M. 282 Erstes Blatt» Donnerstag den 30. November I§99 ßr/Äcinl täglich mtr Ausnahme dr- Montag-. Di« Gießener Mawltkenölilter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfz. . monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den fetgenben Lag erscheinenden Nummer bis »orm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-Derw'ttlungSstellen deS In« und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege«. Amts- und Zluzeigeblutt für fcen Ureis Gietzen. Redaktion, Expedition und Dnickerei: Zchulstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hestifche Ustksbnnde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Am nächsten Sonntag, 3. Dezember, nachmitt. 3Vz Uhr, wird Herr Landwirtschaftslehrer Reichelt aus Alsfeld zu Lich im Glöckner'schen Lokale einen Vortrag über „Bodertbearbeitnug und Ausstellung" halten, zu dem ich hiermit Jedermann freundlichst einlade. Die Herren Bürgermeister von Lich und den Nachbarorten werden um ortsübliche Bekanntmachung ersucht. Gießen, den 28. November 1899. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachungen in Nr. 171 und 199 d. Bl. mache ich darauf aufmerksam, daß die Frist zur Abgabe der Kapitalrenten- und Einkommensteuer-Erklärungen mit dem 30. d. M. abläuft. Gießen, den 28. November 1899. Der Vorsitzende der Veranlagungs-Kommission. Bähr. * Fürst Hohenlohe. Gießen, den 29. November 1899. Allmählich nahen die Tage, von denen Fürst Hohenlohe in grüblerischem Sinnen sich sagen mag: „Sie gefallen mir nicht". Friedlich und still hat er bisher sein Leben verbracht, bald hat er in Aussee Gemsen gejagt, bald in Werki Fischsuppe gegessen oder in Baden-Baden geweilt: jetzt aber muß er hinaus ins feindliche Leben, muß wirken und streben, denn die Etatsberatungen nahen und die Parteien rüsten sich zu heftigem Angriff. Allerdings ist es heute in den Kreisen hoher Würdenträger Stil geworden, parlamentarische Entscheidungen einfach zu ignorieren und die Volksvertretung nur mit Nasenrümpfen zu erwähnen, aber warnend hebt sich doch auch vom Hintergründe das Gespenst des Herrn v. Bötticher ab, dem seiner Tage Ende nahte, weil er wortlos Richters Geschichte von den Husarenpolitikern vernahm. In jedem anderen Lande, auch dort, wo der Parlamentarismus nicht durchgeführt ist, würde der leitende Minister mit seinen vornehmsten Gehilfen zum Rücktritt gezwungen sein, wenn eine Haupt- und Staatsaktion zu so kläglichem Ende führt, wie das Zuchthausgesetz. Wer den Schaden hat, braucht überdies für den Spott nicht zu sorgen: Die Sozialdemokraten haben jetzt mit toller und voller Ironie einen Antrag eingebracht, der die letzten Schranken des Koalitionsrechtes beseitigen soll; es ist nicht unmöglich, daß der Reichstag, der eben der Regierungsvorlage ein wenig würdiges Grab geschaufelt hat, den Antrag der Sozialisten mit aller Sorgfalt berät und ihn zur Grundlage neuer Vorschläge macht. Das Parlament hat ja um so eher Grund, den hier berührten Fragen noch einmal von anderer Seite aus näherzutreten, als Fürst Hohenlohe noch immer mit der Einlösung eines längstgegebenen Versprechens im Rückstände ist: Noch vor Ablauf des Jahrhunderts, so hat er feierlich erklärt, werde in Deutschland die letzte Schranke fallen, werden die Vereine das natürliche Recht erhalten, mit einander in Verbindung zu treten. Das Jahrhundert neigt sich seinem Ende zu, bald wird das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft treten, aber noch immer ruhen alle Wälder und neugierige Frager erhalten kaum ein Achselzucken als Antwort. Man kann es dem Zentrum als der führenden Partei, kaum verdenken, wenn ihm die Rolle des betrogenen Ehemannes nicht behagt und wenn es trotz der sonstigen Unlöslichkeit katholischer Ehen Anstalten trifft, eine Scheidung von Tisch und Bett einzuleiten. Dräuend verkündet darum die „Köln. Volksztg.-", es sei endlich die höchste Zeit, daß das Experimentieren aufhöre, hebe Fürst Hohenlohe nicht alsbald das Verbindungsverbot für Vereine auf, so „stehe er als ein Mann da, der sein gegebenes Wort nicht einlösen wollte oder konnte". Dann aber sei es unmöglich, daß er länger im Amte bleibe. Die Sprache ist kräftig und deutlich und sie ist auch nicht unverdient. Mit Sophistereien kommt man weder im Reichstage noch vor dem Volke aus. „Wat seggt is, is seggt" sagt der Plattdeutsche. Sogar die Sprache des Herrn Lieber ist anders geworden als früher. Sonst gehört er jener Spezies an, die, wie Herr Rickert, eine große Seligkeit empfinden, wenn sie von einem Minister auf die Schulter geklopft werden; jetzt wird sein Ton immer unfreundlicher, als wolle er sich würdig auf die Stunde vorbereiten, da er seine Drohung wahr macht und die große Mohrenwäsche anhebt. Und jetzt muß Fürst Hohenlohe es erleben, daß von links und rechts gegen ihn Pfeile gesandt werden. Da vergleichen ihn schäkernde Freisinnsmänner mit einem jener Kavaliere, die von den Zinsen ihrer Schulden leben und ungerührt durch die Thatsache, daß seine „politischen Rechercheure" von den Ministern empfangen werden, nennt das „Berl. Tgbl." den herrschenden Zustand ein Chaos und die Minister bezeichnet es als "haltlose staatsleitende Figuren", die nach jeder Niederlage mit ungetrübter Seelenruhe ihrer nächsten Schlappe entgegensehen. Ist es denn nicht geradezu klassisch, daß Graf Posadowsky nach der Einsargung der Zuchthausvorlage der Linken und dem Centrum mit der Ungnade der Regierung drohte, nachdem erst vor wenigen Wochen im Landtag, nach dem Sturz der Kanalvorlage, eben dieselbe Regierung der Rechten mit einer „Revision ihres Verhältnisses" gedroht und mit der Absetzung der Landräte und der Ausschließung der Fronde vom Hofe die Politik der Nadelstiche inauguriert hat? Wer bleibt dann schließlich noch übrig? Oder traut sich Fürst Hohenlohe wirklich die Kraft zu, ein ganzes Heer von Gegnern allein zu besiegen? Jetzt macht nun auch die Rechte mobil. In der „Deutschen Tagesztg." wird der recht vernünftige Gedanke vertreten, die Etatsberatung zu benutzen, um eine scharfe Kritik an dem bestehenden Regierungssystem zu erheben. „Man gedenkt, nicht nur die bevorstehende Flottenvorlage, nicht nur die nächstliegenden schwebenden Fragen, sondern auch die gesamte innere und äußere Politik des Reiches in den Bereich der Besprechungen zu ziehen. Man hält es für notwendig, den in den weitesten Kreisen des Volkes herrschenden Stimmungen und Verstimmungen entsprechenden Ausdruck zu geben." Das ist sehr gut und sehr richtig, es fragt sich nur, ob die schöne Absicht zur That werden wird. Denn noch ist Herr v. Levetzow Führer der Rechten, und Herr v. Levetzow ist ein Mann, der nicht unabhängig ist. Er wird schwerlich den Beruf in sich fühlen, in entschiedener Weise, wie es das leitende Organ der Agrarier fordert, die berechtigten Klagen zum Ausdruck zu bringen, die überall im Volk laut werden und unmittelbar an das Ohr der Regierung gelangen müssen. Man wird ja sehen, ob es den Konservativen Ernst damit ist, durch einen kräftigen- Frontangriff gegen das herrschende System ihre Volkstümlichkeit zu erneuen, oder ob sie sich mit dem schönen Gedanken begnügen werden. Dann könnte es allerdings dahin kommen, daß die Demokratie den Wind in ihren Segeln auffängt, und daß Herr Eugen Richter wieder einmal durch eine Rede int Stile der Husarenpolitik als der Wortführer der Gesamtheit erscheint. Die wundersame Praxis, die in der Aufteilung von Kamerun an einheimische und fremde Spekulanten in die Erscheinung getreten ist, dürfte nicht den einzigen Punkt bilden, auf dem sich alle Parteien des Reichstags zum einstimmigen Verdikt zusammenfinden. Fürst Hohenlohe sieht jedenfalls recht schweren Tagen entgegen. Es wird ihm schwer werden, den Beweis zu erbringen, daß Systemlosigkeit System und Sprunghaftigkeit Konsequenz fei. Auch dem Grafen Bülow dürfte trotz des scheinbaren Erfolges von Samoa das Leben nicht allzu leicht gemacht werden. Es wird nicht angehen, mit einigen wohlklingenden und glatten Wendungen über die Kaiserfahrt nach England hinwegzugleiten. Die Thatsachen, die man da wahrgenommen hat, stehen in gar zu schroffem Widerspruch zu den Versicherungen, die man vorher gegeben hat, und das Märchen von dem rein persönlichen, ganz und gar nicht mehr politischen Charakter der Fahrt hören nicht einmal die Kinder mehr gern. Und als Dritter dürfte Herr Ober- landesgerichtsrat v. Buchka, der die deutsche Kolonialverwaltung leitet, das Ziel der scharfgespitzten Pfeile fein. Aber das Ende vom Liede? Es wird alles beim Alten bleiben, die Regierung wird fort—„arbeiten" und der Reichstag auch. Und bei den nächsten Wahlen wird es noch ein Dutzend Sozialdemokraten mehr geben. Deutscher Reichstag. 111. Sitzung vom 28. November. 1 Uhr. Die Beratung der Gewerbenovelle wird fortgetzt. Ein von der Kommission in die Vorlage eingefügter Artikel 7a unterstellt der Krankenversicherungspflicht fakultativ, durch eine dem Bundesrat erteilte Befugnis, auch die Heimarbeiter; und zwar u. a. mit der Maßgabe, daß da, wo Zwischenmeister thütig sind, das Beitragsdrittel der Arbeitgeber dem eigentlichen Unternehmer zur Last fällt. Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Heyl von Herrnsheim (nl.) hält Staatssekretär Graf Posadowsky es aus staatsrechtlichen Gründen für außerordentlich bedenklich, eine solche Bestimmung, die in das Krankenkassengesetz gehöre, hier in eine Gewerbenovelle aufzunehmen. Auch liege gar kein so dringendes Bedürfnis vor; denn noch im nächsten Jahre werde die Negierung fünf Unfallversicherungsnovellen [öortegen,. und sobald diese erledigt feien, werde eine Reformnovelle zum Krankenversicherungsgesetz nachfolgen. Da könne dann auch diese Frage erledigt werden. Sachlich sei die Regierung durchaus für Ausdehnung der Krankenversicherung auf die Heimarbeiter; aber es sei doch noch fraglich, ob die Heimarbeiter überhaupt schon so hohe Beiträge tragen könnten. Es sei daher besser, bei der Reform der Krankenversicherung zuvor zu erwägen, ob es nicht ratsam sei, überhaupt die Beiträge bet Arbeiter von % auf die Hälfte herabzusetzen. Abg. Singer (Soz.) kommt auf die gestrige Debatte über sozialdemokratische Ziele zurück und versichert dem Abg. Heyl (von Herrnsheim, trotz des theoretischen Zwiespalts über die in Hannover be- h andelten Fragen sei die Partei und bleibe sie gegenüber den Gegnern geschloffen. Abg. v. Levetzow (kons.) kann für diesen Artikel in der Gewerbe- n ovelle nicht stimmen. Abg. Heyl v Herrnsheim (nl.) wendet sich gegen die Singer« schen Ausführungen und erklärt, seine Partei wünsche zwar sehr, daß die Heimarbeiter möglichst sofort der Krankenversicherung teilhast werden, rotnn aber der Herr Staatssekretär aus staatsrechtlichen Bedenken einen Jnitiativ-Gesetzesvorschlag wünsche, so schließe sich feine Partei dem an. Abg. Hitze (Centr.) erklärt, seine Freunde seien bereit, den von den Staatssekretär empfohlenen Weg zu betreten. Präsident Graf Ballestrem bittet das Haus dringend, sich nunmehr an die Sache zu halten und nicht allgemeine soziale Fragen zu erörtern Die Debatte wird geschlossen. Artikel 7a wird abgelehnt. Artikel 7b wird fast debattelos mit einer unerheblichen Aen- derung angenommen. Artikel 8 trifft Anordnungen zu gunsten der Angestellten in offenen Verkaufsstellen. § 139c ordnet eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 10 Stunden an Im Absatz 2 wird dies für Gemeinden von mehr als 20000 Einwohnern auf mindestens elf Stunden erhöht; auch sollen kleinere Ortschaften das elfstündige Minimum durch Ortsstatut einführen können. Absatz 3 setzt ferner eine Mimmalmittagspause von l1/» Stunden fest; die Gemeindebehörden sollen diese Pausen noch verlängern dürfen. Ein Antrag v. Levetzow (kons.) will Absatz 2 ganz streiche« und bei Absatz 3 das Minimum der Mittagspause auf 1 Stunde herabsetzen. Ein Antrag Albrecht (Soz.) will die Minimalruhezeit auf 12 Stunden, die Mittagspause auf mindestens 2 Stunden festsetzen und die Gewährung von Sitzgelegenheit für die Angestellten den Geschäftsinhabern zur Pflicht zu machen. Abg. Bassermann (nl.) führt aus, daß fetne Freunde dem letzteren Teile des Antrages Albrecht sympathisch gegentiberftänben. Aber § 62 des Handelsgesetzbuches regele diese Frage eigentlich schon. Gleichwohl stimmten seine Freunde dem Anträge zu. Am besten aber dürfte es fein, es bei den Beschlüssen der Kommission zu belasten. Staatssekretär Graf Posadowsky meint, die Minimalruhezeit von 11 Stunden sei schon vielfach überholt, namentlich in größeren Städten. Bei allen solchen Schritten müffe man darauf achten, daß sie auch durchführbar sind, nicht zu sehr in die bestehenden Verhältniffe eingreifen, damit man nicht zu sehr auf den passiven Widerstand bet Unternehmer stoße. Er bitte, nicht so zu beschließen, wie es die Kommission in Absatz 2 vorschlägt, er bitte vielmehr, den Absatz 2 abzulehnen, desgleichen den Antrag Albrecht. Abg. Pauli (wildkons.) plaidiert ebenfalls für Streichung deS Absatz 2 und für einstündige Mittagspause; er werde dem Anträge v. Levetzow zustimmen. Abg. Hitze (Ztr.) empfiehlt die Kommissionsbeschlüsse, welche alle Wünsche sorgfältig berücksichtigt hätten. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp ) plaidiert für Annahme des Antrages v. Levetzow. Abg. Bergmann (frf. Vp.) sieht in den Kommissionsbeschlüfferr zwar einen Kompromiß, der aber doch noch nicht ganz genüge. Er beantrage unter Streichung des Absatzes 2 im Absatz 1 die Minimalruhezeit generell auf 11 Stunden, statt nun auf 12, festzufetzen. Abg. Rosenow (Soz.) wendet sich gegen die höhnische Art, wie der Staatssekretär die Thängkeit der Sozialdemokraten hier im Reichstage beurteilt habe. Man sage immer, die Sozialdemokraten beteiligte« sich nicht an der positiven Arbeit für soziale Reformen. Wenn sie das nun thäten, wie hier, so solle man sie doch mit solchen Scherzen, wie der Herr Staatssekretär sie ihnen gegenüber gebraucht habe, verschonen. Das eine Gute werde diese Debatte hoffentlich haben, den Handlungsgehilfen klarzulegen, daß sie als Klaffe für sich nur dann etwas erreichen, wenn sie sich den klassenbewußten Arbeitern anschließen. (Bravo l links, Lachen rechts). Die Debatte wird geschlossen. Die Kornrnissionsbeschlüsse werden angenommen mit dem die Sitzgelegenheit betr. Anträge Albrecht und unter Streichung der Worte, wonach die Gemeindebehörde die Mittagspause noch über l1/« Stunden hinaus verlängern kann. Morgen 1 Uhr: Initiativanträge (sozialdemokratischer Antrag betr. das Berggesetz). Schluß nach 6 Uhr. * Bom Kriegsschauplatz. Die Londoner Blätter lassen General Methuen südlich von Kimberley weiter siegreich vordringen. Nach der Erstürmung der burischen Verschanzungen bei Belmont und bei Graspan soll er nun, wieder ein kleiner Stück nördlich, den Ort Honeynest-Kloos (Eisenbahnstation) genommen und zwei Millionen Gewehrpatronen erbeutet haben. Solange die Meldung nicht durch ein amtliches Telegramm des kommandierenden Generals, der ja sehr prompt zu berichten Pflegt, bestätigt ist, lassen wir fie rmf sich beruhen. Sollte sie richtig sein, so bestätigte sie blos unsere Annahme, daß die Engländer nur Schritt für Schritt zum Entsatz Kimberleys vorwärts kommen und, von den Buren stets beunruhigt, sich unter erheblichen Verlusten durchkämpfen müsien. Daß es an letzteren auch bei Honey- nest-Kloof (wenn dort ein Gefecht stattgefunden hat), nicht gefehlt hat, verrät ja die Meldung selbst dadurch, daß sie über die Verluste sich ausschweigt. Jedenfalls ist es unsinniges Gerede, wenn es in englischen Berichten heißt, es sei für nötig befunden worden, auf Warr ent on am Vaalfluffe, ziemlich weit nördlich von Kimberley, wo die Grenzen Transvaals, des Freistaates und der Kapkolonie sich berühren, zurückzugehen, „um die Buren wieder ruhiger zu machen". Wir haben noch nichts davon gehört, daß sie beunruhigt feien, sonst würden sie nicht jeden Fuß breit Landes den unter General Methuen vordringenden Entsatztruppen mit solcher Standhaftigkeit streitig machen. Gehen sie schließlich wirklich auf Warrenton zurück, so ist das sicher in ihrem alle Möglichkeiten bedenkenden Kriegsplane vorgesehen gewesen. Aber eine Aufgabe der Belagerung Kimberleys würde erst dann nötig wenn es Lord Metheun gelungen fein würde, den Ueber- gang über den Modder River und den Riet-Fluß, die er sicher nicht mehr überbrückt finden wird, zu erzwingen. Die mittleren Kolonnen der Engländer unter General Gatacre und General French haben noch nicht viel von sich hören lassen. Die kleinen Scharmützel, welche diese Kolonnen bisher auf ihrem Vormarsch nach dem Norden gehabt haben, dienen höchstens dazu, zu beweisen, daß äußerste Vorsicht geboten ist. Der Vormarsch ist denn auch thatsächlich wieder eingestellt worden und diese Unterbrechung hat nur bewirkt, daß die Afrikander der besetzten Landesteile sich offenbar in Scharen den Buren anschloffen. General Gatacre wird nach feiner Vereinigung mit General French über etwa 7000 Mann verfügen, die stark genug sein sollten, um den Feind zu schlagen, falls dieser ihnen den Gefallen thut, sich zum Kampf zu stellen. Vermutlich wird der Feind es aber vorziehen, die englische Mittelkolonne stets zu belästigen und zu schwächen, ohne zu ernstlichem Widerstand überzugehen. Einem so übermächtigen, aber an Kavallerie so schwachen Detachement gegenüber, wie es Gatacre befehligt, ist Der Guerillakrieg die einzig richtige Kampfweise, die zu vollständiger Aufreibung des Feindes führen könnte. Die Buren werden überhaupt Aussicht auf Erfolge nur dann haben, wenn sie den Feind durch kleine Gefechte zu schädigen und feine Uebermacht zu verringern suchen, Entscheidungsschlachten aber, wenn nicht besonders günstige Bedingungen vorliegen, grundsätzlich vermeiden. Für eine derartige Kriegsführung sind die Buren geradezu Prädestiniert. ♦ e * London, 28. November. Einem Privattelegramm zufolge sollen die 9 Lancers, welche nach der Schlacht von Belmont den Befehl erhalten hatten, den fliehenden Feind zu verfolgen, denBurennochimmer aufdenFersen(?) sein und vorzügliche Dienste als Cclaireure thun. Das Kriegsamt weiß allerdings hiervon nichts zu melden, ebensowenig darüber, daß, wie berichtet, Lord Methuen bereits Honeynestloos genommen und zwei Millionen Patronen erbeutet haben. Man ist daher um die 9. Lanzenreiter noch sehr in Sorge. — Die englischen Truppen von Estcourt sind nach Frere gegangen, um den nach Norden marschierenden Buren den Weg abzuschneiden. Man erwartet in jener Gegend einen heftigen Kampf. — Wie offiziell gemeldet wird, verloren die Engländer in der Schlacht am 25. ds. Mts. zehn Tote, 75 Verwundete und zehn Vermißte. Berlin, 28. November. Der „Berl. Lok.-Anz." veröffentlicht einen Brief aus Kapstadt, in welchem es heißt, daß Oberst Schiel, der in der Schlacht bei Elandslaagde durch das linke Oberbein geschossen war und die ganze nacht unter einem Mantel, den einer der Gordon-High- landers über ihn geworfen hatte, auf dem Schlachtfelde zugebracht hat, nach vierzehn Tagen ziemlich fähig war, ohne Krücken zu gehen; er klagte nur über Schmerzen im unverletzten Unterschenkel, speziell in den Sehnen; er ist ganz ergraut. Leutnant v. Albedyll wurde in derselben Schlacht schwer durch die Brust getroffen und soll im Burenlager bei Dundee liegen. Weiter wird in dem Briefe berichtet, daß man englischerkeits sehr erbittert ist, soviele Deutsche und speziell frühere Offiziere auf der Burenseite anzutreffen. Man fürchtet, daß es manchem Gefangenen schlecht ergehen wird, der früher der deutschen Armee angehörte und nachdem er nun auf der Burenseite angetroffen wurde, diplomatische Intervention unmöglich erscheint- Loudon, 28. November. In der'Aapkolonie nimmt die Aufregung unter den Afrikandern immer mehr zu, sodaß General Jatacre die Mehrzahl seiner Truppen zur Unterdrückung der Aufständischen verwenden muß. * * Telegramme des „Gießener Anzeiger". London, 29. November. Nach der amtlichen Vertu st-Liste bei Graspan wurden 6 Marine-Offiziere getötet. Die Landtruppen hatten 3 Offiziere verwundet, 10 Mann tot und 72 verwundet. 10 Mann werden vermißt. Mit den Vermißten der Marine-Brigade, die auf 105 Mann angegeben werden, ergiebt dies somit einen Gesamtverlust von 200 Mann. Aus dem Umstande, daß «die Verlustliste des Generals Buller auch die Gefallenen des 9. Lanzen- Reiter-Regiments erwähnt, dagegen niemand als vermißt gemeldet wird und daß ferner berichtet wird, die Lanzenreiter hätten am Sonntag an einem Rekognoszierungsritt teilgenommen, wird hier geschloffen, daß die Lanzenreiter nach Aufgabe der Verfolgung in das Lager zurückgekehrt sind, was Lord Methuen zu melden unterlassen hat. London, 29. November. Die Überschreitung des I Tugela-FlusseS seitens der englischen Hilfs-Armee ist I immer noch nicht erfolgt. — Das Kriegsamt veröffentlicht ein Telegramm aus Kimberley vom 28. November, worin der Oberst, welcher die Garnison von Kimberley befehligt, berichtet, daß ein Hauptmann, ein Leutnannt und 3 Mann während eines Gefechtes, welches am 23. d. M. stattgefunden hat, verwundet worden sind. Der Gesund- heitszustand der Garnison sei äußerst befriedigend. — Nach Berichten, die aus Eingeborenen-Quellen kommen, geben die Buren ihre Stellung im Süden von Kimberley auf. Ein anderes Telegramm berichtet, daß General Gatacro Bush- ! manShock mit einem Bataillon Infanterie besetzt hat. Das Gros seiner Truppen befindet sich in Putters-Kral. Der Feind zieht sich zurück. Loudon, 29. November. Das Kriegsamt veröffentlicht eine Note, worin die Rückkehr des 9. Lanzen-Reiter- Regiments, welches als verloren betrachtet wurde, gemeldet wird. Das Kriegsamt hat zwar hierüber kein direktes Telegramm erhalten, aber es geht dies aus zwei anderen Telegrammen hervor. Loudon, 29. November. In Fachkreisen ist man der Ansicht, daß Ladysmith den Buren in die Hände fallen werde, bevor die englischen Ersatztruppen eingetroffen sind. Die Laufgräben der Buren reichen bis 200 Mtr. an die englischen Laufgräben heran. Es soll bereits Mangel an Trinkwaffer herrschen. London, 29. November. Aus privater Quelle wird berichtet, daß die Buren ihre frühere Taktik wieder beginnen, indem sie sich überall in der Front zurückziehen und mit den Flanken den Feind bedrohen. Die Verbindung mit Ladysmith ist noch nicht hergestellt. Es wird berichtet, daß General Buller in seinem Telegramm hierüber nichts erwähnt. Paris, 29, November. Hier tritt mit Bestimmtheit das Gerücht auf, daß zwischen Paris und Petersburg bereits die Eventualität einer Vermittelung zwischen England und den südafrikanischen Republiken erörtert wird. Brüssel, 29. November. Zum ersten Male seit Beginn des Krieges erhielt Br. Leids einen direkten Bericht deS Präsidenten Krüger über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplätze bis Ende Oktober, woraus hervorgeht, daß die Lage der Buren eine sehr günstige ist. Der Bericht stellt fest, daß die Engländer dieKaf fern und Bafutos rekrutieren, welche in den Reihen der Engländer kämpften. — Dr. Leyds übersandte gestern allen europäischen Regierungen eine Protestnote gegen dieses Vorgehen der Engländer. Deutsches Keich. Berlin, 28. November. Nach einer Meldung aus Wolverton hat das deutsche Kaiserpaar sich heute morgen nach Port Victoria begeben. — Die Wahlprüfungskommission des Reichstages hat heute die Wahl des Abgeordneten Pauli (Rp.) für gütig erklärt. — Nach der neuen Fraktionslifte, die im Reichstage ausgegeben worden ist, zählen die Deutsch- Konservativen 52 Mitglieder, die Reichspartei 22, die Deutsch soziale Reform-Partei 10, das Centrum 106, die Polen 14,* die Nationalliberalen 47, die Freisinnige Vereinigung 13, die Deutsche freisinnige Volkspartei 28, die Deutsche Volkspartei 7, die Sozialdemokraten 57 Mitglieder, keiner Fraktion gehören 39 an. Erledigt sind zwei Mandate, nämlich Calbe-Aschersleben, nachdem dem Abgeordneten Schmidt (Soz.) durch gerichtliches Urteil das Mandat aberkannt worden, und Germersheim, wo Gander (natl.) gestorben ist. - W — Die wirtschaftlicheVereinigung des Reichstages ist vom Vorsitzenden, Abgeordneten Rettich (kons.) zum 30. November 8 Uhr abends einberufen worden. Auf die Tagesordnung dieser Sitzung sind gesetzt worden, die Besprechung der Novelle zum Münzgesetz und die Beratung des der 15. Kommission unterbreiteten Gesetzentwurfs betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschauer. — In der 14. Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Telegraphengesetzes fortgesetzt. § 4 erhielt nach langer Debatte die Fassung der Regierungsvorlage. Die Abstimmung über § 6 (in voriger Sitzung ausgesetzt) wurde vertagt. Nächste Sitzung am 2totluo% I m — Nach einem der „Voss. Ztg." aus London übermittelten Washingtoner Telegramm soll der Berliner Botschafter der Vereinigten Staaten, Mr. White, demnächst seinen Posten wegen seines vorgerückten Alters niederlegen. Köln, 28. November. Auch die „Köln. Vztg." rechnet mit der Wahrscheinlichkeit einer Auflösung der Parlament arischenKörperschaften und fordert die Centrumsfraktion auf, entsprechende Maßregeln zu treffen. Metz, 28. November. Pariser Blätter wird von hier gemeldet, daß englische Werber in der Umgegend von Metz arbeitslose Arbeiter für den Eintritt in die englische Armee zu gewinnen suchen. Ausland. Wien, 28. November. In Hoskreisen will man wiffen, daß der Kaiser bereits beschlossen habe, die Pariser Weltausstellung im nächsten Jahre zu besuchen. Wien, 28. November. Der „Polit. Korrcsp." zufolge hat die englische Regierung auch dem Wiener Kabinett mitteilen lassen, daß England sich im Kriegszustände mit den südafrikanischen Republiken befindet. Wien, 28. November. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, faßte der Jungczechenklub den Beschluß, nach I Ablehnung der Initiative zur Einberufung einer Verständigungskonferenz seitens der Ob- männer-Konfercnz der Linken, in die schärfste Obstruktion einzutreten. Br. Engel soll noch heute der parlamentari- ! scheu Kommission der Rechten hiervon offiziell Mitteilung ; machen. Brüssel, 28. November. In Virton steht feit gestern abend die Gendarmerie-Kaserne sowie das anstoßende Krankenhaus in Flammen. Die Kranken konnten gerettet werden. Paris, 28. November. Nach einer Meldung aus London sollen vor einigen Tagen in dortigen Gefängnissen Gefangenen Vorschläge zum Eintritt in die enelische Armee gemacht worden sein. Zahlreiche Gefangene sollen bereits das Anerbieten angenommen haben. Marseille, 28. November. Von den 40 Verhaftungen, welche gestern unter den Mitgliedern der Camorra vorgenommen wurden, sind bis jetzt zwölf aufrecht erhalten worden. Es stehen weitere Verhaftungen bevor. London, 28. November. 10000 Angestellte des Zeughauses von Woolwich erhielten die Mitteilung, daß die Arbeit während des Weih nachts festes nicht unterbrochen wird. London, 28. November. Einer Petersburger Drahtung der „Daily Mail" zufolge wurde in der vorigen Woche ein neues Abkommen zwischen Rußland und Persien unterzeichnet, wonach Rußland Verlängerung seines Monopols für Eisenbahnen in Persien bis Oktober 1909 erlangt. London, 28. November. Wie dem „Newyork Evening Journal" gemeldet wird, haben sich in der Provinz Pinar del Rio 1000 bewaffnete Cubaner versammelt und die Flagge der Empörung für die Unabhängigkeit CubaS gehißt. Allenthalben hält man im Geheimen Meetings ab, auch verschiedene Führer der Cubaner sind verschwunden. Die amerikanischen Truppen in Cuba stehen in Bereitschaft. London, 28. November. Nach einer Meldung aus Southampton soll Jameson dort inkognito angekommen und nach London weitergereist fein. New-Aork, 28. November. Die „World" versichert, man habe in Havanna die Urheber des Attentats gegen das amerikanische Kriegsschiff „Mainefestgenommen. Es sollen Bediente eines cubanischen Beamten sein. Dieselben sollen zur Ausführung ihrer Frevelthat 350 Ko. Schießbaumwolle verwendet haben und demnächst vor ein Gericht gestellt werden. Lokales und UrooinMes. Gießen, den 29. November 1899. •* Bestätigung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 22. November den von Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein auf die evangelische Pfarrstelle zu Sprendlingen, Dekanat Offenbach, präsentierten Pfarrer August Frey zu Hitzkirchen für diese Stelle zu bestätigen. *’ Landtagswahl Gießen-Laud. Wie wir noch in einem Teile der Dienstags-Nummer mitteilen konnten, wurde bei der am Montag Nachmittag auf dem „Windhof" vorgenommenen Wahl eines Abgeordneten für den Landtagswahlbezirk Gießen - Land Herr Bürgermeister Leun in Großen Linden mit 21 Stimmen gewählt. Auf den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei, Herrn Redakteur Scheidemann, fielen 15 Stimmen. Wie die „Kl. Pr." meldet, ging bereits seitens der unterlegenen Partei ein Protest gegen die Giltigkeit der Wahl ab. ** -r- Stadttheater. Einen hier fast beispiellosen Erfolg hatte am gestrigen Abend in unserem Stadttheater Herr Kgl. Hofschaufpieler E m i l R i ch a r d aus Stuttgart in feinem ersten Gastspiele „Onkel Bräsig" als Träger der Titelrolle, des Zacharias Bräsig. Diese unverwüstliche Hauptfigur der Reuterschen Gestalten hat Herr Richard in seiner Bearbeitung des Reuterschen Stoffes so köstlich ausgestaltet und naturgemäß so trefflich dargestellt, daß ein voller Erfolg nicht ausbleiben konnte. Nach jedem Akte mußte der gefeierte Gast wiederholt vor der Bühne erscheinen und lautes Bravo lohnte diese prächtige Leistung. Beschreiben läßt sich eine solche individuelle Darstellung nur sehr schwer und ist in einem kurzen Referat nicht zu bewältigen; um sie richtig und ihrem vollen Wert nach zu taxieren, muß man den Künstler sehen und selbst hören. Dazu bietet sich heute abend und am Freitag zum ketztenmale Gelegenheit. — Unter den hiesigen Künstlern stand Herr Rolan mit seiner ganz trefflichen jüdischen Maske und feinem recht „anheimelnden" Jargon mit an erster Stelle. Auch ihm wurde wiederholter Hervorruf — sogar bei offener Szene — zuteil. Herr Steinert (von Rambow) sowie Fräulein Haussig (Frau von Rambow) boten beide auf ihren verschiedenen Wegen bis zur Entwickelung, zu der sie sich wiederfinden, sehr gute und auch anerkannte Leistungen. Herr Walter als Inspektor Habermann stach natürlich gegen seinen Partner etwas ab, hielt sich aber, im Hinblick auf die Verhältnisse, in welchen der Gast zum Stück und zur Hauptrolle selbst steht, immerhin sehr wacker. Auch sonst wurde flott und mit Laune gespielt. Das Theater war gut besetzt. *• Theaterverein. Wir machen auf die Bilder Arthur Bauers aufmerksam, die in den Schaufenstern der Herren Frees, Noll und Challier ausgestellt sind. Herr Bauer gastiert bekanntlich Dienstag den 5. Dezember in dem Schauspiel „Ewige Liebe" von H. Faber als Musikus Führing. Das beste Kostümbild steht u. a. in dem Schaufenster der Frees'schen Buchhandlung. *• Sonntagnachmittags - Vorstellungen im Stadttheater. Vielfachen Wünschen, namentlich der außerhalb Gießens wohnenden Theaterfreunde, entsprechend, hat die Direktion beschlossen, am nächsten Sonntag, nachmittags um Lssnt- ÄSsfe 1 ?. Md bie bffi B,a6)5n8'«’‘it 5* M Hm W« bet Kubaner fa> ««W>en m Kuba stehe» MN SDltlbung in ovU inkognito an, 'ltngereist fein. Die „tW* versichert, eöer des n Krüne- -vMte mrs cubani^en t M Ausjührung ihrer olle verwendet haben und werden. :roiitprto. 29. November 1899. gliche Hoheit der Groß- t, am 22. November den rfttn gii Isenburg uni angelische Pfarrstelle zu i, präsentierten Pfarrer ÄtU Stelle zu bestätigen. Wie wir noch in eine» [teilen konnten, wurde bei mf dem „Windhof" vir- dneten für den Landtags- Bürgermeister Leun in gewühlt. Huf icn flau« Partei, Herrn Redakteur Mn. Wie die Z-Pr." r unterlegenen Partei ei, Wahl ab. >jer fast beispiellosen SrfolL nserem StadtthM Herr r d aus Stuttgartinsemm ja" als Träger der Tuet, iese unverwüstliche Haupt« ,at ffeifo teilt, daß eint* W ebe« «It «ßt- " ühne erscheinen und laute “L 8**2 ■»(King w Mf W i“ &*‘SSI5 SL'Ä sogar öer p . boten fc* st, fii vickelung' i jabermannl bet Gast i11®^ Such sssfec " w 6tt«S tag. E m Kih, F'Ä' heute bet LtMdr $i«on fteht f. Cne ^d ?" Sester % * ss *« Cintri ?•."»«« e”tbe» , * *1 di. * b-« i* weif [N-n ft* *'<« der Veteranenverein TORIL fichntemaike. 8341 aus für Konfektion, ff eih nachts-Aus verkauf. Anfertigung nach Mass. 7 Monate und 2 Wochen Gefängnis unter Anrechnung von 6Monaten Untersuchungshaft. Kontrolleur Herling wurde freigesprochen. nn. Darmstadt, 29. November. (Telegramm des „Gießener Anzeigers".) Das Urteil des Schöffengerichts in der Beleidigungsklage des Stadtverordneten Mayer gegen den Schneidermeister Wittwer lautete auf 30 Mk. Geldstrafe, ev. 6 Tage Haft. In einem Teil erachtete das Gericht den Beweis, daß Mayer sein Amt als Stadlrat im Privatinteresse mißbraucht, als erbracht. 04308] Lebende Lahnhechte nnd Backfische 'zu haben bei M. Simon, Asterweg 1. Bekanntmachung, Wasserleitung betreffend. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung von vorgestern bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß mit der gestern abend 6 Uhr erfolgten Fertigstellung der Rohr Verbindung in der Moltkestraße auch wieder die normalen Drnckverhältniffe in unserer Wasserleitung eingelrettn sind. Gießen, am 29. November 1899. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Fleisch-Extract übertrifft trotz billigeren Preises an Nährkraft und Wohlgeschmack die Liebig’schen Extracte und ist in allen besseren Drogen-, Delicatessen- und Colonialwaaren-Handlungen zu haben. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 29. November. Nach einem Telegramm aus Sherneß ist das Kaiserpaar im besten Wohlsein gestern an Bord der „Hohenzollern" eingetroffen und heute früh 7 Uhr nach Blissingen in See gegangen, wo eine Begrüßung der beiden niederländischen Königinnen stattfindet. Das Kaiserpaar wird jedoch nicht landen, sondern lediglich an Bord des Kriegsschiffes „Zeeland" kommen, wo ein Frühstück eingenommen wird. Drei holländische Kriegsschiffe sind in Blissingen eingetroffen. Berlin, 29. November. Die sozialistische Fraktion des Reichstags hat gestern abend einen Gesetzentwurf betr. Errichtung eines Reichsarbeitsamts, von Arbeiterkammern und Einigungsämtern eingebracht. Wien, 29. November. Die „Neue Freie Presse" bestätigt, daß der Präsident des Abgeordnetenhauses, Dr. Fuchs, entschlossen ist, falls es zu einer ernsten Ob- struktiost von feiten der Tschechen kommen sollte, sein Amt niederzulegen. Wien, 29. November. Infolge eines Beschlusses des Exekutiv-Komitees der Rechten, die Tschechen bei Durchführung ihrer Forderungen nach Möglichkeit zu hindern, ist die innerpolitische Situation von neuem schwierig geworden. Es wird befürchtet, daß die dem Fürsten Windischgrätz vom Kaiser übertragene Mission, eine Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen herbeizuführen ergebnislos sein wird. Paris, 29. November. Der „Patrie" zufolge soll der englische Botschafter in Paris für längere Zeit auf Urlaub gehen. Man glaubt, daß diese Meldung mit den Angriffen der Blätter gegen England, besonders des Witzblattes „Rire", welches Schmähungen gegen die Königin Viktoria brachte, in Zusammenhang steht. Giessen Kirchenplatz 11, gegenüber dir Stadtkircht. Niederlage bei 04297 H. Kempf, Wwisstraße 26. eines russischen Ordens. *• Professor Schiller an der Univerfiat Leipzig. Die I philosophische Fakultät der Universität Leipzig erteilte nach I einem Telegramm der „Frkf. Ztg." dem hessischen Ober- I schulrat Dr. Schiller die venia legendi für Pädagogik. I •• Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. In der Hauptversammlung vom 27. November, die im kleinen I Saale des Hotels zum „Großherzog von Hessen" tagte, wurden zwei neue Vorstandsmitglieder, Hr. Brauereibesitzer I Bichler und Herr Direktor Christian Bansa an Stelle der ausscheidenden Herren Kommerzienrat Heyligenstädt und Fabrikbesitzer Ed. Röhrle gewählt. Zugleich wurde Herr Direktor Christian Bansa an Stelle des zurückgetretenen Herrn Kommerzienrates F. C. B. Koch zum zweiten Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Ferner ist Herr Landgerichtsrat Prätorius als Ersatzmann für den im Frühling ausscheidenden Herrn Landgerichtspräsidenten a. D. Freiherrn von Ricou für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 1899/1900 bestimmt worden. Der Vorstand besteht somit aus den Herren Prof. Sievers, 1. Vors., Direktor Christian Bansa, 2. Vorsitzender, Dr. Karl Ebel, 1. Schriftführer, Buchdruckereibesitzer Otto Kindt, 2. Schriftführer, Kommerzienrat Heichelheim, Rechner, sowie den Herren: Oberleutnant Bartsch, Brauereibesitzer Bichler, Prof. Dr. Biermann, Oberlehrer Fuhr, Custos Dr. Heuser, Stadtverordneter Jean Kirch, Kommerzienrat F. C. B. Koch, Landgerichtspräsident a. D. Freiherr von Ricon (ab Ostern 1900 Ersatzmann: Landgerichtsrat PrätoriuS), Kaufmann Otto Schaaf und Buchhändler A. Töpelmann als Beisitzern. Die Mitgliederzahl ist auf 246 gestiegen. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde der neu gebildeten Sektion für Volkskunde des Oberhessischen Geschichtsvereins ein Beitrag bewilligt und endlich gab Herr Prof. Sievers ein Referat über den siebten internationalen geographischen Kongreß in Berlin vom 28. September bis 3. Okt. 1899. — Der nächste Vortrag findet am 12. Dezember statt. ** Am verflossenen Samstagabend, dem 25. I. Mts, hatten sich zur Feier des Allerhöchsten Geburts-, tags Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs und seiner hohen Gemahlin in dem Saale des Hotels „Großherzog von Hessen" der hiesige Kriegerverein, und die Kriegerkameradschaft versammelt. Es war eine stattliche Zahl alter Veteranen, die mit Orden bedeckter Brust neben den zahlreich erschienenen jüngeren Kameraden saßen und in festlicher Stimmung den Klängen der Musik lauschten. War es doch zum erstenmal, daß sich die drei Vereine zur gemeinsamen Feier zusnmmengefunden hatten. Nachdem der Vorsitzende der diesmal präsidierenden Kriegerkameradschaft, Herr Schneider, die Kameraden begrüßt und seiner Freude über die endlich gelungene Vereinigung Ausdruck gegeben hatte, erteilte er dem Vorsitzenden des Kriegervereins, Herrn Amtsrichter Wiener, das Wort. Derselbe betonte in seiner Ansprache, wie notwendig es sei, daß zwischen den Vereinen Einigkeit herrsche und gemeinsam solche Festtage gefeiert würden, und brachte ein mit Begeisterung aufgenommenes Hurrah auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Königliche Hoheit den Großherzog nebst hoher Gemahlin aus. Herr- Lehrer Kling hielt hierauf einen Vortrag über Kaiser Wilhelm I. und schilderte in recht markanter Weise Leben und Thaten dieses unvergeßlichen und unvergleichlichen Fürsten. Dem Redner lohnte reicher Beifall der Anwesenden für seinen gelungenen Vortrag. Nachdem noch viele Ansprachen gehalten und manche Musikstücke vorgetragen worden waren, mußte des nahenden Totengedächtnistages wegen um 12 Uhr die Musik ihre Thätigkeit einstellen, während die Versammlung, wenn auch etwas gelichtet, noch längere Zeit beisammen blieb. Eine aus Anlaß des Krieges zwischen den Buren und England angeregte Sammlung ergab den schönen Ertrag von 34.— Mk., deren Ueberweffung an das rote Kreuz beschlossen wurde. So kann denn diese erste gemeinsame Feier als eine wohlgelungene bezeichnet werden und es wurde öfters die Frage gestellt, warum es nicht seither schon so sein konnte. Denjenigen Herren aber, welche sich um diese Vereinigung so hoch verdient gemacht haben, sei hierdurch herzlicher Dank ausgesprochen, nut dem Wunsche, daß die alte Streitaxt, wie ein Redner sagte, endlich begraben sein möchte. nn. Darmstadt, 29. November. (Telegramm des „Gießener Anzeigers".) In der Strafsache gegen den Lehrer Keller von Langen wegen Untreue, begangen an der Langener Kreditkaffe, lautete das Urteil auf 2 Jahre 4 Uhr, eine Vorstellung stattsinden zu lassen. Auf speziellen Wunsch kommt die „Weiße Rößl"-Fortsetzung: „Als ich wiederkam" zur Aufführung. *♦ Auszeichnung. Der Polizeikommissär Bischoff- Worms, ein geborener Lauterbacher (früher Polizeisekretär in Gießen), erhielt anläßlich des Besuches des russischen Kaisers in Worms ein Paar goldene Manschettenknöpfe, worauf die russische Krone mit je 44 Brillanten gefaßt ist. Ein anderer Lauterbacher, der Reviervorsteher Böchner in Worms, erhielt bei dieser Gelegenheit das goldene Kreuz Stad!. WchthM Freibaak. 8344 Kalbfleisch 50 psg. Sanitäts-Bier der ersten Kulmbacher Aktienbrauerei, Blutarme und Wöchnerinnen ärztlich empfohlen. Universität und Hochschule. Ernannt: Der Privatdozent in der philosophischen Fakultät der Akademie zu Münster i. W., Prof. Dr. Franz Jostes zum außerordentlichen Professor in derselben Fakultät. , m , r_ Habilitiertr An der Berliner Universität Dr. Paul Voigt als Privatdozent für Staatswissenschaften. Berlin, 28. November. Zu der Thatsache, daß der Oberhofmeister der Kaiserin den Privatdozenten Dr. Preuß wegen seiner Aeußerungen in der Stadtverordnetenversammlung dem Rektor der Um- versität denunziert hat, und daß die juristische Fakultät dem Privatdozenten darauf ihre Mißbilligung aussprach, bemerkt der „Vorwärts": „Nach unserer Kenntnis der Dinge können wir hinzufügen, daß diese Mißbilligung bereits erfolgt ist, bevor der Brief an die Stadtverordneten bekannt wurde, und damit die Angelegenheit eine prinzipielle Bedeutung erhielt. Die Fakultät vermutete offenbar nicht, daß die Sache noch die Oeffentlichkeit beschäftigen würde, und erteilte den Verweis, um den Fall kurzer Hand aus der Welt zu schaffen. Vielleicht hatte sie Grund zu der Annahme, daß der Frhr. v. Mirbach eine Art Vorgesetzter des Kultusministers sei, und sie war deshalb bemüht, die Gelegenheit zu einem langwierigen Disziplinarverfahren von Haus aus durch die Konzession eines Verweises zu beseitigen. Nehmen wir zur Ehre der juristischen Fakultät an, daß sie dann, als der Mirbach-Brief an die Stadtverordneten ruchbar wurde, ihr übereiltes Vorgehen bedauert hat; denn es ist doch gar nichts ehrenvolles, daß sich die Berliner Universität den Weisungen irgend eines gänzlich unbefugten Hofmannes fügt." München, 28. November. Dieser Tage wurde eine neue katholische Studenten-Korporation „Burgundia" akademisch bestätigt. Burgundia steht im Kartell mit Gothia-Würzburg und Ripuaria- Bonn. Es bestehen jetzt an den hiesigen Hochschulen zehn katholische Korporationen. , , . a Jena, 27. November. Die feierliche Uebergabe des Ehren- Doktor-Diploms an Se. Hoheit den Prinzen Moritz von Sachsen-Altenburg durch die Professoren Pierstorff und Häckel von denen der erstere als Dekan, der letztere als Senior der philosophischen Fakultät der Universität Jena erschien, geschah im Prinzenpalais zu Altenburg. Dem feierlichen Akte der Uebergabe, wobei Professor Pier- storff die Anrede hielt, folgte eine Gastmahl, an dem außer dem Staatsminister v. Helldorf und einigen anderen Herren auch Prof. Dr. Hans Meyer aus Leipzig teilnahm. Verschiedenes. Am 25. ds. jährte es sich zum 50. male, datz Rudolf Virchow seine erste Vorlesung als Professor an der Würzburger Universität gehalten hat. Aus diesem Anlaß fand im Pathologischen Institut eine kleine Feier statt. Im Vestibül war die bekränzte Büste Virchow's aufgestellt. Professor Geheimrat von Rindfleisch hielt die Festrede, die die Entwicklung der Pathologie in den letzten 50 Jahren und Virchows Bedeutung zum Inhalt hatte. — Wie der „Schwäbische Merkur" aus Heidelberg mitteilt, sind die im Adreßbuch der Universität schon längere Zeit als beurlaubt aufgeführten a.-o. Professoren in der medizinischen Fakultät: Dr. Bessel-Hagen und Dr. D i n k l e r, die leitende Stellungen an Krankenhäusern in Charlottenburg Unb Aachen bekleiden, nunmehr endgiltig aus dem Lehrkörper der Universität^aus- geschieden. Zum Rektor der Baseler Hochschule für das Jahr 1900 ist der Professor der Zoologie Dr. Friedrich Zschokke g-wM worden — Der jetzt im Ruhestand lebende Zoologe der Universität St. Petersburg Professor N P. Wagner beging am 20. November sein 50- jähriges Dienstjubiläum. — Der Zudrang von studierenden Fr auen zur Berliner Universität ist in diesem Wmter ganz besonders stark. Bis jetzt sind bereits 372 Frauen als Gastzuhörerinnen zugelassen, gegen 241 IWc nur gewaschen, gebleicht und getrocknet, 40 pCt. billiger wie fertig geplättete Wäsche. 8324 Dampsmschaustall Edelweiß. Heule frische Schellfische, «abliatr, Zander, Lchollerr, Fluss« hechle, lebende Karpfen, Schleie, Forellen eingetroffen. 310 Prompter Versandt nach auswärts. I I. M. Schulhof, $H9°n I Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft. im vorigen Winter und ISS im letzten Sommer. — Geheimrat Quincke, der ueugewählte Rektor der Kieler Universität, ist auch bei dem neuen Kultusminister mit feinen Wünschen für den Neubau der neuen Klinik noch nicht durchgedrungen. Er hat seine Lehrthätigkeit wieder ausgenommen, verweigert aber die Annahme des Gehalts. Für die verwundeten Buren gingen bei rrrr? ein (bis 29. November): H. E., Gießen 2 Mk., Ungenannt 2 Mk., Verein der Rheinländer und Westfalen, Gießen 8.30 Mk., Gäste der Wirtschaft zur Linde, Lollar 4.50 Mk., Krieger- und Gesangverein Bersrod 6 Mk, A. D., Gießen 5 Mk., Kriegerverein Klein Linden 6.15 Mk, Stammtisch „Blau-weißrot" (Hotel Einhorn) 16 Mk, Frau Hensel, Gießen 10 Mk., Samstags- Kegler im Gesellschaftsverein 20 Mk., Heinrich Lotz, Gießen 2 Mk.. Dr. W. Curtmann, Gießen 10 Mk., L. B., Gießen 2 Mk., T. S., Gießen 3 Mk., L. Petri II., Gießen 6 Mk., F. B., Gießen 3 Mk., R. Kr., Gießen 5 Mk., Verwalter Preiß, Gießen 3 Mk., R. N., Gießen 3 Mk., T., Gießen 2 Mk, Kegelklub „Fröhlichkeit" Gießen 4 Mk., Männerturnverein Gießen 20 Mk., T., Gießen 0.65 Mk, M. H., Wieseck 2 Mk., Gäste im Cafo Amend, Gießen 7.94 Mk. Zusammen 513.04 Mk. Weitere Gaben nimmt die Expedition dieses Blattes gern entgegen. Die Expedition. Für die Buren sind weitere Beträge bei der unterzeichneten Ortsgruppe eingegangeu: Von Herrn Fabrikant Adolf Noll, Gießen 25 Mk., von den Stammgästen des „Reffeonkel" Gießen 30 Mk., von Herrn Ludwig Dörner, Lich, als Ergebnis einer Sammlung daselbst 56.80 Mk., von Herrn Dr. L. H., Gießen 3 Mk., Zusammen 309.30 Mk-, was dankend bestätigt die Ortsgruppe Giessen des Alldeutschen Verbandes. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen von Gerichtsaccesstst Pro sch, Schillerstrahe 14. Bei dem hiesigen Zweigvereiu vom „Roten Kreuz" sind an Unterstützungen für Transvaal weiter eingegangeu und werden dankend quittiert: Von den Herren Bücking 10 Mk., H. E. 1 Mk., Fr. 3 Mk., von der Schifferbude 12 Mk., von Herrn Professor Dr. Frank gesammelt bei der Feier des Geburtstags Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs 50 Mk., von Herren B. Schirmer 10 Mk., L. I. 10 Mk., K. M. 1 Mk., L. 1.70 Mk. = 98.70 Mk., dazu die früher verzeichneten 96 Mk., zusammen 194.70 Mk. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Giessen, 29. November 1899. Auf das Eingesandt vom 28. können die Einsender des vom 27. wenig erwidern; wer etwa glaubt, daß zwei Stunden mehr am Sonntag ein Aequivalent für ein mattes Weihnachtsgeschäft werden soll, dem ist nicht zu helfen. Wir würden uns auck heute ausgeschwiegen haben, wenn wir nicht gestern in derselben Nummer gelesen hätten, daß der Verein die Beschlüsse der Minorität aus- sührte. Das ist so wunderbar, so neu; bisher nahm man an, die Majorität sei die Siegerin. Und wenn also der Vorstand des Vereins diese Thatsache bei seiner Eingabe an die entscheidende Instanz nicht verschweigt, so kann die Antwort trotz aller süßen Worte für jene nur ablehnend ausfallen. X. Hinsichtlich des Gesuches des Detaillistenvereins um Verlängerung der Verkaufszeit am Weihnachtsabend hält es der Einsender dieser Zeilen für ein schreiendes Unrecht, wenn das Großh. Kreisamt demselben stattgäbe. sWie aus den vorausgegangenen Erklä^ ungen zu ersehen ist, sollen die Läden einiger Branchen nur lediglich im Interesse einiger Nachzügler offen gehalten werden. Berücksichtigt man dagegen, daß nur alle 7 Jahre der Weihnachtsabend auf einen Sonntag fällt und dieser einem großen Teil der Angestellten in den Läden auch einmal Gelegenheit bietet, einen solchen Abend im Kreise der Angehörigen begehen zu dürfen, so ist es wohl entschieden zu verwerfen, diesen Sonntag, der nur alle 7 Jahre wiederkehrt, den betreffenden Kaufleuten auch noch zu rauben. Wenn die Läden um 9 Uhr geschlossen werden, iso kommen die meisten Angestellten erst um 10 oder 11 Uhr nach Hause, und man kann wohl keiner Familie zumuten, mit der Bescheerung eines Mitgliedes wegen solange zu warten.______________________________ Kirchliche Nachrichten. Svangelische Gemeinde. Donnerstag den 30. November, abends 8 Uhr, Blbelfittirde im unteren Saal des neuen Konfirmandenhauses (Kirchstraße). 1. Petr. 2, ff. Pfarrer Dr. Grein. (hipfdiluiiimi Gießener Kndergchllslhast zwar: veranschlagt zu Hesehlich geschützt. 8532 Der Borftand. 04302] Großes Quantum 8358 Benner. 8340 ^Halt!!! Halt!!! Warnung Hanfcouverts mit Flrmendruok Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. — Druck und Verlag»der Brühl'schen UniversNätS-Buch- und Steindruckerei (Dietsch Erben) in Gießen. Aie Heutige Aummcr umfaßt 12 Seite». Perschikdknes Vermietungen MiHgeluche Ostene Stellen Vereine ÄnnfG etliche p* s ® ® *» N ** ® »e a s «« ® ** E» ® Donnerstag den 30. November. General- | Uersammlg. Anschl. Dortrag: „Entwickelung der Technik im Verlauf der Weltgeschichte" (Fortsetzung). UttgellNg von MkMbkiten. Die zur Herstellung einer neuen Chaussee erforderlichen Arbeiten in der Gemarkung Treis a. Lda. und £ LAVIER- STIMMEN Zitherunterricht wir- gesucht. Offerten unter Nr. 04301 an die Ex- pedition dieses Blatte?. Eine große Zinkbadewanne zu kaufen gesucht. 04296 Ludwigstratze 26. Wer schreibt gegen gute Vergütung Kolleghefte aß? Offerten unter Nr. 04295 an die Ex- pedition dieses Blattes. Warne hiermit jedermann, meinem Manne Balthasar Sommer zu T Großen-Linden etwas auf meinen § Namen zu borgen, da ich für nichts hafte. » Katharine Sommer, ® > V 1 U ■■ KoHlenfüsser u. Kasten, Ofenschirm u. Osellmrseher ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ OOOOOOOOOOCO Vormbaums Wollwaschpulver Ewreha litffÄÄ’Ä Vormbaums Wollwaschpulver „Eureka" ,ft nHX in bch°r°n Kurz-. Weiß- und Wollwarengeschäften zu haben. OOOOOOOOOOOQ Steins Saalbau Sonntag den 3. Dezember: Franz Eyserbeck G. D. Gebauer Nachfl. 61 Bahnhofstrasse 61 WteMWhnnng oder erste Etage per Januar zu mieten gesucht. Offerten an die Gewerkschaft Elisenburg, Bahnhofstraße 61. 04300 sollen Mittwoch den 6. Dezember, nachmittags I Uhr, auf dem Rathause zu Treis a. Lda. öffentlich vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen können auf der unterzeichneten Bürgermeisterei daselbst eingesehen werden. Tceis a. Lda-, den 29. Nov. 1899. Gr. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Mo geh’ sch hin?? Ins KonzertloKak zu den vier Zat-reszeiten W. Busch, Grünbergerstratze 47 da ist heute, Donnerstag den 30. November Grosse Abschiedsvorstellung der Serörsch-ungarischen Zigeunertruppe. Niemand versäume die letzte Vorstellung. Anfang abends 8 Uhr. 8339 Nähtische, Schreibtische, Schreibstühle und fertige Betten in allen Preislagen. 04304 Möbel - Magazin August Ossmann, 89 Seltersweg 89. Konzert der Bockenheimer Husaren. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen Gatten, Vaters, Großvaters und Schwiegervaters 8337 Kenn Gastwirt Georg Schwalm in Lollar, für die vielen Blumenspenden, insbesondere Herrn Pfarrer Guß, mann für die trostreichen, herzlichen Worte und dem Veteranen« und Kriegerverein „Ludwig zur Treue« für die dem Heimgegangenen erwiesene Ehre sagen unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Lollar, Kirchheim, Bersrod, den 28. November 1899. Gegründet 1877. AchmdknUiche Gemral-VersaMlms Donnerstag den 30. November 1899, im Kaiserhof. Tages-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Beschlußfassung der neuen Satzungen. 3. Stiftungsfest. Versteigerung. WEs werden Montag den 4. Dezember, von vormittags 10 Uhr an, in der Wohnung der verstorbenen Eheleute Ludwig Müller und Luise geb. Krombach von Lützellinden folgende Gegenstände öffentlich meistbietend versteigert : 2 Fahrkühe (1 frischmelkend), 1 fahrbar gelerntes Rind (hochträchtig), 1 junges Rind, 1 Bullenkalb. Ferner Haus- und Oekonomiegerät- schaften, Gemüse, Kartoffeln, Heu, Stroh, Grummet, Häckselmaschine, Wagen, Pflug, Egge, Küchen- und Stubengerätschaften rc. Lützellinden, den 27. November 1899. Müller 04294 Schultheiß und Vormund, Vollkommenster Butterersatz der Gegenwart I Bräunt beim Braten! Spritzt nicht! Alleinige Fabrikanten Wahnschaffe