&2.S «9 5. ««9. Teilnahme bei1 $l Schwiegervaters. 15d)liidli fr* sagen den r 8. Schwalb. 3» Kohlemann W. Friebel. 27» Nachricht, daß ich da innegehabtrn ikauf ilze, Kre »nunH die Kaiserin-Mutter ganz erheblich verstärkt wird. zu Zeiten Alexanders III. war der Oberprokurator bic i «Seele des Altrussentums, und sein Einfluß war bereits Daianls in vieler Hinsicht verderblich gewesen. Jeder Auf- kläÄmg feindlich gegenüberstehend, allen Reformen abhold, nel-^t bei mächtige Pobjedonoszew in dem vorgeschrittenen sinuiihcu Volke ein Element des Widerstandes, das unter alLlte llmftänben gebeugt werden müsse. Daß der Zar sich ;u.ßiii Ansichten des Oberprokurators bekehrt hat, ist sehr beA'izrnswert; denn es ist ein Zeichen dafür, daß für die läctzpi Zeit Rußland allen Fortschritten auf dem Gebiete der tfmdto verschlossen bleiben wird, und das ist im allgemeinen Jnümfsie sehr zu bedauern. (xx) Deutsches Reich. Senlin,28. März. Der Kaiser hörte heute vormittag Diei Erträge des Generals v. Hahnke, des Chefs des AdMiiaLstabs, Kontre-Admiral Bendemann und des Haus- unMster-s v. Wedel. Hierauf empfing der Kaiser den kowMMibierenden General des 18. Armee-Korps v. Linde- quAst sowie den General-Leutnant z. D. v. Caprivi, der bic>:-Crb«en seines verstorbenen Bruders, des Reichskanzlers Laprivi zurückgab und nahm dann noch eine größere Rech imilitärischer Meldungen entgegen. Lmlin, 28. März. Der Präsident des Reichstages, Gi-i-s Ballestrem, veröffentlicht in der „Schlesischen Zeicking" eine Darstellung des Konfliktes zwischen der AmüishMckungs Kommission des Reichstages und dem Pro- sesstäW.iltllot. Seine Ausführungen enthalten nichts wesentlich Neues, sondern beschränken sich darauf, die Entwickelung des Streitfalles darzulegen. Berlin, 28. März. Der deutsche Gesandte in Peking, Baron Heyking, leidet seit nahezu 14 Tagen an einem Halsübel, das allgemeine Schwäche und große Heiserkeit verursacht. Das Befinden des Erkrankten beginnt nach Londoner Meldungen Besorgnis zu verursachen. Berlin, 28. März. Von der Ansiedlungskommission. Schon seit einigen Jahren zeigt sich als erfreuliche Folge des Gedeihens der von der Ansiedlungskommission in Westpreußen und Posen gegründeten deutschen Bauernschaften eine stetige Zunahme und Zahl der Ansiedlungslustigen aus den rein deutschen Landesteilen. Und zwar beschränkt sich der Zuzug keineswegs auf die Nachbarprovinzen. Außer den Württembergern und Badensern, die sich schon seit einiger Zeit in Posen akklimatisiert haben, beteiligen sich auch Bauern von der niederländischen Grenze am Niederrhein und aus Ostfriesland an dem Ansiedlungswerk. Besonders stark sind Westfalen und andere Niedersachsen vertreten, die sich nach Charakter und Veranlagung ganz besonders für das Kulturwerk eignen. In dem laufenden Vierteljahr hat die Zahl der über Siedelgüter abgeschlossenen Punktationen den höchsten bisher dagewesenen Stand erreicht. Man darf danach bestimmt auf den Abschluß von etwa 1000 solcher Punktationen für das laufende Jahr rechnen. Nimmt man der Vorsicht wegen an, daß 20 v. H. dieser Vormerkungen nicht zu einer wirklichen Ansiedlung führen, so steht doch für das eine Jahr die Besiedelung einer Fläche von nicht weniger als 170 Quadratkilometern mit deutschen Bauern in Aussicht. Berlin, 28. März. Zum Verfahren gegen Professor Delbrück wird noch nachträglich bekannt, daß die mündliche Verhandlung vor dem Disziplinarhofe nahezu sechs Stunden gedauert hat, daß der Angeschuldigte in Assistenz des Rechtsanwalts Lisko persönlich erschienen war und die Anklage von dem vortragenden Rat im Kultusministerium, Geh. Ober-Regierungsrat Dr. Förster vertreten wurde. Das Disziplinargericht war in der vollen Besetzung von 11 Mitgliedern erschienen, während sonst zur Erledigung der Disziplinarsachen nur die Teilnahme von wenigstens sieben Mitgliedern mit Einschluß des Vorsitzenden gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Disziplinarhof hat in Ueberein- stimmung mit der Auffassung der Anklage angenommen, daß der Angeschuldigte durch die Form seiner Kritik sich eines Dienstvergehens schuldig gemacht habe, und lediglich aus dem Grunde, weil die Verfehlung in der wenn auch alles Maß überschreitenden Form beruhe, hat der Gerichtshof unter Abstandnahme von der beantragten Strafversetzung auf einen Verweis und eine Geldstrafe von 500 Mk. erkannt. Wie ein hiesiges Blatt hört, hat der Gerichtshof die Strafversetzung von Universitätslehrern in gleicher Weise wie bei den übrigen unmittelbaren Staatsbeamten rechtlich zwar für zulässig, im vorliegenden Falle aber für „zu hart" erachtet. Das ist eine zarte Ausdrucksweise, die man dem Gerichtshof zu gute halten muß. Im gewöhnlichen Leben müßte man statt „zu hart" ehrlicherweise „widersinnig" sagen. Was übrigens die von einem Blatt gebrachte Meldung anlangt, Professor Delbrück wolle die Leitung der „Preußischen Jahrbücher" niederlegen, so haben wir Grund, sie für unrichtig zu halten. „Tägl. Rdsch." — Dieser Tage fand in Berlin unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats Jul. van der Zypen-Köln eine erste Sitzung der Kommission statt, die in Sachen der Unwetter-Versicherung eingesetzt worden war. Nach eingehender Beratung wurde der Begriff des zu versichernden Unwetters auf Sturm, Hagelschlag, Windbruch und Wolkenbruch begrenzt und beschlossen, von der Reichsregierung eine umfassende Statistik über alle Elementarschäden, einschließlich der Überschwemmungen zu erbitten. Die öffentlichen Sozietäten sowie die Staatsversicherungs-Anstalten sollen zur Uebernahme einer solchen Versicherung als Zusatzversicherung aufgefordert, der Verband der deutschen Privat-Feuerversicherungs-Gesellschasten und die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, um eine Aeußerung über die Ausführung ersucht werden. — Generalleutnant v. Treitschke in Leipzig ist zum General der Infanterie ernannt und soll das Kommando des zweiten neugebildeten sächsischen Armeekorps erhalten. Berlin, 28. März. Der Gesetzentwurf über die Dienststellung des Kreisarztes und die Bildung von Gesundheits-Kommissionen ist nunmehr dem Abgeordnetenhause zugegangen. — Die Missionare in Süd-Schantung. Bischof v. Anzer bespricht in seinem Jahresbericht über die Missionsthätigkeit in Süd-Schantung die Ermordung der beiden Deutschen Nieß und Henle. Der ..Ostasiatische Lloyd berichtet darüber: Der Schleier des Geheimnisses, der vor einem Jahre noch über der grauenhaften Mordthat und ihrer näheren Veranlassung ruhte, hat sich im Laufe dieses Jahres immer mehr gelüftet. Immer enger schließt sich die Kette des Beweises, daß niemand anders als die Anhänger der Sekte vom „großen Messer", ebendieselben, die vor zwei Jahren den Verfolgungssturm in Kingnau und Schenhien erregten, die Thäter sind. Die armen Leute, die von den Mandarinen eingefangen waren, haben sich als unschuldig erwiesen. Die wirklichen Mörder sind, wie so oft in China, dem Blütenlande der „blinden" Gerechtigkeit, auch diesmal ungestraft entschlüpft. Erst in neuester Zeit kommt von Kiangnan die Nachricht, daß endlich das Haupt des Geheimbundes, ein gewisser Tschau Tien-Tji auf dessen Kopf eine Prämie von 1000 Tael Silber gesetzt war, eingefangeu wurde. Damit hätte wenigstens den Hauptanstifter des Mordes die gerechte Strafe ereilt. Es handle sich bei dem Morde der Missionare also nicht um einen gewöhnlichen Raubanfall, wie solche in Zantschoufu an der Tagesordnung sind, sondern es war ein Ausbruch des Fremden- und Christenhasses, der die ganze Sekte vom „großen Messer" durchglüht. Wie groß die Mordwut dieser Fanatiker gewesen, beweisen die zahlreichen grausamen Wunden, mit denen die beiden Leichen vollständig bedeckt waren. Ein Mitglied der Bande, das zugleich mit den Mördern in die Priesterwohnung gedrungen war, erzählte uns selbst, die Bande habe längere Zeit gebraucht, um die Thür zu erbrechen. Herr Henle war unterdessen von seinem Lager aufgesprungen. Er stand vor seinem Bette, als der erste der Bündler ihm die Lanze in den Leib rannte Der milfe hervorspritzende Blut ström überströmte den Mörder, worauf dieser, erschreckt über seine That, ohnmächtig zusammenbrach. Während die Mordszene sich weiter abspielte, blieb dieser Mensch ohnmächtig liegen, und mußte später von seinen Genossen hinweggetragen werden. Daher die Fabel, die längere Zeit namentlich in den chinesischen Mandarinaten umlief, einer der Angreifer sei von den Missionaren verwundet worden. Die beiden Herren haben nicht um ihr Leben gekämpft. Sie fielen wehrlos und willig als Opfer des Fanatismus in der Ausübung ihres Berufes. — Die Verwaltung von Neu-Guinea wird jetzt, sobald sie vom Reiche übernommen ist, innerlich und äußerlich eine ganz andere Gestalt erhalten. Das Gouvernement wird zunächst von Kaiser Wilhelm-Land nach de» Bismarck-Archipel verlegt. Von den neuernannten BeamteN, die bereits am 4. April von Genua aus die Reise nach Singapore antreten, haben, wie verlautet, mehrere den Auftrag, in Herbertshöhe mit dem Bau der Gouvernementsgebäude zu beginnen. Der neue Gouverneur wird deshalb erst in einigen Monaten die Ausreise nach dem Südsee- Schutzgebiet antreten. Der Bismarck-Archipel hat deshalb vor Kaiser Wilhelm-Land einen großen Vorzug, weil er insulares Klima hat und gesünder ist, als das Festland Neu- Guinea. Außerdem ist die Entwickelung des Landes und der Bewohner im Archipel eine weit fortgeschrittenere als auf Neu-Guinea. Nachdem die Einrichtung des Gouvernements in Herbertshöhe erfolgt ist, soll mit der Ausdehnung der Verwaltung nach bisher unberührten Inseln begonnen werden. Zunächst kommt Neu-Mecklenburg an die Reihe, wo auf der Insel Nusa, nördlich davon, eine Station errichtet wird. — Aus Deutsch-Ostafrika. Die gestern erwähnten Aeußerungen des Gouverneurs, General-Majors Liebert, über die Vereinfachung der Verwaltung werden in einem Bericht der „Köln. Volksztg." aus Dar-es-Salaam in etwas genauerer Fassung mügeteilt. Demnach sagte der Gouverneur: Die allgemeine Forderung in Deutschland sei, daß die Kolonie weniger kosten und mehr einbringen müsse. Es müffe unbedingt eine Vereinfachung im Verwaltungs- Apparat eintreten. Vor allem in der Kalkulatur und beim Zoll müsse ein Teil der Beamten entlassen und nötigenfalls durch wohlfeilere farbige Arbeitskräfte ersetzt werden. Auch bei der Bauabteilung müßten die Arbeitskräfte vermindert werden. Man müsse aufhören, kostspielige Paläste in der Kolonie zu bauen und mehr den praktischen Bedürfnissen Rechnung tragen. Straßen und Eisenbahnen seien für die Kolonie wichtiger, als Paläste. Zu wiederholten Malen hätte ihm gegenüber der Kaiser geäußert, er solle dem Bu- reaukratismus und Assessorismus in der Kolonie ein Ende machen und mit aller Energie eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung anstreben. Dieser allerhöchste Wunsch passe ganz und gar in sein Programm, und er werde an seiner Durchführung auf das Beharrlichste arbeiten. Eine neue Periode müsse nun für die Kolonie beginnen. Die erste sei die der Militärherrschaft gewesen, in der zweiten seien die administrativen Verhältnisse der Kolonie geordnet worden, die dritte solle vor allem der Förderung von Handel, Gewerbe, Plantagenbau, der wirtschaftlichen Ausnützung der Kolonie gelten. — Unter dem Deutschtum der Vereinigten Staaten regt sich doch hie und da der Widerstand gegenüber der Hetze, deren Gegenstand die alte Heimat der amerikanischen Deutschen ist. Am Montag abend fand in Chicago eine große deutsche Versammlung im Auditorium- Theater statt. Dabei wurden Beschlußanträge angenommen, welche die Versuche englischer und amerikanischer Blätter verurteilen, Deutschland ungünstige Vorurteile hervorzurufen und Amerika in ein gegen Deutschland gerichtetes Bündnis mit England hineinzuziehen. Krefeld, 27. März. In langen Verhandlungen ist es der sozialen Kommission der Stadtverordneten-Versammlung gelungen, über einen Vermittelungsvorschlag eine Einigkeit unter den Vertretern der drei Arbeitsverbände zu erzielen. Die Arbeiterabordnungen haben versprochen, den Vorschlag den verschiedenen Arbeiterschaften zur Annahme zu empfehlen. Heute treten deshalb die Arbeiter der einzelnen Fabriken zur Beratung zusammen. Die Fabrikanten, denen die soziale Kommission die am Samstag gefaßten Beschlüsie noch gestern mitgeteilt hat, sind heute mittag zur Beratung zusammengetreten. Die soziale Kommission hat die Beschlüsse öffentlich noch nicht bekannt gemacht, auch ist heute der übliche Sitzungsbericht nicht erschienen, doch sind die Einigungsvorschläge durch Beschlüsse bekannt geworden, die der Hauptvorstand des niederrheinischen Verbandes christlicher Textilarbeiter, der gestern in Kempen getagt hat, auf Grund der Mitteilungen der Vertreter des christlichen Verbandes über den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen vom Samstag gefaßt hat. Wie nicht anders zu erwarten war, bildet die Fabrikantenlohnliste die Grundlage der Einigung. In dieser Liste waren, wie das auch früher der Fall war, noch Zuschläge bis zu 10 Pfg. das Meter für tadellose Arbeit vorgesehen. Die Gewährung dieser Zuschläge war ganz in das Ermessen des Fabrikanten gestellt, doch erhielten in den verschiedenen Fabriken die meisten Arbeiter, oft bis zu 80 Prozent, diese Zuschläge regelmäßig ausbezahlt. Dieser Zuschlag soll nun als beim Gewerbegericht einklagbarer Lohn gelten. Der Beschluß des Hauptvorstandes des christlichen Verbandes hat folgenden Wortlaut: „Der am 26. März 1899 versammelte Centralvorstand des Niederrheinischen Verbandes christlicher Textilarbeiter erklärt einstimmig: a. daß er vollständig einverstanden ist mit dem Vermittelungsvorschlage der sozialen Kommission, die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn die Fabrikanten den in ihrer Lohnliste vorgesehenen Zusatz bis zu 10 Pfg. für tadellose Arbeit derart in klagbaren Lohn (Ergänzungslohn) verwandeln, daß er unter allen Umständen, ohne Rücksicht auf die Beschaffenheit der Arbeit, gezahlt werden muß, unbeschadet des Rechtes der Fabrikanten für schlechte Arbeit Abzüge eintreten zu lassen; b. er nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die Fabrikanten Deußen, Jacobiny, Peltzer Gebr. und Pollems und Lingenberg den vollen Ergänzungslohn von 10 Pfg. bezahlen, und weist ihre dort beschäftigten Verbandskollegen an, in diesen Betrieben sofort die Arbeit wieder aufzunehmen, sobald die Fabrikantenvereinigung den Vermittelungsvorschlag der sozialen Kommission angenommen haben wird; c. er weist die in den anderen Betrieben beschäftigten Verbandskollegen an, inbetreff der Ergänzungslöhne ihrer Betriebe mit der sozialen Kommission und ihren Firmen weiter zu verhandeln und nach Bekanntgabe des Ergebnisses dieser Verhandlungen ebenfalls sofort die Arbeit aufzunehmen." Aus diesem Beschluß geht hervor, daß die Höhe, des Zuschlages für die einzelnen Sammetgewebe für jede Fabrik zwischen den Fabrikanten und den Webern gesondert festgesetzt werden soll. Das ist ein Standpunkt, den die Fabrikanten von vornherein als richtig anerkannt haben, da die Verschiedenheit der Stühle und der technischen Einrichtungen in den Fabriken eine für alle Betriebe gleichmäßige Festsetzung dieses Zuschlages vom Standpunkt der Gerechtigkeit nicht zuläßt. Aus den Beschlüssen geht hervor, daß die Fabrikanten von ihrem von vornherein eingenommenen Standpunkt nicht abzuweichen brauchen. Da die Zuschläge auch früher gezahlt worden sind und auch weiter gezahlt werden sollten, so können die Fabrikanten auf deren Umwandlung in einklagbaren Lohn um so eher eingehen, als ihnen das Recht, für schlechte Arbeit Abzüge eintreten zu lassen, nicht genommen wird. Es ist deshalb auch zu erwarten, daß die Fabrikanten sich mit den Vorschlägen der sozialen Kommission einverstanden erklären werden. Geschieht dies, so ist der Ausstand gebrochen, da die christlichen Arbeiter die Arbeit dann sofort wieder aufnehmen werden. Die übrigen Arbeiter, die allerdings die große Mehrheit bilden, werden dann jedenfalls nachfolgen. Ausland. Wien, 27. März. Aus Böhmen schreibt man: Die Tschechen werden nun doch im böhmischen Landtage große nationale und politische Fragen aufrollen. Abq. Herold kündigte nämlich in einer Versammlung an, „daß die tschechische Frage in ihrer ganzen Kraft und Bedeutung noch m dieser Session des Landtags zur Verhandlung gelangen werde und zwar in einer des Landtags des Königreichs würdigen Form". Es kann also im Landtage doch noch zu bedeutsamen politischen Auftritten kommen! — Die Tschechen zeigen leider eine weit größere nationale Opferwilligkeit, als die doch zumeist viel reicheren Deutschen, und es stirbt kein vermögenderer tschechischer „Pariot", der nicht eine größere Summe tschechisch-nationalen Zwecken hinterließe. So starb dieser Tage der Bürgermeister der Stadt Proßnitz in Mähren, Karl Vojacek, welcher 100000 Gulden tschechisch-nationalen Zwecken, darunter 46000 Gulden dem tschechischen Schulverein allein, vermachte. Der letztgenante Tschechisierungsverein hat in den letzten zwei Jahren gegen 200000 Gulden geerbt, welche Summen er natürlich wieder zur Bekämpfung des Deutschtums verwendet. — Ein neuerliches Beispiel für den langsamen, aber stetigen Rückgang der internationalen Sozialdemokratie in Böhmen boten die Sonntag in Prag vorgenommenen Wahlen in den Gehilfen- ausschnß des Handelsgreminms, wobei die Liste der tschechischnationalen Sozialdemokratie mit erdrückender Mehrheit gegen die der internationalen Sozialdemokratie durchdrang. Die Ersteren erhielten 353, die letzteren bloß 49 Stimmen. Da nun sowohl die tschechisch-nationale, als auch die deutschnationale Arbeiterbewegung in Böhmen tagtäglich an Boden gewinnt, so dürfte die internationale Sozialdemokratie ihre Rolle in Böhmen wohl bald ausgespielt haben. Wien, 28. März. Wie verlautet, beabsichtigt die Marine-Verwaltung von den Delegationen ebenfalls einen größeren Kredit für Marinezwecke zu verlangen. — Nach Meldung tschechischer Blätter hatte der deutsche Botschafter bei seinem letzten Empfangsabend eine längere Unterredung mit dem Finanzminister Dr. Kaizl. Wien, 28. März. Wie von informierter Seite versichert wird, haben die zwischen Koloman Szell und den österreichischen Ministern derzeit stattgefundenen Konferenzen über den Ausgleich nur einen formellen Charakter. Die definitiven Verhandlungen sind für einen späteren Zeitpunkt Vorbehalten. Szell kehrt heute nach Budapest zurück. Prag, 28. März. Narodni Listy bezweifeln, daß der Kardinal Schönborn die ihm von der preußischen Regierung zugedachte Rolle als deutscher Vertrauensmann beim künftigen päpstlichen Konklave acceptieren wird. Lemberg, 28. März. Die von der Staatsanwaltschaft infolge eines hinterlassenen Briefes des Direktors Krzy- zanowski, worin die Leitung der galizischen Kreditbank verschiedener Veruntreuungen beschuldigt wurde, eingeleitete Untersuchung wurde eingestellt. Lemberg, 28. März. Blättermeldungen zufolge soll die Technische Hochschule wegen eines Konfliktes zwischen Studenten und Rektor geschlossen werden. Brünn, 28. März. Die große Spinnfabrik von Wilhelm Landesmann in Priesnitz ist total nieder- gebrannt. Zwei junge Arbeiter, welche auf dem Werkboden schliefen, sind dabei verbrannt. Nom, 28. März. Der italienische Botschafter in Wien, Graf Nigra, hat neuerdings sein dringendes Entlassungsgesuch eingereicht. Dünkirchen, 28.' März. Der Marineminister Lockroy wird auf seiner Inspektionsreise von den Direktoren des Kriegs- und Marine-Ministeriums, von Abgeordneten und Senatoren, sowie wahrscheinlich auch von dem Generalstabschef der Marine begleitet sein. Von hier aus wird sich Lockroy an Bord des Kreuzers Jassini nach Havre und Prest einschiffen. Er dürfte auch die neu befestigte Insel Quessant besuchen. Brüffel, 28. März. Wie „Petit bleu" meldet, hat sich der Tsung-li-Aamen bereit erklärt, an Belgien einen Teil der Stadt Hankan sowie ein größeres Gebiet am blauen Flusse abzutreten. Die Unterzeichnung des diesbezüglichen Vertrages soll bevorstehen. Loudon, 28. März. „Daily Chronicle" berichtet aus Washington, in Amerika herrsche große Unzufriedenheit über den Botschafter White in Berlin, da er die Samoa- Angelegenheit zu sehr vom deutschen Standpunkte betrachte. Die weiteren Verhandlungen würden in Washington geführt werden. London, 28. März. Die „Bulgarin" ist in Plymouth eingetroffen. Der Bürgermeister von Plymouth und Vertreter verschiedener Körperschaften empfingen den Kapitän Schmidt und überreichten ihm eine künstlerisch ausgeführte Glückwunsch-Adresse. Petersburg, 28. März. Der französische Botschafter gab gestern ein Diner zu 44 Gedecken zu Ehren des neu ernannten österreichischen Botschafters, Baron Aehrenthal. Nach dem Diner fand ein Empfang statt. Vermischtes. * Das von der bekannten Schriftstellerin Marlitt mit ihren Romanen erworbene Vermögen von etwa 80,000 Mk. ist, nachdem es durch Erbschaft an einen Neffen der Schriftstellerin übergegangen war, binnen wenigen Jahren zerstoben. Der betreffende Neffe nämlich, der in München ein Agentnrengeschäft betrieben hatte, wurde vor einigen Tagen wegen betrügerischen Bankerotts zu mehrmonatiger Gefängnisstrafe verurteilt. * Was wird aus 1000 Schulknaben? Diese recht interessante Frage hat ein Statistiker für die Schüler von Harrowschool (England) näher untersucht. Er ist, nachdem er einen Zeitraum von 40 Jahren als Naturforschungsperiode ansetzte, zu folgenden Resultaten gekommen: 197 Juristen, 3 Arzte, 2 berühmte Sportsmen, 2 Selbstmörder, 17 starben in Indien, 3 auf der Jagd, 2 beim Ballspiel, 1 stürzte vom Matterhorn ab, 22 wurden Kaufleute, 1 von diesen wurde Bürgermeister von London, 9 ererbten die Pairswürde, 23 hatten genug Geld, um überhaupt nichts lernen zu müssen; ferner sind 103 Schullehrer, 27 Landwirte, 95 Beamte in der Armee, 7 Soldaten, 92 Geistliche, 11 diplomatische Angestellte, 33 Effektenmakler, 19 Journalisten, 23 Maler, 19 Schauspieler, 2 Musiker geworden. Die Nachforschung über die in die Volksschule Elon 1858 eingetretenen Schüler — wir entnehmen diese Angaben dem 25. Hefte von Spemanns Wochenschrift «Mutter Erde" — weist fast dieselben Zahlen auf; es widmeten sich einige Schüler mehr der Politik und die Zahl der Unglücksfälle ist geringer. * Eine überflüssige Preisansschreibung. Aus Kassel wird der „Frkf. Ztg." berichtet: Vom Ortsausschuß für den C.Röbrl mn K-t Wit Ans, ;/£S '>1 . ;V: ■>. ,5- $ 10, Schm 12 KL'LÄL Schellfis ), ß. M ’ M ck H fr iji Ziehung vom 14. bis 1 WWW fauuMW.'. Tlt. 100001 815000, 15000 ufa. & lch-rlo und Lifte 25 W. n I» lange Vorrat Bich. I Kiefcn, Neuenbäue 11. 4 üiiniiierarb'',len- :jtoütnanfd)M^fln8aul □log«" !onSn 8 in Dresden lebenden Schriftstellers Karl Gjellerup, künwe. Vorträge und eine Festrede Kornelius GurltttS, ,DaS Vt '< Ä-.K d ube. ' c, m ^den durchs nes errunge u r das Land einem °»°"°^ b# Bil”'"54be i* ;.:ä^ 0*8 •JÄgi 26221 In nächster Nähe der Bahnhofstraße sind zwei Wohnungen, zwei große, Zimmer, Küche,Wasserleitung und Garten- anteil sofort zu vermieten. Daselbst auch ein Laden zu jedem Geschäft passend zu vermieten durch W. Hilv, Bahnhofstr. 15 2624] Grünbergerstraße ist wegzugshalber eine Wohnung von 5 Zimmern, Küche, Bodenkammer, Wasserleitung, Bleichplatz und sonstigem Zubehör per 1. Juni zu vermieten. 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B. unk. b. 1906 98.00 4 4 Mo. unk. b. 1907 102.00 4 Deutsche »rdsch.B. unk. b. 1904 101.50 4 BttN Blattes. 2710 Darmft B?.-«ctien Südanlage 21, III. kaufen. Redaktion: L. Burkhardt. — Druck und B-rlag der Brühl'scheu UniverfitätS.Buch« und Steindruckerei (Pietsch Lrben) in Gießen. VerMtdents s 6 100.65 92.00 99.20 000.00 000.00 8 87, 4 4 S 3 Brief 16.23 20.40 4.21 Nordd. Lloyds Hamb. Amer. Packf. «bepdeourser 000.09 I Oefterr. Lredit-Actien i jun vc Bischofsheim. 3. Vorftandswahl. 4. Verschiedenes. 3°/o Deutsche ReichSanl. 3% Preußische ConsolS 4% Egypttsche unific. 4o/g Griechen von 1887 5o/o „ . 1890 3% Italiener Rente 57o n # 3/, Mexicaner Berliner HandelSges. Darmst. Bank Deutsche Bank DtSconto Comm. Dresdner Bank Oester. LLnderbank Proceru 47, Oefterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente wo* \*> llti 10Ü> 2766 Der Vorstand. Monopol-Griechen von Eisenb. Rentenb. Obl. BuderuS Obl. Proeent »7, Deutsche ReichSanl. Preuß. LonsolS Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 General-Versammlung Dienstag den 11. April 1899, abends S'/2 Uhr, in der Aestaumtion Wellhöfer (früher Keil). Tages-Ordnuug: 1. Bericht über das verflossene Vereinsjahr. 2. Bericht der Kommission über die Berathung der Statuten m Ein bkaver Hausbursche nicht über 18 Jahre alt, zum sofortigen Eintritt gesucht. 2756 Von wem? sagt die Exped. d. Bl. 01026] Ein sehr gut erhaltener Kinderwagen mit Gummirädern zu ver- Stäbte» Kaufmännischer Verein. Donnerstag, den 30. Wärz c., aöends 9 Nhr pünktlich im Bereiushaus Außerordentliche Generalversammlung Tagesordnung: 1) Satzungsänderungen. 2) Etwaige Anträge der Mitglieder, die vier Tage vorher schriftlich einzureichen find. 2414 Bieberthalbahn. Sommer-Fahrplan. Gültig vom 1. April 1899 ab bis auf weiteres Oonraberlcht m -S. Knrz & Co., Giessen, Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau u.Eleotroteohnlk. Programme kostenfrei. 228 Hess. Ludwigsbahn Lübeck-Büchm Gotthard 3n verkaufen Gin Lehrling gesucht. § B. 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Hal ihr Meister! baß Jahr des großen * btrnolratie angekündigt, -)at ihr großer Hebel i -iahrhundett propfatit, ' biaksch schneller kommen W", no ift bitftt Mi Uf laftfttn Zeichen für |c< Mglichkeit seines Eil M-'ung geworden, daß Aumdü' Dir Eraebniff , LEwmichast rrwrisrn t ernstlich an den ut Verlegenheit in die ! -nacht sich bereit J «m, daß morgen de MMaatf«. »erbt X*.“^«eitlen teWtbfflt ■■M«» «total br’Ä i,wli(ift i einem Maß 2675] Wegen Verheiratung des jetzigen wird ein tüchtiges Mädchen bei gutem Lohn gesucht. Ostanlage 31, in. bi. W Hüte garniert und ungarniert für Damen und Kinder 9 Bänder, Blumen, Federn • sowie 2765 SV alle sonstigen Zuthalen, Kandschuhe in 6hr6, Stibe, feinrn anb Kaumwollc emp^it Henr, Fischer, SkltttSweg 83 ■*» b« 1S Begeht Cg fW«t! W Io r der m Schüler find. Pension u. Unterricht bei erfahrenem Pädagogen. Vorbereitung für das Einjährige-Examen rc. Off. sub Dr. B 01037 an die Expedition d. Bl. ■uljtibtf IN eiw ‘ Ä jRontog«- ■ Dir S'khkncr ■ , b. Katz, Asterweg 10. 200000 Kacksteine können zusammen oder getrennt verkauft werden. Nähere» in der Expedition dieses «■d « « 10 16 18 ____1____L-L. 7 9 11 13 15 17 u 5oo ÖH M6 520 532 537 1 B § i r 720 73t 735 740 753 758 943 9bb 969 1004 1017 1022 HMtObOtOtO < 0 O* S 0 bO 0 IttTebri nur an Werktagen b." tsD bD tsD tO tO —■ CT> W NO ItrL nur an Sonn- n. Feiert. 250 264 300 312 317 322 335 340 400 412 418 427 440 445 610 6^4 6'70 632 636 642 665 ■j 00 8f6 857 902 907 920 925 a 1 bGüterschuppenMWB.an | an Gießen ab ' - ab „ an „ Heuchelheim ab „ Windhof , „ Abendstern „ „ Rodheim „ an Bieber ab cn cn er Qi CJi m I ZI SI TI LI LIL Verkehrt nur an Werktagen. 641 8 631 5 627 m 622 -- 606 L 600 ^ g? 859 848 8*4 839 827 820 1135 1125 1120 1115 1102 IQ55 »-* k- tO ro w * c1 O u« W O) w N Verkehrt nur an Werktagen l 340 ? 330 § 326 321 S 307 E 300 T 5 443 433 428 422 407 400 704 664 648 641 627 620 laittt. nur an Cann« « ffrt.r 1V> lss 1(6 1(? 1 Anschlüsse in Gieße« ab 1. Mai er. __________________________ 646 von Marb. 807 745 708 1157 H51 1200 1146 1157 940 1200 119 106 160 213 240 106 300 300 457 540 457 456 753 722 813 728 726 707 825 von Frankfurt a. M. nach „ Kassel „ Köln « „ Fulda „ Gelnhausen „ „ Koblenz w vD in 01 q 04 1 111 .ö t-ol: - 1 0 co III 802 816 725 820 815 812 1015 1016 1002 1020 1012 1205 1213 1206 1238 1208 1225 1210 218 313 v. Mard 325 246 247 III । S 2 504 5»3 508 545 520 505 505 556 732 818 759 820 L' ck' I 1 1 1 92 — 6'/« Mexicaner 1001 92.— 47*0/0 Oefterr. SUberrmte 10 L- 108.— 30/0 Portugiesen Ylt 51.50 4°/o Rumänter 91- 44 — 3»/8°/o Ruffen 59.- 50/0 Zoll-Türken 99J 94L0 4% Spanische Rente Sl.- 26.- 5% Chinesen Ä* 161.— Mitleid. Creditb. -r 164.- Nationalbank f. D. Itii 216.— Oefterr. Credit 200.- Wiener Bankverein 140.' 160.— Bangue Ottomane Hl 121.— Ungar. Credttbank _— Prince Henri W 174- Italien. Mtttelmeer lur 142.— Jtal. Meridtonal 141 117.- Deloce * 119.— | £ürt. Tabak _ L ____