Nr. 230 Zweites Blatt Samstag den 30. September 1899 Gießener Anzeiger General-'Anzeiger Bri Postbezug 2 Mark 50 Ps, vierteljährlich Met»gr»rri« vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pf,, mit Bringerloh». Annahme »au Anzeigen zu der nachmittag, für Ira M^'-ilra Te, erscheinendm Nummer bi, vorm. 18 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bei In- und Lullanan nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cnig«i<» OHchewt Hin* mir Ausnahme der Rantegs. Die A'.eßenee »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beißeNßt. Anrts- und Anzeigeblatt für den Ttveis Grenzen. Redaktion, Lxpedittvn und Druckerei: Ach»kstrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Slätter für hessische UolKsKunde. ! " ■_ ■ - -W» Adresse für Depeschen: Anzeiger chletze» Fernsprecher Nr. 51. Politische Tagesübersicht. Berlin, 28. September. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wenn die „Münchener Neuesten Nachrichten" ihre jüngste Mitteilung über die in der letzten Staats-Ministerial-Sitzung gefaßten Beschlüsse aufrecht erhält, so können wir auf Grund unanfechtbarer Informationen nach wie vor feststellen, daß diese Mitteilungen unrichtig sind. Der Inhalt der Staats-Ministerial-Beratungen wird, wie allgemein bekannt ist, von allen Beteiligten streng geheim gehalten. Nachrichten darüber können daher nur aus sehr trüber Quelle fließen, und es muß umsomehr wnnder nehmen, daß große Blätter kein Bedenken tragen, solchen offenbar völlig unzuverlässigen Meldungen Aufnahme zu gewähren. — Die „Berliner Korrespond." veröffentlicht folgende Erkürung: In letzter Zeit finden sich in mehreren liberalen und konservativen Blättern allerlei Angaben über das Verhalten einzelner Minister zu der Kanal-Frage und zu verschiedenen damit in Zusammenhang stehenden Maßregeln der Staats-Regierung, besonders in Betreff des Vorgehens gegen die politischen Beamten. Wir können auf das bestimmteste versichern, daß alle diese Mitteilungen jeder thatsä chlichen Grundlage entbehren. Irgendwelche Uneinigkeiten innerhalb des Staatsministeriums bestehen in keiner Weise, wie denn auch alle Minister für die in Rede stehenden Maßregeln die gleiche Verantwortung tragen. Die in den Zeitungen hierüber mitgeteilten Einzelheiten sind völlig unzutreffend. — Die „Berliner Reuest. Nachr." hören, es bestehe die Absicht, den wirtschaftlichen Ausschuß zur Beratung der Handels-Verträge in diesem Herbste zur Beratung in Berlin zusammenzuberufen. — Zu der gestrigen Erklärung des Herrn v. Zedlitz in der „Post" schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": Wie wir hören, entspricht diese Erklärung den Wünschen der Staatsregierung, welche auch ihrerseits der Ansicht ist, daß sich eine derartige journalistische Thätigkcit, wie sie von dem Freiherrn v. Zedlitz ausgeübt worden ist, mit der Stellung eines Beamten nicht verträgt. — Die neuerlichen Gerüchte von einer angeblich bestehenden Ministerkrisis, die ihren Grund in Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Ministerpräsidenten Fürsten zu Hohenlohe und dem Finanzminister 0r. v. Miquel haben sollte, werden uns von bestunterrichteter Seite.als unzutreffend bezeichnet. Innerhalb des gesamten Staats Ministeriums herrscht über die wesentlichen schwebenden Fragen volle Uebereinstimmung. Daß auch das Einvernehmen zwischen dem Fürsten zu Hohenlohe und dem Vicepräsidenten des Staatsministeriums durchaus nicht zerstört ist, dürfte schon daraus erhellen, daß Fürst Hohenlohe gestern abend Herrn v. Miquel besucht und eine lang andauernde Unterredung mit ihm gepflogen hat. Deutsches Reich. Berlin, 28. September. Der Kaiser begrüßte am Dienstag Nachmittag nach der Ankunst auf der Rhede von Danzig zunächst die Besatzung des aus Ostasien heimgekehrten großen Kreuzers Kaiser und besichtigte hierauf denselben. Abends hörte der Kaiser an Bord der Hohenzollern den Vortrag des Admirals Köster. Gestern morgen wohnte der Monarch von ?i/4 bis 10’/2 Uhr der Inspizierung des Kreuzers Kaiser durch den Admiral Köster bei und hörte später auf der Fahrt von Danzig nach Rominten die Vorträge des Chefs des Militär-Kabinetts, von Hahnke und des Staatssekretärs des Reichs-Marineamtes, Kontre-Admiral Tirpitz. — Die gesamte Jagdbeute des Kaisers während seines fünftägigen Aufenthaltes in Schwed en beträgt 62 Rehböcke, 1 Fuchs und 7 Bussarde. Davon entfallen 24 Böcke und 1 Fuchs auf Snogeholm, während die übrigen 38 Böcke und die 7 Raubvögel in dem Jagdgebiet des Grafen Thott-Skabersjö erlegt wurden. Die Mehrzahl der erbeuteten Gehörne ist außerordentlich stark und prächtig geperlt. Von den während seines Aufenthalts hergestellten Photographien hat der Kaiser eine ganze Mappe kaufen und mit nach Deutschland nehmen lassen. Von dem Gefolge ist der Generalmajor v. M o l t k e als Gast des Grafen Piper h Snogeholm verblieben. Interessant ist es zu erfahren, rote der Kaiser dazu gekommen ist, dem Grafen Piper und dem Grafen Thott einen Besuch abzustatten. Bei einem Besuche im Hause des Generalmajors Grafen v. Moltke in Potsdam sah der Herrscher eine schöne Sammlung vonTrophäen, die der Hausherr von seinen Jagdausflügen in Schonen mitgebracht hatte. Ein alter Freund der Familie Moltke, Herr Marcher, der auf Schonen angesessen ist, hatte den Generalmajor zu diesen Jagdausflügen veranlaßt. Es ist vielleicht nur wenig bekannt, daß Herr Marcher bei dem Tode des greisen Feldmarschalls zugegen war, und daß dieser in seinen Armen verschied. Als der Kaiser seine Bewunderung über die Jagdtrophäen aussprach und den Wunsch äußerte, in Schonen zu jagen, erfuhr Graf Piper davon und lud durch den Grafen Moltke den Kaiser zur Jagd ein. Der Kaiser sagte zu, drückte aber den Wunsch aus, auch Herrn Marcher eingeladen zu sehen, und natürlich wurde dem gern entsprochen, lieber die weiteren Jagddispositionen des Monarchen liegen noch folgende Nachrichten vor: Zu der großen Hofjagd, welche am 26. Oktober im Heimburger Reviere bei Blankenburg am Harz stattfindet, wird der Kaiser am 25. Oktober als Gast des Prinzregenten von Braunfchweig in Blankenburg eintreffen. Für die dort stattfindende Jagd auf Rot- und Schwarzwild sind die Schießstände für die Teilnehmer bereits errichtet und einige hundert Stück Schwarzwild eingekörnt. — Ferner wird sich im Laufe des November der Kaiser auf einige Tage nach Slawentzitz begeben, um auf Einladung des dort ansässigen Oberstkämmerers Herzogs von Ujest- an den Herbstjagden teilzunehmen. Weiter hat der Monarch in Aussicht genommen, in demselben Monat auch dem Fürsten v. Pleß auf dessen Besitzung Pleß in Oberschlesien einen mehrtägigen Jagdbesuch abzustatten und bei dieser Gelegenheit auch einen mehrtägigen Abstecher nach Primkenau zum Jagdbesuch bei feinem Schwager, dem Herzoge Ernst Günther von Schleswig- Holstein, zu unternehmen. Die näheren Daten dieser Jagdausflüge sind noch nicht bekannt. Berlin, 28. September. Zu der Mitteilung, daß der Minister v. Miquel zur Zuspitzung der Gegensätze zwischen den Konservativen und der Staatsregierung beigetragen habe und insbesondere an der Maßregelung der Beamten beteiligt sei, wird der „Kreuzzeitung" auch von anderer Seite auf das bestimmteste versichert, daß diese Annahme unzutreffend ist. Bei der im Staatsministerium einheitlich getroffenen Maßnahme könne auch von dieser besonderen Verantwortlichkeit eines einzigen Mitgliedes keine Rede sein. Berlin, 28. September. Reichskanzler Fürst Hohenlohe hatte der „Staatsbürger Zeitung" zufolge mit Finanzminister Miquel gestern nachmittag eine längere Konferenz. In politischen Kreisen bringt man dieselbe mit der ungewöhnlich scharfen Zuspitzung der inneren Lage in Zusammenhang. — lieber die Besetzung einiger höherer Verwaltungsämter erfährt die National-Zeitung folgendes: Der Regierungs - Präsident von Oertzen-Sigmaringen, von dem cs hieß, er werde als Nachfolger des Herrn von Bitter, Direktor im Ministerium des Innern werden, wird als Negierungs-Präsident nach Düsseldorf versetzt werden. Zum Regierungs Präsidenten in Posen soll der Vortragende Rat im Ministerium des Innern, Geheimer Ober Regierungs- rat von Holleuffer bestimmt sein. Als künftigen Direktor im Ministerium des Innern nennt man jetzt den Negierungs- Präsidenten von Dewitz in Erfurt und den Regierungs- Präsidenten von BischoffShausen in Minden. — Die heutige Stadtverordneten-Versammlung hat beschlossen, dem Bürgermeister Kirschner für feine der Stadt Berlin geleisteten außerordentlichen Dienste einen Extrabetrag von 12,000 Mark zu gewähren. Der Magistrat wurde ersucht, der Bewilligung dieser Summe zuzustimmen. — Auch an hiesiger unterrichteter Stelle wird die Meldung englischer Blätter, wonach wegen der Verpachtung der Delagoa-Bay an England Verhandlungen zwischen der deutschen und portugiesischen Regierung eing.Ieitet seien, als durchaus unbegründet bezeichnet. — Wie die „National-Zeitung" hört, ist die Ernennung des Herrn Viktor Schoultz zum landwirtschaftlichen Attache in Petersburg thatsächlich erfolgt. Hamburg, 28. September. Das Gnadengesuch des P h o l o g r a p h e n W i l cke, der bekanntlich wegen unbefugten Eindringens in das Sterbezimmer des Fürsten Bismarck und Photographierens der Leiche zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, ist vom Kaiser abschläglich beschieden worden. Ausland. Wien, 28. September. In parlamentarischen Kreisen wird versichert, Baron Gautsch sei bereits mit der Bildung eines allen Parteien genehmen Beamten- Ministeriums betraut. Derselbe habe auch schon die geeigneten Mitarbeiter ausgesucht, und stehe die amtliche Publikation der neuen Ministerliste unmittelbar bevor. Wien, 28. September. Die Oppositionsmänner des Polen- und Jungtschechen Klubs, Jaworski und Dr. Engl sowie Bielinski und Baron Dipauli sind vom Kaiser zur Audienz berufen worden. Loudon, 28. September. Die heutigen Blätter kündigen die Veröffentlichung einer Broschüre des Deutschen Lehmann an, welcher während 50 Tagen Gefangener des Khalifen vom Sudan war. Lehmann macht in der Broschüre interessante Mitteilungen über die dortigen Gebräuche und über das Leben des Khalifen. Paris, 28. September. Der Staatsrat hat die Regierung ermächtigt, in Abwesenheit der Kammer über eine Summe von 300000 Franks zur Aufbesserung der Sanitäts-Posten in Marseille, Bordeaux und Nantes zur Verfügung zu stellen. Diese Maßregel bezweckt, die Einschleppung der Pest aus Egypten und Portugal zu verhindern. Warschau, 28. September. Der Gehilfe des General-Gouverneurs der Weichsel-Provinzen, Onoprienko wurde plötzlich seines Amtes enthoben, angeblich wegen zu milder Behandlung der in der Warschauer Citadelle untergebrachten polnischen Gefangenen. Belgrad, 28. September. Der Belagerungszustand, soll, wie offiziös gemeldet wird, demnächst auf- gehoben werden. Foksies huü ^LsvMMürs. Gieße», 29. September 1899. ** Gabelsberger Stenographenverein Gießen. Der am heutigen Tage zum Abschluß gekommene erste Damenkursus des Gabelsberger Stenographenvereins Gießen, darf mit Recht als ein in jeder Beziehung befriedigender Anfang für den stenographischen Unterricht in Damenkreisen betrachtet werden. Kann doch der Verein mit Stolz verzeichnen, daß es unter der bewährten Unterrichtsleitung des Herrn Lehrer Müller gelungen ist, die die herrliche Kunst Gabelsbergers erlernenden Damen bis zum Abschluß des Kurses der guten Sache zu erhalten. Das am letzten Dienstag von dem Verein veranstaltete Wettschreiben darf in Bezug auf Korrektheit und Schönheit der Schriftzüge als wohlgelungen betrachtet werden, und rechnet es sich der Verein zur höchsten Ehre an, die wirklich vorzüglichen Leistungen der Schülerinnen Gabelsbergers mit Diplomen auSzeichnen zu können. Es wurde durchweg gut geschrieben, und stand keine der Schülerinnen hinter dem gesteckten Ziele zurück. Das Gelernte wird durch einen Fortbildungskursus weiter entwickelt und dem Gedächtnis fester eingeprägt werden, und sollen die Schülerinnen zur gemeinsamen Arbeit und zur Begeisterung für Meister Gabelsbergers erhabene Kunst gewonnen werden. Es ist zu hoffen, daß auch der neue Anfangskursus (Beginn im Oktober) seiner Zeit gleich schöne Erfolge zu verzeichnen haben wird. — Ein Meisterwerk hast Du geschaffen, — Der Du die Schnellschrift gäbest uns; — Wir werden nimmermehr erschlaffen,— Zu lehren Gabelsbergers Kunst. ** Militärdienst der Volksschullehrer. Zum letzten Male werden dieses Jahr die Volksschullehrer zu einer zehnwöchigen militärischen Hebung herangezogen. Mit dem nächsten Jahre tritt bekanntlich die Bestimmung bezüglich des einjährigen Militärdienstes für Volksschullehrer in Kraft. Es wird sich bann in allen deutschen Staaten ein bedeutender Lehrermangel fühlbar machen; sollen doch nach amtlicher Schätzung dann etwa 3060 Lehrer dem Volksschuldienst jährlich entzogen werden. Es werden dann viele Lehrer- stellen mit Schulamtsaspirantinnen besetzt werden müssen, an denen bis jetzt noch kein Mangel, vielmehr bedeutender Ueberfluß herrscht. — Erwähnte Hebung findet beim 1. Nassauischen Jnf.-Regiment Nr. 87 in Mainz statt und beginnt am 28. September. An demselben Tage rückt auch eine größere Anzahl hessischer und nassauischer Volksschullehrer beim Jnf.-Regiment Nr. 117 ein. ** Hessische Klassenlotterie. Eine Abordnung der Losehändler, Rachor und Anger-Mainz und Dinkelmann- Worms begaben sich gestern nach Darmstadt in's Finanzministerium, um Aufklärungen darüber zu erhalten, zu welchem Zeitpunkte die Hessische Klassenlotterie in Aktion treten würde. Den Herren wurde der Bescheid zu Teil, daß die Lose bis jetzt noch nicht vergeben worden seien, sicher aber würde bei der Vergebung nur eine Darmstädter Bank in Betracht kommen. Die Sache soll derart beschleunigt werden, daß schon mit dem Monat Dezember mit der Ausgabe der Lose begonnen werden könne. Gefiudeordnuug. Mit dem 1. Januar 1900 tritt -die neue Gesindeordnung in Kraft. Dieselbe stimmt im wesentlichen mit der seitherigen überein. Doch hat sie in einzelnen Bestimmungen Abweichungen von der jetzt noch geltenden. Auf das Rechtsverhältnis zwischen Dienstherrschaft und Dienstboten finden nunmehr die Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuches Anwendung, sofern nicht die Gesindeordnung andere Vorschriften ausweist. War seither der Wechsel der Dienstboten auf den ersten Werktag nach Weihnachten festgesetzt, so ist durch die neue Gesindeordnung der Beginn des gesetzlichen Dienstjahres auf den ersten Werktag nach Neujahr festgesetzt. Das Dienstjahr endigt am ersten Werktag des folgenden Jahres. Ferner kann für eine oder mehrere Gemeinden durch besondere Anordnung bestimmt werden, daß, falls für die Dauer der Dienstzeit nichts vereinbart ist, der Vertrag als auf die Dauer eines Kalendervierteljahres abgeschlossen angesehen wird. Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem ersten Werktag eines Vierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden Kalendervierteljahres. Nach den jetzt noch geltenden Bestimmungen begann das Vierteljahr mit dem ersten Werktag nach. Weihnachten oder nach Ostern, oder mit dem Johanms- oder Michaelistag. Wird ein Dienstbote krank, so hat die Dienstherrschaft, wenn sie nicht freiwillig oder auf Grund des § 617 des Bürger!. Gesetzbuches die Pflege übernimmt, sofort der Krankenkasse oder dem Bürgermeister von der Erkrankung Anzeige zu machen. Die Dienstboten sind auch nach der neuen Gesindeordnung für allen Schaden der Dienstherrschaft gegenüber haftbar. Doch verjähren derartige Schadenersatzansprüche, wie überhaupt alle Ansprüche aus dem Gesindevertrag in einem Jahre. Die Bestimmungen der jetzigen Gesindeordnung über das Verfahren in Gesindesachen sind in der neuen nicht vorhanden. Für die Ucbergangszeit zum neuen geltenden Recht ist folgendes zu beachten: Der Termin für den Wechsel der Dienstboten richtet sich für solche Dienstboten, die vor dem 1. Januar 1900 ihren Dienstvertrag abgeschlossen haben, nach den seitherigen Bestimmungen (also z. B. von Weihnachten zu Weihnachten); für solche, die sich nach Inkrafttreten des Bürger!. Gesetzbuches vermieten, nach den neuen Vorschriften. •* Die 26. (außerordentliche) Hauptversammlung der „Ludwig- und Alice-Stiftnug", ein zum bleibenden Gedächtnis an die Vermählung Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Ludwig von Hessen, nachmaligen Großherzogs Ludwig IV. von Hessen, mit Ihrer König!. Hoheit der Prinzessin Alice zu Gunsten der Hinterbliebenen hessischer Volksschullehrer gegründeter Verein, fand Mittwoch nachmittag im Festsaale der Großherzogl. Oberrealschule unter der Leitung ihres Vorsitzenden, des Herrn Reallehrer K a ß l i ck, in D a r m st a d t, statt. Anwesend waren etwa 300 Lehrer aus allen Agenturen des Großherzogtums. Der Vorsitzende eröffnete die Verhandlungen kurz nach 1/i2 Uhr, indem er vorerst den Erschienenen ein herzliches Willkommen zurief, und dann in längerer Ansprache zum einheitlichen Ausbau der Wohlfahrtseinrichtungen des hessischen Volksschullehrerstandes mit der Mahnung „Lebet im Ganzen!" aufforderte. Alsdann trat die Versammlung in die Beratung und Beschlußfassung über den Entwurf neuer Satzungen der Stiftung ein. Dieselbe zerfällt nun in eine Sterbe- und eine Unterstützungskasse. Die erstere gliedert sich hinsichtlich der Höhe des Sterbegeldes in fünf Abteilungen, dergestalt, daß in der 1. Abteilung ein Sterbegeld von 200 Mk., in der 2. ein solches von 400 Mk., in der 3. von 600 Mk., in der 4. von 800 Mk. und in der 5. ein solches von 1000 Mark ausgezahlt wird. Die neuen Satzungen, die auf einem gewissenhaften und sorgfältigen Studium des Vorstandes beruhen, umfassen nicht weniger als 70 Paragraphen. Außer kleinen Abänderungen wurden dieselben von der Versammlung nach einer etwa zweistündigen, mitunter lebhaften Debatte genehmigt, nur sichert der § 69 nunmehr auch den frühzeitig pensionierten Lehrern den Zutritt in eine höhere Abteilung der Sterbekasse bis zum 70. Lebensjahr, sofern ein ärztliches Zeugnis beigebracht wird. An der Besprechung beteiligten sich außer dem Herrn Vorsitzenden, der die Versammlung in bekannter Gewandtheit leitete, besonders die Herren Landtagsabgeordneter Backes, Schulinspektor Scherer von Worms, Oberlehrer Glaser von Oberramftadt, Lehrer Hechler von Alsbach, Oberlehrer Stenner von Mainz und Lehrer Müller von Oberramftadt. Den zweiten und letzten Gegenstand der Tagesordnung bildete: Die Kosten der Verwaltung für das Rechnungsjahr 1900. Mögen die Beschlüsse den Gliedern des hessischen Volksschullehrerstandes zum Heil und Segen gereichen! (Darmst. Tagbl.) *• Erledigte Stellen für Militäranw'ärter im Bezirk des 18. Armeekorps. Dillenburg, Magistrat, Nachtwächter und zngleich Hilfs-Polizeidiener, 650 Mk. — Dillenburg, Magistrat, Nachtwächter, 500 Mk. — Frankfurt (Main), Städtisches Gewerbe- und Verkehrs-Amt, Feldpolizei, Feldschütze, 1450 bis 1850 Mk., von 3 zu 3 Jahren, gute Dienstführung vorausgesetzt, aufsteigend. — Frankfurt (Main), Intendantur der 21. Division, Verrichtung des Brief- und Packetabsendegeschästs, sowie Anfertigung von Reinschriften, 25 Mk. monatlich, außerdem für den Bogen Schreibarbeit 25 Pfg., sodaß nach dem Durchschnitt der letzten 3 Jahre ungefähr 25 Mk. monatlich hinzukommen. — Hanau (Main), Stadtverwaltung, Marktmeister (Polizei- Wachtmeister, 1500 Mk., daneben für Beaufsichtigung des Stadttheaters freie Wohnung im Werte von 300 Mk. — Oranienstein, Kommando des Kadettenhauses, Aufwärter, 700 Mk. Gehalt, freie Wohnung, Feuerung und Licht. — Westhofen, Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt, Schaffner, 900 Mk. □ Stockheim, Ende September. Die diesjährige Rübenkampagne hat am 27. d. Mts. ihren Anfang genommen. Infolge des hier herrschenden Arbeitermangels hat sich die Fabrikleitung genötigt gesehen, fremde Arbeiter heranzuziehen. Hoffentlich tritt bald trockenes Wetter ein, damit die Rübenernte bester von statten gehen kann, als seither. Infolge der anhaltenden Nässe und kühlen Witterung wird allgemein ein Zurückgehen des Zuckergehaltes der Rüben befürchtet, was im Jntereffe der Rüben bauenden Bevölkerung sehr zu bedauern wäre. 0 Aus dem ev. Dekanat Büdingen, Ende September. Die diesjährige Dekanatssynode ist auf den 18. Oktober nach Lindheim anberaumt worden. Außer den üblichen geschäftlichen Mitteilungen, sowie den Neuwahlen zur VI. ordentlichen Landessynode steht auf der Tagesordnung das Referat des Herrn Pfarrers Goebel-Büdingen, über Gründung eines Erziehungsvereines für das Dekanat Büdingen. Ferner kommen noch 2 Anträge eines weltlichen Abgeordneten zur Verhandlung: Die anderweitige Organisation der Pfarreien im Dekanat, sowie die einheitliche Regelung der Katechismus- lehre. §§ Vom Laude, 28. September. Noch sind in den Dörfern die Dampfdreschmaschinen in voller Thätig- keit und die Fruchthändler sind schon dahinter her, den Weizen aufzukaufen. Um diese Zeit braucht der Landmann, insonderheit der kleinere, Geld, nnd man verkauft deshalb gern. Der Preis beträgt für den Doppelzentner Weizen nur Mk. 15.40. Das ist ein sehr billiger Preis, der im vorigen Jahre doch fast um 5 Mk. höher stand. Trotz dieser niedrigen Preise merkt man von einem Sinken der Mehlpreise ebensowenig, wie von einem Herabgehen der Brodpreise. Wer klug handeln will auf dem Lande, der läßt sich Weizen auf einer der jetzt vorhandenen Kunstmühlen mahlen. nn. Darmstadt, 28. September. Der Aufenthalt des russischen Kaiserpaares auf Schloß Wolfs- garten ist durch die fortdauernd schlechte Witterung sehr beeinträchtigt, nnd beschränkt sich fast ausschließlich auf das Schloß selbst und den dasselbe umschließenden Park. Während bei seiner früheren Anwesenheit der Kaiser mit dem Großherzog häufige Ausfahrten nach der nahen Koberstadt unternahm, woselbst unter Geh. Rat Koflers Leitung die Aufdeckung von Römergräbern vorgenommen wurde, widmet sich Kaiser Nikolaus Heuer nur den Regierungsgeschäften, während die Kaiserin mit ihren Kindern im Familienkreis der Großherzoglichen Familie Erholung und Ruhe findet. Sofort nach Eintreffen in Wolfsgarten hatte der Kaiser den Wunsch geäußert, dem Gottesdienste in der neuerbauten russischen Kirche auf der Mathildenhöhe beiwohnen zu können, und ist die Einweihung derselben nunmehr auf Donnerstag den 4. Oktober festgesetzt. Die Kaiserin Friedrich wird zu den Einweihungs-Feierlichkeiten ebenfalls anwesend sein. — Mit dem Bau der russischen Kapelle ist auch das wahrhaft tragische Geschick des genialen Architekten und Baumeisters Gustav Jakoby verbunden, dem von Anfang an von Sr. Majestät Kaiser Nikolaus persönlich die Ausführung dieses herrlichen Bauwerks übertragen wurde. Nach der Grundsteinlegung mit der Fertigstellung der Pläne und Kostenberechnungen beschäftigt, unternahm Baumeister Jakoby auf Befehl des Kaisers eine Jnstruktionsreise nach Rußland. Die Aufregungen dieser Reise und sonstige Schwierigkeiten mögen den Künstler so angegriffen haben, daß er schon bei seiner Rückkehr aus Rußland verschiedene Nervenanfälle hatte, bis gelegentlich einer Vorstellung im Gr. Hoftheater der Irrsinn bei dem Unglücklichen zum Ausbruch kam und seine Aufnahme in der pychiatrischen Klinik zu Gießen notwendig machte. Dort soll der Kranke auf Genesung hoffend noch weilen, während sein von dem Wiener Architekten Olbrich fertig gestelltes Werk als ein herrliches Kleinod von Architektur und Kunst seiner Einweihung durch das russische Kaiserpaar entgegensieht. nn. Darmstadt, 28. September. Dem in den wohlverdienten Ruhestand getretenen Landgerichtspräsidenten Dr. Machenhauer wurde eine besondere Ehrung zuteil, welche Zeugnis davon ablegt, in welch' hohem Ansehen derselbe stand. Der Verein der Richter an den Amtsgerichten der Provinz Starkenburg hat Herrn Machenhauer eine prachtvolle, vom Hofkalligraph Göttmann gefertigte Adresse in einer Ledermappe überreichen lassen, welche folgenden Wortlaut hatte: Hochzuverehrender Herr Präsident! Der Verein der Richter an den Amtsgerichten der Provinz Starkenburg, beehrt sich Ihnen, Hochverehrter Herr Präsident, beim Scheiden aus dem Amt seinen tiefgefühlten Dank auszusprechen für die Gerechtigkeit und das Wohlwollen, welches stets Ihren unterstellten Richtern während Ihrer langjährigen Thätigkeit zuteil wurde. Nur mit großem Bedauern sehen die Mitglieder des Vereins ihren allverehrtcn Vorgesetzten, dessen Andenken sie stets in Ehren halten und bewahren werden, aus dem Amte scheiden, und wünschen von Herzen, daß Ihnen, Hochverehrter Herr Präsident, auf Ihrem ferneren Lebenswege noch lange in Gesundheit die wohlverdiente Ruhe unter Gottes reichem Segen zuteil werden möge. Darmstadt im September 1899." * Mainz, 28. September. Gutenberg-Ausstellung. Die 500jährige Geburtstagsfeier des Erfinders der Buchdruckerkunst wird im Juni 1900 in Mainz glanzvoll begangen werden. In Verbindung mit dieser internationalen Feier soll auch eine Ausstellung stattfinden, die nach drei Gruppen geordnet sein wird. Die historische Abteilung umfaßt Erzeugnisse der Druckkunst aller Zeiten und Völker, sowie Druckgeräte und Maschinen, aus denen die Entwickelung der Druckkunst von ihren ersten Ansängen ab ersehen werden kann. Die graphische Abteilung soll dagegen ein möglichst umfassendes Bild der Erzeugnisse der graphischen Künste in ihrer heutigen Vollendung geben. Die dritte Gruppe, die Maschinen-Abteilung, wird die neuesten Maschinen und Geräte zur Herstellung des Drucks, womöglich in Thätigkeit, vorführen. An diese Ausstellung wird sich die Gründung eines Gutenberg-Museums anschließen. Die Gegenstände der historischen und graphischen Abteilung finden im Museum Aufstellung, wodurch den Ausstellern keine Kosten erwachsen. Für die Ausstellungsobjekte der Maschinenabteilung wird jedoch eine mäßige Platzmiete berechnet. Interessenten, welche die Maschinenabteilung zu beschicken gedenken, sind gebeten, ihre Anmeldungen möglichst bis Ende Oktober d. I. an die Großh. Bürgermeisterei in Mainz gelangen zu lassen. Der maschinelle Betrieb erfolgt durch Elektromotoren im Anschluß an das städtische Elek- tricitätswerk, wofür den Ausstellern nur die Miete der Elektromotoren und der verbrauchte Strom berechnet wird. = Mainz, 28. September. Von den großen militärischen Anwesen hier, die, wie jüngst mitgeteilt, demnächst nach langjährigen schwierigen Verhandlungen und Zugeständnis ziemlich bedeutender Opfer in das Eigentum der Stadt übergehen, waren zwei, die alte Militärbäckerei und die Welschnonnenkaserne, ehedem klösterliche Besitze, und ein drittes, die Flachsmarktkaserne, ein geistliches Familienstift, die auf dem Wege der Säkularisation in den Besitz des Fiskus gekommen sind. Das größte dieser Anwesen, die 7600 Quadratmeter umfassende alte Militärbäckerei, war ein Frauen- oder Nonnenkloster des Minoriten- ordens, das im Jahre 1275 durch den Mainzer Patrizier Humbert zum Widder gestiftet wurde. Später erhielt das Kloster den Namen „Klarissenkloster". Durch den letzten Kurfürst von Mainz, Friedrich Karl Joseph, wurde das Kloster 1781 aufgehoben und samt seinen großen Besitzungen dem Universitätsfonds einverleibt. Nach Einzug der Franzosen im Jahre 1797 wurde das Kloster zu einer Militärbäckerei und die dazu gehörige Kirche zu einem Privatmagazin eingerichtet, welchen Zwecken das Anwesen ununterbrochen bis auf den heutigen Tag teilweise noch dient. Die Welschnonnenkaserne bildet einen Teil des ehemaligen, im Jahre 1683 erbauten Welschnonnenklosters. Bei Aufhebung der Klöster (1802) kam dasselbe an den Schulfond, und die Kirche des Klosters wurde von Napoleon I. der evangelischen Gemeinde überwiesen, die bis 1829 ihren Gottesdienst darin verrichtete. Nachdem zu einem Fruchtmagazin eingerichtet, wurde die Kirche 1833 niedergerissen und das Gebäude in seiner heutigen Gestaltung als Beamtenwohnungen aufgebaut. Das dritte Anwesen, die Flachsmarktkaserne, war der im Jahre 1601 erbaute Familiensitz des Kurfürsten Adam von Bicken, von dem es auf den Grafen von Stadion vererbt wurde. Im Jahre 1798 nahmen die Franzosen den „Stadionshof" als Domäne in Besitz und richteten denselben als eine Kanonierkaserne ein. Später in Besitz des deutschen Bundes übergegangen, war die Kaserne zunächst mit österreichischen Truppen belegt, um alsdann bei der allgemeinen Umwälzung im Jahre 1866 von Preußen in Eigentum genommen zu werden. *f Frankfurt a. M., 25. September. Central st elle für Ob st Verwertung und Ob st-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Obstdurchschnittspreise. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Tafel-Aepfel je nach So 'te der Gentner 10 bis 15, Mk., Kochäpfel 8, Mostäpfel 4,65, Tafelbirnen je nach Sorte 10 bis 20, Pfirsiche 50, Trauben 25, Zwetschen 8. (In Mostobst wurden große Abschlüsse noch nicht gemacht.) * Frankfurt a. M., 27. September. (Der parfümierte Hund.) Folgende drollige Geschichte erzählt die „Sonne": Einer unserer Mitbürger pflegt seit Jahren in einem vornehmen Restaurant zu verkehren und alltäglich daselbst zu soupieren. Er ist ein reicher Mann und hält auf gute Küche, und in besagtem Restaurant verkehrte er mit ganz besonderer Vorliebe, weil die Küche in hohem Maße seinen Anforderungen entsprach. Ein kleiner, vierbeiniger Familiengenosse vom Stamme Pinscher, der sich Madames größter Freundschaft und Liebe erfreut, ist ebenfalls Gourmand und begleitet seinen Herrn jeden Abend zum Essen. Im Lokal angelangt, macht Butzi erst allen anwesenden Gästen eine kurze Anstandsvisite — wohlgemerkt, er ist ein Hund aus feinem Hause — dann verschwindet er in der Gegend der Küchenthüre und kommt erst nach geraumer Zeit wieder. In der Küche hat er nämlich auch einen guten Freund und das ist der Chef, der ihm immer einen guten Bissen aufhebt. Die Gäste hatten sich schon öfters über das harmlose kreuz- fidele Tierchen beklagt, es gibt ja genug Menschen, die keine Hunde leiden können, der Wirt mochte sich aber den guten Gast wegen des Quadrupeden nicht vertreiben und ließ Butzi ruhig gewähren. Eines Abends that er über den kleinen Köter eine abfällige Bemerkung, die der Hausbursche hörte, der als treuer Diener seines Herrn schleunige Abhilfe zu schaffen beschloß. Als Butzi am folgenden Abend wieder in die Küche kam, fing er sich ihn ein und — entsetzlich — rieb Butzi von der Schnauze bis zum Schwanz mit — — Limburger Käse ein. Gerade als fein Herr fortgehen wollte, tauchte das beklagenswerte Opfer schnöder Hausburschenlist wieder im Lokale auf und rieb sich an allen Stuhl- und Tischbeinen. Alles hielt sich entsetzt die Nase zu, wo das duftende Tierchen hinkam, zum Glück ging aber sein Herr gleich fort, sonst hätte es noch ärgerliche Szenen gegeben. Per Trambahn ging es heim, Butzi im Innersten seiner edlen Hundeseele empört über die ihm angethane Schmach, hintennach. Zu Hause angelangt, war es aber auch schon mit einem Satz im Bette seiner Herrin, die mit zwei Händen in das parfümierte Fell griff. „Um Gotteswillen!", schrie sie im nächsten Moment auf, und beförderte Butzi in kühnem Bogen aus den Kiffen. Sein Herr hielt sich die Nase zu, die Dienstboten gingen durch, ein entsetzlicher Gestank erfüllte das Gemach. Butzi wälzte sich indeffen auf dem « * d° «Ä« « wat tt e M tt da , 'j Är • Berlin, 2l Mfelbt” dn bt* 60,7 , ta 9«* , sjliMtn l«m * MM" ® feinem « verübt. ( $** St. Goar,. weithin bekannter Berliner Kind, hc daß er ihm neb1 großartigen Run spiegel gelegene, volle Aussicht ir in St. Goar zu fügung stelle, und reich eingei Gesellschaftsräum Musik-, Spiel- i garten mit den sei Bäder aus eigen in einem großen, einem Pavillon i' sch. Herr Dorf anwalt Goldschm nötigen Schutte Hauptmann Dr> feiten in den L * Danzig, wütet seit Mor arbeiten vier T zwei Regierungs Druckwerke ring Oelmühle ist eil Gtärtefabrit un Dentai unb ben j Der <5djaben bet; zum Zeit durch B Die eigentliche O angrenzenden Geb Rominten, 2r eines Wolfes tanntlich der Ra ruhigt. Mehrer handensein des st den Wolf beobai alter Wolf zur russischen Forster Hamburg, 2l Dampfer „Ad- marca geftranb ojne vier Mann "düng bestand a erIa6* Münster, l «W eure Poliz jungen unter iu bringen sind. .....Men, 21 «’b Wä^en V groß. Dik di- 8n biet, Aschen S »ob«®1” -rEZ? ?Ä an ba8ft?hr£ltW L?s.r SS«*. ,% * ii«i; K«r "mbiealteWhütfc KMÄ utnWenbe alte Bitat- des Minoriten- bt "sm?" »e. Später etW bas ?■ • Durch den letzten Karl Joseph, wurde das °!men großen Besitzungen "ach Einzug der Franzosen 9U elner Militärbackerei einem Privatmagazin ein« ttefen ununterbrochen bis noch dient. Die Welsches ehemaligen, im Jahre J- Bei Aufhebung btr Jen Schulsond, und die oleon l. der evangelischen ) ihren GviteMech darin cnchlrnagazin eingerichtet, jsen und das Gebäude in Menwohnungen ausgebaut, narktkaserne, war der im des Kursürften Adam von rasen von Stadion vererbt jmtn die Franzosen den esitz und richteten denselben Später in Besitz des deutschen kaserne zunächst mit öfter* lsbann bei der allgemeinen fhxuja in Eigentum ge- wider. Centralstellr chschnittsyrersr. (Die t Lieserung> Tasel-Aepsel bis 15, Mk, Kochäpsel ö. • nach Sorte 10 bis 20, -etl-he» 8. (3« M-ftbst icht gemacht.) eftember. (Eet P«f ‘ .Hine @efö* «z°h" tat pflegt feil s-Ä S® "ÄY igt. »tS - mhl- i .WÄ. bann w feinem W b fownit “<*SW V, Itr- 3? nas ist der M md uvd d°s e iber das */ qntMtn, btt it J« Ä .flM «'f/ L er ib« - b „ £a!ale <1 ,«!■ ^'gleich S TrambH p' s- °r^s rz«.-> Rücken und kratzte sich mit allen Vieren. Seine Herrin machte dem Gatten seinetwegen die bittersten Vorwürfe, -indes richtete das Dienstmädchen in aller Geschwindigkeit ein heißes Bad für den parfümierten Liebling an. Endlich war er wieder rein; es hatte eine halbe Nachtruhe gekostet. Aber er darf nie wieder mit dem Herrn soupieren gehen, einsam wandelt dieser abends in sein Stammlokal, der Wirt aber ist ohne eigenes Zuthun den ungebetenen Kostgänger losgeworden. Vermischtes. * Berlin, 28. September. Zu der Blutthat in der Luisen st raße wird noch gemeldet, daß der Verüber derselben der 15 Jahre alte Arbeitsbursche Franz Wegner bereits verhaftet ist und die That eingeftanden hat. Er hat seiner Großmutter, der er schwere Verletzungen beibrachte, 6000 Mark in Wertpapieren und 100 Mark in bar geraubt. Mit dem Gelde begab er sich zu einem Mädchen, wo er mit seinem Reichtum renommierte. Dem Mädchen kam dies verdächtig vor und veranlaßte seine Verhaftung. Von einer anderen Seite wurde gemeldet, daß Wegner einen Mitschuldigen habe, Wegner soll aber bei seinem Verhör erklärt haben, er habe die That ganz allein verübt. St. Goar, 26. September. „Unser durch seine Noblesse weithin bekannter Mitbürger, Herr Rentner Dörfel, ein Berliner Kind, hat dem Hauptmann Dreyfus mitgeteilt, daß er ihm nebst seiner Familie seine romantische, bei der großartigen Ruine Rheinsels 100 Meter über dem Rheinspiegel gelegene, von großem Park umschlossene, eine prachtvolle Aussicht in das Rheinthal bietende „Villa Paula" in St. Goar zur Erholung nach Belieben zur Verfügung stelle. Die Dörfel'sche Villa ist äußerst modern und reich eingerichtet, enthält neben großen Wohn- und Gesellschaftsräumen als Salons, Büffet-, Eß-, Rauch-, Musik-, Spiel- und Billardzimmer, einen großen Wintergarten mit den seltensten und wundervollsten Tropenpflanzen, Bäder aus eigenen eisenhaltigen Quellen und liegt mitten in einem großen, herrlichen Zierpaik mit guten Wegen und einem Pavillon im orientalischen Stil nut herrlicher Aussicht. Herr Dörfel läßt durch den ihm befreundeten Rechtsanwalt Goldschmitt in Berlin auf diplomatischem Wege die nötigen Schritte thun, damit bei der Uebersiedelung dem Hauptmann Dreyfus mit seiner Familie keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden." * Danzig, 28. September. Ein furchtbares Feuer wütet feit Morgens 4 Uhr auf Niederstadt. Unausgesetzt arbeiten vier Dampfspritzen. Von der Mottlau aus sind zwei Negierungsdampfer mit ihren Spritzen und mehrere Druckwerke eingetroffen. Von dem Etablissement Danziger Oelmühlc ist ein großes achtstöckiges Magazingebäude, die Stärkefabrik und die Mahlmühle mit dem gesamten Inventar und den Vorräten an Rohmaterialien niedergebrannt. Der Schaden beträgt ca. I1/, Millionen Mark und ist nur zum Teil durch Versicherung bei acht Gesellschaften gedeckt. Die eigentliche Oelmühle und das Kesselhaus, sowie die angrenzenden Gebäude sind gerettet. Rominteu, 27. September. Durch das Auftreten eines Wolfes in der Nomintener Haide, wo bekanntlich der Kaiser jagt, ist das Wild dort stark tieum ruhigt. Mehrere frisch gerissene Stücke legen von dem Vorhandensein des Raubtieres Zeugnis ab. Auch haben Förster den Wolf beobachtet. Wie erinnerlich, ist im Frühjahr ein alter Wolf zur Strecke gebracht worden, der aus den russischen Forsten herübergekommen war. Hamburg, 28. September. Der 772 Registertons große Dampfer „Adula", Kapitän Macauley, ist unweit Jamaica gestrandet und gesunken. Der erste Offizier sowie vier Mann Besatzung sind ertrunken. Die Schiffsladung bestand aus Orangen. * Münster, 28. September. Der Regierungspräsident erläßt eine Polizeiverordnung, wonach Todesfälle und Erkrankungen unter Pestverdacht unverzüglich zur Anzeige zu bringen sind. • Aachen, 28. September. Auch die Aachener Regierung erließ eine Verordnung betreffend Anzeige jeden Pestfalles und verdächtigen Falles. * Dortmund, 28. September. Vergangene Nacht äscherte ein Großfeuer das Roskothsche Dampfsägewerk, die Bauschreinerei und das Holzlager ein. Der Schaden ist sehr groß. e München, 29. September. Zum Quartalwechsel hat die Expedition der „Münchener Neuesten Nachrichten" den Abonnenten in Oesterreich diesmal statt der üblichen Abonnementseinladung als Ansichtspostkarte folgendes nette poetische Angebinde übersandt: Schon flteh'n die Schwalben in die Ferne Und immer ist's uns noch verwehrt, Bet Euch zu sein, wo wir so gerne Zu trauter Zwtesprach eingekehrt l Doch bannen finstere Gewalten UnS auch zur Stund' aus Oesterreich, Bleibt Ihr für uns nur treu die Alten, Die Alten bleiben wir für Euch! Noch alles hat ein End' genommen, Die Welt ist rund und muß sich dreh'»! Und bi« die Schwalben wieder kommen — Giebt's auch für uns ein Wiederseh'n! * Stuttgart, 28. September. Eine köstliche Perle amtlichen Humors, wie er sich noch ab und zu in Schwaben vorfindet, möge der Mit- und Nachwelt nicht vorenthalten werden. Der zweite Beamte einer Bezirksstelle, welcher Heuer im Mai sich verheiratet und aus diesem Anlaß einen Urlaub erhalten hatte, kam im Juli um den üblichen Sommerurlaub ein. Sein Herr Amtsvorstand befürwortete dieses Gesuch bei der vorgesetzten Behörde mit dem wohlwollenden Bemerken: Zwar habe Herr N. N. erst kürzlich anläßlich seiner Verheiratung Urlaub gehabt; da man aber meistens nur einmal heirate und mit einer Hochzeitsreise nicht blos Vergnügen, sondern auch Anstrengung und Aufregung verbunden sei, so werde das Urlaubsgesuch empfehlend vorgelegt. Die vorgesetzte Behörde hatte denn auch ein Einsehen und genehmigte das Gesuch • Mannheim, 27. September. Bei den Stadtver- ordnetenwahlen der zweiten Klasse siegten die vereinigten Nationalliberalen und Ultramontanen. Mülhausen, (Els.) 27. September. Die Spinnerei und Weberei Bauch er in Mülhausen brannte gestern vollständig nieder. Zwei Arbeiter kamen in den Flammen um. * Rochlitz (Böhmen), 27. September. Hier erstach der verheiratete Brunnenmacher Seidel seine Geliebte aus Eifersucht. Der Mörder hat sich dem Reichenberger Gericht gestellt. Arbeiterbewegung. Mainz, 28. September. Der Streik in der Rheinischen Möbelfabrik wurde gestern nach zweistündiger Verhandlung vor dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Herrn Rechnungsrat Amend, in gütlicher Weise beigelegt und wurde die Arbeit heute morgen von den Ausständischen wieder ausgenommen. Rach der Vereinbarung leistet der Fabrikant, Herr Jourdan, auf den Rückersatz sämtlicher Vorschüsse beziehungsweise des bei den Akkordarbeiten entstandenen Defizits in Höhe von 2000 Mk. unter der Bedingung Verzicht, daß die Leute bis zum 1 Januar 1900 bei ihm in Arbeit bleiben, wer früher austritt, geht des Anspruchs auf dieses Zugeständnis verlustig. Ferner soll bei der Akkordarbeit alle 3 Monate abgerechnet werden. Ergiebt sich hierbei, daß mehr an wöchentlichem Abschlag gezahlt worden ist, als der Arbeiter nach dem vereinbarten Akkordsatz zu empfangen hat, so behält sich Herr Jourdan das Recht vor, in jedem einzelnen Falle auf die Rückforderung des- jenige Betrages eventl. zu verzichten, welcher über den Akkordsatz hinaus bezahlt worden ist. Auch soll den Arbeitern das nötige Arbeitsmaterial jederzeit in ausreichendem Maße zur Beringung gestellt werden. Universitäts Nachrichten. — Der Direktor der Veterinär-Anstalt Prof. Dr. Georg Pflug in Gießen hat aus Gesundheitsrücksichten seine Pensionierung beantragt. — In Lund starb, wie die „Vossische Ztg." meldet, Karl Gustav Thomson, Professor der Naturheilkunde an der dortigen Universität, der sich um die J> sektenkunde hervorragend verdient gemacht hat. Er hatte eine fast halbhundertjährige Arbeit auf dem Gebiete der Eutorno- logie aufzuweisen. An erster Stelle galten seine Forschungen den Insekten Skandinaviens. — Universitäts-Professor Dr. Puschmann in Wien ist gestorben. Theater. Wien, 27. September. Die Eröffnung von Arthur Krupps Arbeitertheater in Berndorf gestaltete sich heute durch den sechsstündigen Aufenthalt des Kaisers am Orte zu einer schönen Feier, die den Bewohnern des reizenden Triestingthales und besonders der Kruppschen Arbeiterschaft lange in der Erinnerung bleiben wird. Der Kaiser fuhr schon mittags mit dem Hofzuge nach Berndorf und besichtigte zunächst alle Fabrikgebäude, Wohlfahrtsanstallcn und Arbciterhäuser, bis es Zeit wurde, das Theater zu besuchen. Uuterdesien fuhren von Wien mit einem Sonderzug 500 Gäste Krupps nach Berndorf und kamen mitten in den lebhaften Festtrubel hinein. Straßen, Brücken und Gebäude waren mit Fahnen, Reisigguirlanden, Blumen, Büsten des Kaisers, Reichs- und Landcswappeu, Teppichen, Lorbeerbäumen geschmückt. Die Arbeiter bildeten in Feuerwehruniform Spalier. Auf drei Schaubühnen waren Arbeit, Bildung und Frieden malerisch veranschaulicht. Prächtige Arbeitergestalten standen als Fahnenträger auf hohen Sockeln, aus denen geschmückte Masten ragten. — Der Kaiser blieb im Theater bis zum Schluß des vreraktigen Lustspiels von Karlweis „Der kleine Mann", dem ein von Girardi prächtig gesprochener Prolog voranging. Girardi erschien als Berndorfer Arbeiter und setzte den Zweck des Theaters im Plauderton auseinander. Nach der Theatervorstellung theilte sich der Borhang noch einmal und unter den Klängen der Berndorfer Feuerwehrkapelle stürmte die ganze Berndorfer Arbeiterschaft, 4000 Männer, Frauen und Kinder über die Bühne, indem sie unter Hochrufen Lorbeerkränze nicderlegten. Zuletzt bereitete auch das Publikum dem väterlich-freundlichen Kaiser eine Ovation. — Dann fuhr der Kaiser tns Kruppsche Schloß und nahm dort Erfrischungen ein, worauf die Abfahrt erfolgte. Arthur Krupp bewirtete seine Gäste in fürstlicher Weise, schon auf der Hinfahrt, im Theater und ebenfalls auf der Rückfahrt, bei der die prächtige Beleuchtung des Thals den scheidenden Fest- gästen einen letzten schönen Eindruck hinterließ._____________________________ Kunst und Wissenschaft. Dom Sprachvereine. Schon im Jahre 1888 beschloß der Allgemeine Deutsche Sprachverein, eine Verdeutschung entbehrlicher Fremd- Wörter aus der Sprache der Aerzte und Apotheker herauszugcben. An den Vorarbeiten hierzu beteiligte sich eine große Anzahl Fachmänner aus dem Deutschen Reiche, Oesterreich und der Schweiz. Mit der Sammlung und Sichtung des reichen Stoffes ward Oberstabsarzt 1. Kl. Dr. Otto Kunow zu Neu-Ruppin betraut, und nach sorgfältigster Nachprüfung auch seines Entwurfes erschien das Merkchen, eine Frucht zehnjähriger Arbeit, unter dem Titel: Die Heilkunde, als achtes der vom Sprachvereine veröffentlichten Verdeutschungsbüchlem. In der Einleitung weist Kunow mit Entschiedenheit den oft erhobenen Einwand zurück, der zwischenländische Verkehr verlange unbedingtes Festhalten der Aerzte an den fachwissenschaftlichen Fremdwörtern. „Von 1000 deutschen Aerzten", sagt er, „stehen kaum 10 in schriftlichem Verkehre mit anderen Ländern, nur ganz besonders Bevorzugte sind in der Lage, die ausländischen Fachzeitschriften oder Lehrbücher zu lesen, endlich aber sind die Fachausdrücke der fremdländischen Gclehrtenwelt keineswegs immer die nämlichen, die wir so geläufig im Munde führen." — Den Wert jener Verdeutschung hat der vorige preußische Kultusminister Dr. Boffe in nachdrücklicher Weise dadurch anerkannt, daß er dieses Merkchen „beamteten und nichtbeamteten Aerzten zum Gebrauche bei Ausstellung amtlicher Zeugnisse" empfohlen hat. Hoffentlich findet er Nachfolge bei den Behörden der übrigen Bundesstaaten. * Berlin, 28. September. Heute vormittag gegen 11 Uhr wurde in den Räumen des Abgeordnetenhauses der zu heute einberufene internationale Geographen.Kongreß eröffnet. Zahlreiche hohe Persönlichkeiten und viele Gelehrte wohnten der Feier bei. Reichskanzler- Fürst Hohenlohe hielt eine Begrüßungsansprache, in welcher er, nachdem er den Kongreß auf deutschem Boden willkommen geheißen, auf die wichtigen Unternehmungen hinwies, welche das Reich gern unterstütze. Des weiteren betonte er, daß die Arbeiten der Berliner Tagung sich auf alle Zweige des geographischen Wissens erstrecken und durch die Anregung und Organisation eines internationalen Zusammenwirkens wei- teren Fortschritten die Bahn ebnen würden. Besonders bedeutsam werde sich dies für die Erforschung der Süd-Polargebiete, welche nach nahezu 60jähriger Pause England und Deutschland durch ihre in der Vorbereitung begriffenen Expeditionen von neuem in die Hand zu nehmen entschlossen seien, erweisen. Die Abmachungen, die auf dem Kongreß getroffen würden, würden auf lange hinaus ein Zusammenwirken herbeiführen, welches in gleichem Maße dem Fortschritt der Wissenschaft diene, wie der friedlichen Annäherung der Nationen bei den Werken der Civili- satiou und der Kultur. Der neue Kultusminister Dr. Studt betonte in seiner Rede die historische Entwickelung und die wissenschaftliche internationale Bedeutung der Geographie. Als der Minister auf der Tribüne erschien, ging eine lebhafte Bewegung durch das Haus. Bürgermeister Kirschner hielt eine streng sachliche Rede, während Freiherr von Richthofen eine eingehende Uebersicht der Entwickelung, der Erfolge und der künftigen Aufgaben der Geographie in unserem Jahrhundert gab. Gegen 12 Uhr trat eine kleine Pause ein. Nach Schluß derselben hielt den ersten Vortrag Professor Chum über die Südsee-Forschungen der Valdivia-Expedition. Nach ihm sprach der Fürst von Monacco. Er wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall begrüßt. Seine Rede hatte seine Untersuchungen in den nordischen Gewässern zum Thema. Gegen IVe Uhr schloß die erste Sitzung. — Jede neue Lieferung der schönen in neuer, wohlfeiler Ausgabe erscheinenden Bidet in Bildern von Julins Schnorr von Carolsfeld, vollständig in 10 Lieferungen ä 1 Mk (Verlag von Georg Wigand in Leipzig) bereitet neue Freude. Soeben sind uns die Lieferungen 3, 4 und 5 zugegangen. Von den Schnorr'schen Bildern ist jedes für sich ein vollkommen schönes Werk, und zahllos sind sie schon einzeln in Schulen oder als Wandschmuck in Häusern verbreitet. Man wendet vielleicht ein: Ja, aber die „Bibel in Bildern" hat keinen Text, nur einen oder mehrere Sprüche. Das ist wahr, sie hat bei jedem Bilde nur soviel Text, wie zu dessen Erklärung nötig ist; allein sie will auch eben nicht mehr sein, als sie ist, eine Bibel in Bildern, eine Bildergalerie. Einem solchen Bilderbuche läßt sich kein anderes an die Seite stellen, und ein solches ist die Schnorr'sche Bilderbibel, und darum ist sie ein echter, wahrer Hausschatz, der wertvoll bleibt für Kind und Kindeskind. Wetterbericht vom 29. September 1899. Ein umfangreiches Depressionsgebiet bedeckt die größere Wefihälfte des Erdteils, indem sich eine Furche niederen Druckes von Skandinavien, wo das Haupt-Minimum liegt, über die Nordsee, Nord-Westdeutschland und Frankreich bis zum westlichen Mittelmeerbecken erstreckt. Hoher Druck lagert im Südosten des Erdteils. Diese Wetterlage bedingt für unser Gebiet südliche Winde und für dav Alpen-Vorland Föhnlage. Dabei steht die Temperatur bei uns ziemlich hoch, und ist der Himmel nur mäßig bewölkt. Beim Durchziehen der vorher erwähnten Furche wird aber auch in Süddeutschland rascher Witterungswechsel eintreten. — Voraussichliche Witterungl Zunächst wieder vorübergehend trübes Wetter mit Abkühlung und zeitweisen Niederschlägen. 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