenheit, und deshalb ist heute an der Wende deS Jahrhunderts ein Rückblick auf dieses wohl am Platze. Natürlich kann es nur ein Griff sein in die Ereignisse, den wir thun, aller hervorragenden Begebenheiten zu gedenken, ist uns hier unmöglich. Jedem Unbefangenen muß das 19. Jahrhundert als der Anfangspunkt einer neuen Kulturperiode erscheinen, deren Ausgang noch gar nicht abzusehen ist. Und das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt. Diese stand zu Beginn des Säkulums vollständig unter dem Eindruck der französischen Revolution, die insofern eine heilsame Wirkung ausgeübt hat, als sie den Völkern geistige Freiheit sowie die Mitwirkung an der Gesetzgebung und den Staatsgeschäften sowie das Selbstbestimmungsrecht der Nationen in Bezug auf ihre Staatszugehörigkeit brachte. Und jener Geistesfreiheiheit haben wir in erster Linie die ungeheuren Fortschritte zu danken, welche die Wissenschaft gemacht hat, haben wir zu verdanken die politische und geistige Umwälzung in der ganzen Kulturwelt. Großes Unheil hat zwar die französische Revolution angerichtet, schwer drückte dann die Macht des Korsen insbesondere auf Deutschland, aber das Gute hat die unselige Zeit doch gt- habt, daß die Völker sich wieder auf sich selbst besannen, daß das Vertrauen in die eigene Kraft gestählt wurde, daß das Gefühl der Zusammengehörigkeit gegen einen gemeinsamen Feind Wurzel schlug, die freilich erst dreiviertel Jahrhundert später einen kräftigen Zweig trieb, der heute unser zweites deutsches Reich bildet. Jene schwere Zeit führte auch zu der „Heiligen Allianz", zu welcher Zar Alexander I. eigenhändig den Entwurf ausgearbeitet hatte. Zwar hatte dieses sonderbare Bündnis keine unmittelbaren politischen Folgen, aber desto nachdrücklicher wirkte es mittelbar auf die politischen Verhältnisse der nächsten Jahrzehnte, insbesondere diejenigen Deutsch- lands. Neben den Befreiungskriegen, die erfreulich den sehnlichsten Wunsch nach einer Einigung der deutschen Stämme zeitigten, aber doch nicht die nachhaltigen Folgen hatten, welche man sich von ihnen hätte versprechen dürfen, waren es sodann die Erhebungen im Jahre 1848, welche die größten Umwälzungen, diesmal in unseren innerpolitischen Zuständen, herbeiführten. Wer will einen Stein werfen auf die Männer, welche damals Gut und Blut einsetzten, um der Nation zu politischen Rechte zu verhelfen? Jeder ob- jeküv Urteilende muß zugeben, daß die Ereignisse des Jahres 1848 eine natürliche Folge der damals herrschenden Zustände waren. Viel Not, viel Elend und Jammer hat das verhängnisvolle Jahr über Deutschland gebracht, aber die Früchte waren wertvoll, und noch heute erfreuen wir uns des Genusses derselben. Freilich scheiterte damals das in Frankfurt a. M. begonnene Verfassungswerk, weil es unmittelbar aus der gährenden Bewegung hervorgegangen und eine Abklärung in jener stürmischen Zeit unmöglich war. Aber darum sind die Errungenschaften doch nicht verloren gegangen, und das deutsche Volk, das damals sich erhob zur Erkämpfung politischer Rechte, hat noch Jahrzehnte später gezeigt, daß es reif war zur Verteidigung der nationalen Ehre, zur Zusammenfassung in ein einiges deutsches Reich. Aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 hat sich unser Volk emporgerungen zu der großen Nation, als welche Deutschland am Schlüsse deS Jahrhunderts geachtet in aller Welt dasteht. Schwer war der Kampf, aber groß auch der Sieg. Und wenn wir heute, auf der Schwelle des XX. Jahrhunderts, uns ernstlich die Frage vorlegen, ob wir uns zurückversetzt sehen möchten um 100 Jahre, so würden wir ein solches Ansinnen weit zurückweisen. Das abgelaufene Jahrhundert hat für uns so goldene Früchte getragen, die wir nicht wieder missen möchten, und wenn es auch mit einer Sonde hineinlangte in die Wunden der Völker und liefen heftige Schmerzen verursachte, so hat es doch auf allen Gebieten einen Heilungs-, einen Werdeprozeß ge- ördert, der das Glück verheißt im neuen Jahrhundert. Für uns bilden die letzten hundert Jahre — wir betonen es nochmals — die bedeutungsvollste Zeit unserer Geschichte, und wir geben der Zuversicht Ausdruck, daß im neuen Säkulum, dessen Morgenröte uns bereits winkt, die Errungenschaften seines Vorgängers noch weiter ausgebaut und weiter ausgebreitet werden, zum Segen der Völker, zum Segen des deutschen Vaterlandes! Läßt doch die Thatsache, daß die Nationen im letzten Viertel des 19. Säkulums das Bedürfnis fühlen, Allianzen zu schließen, um den Weltfrieden zu erhalten, daß sie sich vereinigen, um das vorläufig Menschenmögliche zur Vermeidung von Kriegen, zur Linderung deren Greuel zu erreichen, läßt doch alles dieses die Hoffnung zu, daß auf dem Wege weitergewandelt werde, daß uns die Segnungen des Friedens noch weit in das 20. Jahrhundert hinein er- freuen dürfen.__________________________________________ * Vom Kriegsschauplatz. Nichts Neues! Das ist auch heute der Inhalt aller Nachrichten vom Kriegsschauplätze, wenigstens nichts Neues von Bedeutung. Ju Natal ist die Lage noch völlig unverändert. Wir verzeichnen zunächst das folgende Telegramm: Chieveley (Lager), 27. Dezember. Schwere Geschütze traten heute früh in Thätigkeit, als der Feind beim weiteren Ausöau seiner Verschanzungen gesehen wurde. Das Granatfeuer zwang die Buren zum Zurückgehen. Sie flüchteten über die Berge hinweg. Als später kleine Trupps des Feindes wieder erschienen, wurden sie sofort beschossen. Der „Lange Tom" schoß vom Jsimbulwana-Berge den Vormittag über auf Ladysmith, die britische Garnison antwortete jedoch nicht. Patrouillen sahen, daß der Feind auf der äußersten Linken in großer Anzahl stand. Im Fort Wylie ist ein Buren-Hospital errichtet worden; die britische Artillerie wurde daher angewiejen, dorthin nicht zu schießen. Etwa 3 Meilen von hier kam es zu einem Gefecht, in dem 9 Buren getötet und 6 Burenwagen erbeutet wurden. General Bullers ganze Thätigkeit beschränkt sich also darauf, die Buren bei der immer enger werdenden Umschließung seines Lagers bei Chievelcy zu stören. Dabei giebt es öfter kleinere Zusammenstöße, die vom „Reuter'schen Bureau" eiligst unter die bisher nur fiktive Rubrik: „Englische Erfolge", eingereiht werden, über deren wirklichen Verlauf man aber thatsächlich im Unklaren bleibt. „Was macht Ladysmith?" das ist die stereotype Frage, mit der man sich auf der Straße oder sonstwo begegnet. Eine der Wirklichkeit entsprechende Antwort kann man aber nirgends erhalten. So geht uns heute folgende Nachricht zu: Loudon, 2£. Dezember. Die „Times" berichten in ihrer zweiten Ausgabe aus Ladysmith unter dem 19. Dezember: Die Lage ist keineswegs verzweifelt. Die Nahrungsmittel reichen für zwei Monate aus. Die einzige Beunruhigung könnte der Futtermangel verursachen. Da aber ein reichlicher Regen gefallen ist, beginnt innerhalb des Bereiches des Lagers Gras zu wachsen. Die Verluste, die durch das Geschützfeuer des Feindes in den letzten Tagen entstanden sind, sind schwerer, da der Feind die Entfernungen genau abschätzt. (Wiederholt.) Daß die Beschießung wirksamer geworden ist, wird auch von anderer Seite bestätigt. Heute vor acht Tagen wurden nicht weniger als acht Soldaten vom Gloucestershire- Regiment durch ein einziges Geschoß getötet. Nach der „Times"-Meldung ist man trotzdem noch gutes Mutes und sieht voll Zuversicht in die Zukunft. Andere englische Blätter stellen die Lage in Ladysmith dagegen viel trüber dar. Namentlich heben sie hervor, daß der Gesundheitszustand immer schlechter werde; unter anderen ist der m der Stadt eingeschlossene Korrespondent der „Daily Mail", Stevens, schwer erkrankt. Dem „Daily Chronicle" zufolge wartet man ängstlich auf Ersatz. Man beabsichtigte, Weihnachten zu feiern, hat das aber auf Neujahr verschoben, Die pessimistischer gefärbten Berichte dürften der Wahrheit am nächsten kommen. Namentlich muß darauf gerechnet werden, daß der Heroismus der Besatzung der fortwährenden Verringerung der Rationen nicht mehr lange Stand halten wird. ES sind nicht Männer, die für ihr Vaterland, für Haus und Herd kämpfen, sondern geworbene Söldner, denen die Befriedigung ihres Magens schließlich doch höher teht, als das Prestige Großbritanniens. Die „Times" wollen bekanntlich wissen, unter den Familien der Buren herrsche großer Mangel. Die Glaubwürdigkeit dieser Meldung wird vortrefflich durch den in einem Atem hinzugefügten Satz charakterisiert, die Pferde der Buren würden unbrauchbar infolge falscher Behandlung. Die Buren ihre Pferde falsch behandeln, mit denen sie von Jugend aus verwachsen sind! Der Berichterstatter der „Times" hat entweder an seiner Sehkraft Schaden gelitten, oder es ist ihm noch Schlimmeres zugestoßen. Bis jetzt haben die deutschen Behörden mit dem Burenkriege nur insofern zu thun gehabt, als deutschen Offizieren, soweit sie zur Armee noch in Beziehung stehen, die Teilnahme an den Feindseligkeiten untersagt wurde. Jetzt dürfte die Verhaftung eines deutschen Farmers neuen Anlaß geben. Folgende Nachricht läßt dies annehmen: Durban, 28. Dezember. Ein deutscher Farmer namens Sturke und Reverend Hartes, der Direktor der hannöverschen Missionsstationen in Natal, sind unter der Anschuldigung, mit dem Feinde, als dieser in Mooi River stand, Verkehr gepflogen zu haben, verhaftet worden. Beide haben den Schutz des deutschen Konsuls in Anspruch genommen. Sie wurden verhört und in das Gefängnis von Estcourt gebracht. Sturke soll bewaffnete Buren beherbergt haben. Allem Anschein nach wird die Angelegenheit den diplomatischen Apparat in Bewegung setzen. Menschenfreundlichkeit der Buren. Der Leutnant Kina hau von den irischen Königs- Füsilieren hat aus Prätoria einen Brief an seine Freunde in England gerichtet, in dem es heißt: „Alles, was Ihr in England über die Buren gelesen habt, ist unroabr. Die benehmen sich in der liebevollsten Weise gegenüber den Verwundeten und Gefangenen, und sie berauben sich oft selbst, um einer Bitte, die an sie gerichtet wird, zu entsprechen. Wir leiden in keiner Weise Mangel. Wir bekommen alles, von Kleidung bis auf die Zahnbürste, und man beschenkt uns mit Zigarren und Nahrungsmitteln aller Art. Uns fehlt nichts als die Freiheit." Noch kein englischer Gefangener hat sich über das Benehmen der Buren zu beklagen gehabt. ♦ * London, 29. Dezember. * „Daily Telegr." berichtet aus New-York, für nächsten Sonntag sei daselbst eine große Volksversammlung seitens der Irländer einberufen, welche einen ausgesprochen anti-englischen Charakter haben werde. Es soll eine Anzahl heftiger Reden gegen England gehalten werden, besonders von dem irländischen Senator Cumyns. — Es erhält sich das Gerücht, daß Lord Salisbury der Königin brieflich seine Demission gegeben und diese mit seinem hohen Alter motiviert habe. Die Königin habe indeffen Salisbury gebeten,, bis nach Beendigung des Krieges im Amte zu verbleiben, und derselbe habe dem Wunsche der Königin entsprochen. — Gerüchtweise verlautet, das Kriegs amt habe gestern abend einen längeren Bericht Lord Methuens erhalten. Bis heute früh hatte das Kriegsamt indessen darüber noch nichts veröffentlicht. __ Die heutigen Morgenblätter verlangen die Ersetzung des jetzigen Kapkabinetts durch einVer- waltungsministerium, welches von London aus geleitet werden soll. „Morningleader" sieht darin das einzige Mittel, einen allgemeinen Aufstand , der Afrikander der Kap- kolonie zu verhüten. London, 29. Dezember. Der „Morning Post" zufolge unternahm am 27. d. Mts. Reiterei und reitende Artillerie unter General Babington eine Rekognoszierung in westlicher Richtung des Modderriver. Es ergab sich dabei, daß die Stellung der Feindes eine derartige Ausdehnung habe, daß eine Umgehungsbewegung nach Westen wegen der großen Entfernung, die man in einer rauhen Gegend ohne Wasser würde zurücklegen müssen, nicht denkbar sei. Eine „Reuter"-Meldung besagt, daß am Modderflusse augenblicklich ein scharfer Artilleriekampf stattfände. Die Buren hätten sich auf einen nächtlichen Bajonettangriff seitens der Engländer gefaßt gemacht. Der Feind eröffnete in der letzten Nacht ein heftiges Gewehrfeuer, welches die Briten unbeantwortet ließen. Ueber die Lage am Tugela- flusse berichtet das „Bureau Reuter" vom 27. d. Mts, daß die schweren englischen Geschütze bereits früh am Morgen in Action traten, als man bemerkte, daß die Buren ihre Verschanzungen weiter ausbauten. Infolge des Granatfeuers stellten die Buren ihre Thätigkeit ein und zogen sich über die Berge zurück. Den ganzen Vormittag über beschoß der „Lange Tom" vom Jsimbulwana-Berge aus Ladysmith. Englische Patrouillen sahen, daß der linke Flügel des Feindes besonders stark war. — Die „Daily Mail" läßt sich aus Pietermaritzburg vom 23. d. Mts. melden, daß jeder Tag neue Beweise für die Stärke des Feindes liefere. Der Charakter des Feldzuges habe sich geändert: England bekämpfe nicht länger den Feind, der sich auf seine Guerillataktik verlasse, sondern habe es mit einer Armee zu thun, die rasch diszipliniert werde, das Terrain kenne, die Kampfplätze wähle und so viel wie gar kein Gepäck mit sich führe. — In Kapstadt wird ein aus 1100 Mann bestehendes Eisenbahnregiment gebildet. * * * Telegramme des „Gießerrer Anzeiger". London, 30. Dezember. Aus dem Burenlager bei Co len so wird gemeldet: Man bemerkt, wie das britische Lager bei Chieveley täglich anwachse und erwarte jeden Augenblick einen neuen Versuch der Engländer, den Tugela- Fluß zu überschreiten und Ladysmith zu entsetzen. — Telegramme aus Ladysmith bekunden, daß unter den englischen Truppen der Typhus furchtbar herrsche. Auch General White soll einen Anfall gehabt haben, jetzt aber wieder wohl sein. Die Stadt wild wieder von den Buren beschossen. Ihre Granaten richten große Verheerungen an. — Vom Modder River wird unterm 27. gemeldet: Gestern abend um 11 Uhr begannen drei auf Anordnung des Generals Methuen aufgestellte Schiffsgeschütze, in Zwischenräumen von einigen Minuten die Burenstellung zu beschießen. Die Buren auf dem Bergrücken von Magerfontein antworteten mit einem lebhaften Gewehrfeuer. — Aus Durb an wird vom 27. telegraphiert: Die Regierung genehmigte die Errichtung eines Eisenbahn-Pionier- Korps. 1300 Rekruten gingen schleunigst zu diesem Korps ab. Der Transportdampfer Rubin ist in ein Hospitalschiff umgewandelt worden. London, 30. Dezember. Lord Salisbury kam gestern von Hatfield hierher und fuhr nach dem Kriegsministerium, wo unter seinem Vorsitz eine Sitzung des Wehr- Komitees stattfand. Es verlautet, daß über die Besetzung der Delagoa-Bai beraten wurde. Die Cape Times dringt auf eine strenge Bewachung der Delagoa-Bai. Fortwährend kämen europäische Offiziere mit der angeblichen Mission, den Krieg auf der Bureu- feite zu beobachten. Eine Anzahl dieser Offiziere sei dem Stabe Jouberts attachiert. Aus amerikanischen Meldungen geht hervor, daß England mit seiner Absicht, die Delagoa-Bai zu besetzen, bei der amerikanischen Regierung auf denselben Widerstand stoße, wie in Europa. Die Unions- Regierung hat ihren Konsul in Lorenzo Marquez beauftragt, eine strenge Untersuchung wegen Beschlagnahme amerikanischen Mehls anzustellen und wird ihre Interessen dort wahren. London, 30. Dezember. Die „London Gazette" veröffentlicht einen Bericht über die Unterdrückung eines Eingeborenen-Aufstandes in Sierra Leone (Westafrika) durch den Obersten Woodgate. Darnach metzelten die Eingeborenen mehrere amerikanische Missionare nieder. Der Aufstand wurde schließlich durch die Ergreifung des Häuptlings Raiburchs und seiner Anhänger niedergedrückt. Die englischen Verluste betrugen 4 Offiziere und 63 Mann tot und 18 Offiziere und 160 Mann verwundet. London, 20. Dezember. Aus C h i v e l e y wird gemeldet: Die Buren haben durch optische Telegraphen Nachricht über die Stellung des Generals Buller erhalten. Englische Marinegeschütze griffen die Verschanzungen der Buren an. Auch in der Gegend von Ladysmith dauert das Geschützfeuer an. In Kimberley wurde während eines Ausfalles vom 22. ds. festgestellt, daß die Buren nur noch drei Geschütze in der Nähe der Stadt haben. Auch die Zahl der vor Kimberley befindlichen Buren ist sehr gering. Indes sind die Buren in der Sage, in kurzer Zeit größere Verstärkungen heranzuziehen. London, 30. Dezember. Das Amtsblatt publiziert die Kündigung des Vertrages mit der Niger Kompany. Kapstadt, 30. Dezember. Der von den Engländern gefangene frühere Quartiermeister Greener, welcher desertierte, wurde nach England geschickt, um dort vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. London, 30. Dezember. Aus Lorenzo Marquez wird gemeldet, daß die Transvaal-Negierung im Besitz von wertvollen Papieren sei, welche die Engländer bei der Flucht von Dundee zurückließen und worin die Beweise erbracht werden, daß England feit drei Jahren den Einfall in Transvaal geplant habe. Paris, 30. Dezember. Dem „Temps" zufolge herrscht in Marseille die größte Aufregung über das Schicksal des großen Passagierdampfers Gironde, welcher Zanzibar verlassen hat, um eine Anzahl Passagiere, welche nach Transvaal wollten, nach Lorenzo Marquez zu bringen. Diese Fahrt wird gewöhnlich in zwei Tagen zurückgelegt, während die Gironde bereits acht Tage unterwegs ist, ohne daß eine Nachricht über ihren Verbleib eingetroffen ist. Man befürchtet einen Z wischenfall mit einem englischen Kriegsschiff. Amsterdam, 30. Dezember. Es wird bestätigt, daß England die Beglaubigung zweier niederländischer Offiziere als Militär-Attachee im englischen Haupt-Quartier wegen der burenfreundlichen Stimmung der Niederlande abgelehnt habe. Lokales und Msvinzielles. Gießen, 30. Dezember 1899. * ♦ Spar- und Leihkaffe Gieße«. Der Bericht über die Verwaltung der hiesigen Spar- und Leihkaffe im Jahre 1898 liegt der heutigen Nummer des „Gießener Anzeiger" bei. Wie aus diesem Bericht ersichtlich, entfaltete auch in diesem Jahre die Sparkasse eine ersprießliche Thätigkeit. Vor allem geht aber daraus hervor, daß im diesseitigen Bezirk noch Sinn für wohlangebrachte Sparsamkeit herrscht, in welcher Hinsicht sich namentlich einzelne Landgemeinden hervorgethan haben. e* Die bei dem Zusammenstoß zweier Lokomotiven verunglückten Lokomotivführer und Heizer befinden sich anscheinend außer Lebensgefahr. Die Nachricht auswärtiger Blätter, daß bereits einer der Verunglückten gestorben sei, bestätigt sich glücklicherweise nicht. * * Weihnachtsfeier. Nächsten Montag, den 1. Januar, abends 8 Uhr, hält der Hessische Fechtverein Waisen- s ch u tz seine diesjährige Weihnachtsfeier im Postkeller. Ein Musikkünstler (Sohn eines hiesigen Beamten), welcher sich besuchsweise hier aufhält, sowie eine auswärtige Dame haben in dankenswerter Weise ihre Mitwirkung zugesagt. Theater und Vorträge werden den Abend genußreich gestalten, weshalb auf zahlreichen Besuch gerechnet werden darf. Der Verein, welcher bekanntlich einen sehr edlen Zweck verfolgt, hofft, bei dieser Gelegenheit auch etwas für feine Kasse zu erübrigen. * Stadttheater. Auf die am Neujahrstage, nachmittags 4Uhr, bei ermäßigten Eintrittspreisen stattfindende Aufführung von Sardous Lustspiel „Madame Sans Gene" seien namentlich auswärtige Theaterfreunde hiermit nochmals ganz besonders aufmerksam gemacht. Als Abendvorstellung hat die Direktion eine der besten Pohl'schen Possen, den „Gold-Onkel" ausgewählt. Diese Aufführung findet im Abonnement statt, ebenso die am Dienstag dem 2. Januar stattfindende Wiederholung von „Zaza". * * Der hiesige Gastwirteverein feierte am Donnerstag sein diesjähriges Winterfest im „Gießener Festsaal". Der bekannte Ruf, der unseren Gießnern vorangeht „schöne Feste zu feiern" muß in erster Linie auf unsere Wirte angewandt werden, denn das Fest war ganz vorzüglich arrangiert. Ein ausgewähltes Konzertprogramm, exakt von der hiesigen Regimentskapelle gespielt, schöne und gut gesungene Männerchöre der Bürgergesellschaft unter Leitung des Herrn Trautmann, Sologesänge, sowie ein von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters flott gespielter Einakter bildeten das Programm. Das Hauptinteresse bildeten die Tänze des Herrn Tanzlehrer Orth nebst Gemahlin. Gegen Mitternacht kam der allgemeine Tanz zu seinem Rechte, der mit einer Fächerpolonnaise eröffnet wurde, und sich ziemlich lang ausgedehnt haben soll. + (Sriiningett, 29. Dezember. Herr Bergwerks- bircttor Pascoe von Gießen hat auch in btefem Jahr einer armen betagten Witwe ein Weihnachtsgeschenk im Betrage von 50 Mk. zukommen lassen. Dem freundlichen Geber herzlichsten Dank. □ Mainz, 29. Dezember. Der in weiten Kreisen bekannte belgische General- undEhrenkonsulPelzer ist heute Morgen hier im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Verstorbene, der nahezu 40 Jahre belgischer Konsul war, hatte sehr hohe Beziehungen, in deren Folge ihm mehrfach diplomatische Missionen anvertraut waren. Besonders nahe Beziehungen pflegte Konsul Pelzer mit dem Großherzog von Luxemburg und dessen Bruder Prinz Nikolaus von Nassau. — Der neugebildete Di ö- zesan-Kirchenvorstand für das Groß Herzogtum Hessen traf gestern zur Feststellung des Voranschlags zum ersten Mal hier zusammen. Es wurde zunächst für ein Jahr bewilligt: Mark 70000 für Aufbesserung der Gehalte der Pfarrer sowie der Domgeistlichkeit nach einem Plane des verstorbenen Bischofs Haffner; Mark 8000 für Zuschüsse an pensionierte Geistliche; Mark 2000 für Zuschüsse an Pfarrkuratien; Mark 3000 für Zuschüsse an neue Seelsorgstellen und Missionsstationen; Mark 6000 für Diäten, Remunerationen, Büreau- kosten, Steuererhebung rc. rc. Im ganzen wurden Mk.96000 bewilligt. — Auf Anordnung der Kreisschulkommission findet anläßlich der Wende des Jahrhunderts in den ersten Tagen des Jahrhunderts in allen Schulen eine Feier statt, in welcher unter Hinweis auf die Bedeutsamkeit der diesmaligen Jahreswende die Jugend daran erinnert werden soll, wie es Pflicht des Heranwachsenden Geschlechtes das von den Vätern übernommene Erbe zu bewahren und zu fördern._______________________________________________________ Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gieße«. Ehefchlietzurrgerr. Dezember. 21. Peter Joseph Kronenberg Monteur zu Kelsterbach, mit Elise Herminc Werner hterselbst. 23. Konrad Schmidt, Taglöhner dahier, mit Katharine Kuhn von Hirzenhain. 23. Friedrich Emst Hoppe, Weichensteller dahier, mit Theresia Wehrte hier- selbst. 23. Philipp Reinhard Bohrmann, Bahnbediensteter dahier, mit Elisabeths Nicolai Hierselbst. 27. Johannes Dippel, Sattler zu Wetzlar, mit Susanne Katharine Nickel hterselbst. 28. Georg Konrad Karl Euler, Htlfsheizer zu Bockenhetm mit Anna Johanna Dorothea Kratzenberger hterselbst. «edorene. Dezember. 17. Dem Sergeanten Karl Heinrich Jockel ein Sohn. 17. Dem Lehrer Karl Wilhelm Mulch eine Tochter, Lilly Mathilde. 22. Dem Schneider Karl August Göbel eine Tochter, Elisabeth. 22. Dem Dachdeckermeister Johannes Prang ein Sohn, Heinrich Hans. 22. Dem Telegrapbenmeister Emil Richard Bothe eine Tochter. 25. Dem Lokomotivheizer Ludwig Sert ein Sohn. 25 Dem praktischen Arzte Dr. Georg Kipper eine Tochter, Anna Margarete Christine. 27. Dem Postassistenten Karl Erle eine Tochter. 28. Dem Heizer Ferdinand Gerlach eine Tochter, Luise Henriette. 28. D.m Gärtner Wilhelm Moser ein Sohn. 29. Dem Fabrtkarbe'cker Johannes Hahn ein Sohn. Gestorbene. Dezember. 22. Lina Wertheimer, 32 Jahre alt, von Friedberg» 23. Anna Dorothea Wtlhelmikre Heimann, geb. Scheid, 41 Jahre alt, Ehefrau des Landwirts Karl Wilhelm Heimann zu Oberneisen. 24. Margarete Bode, 67 Jahre alt, Privatin dahier. 24. Helene: Gans, 18 Jabre alt, Dtenstmagd von Burkhardsfeldeu. 25. Wilhelmine Katharine Stumpf, geb. Fischer, 84 Jebre alt, Wt'we von Schneidermeister Johannes Stumpf dahier. 26. Christiane Winckler, 72 Jahre alt, Privatin dahier. 26. Henriette Cellar^uS, geb. Braun, 77 Jahre alt, Ehefrau von Dekan t. P. Ludwig Cellartus dahier. 27. Heinrich Junker, 40 Jahre alt, Zigarrenmacher zu Lollar. 27. Heinrich Schmuck, 42 Jahre alt, Taglöhner dahier. 27. Johannes Leonbard Stotz, 79 Jahre alt. Sattler und Tapezier dahier. 28. Richard Esau, 2 Jahre 9 Mon. alt, Sohn von Gutspachter R chard Esau zu Großen-Buseck. 28. Karl Jung, 18 Jahre eit, Hüttenarbeiter zu Nauborn. 28. Joseph Julius Köhler, 34 Jabre alt, Stetnhauer dahier. 29. Marie Elisabeth Groß, 4 Monate alt, Tochter von Sattlermeister Friedrich Groß dahier. —- - ■ ■ ----- Auszug aus den Kirchenbücher« der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Mattdäusgemeind«. Den 24. Dezember. Friedrich Ernst Hoppe, Weichmsttller zu Gießen, mit Theresia Wrhrle aus Freiburg. Denselbm. Konrad Schmidt, Taglöhner zu Gießen, und Katharine Kuhn, Tochter von dem Sandformer LouiS Kuhn zu Hirzenhain. Denselben. Philipp Reinhard Bohrmann, Bahnbediensteter zu Gießen, und Elisabrthe Nicolai, Tochter von dem Bahnbedienstetm Konrad Nicolai zu Gießen. Den 28. Dezember. Georg Konrad Karl Euler, Hilfsbeizer zu Bockenhetm-Frankfurt a. M., unb Anna Johanna Dorothea Kratzen- be ger, Tochter von dem Schreinermeister Karl Kratzenberger zu Gießen. Merkusgemeinde. Den 25. Dezember. Heinrich Huhn, Metzger!zu Gießen, und Lina Wilhelmine Franziska Hammel, Tochter von dem Schreiner- meister Georg Hammel zu Gießen. Den 27. Dezember. Johannes Dippel, Sattler zu Wetzlar, und Susanne Katharine Nickel, Tochter von. dem Pflastermeister Johannes Nickel zu Gießen. JohanneSgemeinde. Den 26. Dezember. Peter Joseph Kronenberg, Monteur z« Gießen, und Elise Hermine Werner zu Gießen. Getaufte. Matthäuögemeinde. Den 24. Dezember. Dem Eiscndreher August Guntrum ein Sobn, August Heinrich Ludwig Karl Wilhelm, geboren den 7. November. Denselben. Dem Versicherungs-Inspektor Heinrich Köth ein Sohn, Adalbert, geboren den 6. August. Den 25. Dezember. Dem Hetzer August Deiß eine Tochter, Emma Elisabeth, geboren den 20. Oktober. Denselben. Dem Kutscher Philigp Blum ein Sohn, Gotthard, geboren den 29. November. Den 26. Dezember. Dem Schuhmann Karl Sommerkoru ein Sohn, Ernst Ludwig, geboren den 4. November, f Denselben. Dem Fabrikarbeiter Georg Capeller ein Sohn, Karl Kaspar Adolf, geboren den 29. Oktober. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Malkemus ein Sohn, Johannes, geboren den 25. Juni. Denselben. Dem Arbeiter Milhelm Balser eine Tochter, Liu» Philtpvine, geboren den 21. September. * Denselben. Dem Dcyneiber Otto Steth eine Tochter, Marie, geboren den 10. November. MarkuSgemeinde. Den 24. Dezember. Dem Müller Heinrich Hammel eine Tochter, Frieda Wilhelmine, geboren den 14. November. Denselben. Dem Bäckermeister Peter Pfeiffer ein Sohn, Ernst, geboren den 11. D zember Den 25. Dezember. Dem Hausburschen Jakob Siegel ein Sohu, Christian Heinrich Ludwig, geboren den 12. Oktober.' Denselben. Eine uneheliche Tochter, Elisabeth, geboren den 27. November. Denselben. Dem Taglöhner Karl August Heil ein Sohn, Wilhelm Heinrich Philipp, geboren den 14. November. Denselben. Dem Friseur Ferdinand Aff eine Tochter, Margarete Helene, geboren den 8. November. Den 26. Dezember. Dem Maurer Johann Georg Schupp ein Sohu, August Louis, geboren den 19. November. Denselben. Dem Postschaffner Heinrich Bourcade ein Sohn, Karl Ludwig Konrad, geboren den 4. Dezember. Denselben. Dem Schuhmacher Johannes Glitsch eine Tochter, Marie Elisabeth, geboren den 2. November. Denselben. Dem Handelsmann Wiegand Wagner ein Sohn, Wiegand, geboren den 22. November. Den 27. Dezember. Dem Restaurateur August Frlsing ein ^>ohn, Ferdinand Anton Ludwig, geboren 23. September. LukaSgemetnde Den 24. Dezember. Dem Lokomotivführer Peter Schmidt eine Tochter, Dorothea Luise Margarete Katharine, geboren den 1. Dezember. Den 25. Dezember. Dem Drechsler Georg Kraus ein Sohn, Bernhard Karl Wilhelm, geboren den 6. November. Denselben. Dem Bureauvorsteher Heinrich Rothe eine Tochter, Anna Johanna Minna, geboren den 2. November. Denselben. Dem Portier Heinrich Dörr ein Sohn, Karl August Johannes Wilhelm, geboren den 26. November. Denselben. Dem Lackierer Karl Volz eine Tochter, Magdalene, geboren den 6. November. Denselben. Dem Modellschreiner Johann Martin Wacker eine Tochter, Martha Elisabeth, geboren den 25. Oktober. Denselben. Dem Mechaniker Friedrich Lang eine Tochter, Mathilde Mariha, geboren den 23. Oktober. Denselben. Dem Schlosser Karl Weist ein Sohn, Hermann Otto, geboren den 3, November. Den 26. Dezember. Dem Zementarbeiter Andreas Segadelli eine Tochter, Maria Helene, geboten dm 31. Oktober. Denselben. ,Dem Kutscher Ludwig Christ ein Sohn, Karl Wilhelm, geboren den 20. Oktober. Denselben. De« Schmied August Heinz eine Tochter, Marie Karoline Katharine Anna, geboren den 25. November. Dm 27. Dezember. Dem Tapezier Paul Hennig eine Tochter, Malwine, geboten den 18. Oktober. JohanneSgemeinde. Dm 24. Dezember. Dem Taglöhner KaSpar Schmidt ein Sohn, Heinrich Philipp Rudolf, geboren den 1. November. Denselben. Dem Tag'öhner Philipp Werner ein Sohn, Karl, geboren den 19. Mai. Denselben. Dem Dachdecker Hermann Meier ein Sohn, Friedrich Heinrich Michel, geboren den 10. Oktober. Denselben. Dem Spengler Friedrich Doll ein Sohn, Johann Friedrich, geboren dm 23. November. Dm 25. Dezember. Dem Kutscher Heinrich Wilhelm Rieb ein Sohn, Heinrich Wilhelm, geboren den 5. November. Beerdigte. MatthüuSgemeinde. Den 27. Dezember. Margarethe Bode. Tochter von dem ver- iorbenm Dr. med. Dietrich Bode zu Leer, 67 Jahre alt, starb dm 24. Dezember. 26. Dezember. 3Rerfu8ßemeiBbe. starb den Dm 19. Dezember. Hedwig Bröckel, 48 Jahre alt, 17. Dezember. LukaSgemeinde. Dm 27. Dezember. Helme Ganß, 18 Jahre alt, üEs z» u £r- Sumiü'm e» Börse vom 29. Dezember 1899. Stadt WormS unk. b. 1901 Gelten. StaatSbahn v. 1?85 82.90 4 Jtal. ftaarSgar. Etfenb. 57.C0 4 396s Vermietungen Mietgeluche starb den deS ver- 97.60 88.50 96.50 101.00 100.00 97.65 97.05 24.10 40.80 47.60 99.ro 95.20 100.50 100.80 100.26 98.96 1 ® 8 t 11 * 4 8 8 a> 5^ £ l/l m ’S s 9062] Gesucht vom 1. Juli oder 1. Oktober 1900 ab mietsweise kinc htttschastliihk Wohnulig von 10—12 geräumigen, darunter wenigstens 3 große« Zimmern mit allem Zu» behör, Garten, Stallung für 2 Pferde, Wagen-Remise. Die Wohnung soll em ganzes HauS oder Villa, aber aus höchstens zwei Etagen bestehend, umfassen. Angebote wolle man unter Nr. 9062 an die Expedition d. Bl. richten._________ 26. Dezember. JohanneSgemeinde. Den 28. Dezember. Wilhelmine Katharine Stumpf, geborene Fischer, Witwe des Schneidermeisters Johannes Stumpf, 84 Jahre alt, starb dm 25. Dezember. 04630] Einfach möbliertes Zimmer zu vermieten: auf Wunsch Mittagstisch. Bahnhofstraße Nr. 20. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Der Gottesdienst zur Feier des Jabresschluffes am Sonntag Abend beginnt in der Stadtkirche um 6 Uhr. Donnerstag den 4. Januar, abends 6 Uhr, im Konfirmandensaal Kirchstraße 9: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Gießen, den 30. Dezember 1899. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin, 30. Dezember. Die kaiserliche Familie wird heute Nachmittag vollzählig nach Berlin zur Nagelung und Weihe neuer Fahnen und Standarten kommen und dis zum 3. Januar hier verweilen. Die Uebersiedelung des kaiserlichen Hoflagers nach Berlin wird voraussichtlich in den Tagen vom 14. bis 16. Januar erfolgen. Berlin, 30. Dezember. Der Regierungspräsident von Potsdam, Graf Hue de Grais, welcher vor einiger Zeit einen längeren Urlaub angetreten hat, hat sein Abschiedsgesuch cingereicht. Hamburg, 30. Dezember. Der Dampfer „Bat" ist auf der Fahrt von Neapel nach AguilaS unweit des Kap Raza (Portugal) gestrandet und total verloren. Ein Teil der Besatzung ist ertrunken. Hamburg, 30. Dezember. Der von Antwerpen in Fowcy angekommene dänische Dampfer „Wladimir Sawin" wurde in Fowey von den englischen Behörden angehallen, weil der Dampfer Munition usw. an Bord hatte, von der man den Verdacht hegte, sie sei sür Transvaal bestimmt. Wien, 30. Dezember. Das Befinden des Komponisten Millöcker (Vgl. Kunst u. Wissensch.) hat sich in den gestrigen Abendstunden verschlimmert. Sein Zu-- stand ist höchst kritisch. Interlaken, 30. Dezember. Bei den Arbeiten an der Jungfrau-Bahn wurden 11 Arbeiter verschüttet. Die Mehrzahl von ihnen konnte jedoch gerettet werden. Petersburg, 30. Dezember. Die japanische Regierung ließ hier amtlich mitteilen, daß alle Gerüchte von gegen Rußland gerichteten RüstungenJapans jeder Begründung entbehren. — Wie verlautet, haben sich die Beziehungen zwischen Rußland und Norwegen wegen des Besitzes einer Landstrecke am Baranger Fjord, wo Rußland einen Kriegshafen anlegen will, weiter verschlimmert. Den 24. Dezember. Henriette EellariuS, geb. Braun, Ehefrau von dem Dekan t. P. Ludwig SellariuS, 77 Jahre alt, starb den I!n verkaufen Drucksachen, Aechrrurrgerr, Iacturerr, ßircnkare, Vrieföogerr, Ilmschtäge mit Airmendruck fertigt billig KrShl'sche Univ.-Kuch- n. Zkindruckttei, Schnlstratzr 7. 24. Dezember. Den 29. Dezember. Christiane Winckler, Tochter storbenen Pfarrers W.lhelm Ernst Winckler, 72 Jahre alt, starb den Kursbericht m J. Kurz, & Co., Hießen, Kah-h-fßrch 63 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrate 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Bäcker, 1 Bauschreiner, 1 Fuhrknecht, 1 Kellner, 1 Taglöhner für leichtere Beschäftigung, 1 Lausmädchen, 1 Dienstmädchen, 1 Putzfrau, 1 Kleidermacherin, 1 Kontorist für Buchhaltung und Korrespondenz. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Bäcker, 1 jüngerer Kellner, 2 Bauschlosser, eine Anzahl Maschinenscklosier, 1 Wagner, 3 Schuhmacher 1 Bauschremer, 2 jüngere Hausburschen, 1 Dienstknecht im Alter von 17 bis 18 Jahren für einen ilüneren landwirtschaftl. Betrieb, 2 Fuhrknechte, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Barbier, 1 Schuhmacher. Enthebung Wu Gratolatiiiusbkschkn uud m Zusendung von Glatulationslrarteuzu Neujahr 1900. Nachbenannte Herren und Damen haben zur Enthebung von Neujahrs-Gratulationsbesuchen und von Zusendung von Gratulationskarten unserer Kleinkinder-Bewahr- anftalt eine Gabe zngewendet: 1 Direktor Pascoe. 2. Landgerichtsrat Dornseiff. 3. Frau Philipp MalkomesiuS. 4 Lehrer Lehr 5. Garnisonsvcrwalmngs-Jnspektor i. P. Senft. 6. Kaufmann Rudolf Göbel und Frau. 7. Prokurist Wilhelm Köser. 8. Robert Haas und Frau. 9 Eisen- bahnstations-Dorsteher 1. Kl. a. D. Heydt. 10. Emil Lotz Wittwe. 11. Architekt Stein und Frau. 12. Bauunternehmer Winn und Frau. 13. Bautechniker Allvater und Frau 14 Lehrer Trautmann. 15. Kaufmann Louis Sundheimer und Frau. 16. Photograph Philipp Uhl. 17. Pfarrer Schlosser. 18. Architekt Meyer und Frau. 19. Wemhandler Helm und Frau. 20. Philipp Schwinn. 21. Stadtrat Wilhelm Löber. 22. Kaufmann Schmidt (Rob Haas Nachfolger). 23. Rechtsanwalt und Notar Römheld. ' 24. Stadtbaurat Schmant 25. Fabrikant Adolf Noll' 26. Fabrikant Georg Schmall. 27. Stadtrat Emil Schmall. 28. Bildhauer Kalbfleisch. 29. Universitäts-Tanz- und Fechtmeister Rose 30. Wilhelm Hombergcr und Frau. 31. Medizinalrat Dr. Haberkorn. 32. Beigeordneter Wolff. 33. Stadtrat Krumm. 34. Kaufmann Loms Benner. 35. Stadtrat Haubach 36. Stadtrat Leib. 37. Beigeordneter Kommerzienrat Georgi. 38. Ober- bürgermcister Gnauth. 39. Stadtrat Euler. 40. Stadtrat Hanau. 41. Stadtrat Bruck. 42 Stadtrat Kommerzienrat Heichelheim. 43. Stadtrat Keller 44. Stadtrat Helfrich. 45 Stadtrat EmmeliuS. 46. Fabrikant Heinrich Emmelius. 47. Pfarrer Dr. Naumann. 48 Postsekretär Schraub. 49. Metzgermcister Konrad MalkomesiuS und Frau. 50. Zahn- arzt G W Koch. 51. Kaufmann Blödner und Frau. 52. Stadtrechner Döpfer. 53 Apothekenbesitzer Dornberger. 54. Fabrikant Klingspor. 55. Geh. Kirchenrat Professor D. Köstlin. 56. Kaufmann Jean Boek. 57. Rentner Ludwig Bücking und Frau. 58. Stadtrat Kommerzienrat Heyligenstaedt. 59. Kreisamtmann Freiherr Schenck zu SchweinSburg. 60. Rcalgymnafiallchrer Dr. Stahl ^1. Rendant Dörmg. 62 Neal- avmnasiallehrer Albach. 63. Gastwirt Melchior Schäfer. 64. Metzgermcister Adolf Mohl !nb Frau. 65. Kaufmann H. Fr. Nassauer. 66. Frau Justizrat Diery und Rechtsanwalt Metz 67 Fabrikant Mylius. 68. Bürgermeisterei-Sekretär Demuth. 69. Architekt Hamann. 70. Direktor Bergen. 71. Agent August Will. 72. Sattlermeister Kilbinger. 73 Brandversicherunas-Assistent Nicolaus. 74. Gymnasiallehrer Haggcnmüller. 75. Kaufmann Joseph Sauer. 76. Stadtrat R. Scheel. 77. Professor Dr. Clemm. 78. Bäckermeister Hennings und Frau. 79. Ingenieur Schiele. 80. Fabrikant Hermann Eichenauer und Frau 81. Brandversicherungs-Experte Otto und Frau. 82. Kreisschulinspektor Dr nucius. 83. Pfarrer Euler und Frau. 84. Weinhändler August Schwan und Frau. 85.' Fabrikbesitzer Heinrich Adami und Frau. 86. Professor Dr. Krüger und Familie. 87 Fabrikant Eugen Kauffmann und Frau. 88. Juwelier Noll und Frau. 89. Dr. Koeppe. 90.’ Kreiskasserechner Kauß. 91. Rendant Grüneberg. 92. Schlachthansdirektor Liebe 93 Monteur Friedrich. 94. Frau Rechnungsrat Kalbfleisch. 95. Stadtrat Faber. 96’ Oberlehrerin Fräulein Lina Möser. 97. Architekt Seuling. 98. Zahnarzt Jäger. 99. Kohlenhändler Fischer. 100. Dr. Pitz. 101. Dr. med. Baur. Von den vorgenannten Herren und Damen wurden für die Kleinkinder-Bewahr- austalt in Einzelbeträgen von 1 bis 10 Mk., insgesamt 271 Mk., gespendet. Allen freundlichen Gebern und Geberinnen sprechen wir für diese besondere Unterstützung unserer Anstalt mit ihren 230 Kindern unseren herzlichsten Dank aus. . Endlich danken wir noch besonders der hiesigen Freimaurerloge, der Gründerin unserer Anstalt, für das Neujahrsgeschenk von 50 Mk., das von Mitgliedern derselben «uch in diesem Jahre der Anstalt übergeben wurde. 400 000 Stück Backsteine sind zu verkaufen. 04631 Ehr. Haubach I. ■s ö £ cti Procent 41/l Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente 3 Portugiesen 5 Mexicaner amort. S. I-HI Monopol-Griechen von 1887 Gisenb. Rentenb. Obl. BuderuS Obl. 5er. uStaf ä ZNto, Statt, stillt Lrc3Enipiadä*t*r, ..3flöet l Dün Sira e» 5*. w. Öerüeras^WdiC* ben 11 Ctite. 04617] Möbliertes Zimmer zu ver-1 mieten. Neustadt Nr. 12. | 14 Hambrgr.HypDk. unk. b. 1905 |4 Preuß. Hyp. A. Bk unk. b. 1900 14 Pow.w.. Hyp.A.Bk.unk.b.1904 4 Frkf Ldw.Cred.Bkuink^ .1900 Frankfurter Proeenc 31/, Deutsche Reichöanl. 8 Dreuß. 6onfoI3 31/, Gr. Hessische Obl. 4 Stad-! Darmstadt v. 1891 04634] Schöne 5°Zimmerwohnung (Nähe der Bleichftratze bevorzugt) per 1. Februar zu mieten gesucht. Offerten unter W. H. 04634 an die Expedition d. Bl. ____________________ 04618] Für eine kleine Familie, aus zwei Personen bestehend, wird per Frühjahr eine b-Zimmerwohnung gesucht. Offerten mit Preis unter Nr. 04618 an die Expedition d. Bl. rneinbi Uri Sanier n gaic 'fa lon iea LMematzer initinbi i» w. sie. tmthbt Inpft tz»tnm t» Rd Lichch», gtbcroi ba Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gieße«, BO. Dezember 1899. Ortskrankenkasse. Alle diejenigen, welche Nachforderung von der Ortskrankenkasse erhalten haben, werden ersucht, ihre Adresse in der Expedition dieser Zeitung zur Wahrung gemeinsamer Interessen, niederzulegen, da die Forderungen als nicht berechtigt erscheinen. Pfändung kann nicht vorgenommen werden, da diese Streitigkeiten die Verwaltungsbehörde entscheidet. ____________________________________ Briefkasten. Höherer Beamter, hier. Anonyme Einsendungen können, wie wir schon oft erklärt, keine Aufnahme finden. Wenn Ihre Beschwerde gerechtfertigt ist, wenden Sie sich ohne weiteres an die Bürgermeisterei. Wir glauben im übrigen, daß Sie recht haben. Die Red. 8913] Wegzugshalber ist die Wohnung Alicestratze 12, II, 8 Zemmer und Zubehör, per 1. April 1900 anderweit zu vermieten. Näheres Südanlage 19, II. 9053] Ecke Bismarck. «. Gtephan- ftratze sind drei, der Neuzeit entsprechende 5-Zimmerwohnungen — sämtlich mit allem Zubehör und Gartenanteil — alsbald, sowie Löberstratze 8 die Mansardenwohnung von 5 Zimmern nebst Zubehör per 1. oder 15. April zu verm. Näheres Baugeschäft «Hermann, Löberstratze 8._______ 8968] Ein Logis, 4 bts 5 Zimmer und Zubehör, zu vermieten. _______________Gteinstratze 67, II. 9058] 3-Zimmerwohnung mit Zubehör zu vermieten. __________H. Carl«, Bleichstraße 11. 04623] Schönes 5-Zimmerlogis mit allem Zubehör sofort zu vermieten. ___Bleichftratze 28. 04625] Eine Wohnung, 2 bis 3 Zimmer mit Zubehör, versetzungshalber sofort zu vermieten. «teinstratze 66. 9052] 4 Zimmer nebst Zubehör per 1. April zu vermieten. Ebelstratze IS. 9083] Gartenstraße 18 Parterre. Wohnung per 1. April 1900 zu verm. Nattmann, Neuen-Bäue 2l. Großes möbl. Zimmer mit Pension zu vermieten. 046,9______Südanlage 18, I. Stock. 9043] Freundlich möbl. Zimmer sof. od^ später zu vermieten. Schloßgaffe 7. Einfamilienhäuser (kleine Villen) 9077 mit 7 und 8 Zimmern per 1. April 1900 oder früher zu vermieten Näheres durch Architekt L. Geuling, Wallthorstraße 75. 9055] Ludwigstraße 10 mittlerer Stock, 6 große Zimmer ic., per I. April zu vermieten._____________Angust Will. 9069] Ludwigstraße 44 sind 2 bts 3 Zimmer mit separatem Eingang per 1, April zu Perm. Ernst Muth. 9048] Ein gut möbl. Zimmer m. Kabinett zu vermieten. Löberstraße 3, 1. St. 81/, Frankftr. Hyp- Bk unk. b. 1906 95.30 31/, Frkf.. Hyp. «red. B. unk. b. 1906 95 oo 4 bto. unk.b.1907 100.70 4 DeutscheÄrdsch.B.unk.d.lvv4101.00 Für die Bure« find weitere Beträge bei der »uterzeichneteu Ortsgruppe eiugegaugeu: Von dem Evangelischen Arbeiterverein Gießen 26,32 Mk. die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes. Weitere Spenden nimmt für die Ortsgruppe Gießen des A. D. B. gerne entgegen: GerichtSaccessift Prosch, Schillerstratze 14 und die Redaktion des »Gießener Anzeigers^__ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 30. Dezember. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.70-0.1,0, Hühnereier per St. 8—10 4, 2 St. 00—00 Enteneier 1 St. 0—0 Gänse« eiet per St. 0—00 H, Käse 1 St. 5—8 H, Kasematte 2 6t 5—6 H, Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar X 0.80—1.00, Hühner per St. X 0.90—1.00, Hahnen Per Stück X 0.80—1 20, Enten per St. X 1.80—2.20, Gänse per Pfund v* 0.50—0.65, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweine« ffeisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 64—86 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—60 Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 biS 4.50 Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per ®tr. X 5.00—5.50, Milch per Liter 16 H. Frankturter Börse vom »».^Dezember. "Wechsel auf New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult. Januar 2.30%, do. per ult. Februar 3.70%, Diskonto Kommandit per ult. Jan. 1.70%, do. per. ult. Februar 3%, Lombarden per ult. Jan. 0.75'/o, do. per ult. Febr. 1,20%. Notierungen: Kreditaktien 235.20-285-235,20,Diek.-Kommandit 193.10-30, Staatsb. 137.50-70, Gotthard 143 00, Lomb. 29 40-29-29.10, Ungar. Goldrente 97.05, Italiener 93.10, 3proz. Mexikaner 24.80, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 6%—6%. 1% bis 2% Uhr,: Kredit 235-235.20, Diskonto 193.30-10, Staatsbahn 138, Lombarden 29.10-28 70. Tabak. Im Laufe der Woche wurde infolge des Frostwetters wenig gekauft. Im Elsaß wurde in den Orten Kogenheim zu 11 bis 13 Mk. und Sermersheim zu 11 Mk. verkauft. Beide Orte haben teilweise leichte und hartverhagelte Tabake. Die neuen Herbsttabake, deren erste Fermentation jetzt zu Ende geht, haben sich gut entwickelt und sind, was reif war, in Farbe vorwärts gegangen. Die Zigarrentabake, wovon bis vor Eintritt des Frostes nur eine Kleinigkeit abgehängt wurde, befinden sich jetzt in der ersten Fermentation. Dieselben sind jedoch noch nicht umgeschlagen-, man kann sich daher über deren Entwickelung noch kein Bild machen. Es ist deshalb wirklich unbegreiflich, wenn ein Fachblatt solchen schon als sehr gut entwickelt schildert; denn der Tabak ist viel zu kräftig gewachsen. Der noch am Dache hängende Tabak dürfte durch den Frost sehr viel gewinnen, so daß er nach Eintritt gelmder Witterung abgehängt werden kann; erst dann ist man ein Urteck hierüber abzugeben in der Lage. In alten Tabaken wurde nur wenig gearbeitet. Es wurden ca. 200 Zentner 1896er Schneidtabake zu Ende 20 Mk., sowie Kleinigkeiten in entrippter Einlage und Einlagetabake gehandelt. Nach neuem, farbigen Sandblatt, sowie nach guten, farbigen Sandgrumpen ist Nachfrage, doch ist die letztere Sorte in feiner, Heller Ware nicht mehr vorhanden. In losen Pfälzer Nippen geschäftslos, lose feine und gebündelte mehr gefragt; lose seine 9,50—10 Mk., gebündelte 12 Mk. Spiritus. Spiritus verkehrte an der Berliner Börse in der Berichtswoche unter kleinen Schwankungen ruhig und notierte gestern 47,4 Mark. Primasprit hat seinen Preis nicht geändert. Das Geschäft in Rohspiritus UNd war recht ruhlg, da der fivnfum fortfährt, den Einkauf nur auf den momentanen Bedarf zu beschränken. Kohlen. Die hiesigen Lagervorräte sind vollständig aufgezehrt. Die Belieferungen im direkten Bahnverkehr ab Zeche sind mangels genügender Wagengestellung und flotter Abfuhrmöglichkeit äußerst schleppend und dürften ernsthafte Kalamitäten zu erwarten stehen. Arbetterbewegung. St. Etienne, 29. Dezember. Den letzten Meldungen aus dem Ausstandsgebiet zufolge streiken 92 Prozent der Arbecker. Dre Zahl der Ausständigen beträgt mit Einrechnung der Arbeiter aus den verwandten Industriezweigen, welche mit den Grubenarbeitern gemein- ante Sache machen 30 000 Mann. Die Centralverwaltung der Grube hat den Streikenden mitgeteilt, daß sie bereit sei, vom I. Januar bis 31. März kommenden Jahres eine Prämie von 5 Prozent Zuschlag unter der Bedingung zu bewilligen, daß die Arbeit sofort wieder ausgenommen wird. Die Arbeiter wollen sich heute darüber schlüssig machen. Z?ür die verwundeten Buren gingen bei uns ein (bis 30. Dezember): O. B. in Gießen 2 Mk, von Apothekern in der ^Stadt Mainz" 4 Mk, von den „Wanderern" auf der Wechnachtsknerpe gesammelt 16 Mk., Tischgesellschaft im „Schönhof" zu Lollar 14.05 Mk., Konsum« Vereinsmitglieder in Burkhardsfelden 2.50 Mk., vom runden Stammtisch Humanitas 6 Mk., Wingolf in Gießen 8 Mk., Ungenannt m Gteßen 3 M!., Kriegerverein Großen-Buseck 15.61 Mk., von der Wechnachtsfeter des Kriegervereins Großen-Linden 25.40 Mk., aus dem «Easö Hettler 3 Mk. Zusammen 1006 Mk. Weitere Gaben nimmt die Expedition dieses Blattes gern entgegen. Die Expedition. E . S3 3- * Ma Nr ZcUazz der Giessener Apotheken. Die unterzeichneten Apothekenbesitzer beehren sich, bekannt zu geben, dass sie vom 1. Januar 1900 an ihre Apotheken abends 9 Uhr schliessen werden. Für dringende Fälle besteht nach wie vor ein ordnungsgemässer Nachtdienst. H. Dornberger Dr. Jul. Caesar Th. Schmieder Besitzer Besitzer Besitzer der Pelikan-Apotheke. der Hirsch-Apotheke. der Univ.-Apotheke zum gold. EngeL von Grossmutter trauernden 04628 ie Beerdigung findet . Dezember, . Dezember 1899. ;ute nacht entschlief sanft na.ch kurzem Leiden im Alter Jahren unsere innigst geliebte Mutter, Schwiegermutter, 9045] Eine Partie leere PrtroleumfWr billigst abzugeben. Wo? sagt die Expedition d. Bl. Caprtalren Auf prima Objekt werden ca. 40000 Mark an erster Stelle aufzunebmen gesucht. Offerten unter Nr. 9050 an die Expedition dieses Blattes erbeten ___ 10000 Mark gegen sichere Hypothek gesucht. Offerten unter Nr. 04620 an die Ex- vedition dieses Blattes erbeten. Kapital. 8—10 000 Mark, A 41/a%, auf gutes Objekt, zweite Stelle, innerhalb Feuertaxe, gesucht. .Direkte Offerten unter „Kapital 04633" an die Exped. erbeten. 04633 Verloren 04632] Ein großes gelbes Couvert mit Papier auf d.Wege v. Bergwerk bis Gießen verloren. Abzug.bei Brocker,Neustadt 1J, I. verslijiftenes Gesangfest am Neujahrsfest, abends 5f/a Uhr, im Saale Erleugaffe 10, I. Vorträge des gemischten Chors, Quartette, Ge- dichte und Ansprachen. Eintritt 25 Pfg. (Karten im Vor- _________verkauf 20 Pfg.) 9063 Mfislhe Gummischuhe in anerkannt bester Qualität billigst bei Wilh. Herbert, Marktplatz 2. 9070] Da es mir leider nicht möglich ist, noch vor meiner Abreise von jedem meiner zahlreichen Freunde und Bekannten persönlich Abschied zu nehmen, rufe ich Allen auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl zu. Albert Wulfert, Direktor der Aktienbrauerei zu Reisewitz, Dresden. Gießen, den 20. Dezember 1899. 8959 Die Beerdigung findet Sonntag den 31. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Schiffenbergerweg 52, aus statt. Todes-Arrzeigs. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mit- < Leitung, daß unser lieber Gatte und Vater Sm Konrad Holler heute nachmittag 5 Uhr sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: jrau Christine Heller und Kinder. Bauer scher Gesangverein. Die verehrlichen Mitglieder werden gebeten, fich bei der Beerdigung des Herrn 9079 Joseph Köhler zahlreich zu beteiligen. Der Vorstand. Restaurant Westendhalle. Achs Mifcll. Bockbier. Bockwurst. Vockmufik. Es ladet ergebenst ein 9081 C. Müller. Cvang. Gottesdienste der Method. Kirche Neuenweg Nr. 9, Hinterbaus 1. Stock, Eingang Erleugaffe. Neujahrsfest 1900, abends 5*/z Uhr: Gesanggottesdienst (mit Ansprachen). — Eintritt 25 Pfg. (Karten im Vorverkauf 20 Pfg). Jedermann freundlichst willkommen. Steins Garten (Saalbau). Montag den 1. Januar 1900: Grosses Konzert ausgeführt von der 9037 Kapelle des Grossh. Hess. Inf.-Regiments Nr. 116, Kaiser Wilhelm unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan: 1. Festreveille von Golde. 2. Jubel-Ouverture von "Weber. 3. Variationen «über ein deutsches Volkslied von Böhm. 4. Einzug der Gäste a. d. Op. „Tannhäuser" von Wagner. 5. Ouvertüre z. Op. „Rienzi“ von Wagner. 6. Gold’ne Perlen (für zwei Trompeten) von Kling. Ganz allerliebst, Walzer. 8. Grosse Fantasie a. d. Op. „Lohengrin“ von Wagner. 9. Gut Treff’ Deutscher Sohützenmarsoh, von Krausse. 10. Die Trompeter des Kaisers von Eilenberg. 11. Aus vergangenen Zeiten. Historische Aiuumblätter a. d. 13. bis 19. Jahrhundert, von Böttge. 12. A. M. 103. Regts.-Kolonne Marsch des Inf.-Regte* „Kaiser Wilhelm“ No. 116. Anfang 41/? Vhr. Entree 50 Pfg« Steins Garten (Saalbau)» Sonntag den 31. Dezember 1899: Grosses Konzert ausgeführt von der 9038 Kapelle des Grossh. Hess. Inf.-Regiments Nr. 116, Kaiser Wilhelm unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfg. Waucr'scher Gesangverein. Dienstag den 2. Januar 1900: Singstunde "WE im neuen Vereinslokal (Postkeller). 9078 Der Vorstand. Kaiser-Panorama 1 Weuenöäue 1. Sonntag den 7. Januar 1900: Meder-Eröffnung der Muter-Saison 1900 mit ganz neu angefertigten Serien. Erste Serie: Per Areyfus-Prozeß in Mennes. Ein hochgeehrtes Publikum, insbesondere meine langjährigen Abonnenten,. Vereinsmitglieder, Schulvorstände, Lehrer, Schüler und Schülerinnen erlaube ich mir ganz besonders aufmerksam zu machen. Da ich keine Kosten gescheut, um stets das Neueste und Schönste zu bieten, bitte ich um gütigen wiederholten Besuch. Hochachtungsvoll ergebenst 9041 H. Schmidt, Ich.: S. Ming Wilm. Lonys Bierkeller. Am Neujahrstage: W* Große Tanzmusik. 9086 C. Kruse. Geschäftsverleging. Meiner werten Kundschaft zur gefälligen Nachricht, daß sich meine Korb- und Stuhlstechterei vom 3. Januar 9068 Neuenweg 58 "HW befindet. Achtungsvoll August Werner, Der Gesamtauflage unserer heutigen Ausgabe liegt der Bericht über die Verwaltung der Spar- und Leihkaffe Gießen im Jahre 1898 bei. 9042 Unserer heutigen Ausgabe liegt, soweit der Vorrat reicht, ein Prospekt des Lotterie-Kollekteurs Richard Brrchacker in Gießen bei. [9087 Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. heutige Wummer umfaßt 20 Seifen.