W. ", änteln U 6734 rer. Mi, Ml che beim Gebrauch M i Ute i Dosen 346 Gebrauch. e Schutzmarte Kamrchtzer. Wpn zu hatzeu. mintt itt Höppingen. 7B. V/eilaus vollkommenste Schreibmaschine, dis SaupiVorzuge sämtlicher Systeme vereinigend. itendt Maschine mit ■htrfibstendhersfeHuny. gtnm Hessen: Steindruckerei, i September 1899. sseu, N«!** 63' Mr. Stlbemriie lugid« tarier ufitn Türken luicdr Aenke reim Creditb. Lbonf s- ®- Kredit Ä-nkoerein Ottomane ^edttbank MUtttwecr Itrtbionol 100- 2450 86- 99.'- 61.- 97.- 68- 114- 104- 134- 143- 232- 136- 113.50 OOM ICO? Mkuoten bto- 99^ 91Ü 24.(6 100.0- 49.00 ' #$*• , -tl', »rtrf go 85 Silberrentt Mgi^n 7 ss**; - & Heulend- hLsß ÄS*'* * jrff^ Nr. 230 Drittes Blatt. Samstag den 30. September ÄS9S fr^thif ngfi4 ■rtt fcilnHt«« M wrkn kcm lnjti|tt Dttrm-el brigdeit Gießener Anzeiger SSepMwreU Dtcrteljät)rli4 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pftz mit Bringer lohrr Bei Postbezuf R Mark 60 vierteljährlich latielwft Anreißen zu Vs a«ch»tN»-Z fit V» ‘•iftnfcn t«| erscheinenden fhimmer di« wem. H) Uhr. General-Anzeiger Akte Rnzeigen.BermtNlun^sßekie» M In» und Knitafr* nehmen Anzeigen für de» Gießener Lnzeißer tetys* Anrts- uub Anzeigeblcßtt för den Tkveis Gieszeir. »tMettien, WspeditiON und Druckerei: Ach»tßr«ß« Mr. 7. 1 1' 1 ■ 1 .»»■■ ’■■■■»■■' —WR—«R—IM I 1 ' "■■■I.JIHBMI Grstisdnlsgen: Gießener FsmilirnbläNer, Der heskfche Landwirt, Ldreffe für Depeschen: Auzeizer KiStter fkr hessische UMskundr. ! bi. Das neue Invaliden-Verficherungsgesetz. Es sind durchaus nicht unerhebliche Aenderungen, welche daS neue, am 1. Januar 1900 infraff tretende Jnvaliden- Dersicherungsgcsetz (seither „Jnvaliditäts- und Alters-Versicherungsgesetz" benannt) trifft. Während die Beiträge allerdings gleich blieben und nur eine weitere Lohnklasse (V. mit 36 Pfg. wöchentlichem Beitrag) für Einkommen über 1150 Mk. pro Jahr hinzugefügt wurde, haben besonders Rentensätze nicht unbedeutende Verschiebungen erfahren. Dies gilt nicht nur für die Invalidenrente, sondern auch für die Rente, welche als Zuschuß zum Lebensunterhalt dem 70jährigen Versicherten gewährt wird: die Altersrente. Betrachten wir die erstere ungleich wichtigere Art der Rente: die Invalidenrente, welche dem Versicherten bei dauernder Verminderung seiner Arbeitskraft um zwei Drittel ohne Rücksicht auf sein Alter zusteht, so hat sich vorerst die Wartezeit von 235 Wochen auf 200 ermäßigt. Weiter wird auch demjenigen vorübergehend (also nicht dauernd) Erkrankten auf seinen Antrag Rente gegeben, der 26 Wochen — l/3 Jahr krank ist und zwar für die fernere Dauer seiner Krankheit. Die Invalidenrente setzt sich nach den neueren gesetzlichen Bestimmungen ebenfalls wieder aus drei Teilen zusammen, d. i. a. dem Reichszuschuß, b. dem Grundbetrag der Versicherungsanstalt, c. den Steigerungssätzen je nach den geklebten Marken. Der a. Reichszuschuß bleibt nach wie vor 50 Mk. pro Jahr und Rente, dagegen erhöht sich b. der Grundbetrag, welcher seither feststehend 60 Mk. pro Rente und Jahr betrug, wie folgt: Lohnklasse I 60 Mk., Lohnklaffe II 70 Mk., Lohnklasse III 80 Mk., Lohnklasse IV 90 Mk., Lohnklasse V (neu) 100 Mk. Leider hat man nun aber c. die Steigerungssätze in den höheren Lohnklassen etwas erniedrigt. Dieselben betragen jetzt für jede geklebte Marke Klaffe I Feuilleton. Sezession. Von Viktor Blüthgen. (Nachdruck verboten.) In Berlin hat sich kürzlich durch den Neubau der Sezession in der Kantstraße die Scheidung der Vertreter der bildenden Künste in zwei getrennte Lager in Permanenz erklärt; die Reichshauptstadt ist also dem Beispiele anderer Kunststädte gefolgt. Das ist vorläufig das Ende eines Streites, der, nachdem die sozusagen offizielle Kunstanschauung am Lehrter Bahnhofe schon durch Jahre auch den befremdlichsten Strömungen der neueren Kunst verständigerweise Raum gegeben hat, nur mehr ein persönlicher geblieben war. Daß eine engumgrenzte Kunstanschauung, welche unbestritten die Herrschaft gehabt, nicht aus den ersten Anlauf ihr Terrain der ungezügelten Freiheit der Bewegung preis» gab, ist begreiflich. Daß ruhige Erwägung bald genug die Hand zu einer Verständigung reichte, war alles, was man hätte wünschen können. Um so bedauerlicher ist der scharfe Schnitt, als er garnicht sachlich trennt. Das Publikum, das nun die beiden feindlichen Lager aufsuchen muß, hat es jetzt nur noch schwerer, sich durch Vergleichung in das Wesen der neueren Bestrebungen hineinzuarbeiten, was ohnehin für den Laien ein schwieriges Ding ist, besonders in der Malerei. Vertraulich und verständlich mutet da nur die ältere Malerei bis zur Freilichtmalerei an. Sie giebt die Natur Dieber, wie sie das Auge des gebildeten Durchschnittsmenschen zu sehen überzeugt ist. Vom Impressionismus ab fängt jenes Allerlei an, das den Laien befremdet, wenn nicht sein Kopfschütteln oder Hohnlachen herausfordert; doch nur solange, bis er nicht weiß, wie diese Maler zu solcher Malerei kommen, und was sie wollen. Warum geben die Kataloge nicht einen kurzen, belehrenden Abriß über die neuere Kunst? Man sage dem Publikum dies: Der Naturalismus erklärt: die Naturwahrheit der älteren Malerei ist Einbildung. Man kann die Farbenwirkung der Natur, wenn man sie genauer studiert, viel echter malen. Die moderne Malerei gewährt einen Einblick in dieses Siudium. Da werden zunächst skizzenhaft Entdeckungen deizeichnet, wie sie der einzelne gemacht hat ober gemacht zu haben glaubt, oft übermäßig betont, und nicht ganz Mcklich in der Wiedergabe, das für die Absicht nebensächliche wird vernachlässigt. Von da ab giebts eine Skala, 3 Pfg. (seither 2 Pfg.), Klasse II 6 Pfg. (seither 6 Pfg.), Klasse III 8 Pfg. (seither 9 Pfg.), Klasse IV 10 Pfg. (seither 13 Pfg.), Klasse V 12 Pfg. Rente pro Jahr. Durch diese Vorschriften des neuen Gesetzes werden diejenigen Invalidenrenten größer, die in den ersten 20 Jahren der Beitragsleistung zur Auszahlung kommen. Die Altersrente (bei 70 Jahren) hat im Gegensatz zu der steigenden Invalidenrente eine feststehende Höchstgrenze und zwar nach dem neuen Gesetze wie folgt: Lohn- klasse I 110 Mk. (seither 106 Mk. 40 Pfg.), Lohnklasse II 140 Mk. (seither 134 Mk. 60 Pfg.), Lohnklasse III 170 Mk. (seither 162 Mk. 80 Pfg.), Lohnklaffe IV 200 Mk. (seither 191 Mk.), Lohnklaffe V (neu) 230 Mk. pro Jahr; diese Art Rente hat also ebenfalls eine kleine Zunahme erfahren. Auch bei der Altersrente zahlt der Staat (das Deutsche Reich) einen Zuschuß von 50 Mk. pro Rente und Jahr, der in den genannten Sätzen enthalten ist. D. T. A. Gerichtssaal. □ Mainz, 28. September. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts verurteile heute den Naturheilkundigen Cornelius Wentzel aus Worms wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 2>/, Monat Gefängnis. Wentzel war vor einigen Jahren von dem Verein für Naturheilkunde nach Worms berufen worden, woselbst er sich als praktischer Naturheilkundiger niederließ und eine Badeanstalt errichtete. Nach der Anklage soll Wentzel, dem jede ärztliche Vorbildung fehlt, in drei Fällen Kranke behandelt und diese dem Tode nahe gebracht haben. Erst durch das Eingreifen praktischer Aerzte sollen diese vollständig herabgebrachten Kranken gerettet worden sein. Bei der Verhandlung traten Sachverständige auf, von denen die einen die Heilmethode Wentzels sehr priesen, während die anderen solche verwarfen. Schwurgericht in Wien. Die Kolonie Dieffenbach. Seltsame Enthüllungen über das Leben und Treiben der Kolonie Dieffenbach sind in einer Wiener Schwurgerichtssitzung zu Tage getreten. Paul R. v. Spann, ein Jünger Karl Wilhelm Dieffenbachs, des Malers und „Kohlrabi-Apostels", deffcn Absonderlichkeiten viel von sich reden machten, erscheint unter der Anklage vor Gericht, in München an der damals 12jährigen Tochter des Malers, namens Stella, ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit begangen zu haben. Die Anklage verbreitet sich des weiteren über skandalöse Vorgänge aus dem „Himmclhofe" und früheren Aufenthaltsorten dcS „Meisters", worüber die Verhandlung Licht bringen soll. Die als Zeugin vorgcladene Stella Dieffenbach ist nicht erschienen, dagegen hat sich der nicht vorgeladene „Meister" in seiner gewohnten Kleidung, weißem Pilgerhabil mit braunem Uebcrwurf, eingefunden. Das langgclockte Haar trägt er unbedeckt und ein ungepflegter Vollbart umrahmt sein gebräuntes und gefurchtes Antlitz. Aehnlich so sieht der drciundzwanzigjährige Angeklagte Paul v. Spann, der Schüler und Jünger Dieffenbachs, aus. Den Vorsitz in der Verhandlung führt LGR. Dr. Baron Distler, die Anklage vertritt StAS. Schuster. Die Verhandlung wird geheim durchgeführt. Wir entnehmen nachfolgendes der Anklage. Anläßlich der beim Bezirksgerichte Hietzing gegen den zuletzt im „Himmelhofe" wohnhaft gewesenen Maler Karl Wilhelm Dieffenbach anhängig gewesenen Kuratelsache wurde ani 13. Juni d. I. eine ehemalige Angehörige der sogenannten Kolonie Dieffenbach, die Modistin Mathilde Oborny, einvernommen. Die Aussage derselben lüftete den Schleier von einem Verbrechen, das im „Himmclhofe" als ein öffentliches Geheimnis galt. Es war dies das früher bestandene sträfliche Verhältnis des Paul Ritter v. Spann mit der damals erst zwölf, bezw. dreizehn Jahre alt gewesenen Tochter deS Dieffenbach, namens Stella. Die Erhebungen haben die Richtigkeit der Angaben der Oborny bestätigt. Spann begann, als Dieffenbach mit seiner Familie noch in der Nähe von München sich aufhielt, mit der damals zwölfjährigen Stella ein Liebesverhältnis, was er auch zugesteht. Dieses Geständnis wird von der jetzt erst siebzehn Jahre alten Stella, welche derzeit die Geliebte des Friedrich v. Spann, eines Bruders deS Angeklagten ist, bestätigt. Friedrich v. Spann unterhält diese Beziehungen mit Stella Dieffenbach, obwohl er mit Mayda, gebornen Bachmann, wahrscheinlich einer früheren Geliebten Dieffenbachs, verehelicht ist. Es kann hier nicht erörtert werden, inwieweit daS zügellose Leben der Kolonie Dieffenbach das sträfliche Verhältnis des Paul v. Spann und der Stella Dieffenbach begünstigte. Es ist jedoch anzunehmen, daß Karl Wilhelm Dieffenbach von diesem Verhältnisse gewußt hat, und ursprünglich wurden auch gegen ihn diesfalls Erhebungen wegen Mitschuld an diesem Verbrechen cingeleitet. Diese Erhebungen wurden jedoch eingestellt, da Dieffenbach nicht österreichischer Staatsbürger ist und hindurch bis zum voll ausgeführten Gemälde. Man hat beispielsweise bemerkt: Je weiter die Dinge in der Natur vom Standpunkte des Beschauers abliegen, desto undeutlicher sieht man sie, desto mehr werden sie bloße Farbenflecke. Gut — man malt sie so, statt wie durch ein Fernrohr gesehen. Ferner: Je näher die Gegenstände, je deutlicher überzeugt man sich, daß das, was oberflächlich angesehen, irgend eine Farbe ergiebt, in Wahrheit ein viel» farbiges ist, desien Zusammenwirken im Auge mit einer einheitlichen Farbe täuscht. Man kommt also wahrscheinlich dem Natureindruck viel näher, wenn man das Vielfarbige malt und den Beschauer so weit davon stellt, daß die verschiedenen Farben für ihn zu einer Zusammengehen. Ja, man hat nicht ohne Glück versucht, durch ganz feine Farbenverteilung — in Röllchen, in Pünktchen — jenes Flimmrige zu gewinnen, das die Luft dem Naturbilde unter allen Umständen mehr oder weniger giebt. Wenn man die naturalistischen Bilder, bei denen das Wollen einigermaßen mit dem Können zusammentrifft, daraufhin prüft, so ergiebt sich zweifellos ein weit natürlicherer Eindruck, als ihn die ältere Malerei erzielt. Je feiner und näher die Beobachtung ist, um so schwieriger ist's freilich, die Farben in richtiger Abtönung zu wählen; sobald das Laienauge selbst aus angemessener Entfernung noch nicht den Eindruck der überzeugenden Naturwahrheit empfängt, darf man am vollen Gelingen zweifeln. Auf diesem Wege nun: welch ein Reichtum von Naturbeobachtung, von Persönlichkeit, ist in die Malerei hineingekommen ! Welch' eine lebendige und interessante Mannigfaltigkeit! Gewiß wird man, was äußerliche Mache ist, von den Ausstellungen fern zu halten berechtigt sein, ebenso wie oberflächliche, unzulängliche, stammelnde Versuche. Dergleichen kann der guten Sache nur schaden. Aber welch ein Gewinn bleibt noch! Stofflich genommen, hat die Historienmalerei von dieser Entwickelung der naturalistischen Strömung wenig profitiert. Weit mehr die Genremalerei, am meisten die Landschaftsmalerei, mit und ohne Staffage. Ganz besonders interessant aber hat sich im Zusammenhang damit die Phantasiemalerei entwickelt, eine neue malerische Romantik. Sie holt ihre Ideen, die sie verkörpert, aus Religion und Mythologie, aus der Welt der modernsten Probleme und «Stimmungen. Selbst den befremdlichsten Allegoristen und Symbolisten ist da manches Tiefsinnige, Packende gelungen, in das sich ein feinsinniger Mensch mit Genuß vertieft, so barock es, besonders den auf die liebenswürdige Naturwirklichkeit beschränkten Geschmack des Durchschnittspublikums, anmutet. Eine Zweigströmung führt hinüber auf das Gebiet der dekorativen Malerei und hat, stark beeinflußt durch das Eindringen ostasiatifcher Vorbilder, die zuerst in England auf Kunst und Kunstgewerbe eingewirkt haben, einen ganz neuen Stil entfaltet. Aber auch die eigentliche Bildermalerei hat ihre Stilistengruppe, die, wie Leistikow z. B., die Naturbeobachtung stilisiert wiedergeben, oder welche dekorativ an- orbnen und verzieren, wenn nicht gar ganz auf dekorative Wirkung ausgehen. Man kann da Arbeiten von interessantester, keckster Erfindung in der Zeichnung und überraschendstem Farbenreiz bewundern. Bei den Engländern namentlich begegnet man einer Richtung, die auf die Wirkung der Gobelins, in Zeichnung wie Farbengebung, hinarbeitet. Das alles muß man sich gegenwärtig halten, wenn man heute durch eine Ausstellung geht. Cs kann nichts Verkehrteres geben, als mit dem antiquierten Anspruch auf Gemeinverständlichkeit und hausbackene Natürlichkeit an die Bilder heranzutreten. Ueberaus ungünstig ist in dieser Hinsicht die Anordnung der Gemäldeausstellungen, und man muß da aufs entschiedenste eine Wandlung befürworten. Man hängt jetzt alle Richtungen durcheinander, indem man nach der geographischen Verteilung der Kunftstätten gruppiert. Das ist falsch. Als Künstler sollte man wissen, welche Wirkung der Kontrast ausübt. Es ist eine Kleinigkeit, eine sehr ernsthafte moderne Arbeit lächerlich zu machen, indem man sie zwischen gute realistische Genrebilder hängt. Dem Publikum wird's mit diesem Durcheinander furchtbar erschwert, sich in die Art und den Wert der neueren Schulen hineinzuleben, dafür Stimmung und Würdigung zu gewinnen, darin heimisch zu werden. Was ich hier dringend im Interesse der Künstlerschaft wie des Publikums befürworten möchte, ist für künftig eine kunstgefchichtliche Gruppierung der Ausstellungsbilder statt einer nach rein äußerlichen Gründen, die mit dem Kunstgehalt der Bilder gar nichts zu Ihun hat; wobei man Rücksicht daraus zu nehmen hätte, daß die Bilder zusammengestellt werden, deren volle Wirkung eine annähernd gleiche Entfernung des Beschauers von ihnen erfordert. Es ist überaus störend, daß man, um eine Kleinmalerei gut zu sehen, unter Umstünden die Wahrnehmung in den Kauf nehmen muß, daß daneben eine große Fläche Leinwand mit wüsten Klecksen besetzt ist — die freilich in größerer Entfernung ein natur- wahr wirkendes Bild ergeben. Sicherlich, das ist falsch. Möchte diese Anregung Beachtung finden! Ich meine, sie verdient es. 6982 Neu! Neu! 0 6953 empfiehlt die 6988 KtMettfoe: W, 8*r!^«r*L — *nrf wefc Wertet der Brtltzl'sch« U«i»crsitLt4-B«ch' eM (Pietsch Ekrdo) ta Meße» lii'kiniiitiiuuljiinijeii inö Mldungen. Adler-Drogerie,SeltersmBS Otto Schaaf., Die Hauptquellen: Heorg» Flktor-Huelle undKelenen- Huelle, sind seit lange bekannt durch unübertoffene tagen abgchellt. Gießen, den 28. September 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. des Blatt. Gießen, am 26. September 1899. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Neuenhagen. Wirkung bei Nieren-, ZZtafen- und Steinleiden, Wagen- und AarmKatarrhen, sowie Störungen der Blmmischung, als Nlutarmnt, ZSkeichsucht usw. Versandt 1898 S74200 Flaschen. Aus keiner der Quellen werden Salze gewonnen; das im Handel vorkommende angebliche Witdunger Satz ist ein künstliches, zum Teil untösliches Fabrikat. Sckrssten graus. Anfragen über das Bad und Wohnungen im Maoe- kogierhause und tzmröpäischen Kof erledigt 3579 Pie Inspektion der ZSildungcr Wineratquelle« Mtieu-Heseuschaft. Bekanntmachung. Das Wasser im Stadtbach wird wegen vorzunehmender Reparaturen von Freitag den 29. d. Mts. vormittags ab an fünf Arbeits Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, ta Gießen vertreten durch bie Agenten 6etl LooS und 3« M. Schulhof. Bremen, 27. Septbr. fPer transatlantischen Telegraph-! Der Doppelschrauben-Poftdampfer Barbarossa, C-apt. A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd ta Bremen, ist gestern 12 Uhr nacht- wohlbehalten ta Newyork angekommen — Der Postdampfer „Switzerland* der „Red Star Linie* io Antwerpen ist laut Telegramm am 27. September wohlbehalten ta Philadelphia angetommen. Bekanntmachung. Laut Gesellschastsvertrag vom 26. September 1899 haben der Gutt- befitzer Karl v. Forell in Gießen und der Hauptmann a. D. Georg v. Forell in Berlin unter der Firma „Technisches Büreau für Cement- und MontaN'Jndustrie zu Gießen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung", eine Gesellschaft auf Grund des Gesetzes vom 20. April 1892 errichtet Der Sch der Gesellschaft, der durch die Gesellschaftsversammlung jederzeit an einen anderen Ort verlegt werden kann, ist Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwertung von Patenten und Erfahrungen auf technischem Gebiete, insbesondere in der Cement- uno Montan-Industrie. _ . _ Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 100 000 Mark. Je 1000 Mark Einlage gewähren eine Stimme. Der Gesellschafter Karl v. Forell bringt der Gesellschaft die ihm aus seinem Vertrage mit der Brennöfen-Bauanstalt in Hamburg, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zuftehenden Rechte als Einlage zu, und werden dieselben zum Geldwerte von 60000 Mark angenommen. Von den weiteren 40000 Mark Stammkapital sind 25 pCt. zur Gesellschaftskasse gezahlt worden. Zum Geschäftsführer ist Herr Karl v. Forell ernannt worden, d-r für die Gesellschaft zeichnet, indem er der Firma seine Namensunterschrift beifügt. Der Eintrag in das Gesellschaftsregister unterzeichneten Gerichts ist erfolgt. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch den Deutschen Reichr-Anzeiger, den Gießener Anzeiger und ein anderes noch zu bestimmen Klettenwnrzelwasser ein sehr angenebmes, erfriscbendes, anti- seplischeS Kopfwaffer. Flasche 1 Mk. Lattigmilch (Flasche 1 Mk.) macht die Haut zart und weick, namentlich in Verbindung mit Lattigseile die Sommersprossen, Röte, Pickel und sonstige Hautunreinigkeiten beseitigt, Stück 60 Pfg., Cognac in Vi, */z, V4 Flaschen der Firma Erste Taunus-Eognac-Krennttti Fritz Scheller Söhne, Homburg. 2780 Mosel- und franz. Cognacs in allen Preislagen Deutscher Medizinal-Copae ärztlich empfohlen gegen Keuchhusten, Tuberkulose und Darmkrankheiten. i/1 Fl. Mk. 6. 7, Fl. Mk. 3.20. Samos-Cognac ohne Zucker-Zusatz. 1/1 Fl. Mk. 4. 7, Fl. Mk. 2.20. Niederlage bei: Heinr. GengnageL Neuen-Bäue 10. Bekanntmachung. In das Genossenschaftsregister unterfertigten Gerichts wurde unter der Rubrik betr. Spar- und Vorschußverein Treis a. Lumda e. G. m. u. H. auf Seite 36 eingetragen, daß an Stelle der Rechners Johannes Becker VI., welcher aus dem Vor- iande ausgetreten ist, neu gewählt wurde: Johannes Becker XII. zu Treis a. Lumda. Gießen, am 27. Sept. 1899. Großh. Amtsgericht. Neuenhagen. 6986 Aufgebot. Auf Antrag des Adam Eise II. in Lich, Kurators der am 19. August 1829 zu Lich geborenen und vor mehreren Jahren nach Paris aus- gewanderten Anna Marie Eise, deren Aufenthalt unbekannt ist, werden die genannte Anna Marie Eise und ihre Abkömmlinge auf« gefordert, spätestens im Aufgebots- termine: Donverstag den 16. Hoobr. 1899, vormittags 9 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte ihre Ansprüche an das kuratorisch ver waltete Vermögen in Höhe von 138 Mk. geltend zu machen, andernfalls Anna Marie Eise für tot erklärt und ihr Vermögen mangels sich meldender Abkömmlinge den bekannten Erben überwiesen werden wird. Lich, den 18. September 1899. Gcoßh. Amtsgericht. gez. Giller. 6821 Veröffentlicht: Koblheyer, Gerichtsschreiber. Helumntmachung. In dem Genossenschaftsregister des unterfertigten Gerichts wurde unter der Rubrik betr. „landw. Konsum, verein I Reiskirchen e. G. m. u. H." gewahrt, daß an Stelle des zum Schlüsse dieses Jahres statutenmäßig ausscheidenden stellvertretenden Direk- tors Heinrich Balser VII gewählt wurde: Johannes Schomber zu Reiskirchen. Gießen, am 27. Sept. 1899. Großh. Amtsgericht. Neue n Hagen. 6987 thun, den Meister gegen die unermüdlichen Angriffe der Zeitungen in Schutz zu nehmen. „ , . _. „ , , Bors.: Nun, der Vorwurf, daß in der Kolome Dieffenbach Un° züchtiakciten begangen wurden, war nach dem, was uns vorliegt nicht unbegründet. Hat Dieffenbach von Ihren Beziehungen zu Stella gewußt? - Angekl.: Damals nicht, doch im „Himmelhost erfuhr er cs Bors: Es war ja ein offenes Geheimnis, und der Meister schr»eb Ihnen einen Brief, in welchem er Ihnen mit Bezug auf Stella mit dem Kriminal droht für den Fall, als Sie die Kolome verlassen sollten. — Angell.: Es handelte sich nicht um mein Verhältnis nut Stella, sondern um die Beeinflussung des Mädchens. Vors.: Und noch etwas. Sie haben ja die Bilder gemalt, die als Werke Dieffenbachs in die Welt gingen und viele entzückten. Er wollte Sic nicht verlieren, weil er Sic brauchte. — Angekl.: Das sagt die Oborny, deren Anzeige nur aus Bosheit entspringt und nichts Wahres enthalt^orsbod) Wahre, das zur heutigen Verhandlung geführt hat. — Der Angeklagte senkt schweigend den Kopf. Staatsanw.: Ist es vielleicht nicht richtig, daß in Kolonie Dteffen- bach Personen waren, die wegen Unzucht und Diebstahl schon bestraft waren? — Angekl.: Davon wußten wir nichts. Es begannen nun Verlesnngen. Zuerst wurde die Aussage der Stella Dieffenbach verlesen. Dieselbe bestätigte, was Spann angegeben hatte und fügte bei, daß sie gegenüber den Brüdern Spann sehr ver- schiedene Empfindungen gehegt habe. . „ , . f „ Die Anzeigerin Mathilde Oborny, die früher Modell bei Malern war, hat angegeben, daß sie eines Tages Dieffenbach auf dem Stephans- playe traf. Er redete ihr zu, ihm im „Himmelhof" die Wirtschaft zu führen. Sie trat sofort in Beziehungen zu Dieffenbach. Dieser sei cm Gegner der Ehe und Anhänger der freien Liebe, was er aus tbealen Gründen zu rechtfertigen suche. Er sei ein egoistsscher Mensch, der die besten Zimmer des „Himmelhofes" bewohnte und sich heimlich Schinken, Hühner und Appetitwürstchen bringen ließ, während er bet den Jüngern und Jüngerinnen auf strengster Einhaltung der Pflanzenkost bestand (Heiterkeit.) Dieffenbach sagte, er fet der vollkommenste Mann der Welt cs gebe keinen solchen mehr, wie ihn und ihm könne kerne Polizei und kein Gericht beikommen. Er erteilte Aufträge, die Anderen arbeiteten, Parthcnis und Paul malten. Die Kinder wurden aber Nicht erzogen. Helios könne nicht einmal schreiben. Stella selbst hat der Zeugin von dem Verhältnis mit Paul erzählt. Der Vorsitzende konstatiert, daß dies von anderen Zeugen bestätigt und daß von Sonnenbädern und anderen Unzüchtigkeiten m der Kolonie erzählt wurde. Der Angeklagte bestreitet erregt die Richtigkeit dieser Angaben und nimmt Dieffenbach gegen dieselben in Schutz. — ®ert: «Sie wollen immer nur Dieffenbach entlasten. Denken Sie doch an sich! Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Angeklagte noch etwas an» zuführen habe, erklärt er, daß er nicht aus materiellen oder unedlen Gründen, sondern aus tiefster Ueberzeugung seinen Glauben aufgegeben $°be‘ Vors.: Ich konstatiere auch, daß sich der Angeklagte nicht über die Haft beschwerte, indem er sagte: „Was ist mir der Kerker gegen die Gc- wiffensqualen, die ich leide." Ich konstatiere ferner, daß Dieffenbach auf dem Standpunkte des verzeihenden Vaters steht und daß Stella erklärt, sie habe kerne Benach- teiligung seitens des Angeklagten erfahren. Sodann wurde das Beweisverfahrcn geschlossen. Der Staatsanwalt beantragte die Bestrafung int Sinne der Anklage. Die Geschworenen verneinten die auf Verbrechen gegen die SM lichkeit lautende Schuldfrage mit sieben gegen fünf Stimmen, bejahten dagegen die Schuldfrage auf Herabwürdigung der katholischen Kirche mit elf Stimmen. Der Gerichtshof sprach demnach Paul Ritter von Spann vom Verbrechen gegen die Sittlichkeit frei, verurteilte ihn dagegen wegen Vergehens nach § 303 des Strafgesetzes zu acht Tagen strengen Arrest. . Das Urteil der geehrten Herren Juroren aus dem Volke ist bei dem offenen Geständnis des kleinen, verkrüppelten Spann nicht begreiflich. Die Sittlichkeit darf verletzt werden, aber die Kirche nicht. HklMihkOk» «ach Maß oder Maßet werden unter Garantie des guten Passens in kürzester Zeit geliefert. Reiche Auswahl in 4881 Stoffen und Einsätzen. Geschw. Heer z Reuenweg 7.. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Krachtermätzigurrgerr für die Weltausstellung in Paris 1900 sind nunmehr von der Königlichen Eisenbahn-Direktton in Köln zusammengestellt worden. Die auszustellenden, als auch die zur Errichtung und Ausschmückung der Ausstellungsgebäude dienenden Gegenstände und Materialien genießen auf den ftanzösischen Bahnen bet der Hinbeförderung eine Ermäßigung von 25 Proz., bei der Rückbeförderung eine solche von 75 Proz., auf den nichtfranzösischen Bahnen in beiden Richtungen eine Ermäßigung von 50 Proz. der Fracht. Die Vergünstigung bezieht sich jedoch nur auf die reine Streckenfracht, nicht auch auf die Bahnhofs-, Neben- und Stempelgebühren. Bezüglich der Haftung der Eisenbahnen findet das „internationale Ueberemkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr", sowie die reglementarischen Bestimmungen der Tarifverbände Anwendung, in welchen auch die Artikel genannt werden, bei denen die Beförderung von Grenze zu Grenze erfolgen muß. Für Kunstgegenstände, wie Gemälde, Statuen, Gegenstände aus Erz» guß und Antiquitäten, gewähren die französischen Bahnen Ermäßigung nut bei Aufgabe als Eilgut, und zwar in der Weise, daß °u Hinfracht ganz, eine Rückfracht dagegen garnicht erhoben wird. In derselben Weise wird die Fracht für lebende Tiere berechnet. Für diese sowie für Kunst- gegenstände sind Beschränkungen bezüglich der direkten Beförderung bis Paris vorgesehen. Bedingungen für die Gewährung dieser Frachtbegunsttg- ungen sind: 1. Beibringung einer Bescheinigung des für die Ausstellung ernannten Reichskommissars darüber, daß die Gegenstände für tue Weltausstellung bestimmt sind. 2. Frachtbrief und Sendung müssen nut Vermerken und Bezeichnungen versehen sein, aus welchen die Bestimmung, Nummer der Zulassungsbescheinigung vom Aussteller, der Name des Absenders und Ausstellers, das Bruttogewicht und ferner hervorgeht daß die Sendung durchweg aus Ausstellungsgut besteht. 3. Die Fracht ist beim Hintransport vorauszubezahlen. Die Rückbeförderung, für die eine Aufgabefrist bis zum 1. Juni 1901 festgesetzt ist, findet auf dem Wege des Hintransports und nur in Frachtüberwetsung unter Aufgabe in einer Sendung an den Aussteller des Originalfrachtbriefes statt. Dieser Frachtbrief ist nebst einem vom Reichskommissar zur Sicherung des zollfreien Wiedereingangs nach Deutschland auszuferttgenden Rücksendungsnachweis vorzulegen. Die Weiterbeförderung von den Partser Bahnhöfen zum Ausstellungsgebiet übernehmen auf Antrag bie ©tjen-- bahngesellschasten Sie erheben dafür einschließlich der Be- und Entladung auch bei Benutzung eines Krahnens durchweg 10 Franks für die Tonne und haften nicht für den Schaden, der aus der mangelhaften Verpackung oder schlechten Beschaffenheit des Gutes entsteht. Gegenstände von unter 1200 Kilogramm werden mit Rollwagen, solche von 1200 Kilogramm und darüber mit der Gürtelbahn und auf besonderen im Ausstellungsgebiet hergestellten Geleisen befördert. — Britett-Verkaussvereiu. Im August betrug nach der „Rheinisch-Westf. Ztg." der Absatz der zum Verein gehörenden Zechen 113,450 Tonnen bei einer Beteiligungsziffer von 115,900 Tonnen gegen 110,898 Tonnen Absatz und 111,510 Tonnen Beteiligung tm Monar Juli er.; im Vorjahre brachte der Monat August 96,735 Tonnen Absatz bei 95,565 Tonnen Beteiligung, der Monat Juli 94,938 Tonnen bezw. 92,050 Tonnen. wegen seiner Abwesenheit der Beurteilung dieses Falles sich den öfter» | reichifchen Gerichten vorläufig entzieht w Es wurde daher nur gegen Paul R. v. Spann die Anklage wegen des erwähnten Verbrechens erhoben. Derselbe hat sich aber auch des Vergehens im Sinne des § 303 des Strafgesetzes (Beleidigung einer gesetzlich anerkannten Kirche) schuldig gemacht, indem er m einer Eingabe an den Wiener Magistrat sich in beleidigenden Ausfallen gegen die katholi^K^rche^er^mg.^^ Vorsitzende eine Zuschrift aus Triest zur Verlesung, in der mitgeteilt wird, daß die einzige zur Verhandlung vor» geladene Zengin Stella Dieffenbach wegen ihrer kürzlich stattgefundenen Entbindung so leidend sei, daß sie sich den Strapazen einer Reise nach Wien nicht unterziehen könne. Die Parteienvertreter erklärten sich mit der Verlesung der Aussage dieser Zeugin einverstanden . Es begann hieraus daS Verhör Spanns. — Bors.. Bekennen Sic sich schuldig?-Angekl.: Diese Frage ist mir nicht ganz klar, weil ich mir nicht bewußt bin, etwas gegen das Gesetz gcthan zu haben. Vors • Hatten Sie ein intimes Liebesverhältnis nut der Stella Dieffenbach, als diese noch nicht das 14. Lebensjahr erreicht hatte? — A"^Vors.°:' Me find Sie mit Dieffenbach bekannt worden? Angekl.: Ich bin schon in Wien mit ihm zusammengetroffen. Ich war damals geistig sehr deprimiert, trug mich mit Selbstmordgedanken und war daher glücklich, in Dieffenbach einen Menschen zu finden, der eine mir sympathische Seele hatte, den ich, und der mich verstand. Die Gemeinsamkeit unseres Berufes war ein weiteres Band, und so habe ich mich Dieffenbach und seinen Söhnen HelioS und Lucidns ange- schlo^Vovc. Sie haben dann in München diesen Anschluß fortgesetzt und dort sind Sie mit der Stella Dieffenbach bekannt geworden und haben dann mit ihr nähere Beziehungen angeknüpft; damals war das Mädchen 12 Jahre alt. - Angekl.: Ich habe mich als außer leder Verbindung mit der übrigen Welt gefühlt und gar nicht daran gedacht, daß ich mit dem Gesetz in Konflikt geraten könnte, umsoweniger, als das Mädchen meinen Wünschen entgegenkam. Sie stand in geistiger und körperlicher Reife vor mir, ihr großartiger Charakter bewies mir, daß ich das Mädchen kennen gelernt hatte, das ich ersehnt habe. Und ans dem geschwisterlichen Verhältnisse wurde ein anderes, das sich aus dem geistigen Verkehr entwickelte. - Vors.: Ja, wenn es beim giftigen Verkehr geblieben wäre! — Was ist nun geschehen? — Angekl.: Dieffenbach ging nach Egypten und ich blieb zurück. Mein Bruder folgte ihm. — Vors.: Ihr Bruder Friedrich hat dort Magda geheiratet, aber dann mit Stella ein Verhältnis angeknüpft. — Angekl.: Ja, er war unglücklich verheiratet und ließ sich scheiden. - Dorf.: Setzten Sie spater die Beziehungen zu Stella fort? - Angekl.: Ja, als sie ein Jahr später aus Egypten zurückkam. Ich brach ihn aber ab, als ich sah, daß sie sich meinem Bruder zuwendete. Bors.: Sie geben also zu, das, was in dieser Hinsicht das Gesetz verbietet, begangen zu haben? — Der Angeklagte giebt nun eine Erklärung ab, durch welche er in Zweifel zu stellen sucht, daß er den m- Iriminierten Tatbestand vollkommen begangen habe. — Vors.: Sie haben auch an den Magistrat von der Zelle ans eine Eingabe gerichtet, in welcher Sie Ihren Austritt aus der katholischen Religionsgemeinschaft anzeigten und Ihre Absicht konfessionslos zu werden, in einer Wesse motivierten, welche in der Anklage als Beleidigung der katholischen Kirche bezeichnet wird. Haben Sie diese Eingabe selbst geschrieben? — Angekl. : Ja. Ich habe aber nicht die Absicht gehabt, die katholische Kirche damit herabzuwürdigen, sondern wollte nur meiner innersten Ueberzeugung Ausdruck geben. Bert.: Warum haben Sie sich, bevor Sie mit Dieffenbach bekannt wurden, mit Selbstmordgedanken getragen? — Angekl.: Weil sich nirgends Entgegenkommen, nirgends Verständnis meines Empfindens fand, sondern ich überall auSgestoßen wurde. Bert.: Sie sind ein Jünger Dieffenbachs gewesen, Das erschöpft aber nicht ihr ganzes Verhältnis zu diesem Mann. Sie haben mehrere Broschüren über ihn geschrieben. Vors.: Das hat doch mit dem Gegenstand der Verhandlung nichts zu schaffen. — Mir war es mit den Broschüren hauptsächlich darum zu Seifencrem ist das einzige Mittel der Neuzeit, welches alle Flecken, wie Fett-, Obst-, Tinte- und Farbflecke, ohne Stoffe anzugreifen, beseitigt. Verlegene und gelb gewordene Stoffe werden, mit SeifencrSm gewaschen, wie neu. Seifencrsrn ersetzt Schmierseife, Soda und Seifenpulver, und spart Zeit und Geld. 6713 Emil Bender, Marktplatz 1«. Bauernbrocl (Kornbrod) 4 Pfund 42 Pfennig bei 6598 Bäcker «liugelhSffer. Darmstädter Merdemarkt-Lose ä, Mk. 1.— (Ziehung 11. 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