meine 8909 ilmjftaj, evds 8 Uhr, gi 8910 Wimpfen erkergeseh. Zahlreiche Beteiligung Der Vorstand. richt. ht können bis Anfang 8905 M Mm 04._______ Alen Im Klee. BsM ! Tage 12. xkLüÄ» rrnjlilhSlhluh. anfn,iU,n OOOOOOOUg •Geschäft 9 Sj C0‘ l ö-S» 8 i >r 8 *52* * 8 Ai». 305 Zweites Blatt Freitag den 29. December L8Ä« Erscheint täglich mit Ausnahme deS MsntagS. Dir Gießener A««ilte»§kL1ter «erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beißelegt. Gießener Anzeiger ASezugopreir vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg, mit Bringerloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu dec nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer btS vorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen.BermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegou Arnts- und Auzergeblutt fuv den ICrcis Greszen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. ,!» ■■■W— Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische UolKslrunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hiebe». Fernsprecher Nr. 51. Die Bolksstimmung gegen England. Gießen, den 27. Dezember 1899. In früheren Zeiten konnte man in Deutschland füglich noch von einer den Engländern freundlichen und einer England feindlichen Stimmung reden, und es hat noch in den letzten Jahrzehnten Zeiten gegeben, in denen selbst die amtliche Politik sich mit vollen Segeln in das Kielwasser des Briten- lumS begab. Es war vor allem der Liberalismus von der Färbung des Fortschritts, den heiße, innere Sympathieen mit dem großen Handelsvolk jenseits des Kanals verbanden, mit jenem Volke, das so rasch und so rücksichtslos den Uebergang zum reinen Jndustriestaate gefunden hatte, das ohne Gewissensskrupel sich in den Besitz des größten Teiles aller Schätze der Welt zu setzen wußte, das vor allem das Ideal aller Freisinnigen verkörperte, indem es dem parlamentarischen Mehrheitsführer die Rolle des weiland Merovingischen Hausmeiers vindizierte. Mit dem Hinweise auf das glückliche Albion wurde operiert, wenn Verfassungsfragen behandelt wurden, nur vergaß man, daß selbst das freie Albion noch nicht das allgemeine, gleiche und direkte Stimmrecht besitzt, daß den jahrhundertealten freiheitlichen Institutionen auch der Zopf von Jahrhunderten anhängt. Nach England wurde gewiesen, um die alleinseligmachende Wirkung des Freihandels zu Preisen, nur vergaß man, daß England die Thür für die freie Konkurrenz nur offen hielt, weil es in seinem Nutzen lag, weil die Bedürfnisse eines ungeheuren Kolonialreiches anders gestellt sind, als die einer Kontinentalmacht, und man vergaß, daß England in jedem Augenblick bereit war, der Konkurrenz die härtesten Zwangsmaßregeln aufzuerlegen, sobald es ihm der eigene Vorteil gebot. Heute sind unter dem Druck gewaltiger Thatsachen die Sympathieen für England selbst dort zerbröckelt, wo man einst für Albion schwärmte, und man darf es glauben, daß auch Kaiser Wilhelm, als er aus höheren, dem Volke unbekannten Rücksichten die Fahrt nach England antrat, nur schweren Herzens hinauszog über das nordische Meer. Die Bewegung, die jetzt Deutschland beherrscht, läßt sich auf zahlreiche Wurzeln zurückführen. Vor allem findet sie ihre Nahrung in der Geschichte nicht nur der jüngsten Zeit, sondern auch in der Geschichte des ganzen Jahrhunderts. Immer finden wir, wenn Deutschland in Mühe und Kampf einen Schritt vorwärts wagte zur Einheit und Macht, England auf der Seite der Widersacher, ob wir zurückgehen bis zum Wiener Kongreß, ob wir des Kampfes um die meerumschlungenen Eilande gedenken, oder des Krieges gegen Frankreich, als englische Rheder den Feinden Geschütze und Flinten zuführten, als man in London die deutschen Lieder auszischte und vom Hofe an bis zur Hefe alle Welt der deutschen Politik Steine in den Weg zu werfen bemüht war. Und haben wir später, als wir es wagten, bescheidene Niederlassungen in fremden Weltteilen IW— Feuilleton. * Die Aerzte in Deutschland. In der neuesten Nummer der Deutschen medizinischen Wochenschrift veröffentlicht der Statistiker Dr. G. Heimann auf Grund des soeben erschienenen Reichs-Medizinalkalender Jahrgang 1900 folgende statistische Daten über die Aerzte Deutschlands: Die Zahl der Aerzte ist im Deutschen Reiche gegen das Vorjahr um 932 gleich 3,6 Prozent gestiegen, sodaß Ende 1899 deren 26 689 gezählt wurden. Davon kommen auf Preußen 16 103 oder 649 (4,2 Prozent) mehr als im Vorjahre, auf Bayern 2947 d. h. 144 (5,2 Prozent) mehr als 1898, auf das Königreich Sachsen 1968 (+ 25), auf Württemberg 870 (+ 19) auf Baden 1027 (-f- 27), auf das Großherzogtum Hessen 661 (4- 10), auf Elsaß-Lothringen 766 (— 1). Es waren ferner Aerzte in: Mecklenburg- Schwerin 270 (276), Braunschweig 248 (234), Sachsen- Weimar 203 (195), Oldenburg 149 (144), Anhalt 136, ■ (137), Sachsen-Koburg-Gotha 109 (108), Sachsen-Meiningen 90 (92), Sachsen-Altenburg 73 (74), Hamburg 569 (544), Bremen 144 (141), Lübeck 68 (63). In Llppe-Detmold waren im Jahre 1899 58 (im Vorjahre 53), in Reuß j. L. 49 (46), in Schwarzburg-Rudolstadt 38 (39), in Mecklenburg-Strelitz 38 (36), in Waldeck 37 (34), in Schwarz- bvrg-Sondershausen 33 (32), in Reuß ä. L. 18 (18), in Schaumburg-Lippe 17 (19) Aerzte. Eine Verminderung läßt sich also in Elfilß-Lothringen, Mecklenburg-Schwerin, Anhalt, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Schwarz- zu gründen und unter den Schutz des Deutschen Reiches | zu stellen, uns je der englischen Sympathien erfreut? Von I Angra Pequenna und Lüderitzland bis Samoa reicht die Kette der Feindseligkeiten, die uns England erwies, und mögen jetzt vielleicht auch Verträge geschloffen sein, so wird man doch diese Verträge nur halten, solange der eigene Vorteil oder die eigene Schwäche es gebieten. Hat nicht auch unsere Industrie, hat nicht unser Handel stets unter dem Drucke englischer Abneigung gestanden? Was sollte denn das berüchtigte „made in Germany“ anderes erreichen, als den Ausschluß deutscher Waren aus dem Jnselreich und seinen weiten Kolonien, was sollte diese Marke anders sein, als ein Brandmal auf der Stirn der deutschen Exporteure? Daß England, indem es das Böse wollte, das Gute schuf, ist nicht sein Verdienst, sondern das unserer eigenen That- kraft und Tüchtigkeit. Gerade jetzt aber, in dem Kriegszuge gegen die Buren, tritt die englische Art in so grelle Beleuchtung, daß von der Newa bis zum Tajo einhelliger Jubel jede Niederlage der britischen Waffen begrüßt. Krasse Habgier hat das Motiv des Krieges gebildet, der nicht unternommen wurde gegen wilde, der Kultur unzugängliche oder der Kultur feindliche Völker, sondern gegen ein freies Geschlecht germanischer Bauern, gegen ein niedersächsisches Volk, dessen ferne Wurzeln sich mit den Angelsachsen vereinen. Und doppelt freudig wird jeder Schlag, der die Engländer trifft, begrüßt, weil er mit immer größerer Deutlichkeit die Hohlheit des Erdgrundes enthüllt, auf dem ein Krämervolk sein luftiges Gebäude errichtet hat. Die Habgier und der leichte Gewinn haben dem einst so wehrhaften Volke das Mark in den Knochen zerstört, und nur durch öde Renommiersucht getäuscht, konnte bisher die Welt an Englands Allmacht und Unüberwindlichkeit glauben. Es ist ein menschlich edler Zug, der in den Herzen lebt, wenn alle Sympathieen sich den Buren zudrängen, die, für ihr Heim und ihre Freiheit zu kämpfen, im schlichten Bürgerrock hinausziehen an die Grenzen und die, wenn die Kugel ihre Brust durchbohrt, im frommen Aufblick zu den Gestirnen sich selig preisen, daß sie das schönste Los des Mannes zogen: Für die Unabhängigkeit ihres Vaterlandes zu sterben. Einhellig sind die Sympathien, die Europa, die vor allem das deutsche Volk den Buren schenkt. Und doch tönt hier und da ein schriller Mißklang. Hat auch ein großer Teil der freisinnigen Organe unter dem Druck der eigenen Leser seine Anschauungen revidiert, um aus dem England freundlichen Lager in das Lager der Gegner abzuschwenken, so ist doch immer noch ein Nest geblieben „zu tragen peinlich" und auch, gleich jenem anderen Rest, von dem Goethe spricht, nicht gerade reinlich. Es ist vor allem das Zauberwort „Realpolitik", mit dem man jede Kundgebung für die Buren einzudämmen glaubt; man weist auf die Empfindlichkeit der Engländer hin, die sich an uns und vor allem an unserem Handel dereinst bitter rächen könnte, man richtet an das deutsche Volk den Appell an die Furcht vor Nasex- stübern. Aber wir halten es noch immer mit dem Wort Bismarcks, der uns lehrte, nichts anderes in der Welt z« fürchten als Gott, und die Bedingungen einer gesunden Realpolitik sehen wir auch dann nicht gefährdet, wenn man der Burensiege sich freut. Eine Abrechnung zwischen England und Deutschland ist unausbleiblich, sie ist notwendig geworden an dem Tage, da unsere Flagge zum ersten Mal hinausfuhr auf den Ozean, seit deutsche Arbeit sich siegreich, der englischen Produktion zur Seite stellte. Darum kämpfen die Buren im letzten Sinn für uns, und sollte wirklich in den Kämpfen dort unten am Tugelastrom und vor Kimberley die englische Weltherrschaft erschüttert werden, so stehen wir da als Erben im Namen des Germanentums, so wundersam auch der Gedanke erscheinen mag, daß die höchste Instanz der Weltgeschichte dem armen Bauernvolk von Transvaal eine so ungeheure welthistorische Mission vorbehielt. In Wahrheit sind denn auch die Stimmen, die bald im „Berliner Tageblatt", bald in reinen Börsenorganen zu Gunsten Englands ertönen, beeinflußt durch Erwägungen ganz besonderer Art. Sie im einzelnen zu verfolgen, belohnt kaum die Mühe; ein einzelnes Beispiel ist hinreichend charakteristisch. In der „Berliner Finanz- und Handelszeitung" findet sich ein lang ausgesponnener Artikel, in dem Deutschland und die europäischen Mächte aufgefordert werden zu einer — bewaffneten Intervention im englischen Interesse! Auch Deutschland könnte ja, so wird ausgerufen, eines Tages in Kiautschou fremde Hilfe gebrauchen, und im Interesse aller Länder liege es, einmal notwendig gewordene Gebietsvergrößerungen zum Schutz der Kultur und Handelsarbeit rasch und eventuell gemeinsam durchzusetzen. Denn, so heißt es wörtlich, „was soll es heißen, daß schließlich die ganze Welt inAufruhr gerät, wenn tapfere Buren ihr bischen Land gegen England verteidigen, das es zweifellos der allgemeinen Wohlfahrt nutzbarer machen kann, als es Buren je können ober wollen? Aber das zitierte Finanzblatt geht noch weiter, es entwickelt auch ungeniert die eigentlichen Gründe seiner Haltung, und es gelangt dabei zu Bekenntnissen, die wertvoll sind: „Alle Welt hat es vom ersten Tag an satt, der lieben Buren wegen in Handel und Wandel gestört zu sein, Geld teuer werden zu sehen, weil Bauern gerade dort ihr Strohdach aufgeschlagen haben, wo die Welt, die Arbeit der Nationen ihren Puls, ihren Nerv, ihr Blut, ihr Gold hat. Man lasse uns ungeschoren mit den billigen Phrasen (!) von Recht und Bildung, wenn die Welt in ihren Grundvesten erschüttert wird, weil einige Bauern den Platz nicht einer kaufmännischen Verwaltung überlassen wollen." Nach einem geschmackvollen Vergleich zwischen der Austilgung der Indianer und den Buren schließt das Blatt „Macht geht vor Recht in kolonialen Fragen, burg-Rudolstadt und Schaumburg-Lippe seststellen (im Vorjahre in Braunschweig, Reuß j. L. und Schwarzburg-Rudolstadt). Bon den preußischen Provinzen zählt, wie früher, die meisten Aerzte die Rheinprovinz: 2532 (2389). Nächst Berlin folgt Schlesien 1801 (1716), sodann Brandenburg 1541 (1447), Hessen-Nassau 1247 (1201), Sachsen 1243 (1228), Hannover 1231 (1205), Westfalen 1137 (1105), Schleswig-Holstein 705 (673), Ostpreußen 665 (621), Pommern 649 (616), Posen 522 (510), Westpreußen 488 (480), Sigmaringen 28 (30). In allen Provinzen, abgesehen von Sigmaringen, fand eine zumteil erhebliche Zunahme statt. * Seine hundertste Rundfahrt über den atlantischen Ozean wird der Kapitän Karl Kaempf des Schnellpostdampfers „Auguste Victoria" im Dienste der Hamburg-Amerika- Linie zurückgelegt haben. Aus Anlaß dieses seltenen Vorkommnisses wurden dem Jubilar bei seiner Ankunft in New- Aork zahlreiche Glückwünsche und Aufmerksamkeiten, sowie ehrende Kundgebungen zuteil. Kapitän Kaempf hat bei wiederholten Gelegenheiten seine persönliche Bravour bewiesen. So rettete er unter anderen im November 1879 einen irrsinnig gewordenen dänischen Passagier, der im Hafen von Havre von dem „Gellert" über Bord gesprungen war, mit eigener Lebensgefahr vom sicheren Tode des Ertrinkens; 1887 sprang er ferner im westindischen Hasen Sankt Thomas einer vom „Cyklop" in das Meer gefallenen französischen Baroneffe nach und rettete dieser trotz der Häufigkeit der Haifische in jenen Gegenden das Leben. Beim Brand auf dem „Gellert" im Oktober 1893 rettete Kapitän Kaempf mit seltener Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit Schiff und Besatzung vor dem sicheren Verderben, und in demselben Jahre brachte Kaempf die havarierte „Italia" sicher nach dem Hafen von New-York. Für diese Bravourstücke ist der tüchtige Kommandeur unter anderem auch durch Kaiser Wilhelm II. mehrfach persönlich ausgezeichnet worden und zwar durch Besuche auf der „Auguste Victoria" und durch Ordensverleihung. • Helmerding und Stephan. Aus Anlaß des Heimganges des alten Helmerding, des berühmten Berliner Komikers, möge das folgende hübsche Geschichtchen wieder aufgefrischt werden: Ein an Helmerding, Wallnertheater adressierter Brief von G. v. Moser suchte den Adressaten in Berlin drei Tage lang. Helmerding beschwerte sich in einer an den damaligen Generalpostmeister Stephan gerichteten gereimten Epistel, in der es hieß: Wie damals die Penelope Ulysses hat empfangen. So ifis mit diesem lieben Brief ganz ähnlich mir ergangen, Drei Tage irrt er hier herum, geschickt nach allen Winden, Karl Helmerding war von der Post nun einmal nicht zu finden. Und doch steht unter ’ner Million — fern sfi mir die Reklame — Wan sehe im Adreßbuch nach, nur einmal dieser Name. Mit kaltem Wasser glaubte ich mich plötzlich übergossen. Als ich entdeckte: Unsere Post hat nicht mal Sinn für Possen! Jetzt wissen wir, wie's mit uns steht, Es ist — ganz klar ermess' ich — Mit uns'rer Popularität — Wie man so sagt — ganz Essig! Berlin, 29. März 1881. Der Adressat. Auf diese Eingabe antwortete der Herr Staatssekretär denn wir haben als Gesamtbevölkerung das Recht auf geschäftliche Ruhe, und eS besteht absolut kein Zwang, daß die ganze gesittete Welt in Angst und Bedrängnis über die Geldmarktlage ist, weil 100000 Buren sich seit 40 Jahren ein HeimatSrecht in Transvaal erworben haben wollen. Waren es die 100000 Buren wert, daß infolge einer gefürchteten Geldklemme die gesamte industrielle und kaufmännische Welt zu 50 Prozent geschädigt wird und Bankerott erleidet?" Wir stellen dieser Frage eine andere gegenüber: Ist schon jemals mit gleichem Cynismus in deutscher Sprache die nackte Raubtiermoral des Jobbertums gepredigt worden? Was gelten Freiheit und Recht, was alle edlen Regungen der Menschenseele, was der Todeskampf eines wackeren Volkes, wenn an den Börsen eine „Geldklemme" droht und die Spekulation sich vor der Gefahr sieht, ihren riesenhaften Gewinn geschmälert zu sehen? Nun, noch sind solche Stimmen vereinzelt, weil das deutsche Volk zu gesund ist. Und wir hoffen, daß gerade der herrliche Freiheitskampf unserer niedersächsischen Brüder dort drunten in Transvaal in uns all jene Empfindungen wachrufen wird, die uns befähigten, vor Leipzig unsere Frer heit und vor Sedan unsere Einheit zu erkämpfen, die uns jetzt beseelen müssen, wenn wir über das Errungene hinaus das Auge richten wollen auf weite, große Ziele, wenn wir nicht ersticken wollen in dem widerlichen Dunst der Mammonsknechtschast und der Goldanbetung. • „Vom Kriege. Die Haager Konferenz hat Anlaß gegeben, die Geschichte der Friedensbestrebungen zu revidieren und deren Quellenmaterial zusammenzustellen. In der Reihe der aufgeführten Bücher vom Abbö de St. Pierre bis zur Frau v. Suttner und Herrn v. Bloch ist uns eine wesentliche Lücke aufgefallen, deren Ausfüllung bei dem Interesse, das die Freiheitskämpfe der Tagalen und noch mehr der Buren in der ganzen zivilisierten Welt finden, besonders zweckmäßig erscheint. Es handelt sich um ein kleines Buch: Rühle v. Lilienstern „Bom Kriege", Frankfurt a. M. 1814, dessen Fehler in den Zusammenstellungen wohl nur aus seiner großen Seltenheit zu erklären ist, obwohl H. von Treitschke in seiner deutschen Geschichte es einer mention honorable für würdig befunden hat. Schreiber dieser Zeilen hat Jahre lang nach dem Buch gesucht und suchen lassen, bevor es ihm gelang, ein Exemplar aufzutreiben, vielleicht ist es eines Neu-Abdruckes nicht unwert. Der Verfasser ist ein deutscher Offizier aus dem Kreise derer um Scharnhorst, Gneisenau, Clausewitz Boyen rc. Im Gegensatz zu der damals allgemein herrschenden abstrakt individualistischen Anschauungsweise vertritt er schon den heut auf dem Gebiet aller Geisteswissenschaften zur Geltung gekommenen geschichtlich-gesellschaftlichen Standpunkt. Ausdrücklich macht er sich zur Aufgabe, den bekannten Kant'schen Aufsatz „Zum ewigen Frieden" zu widerlegen. Der Gedankengang der kleinen Schrift ist kurz folgender: Der Friedenszustand unter den Menschen ist keineswegs der Naturzustand, er muß vielmehr eigens gestiftet, erzwungen und beschützt werden. So weit von einem Naturzustand die Rede sein kann, ist dieser weder Frieden noch Krieg, jeder vergangene Zustand ist von jedem künftigen nicht der Art, nur dem Grade nach verschieden. Die Grundlagen der Gesellschaft: Staat und Recht, sind durch Kampf begründet und werden durch Kampf erhalten. Heraklits Wort: „Der Krieg ist der Vater der Dinge", gilt noch heute. Der Mensch strebt nach Freiheit und Besitz. Jeder Besitz muß erworben und behauptet werden, ebenso ist es mit der Freiheit. Aus Erwerben und Genießen setzt sich das Leben zusammen. Die Natur will nicht, daß Krieg ober Friede allein auf Erden herrsche; der Krieg ist auch nicht das eigentliche und schlimmste liebel, Unrecht und Sklaverei sind es. Jedes Recht ist befugt, sich durch Zwang durchzusetzen, so hat auch der Staat nicht nur die Berechtigung, sondern die Pflicht dazu. Wo sich die Notwendigkeit der Wahl ergiebt, ist der Untergang des Rechts das größere Uebel, der Krieg mit seinen Opfern das kleinere. Die Vernunft verlangt niemals sklavische Unterwerfung, erst amtlich und in Prosa und dann in einem Gedicht. Der amtliche Brief schließt mit den Worten: Ich habe den beteiligten Beamten das erforderliche bemerken lassen und bedauere den Vorfall umsomehr, als Briefe an bekannte und hervorragende Persönlichkeiten füglich ohne vorherige Rücksprache nach der Wohnung zur Bestellung gelangen sollten. Stephan. Diesem amtlichen Bescheid war folgendes Gedicht Stephans beigefügt: Dein Brief, o Dulder Ithakas, Durchirrte viele Stätten, Nicht, wie beim Schiffbruch Rezias, Könnt' ihn ein Posthorn retten. Der Herold am Theaterhof, Im Wagenstreit der Rufer, Sprach Schöneberg, statt Tempelhof I — Es sind ja beides Ufer — Was nützt der Dienstzucht Cerberus? Der Briefträger gelassen Spricht: Darus sum, non Oedipus, Mich können sie nicht fassen! Der Sekretär den Namen sah, Bekannt durch alle Länder: „Der Helmerding steht einzig da, Selbst im Adreßkalender!" Des Momos großer Sohn, o laß Nur richtig adressieren: „An Helmerding auf dem Parnaß", Dann wird kein Postamt irren! Stephan, 2. April 1881. sondern vielmehr freie Unterordnung unter die Rechtsidee. Natur und Vernunft können daher Frieden und Krieg weder verbieten noch gebieten, sie gebieten überall Streben nach Recht und Gerechtigkeit. Ein Völkergerichtshof mit Zwangsgewalt widerspricht der Idee der Sonveränetät des Staates, in der Praxis würde er Kriege um wichtige Lebensinteressen doch nicht verhindern können, und zu diesen Kriegen würden als eine neue Art noch Exekutions- und Revolutionskriege hinzutreten. Wir sollen nicht nur zum Dulden um des Ewigen willen bereit fein, sondern auch dazu, mutig zu streiten für alles, was heilig und recht ist. Die Herrlichkeit des Mannes bewährt sich darin, daß er träges Genußleben verschmäht und zum Kampf für alles große und schöne bereit ist, seine Ehre darin, daß er nichts schändliches duldet neben sich und seine Kraft bethätigt im Dienst der gerechten Sache, daß er Recht und Freiheit überall fördert. Der Staat ist ein auf Leben und Tod verbundenes Ganze, im ewigen Frieden würden sich chinesische Zustände mit ihren Nachteilen und Lastern bilden. Nur vom Standpunkt der einzelnen Privatpersonen aus ist der Krieg ein Unglück, vom Standpunkt der Staaten ist er die Bewegung, die Durchsetzung des Rechts. Er ist ein politisches Heilmittel, keine politische Krankheit. Das ganze Leben des freien Menschen ist ein stetes Hingeben des geringeren, um das größere zu erreichen. Wer leugnet, daß das Menschenleben überhaupt hingegeben werden dürfe, der leugnet, daß es etwas wertvolleres gibt, der schlägt aber damit allem großen und idealen ins Gesicht. Die Menschheit strebt ohne Ende nach Verbindung im Recht in immer weiteren Kreisen. Der große Zweck der nationalen Erziehung ist es, den Einzelnen zu einem würdigen und kräftigen Gliebe bes Ganzen zu bilben; ohne bte vollendete Zusammenschließung des öffentlichen und des Privatlebens giebt es niemand, der wahrhaft dient und wahrhaft herrscht. Weil nun Krieg und Friede wechseln und die Erhaltung des Friedens nicht von unserem Wollen allein abhängt, darum müssen alle Institutionen des Staats, alle Wissenschaft und Gesinnung friedlich und wehrhaft zugleich sein. Jeder Topfen Bluts muß mit dem Eisen des Krieges versetzt sein. Die Armee soll durch die Jugend aller Stände ergänzt werden, und alle Stände sollen bei ihrem Durchgang durch die Armee von dem Geiste des Mutes, der Ordnung und der Pflichterfüllung wieder etwas in das Volk zurückbringen. Dieser moralische Gewinn gleicht den ökonomischen Arbeitsverlust reichlich aus. Bei Der Zucht der mündigen Generation, der Erziehung der Heranwachsenden gilt es, das Verständnis und den Sinn für die Gemeinschaft zu erwecken und zu stärken. So lange das Ganze jedem Einzelnen nicht unendlich höher steht, als er sich selbst, so lange ist das Ganze gar nicht vorhanden. Auf drei Dinge kommt es hauptsächlich an: Mut, Gehorsam und Ehrgefühl. Mut ist die Freiheit der Seele, die freie Anerkennung und Achtung der Schranken, die er auch Umstürzen könnte. Gehorsam ist die Unterwerfung unter das Gesetz. Die Ehre besteht in der Bereitschaft zu allen Opfern und Kämpfen, da wo es auf das Unsichtbare, Wertvolle und Ideale ankommt. So in knappsten Zügen der Inhalt des kleinen Buches, das mitten in dem Sturm und in der Stimmung der Befreiungskriege vom Napoleonischen Joch geschrieben worden ist. Es enthält das Programm, an dessen Durchführung in Deutschland drei Generationen ihre Arbeit und ihre beste Kraft gesetzt haben. So erscheint uns vieles zwar nicht neu, aber auch das Wahre muß öfter wiederholt werden, wenn es wirken soll. Auch die Friedensapostel ä tont prix führen nicht immer frische Truppen ins Gefecht. Ihre Argumente gleichen nur zu sehr denen Richter'scher Reden, von denen Fürst Bismarck einmal meinte, sie erinnerten ihn an den Krönungszug in der Jungfrau von Orleans, deffen Pracht und Ausdehnung er als Knabe angestaunt habe, bis ihm plötzlich die Sache klar geworden fei und er unwillkürlich laut ausgerufen habe: Mein Gott, das sind ja immer dieselben Leute. Kskatrs und ProommK-s. Gießen, den 28. Dezember 1899. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 729 Jahren, am 29. Dezember 1170, wurde am Altar des Domes zu Canterbury der Erzbischof Thomas Decket von vier Kämmerern des Königs ermordet. Diese ktrchenschänderische That erregte allgemeines Entsetzen, und in Canterbury trauerte man ein ganzes Jahr lang. Die Thäter wurden bestraft und zur Buße inS Heilige Land gesandt, wo sie ihren Tod fanden. ** Alter Gepflogenheit gemäß haben wir auch für das Jahr 1900 einen künstlerisch ausgeführten Wandkalender hergestellt, den wir im Laufe des Samstags den Abonnenten unseres Blattes in Gießen und Umgegend durch besonderen Boten überreichen lassen werden. Auswärtige Postabonnenten, welche den Kalender zu erhalten wünschen, werden gebeten, uns dies durch Postkarte unter genauer Adressenaugabe wissen zn lassen. • * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 27. Dezember u. a. den Landgerichtsdirektor Herzberger, den Geheimen Oberforstrat Th al er, die Oberlandesgerichtsräte Scriba und Jung, den Oberlandesgerichtspräsidenten Conradi, den Rechtsanwalt Stahl von Friedberg, den Oberförster Mettenheimer von Schloß Fischbach. * * Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 27. Dezember den Notar mit dem Amtssitze in Wallertheim Dr. Bernhard Pfeifer als Nachfolger des Notars Dr. Johann Reinhardt zum Notar mit dem Amtssitze in Wörrstadt, mit Wirkung vom 1. Januar 1900, zu ernennen. • * Vom höheren Lehramt. Seine Königliche Hoheit beü G roß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Dezember- dem Lehrer an der Augustinerschule (Gymnasium und Realschule) zu Friedberg Konrad Grein den Charakter als Professor zu erteilen. • • Eifenbahnunfall. Gestern (Mittwoch) abend 8 Uhr stießen auf der Strecke zwischen den Haltestellen Großen- Buseck und Reiskirchen zwei leer fahrende Lokomotiven zusammen. Von den auf denselben befindlichen Beamten wurden zwei schwer und drei leicht verletzt. Die Auf räumungdarbeiten werden im Laufe des heutigen Tages beendet. Der Verkehr wird durch Umsteigen an der Unfall« stelle aufrecht erhalten. Die Untersuchung ist eingeleitet. * • Stadttheater. Auf dem gestrigen Theaterzettel war für nächsten Freitag eine Wiederholung von „Zaza" angezeigt. Dieselbe ist auf Dienstag den 2. Januar 1900 verschoben worden. Dagegen gelangt morgen (Freitag) Schillers „Kabale undLiebe" als „Volksvorstellung" zur Aufführung. — Die Direktion des Gießener Stadttheaters veranstaltet demnächst wieder, und zwar am Neu jahrstage (Montag den 1. Januar 1900) eine der bei den auswärtigen Theaterbesuchern so beliebt gewordenen Nachmittagsvorstellungen. Dieselbe beginnt um 4 Uhr und endet gegen 6 Uhr. Diesmal gelangt V. ©ar« dous vieraktigeS Lustspiel „Madame sane GSne“, Repertoirstück des Frankfurter Stadttheaters und des Kasseler Hoftheaters, zur Darstellung. Für diese Aufführung sind die E i n t r i t t s p r e i s e durchweg ermäßigt. Abonnements- billets haben zu der Nachmittagsvorstellung keine Giltigkeit. Abends 8 Uhr gelangt „Der Goldonkel", Posse mit Gesang in 7 Bildern von Emil Kohl, im Abonnement zur Aufführung. ** Der Packetverkehr auf der Reichspost war ein so großer, daß alle vorhandenen Packetpostwagen nicht ausreichten, um die Massen von Sendungen aufzunehmen, die Postbehörde sah sich daher veranlaßt, von der Militär« behörde Feldpostwagen zu entlehnen. Diese dunkelgrauen Wagen werden wohl bei den alten Feldzugekameraden, welche dieselbe zu Gesicht bekommen, angenehme Erinnerungen an die große Zeit erweckt haben, denn die Ankunft der Feldpost war damals stets ein überaus freudiges Ereignis, das von allen Soldaten ebenso freudig begrüßt wurde, wie sich heute die Kinder auf ihre Weihnachtsgeschenke freuen. D. G. Lollar, 28. Dezember. Auf Veranlassung des hiesigen Ortsgewerbevereins findet am Sonntag, dem 31. d. Mts., eine Ausstellung von Zeichnungen der hiesigen Sonntagszeichenschule im Saale des Schönhofs dahier statt. Eltern, Vormünder, Lehrherren der Schüler, sowie alle Freunde des Handwerks und der Zeichenkunst werden hierauf aufmerksam gemacht. Der Zutritt ist jedermann gestattet und der Besuch sehr zu empfehlen. = Vom höheren Vogelsberg, 27. Dezember. Seit einigen Jahren steigen sich in hiesiger Gegend mit jedem Jahre der Mangel an Arbeitern und Dienstb oten. Die Leute glauben mehr zu verdienen, wenn sie nach West« falen in die Bergwerke gehen oder in die nahen Städte in Geschäftshäuser u. s. w. Dadurch ist es gekommen, daß seit den letzten Jahren besonders die Dienstboten so rar geworden sind; viele Landwirte waren gezwungen, fremde Knechte aus Ostpreußen durch Vermittelungs Bureaus in Berlin kommen zu lassen. Die Löhne sind bedeutend in die Höhe gegangen, fast um das Doppelte. — Die Holz- Hauerei im Winter war seither noch ein schlechtes Geschäft. Nun sind seit diesem Winter auch die Holzhauerlöhne um 20 Psg. pro Raummeter erhöht worden. §§ Ilbeshausen, 25. Dezember. Wie in Nr. 296 des „Gießener Anzeiger" unter der Ueberschrift „Vom oberen Vogelsberg" berichtet wurde, sind 20 Italiener als Holzhauer in der Oberförsterei Grebenhain eingestellt worden. Jetzt kann aber mitgeteilt werden, daß dieselben wieder entlassen werden mußten, weil sie schlechte Arbeit leisteten. Man sieht, daß diese Leute nicht an ständige Arbeiten gewöhnt sind, und nicht das leisten, was man sich versprach. Nur beim Bearbeiten von Bahn- schwelleu im Walde sollen die Italiener etwas leisten können. — Aus dem Kreise Lauterbach, 26. Dezember. Auch in unserem Kreise geht man den Spinn st üben zu Leibe. Es ist nämlich für unseren Kreis mit Zustimmung des Kreisausschusses und Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz ein Polizeiregttment erlassen worden, wonach Spinnstuben nur bis zu der festgesetzten Polizeistunde ftattfinben dürfen, Uebertrctungen bis zu einer Geldstrafe von 30 Mk. geahndet werden. Ferner darf in Spinnstuben mit Musik ohne Genehmigung des Kreisamts nicht getanzt werden. Den Gesuchen um Erlaubnis zum Tanzen in Spinnstuben an das Kreisamt hat zuerst bei den betreffenden Bürgermeistereien ein Bericht vorauszugehen, aus welchem ersichtlich ist, daß die betreffende Spinnstube nicht in dem Hause einer Witwe, ober in einem Hause abgehalten wird, in welchem schulpflichtige Kinoer vorhanden sind. — Volkartshain (Kreis Schotten), 24. Dezember. Ein interessantes Ereignis trug sich gestern in dem benachbarten Wüstwillenroth zu. Der Gastwirt JohS. Schneider hatte zwei Schweine, ein trächtiges Zuchtschwein und ein fettes Schwein. Wegen der Kälte hatte man die Tiere in andere Ställe gebracht. Gestern sollte nun das fette Schwein geschlachtet werden, infolge der Verwechselung im Stalle hatte man aber das hochträchtige Zuchtschwein geschlachtet, was erst bemerkt wurde, als die Frau dem Zuchtschwein das Futter bringen wollte. Der Schaden, den der Mann erleidet, ist immerhin bedeutend, wenn man bedenkt, daß bei durchschnittlich glücklichem Auskommen der Ferkel ein Erlös von 200 bis 240 Mk. zu erwarten war. Daß zu dem Schaden auch noch der Spott kommt, ist erklärlich. ' 1 K i« U°°' Dietl- Di-« ' giiM6 ber Vorstand W Jchwi-m m- hierin unentg sch-B, und srch Christbaum h-elt Sonntagsschnler i Gesang und Wort, besser- der mchtsseirrtagmr AbendgotteSd Chor" verschieden bcii Choral: „M von Silcher, sonn trotz des schlechte' △ Mainz- 2 Mainzer Saus Warenhandlung n Ankiagesache tutfö fachen in seiner l nannten Vereins Verwaltung" und der betreffenden? Bezeichnung „D Die Kosten sind klägerischen Anw, △ Aus Rhi abgeordnete Mo den Antrag eingi suchen, den Bau nach Elsheim im bahn in die Weg Wehlar, 27. hat das Portlan Stein & Conip. a schöne Wechnachtsi kernigen Anstzrach' Herrn Direktors daß ihnen auch arbeitslohneS be, Werk verdienten l Die infolge diese, teilten Beträge, t Zehen, machen ii Durch fit ist in n hineingetragen wl Kassel, 24. $ jährige ordentlich ditäts- und Hessen-Nassai Jnvalidenversiche, Lersicherungsanst, zuheben ist, düß Amen Lande Nassau filmen ^getauschten Ou W fei bir SBetfi ««mimt aus, ba6 *8WteSin| er fi* bt®^tMgbtr fei "«"bamalSbieä« ? "'Wutljttl gtll “"'N i« ®amm bef“mt Wem «'« ein, der«, U, «-Mnllich Kregel enÄ d-u-rnde T «Wen dauernder A,.n^ «°Mig nn?7 Mm ”« s?“ e 6ei 1 “"tat SÄ •«egen s>, 9Q ' " -'heb. 9e**23»tobtt et" btn ® “!bW $b«tQ(let au fahrende verletzt °°"en 5e bt6 t ’.. $,e Aus UmfteiJeuh9fn Tage- Buchung ijf\ err^< ftrigenV ?9elc,tef- * tag ben 2 * DU br« /stellunq" b=t, b®e'”« 4 «« WL*? 1 LL'/L ä*ÄC ML ™9 ,e'«e ©iltiqftit *°9b tm Abonnement r Arichspost n>ar ein so '^Postwagen nicht aus- 7* aufzunehmen, die W- von der Militär, en- Diese duMgrautn Zelozugelameraden, welche nehm EnmnmM m ln bie Anlunst der Feld. 5 freudiges Ereignis, das ] begrüßt wurde, wie sich lachtsgeschenke freuen. Auf Veranlassung der det am Sonntag, dem lg von Zeichnungen im Saale des Schönhosr Lehrherren der Schüler, tU und der Zeichenkunst hl. Der Zutritt ist jeder« ft zu empfehlen. V 21. Dezemder. Seit effger Gegend mit jedem txn o\) Dren^vren. lenen, wenn sie nach West- er in die nahen Städte in :ch ist es gekommen, daß S die Dienstboten so rar waren gezwungen, fremde Lermittelungs Bureaus m Löhne sind bedeutend in I Doppelte. - Die Holz, och ein schlechtes Geschäft, ch die HolzhauerKne um worden. eT Wie in Nr. 296 N Ueberschrift .Vom oberen gnb 20 öist-r-i ®r 161r mitgdfllf »«bi«, b«i mußten, »nl f« W* hab Hs- L-«« * mb nid)t d°- n Seatbeiten »on W ‘ ” Italiener etwa« >ung GrW- »rlaffetl labet »«b,® streif' ’ ®t"tb®9""9„ erlaub»» en Ge ucheu , . .ueIp •*•' Ä' fi rt S'S S'C-,-$s * *«£ E U» nk wenn lna q,^ y« «**,p Q ftlein-fimben, 27. Dezember. Durch Herrn Berg- wcrksdirektor Paskoe zu Gießen wurde uns heute abermals das schöne Weihnachtsgeschenk für unsere Kleinkinderschule im Betrage von 150 Mk., sowie für eine arme Witwe 50 Mk. zuteil. Herzlichen Dank dem edlen Spender. §§ Gedern, 26. Dezember. Der hiesige Postillon Johannes Dietrich aus Völzberg erhielt von der Kaiserlichen Oberpostdirektion Darmstadt das Ehr en Horn für treue Dienste. — Herbstein, 27. Dezember. Von der Kaiserlichen Oberpostdirektion Darmstadt wurde dem hiesigen Postillon Johannes Möller aus Nieder Moos in Anerkennung seiner guten Dienste die Ehr en peitsche verliehen. [:[ Nidda, 27. Dezember. Wie alljährlich veranstaltete der Vorstand unserer Kleinkinderschnse auch dieses Jahr wieder eine schöne Bescherung; dieselbe wurde in dem hierzu unentgeltlich zur Verfügung gestellten Saale des Hotels „Traube" abgehalten. 72 Kinder wurden reich beschenkt, und große Freude Eltern und Kindern bereitet. Die Mittel spendeten freiwillig die hiesigen Einwohner an Geld, besonders die Kaufleute durch geschenkte Waren. Die Anfertigung der Kleidungsstücke geschah ebenfalls freiwillig durch die Jungfrauen der Gemeinde. Unter dem herrlichen Christbaum hielt Herr Dekan Hofmeyer die Ansprache; Sonntagsschüler und Kleinkinderschüler wechselten ab mit Gesang und Wort. Reiche Anerkennung wurde allen Gebern, besonders der Schwester Frida gespendet. — Am 1. Weihnachtsfeiertag wurde in hiesiger Stadtkirche ein liturgischer Abendgottesdienst gehalten, in dem der „Gemischte Chor" verschiedene Liedervorträge zu Gehör brachte, u. a. den Choral: „Macht hoch die Thür", das „Ehre sei Gott" von Silcher, sowie „Stille Nacht". Der Gottesdienst war trotz des schlechten Wetters sehr zahlreich besucht. △ Mainz, 27. Dezember. In einer von dem „Verein Mainzer Kaufleute" gegen eine hiesige Manufakturwarenhandlung wegen unlauteren Wettbewerbes erhobenen Anklagesache entschied das hiesige Landgericht für Handelssachen in seiner letzten Sitzung, daß der Antrag des genannten Vereins auf Verbot der Bezeichnung „Konkursverwaltung" und „Einkaufspreis" in den Verkaufsanzeigen der betreffenden Firma abzuweisen, dagegen das Verbot der Bezeichnung „Totalausverkauf" aufrecht zu erhalten sei. Die Kosten sind zu */4 dem Beklagten und zu s/< dem klägerischen Anwalt zur Last gelegt worden. A Aus Rheinhessen, 27. Dezember. Der Zentrumsabgeordnete Molthan hat heute bei der zweiten Kammer >en Antrag eingereicht, die Großh. Staatsregierung zu ersuchen, den Bau einer Bahn von Mainz über Essenheim nach Elsheim im Anschluß an die zu erbauende Selzthalbahn in die Wege zu leiten. Wetzlar, 27. Dezember. Wie im vorigen Jahre, so hat das Portland-Zement-Werk Wetzlar vormals Albrecht Stein & Comp. auch in diesem Jahre seinen Arbeitern eine schöne Weihnachtsgabe zuteil werden lassen. Nach einer kernigen Ansprache des technischen Leiters des Werks, des Herrn Direktors Schwarz, wurde den Leuten eröffnet, daß ihnen auch diesmal wieder 5 Prozent des Jahres- -arbeitslohnes bezw. des seit dem letzten Eintritt in das Werk verdienten Lohnes als Prämie bewilligt worden seien. Die infolge dieser sehr anerkennenswerten Bewilligung verteilten Beträge, welche im einzelnen bis zu 70 Mk. hinauf zehen, machen im ganzen eine sehr stattliche Summe aus. Durch sie ist in manches Haus eine schöne Weihnachtsfreude hineingetragen worden. Kassel, 24. Dezember. Kürzlich fand hier die diesjährige ordentliche Sitzung des Ausschusses der Jnvali- ditäts- und Alters-Versicherungs-Anstalt Hesse n-Nass au statt. Es wurden die durch das neue JnvalidcnversicherungSgesetz bedingten neuen Satzungen der Versicherungsanstalt genehmigt, wobei besonders hervorzuheben ist, däß die Anstalt vom 1. Januar 1900 ab den Namen Landes-Versicherungsanstalt Hessen- Nassau führen wird. Die für die Aufbewahrung der umgetauschten Ouittungskarten vorgesehenen Räume haben sich bei der Versicherungsanstalt als unzureichend erwiesen. Bei Einrichtung der Aufbewahrungsstelle gingman 1891 von der Annahme aus, daß die Quittungskarten nach Uebertragung ihres Inhaltes in Sammelkarten in Zukunft vernichtet werden könnten, daß es sich damit nur um eine vorübergehende Aufbewahrung der Karten handeln würde. Dementsprechend hatte man damals die Aufbewahrung der Karten nur vorübergehende Einrichtungen getroffen. Die Uebertragung der Quittung-g- karten in Sammelkarten wird indessen nach der neuerdings bekannt gewordenen Anschauung des Neichs-Versicherungs- amtes eine derartig zeitraubende und kostspielige werden, daß vermutlich keine Versicherungsanstalt sich zu dieser Maßregel entschließen wird und sich damit vermutlich eine dauernde Aufbewahru ng der Karten nicht umgehen läßt. Damit wird natürlich die Schaffung dauernder Aufbewahrungsräume für die Quittungskarten notwendig und wurde deshalb, um mit dem Vorstand gemeinsam diese Angelegenheit weiter zu verfolgen, eine Baukommission gebildet. Der Vorstand der gemeinsamen Ortskrankenkasse zu Wiesbaden, unterstützt von einer Anzahl Krankenkassen aus dem Reg.-Bez. Wiesbaden, hatte bei dem Vorstand den Antrag gestellt, eine eigene Lungenheilstätte zu errichten. Der Versicherungsanstalt stehen jetzt zur Behandlung lungenkranker Versicherten offen die Heilstätten Ruppertshain, Oberkaufungen, Universitäts-Sanatorium in Marburg und eine Heilstätte, die von einem Hanauer Komitee im Kreise Gelnhausen bis zum Herbst 1901 fertiggestellt werden wird, zusammen mit 324 Betten. In der Erwägung, daß bisher nur 80 Betten zur Verfügung standen und etwa 300 Personen jährlich wegen Lungenkrankheit behandelt sind, hat der Gesamtvorstand der Versicherungs-Anstalt geglaubt, daß auch bei einer ganz erheblichen Erweiterung der Krankenfürsorge den BedÜrfnisien der DerficherungS-Anstalt hinsichtlich der Behandlung lungenkranker Personen in Heilstätten für absehbare Zeit Genüge geleistet ist, und daher den Antrag der Krankenkasse einstimmig als zur Zeit gänzlich unbegründet abgelehnt. Vermischtes. * Köln, 26. Dezember. Der von Soldaten des 16. Infanterie Regiments überfallene und durch Bajonettstiche schwer verletzte Fabrikant Lämmert ist, nachdem ihm ein Bein amputiert worden war, gestorben. Zur selben Stunde wurde auch der Mörder entdeckt in der Person des Infanteristen Rokosty, der sich einem anderen Infanteristen, namens Keßler, zu Füßen geworfen und ihn flehentlichst gebeten hatte, ihn nicht zu verraten. Diesen Vorgang hatte ein dritter Infanterist beobachtet, der alsbald Anzeige machte. Die Untersuchung ergab, daß Rokosty der Thäter war und Keßler dem Ueberfall beigewohnt hatte. Beide wurden unter starker militärischer Bewachung in Arrest abgeführt. Das Urlaubsverbot, das sich auf Mannschaften wie auf Offiziere erstreckte, ist alsbald aufgehoben rofftben. * Berlin, 27. Dezember. Wie verlautet, ist der Leutnant der Schutztruppe, Prinz Arenberg wegen des in Deutsch-Südwest-Afrika begangenen Verbrechens zu drei Jahren Festung und Entfernung aus dem Offiziersstande verurteilt worden. * Berlin, 27. Dezember. Welche Unmassen von Schnee hier gefallen sind, ergiebt sich aus der Mitteilung, daß 100,884 Kubikmeter Schnee von der städtischen Straßenreinigung weggeschafft wurden; die Zahl der Schneefuhren betrug 50,442. Mit diesen Aufstellungen ist aber keineswegs die ganze Masse des gefallenen Schnees erschöpft; nach der Mitteilung eines Fachmannes liegt auf den Straßen und Dächern der Stadt mindestens noch einmal so viel Schnee. * Berlin, 27. Dezember. Ein großes militärisches Schauspiel sollen die Berliner am Neujahrsmorgen zu sehen bekommen, nämlich eine Parade der ganzen Garnison. Infolge dessen ist der Weihnachtsurlaub auf höchstens sieben (sonst 12 bis 14) Tagen verkürzt worden, worüber die Soldaten nicht erfreut sein werden. * Berlin, 27. Dezember. Am neuen Dom ist das Gerüst nunmehr fast völlig beseitigt, uachdem die große Figur des segnenden Christus — die bei dem ersten Versuche, sie an ihren Platz zu bringen, abstürzte — soeben glücklich an die für sie bestimmte Stelle gelangt ist. Die an der Kuppel noch fehlenden zwei Engelgruppen werden mit Hilfe der im Innern des Domes befindlichen Fahrstühle hinaufgeschafft werden. * Hamburg, 27. Dezember. Der Mädchenhändler Veith, dessen Verhaftung gemeldet ist, beschäftigt auch die Berliner Polizeibehörde. Veith ist eine in Berlin nicht ganz unbekannte Persönlichkeit, und seine „Künstlertruppe", die unter dem Namen „Die 7 Libellen" iu Artistenkreisen sehr bekannt war, hatte stets hervorragende Engagements im Jn- und Ausland. Seine Truppe bestand stets aus hübschen, jungen Mädchen. Sie bildeten die Opfer eines verbrecherischen Treibens. Er kaufte vielfach Kinder, nahm sie in Pflege und bildete sie für die Spezialitätenbühne aus. Bei feinen Tournees durch Rußland, Oesterreich, Italien, Holland trieb er mit feiner lebenden Ware Geschäfte; er kaufte auch Kinder auf, und junge Mädchen, die sich für die Bühne nicht eigneten, wurden bann ohne weiteres nach Buenos-Aires unb anberen sübamerikanischen Stäbten transportiert. Wie viel unglückliche Wesen so von dem Buben verhanbelt worben sinb, konnte bisher noch nicht festgestellt werben. Der 61 Jahre alte Verbrecher, ein geborener Holländer, hätte sein Unwesen noch länger treiben können, wenn nicht ein Zufall zu der Entlarvung geführt hätte. Vor einiger Zeit, als Beith sich mit feiner Truppe in Hamburg befand, verlor er dort ein „Stück Ware". Ein junges Mädchen, welches schon längere Zeit bei ihm gelebt, war entflohen, und so mußte er ohne dieses die Hansastadt verlassen. Das betr. Mädchen nahm Stellung als Kellnerin an, und' als Veith jetzt wieder in Hamburg weilte, um „Ware" zu exportieren, bemerkte ihn feine frühere Angestellte unb veranlaßte die Verhaftung bes Verbrechers. Das Mäbchen, welches Veith nach Brasilien schicken wollte, ist eine Russin, die er für 1000 Mk. von der Mutter gekauft hatte. * Breslau, 27. Dezember. Wie der „Breslauer General- Anzeiger" meldet, wurde am Samstag, dem 23. Dezember, in Kapsdorf bei Canth von ruchloser Hand eine M ord - that verübt. Die Familie des Amtsvorstehers Anders hatte in den Abendstunden des genannten Tages das Gehöft verlassen, um einer Weihnachtsfeier beizuwohnen. Nur der 15jährige Sohn Ernst war allein zurückgeblieben. Nach einiger Zeit fand ein Metzgerbursche, der mit bestellter Ware in das Haus kam, alle Thüren geöffnet unb den Sohn Ernst in einer Blutlache tot am Boden. Die Leiche wies eine Menge tiefe Wunden auf; auch das Nasenbein war zertrümmert. Nach den vorhandenen Anzeichen hat zwischen dem Thäter und dem Knaben ein Kampf stattgefunden. Bereits am folgenden Tage wurde ein des Mordes verdächtiges 'Individuum verhaftet, dessen Kleider zahlreiche Blutspuren aufwiesen und am- Tage zuvor in Kapsdorf gesehen worden war. * Wien, 27. Dezember. Zwischen den Stationen Startsch und Trebitsch an der Nordwestbahn stießen in der Nacht zwei Lastzüge zusammen. Vier Beamte wurden verletzt. * San Remo, 27. Dezember. In der Nacht brannte die hiesige englische Kirche vollständig nieder. Der Schaden an Heiligenbildern und Kirchengeräten beläuft sich auf mehr als 200,000 Lire. * Zürich, 27. Dezember. Zwischen den deutschen Offizieren Schladitz und Kißlig des in Mühlhausen garni- sonierenden 112. badischen Infanterie-Regiments fand an der Schweizer Grenze ein Pistolenduell statt, 6ef welchem Schladitz in die Brust geschossen wurde und nach wenigen Minuten eine Leiche war. Schladitz war der Sohn eines Hauptmannes in München, Kißlig soll der Sohn eines Berliner Apothekers sein. ' Paris, 27. Dezember. Ein hübsches Geschichtchen macht augenblicklich unter den Hutmachern von Paris die Runde. Anläßlich der Weltausstellung von 1867 unter dem Kaiserreiche war ein braver Bürger aus einem entlegenen Provinzneste nach Paris gekommen und hatte sich bei einem bekannten Hutmacher der Rue de Rivoli einen neuen Cylinder gekauft. 32 • Jahre verstrichen, ohne daß der gute Provinziale Gelegenheit sand, wieder die Hauptstadt zu besuchen. Letzthin veranlaßte ihn ein dringendes Geschäft, sein Städtchen zu verlassen und nach Paris zu kommen. Als er seine Angelegenheiten geordnet hatte, wollte er sich auch etwas zu Gute thun und beschloß den Ankauf eines neuen Hutes. Die Adresse des HutmacherS in der Rue de Rivoli war ihm aus dem Jahre 1867 int Gedächtnis geblieben, und er eilte sofort hin. Der Laden befand sich noch an der alten Stelle. Unser Provinziale öffnete seelenvergnügt die Thür und grüßte den Besitzer, ihm tote ein alter Bekannter zulächelnd, mit den klassischen Worten: „Da bin ich schon wieder!" Ist die ftälte gesund? Für viele Leute ist es eine ausgemachte Thatsache, daß die Kälte der Gesundheit zuträglich ist. Ein großer Teil der Laien argumentiert einfach wie folgt: Ursachen aller Krankheiten sind Bakterien; Bakterien werden von der Kälte getötet, folglich ist die Kälte gesund. Das Schlimme ist nur, daß die Wissenschaft den Satz von der Tötung der Mikroben, die verteufelt zäher und widerstandsfähiger als die Menschen sind, durch die Kälte nicht rückhaltlos unterschreibt. Theoretisch hat der berühmte Direktor der Gürten von Kew, Sir William Thyselton-Dyer, die Behauptung jüngst durch lehrreiche Versuche widerlegt. Er setzte Pflanzenkeime künstlich erzeugten Temperaturen von mehreren hundert Grad Kälte aus, wie sie in der Natur zwar nie vorkommen, brachte sie dann wieder in den warmen Erdboden unb siehe da, sie gingen prächtig auf. Aehnlich, wenngleich nicht genau so, verhält es sich mit den krankheitserregenden Mkroben. In höherem Grade als die Theorie spricht auf den ersten Blick die praktische Erfahrung für die weit verbreitete Meinung, daß die Kälte gesund sei, insofern die Bakterien dabei in Betracht kommen; denn es ist festgestellt, daß in sehr kalten Ländern die Zahl und die Lebensfähigkeit der Mikroben nur gering ist. Unter anderem meint Nordenskiöld, daß die Lust in den arktischen Gegenden von Krankheit erregenden Bakterien frei sei. Er behauptet, daß man sich beispielsweise in Spitzbergen keine Erkältung zuziehe, obwohl man täglich Veränderungen der Temperatur ausgesetzt ist, die in Ländern der gemäßigten Zone früher ober später zweifellos ernste Folgen zeitigen würben. Währenb der drei Sommer, in denen sich die schwedischen Expeditionen in jenen Gewässern aufhielten, kam an Bord des Schiffes keinerlei katarrhalische Erkrankung vor. Die Polargegenden haben aber keineswegs ein Monopol auf dauernde Kälte; die hohen Punkte der Gebirge haben dieselbe Eigenschaft und man weiß, daß auch sie heilsam und frei von krankheiterregenden Keimen sind. Wenn Mikroben und zumal ihre Keime sich in kalten Himmelsstrichen überhaupt finden, so sind dort jedenfalls die Bedingungen für ihre Fortentwickelung, ihre Vermehrung keine günstigen — daher die völlige ober fast völlige Bakterienfreiheit jener Gegenbeu, in welchen es immer kalt ist. Wie steht es aber bei uns, wo bie Keime im allgemeinen günstige Betätigungen für ihre Entwickelung finben? Hier besteht bie Gefahr, baß wir bie vorn Frost scheinbar un- schäblich gemachten Keime, wenn wir sie mit uns von braußen in unsere wohlig erwärmten Wohnungen Heimbringen, wieber erwärmen unb gleichsam wie Schlangen an unserem Busen groß ziehen. Nimmt denn überhaupt bei starker Kälte die Zahl der Kranken ab? Die Aerzte antworten darauf, daß es sich nicht sowohl um bie Temperatur als um bie Feuchtigkeit ber Luft handelt. Kalte Luft ist an unb für sich trocken, Trockenheit aber taugt nicht für uns. Es scheint, als wäre ber Wasserbunstgehalt der Luft ber Faktor, ber am ein- schneibenbsten auf unseren Organismus einwirkt. In feuchter Luft empfinben wir sehr feine Unterschiebe ber Temperatur, bie bas Thermometer nicht einmal erkennen läßt. Für ben Feuchtigkeitsgehalt ber Luft ist bic Winbrichtung von großer Bebeutung, unb eben hierauf beruht ber geheimnisvolle Einfluß eines Winbumschlags, ber in der Gegend des Mittelmeeres den Kranken, die dort Heilung suchen, so oft Unheil bringt. So hatte an der Riviera am 15. Oktober ein Kubikmeter Luft Mittags 11 nnd um Mitternacht nur 2,8 Gramm Wasser. Man darf annehmen, daß es, ohne Schaden für bie Gesunbheit, minbestens 5—6 unb höchstens 12—13 Gramm enthalten müßte. Bei weniger als fünf Gramm wächst die Sterblichkeit, weil die Krankheiten der Atmungsorgane zunehmen, bei Ueberschreiten des erwähnten Maximums, weil sich die gastrischen Erkrankungen mehren. Es ist also nicht — um es kurz zu wiederholen — die Temperatur, welche unseren Organismus beeinflußt, sondern lediglich der allzu große oder allzu geringe Feuchtigkeitsgehalt der Luft, und nur fälschlich schreibt man bie sich hieraus ergebenben Wirkungen bem Einflüsse ber Temperatur zu. An sich ist mithin bie Kälte weber nützlich noch schädlich — es kommt doch schließlich stets auf die Konstitution des Einzelnen an. Schisssnachrichten. Der Postdampfer „Kensington" der „Sieb Star Ltne" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Dezember wohlbehalten in New- Nork engefommen. Schuster'* 80 Pfg. 40 „ 48 „ -w »••»•eee •••• eeeeeeeeeeee garantiert rein, per 8564 8775 Zum Sylvester 8894 empfehle Hießen 7148 8361 6650 Flasche 8766 8434 empfehle Bei 8730 Gebr. Adami, i. Ritter. 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Zinsen, welche bis Ende Dezember nicht in Empfang genommen sind, werden den Einlegern gut geschrieben und vom 1. Januar 1900 an verzinst. Es brauchen hiernach im Monat Dezember alle diejenigen Einleger bei der Kaste nicht zu er scheinen, welche nur Zinsen beischreiben lasten wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen. Gießen, am 29. November 1899. Spar- und Leihkasse Gießen. Doering. Eine gangbare Bäckerei zu verkaufen. 8834 Näheres in der Expedition d. Bl. Blusen und Röcke stets grosser Vorrat bei: Aug. Montanus Nachfl., Inh. R. & M. Imheuser. Giess en, Marktplatz 9—10. KS«igl. Wcrförsttm Krofdorf. I ® Im Freuud'scheu Gafthause D zu Krofdorf werden, jedesma ® von 10 Utrr vorrn'ttagS ab, öffent- lich meistbietend verkauft: A 1. Mittwoch den 3. Januar Z 1900. Bäueistädt Distr. 30 und d 31 und Junkernstrauch Distr. 38. W Eichen: Ib rm Sckeite u. Knüopel, W 209 rm Reiser: Buche« r 760 rm 0 Scheite und Knüppel, 1197 rm L®. Reiser; Erlen: 5 rm Scheite und A Knüppel, 10 rm Reiser; Fichten. 8 rm Reiser. 8886 W 2. Freitag deu 5. Januar W 1900. Klookwäldchen Distr. 8 a, @ Als vorfögliltzk TIsMiW Schüster's Kaffee 2ML" vielfach prrisgrliröut "ISM in Packeten zu 60, 70, 75, 80, 85, 90 urd 95 Pfg. da» Vs Pfund mit Taschentücher Zugabe empfiehlt in stets frischer Röstung Hrch. Wallach. bericht. 3. Mitteilung des Ergebnistes der stattgehabten Kastenreviston. 4. Bewilligung von Unterstützungen. 5. Desgleichen von Prämien an Dienstboten. 6. Die Pfennig-Sparkoste. 7. Beratung und Festsetzung neuer Statuten. 8. Erbauung eines neuen Sparkastengebaudes. 9. Wahl des Sparkastendirektors und des Stellvertreters. 10. Wahl von Ausschußmitgliedern. Gießen, am 28. November 1899. Direktion deS Spar- und Leihkasse-BereiuS. I. E.: Wiener. 8700 pr. Fl. o. Gl. . . 60 Pfg. . . 70 „ . . 90 „ . .100 „ . . 60 „ . . 75 „ . . 100 „ . . 60 „ . . SO „ Selterslveg 62. Seltersweg 62. Real- und Handelsschule (Fenstonat) in Marktbreit a. Main. Die Reisezeuguisse berechtigen zum einjährig - freiwillige« Dienste. Lebende Spiegelkarpfen in allni Größen, lebende Schleien und Aale, sowie alle sonstigen Fluß- und Seefische in bekannter Güte. Gefl. Vorausbestellungen erwünscht. J. M. Schulhof, Marktstr. 4. Telephon 119. Kolomalwarrn- und Debkatessengesch. Snthebung von GrMlltiousbefnchku und von Iusevdnvg von GlatvlationsKartku;n Neujahr 1900. Wie in den vergangenen Jahren, so bitten wir auch angefichts des bevorstehenden Jahreswechsels zur Enthebung von Gratulationsbesuchen und von Zusendung von Gratulationskarten für die hiesige KleinkinderBewahranstalt eine Gabe spenden und einem der Unterzeichneten übermitteln zu wollen. Durch diese Einrichtung wird der genannten Wohlthätigkeitr-Anstalt eine beirächtliche wünschenswerte Unterstützung zu teil, und durch Veröffentlichung der Namen der Geber noch vor Jahresschluß in diesem Blatte wird cs allgemein anerkannt, daß alle, die mit einer solchen Gabe ihren Namen nennen lasten, von Abstattung der Nenjahrsbefuche, fowie von Zusendung der Neujahrskarten befreit find und ihrerseits beides nicht beanspruchen. Recht baldige Zusendung der Namen und Gaben ist diesmal erwünscht, da schon am nächsten Samstag die letzte Nummer des Blattes in diesem Jahre erscheint. Gießen, den 27. Dezember 1899. Rendant Doering. Pfarrer Euler. Pfarrer Dr. Naumann. Fabrikant Emil Sch mall. 8888 Gießen, den 18. Dezember 1899. Großhrrzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Kaviar, Hummer, Sardellen, Oelsardinen, Meter Sprotten, Bücklinge, Bismarck- Heringe, Rollmöpse re. in feinsten Qualitäten zu billigsten Preisen bei 04584 H. Wallach, Seltersweg 62. 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Betr.: Die Erhebung der Beiträge für die Invalidität-- und Alters- Versicherung. Wegen der mit dem 1. Januar 1900 eintretenben Neuregulierung der Einkünfte der Versicherungsanstalten aus Beitragsmarken müssen alle bis Ende dieses Jahres noch fällig werdenden Berficher- rrvgsbeiträge alsbald eingezogen und besonders abgerechnet werden. Die Betträge für die bei uns angemeldeten Versicherten fltm 8. Zt. bis einschließlich den 19. November l. I. erhoben; für den Rest des laufenden Jahres wären solche sonach noch für 6 Wochen zu entrichten. Wir werden deshalb Anfangs Januar k. I. die Beiträge entgegen der seitherigen Hebung nicht für 4 Wochen, sondern ausnahmsweise für 6 Wocheu, d. i. für den Rest des Jahres vom 20 November bis 31. Dezember 1899, durch unseren Kassenboten Schwan erheben lassen. — Nach dieser Zeit geschieht dies dann wieder von 4 zu 4 Wochen. Um die Erhebung für alle bis Ende dieses Jahres noch fällig werdenden Beiträge alsbald nach Jahresschluß ermöglichen zu können, werden alle diejenigen Arbeitgeber, bei welchen noch ein Wechsel oder eine Annahme von neuem Personal in frag!. Zeit stattfindet, hiermit zugleich aufgefordert, die An- und Abmeldung möglichst sofort, jedenfalls aber binnen der vorgeschrtebenen dreitägigen Frist, bei Meidung von Strafe zu erstatten. und billigst- Waschpulver. 8297 Alleinverkauf bei Herrn Emil Fischbach. IW Aruch-Ghokokade, garantiert rein, Arrac-, Rum-, Burgunder- und Portwein - Punscheffenz eigener Bereifung, Bischofessenz, Maiwein- essenz, ferner alte, abgelagerte Spirituosenr Arrac, Kognak, Rum, Jwetschengeist, Kirschengeist, Heidel- beergeist, Wachyoldrrgeist, Enzian- geift. Deutschen Bürgerbitter, Südweine, empfehle in allen Sorten bestens. Carl Schwaab, Hoflieferant. 8847 Wemiige für Herren finden Sie in grösster Auswahl und bestbewährten Qualitäten bei: Aug. Montanus Nachfl., Inh. 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