Lehrer an Gymnasien, Realschulen, Volksschulen, Aerzte, Pfarrer, Kaufleute u. s. w., Männer, die durch ihren Beruf den zu beeinflussenden Kreisen schon näherstehen, und deshalb sich dem Verständnis derselben leicht anpassen können. Nun müßte das, was in einzelnen Gemeinden geschehen, der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, jede Schranke müßte fallen, ein Kreis von solchen sich bilden, die ein warmes Herz für unser Volk haben und von der Notwendigkeit weiter auszudehnender Volksbildung durchdrungen sind. Wo derartige Veranstaltungen bereits vorhanden waren, müßte man weiterbauen, weitherziger und opferwilliger werden, die Wollenden nicht durch Erhebung von Eintrittsgeld abschrecken, nicht erwarten, daß die großmütig ausgestreckte Hand von allen sofort ergriffen werde, sondern das Interesse wecken, mit freundlich-liebevoller Geduld heranziehen und festhalten, fesselnd darstellen, und womöglich stets Gelegenheit zu Besprechungen des Gehörten beten. Alle Mittel der Veranschaulichung wären mit Sorgfalt anzuwenden, wie Modelle, Präparate, Skioptikon, Karten, auch deklamatorische und ähnliche Einschübe, wie sie Oberpfarrer Dr. Luther für seine „deutschen Volksabende" empsiehlt. Für Leute, die sich tagsüber müde gearbeitet haben, oder die nicht die Fähigkeit oder Gewöhnung besitzen, längeren Auseinandersetzungen zu folgen, sind solche Hilfsmittel außerordentlich erwünscht, ja notwendig. , Staat und Gemeinden würden im Hinblick aus den Segen ausgedehnterer Bildung für die Gesamtheit mit der Gewährung erforderlicher Mittel nicht zurückstehen. In der Stadt wird man stets geeignete Kräfte zur Verfügung haben, es gilt nur, sie heranzuziehen und für den hohen Zweck zu erwärmen; ein wohldurchdachter Plan wird den einzelnen aufeinander folgenden Darbietungen zu gründe gelegt, damit sie ein einheitliches Ganze, etnen „Kurs bilden. Auf dem Lande sind schon seit langen Jahren einzelne Pfarrer und Lehrer thätig, um außerhalb ihres Berufes, besonders auch unter Fabrikbevölkerung, „Bildung" zu verbreiten, und durch zweckmäßige Vereinigung kann der beabsichtigte Segen einem größeren Kreis von Gemeinden zu teil werden. Es kann den einzelnen nicht schwer fallen, wenn ihnen nur der gute Wille eignet, sich in eine Materie so einzuurbeiten, daß sie dieselbe ihrem Hörerkreis faßlich darbieten. Ein bejahrter Geistlicher hat so die Bestimmungen des Gesetzes über Jnvaliditäts- und Altersversicherung, noch bevor dasselbe in Kraft trat, den Knechten seiner Gemeinde in einer Weise klargelegt, daß sie nicht in das allgemeine Raisonnement einstimmten, da sie „aufgeklärt" waren. Andere haben neben geschichtlichen und naturkundlichen besonders gesundheitliche Fragen behandelt, wie den Einfluß der Luft und des Wassers auf den menschlichen Körper, Ernährung, Blutkreislauf, die erste Hilfe in Unglücksfällen, und der Erfolg war bei vielen Hörern sicht- und fühlbar. Doch man wird entgegnen, auf solche Weise käme wahre Bildung nicht zu stände, man enthalte das Ganze vor! Zugegeben, daß Vorträge oben geschilderter Art nicht in allen Stücken auf der Höhe der „Wissenschaft" stehen, ist das ein zu großer Schaden, so bessere man ihn aus! Es giebt doch wohl Wege, denjenigen Kräften, die sich in den unmittelbaren Dienst des „Volkes" stellen, die neuesten Forschungen, soweit sie zweckdienlich, in geeigneter Weise zugänglich zu machen. Besondere Kurse für die oben erwähnten Lehrer des Volkes, gehalten von Universitätsdozenten, und Zeitschriften, welche Material aus sachkundiger Hand darbieten, würden die Sache aufs wirksamste fördern. Die „Wissenschaft" biete das lautere Gold dar, die Hände finden sich, welche das Edelmetall in Münzen umprägen und dem Volke vermitteln, das jenes nur m dieser Gestalt zu Verwerter vermag. B. S. ' da. ZVL l (tt 628- » hatten, in“ 32587 hWgetränk. Ne bei dm MWraßeH, tt-rsweg 24. Etplah 21. ueuöäue. erßraßel. andgasse. e 7, ieT naschmen 6169 Um,Reithoffer's l1ur In Spritzflasche. S 6 ium-Mel IN. ige» K Z ■5 1 * S * 0 ff N S ? HUF III Spritzflasche. Insekt, welches Mittel in Leimt, schnell und jetödtet wird; diese Spezialität Kitteln, welche , sondern blos entschieden vor- 5012 Flasche Insekten- ,e Gommispritze iich durch diese e praktische Er- D» an der Spitze kauft daher von getzl. geschützten ritzflasche. lasche iMk. Lieb« SS- ander-- rvs 19-, Donnerstag den 31. August Nr. 204 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-H-in^eiger Aintr» unh Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. monatlich 75 Pft mit vrmgerloh«. pqnflaprda oirrtUjädrlich Inaikvt Anzeigen zu der nichintNagr für tat tat erscheinenden Nummer W i»r«. 16 Uhr. LLe Lnjeigen-Bermittlung-ftellm M In» und Simast-ix nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entge^v. Bei Postbezug R Mark 50 Pf.-. >iertetjährtich eil »v«n»hm« de« »•ntagf. Die Gießener »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegi. Gratisdrilagen: Gießenrr Familienblätter, Ker hessische Kandwirt, Klütter für hessische UalKsKunde. RtMtien, Expedition und Druckerei: Achnlßraße Ar. 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger chteß«r Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Gießen, den 26. August 1899. Betreffend: Den direkten Einkauf der Bedürfnisse der Heeres- Verwaltung an Naturalien von den Produzenten. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießeu /, Liter (Schoppenglas) ausgehändigt oder übersandt wird. Das Proviantamt (die Konservenfabrik) giebt dann mündlich oder schriftlich Auskunft über den Preis und erteilt sonstige gewünschte Aufklärungen kostenlos. Eine vorherige Mitteilung ist auch erwünscht, wenn die Lieferung größerer Heu- und Strohmengen beabsichtigt wird. Solche, vorher mündlich oder schriftlich nach Probe oder Muster oder nach Beschaffenheit vereinbarte Lieferungen sind bis längstens einen Monat nach dem Tage des Abschlusses auszuführen. Die Naturalien haben die Verkäufer frei bis an das Magazin zu liefern; das Abbringen (Abladen, Abgabeln) i n den Lagerraum besorgen Arbeiter des Proviantamts (der Konservenfabrik). Zur schnellen Abfertigung wird es wesentlich beitragen, wenn Getreide und Hülsenfrüchte zu einem gleichmäßigen Gewicht aufgesackt sind. 5. Erleichterungen, welche die Proviantämter den Verkäufern gewähren. a) Wenn bei größeren Entfernungen die Zusendung des Naturals mit der Eisenbahn erfolgen muß, kann das Proviantamt auf Wunsch der Verkäufer die Abfuhr des Naturals vermitteln, sowie die Eisenbahnfrachtkosten und die Kosten der Abfuhr vom Bahnhof zum Magazin verauslagen. b) Landwirten können Säcke leihweise überlassen werden, wenn sie bereit und in der Lage sind, für etwaige Beschädigungen und Verluste aufzukommen. Die geliehenen Säcke dürfen jedoch nur für die Lieferung an das Proviantamt verwendet werden. c) Wenn in Ausnahmefällen, namentlich infolge von Mißernten, das Getreide das vorgeschriebene Mindestgewicht nicht völlig besitzt, sonst aber preiswert ist, kann auch solches Getreide angenommen werden. ä) Hülsenfrüchte können durch Magazinarbeiterinnen ver- i lesen werden, wenn die Lieferer die dadurch entstehenden Taglohnkosten tragen, und das Ausgelesene zurücknehmen wollen. Gleichzeitig wird bemerkt, daß Landwirte, welche an das Proviantamt Mainz Naturalien liefern, Gelegenheit haben, von demselben ihren Bedarf an Roggenkleie aus freier Hand zu kaufen. lieber die Höhe des Preises giebt das genannte Amt Auskunft. 6. Gewichtsfeststellung und Abnahme. Das Gewicht von Getreide und Hülsensrüchten, sowie I von Heu und Stroh wird auf Dezimal- oder Centesimal- wagen stets in Gegenwart eines oberen Proviantamtsbe- I amten kostenlos festgestellt. Gewichtsabzüge von Natural I (Ausschlag) werden nicht gemacht. Der Verkäufer soll bei der Gewichtsermittelung mög- I uchst zugegen sein oder sich vertreten lassen. Bezweifelt Verkäufer die Richtigkeit der Wage, so muß eine vergleichende I Verwiegung auf einer anderen Wage stattfinden. Ein nachträglicher Einspruch gegen die Richtigkeit des festgestellten Gewichts ist ausgeschlossen. 7. Bezahlung. Als Preise dienen die laufenden örtlichen Marktpreise I und zwar erfolgt die Bezahlung an den einzelnen Ankaufs- I tagen bis zu den zur Zeit des Abschlusses amtlich bekannten letzten höchsten Marktpreisen je nach der Güte des Naturals I und sofort nach erfolgter Abnahme. Ist bei größeren Lieferungen der Preis vorher besonders vereinbart, dann findet Bezahlung erst nach Ein- I lreferung der Gesamtmenge statt. Auf Wunsch erhält der Verkäufer aber auf Teillieferungen Abschlagszahlungen bis zu 4/5 ihres Ankaufswertes. Zahlungen können auf Wunsch auch mittelst Postanweisung geleistet werden. Heber die erhaltenen Zahlungen stellen die Verkäufer Quittungen aus, zu welchen Formulare ausgehändigt werden, I während ihnen von dem Proviantamt Bescheinigungen über I Menge des gelieferten Naturals und Höhe des erhaltenen Geldbetrags erteilt werden. 8. Beschaffenheit der Naturalien. Für die Beschaffenheit der Naturalien dient Folgendes I zum Anhalt: ° b Bekanntmachung, betr.: Die Aufnahme des Besitzstandes zur Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. Montag den 28. ds. Mts. wird mit der Vermessung der einzelnen Grundstücke in der Flur IT, und zwar Gewann „Am Steinweg", durch den Großh. Feldbereinigungsgeometer Ludwig und dessen Geometerpersonal begonnen. Die betr. Grundbesitzer werden ersucht, dieser Messung beizuwohnen und zugleich eingeladen, die vorhandenen Parzellengrenzsteine vorschriftsmäßig aufzuräumen und kenntlich zu machen und da, wo Parzellengrenzsteine gänzlich fehlen, die Grenzpunkte in Uebereinkunft mit dem Neben- läger durch dauerhafte Pfühle von der vorgeschriebenen Große zu bezeichnen. Werden diese Grenzen nicht auf solche Weise bezeichnet, so ist der Geometer genötigt, nach dem gegenwärtigen Besitzstände aufzunehmen und haben sich alsdann die Grundbesitzer alle dadurch entstehenden Nachteile zuzuschreiben. Eine weitere Bekanntmachung im Kreisblatt hierüber erfolgt nicht, dagegen wird der jeweilige Vermessungsbezirk durch Anschlag im Publikationskasten an der Großh. Bürgermeisterei zu Daubringen bekannt gegeben. Friedberg, 25. August 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär. Süffert, Kreisamtmann. Deutsches Keich. Berlin, 29. August. Der Kaiser und die Stadt Marienburg. Im Auftrage des Kaisers weilt gegenwärtig der Oberpräsident von Westpreußen, Staatsminister Or. v. Goßler, in Marienburg, um mit den dortigem Behörden Beratungen über Maßnahmen für den Wiederaufbau des abgebrannten Stadtviertels zu pflegen. Wie die „Tgl. Rdsch." erfährt, ist es des Kaisers sehnlichster Wunsch, den emgeäscherten Stadtteil möglichst wieder in der ursprünglichen Form hergestellt zu sehen. Das Feuer ver- I dichtete bekanntlich auch Gebäude, die aus der Ordenszeit I stammten und eine ganz eigenartige bauliche Gestaltung auf« I Jollen, die zahlreichen Bau und Kunstschülern zum Studium I oicnte- Für den Wiederaufbau hat der Kaiser einen größeren Betrag in Aussicht gestellt. Jßetlin, 29. August. Wie das „Berliner Tageblatt"' von angeblich gut unterrichteter Seite vernimmt, hat die Frage des Rücktritts des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in den jüngsten Tagen zur Diskussion gestanden. Die Angelegenheit sei in dem Sinne entschieden worden, bafc. Fürst Hohenlohe im Amte verbleibe. Berlin, 29. August. Das Herrenh aus hat in seiner heutigen Sitzung den Entwurf des Einführungsgesetzes zum. bürgerlichen Gesetzbuch nach der vom Abgeordnetenhaus^ I abgeänderten Form angenommen. . Se?Iin' August. Das Panzerschiff „Aegir" ist, wie ?.?* ^meldet wird, vergangene Nacht mit einem enq- lischen Dampfer zusam menge stoßen, dessen Bug beschädigt wurde. Der Dampfer ist nach Rostock zurückgegangen. 0 Berlin, 29. August. Ein neuer Streik der Bau- a rAe 1* cm ^ute ausgebrochen. Die Akkordarbeiter sind nut dem Resultat der Verhandlungen mit dem Arbeitaeber- bunde des Baugewerbes nicht zufriedengestellt. Sie haben heute an verschiedenen Stellen die Arbeit niederqelegt und verlangen eine Erhöhung der Löhne um 10 bis 15 Prozent. Der Ausstand umfaßt bis jetzt ca. 150 Mann. Doch befurchtet man eine weitere Ausdehnung. — Apotheker und Drogist. Von grundsätzlicher Bedeutung ist ein Prozeß, der in voriger Woche vor dem Schöffengericht in Spandau stattfand.' Der Apotheker L. Fahrenkrug in Spandau, Inhaber eines Drogengeschäfts, war beschuldigt, unbefugt den Titel „Apotheker" angenommen und Geheimmittel, nämlich Katarrh-Bonbons, angepriesen zu haben. Er hatte tn den Zeitungen „Apotheker L. Fahrenkrugs Katarrh-Bonbons gegen Husten und Heiserkeit rc." empfohlen. Der Kreisphysikus in Spandau, Dr. Jänicke, begutachtete, Personen, wenngleich sie Apotheker sind, dursten diesen Titel bei Anpreisungen nicht führen, sobald sie nicht gleichzeitig auch Apothekenbesitzer sind. (!) Ferner mußten Mittel, die gegen verschiedene Krankheiten empfohlen werden und deren Bestandteile in der Veröffentlichung nicht mit angegeben sind, als Geheimmittel angesehen werden. Das Schöffengericht erachtete den Angeklagten für schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe. Der Angeklagte wird gegen diese Entscheidung den Instanzenweg beschreiten. . — Militärisches. Die „N. Bad. Landesztg." erfahrt aus Tübingen: Kürzlich traf hier eine Abteilung Militär-Radfahrer, 2 Offiziere und 60 Mann, von Straßburg ein. Die Abteilung bildet während der Kaisermanöver emen Verband für sich und ist dem 13. (württemb.) Armeekorps zugeteilt. Es soll sich bei den diesjährigen Kaiser- manövern insbesondere darum handeln, ob sich Radfahrer in größeren Verbänden bewähren. Ist dies der Fall, so soll später ein ganzes Bataillon, bestehend aus 400 Mann, gebildet werden. Die Militär-Radfahrer haben dunkelblauen Rock mit Umlegekragen (Litewka), Mütze mit weit- I von Linsen: die großen und mittelgroßen flachen Samen der eßbarenLinse von gelblicher oder grünlicher Farbe, aber auch die kleinen hochgewölbten Samen von rotbrauner, grünlicher, weißlicher oder grauer Fäubung. I Die Güte der Hülsenfrüchte wird außerdem durch ein Probekochen geprüft. Erbsen und Bohnen sollen in längstens 2% Stunden, Linsen in längstens 2 Stunden völlig und I gleichmäßig weich kochen. e) Heu I mu6 gut gewonnenes, vollkommen trockenes Wiesenheu vom ersten Schnitt fein, eine frische Farbe, kräftigen Pflanzengeruch haben und darf keinen Schlamm, dumpfigen Geruch, Staub oder Schimmel zeigen. Nahrungslose oder schädliche Gräser und Kräuter dürfen nur in geringer Menge vorhanden sein. Gut getrocknetes Heu von vorbezeichneten Eigenschaften kann direkt von der Wiese zur Einlieferung kommen. Das Heu darf gebnuben oder ungebunden zur Lieferung gelangen. Bindematerial wird nur bezahlt, wenn es in Heuseilen besteht. Auch der 2. Schnitt (Grummet) kann unter Umftänben gekauft werden, wenn er kräftig und tadellos ist. d) Stroh muß trockenes, gesundes Noggen-Langstroh sein, darf nicht dumpfig riechen, oder mit Rost-, Brand- oder Schimmelpilzen besetzt, auch nicht mit Disteln vermengt oder durch Mäusefraß beschädigt sein. Die Einlieferung erfolgt in Bunden. Das Gewicht der Strohseile wird mit vergütet. 6) Gemüse und Blattgewürze. Möhren, Zwiebeln, Sellerie, Petersilie, Lauch (Porree) sollen von bester Beschaffenheit sein und eine nicht zu hohe Reife besitzen. Es liegt im Interesse der Verkäufer, daß vorstehende Bestimmungen über die Beschaffenheit der Naturalien genau beachtet werden, damit Zurückweisungen vermieden werden. 9. Entscheidung über die Magazinmäßigkeit der Naturalien. Meinungsverschiedenheiten über die Magazinmäßigkeit des Naturals entscheidet der mit der Abnahme betraute obere Proviantamts-Beamte, erforderlichen Falls der Vorstand des Proviantamts. 10. Allgemeines. Die Proviantämter werden jederzeit bemüht sein, durch Entgegenkommen, schnelle und gewissenhafte Abfertigung der Verkäufer diesen den Absatz ihrer Erzeugnisse zu erleichtern und den unmittelbaren Verkehr zwischen Landwirten und Militärverwaltung immer mehr zu beleben. Hierzu bedarf es aber ebenso der Bereitwilligkeit und des Interesses der Produzenten. Selbstverständlich dürfen Arbeiter des Proviantamtes Geschenke, Trinkgelder, oder sonstige Zuwendungen von den Verkäufern weder fordern noch annehmen. Wien, ü Baron Ehl, eingetroffen, stehenden wick in Zusauinm Prag, 5 Bischoss Dr. bevor. Rom, 2! strengungen - düngen, anl gegen den Rom, 2 Hochsommer N gesetzt i Stog XIII. 20; August, ff senden Sen Ackwiini de Anden Qerf ^Neit all D »o» k,°7»° Wito »Ä& yie 5, $5» **fe - d-r 6-i > * \ -V war, i;ai V Herrschast de laböie an d' ein Sard'no unerläßliche ■ seines heilig darf aber/" hängen, dein Papste roie6e unfer Md WW« ®‘ finb Tann, ««d ° Forderungen einschläsern/ Hinweis!, Dc Dauer auch । Also unabhän er seine hoh Misston des für die einze Welt. Eine durch die geht durch di lichem Wege c die das zu er haben, diese ( sie werden ni voller Irrtum andere Grund! sagt, ohne di, wir leinen Au Papsttum die sache mag w nicht werden. Einfluß aus auch der bei und deshall hohen Jdeali nicht aus H tretet jenes \ die Welt tiel Deshalb wi niemals and, und sie wer btftrebungen toirtung Hera inr allgemeine lurz die latl deren Treue' mit Bewunde a) Getreibefrüchte (Weizen, Roggen, Hafer) muffen aus reifen, trockenen, gesund riechenden Körnern bestehen, frei von Mutterkorn, Brand, Sand und ausgewachsenen Körnern sein. Sie dürfen Unkrautfamen (Rade, Wicke, Lolch, Trespe, wilder Knoblauch u. f. w.) nicht in auffälliger Menge enthalten; zweckmäßig ist deshalb nach dem Dreschen auf den ortsüblichen Putzmühlen eine gehörige Reinigung. Schädliche Insekten und deren Spuren (Wurmgespinnst) dürfen die Körnerfrüchte nicht enthalten. Es muß ein Mindestgewicht haben: Liter Weizen — 189 g. Vi „ Roggen — 179 „ V< „ Hafer — 112 „ Das Viertellitergewicht wird vom Proviantamt auf qe« aiajten Qualitätswaagen ermittelt. b) Hülsenfrüchte. d ieselben müssen aus der letzten Ernte ftanuncn, völlig reif und trocfen/ein, einen gefunden Geruch und eine wenig gerunzelte Oberfläche haben und dürfen nicht mehr als 8 pCt. wurmstichige Körner aufweifen. Mit lebenden Erbsen- oder Linsenkafern ober deren Larven darf die Ware nur in ganz geringem Umfange behaftet fein. Bevorzugt werden von Erbsen: die großen Arten der gemeinen Saaterbse mit weißlichen, gelblichen und gelben Sarnen, (im Handel Viktoria- oder Riefenerbse genannt) doch werden auch die besseren Sorten der mittelgroßen Spielarten gekauft: von Bohnen: die weißen Sorten der Schmink- oder Veits- bohne (Vitsbohne), Schwertbohne, Dattelbohne und Eierbohne; "icht. Frankreich «* Geschichte, viel die Regierung es Rechts ab, dann geschehen sein - Thür ist. Alle nch ' wieder vor Augen das Ansehen Frank, ui Auslande aufrecht (xx) ch. er und die Stadt Wisers weilt gegen- ußen, Staatsministcl n mit den dortigen ien für den Wieder- zu pflegen. Wie die es sehnlichster Wunsch, wieder in der m- n. Das Feuer ver- aus der Ordenszeit 'lify Haltung auf» Wern zum Stubium iaiser einen größeren .Beckner TaMatt" : vernimmt, hat die $ Fürsten Hohen- tssion gestanden. Tie chieden worden, daß ' >eifel S be« sind in, Ehrung -» ba Stt-Lj« "d--- di- L , ? tob bIäS T •"* b«but?iä4‘ >4 btutth?» x“6 feite es fi* W. ”9 d-S ÄV“' r ©liittZr, Sy-n« b« ffa es Obersten Path .Wenigstens h^ Ä*' fönntn, 7 Puikt träte ii S? «'lten R°M ^ten anjiauuegtt A «u gewinna '‘»«tgeitaty «et Seticht«h,sz Wenigen, d-ß Dieh. nhanr iat in [einet iführungsgesetzes zum m Abgeordnetenhause schiss..Aegir" ist, wie stacht mit einem eng- -n, helfen Ag > mch SRoftoef jntW> Streit bet 8a«' )ie Akkordarbeiter sind mit dm »beit* ngefteUt. Sie hab-» ■beit niebersetegt««' ,m 10»l»W* zv Mann. M ' M grnnW* ■inet Woche vor dem v Der n$ DrogengeHast., S'S ApotheierL. Fah«„ «7» ft* landau, y fi‘Ä, i*11 h nl(? % Ferner H§ el an E schuldig afe. , beschreiten- '""S”? 9üa«w‘ I. JbteiM f 6'fr "' Slrah- >d 3.(®7EnS*' ’ d^Nadfah'" »,». JVjÄf' -!.LxS vorstehendem Schild, Revolver mit Patronentasche und Seitengewehr. Neisse, 28. August. (Telegramm der „Köln. Ztg.") In auffallender Art, ganz anders, als es bisher der Brauch der auf deutschen Katholikentagen auftretenden Kirchenfürsten war, trat heute, in der ersten öffentlichen Generalversammlung, der Kardinal Fürstbischof Kopp für die weltliche Herrschaft des Papstes und für seine Berechtigung der Teilnahme an den Arbeiten der verflossenen Friedenskonferenz ein. Kardinal Kopp äußerte in dieser Hinsicht: „Es ist eine unerläßliche Notwendigkeit, daß der Papst in der Ausübung seines heiligen Amtes volle Freiheit hat. Diese Freiheit darf aber nicht von dem guten Willen irgend jemandes abhängen, denn daraus würde folgen, daß die Freiheit dem Papste wieder entzogen werden könnte. Diese Freiheit muß unser ganzes volles Vertrauen in Anspruch nehmen können, und daraus folgt, daß der Papst niemals Unterthan einer weltlichen Macht sein kann. (Lebhafte Zustimmung.) Das sind Forderungen, von denen die Kirche niemals ablassen kann, und deshalb werden alle treuen Katholiken diese Forderungen wiederholen, und man wird sie nicht damit einschläfern können, daß man sie auf die bestehenden Zustände hinweist. Das ist nur eine geduldete Freiheit, die auf die Dauer auch der beste Wille nicht mehr gewährleisten kann. Also unabhängige Freiheit des Papstes ist notwendig, damit er seine hohe Mission auf Erden ausüben kann. Diese Mission des Papstes umfaßt aber nicht allein die Sorge für die einzelnen, sondern für alle Völker, für die ganze Welt. Eine heiße Sehnsucht nach Völkerfrieden zieht durch die Herzen aller Anwesenden, und ein starker Zug geht durch die Welt, daß Streitigkeiten der Völker auf friedlichem Wege ausgeglichen werden. Mögen auch Bestrebungen, die das zu erreichen suchen, zurzeit noch so geringen Erfolg haben, diese Idee beherrscht einmal die Menschengeister und sie werden nicht mehr verschwinden. Aber ein verhängnisvoller Irrtum ist es, daß man den Völkerfrieden auf ganz andere Grundlagen stellen will als auf die Religion. Leo XIII. sagt, ohne die Hilfe der Kirche und der Religion werden wir keinen Ausweg aus diesem Wirrsal finden. Nun ist das Papsttum die größte religiöse Macht der Welt, diese That- sache mag noch vielen unbequem sein, geleugnet kann sie nicht werden. Das Papsttum hat den größten moralischen Einfluß auf der ganzen Erde und deshalb ist das Papsttum auch der berufene Schiedsrichter zwischen Völkerstreitigkeiten, und deshalb betrachtet es der Papst als eines von seinen hohen Idealen, diese Rolle in der Welt einnehmen zu müssen, nicht aus Herrschsucht, sondern weil er sich fühlt als Vertreter jenes Friedensfürsten, der mit einem Friedensgruß in die Welt treten und allen Menschen Frieden bringen wollte. Deshalb werden auch die Kinder der katholischen Kirche niemals anders denken und andere Ideale vor Augen haben, und sie werden niemals wirklich Vertrauen auf Friedensbestrebungen haben können, die nicht die Religion zur Mitwirkung heranziehen." Der Kardinal besprach dann noch im allgemeinen den Zweck der Tagung und begrüßte sehr kurz die katholischen Brüder aus dem Nachbarlande, auf deren Treue zu ihrem Glauben und zu ihrem Kaiser man mit Bewunderung Hinblicke. Ausland. Wien, 29. August. Infolge allerhöchster Berufung sind Baron Chlurnecky und Staatsrat Baron Braun hier eingetroffen. Man bringt die Berufung mit den bevorstehenden wichtigen Ereignissen in der innerpolitischen Situation in Zusammenhang. Prag, 29. August. Die Ernennung des Brünner Bischofs l)r. Bauer zum Erzbischof von Prag steht bevor. Rom, 29. August. Im Vatikan werden große Anstrengungen gemacht, um den Papst von der Absicht abzubringen, anläßlich des heiligen Jahres eine En cykl ika gegen den Antisemitismus zu erlassen. Rom, 28. August. Die ungünstigen Gerüchte, die im Hochsommer über die Gesundheit des Papstes in Umlauf gesetzt zu werden pflegen, sind durch das Erscheinen Leos XIII. bei seinem Namensfeste, S. Gioacchino am 20. August, sehr gründlich widerlegt worden. Aus den eingehenden Berichten der römischen Presse über den Empfang der Glückwünsche in der päpstlichen Privatbibliothek geht hervor, daß der Papst während der mehr als zwei Stunden füllenden Zeremonie mit einer erstaunlichen Frische und Lebendigkeit allen Glückwünschenden antwortete und sich mit Behagen in Erinnerungen aus seiner Jugend erging. Indem er nämlich die Hoffnuilg aussprach, daß es ihm noch vergönnt sein möchte, im kommenden Jubeljahre die heiligen Pforten von St. Peter zu öffnen, erzählte er von dem Jubeljahr 1825, welches er als Jesuitenzögling des Kollegin Romano mitgemacht hatte. Seine Erinnerung an jene Zeit ist noch so außerordentlich frisch und treu, daß er mit zahlreichen Einzelheiten über die Teilnahme des damaligen Papstes Leo XII. an den Festen berichtete. Insbesondere erweckte folgende Episode das Interesse der Zuhörer: Der jetzige Papst wurde als Ibjähriger Schüler mit dem Auftrag ausgezeichnet, im Namen der Studenten dem Papst Leo XII. eine lateinische Huldigungs- und Glückwunsch- Adresse zu überreichen: der damalige Papst erwies sich gegen seinen künftigen Nachfolger sehr väterlich wohlwollend und schenkte ihm eine goldene Denkmünze. Belgien. Belgiens künftiger Thronfolger, Prinz Albert, ist jetzt von Amtswegen in die Liste der für die Wahl der Repräsentantenkammer stimmberechtigten Bürger eingetragen worden unter folgender Aufzeichnung: Prinz von Belgien, Herzog von Sachsen, Albert Leopold Klemens Mane Mainrad, Offizier in Brüssel am 8. April 1875 in bcr Rue be la Rögence geboren und gnsässig. Er hat drei Wahlstimmen. Wie fein Vater, der Graf von Flandern, bei allen Wahlen in dem Wahllokal seinen Stimmzettel abgibt, so wird es auch der Prinz thun. Der Letztere ist aber nur bei den Deputiertenwahlen stimmberechtigt, da man mindestens 30 Jahre alt sein muß, um an den Wahlen für den Senat, für die Provinzialräte und Gemeinderäte teilnehmen zu können. Es ist bemerkenswert, daß beide Prinzen ihren Sitz im Senat nicht eingenommen haben, während Leopold II. als Kronprinz dem Senat angehört hat und als Senator schon damals Reden hielt, in denen er dafür eintrat, daß Belgien sich überseeische Absatzgebiete und Kolonien schaffen müsse. Heute sitzen auch im Senat Sozialisten, und da ist es den Prinzen nicht recht geheuer, sich in einer so gemischten Gesellschaft zu befinden. T. R. Madrid, 29. August. Die Gesellschaft zum Rothen Kreuz ist über die letzten Nachrichten von den Philippinen sehr befriedigt. Aguinaldo hat nämlich versprochen, alle kranken spanischen Kriegsgefangenen in Freiheit zu setzen. Kopenhagen, 28. August. Die Direktion des Arbeitgebervereins in Kopenhagen erklärte, sie sei bereit, mit der Direktion der Fachverbände über den Ausgleich der Aussperrung auf einer gewissen Grundlage in Verhandlung zu treten. Die Direktion der Fachverbände erwiderte, die Arbeiter seien bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen auf der Basis des schon angenommenen Heideschen Vergleichsentwurfs mit einigen Änderungen. Die Fachverbände seien gerne bereit, mit der Direktion des Arbeitgeber-Vereins über alle Angelegenheiten der Aussperrung in Verhandlungen einzutreten. — Chamberlains Rede hat in Pretoria feine sonderliche Aufregung hervorgerufen. Bezüglich der Rede erklärte Präsident Krüger, er könne nicht sagen, ob diese richtig oder falsch wiedergegeben sei. Wenn Chamberlain sich direkt an ihn wenden sollte, so werde er feine Worte in Erwägung ziehen und dann wissen, was er zu antworten habe. — In Beantwortung der letzten Depesche Chamberlains notificierte die Regierung von Transvaal dem britischen Agenten, daß sie sich an ihr letztes Anerbieten halte und keine weiteren Zugeständnisse machen wolle. Konstantinopel, 29. August. Zahlreiche Verhaftungen von Militär- und Civil-Personen erfolgten in den letzten Tagen auf Grund der Entdeckung neuerlicher jung- türkischer Umtriebe. New-Bork, 29. August. „New-Dark Herald" veröffentlicht ein Telegramm aus San Domingo, worin die Lage als eine sehr kritische dargestellt wird. Die Regierung von San Domingo soll gestürzt und ihre Auflösung eine Frage weniger Tage sein. Der Kommandant Lionas ist mit einer Anzahl Soldaten fahnenflüchtig geworden und in das Lager der Rebellen übergegangen. Die telegraphischen Leitungen in das Innere des Landes sind von den Rebellen zerschnitten worden. Ein französischer Dampfer liegt im Hafen bereit, um Soldaten an Land zu setzen, welche eventuell das Leben französischer Kolonisten schützen sollen. — Nach einer Washingtoner Drahtung des „Morning Leader" wurde in der Alaska-Grenzfrage ein geheimes Abkommen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten geschlossen, das bis November 1900 in Kraft bleibt. Kanada werde demzufolge den freien Gebrauch des Hafens am Lynnkanal haben. Gewisse Klassen kanadischen Bauholzes und Quebecker Kohle können zollfrei in die Vereinigten Staaten eingeführt werden. Amerika solle befugt sein, kleine Kriegsschiffe auf den großen Seen zu bauen. England verpflichte sich zu einer Abänderung des Cloyton- Bulwer-Vertrages, die den Bau des Nicaragua-Kanals gestatten würde. Ursprünglich sollten nur britische und kanadische Staatsangehörige das Recht haben, Besitzer von Bergwerken und Goldländereien zu sein. Diese Beschränkung ist durch den Vertrag zu gunflen anders beteiligter amerikanischer Bürger aufgehoben. Lokales und MovinMes. H. Bad Salzschlirf b. Fulda, 29. August. Die fünfzigjährige Jubelfeier des Bonifaciusvereins in Fulda brachte zahlreiche Passanten hierher, unter denen sich auch der Bischof Haffner aus Mainz befand, welcher mit seinem geistlichen Gefolge unser Bad besichtigte und sein reges Interesse für das Gedeihen desselben zu erkennen gab. Generalsuperintendent Hefekiel aus Pofen traf auf feiner Durchreise hier ein, und nahm im Kurhause Wohnung. Das vierte Dilettantenkonzert zugunsten des Baues einer evangelischen Kapelle brachte 262 Mk. Der Bazar orientalischer Stickereien zugunsten armenischer Frauen und Waisen sand seitens des Kurpublikums lebhaftes Interesse und hilfsbereite Unterstützung. Das Gedächtnis des Goethetages wurde gestern durch eine prächtige Illumination der Kuranlagen mit Konzert und anschließendem großen Feuerwerk nebst Leuchtblumenpolonaise und Huldigungsakt vor der Statue des Dichters gefeiert. Die Badezeitung bringt dazu folgenden sinnreichen poetischen Hinweis: Zum 15 0. Geburtstage Goethes. „Es gleicht der Mensch dem Geist, den er begreift", Dies Wort des Meisters tritt uns allerwegen, Wenn unser Blick durch feine Werke schweift, Mit ganz besondrer Energie entgegen. Versuchen wir darum, den hohen Geist Am Ziele seines Strebens zu erreichen, Denn ihn begreifen wollen, das beweist Den schönen Wunsch, dem Meister auch zu gleichen. -s Alsfeld, 29. August. In eine recht empfindliche, aber auch verdiente Strafe wurde dieser Tage ein Wirt aus H. vom Schöffengericht Alsfeld genommen. Seine Kinder hatten mit anderen aus triftigen Gründen Nacharbeiten in der Schule. Offenbar, um feinem schon länger gegen den Lehrer gehegten Groll gründlich Luft zu machen, drang er mit einer Peitsche in das Schulgebäude ein. Im Hausgang die ernsten Abmahnungen des Lehrers unbeachtet lassend, betrat er unter beleidigenden Aeußerungen gegen letzteren auch den Schulsaal und erzwang hier, durch eine fortgesetzt drohende Haltung die vorzeitige Entlassung feiner Kinder. Erst bann entfernte er sich. Vor Gericht suchte er ben Unschuldigen zu spielen, aber sein wüstes Vorgehen wurde ihm hinlänglich bewiesen. Die Vertretung der Staatsanwaltschaft beantragte als Sühne 14 Tage Gefängnis wegen Hausfriedensbruch und 20 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung, dazu Tragen aller Kosten. Das Gericht ging noch über diesen Antrag hinaus und erkannte wegen Hausfriedensbruch auf 14 Tage und wegen Beleidigung auf 10 Tage Gefängnis, abgerundet für beide Vergehen eine (Sefamtgefängnidftrafe von 3 Wochen und Ersatz aller Kosten. 3. Zell b. Alsfeld, 29. August. Ein schweresWetter zog gestern nachmittag um 3 Uhr über unsere Gegend. Durch die Gewalt des Sturmes wurden in verschiedenen Gemarkungen mit Frucht beladene Wagen umgeworfen, der lang ersehnte Regen war sehr ergiebig. Von Blitzschlägen sind bis jetzt bekannt: hier in Zell in eine Scheuer und auf dem Felde in einen Fruchthaufen, der verbrannte; in Romrod in einen Apfelbaum mitten im Ort, und ebenfalls in einen Apfelbaum auf dem Felde; in Alsfeld in ein Bahnwärterhaus.____________________ Vermischtes. * Zur Goetheseier erscheinen nicht nur ernste Schriften, um dem Genius des großen Dichters zu huldigen, sondern auch scherzhafte. So hat der bekannte Leipziger Humorist Edwin Bormann eine Sammlung feiner Goethe- und Schillerscherze, die den Titel führt: „Wenn Geedhe un Schiller gemiehdlich sin", eben zur rechten Zeit im Selbstverläge herausgegeben. Hier ein Pröbchen des amüsanten Buches: Gennft du das Land? Gennst du das Land? wo die Zitronen bliehn, (Wo wer' ich das nich genn, ich bidde Ihnen!) In dunkeln Laub die Goldoranschen gliehn, (Bei uns nennt mehrschdendheels mer’sch Abbelsinen.) Ae sanfder Wind von blauen Himmel weht, (Bis in de Bubben steigt der Baremeder.) De Märdhe still un hoch der Lorwer steht, (Na, gorz un gut, Jdaljen gennt ä jeder!) Gennst du es wohl? — Dahin, dahin (Ich genn’ es, bidde, fragen Sie nich Widder!) Mecht’ ich mit dir, o mei Gcliebder, ziehn. (Das will ich gloowen, ja, das toeer’ nich bibber.) Gennst du das Haus? Uf Seilen ruht das Dach, (Nadierlich is ’s ä Renoissanggebeide) Es glättst der Saal, es schimmert das Gemach, (Stilvolle Zimmer machen stets mer Freide.) Un Marmorbilder stehn un sehn mich ahn: (Von hoffentlich nich zu andiker Kleidung!!) Was hat mer dir, du armes Gind, gethan? (Ich will nich färchden, daß es von Bedeidungk.) Gennst du es wohl? — Dahin! dahin (I sehn Se mal, da gennde jeder gommen!) Mecht’ ich mit dir, o mei Beschitzer, zieh». (Doch ä Beschitzer wärd noch mitgenommen?!) Gennst du den Berg un seinen Wolkensteg? (Ich goofde meinen Bädeker erscht heier.) Das Mauldhier sucht in Newel seinen Weg; (Schasseebeleichdungk geem’ ooch gor ze dHeier.) In Heehlen wohnt der Drachen olde Brut; (Na, wer solch Zeig noch gloobt, der gönn mich dauern.) Es stärzt der Fels und iwwer ihn de Fluth. (Ja jaa, das gommt von morschen Fuddermauern.) Gennst du es wohl? — Dahin! dahin (Diß Reesefiewer is nich auszedilgen!) Geht unser Weg! o Voder, laßt uns ziehn! (No, wenn ä Voder mitgeht, will ich's bill’gen.) * Goldbergwerk in Tirol. Wie dem „B. für Tirol" berichtet wird, ist dos seit dem Jahre 1526 in Hainzenberg in der Nähe von Zell am Ziller bestehende Goldbergwerk, welches seit einigen Jahrzehnten aufgelassen war, weil es sich nicht rentierte, nunmehr von einem Berliner Konsortium angekauft worden, welches dasselbe in Betrieb setzen wird. * Die Schnelligkeit der Borastiirme, welche aus Ostnordost wehen und durch ihre rasende Wut bekannt sind, hat Herr Mozelle in Triest noch zehnjährigen Beobachtungen auf im Maximum 112 Kilometer in der Stunde (gleich 31,1 Meter in der Sekunde) erreichend bestimmt. Noch größer ist aber die Gewalt und Schnelligkeit einzelner Stöße, die nur 4—10 Sekunden dauernd und meist in Zwischenräumen von 40—50 Sekunden wiederkehren, wobei mittelst eines registrierenden Apparates 200 Kilometer in der Stunde oder 55,6 Meter in der Sekunde gemessen werden. * Dienstmädchen nach Deutsch Südwest Afrika gesucht! Von Gouverneur Leutwein ist der Deutschen Kolonialgesellschaft, welche es bekanntlich in die Hand genommen hat, die Ueberfiebelung deutscher Mädchen nach Südwestafrika zu erleichtern, die Mitteilung zugegangen, daß wiederum eine größere Anzahl im Schutzgebiete angesiedelter Familien bereit sei, deutsche Mädchen in Dienst zu nehmen, sofern die Gesellschaft die Ueberfahrtskosten trüge. Bezüglich der Dienstherrschaften bürgt das Gouvernement für gute Unterkunft und Verpflegung. Die Bewerberinnen müssen von tadellosem Rufe, nicht über 30 Jahre alt, gesund und kräftig und in allen Hausarbeiten geschickt sein. Die Mädchen müssen sich auf 2 Jahre verpflichten, doch kann der Vertrag bei einer Verheiratung vorher gelöst werden. Die Kosten der Hin- und Rückbeförderung werden von der Kolonialgesellschaft getragen. Die Abreise erfolgt im Oktober, spätestens November d. I. Die Meldungen sind an die Deutsche Kolonial-Gesellschaft Berlin, Potsdomerstr. 22a, einzusenden. 99 Geschäfts-Veränderung 6252 'fi 6usTTv 9 r.* Prang* & Fischer, Dchdeckergrschiist, Neuenbäue 17. Meiner werten Kundschaft, sowie einem geehrten hiesigm und auswärtigen Publikum zur Nach- g richt, daß ich wegen fortwährender Vergrößerung meines Kundenkreises mein Geschäft von jetzt ab mit J Herrn Dachdeckermeister Fischer gemeinschaftlich betreibe. Hochachtungsvoll Johannes Prang*, Dachdeckemeißer. I Fr. Krogmann Wetzsteingasse 33 Grösste, leistungsfähigste Werkstätte Oberhessens für Fahrräder Vertreter erster deutscher Firmen als: Adler, Mars, Gritzner, Patria. d Zieher- und Ersatzteile in grosser Auswahl. / Prompte, schnelle Bedienung. 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