3Rf.| ®tüuberj. --___7684 "ein. ^n-ssHr- ^avtNtlung ttmig. ibloge. lobt Wien. ie«. ten* 7694 Der Vorstand. lwch. >, akeiid- 8 Aör Leib): Der Vorstand. nra Instar M 1688 ]ht-Seife. I ght-Seife. I jht-Seife. I jfit-Seife. I I Zkftmdki 1899. ssen, 3«W*«S« «■ lefterr. Stlbmmtt KW« nönitt Ufa l-Tücko milche Rmle ntlen 4256 99- 25- 85- 99- 62.- 96.- Credilb. Iboitf s- $• Srcdit SanMw Ollowane Srebltbont tzmri Niltelverr Heribional 142.- 230- 136- 112.- lli- 101.' 60 60 42.66 9880 97^ 249« ■t? 18161 2SS? 100.0; 00 00 loht 18* „tr 11 ■mW1’" fl. “• 42,v 48.00 K.V° ... i„«äSS 5 ftn** Nr. 256 Zweites Blatt Dienstag den 31 Oktober 1^99 frMtM uen4 mit ÄuiM^fw be« Bk •4«|«itr »erben bee Anzeiger »rchentttch viermal beigelegt. Gießener Anzeiger RezugapreiL Dierteljät)r(idj 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pftz. mit vringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Iwne#wt Anzeigen zu bet nachmittag» für bt» Myebe« L«ß erscheinenden Nummer bi» vor». 10 Uhr. General-Anzeiger BBe Anzeigen.8ermittlung«flegen bei In« anb «ullenb# »rhmen Anzeigen für ben «ießener Anzeiger ratyfna. Aints- uni Anzeigeblatt fiw den Tlveis Gieren. Rebettien, Expebition und Druckerei: Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktütter sür hessische Volkskunde. Abreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Englische Artillerie im Transvaalkriege. Die schwere Niederlage der Buren ist zum großen Teil durch die Ueber- legenheit der englischen Artillerie verursacht. In der Schlacht brachten die Engländer das Maxim-Automobilgeschütz zur Anwendung, das sich neben seiner Schnelligkeit im Feuer durch große Beweglichkeit auSzeichnet. Wir führen unfern Lesern eines der englischen Automobilgeschütze im Bilde vor. IU Deutsches Reich. Berlin, 28. Oktober. Der Kaiser traf heute morgen 7 Uhr 40 Minuten auf dem Potsdamer Bahnhof hier ein und begab sich unmittelbar darauf nach der Siegesallee, um die Verstümmelungen an den Denkmälern in Augenschein zu nehmen. Von 9 Uhr ab hörte der Kaiser im königlichen Schloß den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke. Um lV/2 Uhr empfing der Kaiser den türkischen Botschafter Tewfik Pascha, der sich eines Auftrages des Sultans entledigte, um U’/4 Uhr den Unterstaatssekretär Lohmann, um 12 Uhr den Hofbaurat Ihne und um 1 Uhr den Fürsten Pleß. — Eine Vorführung von Motorwagen zu Militärzwecken vor dem Kaiser hat stattgefunden. ES handelt sich um vier versuchsweise für die Beförderung des Mannschaftsgepäcks und die Eilbeförderung von Mannschaften gebaute Benzin-Motorwagen. Die Vorführung ist durch Major Madlung vom Kriegsministerium bewirkt worden. ' — Offen zur Sozialdemokratie bekannt hat sich der Pfarrer Blumhardt in dem württembergischen Bad Boll. Er erklärte damit im Geiste Christi zu handeln, der selber ein Sozialist gewesen sei. Blumhardt, der noch bei den letzten Reichstagswahlen für die Konservativen agitiert hat, will den Beweis liefern, daß sich die Religion recht wohl mit der Sozialdemokratie vertrage. — DieReichtagsersatzwahlim württembergischen Wahlkreise Eßlingen hat für die Deutsche Volkspartei mit dem Verlust des seither innegehabten Mandates geendet. Brinzinger (Demokrat) erhielt 4516, von Geß (Deutsche Partei) 4921 und Schlegel (Soz.) 6850 Stimmen. Es kommt somit zur Stichwahl zwischen dem Sozialisten und dem Nationalliberalen. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht an der Spitze ihrer heutigen Nummer einen Artikel zur Flottenfrage, in welchem die Entwickelung unserer Flotte dargelegt wird, wie sie sich durch das vom Reichstage angenommene Flottengesetz gestaltet hat. Darnach dürfte es sich für die Jahre 1901 bis 1917 um die Stapellegung von 48, oder jährlich 2,8 großen Schiffen handeln. Man wird sich der ernsten Erwägung nicht entziehen können, ob es nicht richtig ist, nach dem Jahre 1900 das bisherige Bautempo beizubehalten und jährlich auf Stapel zu setzen: 3 große Schiffe (Linienschiffe oder große Kreuzer), 3 kleine Schiffe (kleine Kreuzer, Kanonenboote oder Spezialschiffe) und eine Torpedoboot-Division. Ein derartiges Bauprogramm erscheint sehr wohl ohne neue Steuern durchführbar. Die Frage, ob eine planmäßige Verstärkung der Marine in dem angegebenen Umfange innerhalb der nächsten 16 Jahre erforderlich ist, würde zunächst zur Entscheidung gebracht werden müssen. Würde die Frage von den gesetzgebenden Faktoren des Reiches bejaht werden, so könnte der Limit-Paragraph des Flottengesetzes kein Hindernis für die weitere Entwickelung der Marine sein. — Die durch eine Abordnung der Aerztekammer erweiterte wissenschaftliche Deputation für Medizinalwesen hat in dieser Woche unter dem Vorsitze des llnterstaatssekretärs Br. v. Bartsch getagt. Wie die ..Kreuzzeitung" vernimmt, haben die Beratungen ein allseitig befriedigendes Ergebnis gehabt, sodaß die gewonnenen Resultate für die Zwecke der Verwaltung nutzbar gemacht werden. — Wie die „National-Zeitung" hört, haben die Besprechungen zwischen dem Fürsten Hohenlohe und dem StaatSsäretär Tirpitz in der Flottenfrage in Baden- Baden ein vollständiges Einvernehmen herbeigeführt, wodurch der Gang der Angelegenheit wesentlich beschleunigt werden dürfte. Die Bekanntgabe des Planes der HeereS- Verwaltung dürste unmittelbar bevorstehen. Baden-Baden, 28. Oktober. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird am nächsten Montag von hier wieder abreisen und sich direkt nach Berlin begeben. Karlsruhe, 29. Oktober. Der russische Kais er - besuch ist verschoben worden. Das Ministerium hat den Zeitungen einstweilen jede Notiz darüber untersagt. Kiel, 28. Oktober. Die „HohenzoIlern" soll am 13. November seebereit sein. Dieselbe wird für die Reise des Kaisers nach England auf Wochen ausgerüstet. Die Flotteuvorlage und die Presse. Berlin, 29. Oktober. Sämtliche Morgenblätter nehmen eingehend Stellung zu dem neuen Flottenprogramm der Regierung. Die „Post" schreibt: Wir hoffen, daß unser deutsches Volk sich den ernsten Erwägungen, welche die leitenden und verantwortlichen Kreise zu einem abermaligen Appell an den Patriotismus und die einmütige Opferwilligkeit des Vaterlandes bestimmen, nicht verschließen wird, sondern daß es die unumgänglich notwendigen Forderungen der Regierung nach reiflicher Prüfung annimmt. — Die „Kreuzztg." meint, der Reichstag sei zwar nicht formell, wohl aber der Sache nach verpflichtet, das Erforderliche zu chun, damit wir mit den übrigen Seemächten gleichen Schritt halten können, denn der Geist der Vereinbarung von 1898 verlange doch wohl, daß die Schlagfertigkeit auf der Höhe der Zeit bleiben müsse. Gehe die Regierung in diesem Sinne vor, so würden die Konservativen dafür volles Verständnis zeigen. Wie die übrigen Parteien sich im Jahre 1901 zu verhalten gedenken — denn früher treten Neuforderungen an den Reichstag schwerlich heran — darüber sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. — Die „Deutsche Tagesztg." will erst den neuen Flottenplan eingehend prüfen, und bezeichnet die Form seiner Veröffentlichung als wenig zweckmäßig. Man könne nämlich aus ihr nicht erkennen, ob es sich wirklich um Absichten der verbündeten Regierungen oder um Gedanken des Reichsmarineamts oder um irgendwelche offiziöse Stimmungsmache handle. Es werde vor allem nicht klar, ob alle diese Pläne und Möglichkeiten schon im Bundesrat erwogen sind, und dann fehle dem ganzen Plan vollkommen die Begründung, dem man mit dem größten Argwohn gegenübertreten müsse. Das Blatt hält es für ausgeschlossen, daß dieselben Herren neue Forderungen begründen werden, die das Flottengesetz s. Z. als die stärkste Bindung der Regierung bezeichneten. Sei die Begründung derart, daß eine Beschleunigung zwingend notwendig erscheint, dann werde man sich eben nicht verschließen können. Wie das Deutsche Reich und insbesondere der deutsche Mittelstand die neuen Lasten erschwingen soll, bleibe eine offene Frage. Die „Staatsbürgerztg." will erst die Frage prüfen, ob der Flottenvermehrungsplan mit der Finanzkraft des Reichs überhaupt vereinbar ist. — Die „Berliner N. Nachrichten" treten fortgesetzt für eine rasche erhebliche Verstärkung unserer Flotte ein. Ohne dieselbe würde unsere Flotte weder im Stande sein, der deutschen Friedenspolitik in überseeischen Fragen dieselbe wirksame Unterstützung zu gewähren, wie das starke Landheer, noch im Kriegsfall unsere Küsten sowie unseren überseeischen Verkehr und unsere im Ausland erwerbsthätigen Mitbürger wirksam zu schützen. — Die ..Nationalztg." sagt: Wird die Notwendigkeit einer Verstärkung der Flotte anerkannt, so muß und wird das deutsche Volk die Kosten aufbringen. Aber wie die Parteiverhältnisse liegen, muß man, indem dieser Flotteuverstärkungsplan aufgeworfen wird, zugleich mit der Eventualität einer Reichstagsauflösung rechnen, denn es läßt sich nicht vorhersehen, ob das Zentrum die seinerseits für eine Mehrheit erforderliche Stimmenzahl stellen wird. Wir hoffen es, aber es ist keineswegs sicher. Der „Börsen Courier" steht dem neuen Flottenplan sympathisch gegenüber und erklärt, wenn dessen Durchführung wirklich ohne neue Steuern ausführbar sei, so wäre allerdings der Opposition der Boden zum Teil entzogen. Die „Vossische Zeitung" zollt der Reichsregierung die Anerkennung, daß sie mit ihren Absichten nicht hinter dem Berge hält, und lobt das rührige Preßbureau des Reichs- marineamts. Das Blatt schildert alsdann eingehend die zahlreichen Wandlungen bei den Flottenforderungen und schließt mit den Worten: Und abermals in l1/, Jahren kann es heißen: Fortsetzung folgt. Das „Berliner Tageblatt" meint, der Verfasser dieser marineoffiziösen Auslassung müsse ein beneidenswertes Naturell besitzen. Er sehe alles rosenrot, und von des Gedankens Blässe erscheine er absolut nicht angekränkelt. Seine Berechnungen schwebten vollständig in der Luft, und über das Bedeckungsverfahren schweige er sich mit einer Gründlichkeit aus, die seinen sonstigen Darlegungen zu wünschen gewesen wäre. Das Blatt befürchtet, daß mit dieser publizistischen Arbeit den Flottenplänen derReichsregierung kein besonderer Vorschub geleistet worden ist. Die „Volkszeitung" schließt ihre Betrachtung wie folgt: die neue Flottenvorlage übertrifft weit alle Befürchtungen, die man um ihretwillen haben mußte. In konstitutioneller Beziehung bedeutet sie die Bankerotterklärung des Reichstages; in finanzieller Beziehung die schärfste Zu- muthuug an ein Volk, das unter dem Drucke schwerer Steuerlast schon jetzt mühsam ringt, nur in der Umklammerung des Land- und Wassermilitarismus nicht zu ersticken. Darum, wer weiten Blicks in die Zukunft sieht und an eine bessere Zeit glaubt, die dem Deutschen Volke beschieden sei, die es sich selbst aber schaffen muß, der sage mit uns: Nieder mit der Flottenvorlage! Der „Vorwärts" führt u. A. auö: Dieser neue Flottenplan, der beim Reichstag keinesfalls Annahme finden kann, weil er sich nicht zum zweiten Mal durch die Vorspiegelung einer Bindung auf Jahre hinaus düpieren lassen wird, ist zwar keine auS militärisch technischen Erwägungen, aus den Bedingungen der äußeren Politik heraus entstanden und zu erklärende Aktion, sondern offenbar nichts als eine Thal der inneren Politik, ein Miquel- sches Mittel, um durch einen Konflikt im Reich aus der unmöglichen Lage in Preußen herauszukommen. Der Kanalhandel soll in den Marinewirren sein Begräbnis finden. Die Regierung will den Konflikt. Warum sie ihn will, ist klar. Was sie aber von ihm erhofft, vermag kein Verständiger zu begreifen. Man darf nicht Wind säen, wenn man nicht so straff und stark ist, um die Ente des Sturmes ohne Lebensgefahr zu bergen und zu bewältigen. — Dem „Lokal-Anz." wird noch zu dem gestrigen Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." von sonst gut unterrichteter Seite geschrieben, daß es sich dabei um eine programmatische Kundgebung handle, mit welcher der Bundesrat in seiner Gesamtheit noch keine Gelegenheit gehabt habe, sich zu identifizieren. Es müsse sogar bezweifelt werden, daß der Reichskanzler, wenn er auch persönlich die Tendenz des Artikels durchaus billige, mit der Veröffentlichung desselben einverstanden sei, da damit die Freiheit der Entschließung des Bundesrats beinträchtigt erscheine. Noch gestern abend habe sich eine maßgebende Persönlichkeit in der Neichs- regierung dahin ausgesprochen, daß eine Marinevorlage für die Wintersession des Reichstags noch nicht in Betracht komme. Da man sich indes auf allen Seiten der Ueber- zeugung nicht verschließen könne, daß im Flottenbau ein beschleunigtes Tempo eingeschlagen und auch der Sollbestand der Schiffe erheblich vergrößert werden müsse, damit Deutschland zu der erforderlichen Seegeltung gelange, so habe man wohl in dieser Art des Vorgehens keine Quelle zu weiter- gehenden Differenzen unter den verbündeten Regierungen zu erblicken. Diese könnten sich nur auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung beziehen, da über den Inhalt des neuen Flottenprogramms an den beteiligten Stellen Einigkeit herrsche. Ausland. Wien, 28. Oktober. Eine Pariser Meldung der „Pol. Korr." versichert, daß die französische Regierung in die Transvaalfrage nicht einzugreifen beabsichtige, daß zwischen Delcasso und Murawiew in dieser Angelegenheit nicht verhandelt wurde, und daß infolge der Haltung Deutschlands (!) auch keine andere euro- päische Macht dazwischenzutreten plane. Wien,29. Oktober. Die jüdisch-nationalen Studentenverbindungen „Kadima", „Joria" und „Unitas" überfielen gestern Nacht, angeblich infolge politischer Differenzen, die deutsch-akademische Studentenvereinigung „He- done", nachdem diese ihre Eröffnungskneipe beendet hatte. Sämtliche Mitglieder der „Hedone" erlitten Verletzungen, darunter zwei solche schwerer Art. Die Polizei verhaftete mehrere Studenten. Wien, 28. Oktober. Das Parlament nahm ohne besondere Zwischenfälle die Delegationswahlen für das Parlament vor. Nur die Schönerianer protestierten. Die Ansetzung der- Delegations-Wahlen auf die heutige Tagesordnung erfolgte, wie nunmehr bekannt wird, auf telegraphischen Wunsch des Kaisers. Wien, 29. Oktober. Graf Clary wird, wie verlautet, bei der Debatte über die Aufhebung des § 1 4, die Erklärung abgeben, daß die Regierung jeden Mißbrauch dieses Paragraphen unterlassen wird. Wiek, 28. Oktober. Aus Anlaß der Delegation s- wah len hat der Jungczechenklub beschlossen, mit dem böhmischen Großgrundbesitz und den deutschen Abgeordneten ein Kompromiß einzugehen. Paris, 29. Oktober. Ein hervorragendes Mitglied des Pariser Magistrats hat einen seiner Kollegen wegen Betruges angezeigt, weil derselbe Wechsel im Werte von 75,000 Franks unter dem Namen seines Freundes tu Umlauf gesetzt hatte. Der Angeklagte hat ein vollständiges Geständnis abgelegt. Paris, 28. Oktober. „Journal de Paris" glaubt versichern zu können, daß mehrere russische Kreuzer die französischen Kriegsschiffe nach Südafrika begleiten werden. Paris, 28. Oktober. Der „Gaulois" meldet, daß der Kriegsminister weitere Dekrete zur Amtsentsetzung von etwa 20 Divisions- und Brigadekommandeuren unterzeichnet hat. Dieselben sind wegen der Opposition, welche die Entsetzung der beiden Generale Hervö und Giovanelli hervorgerufen hat, bisher noch nicht veröffentlicht worden. Paris, 28. Oktober. Die Blätter haben mit Befriedigung hervor, daß die deutsche Regierung bei den großen Schiffahrs-Gesellschaften in Hamburg und Bremen vorstellig geworden ist, nicht nur in Gibraltar, sondern auch in Algier anzulaufen. Es handelt sich um die Schiffe, welche zwischen New-Aork und Genua verkehren. Ferner wird mit Freuden betont, daß die großen deutschen Kohlen-Firmen die Mitteilung erhalten haben, ihre Kohlenvorräte von Malta nach Algier zu verlegen, um die deutschen Schiffe daselbst mit Kohlen zu versorgen. Paris, 28. Oktober. Graf Murawiew ist von hier nach Darmstadt abgereist. London, 29. Oktober. Die „New-Aork World" hat folgendes Telegramm an Chamberlain gesandt: „Mac Kinley hat gestern eine Delegation von 104 Senatoren, 71 Bürgermeistern, 44 Gerichtshofspräsidenten usw. empfangen, welche ihn ersuchten, England seine freundschaftlichen Dienste anzubieten, um dem Blutvergießen in Südafrika ein Ende zu machen. Die „New-Aork World", getrieben von demselben Gefühle, wie zur Zeit des Venezulanischen Streites, schließt sich dieser Delegation an und fragt, ob das Anerbieten seitens des Präsidenten der Vereinigten Staaten von der englischen Regierung als freundschaftlicher Akt angesehen werden würde! Chamberlain empfing gestern morgen dieses Telegramm mit bezahlter Rückantwort. Falls England diesen Schritt nicht Übel auslegen sollte, wird, wie man glaubt, Mac Kinley sofort seine Vermittelung anbieten. London, 29. Oktober. Nach einem Telegramm aus Shefield haben die dortigen Militärwerkstätten Befehl erhalten, Tag und Nacht an der Herstellung von Geschossen und Artillerie-Munition zu arbeiten. LskÄles miw DrovmMes. A Vom Laude, 28. Oktober. Während es früher zur Seltenheit gehörte, daß bei einem Dorfe Strohhaufen aufgeschichtet wurden, kann man jetzt in der Nähe fast jeden Ortes riesige Haufen Strohes, das die Scheunen nicht zu fassen vermochten, aufgestapelt finden. Auch die Keller vermögen den Segen an Erdgewächsen nicht zu fassen. Die Räume sind mit Kartoffeln vollständig gefüllt, so daß die Dickwurzeln, Kohlraben, Rüben u. s. w. im Freien in die Erde eingcmietet werden müssen. Wenn auch hier und da noch ganze Aecker voll Kartoffeln stecken und sonstige Erdgewächse des Einerntens harren, so nähern sich doch im großen und ganzen die Feldarbeiten, begünstigt durch die trockene Witterung der letzten Wochen, ihrem Ende zu. Die Felder liegen kahl da. Diese Eintönigkeit wird schon durch das zarte, matte Ärün der Winterfrucht angenehm unterbrochen. Man sieht, neben dem Dahinwclken und Absterben erweckt neues Leben neue Hoffnungen. O Dom Lande, 29. Oktober. Nur noch wenige Tage verstreichen und in den Dörfern beginnt das allgemein übliche „Schlachten". Fette Schweine, manchmal auch Rinder, liefern den Jahresbedarf an Fleisch für die Speisekammern der ländlichen Familien. So ein Schlachttag ist besonders für die Kinder ein Festtag. Sie können kaum den Anbruch des Tages erwarten, an welchem das letzte Stündlein des Schlachttieres schlagen soll. Neugierig sehen sie zu, wie die erschrockenen, schreienden Tiere aus den Ställen gerissen und zu Boden geworfen werden bis sie, einige Augenblicke nach dem Todesstoße, ihr Leben aushauchen. Kein Wunder, daß das Brüderchen mit dem Messer auf dem Schwesterchen kniete, um es zu schlachten, wie die „Presse" meldete. Wer weiß, welches Schicksal der Nachahmungstrieb der Kinder angerichtet hätte, wenn nicht das zufällige Einschreiten Erwachsener die böse Absicht verhindert hätte. Die Zeit, in der Tausende neugieriger Menschen an die Richtstelle eilten, um sich an der Hinrichtung eines Verbrechers zu ergötzen, liegt zum Glück weit hinter uns. Möge sich dementsprechend auch der Gedanke Bahn brechen, daß Kinder nicht Zuschauer beim Töten von Tieren sein dürfen. Es ist Pflicht eines jeden Erwachsenen, insbesondere derjenigen, die für die Erziehung der Kinder verantwortlich sind, darauf bedacht zu sein, daß Kinder nicht an dem verrohenden Anblick des Tötens ihre Augen weiden- können. Wer es mit der Jugend, der Pflege guter Sitten und eines edlen Mitgefühls wohl meint, der halte Kinder beim Töten von Tieren fern. x Vom Laude, 28. Oktober. Immer noch wird alljährlich im Herbste das Obst, namentlich Aepfel, oft zum halben Preise abgesetzt, da es die Besitzer nicht verstehen, sich die richtigen Absatzgebiete zu erschließen. In der Regel brechen die Leute nur ihren eigenen Bedarf; das übrige wird geschüttelt und als Kelterobst an die Händler verkauft. Der Produzent darf jedoch nicht warten, bis der Käufer, der dann die Preise macht, aufs Land kommt, sondern er muß rechtzeitig seine Ware anbieten und seine Forderung stellen. Voraussetzung ist natürlich, daß nur beffere Sorten angepflanzt und die Früchte sorgfältig gebrochen werden. Freilich wird der einzelne wenig ausrichten können, weil er meistens nicht in der Lage ist, größere Quantitäten derselben Sorte zn liefern. Es ist vielmehr nölig, daß sich die Obstbaumzüchter zu Genossenschaften zusammenschließen und gemeinsam vorgehen. In manchen Gemeinden hat man denn auch im letzten Herbste den Versuch gemacht, und die Beteiligten sind recht gut dabei „gefahren". Ganze Waggon- ladungen ringen nach Hamburg und anderen größeren Städten N.uddeutschlands. Hier wurde der Doppelzentner feineres Tafelobst mit 16 bis 20 Mk. bezahlt. Noch vorteilhafter ist es, mit dem Versandt bis kurz vor Weihnachten zu warten. Wie von Autoritäten auf diesem Gebiete versichert wird, kann man um diese Zeit für den Zentner — natürlich muß es ausgesuchte Ware sein — oft 20 bis 25 Mk. bekommen. In anderen Obstgegenden, namentlich in Tyrol, weißt man schon längst das Obst zu den höchsten Preisen an den Mann zu bringen. Butzbach, 28. Oktober. Nach glücklich überstandener längerer schwerer Krankheit hat der allgemein hochgeachtete Herr Major Dommerich wieder die Führung unseres Bataillons übernommen. Die Bataillonsfahne, welche sich seither in der Wohnung des mit der Führung des Bataillons beauftragten Herrn Hauptmann Melchior befand, wurde gestern in die Wohnung des Herrn Bataillons-Kommandeurs verbracht. -r. Lauterbach, 28. Oktober. Zur Vorsicht beim Fuhrwerk mahnen wieder zwei Unglücksfälle, die vorgestern auf der Straße von hier nach Wernges-Udenhausen passiert sind und zwei Landwirte der genannten Orte betroffen haben. Der eine, ein Landwirt von Wernges, war auf seinem mit etwa 50 Centner Thomasmehl beladenen Wagen auf der Heimfahrt eingeschlafen, der Wagen kam bei einer steilen Stelle der Chaussee ins Laufen, und bei dem Versuch, herabzuspringen, um schnell zu hemmen, kam der Mann unter den Wagen; ein Vorderrad ging ihm überden Unterleib, das Hinterrad verletzte ihn schwer an einem Bein. Sein Zustand soll nicht unbedenklich sein. Glücklicher kam der Landwirt von Udenhausen weg. Er hatte sein drittes Pferd, das er als Vorspann benutzt hatte, an das Sattelpferd angehängt. Als er bergab etwas rascher fuhr, blieb das angehängte Pferd etwas zurück, wurde mit seinem einen Hinterfuß vom Wagenrad erfaßt und ihm der Huf zermalmt, sodaß es abgedeckt werden mußte. § Darmstadt, 29. Oktober. Zu der von uns gestern gebrachten Meldung über die Verhaftung des Oberlehrers an der Stadtmädchenschule Ehrh. Gaß können wir heute noch nachtragen, daß Vernehmungen über diese Angelegenheit schon fett Wochen stattfinden und daß der Beschuldigte den Verdacht auf einige Schüler abzuwälzen versuchte; die Schülerinnen, mit welchen G. aber die unzüchtigen Handlungen vornahm, hatten der Handarbeitslehrerin be stimmte Angaben gemacht und sich über G. beschwert, der sie Besorgungen nach seiner Wohnung machen ließ, wo er ungeniert war, da er Junggeselle ist. G. war schon seit Wochen außer Dienst, und jetzt scheinen sich hinreichende Beweise für seine Schuld ergeben zu haben. — Der Angeschuldigte stand sonst in gutem Ansehen und war allgemein geachtet; er leugnet die ihm zur Last gelegten Vergehen und giebt an, schon seit längerer Zeit an nervösen Kopf schmerzen rc. zu leiden. A Darmstadt,29. Oktober. Das russische Kaiserpaar besuchte heute mit Gefolge den Gottesdienst in der Kapelle auf der Mathildenhöhe und kehrte nach 12 Uhr wieder nach Schloß Wolfsgarten zurück. Auf der Rückreise hatte sich Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm von Hessen angeschlossen, welcher einer Einladung zur Tafel Folge leistete und im Laufe des Nachmittags wieder nach Darmstadt zurückfuhr. A Seligenstadt, 29. Oktober. Die Ehefrau eines hiesigen Landwirts wurde gestern beim Einfahren in die Hof raite von einem Wagen dermaßen gegen die Seitenwand gedrückt, daß sie einen schweren Bruch des rechten Oberschenkels erlitt. — Ein angeblicher Geschäfts reisender aus Worms logierte sich am Mittwoch in einem hiesigen Gasthause ein und verschwand gestern ohne Begleichung seiner Schuld, aber auch ohne Zurücklassung seiner Adresse. Einem Handelsmanne wußte er vor seiner Abreise unter einem geschickten Vorwande 20 Mk. zu entlocken. — Im Kartoffelgeschäft herrscht heuer in hiesiger Gegend eine ungewöhnliche Flauheit. Kartoffeln könnten zu 3 Mk. bis 3,50 Mk. in Menge abgesetzt werden, wenn sich nur Käufer finden wollten. Der reiche Kartoffel fegen anderer Gegenden, namentlich jener in unserem bisherigen Absatzgebiete, hat den diesseitigen Export bedeutend ungünstig beeinflußt. A Zellhausen, 29. Oktober. Die Fasanenjagd in den diesseitigen Revieren ist in diesem Jahre eine sehr ergiebige. Dank der vortrefflichen Witterung konnten sich die Bruten vorzüglich entwickeln. In letzterer Zeit suchte man durch böhmische Fasanen Hähne und -Hennen die Bestände unserer Waldungen zu regenerieren und erzielte damit ausgezeichnete Erfolge. — Der nahezu 4000 Quadratmeter umfassende Pfl anzgarten bei Klein-Welzheim wurde von den „Erdkrebsen" oder „Werren" trotz eifrigster Gegenbemühungen derart zerstört, daß der Garten als solcher aufgegeben werden mußte. An anderer Stelle wurde inzwischen Ersatz geschaffen. A Mainz, 29. Oktober. Bezüglich der zwischen dem Militärfiskus und der städtischen Verwaltung wegen Austausch größerer militärfiskalischer Komplexe^ hier getroffenen Vereinbarung werden den Stadtverordneten seitens der Bürgermeisterei folgende Anträge unterbreitet: 1. den vorliegenden Vertragsentwurf zu genehmigen. 2. die Bürgermeisterei zu ermächtigen, auf Grund des mit der Süddeutschen Immobilien-Gesellschaft abgeschlossenen Vereinbarungen die Bauquadrate 97, 98 und 100 anzukaufen. 3. sich damit einverstanden zu erklären, daß über dieses neue Unternehmen besondere Rechnung geführt wird. 4. die Bürgermeisterei zu ermächtigen, für die Bebauung dieses neuen Stadtteils Pläne auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbes einzuziehen." Diese Anträge werden von den Stadtverordneten unzweifelhaft angenommen werden. — Der langjährige Direktor der Rheinischen Aktienbrauerei hier, Herr M. G. Reuter, tritt am Ende dieses Monats von dieser Stelle zurück. Herr Reuter, der 21 Jahre in genannter Brauerei thätig war und nicht wenig an deren Wiederaufblühen mitgewirkt hat, zieht sich, wie wir hören, in das Privatleben zurück. Vom Rhein, 29. Oktober. Auf der Strecke Mainz- Bingcn ist der Schiffsverkehr in den letzten Tagen fast fortgesetzt unterbrochen. Etwas oberhalb Rüdesheim ist gestern der Schraubendampfer „Justicus" und der Schleppdampfer „Niederrhein", letzterer mit mehreren Anhangschiffen, auf den Grund gefahren und versperren das ganze Fahrwasser. Oberhalb wie unterhalb Rüdesheim liegen ganze Ketten von Fahrzeugen, die durch diese Sperrung des Fahrwassers unfreiwillig zum Halten gezwungen sind. Aus Rheinhessen, 29. Oktober. Bei dem diesmaligen Herbst treten in Rheinhessen zum ersten Mal die in einzelnen Gemeinden nach dem Vorbilde der Mosel und de« Rheingaues gegründeten Winzervereine in Wirksamkeit. Da wo die Kellereien bereits fertiggestellt sind, nehmen die Vereine jetzt schon die ganzen Kreszenzen ihrer Mitglieder und bezahlen dafür sofort den Lokalpreis. Bei günstigem Verkauf des Weins und Abzug aller entstandenen Unkosten wird dann den Mitgliedern nach Maßgabe ihres abgelieferten Quantums der entsprechende Mehrerlös überwiesen. Wetzlar, 28. Oktober. Der „Wetz. Anz." schreibt: Infolge eines Artikels: „Die Burgruine Kalsmunt" in der diesjährigen Ausgabe der Lahnthalzeitung und Dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen eines Gliedes der Familie von Buseck waren wir schon in einer früheren Nummer dieses Blattes in der Lage, aus dem Archiv der genannten Familie einige interessante Mitteilungen über die letzten Bewohner des Schlosses KalSmunt geben zu können. Inzwischen haben wir uns von derselben Seite das Wappen dieses im Jahre 1380 ausgestorbenen Geschlechtes beschafft. Dasselbe ist angefertigt nach einem Originalwappen an einer Urkunde vom Jahre 1305. Die Zeichnung ist sauber und genau ausgeführt, Interessenten finden diese während der nächsten Tage in dem Schaufenster der Schnitzler'schen Buchhandlung ausgelegt. Weiter wird uns bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, daß über das Reichsschloß Kalsmunt vom Oberappellationsgerichtsrat Dreudt zwei Aufsätze in dem Werk: „Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde" Band 14 und 15 erschienen seien, diesen Aufsätzen sei ein Grundriß der Burg Kalsmunt von 1609 beigelegt und seien dieselben in der Universitäts-Bibliothek in Gießen einzusehen. (Wenn dieselben auch über die Familie von Kalsmunt speziell wenig enthalten, so ist doch nachgewiesen, daß die letztere dort von 1226 bis 1355 ihren Sitz hatte, durch Heirat fiel das Schloß dann an die Familie von Buseck, die eS wiederum im Jahre 1463 erblich an Philipp Grafen von Nassau und zu Saarbrücken verkaufte.) Die Aufsätze sind nach vorhandenen Akten verfaßt und enthalten zweifello- noch manches Interessante über die Burg Kalsmunt. Erwünscht wäre cs, wenn von berufener Seite aus diesen Quellen geschöpft und das Ergebnis veröffentlicht würde. Wir sind überzeugt, daß diese verhältnißmäßig kleine Arbeit von vielen für die vaterstädtische Geschichte sich interessierenden Lesern dankbar aufgenommen würde. Schweinsberg, 28. Oktober. Angesichts der kürzlich gemeldeten günstigen Ergebnisse bei der in der Nähe von Dreihausen im Ebsdorfer Grund vorgenommenen Schürfung auf Braunkohlen dürfte es nicht uninteressant sein, darauf aufmerksam zu machen, daß vor etwa 25 bis 30 Jahren zwischen Schweinsberg und der Ohäusermühle hinter dem alten sogenannten obersten Wehr gelegentlich starker Hochwasser wiederholt größere Blöcke Braunkohlen durch die über das Wehr stürzende Wassermasse aus der Tiefe losgespült und auf einer in der Nähe befindlichen Sandbank abgelagert wurden, woselbst die Blöcke nach Ablauf des Hochwassers zu Tage kamen. Es ist nicht unmöglich, daß diese wohl sicheren Zeichen von Braunkohlenlagern bei Schweinsberg mit den jetzt bei Dreihausen gefundenen in Verbindung stehen. Vielleicht geben diese Zeilen Anlaß, auch bei Schweinsberg an der oben näher bezeichneten Stelle Bodenuntersuchungen auf Braunkohle anzustellen. Bemerkt wird, daß das erwähnte alte oberste Wehr durch die später stattgefundene Regulierung des Ohmflusses ober» SÄ' r* 1 * SU*“"'1? l(iff u«b b«J8«e 9* - § $ii Damen mim ®b«! «teil W fatale: eine ed-ck H* W-211J einHStubeutt« .MK * " 23. b. M verließen auf btt Straße von pelt. Als die Stu rourbt einer von ih geworfen, und nun e Die drei Studenten und jetzt schritt Polii Schutzmann aufioit) Harte sich W ber dränge herauszugch wart der Menge d ziehen. Als der S forderung dieselbe A er müsse ihn zur gehe sofort mit, ur her Schutzmann eint an beiden Händen m ich will dir beibrinc Bergbaubeflißene ha über die Angreifer DeutMnd? 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T Wn° >ben »te t .FSlariff 7 i« JW«. #"9en M Lalrmunt" in der chalzeitung und Dank dem n eines Gliedes der Familie in einer früheren Nummer l dem Archiv der genannten itteilungen über die letzten unt geben zu können. > erselben Seite das Wappen ebenen Geschlechtes beschafft, rimm Orig**" * i Sie Zeichimg >st f®” tuten fiiben die!-»° « Wbtv Ät t,r wird uns bei dieser w sSnstts .‘•e '^A N Sitz, die eS Ä "ÄiuW f“4 ■«Sfr** vürde- der kürz'«? er. mjc von e bei bet l« ^nontm^ r S-«° " »--"L ü : L^-Ssri "«2*r*5Ü .-•Wj ite °ltk ° rfuF terung1,(9 halb Schweinsbergs, wobei auch ein neues Wehr an anderer Stelle angelegt wurde, außer Gebrauch gesetzt und teilweise zugeschüttet worden ist. Bonn, 27. Oktober. Ein geseift. Hübsche idyllische Zustände müssen laut „B. G.-A." an der Bonner Trambahn herrschen. „Samstag nachmittag", so schreibt ein Leser, „wollte ich mit einigen Damen in den 5,40 von Mehlem abfahrenden Zug einsteigen, als wir zu unserem größten Erstaunen bemerkten, daß in einem der dort haltenden Wagen jemand — rasiert wurde; er war schon eingeseift und der Barbier schickte sich gerade an, seine Kunst auszuüben. Wer die Beteiligten waren — ob Beamte der Bahn — konnte ich wegen der Dämmerung nicht feststellen. Die Damen meiner Begleitung weigerten sich naturgemäß, in das Abteil einzusteigen, trotzdem der Schaffner uns ver- sicherte: „Steigen Sie nur ein, der schneidet Sie nicht!" — eine ebenso höfliche als geschmackvolle Zumutung!" Aachen, 27. Oktober, lieber eine Mißhandlung eines Studenten durch einen Schutzmann wird der „Köln. Ztg. von hier berichtet: In der Nacht vom 22. zum 23. d. M. verließen drei Studenten ein Cafe und wurden auf ber Straße von einem größeren Trupp Leute angerem- pclt. Als die Studenten sich die Belästigung verbaten, wurde einer von ihnen, ein Bergbaubeflissener, zu Boden geworfen, und nun entwickelte sich eine allgemeine Schlägerei. Die drei Studenten erhielten durch zwei Kollegen Hilfe, und jetzt schritt Polizei ein. Der Bergbaubeflissene, den ein Schutzmann aufforderte, die Studentenkarte abzugeben, erklärte sich dazu bereit, bat jedoch, mit ihm aus dem Gedränge herauszugehen, da es ihm gefährlich schien, in Gegenwart der Menge der Angreifer seine Brieftasche herauszu. ziehen. Als der Schutzmann auf Wiederholung seiner Aufforderung dieselbe Antwort erhielt, erklärte er dem Studenten, er müsse ihn zur Wache führen. Der Student sagte, er gehe sofort mit, und wurde auch abgeführt. Plötzlich zog der Schutzmann eine Kette hervor und fesselte den Studenten an beiden Händen mit den Worten: „Warte nur, Bürschchen, ich will dir beibringen, deutscher Student zu sein." Der Bergbaubeflissene hatte vorher verschiedentlich aus Empörung über die Angreifer ausgerufen: „Sind wir denn noch in Deutschland? Wir sind deutsche Studenten und brauchen uns so etwas nicht gefallen zu lassen." Als ihm die Fesseln angelegt wurden, sträubte er sich nicht und blieb ruhig. Auf dem Wege zur Wache gesellte sich ein mit einem Stocke versehener Zivilist dazu. Der Verhaftete wurde plötzlich zu Boden geworfen und von dem Zivilisten mit dem ^tock mißhandelt, während der Schutzmann durch Stoßen und Treten sich an der Mißhandlung beteiligte. Nach dieser Mißhandlung wurde der Verhaftete vom Schutzmann weiter zur Wache geführt. Vor der Wache nahm der Schutzmann dem Studenten die Fesseln ab und forderte ihn auf, sich das Blut aus dem Gesicht zu waschen. Der Student weigerte sich, dies zu thun. Auf der Wache wurde der Student nach Feststellung seiner Personalien entlassen. Er suchte sofort ärztliche Behandlung in einem Krankenhause, wo seine Verletzungen festgestellt wurden. Der Student hat der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Vermischtes. * Berlin, 29. Oktober. Das Große Los der PreußischenKlassenlotterieist diesmal in die Gegend von Koblenz gefallen. * Berlin, 29. Oktober. Der Kaiser hat entschieden, daß die verstümmelten Kunftdenkmäler in der Siegesallee sämtlich nur ergänzt werden sollen, damit sie als ein „Denkmal des Barbarismus" erhalten bleiben. Berlin, 29. Oktober. Der in Rio de Janeiro verhaftete Mörder Gönczi und seine Frau befinden sich bereits auf der Reise nach Hamburg. * Berlin, 29. Oktober. Die Wiederherstellung der von Vandalenhand beschädigten Standbilder der Siegesallee wird zum Teil mit bedeutenden Schwierigkeiten verbunden fein. Am leichtesten dürfte es, wie die „Freis- Ztg " hervorhebt, Professor Walther Schott mit feiner Aufgabe haben. An der von ihm geschaffenen Gruppe Albrechts des Bären ist Viter von Brandenburg der Hirtenstab, den er in der rechten Hand trägt, zertrümmert worden. Der Stab kann neu modelliert und ohne große Schwierigkeiten in die Hand der Büste eingelassen werden, so daß von einer Reparatur nichts zu merken sein wird. Be' deutend größer und schwieriger zu ersetzen sind die Schäden, die die Vandalen an der Ungerschen Gruppe Ottos I. angerichtet haben. An den beiden Büsten der Gruppe sind die Verletzungen so umfangreicher Art, daß an ein Ausbessern der Kunstwerke kaum gedacht werden kann. Man wird sich hier wohl oder übel entschließen müssen, beide Büsten neu zu modellieren. Bei den beiden übrigen Gruppen wird es möglich sein, durch Flicken die Schäden zu verdecken. Es kommt den betreffenden Bildhauern, Professoren Uphues und I. Boese, ein vor zwei Jahren erfundener patentierter Kitt zu Gute, dem eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegen alle Einflüsse der Witterung zugeschrieben wird. Andererseits würden voraussichtlich jedoch die anzusetzenden Nasen Hermann von Salzas und Eike von Nep- kows, sowie die zu ergänzenden Urkundenrollen und der Schwertgriff so störende Marken der Nachbildung zeigen, 2aß es auch hier geraten scheint, sich mit der Eventualität -einer vollständigen Neirmodellierung gleich vertrauter zu Machen. Die technischen Schwierigkeiten dafür sind insofern weniger groß, als sämtliche Gipsmodelle der Standbilder And der Büsten noch vorhanden sind. * Halle, 28. Oktober. Raffinierte Fälschungen »on Postanweisungen. Ein der Postbehörde und der Polizei der Beschreibung nach wohlbekannter, bisher aber woch nicht ergriffener junger Mensch hat sich auf die Fälschung von Postanweisungen verlegt und zwar bis jetzt stets mit Glück. Der Gauner hat in verschiedener Weise von ihm gefälschte, mit Stempeln versehene, über ganz ansehnliche Beträge lautende, an ihn unter falschem Namen adressierte Postanweisungen bet dem Aufgabepostamt einzuschmuggeln gewußt. Zumeist adressierte der Bursche die Postanweisungen nach dieser oder jener Stadt an eine bestimmte Adresse, dort erschien er, legitimierte sich durch gefälschte Papiere und erhielt das Geld anstandslos ausgezahlt. In einem Falle, wo ihm das Einschmuggeln einer gefälschten Postanweisung über einen namhaften Betrag glückte, beauftragte er ein bayrisches Bankhaus, für den Betrag Papiere zu kaufen. Nach einigen Tagen erschien er bei dem betreffenden Bankier, legitimierte sich und erhielt die Effekten und den Restbetrag in Bar. So hat er es in verschiedenen Städten, so auch in Halle getrieben, wo es der Kriminalpolizei bald geglückt wäre, ihn zu ergreifen. Der geriebene Bursche hat indessen jedenfalls Unrat gemerkt und ist unter Zurücklassung seines Koffers verschwunden. * London, 27. Oktober. Hcldenthat eines Bergmannes. Durch die Heldenthat eines Bergmannes, welche ihm selbst das Leben kostete, ist einer großen Anzahl von Bergleuten das Leben gerettet worden. In einem seit längerer Zeit verlassenen Schacht der Caj Colliery Mine in Llanelly in Schottland arbeiteten ungefähr 30 Bergleute, darunter Eduard Williams. Dieser bemerkte plötzlich, wie das Wasser in den Schacht drang und von Sekunde zu Sekunde höher stieg. Ohne seine Kaltblütigkeit auch nur einen Augenblick zu verlieren, rief er seinen Kameraden, welche 20 Meter von ihm entfernt arbeiteten, zu, sich schleunigst zu retten. Alles eilte zum Fahrstuhl, und als sich dieser eben zu heben beginnt, stürzt ein wahrer Gießbach in den Schacht, in welchem alle 20 Bergarbeiter unfehlbar ertrunken wären. Der unglückliche William», welcher zuerst an die Rettung seiner Kameraden und dann an seine eigene gedacht hatte, konnte die Förderschale nicht mehr erreichen. Am nächsten Tage fand man seine Leiche im Wasser. Die geretteten Bergleute haben beschlossen, aus Dankbarkeit ihrem Kameraden ein glänzendes Begräbnis zu veranstalten. * New York, 29. Oktober. Gestern starb an den Folgen einer Lungenentzündung Ottomar Mergenthaler, der viel gefeierte Erfinder der Setzmaschine „Linotype". Ottomar Mergenthaler war am 10. November 1854 in Duerrmentz-Mühlacker in Württemberg geboren. Von Beruf Uhrmacher, hat er nach langen Kämpfen und Versuchen zu Beginn der achtziger Jahre die erste brauchbare Zeilensetz- und Gießmaschine erfunden. Die größte Anerkennung wurde Mergenthaler zuteil, als ihm das technische Institut von Philadelphia den großen Ehrenpreis für die bedeutendste Erfindung eines Dezenniums zuerkannte. Leider war es dem genialen Manne nicht vergönnt, die Früchte feiner Erfindungsthätigkeit zu genießen; denn schon seit mehreren Jahren plagte ihn ein schweres Lungenübel, dem er jetzt erlegen ist.______________________ Kunst und Wissenschaft. Dom Heidelberger Schloß ist seit einiger Zeit der Friedrichs- bau nach der Hofseite von Gerüsten frei geworden und die herrliche Fassade erscheint jetzt vollkommen restauriert. Die Statuen, die man jetzt auf den Postamenten erblickt, sind Nachbildungen der alten aus dauerhaftem Stein; die Originale selbst werden im Schloß aufbewahrt. Die Wappen sind wiederhergestellt. Auch die Nordfassade wird in Kürze vollständig restauriert sein und der Bau wird nun im Innern hergerichtet, um die städtischen Sammlungen aufzunehmen. — Nachdem in Berlin für die preußischen technischen Hoch schulen die Doktorfrage dahin gelöst wurde, daß der Doktor-Ingenieur jur Einführung kommt, wird die Stellungnahme der übrigen Bundesstaaten zu der Frage von Interesse sein. Soviel bekannt, nimmt die bayerische Staatsregierung zunächst eine abwartende Stellung ein, vielleicht um zu sehen, wie dieser neue Doktor von der Technik ausgenommen wird. Ursprünglich ist beabsichtigt gewesen, einen Dootor rerum lech- nicarum zu schaffe», von dem man wohl sagen kann, daß er für die verschiedenen Zweige der Technik gleichmäßig gut gepaßt hätte. Bei dem Doktor-Ingenieur aber scheint letzteres nicht zuzutreffen. Für Architekten und Chemiker z. B. ist die Bezeichnung Ingenieur nicht gebräuchlich und passend. Nachdem die Verhältnisse sich so gestaltet haben, werden die Vertreter der Technik, die Industriellen u. s. w. wohl bald Gelegenheit nehmen, sich hierzu zu äußern. M. N N. Berlin, 29. Oktober. Die seit einigen Tagen vermißte Schriftstellerin Franziska Blumenreich (v. Korff-Essenthor) hat sich aus Nahrungssorgen gestern abend aus dem 4. Stock eines hiesigen Hotels auf den Hof hinabgestürzt und war sofort tot._________ Arbeiterbewegung. M.-Gladbach 27. Oktober. Der Christliche Textilarbeiterverband geht immer weiter vor. Der schon gemeldete Ausstand in der Weberei von Peltzer u. Droste ist bezeichnend für die Begehrlichkeit, die dieser Verband bei einem Teile der Arbeiterschaft geweckt hat. Diese Firma hatte schon zweimal in diesem Jahre Lohnerhöhungen bewilligt. Die Arbeiter stellten aber nochmals neue Forderungen, und wiederum zeigte sich die Firma entgegenkommend. Sie bewilligte den zehnstündigen Arbeitstag und legte eine Lohnliste vor, in der zum dritten Mal der Lohn erhöht wurde. Die Hälfte der Weber war aber noch nicht zufrieden und ist jetzt nach Ablauf der Kündigung in den Ausstand eingetreten. Da etwa 90 Weber weiterarbeiten, ist der Betrieb des Werkes nicht gestört. Seit voriger Woche befinden sich auch die Arbeiter der Weberei von Görtz, Clay u. Ko. im benachbarten Neuwerk im Ausstande; sie werden vom Christlichen Textilarbeiterverband mit Geldmitteln unterstützt. Sie hatten eine Lohnerhöhung von 10 Prozent verlangt, die von der Firma abgelehnt wurde. Bemerkenswert ist auch die Kündigung von 30 Arbeitern der Weberei von P. A. Giesen Söhne in Rheydt. Dort wurde außer Lohnerhöhung, Bildung eines Arbeiter- ausschusies und zehnstündiger Arbeitszeit auch die Freigabe mehrerer nichtgesetzlicher katholischer Feiertage verlangt. Bisher ist an diesen Tagen im hiesigen Bezirk wohl allgemein gearbeitet worden. Der Christliche Textilarbeiterverband scheint nun bei dieser Weberei den Hebel ansetzen zu wollen, um auch auf diesem Gebiete „Erfolge" zu erringen. In Rheydt hat sich jetzt auch ein Zweigverein des Webermeistcrverbandes gebildet, der jüngst in M.-Gladbach gegründet wurde. Die Erkenntnis bringt jetzt in immer größere Kreise, da der ganzen Bewegung gegenüber nur eine geschlossen auftretende Vereinigung der Fabrikanten etwas ausrichten kann. Solange diese nicht zustande gekommen ist, werden die Forderungen der Arbeiter stetig zunehmen. Wenn dec Kreislauf einer Forderung durch alle Fabriken beendigt ist, wird eine neue Forderung aufgestellt, die dann wiederum ihren Kreislauf antritt. Das ist die Taktik des Christlichen Textilarbeiterverbandes, der bei der Uneinigkeit der Fabrikanten bisher nur Erfolge erzielt hat, und dem deshalb der Kamm stark geschwollen ist. Leipzig, 28. Oktober. Von den 400 Schaffnern und Wagenführern der elektrischen Straßenbahn, die bis heute früh ausständig waren, haben 150 heute mittag den Dienst wieder ausgenommen, 'ohne daß die Forderungen bewilligt wurden. Die vollständige Niederlage der Streikenden darf als sicher angesehen werden. Pari-, 28. Oktober. Wegen Entlassung von 12 Arbeitern ist neuerdings in Creuzot eine Streikbewegung im Anzuge Kirchliche Nachrichten. Svangeltfche Gemerude. Montag den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanncsklrche. Text: Apostelgeschichte 6. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Dienstag den 31. Oktober. Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil- Beichte. Mittwoch den 1. November. Allerheiligen. Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe; vor und in deftelben Austeilung der heil. Communion; Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil. Meffe; Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 9‘/e Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5 Uhr: Predigt; darauf Rosenkranzandacht mit Segen. Nach der Andacht und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur Donnerstag den 2 November. Allerseelen. Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe; vor und in derselben Austeilung der heil. Communion. , um 8 Uhr:- Seelenamt für alle Verstorbenen der Pfarrei; in demselben Austeilung der hl. Communion. Nachmittags um 6*/, Uhr: Rosenkranz-Andacht mit Segen. Schluß _____________des Rosenkranzgebetes.________________________________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. 28 Oktbr. FruÄtorer,«. »tiefen Jb 1552—1560 Korn 15,70—16.00, Gerstel 15,16-15 00, Hafers 13,24-13 50 Erbsen 19,00-00,00, Lws-n 00,00—00,00, Wick^ X 00,00 Leiv 00,00, rr- tvffils .* 0,00—0,' 0, Sir-ren Jb 19,00—00,00. Frankfurter Börse vem 86. Oktober. Wechsel auf New-York zu 4.19%-20%. Prämien auf Kredit per ult. November 2.107, do. per ult. Dez. 3.50%, Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.70®/ , do. per ult. Dez. 2.75%, Lombarden per ult. Nov. 0.75%, do. per ult. Dez. 1.40%. Notierungen: Kreditaktien 232.20-70, Diskonto - Kommandit 192.20-30, Staatsbahn 141-142.20. Gotthard 142.60, Lombarden 32, Ungar. Goldrente 97.50, Italiener 92.70, 6prozentigo Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.80, Gestern Coupons 84%, Amerik. Coupons —, Privat-Diskont 5%6 /0 G. 1% bis 2% Uhr: Kredit 232.50-20. Diskonto Kommandit 192.30-192, Staatsbahn 142.20-142, Lombarden 32.—, Harpener 198-188.80. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Hutfabrikant Max Kirsch, Berlin; Kaufmann Heinrich Wollner, Beuthen (O.-S.); Zigarrenhändler Otto Weiasing, Braunschweig; Zigarrenfabrikant Theodor Nendel, Chemnitz; Müller Peter Stoufflet, Gänglingen (Falkenberg); Schuhmacher Peter Knn- dolf, Klein-Rosseln (Forbach); Kalkbrenner Jul. Schadebrodt, Milow a. H. (Genthin); Fleischer Bruno Äug. Dorgerloh, Gera; Nachlass des Propstes Wladisl. v. Gorski, Costyn; Buntpapierfabrik Neuer & Co, Lelpzig-Lindenau; Schuhmacher Heinrich Kranz, Lüchow; Georg und Joh. Kraus, Hochhausen (Mosbach); Bauunternehmer Theodor Noack und Ludwig Voss, Neunkirchen; Handelsmann Isaak Löwenstein, Echzell (Nidda); Hafner Joh. Röder, Nürnberg; Mehlhändler Karl Grass, Burgheim (Oberehnheim); Bauunternehmer Adam Göckes II., Neu-Isenburg (Offenbach a. M.); Nachlass des Steinbruchpächters Ludwig Anton ßelomctti, Osterode (Harz); Nachlass des Maurers Wilhelm Brunow, Kotzen (Rathenow); Handelsmann Math. Käppeler, Hunderfingen (Riedlingen); Bilderhändler Max Emil Schubert, Schneeberg; Schumacher Job. Polowczyk, Schroda; Handelsfrau Wilhelm Irrgang, Spremberg, (Lausitz); Maler Albert Albrecht, Strassburg i. E.; Unternehmer Felix Bär, Ueckermünde; Landwirt Blas, Bächle, Aisperg (Waldshut); Schmied Gebh. Tröndle, Bannholz (Waldshut). Die Baumwollweberei Kägi in Bauma (Schweiz) hat infolge grosser Verloste bei der zahlungsunfähigen Baumwoll- Agentur Schmid & Berchtold ihre. Zahlungen eingestellt. Die Schulden dieser letztem betragen etwa 2% Million Franken. Es soll eine Vereinbarung getroffen werden, wonach die Gläubiger 40 Proz. Deckung erhalten. Ueber die Firma Neuer & Co. in Leipzig ist heute amtlich der Konkurs verhängt worden. Neuer sind äusser den Wechselschwindeleien im Betrage von 600 000 Mark weitere Betrugsfälle nachgewiesen. Die Gesamthohe der Verpflichtungen beträgt eine Million. Es steht der Sturz weiterer Geschäftshäuser bevor. SpichlM der ntrtmijftn Zrmkfmkr StEHenter. Opernhaus. Dienstag, den 31. Oktober, */,7 Uhr: Einmaliges Gastspiel deS Herrn van Rooy: „Walküre", „Brünhilde": Frau Cäcilie Mohor. Auß. Ab. Gr. Pr. Mittwoch, ). November: Geschlossen. Donnerstag, 2. November, 7 Uhr: „Maskenball". Im Ab. Gew. Pr. Freitag, 3. November: Geschlossen. Samstag, 4 November, %7 Uhr- Neu emstudiert: „Das goldene Kreuz", hierauf zum erstenmale: „Vergißmeinnicht", Tanzmärchen in 1 Akt (3 Bildern) von H. Regel und Otto Thieme, Musik von Richard Goldberger. Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, 5. November, 3% Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Gasparone". Auß. Ab. 7 Uhr: „Hernani", hieraus zum erstenmale wiederholt: „Vergißmeinnicht". Im Ab. Gr. Pr. Montag, 6. November, %8 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Fledermaus". Außer Ab. Schauspielhaus. Dienstag, den 31. Oktober: „Heimat". Im Abon. Gew. Pr- Mittwoch, 1. November, 7 Uhr: „Torquato Tasso". Im Ab. Gew. Pr. Donnerstag, 2. November, 7 Uhr: Abonnements-Vorstellung für einen ausgef. Mittwoch: „Heimat". Im Ab. Gew. Pr. Freitag, 3. November 7 Uhr: „Als ich wiederkam". Im Ab. Gew. Pr. Samstag, 4. November 7 Uhr: Zum erstenmale: „Ein wahrhaft guter Mensch" von Otto Erich Hartleben. Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, 5.sllovember, 3% Uhr: Vorst, bei kleinen Preisen: „Veilchenfresfer". Auß. Ab 7 Uhr zum erstenmale wiederholt: „Ein wahrhaft guter Mensch". Im Ab. Gew. Pr. Montag, 6. November, 7 Uhr: „Narciß". Im Ab. Gew. Pr.________________________________ Zlnverantwortticher Leichtsinn ist es, wenn man Unregelmäßigkeiten in der Verdauung verspürt und nicht sofort Schritte zur Hebung derselben thut. Durch diese Verzögerung kann man sich leicht ein unter Umständen lange anhaltendes Uebel zuziehen, das erst nach erheblichen Geldopfern und vielen Quälereien gehoben werden kann, oft auch nicht. Es sei deshalb darauf aufmerksam gemacht, daß der leicht verdauliche und auch dem schwächsten Magen bekömmliche Hausens Kasseler Hafer-Kakao (nur echt in blauen Kartons mit 27 Würfeln für Mk 1,— — 40 bis 50 Tassen) von den hervorragendsten Aerzten bei Magen- und Darmerkrankungen körperlicher Schwäche, Blutarmut rc. als gediegenes, kräftigendes Getränk empfohlen und verordnet wird. 5901 zu vermieten. 03804 mit 13 Stimmen. n n w Zeil 23. b) aus der Zahl der Arbeiter Stimmen R Gikßeo. 7655 u Be IranKfurterstraße 24 7299 7673 8 und Wilh. Wagner, Bismarckstrasse 8. 7674 zu vermieten. Geltersweg 9. Wendjs Giebt den Speisen einen 767» a 5 »7. 4 5 100. 100. 209.50 211.50 WWMtWl Verschltdtnes MAGGI ¥ Mietpeluche (Mene stellen Uermietnngen Fttlleil-Gkluche Comsbericht von Conrad Pietz, Bankgeschäft, Gießen, Schulstraße 10 BerantworNicher : H. Koegler. — Druck und i (Pietsch Erben) in Gießen. r 239 239 239 239 239 239 239 239 239 238 238 236 96.— 94.— w n 13 13 13 13 13 13 12 12 12 12 12 N W H R 39.40 48.— 5 4 8 5 8 4 37» 87, 4 87. 4 87. 87, n H N K n 4 4 47, 161 40 114.30 143.10 281.50 4 8 4 47. 4 4 5 37. 3 4 5 3 27. 3 96.10 85.80 97.Su 4 87, 4 4 47, zrrm Würzen der Suppen, 96.— 94.— 99.40 98.85 36 40 24.90 96.50 99.05 96.80 60.10 61.60 98.50 Christian Petersen, Schneider Johannes Rudolph, Cigarrenmacher von Wieseck Johann Schäfer, Lackierer von Steinberg Gustav Holtberg, Brauer Paul Kretzig, Tapezier Adolf Hensel, Schriftsetzer 1. Heinrich Baum, Glaser 2. August Bock, Drechsler 3. Georg Dahmer, Spengler 4. Heinrich Männche, Schreiner 5. Gustav Krüger, Eisendreher 6. Wilhelm Laucht, Maurer von Gleiberg Karl Busch, Ofenputzer C. A. Faber, Spenglermetster Jakob Henn, Tapezier Jean Kirch, Restaurateur Heinrich Winn, Maurermeister 1. Louis Emmeliu», Fabrikant 2. Gustav Gerhardt, Friseur 3. Friedrich Hennings, Bäckermeister 4. Heinrich Leib, Schneidermeister 5. E. H. Müller, Schreinermeister 6. Ludwig Pirr, Metzgermeister 7. Karl Stohr I, Schlossermeister mit « n binnen eines Behörde vor- 187.— 399.50 118.50 252.90 194.70 196 10 137.— 399.— 118.70 254.70 195.50 197 50 155.50 164.— 146 80 204.30 115.— 155.— 163.50 147.10 202.90 115.20 191.40 162.— 114.— 143 50 228 20 sucht im Haushalt 97.95 89.— 97.70 89.— 96.- 96.60 Gebild. Fräulein, mit flotter, geläuf. Handschrift, Buchführung, Stenographie u. Korrespondenz mächtig, sucht bei bescheid. Ansprüchen Stelle als Buchhalterin oder Kassiererin, geht auch im Laden. Per sof. oder 1. Nov. Offerten unter Nr. 03841 an die Expedition d. BI. erbeten. tüchtige, gebildete Dame, Mitte 40, in Hessen oder Nachbarland, in ruhiger, gebildeter Familie. Betreffende würde sich gerne im Haushalt nützlich machen und kleine Pension zahlen. Anerbieten erbeten unter F. 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