Nr. 229 Freitag den 29 September Erstes Blatt. 1800 Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger mtelti 2lnrts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gieszen. fels. W* 46. zu Alle Anzeigen-BermittlunsSstelleu W In- und tUiileuHt nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgeya Annahme »en Anzeigen zu der nachmittags für den ftigtnboi Lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Hrlcheint Ui-tlch mit Ausnahme bei MavtagS. Die Gießener yemifftelCitfet werden dem Anzeiger iriöchentNch viermal beigelegt. levchtkraft, Vreuv- von jebermann leicht 6637 GratisbeUagen: Gießener FamMenblätter, Der heAsche Landwirt, Klätter für hessische DalKsKunde. über; es hat jedoch jeder Käufer Anspruch auf Aushändigung eines der Quantität des von ihm gekauften Obstes entsprechenden Teiles der Probe. Die Proben des nicht verkauften Obstes werden, sofern dieselben nicht vor Schluß des Marktes vom Einsender abgeholt worden sind, verwertet und der Erlös mit zur Deckung der durch den Markt entstandenen Kosten benutzt. 7. Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch vom Marktkomitee abgestempelte Schlußscheine in dreifacher Ausfertigung statt, wovon der eine dem Käufer, der andere dem Verkäufer und der dritte dem Marktkomitee verbleibt. Sie werden vom Marktkomitee gebucht. Das Marktkomitee wird vom Verkäufer bezw. dem Vertreter durch den von ihm unterschriebenen Begleitschein bevollmächtigt, die Verkäufe im Namen und unter ausschließlicher Haftbarkeit de- Verkäufers abzuschließen. Die Vermittelung der Au- und Verkäufe erfolgt durch das Komitee kofteulos. 8. Ausstellungen an der gelieferten Ware sind innerhalb 6 Stunden für Beeren- oder Steinobst, und 12 Stunden für Kernobst nach Ankunft bezw. nach dem Empfang des Bahn-Avises, von dem Käufer an den Verkäufer durch eingeschriebenen.Brief anzuzeigen. 9. Im Interesse des weiteren Marktverkehrs erscheint es geboten, auch dem Marktkomitee von der Entscheidung dieser Beanstandungen Mitteilung zu machen. Geht aus den Entscheidungsgründen hervor, daß auf Seiten eines der Kontrahenten ein unreelles Gebühren vorliegt, so kann der Betreffende von späteren Obstmärkten ausgeschlossen werden. I m erfahrungsgemäß beim Quar- MD- talwechsel eintretende Störungen im Bezug zu vermeiden, ersuchen wir unsere verehrt. Abonnenten, schon jetzt die Erneuerung ihres Abonnements bei den betreffendenPostanstalten,Zweigstellen und Zeitungsträgeru bewirken zu wollen. Neuhinzutretende hiesige Abonnenten erhalten vom Tage der Bestellung bis 30. September den Anzeiger kostenfrei zugestellt. Verlag des Gießener Anzeigers. verseuchte Gehöft verfügte Gehöftsperre bleibt bis auf weiteres bestehen. Gießen, den 27. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Adresse für Depeschen: Anzeiger chlche». Fernsprecher Nr. 61. Nezngspret» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfz monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Warkt-Hrdnung für den Obstmarkt in Frankfurt a. M. 1. Zu dem Obstmarkte wird zugelassen: a) sortiertes Tafelobst, b) gepflücktes Wirtschaftsobst, c) gewöhnliches Wirtschafts- und Mostobst, d) gedörrte und eingekochte Obstfrüchte, Obstweine, Obstbranntweine, Obstliköre, Mus, Marmelade, Gelees rc., e) Verpackungs - Material, Aufbewahrungs-Gegenstände 2C. 2. Der Obstmarkt darf nur mit in Deutschland gezogenem Obste beschickt werden. 3. Zugelassen werden nur solche Verkäufer, welche a) von feinem Tafelobst mindestens 25 kg per Sorte oder b) von gepflücktem Wirtschaftsobst mindestens 25 kg per Sorte oder c) von Most- oder Wirtschaftsobst mindestens 100 kg anbieten. Der Verkauf geschieht nur nach Proben. Für den Obstmarkt 1899 werden Proben von sortiertem Tafelobst und gepflücktem Wirtschaftsobst bis 5 kg brutto und von gew öhnlichem Wirtschafts- obst bis 25 kg zugelassen. 4. Obstweine, Obstbranntweine, Obstliköre, Obst- säste rc. sind in Flaschen aufzustellen. 5. Jede ausgestellte Probe ist mit einem Begleitschein zu versehen, welcher enthält: a) den Namen (den ortsüblichen Namen) der Sorte, b) den Preis per kg Tafelobst (ab nächster Bahnstation), c) den Preis per 100 kg Wirtschafts- obft (ab nächster Bahstation), d) das zur Verfügung stehende Quantum, e) den Namen des Verkäufers resp. des Bevollmächtigten und der nächsten Bahnstation, f) ungefähre Lieferzeit. Die Formulare werden hierzu vom Marktkomitee kostenlos geliefert. 6. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes, franko Marktlokal, zu liefern. Die Proben des verkauften Obstes gehen in den Besitz des Marktkomitee Bekanntmachung. Nach einer Mitteilung des Komitees für Obstmärkte zu Frankfurt a. M. wird dortselbst in der Stadthalle, Klostergasse 14, Mittwoch den 4. Oktober l. Js., ein Obstmarkt stattfinden. Das Komitee ist zu jeder weiteren Auskunft und Uebersendung von Anmeldescheinen bereit. Alle Zuschriften sind zu richten an den Schriftführer Herrn W. H. Weider, Frankfurt a. M., Gneisenaustr. 15, wohin auch die Proben gesandt werden können. Unter Anfügung der Marktordnung bringen wir dies zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 26. September 1899. Großh. Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht^ daß für die Sektion III der Süddeutschen Holz- Berufsgenossenschaft, und zwar für die Provinz Oberhessen, Herr Ehr. Reiber zu Gießen zum Vertrauensmann und die Herren Hch. Maldeck zu Alsfeld und W. Grandhomme zu Schotten zu Stellvertretern ernannt worden sind. Gießen, den 26. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 26. September 1899. Bekanntmachung, betreffend: die Unterstützung von Familien der Friedensübungen einberufenen Mannschaften. Bekanntmachung. In Daubhausen und Wetzlar, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Nachdem unter dem Viehbestand zu Wingershausen und Michelbach, Kreis Schotten, die Maul- und Klauenseuche amtlich festgeftellt worden ist, ist über die verseuchten Gemarkungen die Sperre angeordnet worden. Gießen, den 26. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Landwirtschaftliche Vorträge. Herr Oekonomierat Leithiger von Alsfeld wird am Eonutag dem 1. Oktober ds. Js., nachmittags SV, Uhr, in Grünberg iw Gasthans ,411m englischen Hof" einen Vortrag über Schweinezucht halten. Die Mitglieder des Vereins, und alle, die sich dafür iiteref fieren, sind dazu freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister von Grünberg und der umliegenden Orte werden um Bekanntmachung im Orte ersucht. Gießen, den 21. September 1899. Der Direktor des Landw. Bezirksvereins, v. Bechtold. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche zu Nieder- Weisel, Kreis Friedberg, nahezu erloschen ist, ist die 'Vemarkungssperre aufgehoben worden. Die über das noch Deutsches Reich. Berlin, 28. September. Der Kaiser ist am Mittwoch mittag um 3/4l Uhr von Langfuhr nach Dirschau abgefahren, wo der Monarch mit feiner Gemahlin zusammen treffen wird. — Früh um 7 Uhr inspizierte der Kaiser nochmals den Kreuzer „Kaiser" und nahm dann die Meldung und Vorträge des am Morgen eingetroffenen Staatssekretärs Tirpitz entgegen. Hierauf fuhr der Monarch mittels Sonderzuges über Danzig nach Langfuhr, wo er um 11 Uhr eintraf und auf dem Bahnhof nur von dem als Ordonnanzoffizier kommandierten Oberleutnant v. Frantzius empfangen wurde. Der Kaiser fuhr mit seinem Gefolge: dem Generalmajor Graf Moltke, Oberst Mackensen, General v. Hahnke, Staatssekretär Tirpitz und dem Frhrn. v. Senden-Bibran, nach dem Husarenkasino, wo er am Portal von dem Offizierkorps des 1. Leibhusaren-Regiments empfangen wurde. Vor dem Kasino waren vier Ehrenposten aufgezogen und am Eingang zum Speisesaal zwei in fridericianischer Tracht gekleidete Posten. Das Kaiserpaar wird dann gemeinschaftlich nach Trakehnen weiterfahren, wo es um 61/, Uhr abends eintrifft. Von Trakehnen aus wird zur Fahrt nach Rominten ein flotter Vierspänner benutzt werden. Da infolge der in letzter Zeit stattgefundenen unausgesetzten Regengüsse die Wege stark aufgeweicht sind, so wird der kaiserliche Wagen erst gegen 9 Uhr abends das Jagdschloß Rominten erreichen. Der Aufenthalt des Kaiserpaares in Rominten wird mit Rücksicht auf die Verlängerung des Jagdbesuches in Schweden erheblich verkürzt werden; denn bereits am 3. Oktober verläßt das Herrscherpaar Rominten wieder und kehrt nach einem mehrstündigen Besuch auf der kaiserlichen Gutsherrschaft Cadienen und in der Stadt Marienburg nach Potsdam zurück. Inzwischen sind der Hofmarschall Frhr. v. Lyncker und der Hofbauinspektor Kabel aus Berlin in Cadienen eingetroffen, um die dort vorgenommenen Neubauten eingehend zu besichtigen und dem Kaiser darüber Bericht zu erstatten. — Die Kaiserin hat heute früh 51/, Uhr die Reise nach Dirschau von der Wildparkstation aus angetreten und ist nachmittags daselbst mit dem Kaiser zusammengetroffen. — Die Königin Wilhelmine vonHolland tritt die Reise nach Potsdam, wie dem Berliner Tageblatt aus Amsterdam gemeldet wird, am 6. Oktober in Begleitung der Königin-Mutter an. Kein Minister begleitet die Königin, woraus erhellt, daß die Reise keine politische Bedeutung besitzt. Trotzdem gilt es als gewiß, daß die Königin, welche die Transvaalkrise sehr interessiert, die Gelegenheit benutzen wird, um einen Meinungsaustausch mit Kaiser Wilhelm zu pflegen. — Freiherr von Stumm. Es ist bekannt, daß Freiherr von Stumm, der sich seit einigen Monaten scheinbar ganz von der Politik zurückgezogen hat, auch schon dem letzten Teil der Reichstagsverhandlungen nicht mehr beiwohnte, da die Verhandlungen der Jnvaliden-Novelle nicht Das Großherzogliche Kreisamt Gießen e* Nie Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreises. Wir beauftragen Sie, soweit dies noch nicht geschehen ist, die Gemeinde-Einnehmer anzuhalten, alsbald und spätestens bis zum 10. November d. Js. bezüglich der von ihnen in rubro vorgelegten Beträge mit unserer Kreiskaffe abzurechnen. v. Bechtold. llWörper »0 W, MW enM MB 1 4k. !«•- «SE22T- Men, KUht 4-ab/» Dahn»“, “4 Niegen tm kn tausend Dankten in Uasihm gen. Staubbeutel 'cr-jrsch.Ap-th.k«, " II., gqfinMftr. 51. E SM 1000 J Amtlicher Ml. Gießen, den 26. September 1899. Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grofib. Bürgermeistereien der Amtsgerichtsbezirke Grüuberg und Homberg. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfaffungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll Samstag den 7. Oktober d. I., vormittags 9 Uhr, in dem Rathause zu GrÜuberg stattfinden. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu dem Termine vorzuladen und wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 2. k Mts. anzuzeigen oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. v. Bechtold. ■ J J —- . . ---------- -•Rctsttlen, Expedition und Druckerei: Sch«kstraße Nr. 7. irMaMwmnmnmHMBMgi in seinem Sinne verliefen, zu den Hauptgegnern des Kanalbaues gehört. Am Samstag ist Frhr. v. Stumm aus seiner Zurückhaltung wieder herausgetreten, hat an einem Festessen zu Ehren des scheidenden Landrats, Ober- RegierungSrats Bake in Saarbrücken teilgenommen und einen Trinkspruch auf den Kaiser gehalten, in dem er, der „St. Johann-Saarbrücker Zeitung" zufolge, ganz besonders die Erhabenheit des Kaisers und seinen guten Willen betonte, wenn man sich auch nicht immer mit seinem Thun einverstanden erklären könne. Es ist anzunehmen, daß sich diese auffällige Bemerkung in seinem Kaisertoast auf seine Gegnerschaft zum Kanalbau bezieht. Es ist wertvoll, daß Frhr. v. Stumm damit zugiebt, daß eine loyale Gesinnung wohl vereinbar ist mit einer von der Ansicht des Kaisers in Einzelfragen abweichenden Meinung. Hoffentlich billigt er dieselbe Freiheit jetzt auch anderen zu, z. B. den „politisierenden" Pastoren. — Ein französisches Blatt hatte gemeldet, daß die in Aussicht genommene Reise Kaiser Wilhelms nach England aufgegeben sei und dieser angebliche Verzicht mit dem „unbegrenzten Urlaub" in Verbindung stehe, welchen der Marine-Attachv bei der deutschen Botschaft in London erhalten habe, weil ihm die aus dem Arsenal von Portsmouth verschwundenen Dokumente zugegangen seien. Demgegenüber konstatiert die „Post", daß der betreffende Marine-Attache bereits seit dem 21. September seine Dienste wieder angetreten hat. — Die „Kreuzzeitung" meldet aus Wien: Da der Fürst Liechtenstein den Auftrag zur Kabinettsbildung end- giltig abgelehnt hat, gilt die Bildung eines Beamten- Ministeriums wahrscheinlich wieder durch den Freiherrn v. Gautsch als bevorstehend. — Nach den von den „Berliner Reuest. Nachr." eingezogenen Erkundigungen liegt den neuesten Krisen-Gerüchten nicht die geringste Thatsache zu Grunde. Namentlich sei von einem Gegensatz zwischen dem Fürsten Hohen,- lohe und dem Finanzminister Miquel in der Stellungnahme zur konservativen Partei keine Rede. — Die „Post" erklärt gegenüber einer Mitteilung des „Vorwärts", daß Freiherr v. Stumm niemals für in der Post erschienene Artikel irgendwelches Honorar gezahlt hat und wiederholt die frühere Erklärung, daß weder Freiherr v. Stumm noch irgend ein Anderer der Gesellschafter der „Post" seit Konstituierung der Gesellschaft irgendwelches Geldopfer für die „Post" gebracht habe. — Der bekannte freikonservative Abgeordnete und Präsident der Seehandlung, Freiherr v. Zedtlitz erklärt in einer Zuschrift an die „Post", daß er mit dem heutigen Tage von jeder Mitarbeit an der „Post" zurücktrete, nachdem er bereits unmittelbar nach Schluß des Landtages die nötigen Schritte zur Lösung seiner Beziehungen zu dem genannten Blatte gethan. Ausümd. — Dreihundert Personen sind im Jndustrieort Turn, das 10 000 Einwohner zählt, zum evangelischen Glauben übergetreten. Der in Turn soeben gegründete evangelische Kirchenbauverein hat einhellig beschlossen, nachdem schon ein evangelischer Geistlicher dort angestellt wurde, sofort an den Bau einer evangelischen Kirche zu schreiten und vorläufig einen Rohbau zu errichten. Die Gemeindevertretung hat dem evangelischen Kirchenbauverein einen Platz angewiesen. Rom, 27. September. Die englischen Offiziere, welche in Süd-Italien 20 000 Maultiere für Südafrika aufkaufen, erhielten telegraphisch den Befehl, dieselben Anfang Oktober abzusenden. Rom, 27. September. Die von Seiten Italiens gewünschte Rückberufun g des französischen Militär- Attaches iu Rom soll demnächst erfolgen. Sodann soll auch die Stelle Panizzardis in Paris neu besetzt werden. London, 27. September. Aus Prätoria wird gemeldet, daß die Antwort Transvaals heute in geheimer Sitzung dem Raad vorgelegt werden soll. Man nimmt an, daß sie unnachgiebig ausfallen werde. Daß die letzte britische Note nur eine Spiegelfechterei war, wird jetzt dadurch bewiesen, daß die für die Lösung der Transvaal-Krisis vom Kabinett in Aussicht genommenen Mittel bereits skizziert find. England will nämlich die Tribunale Transvaals unter englischen Einfluß bringen. Vermischtes. ♦ Berlin, 28. September. Der 15 Jahre alte Laufbursche Franz Wegner hat gestern früh seine Großmutter, die 84 Jahre alte Witwe Kaps, in ihrer Wohnung zu ermorden versucht und ihr so schwere Verletzungen bei- gebracht, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. * Berlin, 27. September. Ein schwerer Radfahrerunfall, der ein blühendes Menschenleben jäh vernichtet, ein anderes in große Gefahr gebracht hat, ereignete sich am letzten Sonntag auf der Chaussee von Berlin nach Trebbin. Zwei in Sportkreisen bekannte Radfahrer, Miesterfeld und Ristig aus Zehlendorf, befanden sich auf der Rückkehr von einer Tour, die sie auf einem Tandem unternommen hatten. Als sie abends bei völliger Dunkelheit die Chaussee entlang sausten, prallte die Maschine plötzlich mit furchtbarer Wucht gegen den heruntergelassenen Schlagbaum eines Chausseehauses. Der Anprall war ein solcher, daß dem Führer Miesterfeld der Halswirbel gebrochen und die Gurgel zerrissen wurde, und er unter den furchtbarsten Schmerzen am Orte des Unfalles verstarb. Auch der zweite Fahrer Ristig wurde mit aller Wucht herabgeschleudert und erlitt mehrfache Verletzungen. * Frankfurt a. M, 27. September. Der Tod im Achensee. Man depeschiert der „Frkf. Ztg." aus Innsbruck: Im Achensee bei der Landungsbrücke unweit See- i spitz wurden gestern zwei Leichen gefunden. Nach Papieren, I die sie bei sich hatten, sind es der Kaufmann Erasmus I Grimm aus Frankfurt a. M., 54 Jahre alt, und die I Luise Vogel aus Höchst, 30 Jahre alt. Das Wasser ist dort nur anderthalb Meter tief. Man fand sie liegend, [ ihn in halb stehender Stellung, über sie gebeugt. Beide I speisten am Vorabend im „Fürstenhaus". Ob ein Selbst- I mord oder ein Unglück vorliegt, ist nicht festgestellt. Wahr- I scheinlich ist, daß es sich um einen Unfall handelt. Man I vermutet nach vorgefundenen Speiseresten, daß sie sich er- I brochen hat und dabei ins Wasser gefallen ist. Er wollte I sie retten und ertrank mit ihr. Ein Bericht von anderer I Seite läßt allerdings eher an einen Selbstmord glauben. Danach waren beide Leichen mit einem Seil zusammen gebunden. Die Vogel soll Grimm's Buchhalterin gewesen I sein. Grimm habe in der Nähe des Hauptbahnhofs gewohnt. Das Frankfurter Adreßbuch weist einen Kaufmann Grimm I mit dem Vornamen Erasmus nicht auf. • Wiesbaden, 27. September. Brand auf dem Neroberg. Gestern früh ist in dem Restaurationsgebäude I auf dem Neroberg ein Schadenfeuer entstanden, das, wenn es nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre, leicht den ganzen Saalbau hätte einäschern können. Es wurde gegen 6 Uhr I von Arbeitern in dem neuen Speisesaal bemerkt, hatte zu der Zeit aber schon so große Dimensionen angenommen, daß es den Arbeitern und den Bediensteten des Neroberg- Restaurants nicht mehr möglich war, mit Erfolg dagegen anzukämpfen. Der Versuch, die Feuerwache durch das Telephon zu alarmieren, mißlang, da der Neroberg keinen Nachtanschluß h it, ein Mangel, der sich bei dieser Gelegenheit bitter rächte. Es mußte ein Bote zur Wache laufen, was natürlich große Zeitversäumnis zur Folge hatte. Die Wache konnte deshalb erst um 7 Uhr an der Brandstätte eintreffen. Ihrem sofortigen thatkräftigen Eingreifen gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, doch vergingen mehrere Stunden angestrengter Arbeit, bis alle Gefahr beseitigt war. Die Folgen des Brandes, der sich auch auf einen Nebenraum des Saales erstreckt hatte, sind recht betrübende, der schöne neue Saal ist vollständig zerstört, die Wand- und Decken-Vertäfelung und der Fußboden sind entweder ganz verbrannt oder verkohlt. Außerdem sind die Möbel, Leinen- | gerate re., ganz oder teilweise verbrannt, sodann sind die; schönen Kronleuchter zerstört und die Fensterscheiben zer- | sprangen. Der entstandene Schaden ist sehr erheblich. Wie! verlautet, ist das Feuer durch einen Gasofen oder einen Wärmeschrank verursacht worden, doch sind dies Vermutungen und es bleibt abzuwarten, ob die seitens des Stadtbauamts bereits eingeleitete Untersuchung dieselben bestätigen oder ein anderes Resultat ergeben. * Köln, 27. September. Gegen 2 Uhr heute mittag stürzte ein in der Wolfstraße gelegener vierstöckiger Neubau ein und begrub unter sich eine große Anzahl im Bau beschäftigter Arbeiter, welche eben nach der Mittagspause die Arbeit wieder ausgenommen hatten. Bis 4x/2 Uhr waren zwei schrecklich entstellte Leichen hervorgeholt worden; mindestens 13 Personen sowie ein Kind befinden sich noch unter den Trümmern. Die Kölner Berufsfeuerwehr bewerkstelligt die Rettungsarbeiten. Eine Anzahl Aerzte und Geistliche umstehen die Unglücksstelle, desgleichen zahlreiche Arbeiterfrauen, die jammernd nach ihren Angehörigen fragen. * Osnabrück, 27. September. Das gegen den bekannten nationalsozialistischen Führer von Gerl ach durch den hiesigen Staatsanwalt eingeleitete Verfahren wegen Aufreizung zum Klassenhaß und Beamten-Be- leidigung ist eingestellt worden. • Elberfeld, 27. September. Eisenbahnunfall in einem Tunnel. Nach einer Meldung der „Elbs. Ztg." hat sich vorgestern abend gegen 9 Uhr in dem hinter der Station Varresbeck auf der Strecke Hagen—Elberfeld Düsseldorf gelegenen Tunnel ein schwerer Eisenbahnunfall ereignet. Ein nach Vohwinkel bestimmter Güterzug war infolge falscher Weichenstellung in das Geleise der oben genannten Bahnstrecke geraten und wurde in dem Tunnel von einer von der Station Mettmann ihm entgegenkommenden leeren Lokomotive angerannt. Der Materialschaden ist bedeutend, fünf Personen wurden verletzt, darunter der Heizer und der Zugführer. Am schwersten wurde der Heizer der Lokomotive verwundet, welcher absprang und von den Trümmern an die Tunnelwand gedrückt wurde. Der Verkehr nach Düsseldorf wurde, da das Geleise zwischen Varresbeck und Dornap bis gestern früh gesperrt war, über Vohwinkel geleitet. ° Nürnberg, 27. September. Die Staatsanwaltschaft ließ in hiesigen Buchhandlungen Graßmanns Broschüre „Die Moraltheologie des heiligen Liguori" beschlagnahmen. Angeblich wurden in Bemerkungen des Verfassers Beschimpfungen der katholischen Kirche erblickt. * Würzburg, 27. September. Gestern wurde in der Wohnung des seit längerer Zeit verreisten Hausbesitzers Privatier G. Hartmann am Rennweger Ring ein großer Einbruch entdeckt. Hartmann hatte eine befreundete Familie mit der Beaufsichtigung seines Hauses betraut. Als diese gestern kontrollierte, waren alle Behälter erbrochen und teilweise entleert. Der wertlosere Inhalt lag auf dem Boden zerstreut. Die Einbrecher müssen auch längere Zeit in einem Zimmer gewohnt haben, denn die Betten waren benützt worden. Was den Einbrechern alles in die Hände , gefallen ist, läßt sich erst nach der Rückkunft des Bestohlenen feststellen. . * Leipzig, 27. September. Uhrmacher Klotzsch in Jeßnitz (Anhalt), Stadtverordneter und Führer der Jeßnitzer Sozialdemokraten, wurde in Leipzig fest- genommen beim Vertrieb falscher Markstücke mit dem Stempel 1881 A. Er hat die Falschstücke zu vielen Tausenden I seit mindestens 1888 in größeren Städten vertrieben. Die I Apparate wurden in der Jeßnitzer Werkstatt gefunden. * Biberach, 25. September. Der hiesige Bezirkskommandeur Oberstleutnant von Lerch, dessen Selbstmord bereits gemeldet wurde, hat sich im Buchauer Krankenhaus in einem unbewachten Augenblick durch das Fenster in den Hof gestürzt, wo er später tot aufgefunden wurde. Vorher hatte er sich im Walde die Pulsadern geöffnet. Ueber die Motive zu dem Selbstmord kann Bestimmtes noch nicht mitgeteilt werden, da in dieser Beziehung die widersprechendsten Gerüchte zirkulieren. * Paris, 27. September. Nach einer Meldung aus Brüssel wurde die dem König von Belgien gehörige Dacht „Alberta" in dem holländischen Hafen Selzaete gegen einen Brückenpfeiler geschleudert. Die Beschädigung des Brückenmaterials wurde auf einige hundert Gulden berechnet. Die Dacht wurde vom Hafenverwalter als Pfand zurückbehalten, bis er aus Brüssel die Schadensumme telegraphisch angewiesen erhielt. * Haag, 27. September. Im königlichen Schlosse ist dieser Tage ein umfangreicher Diebstahl aus der Silberkammer der Königin entdeckt wvrden. Als die Königin in der vorigen Woche von Loo in die Residenz zurückkehrte, vermißte sie alsbald auf ihrem Toilettentisch einen krystallenen, mit Gold montierten Flacon und ein goldenes Nadeldöschen, beides Geschenke ihrer Mutter. Da der Silberbewahrer Le Blanc einen Tag vorher verschwunden war, so lenkte sich der Verdacht auf diesen, und der Polizei gelang es auch, die beiden vermißten Gegenstände bei einem Goldschmiede, der sie von Le Blanc für 600 Gulden gekauft hatte, in Beschlag zu nehmen. Man fand bei ihm aber noch mehr, und zwar prachtvolle, antike goldene Dosen, modernes und antikes goldenes Tafelgerät, goldene Becher, Messer und Gabeln, die beiden letzteren mit Heften aus Achat oder französischem und sächsischem Porzellan. Auch diese waren aus der königlichen Silberkammer entwendet. Und doch ist dies alles, wie der Goldschmidt offen erklärte, nur ein kleiner Bruchteil dessen, was er während der letzten zwei Jahre von Le Blanc gekauft hatte. Dieser wurde gestern in einem Hotel in Amsterdam in der Warmoesstraße, wo er sich unter dem Namen de Wit eingeschrieben hatte, verhaftet und nach dem Haag gebracht. • Kopenhagen, 27. September. Zufolge Nachrichten, die von dänischen Mitgliedern der „Fram"-Expedition hier eingetroffen sind, ist zwischen den Teilnehmern und dem Höchstkommandierenden, Baumann, ein bedenklicher Streit ausgebrochen. Man verlangt, daß Baumann das Kommando niederlege. ________________ Gerichtssaal. Darmstädter Prozesse. Wir lesen im „Darmst. Tägl. Anz.": Bekanntlich sind seinerzeit aus der Preßerörterung des Falles Küchler verschiedene Strafsachen erwachsen, die nunmehr gemeinsam abgeurteilt werden. Angeklagt sind die verantwortlichen Redakteure der „Frankfurter Zeitung", des „Mainzer Journals" und der „Mainzer Neuesten Nachrichten", Alexander Giesen, Franz Kopgen und Botho Heribert Malten, durch Aufnahme und Veröffentlichung je eines Zeitungsartikels, den Justizminister Dr. Dittmar, die Mitglieder des Ministeriums des Innern und der Justiz, sowie den Großen Generalstaatsanwalt Dr. Schlippe, Beamte in Beziehung auf ihren Beruf öffentlich beleidigt zu haben. Als Termin für die vor der ersten Strafkammer unter dem Vorsitz des Großh. Landgerichtsdirektors Dr. Rüster stattfindende und voraussichtlich mehrere Tage dauernde Verhandlung ist Dienstag den 12. Oktober d. I., vormittags 9 Uhr bestimmt. Rechtsanwalt Gallus führt die Verteidigung der „Frankfurter Zeitung", Rechtsanwalt Dr. Schmitt von Mainz diejenige des „Mainzer Journals". Da Oberstaatsanwalt Dr. Preetorius als Zeuge benannt ist, wird Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt von Mainz die Anklagen vertreten. Sicherstem Vernehmen nach beabsichtigt man seitens der Angeklagten, teilweise den Wahrheitsbeweis zu versuchen, und zu diesem Zweck eine größere Anzahl Zeugen, insbesondere Beamte, aufzubieten. Die an und für sich schon intereffante Verhandlung wird dadurch noch mehr an Anziehungskraft gewinnen und verspricht eine cauee cölöbre ersten Ranges zu werden. Inzwischen nimmt das zweite Disziplinarverfahren gegen Landgerichtsdirektor i. P. Küchler seinen Fortgang und werden durch den mit der Untersuchung betrauten Oberlandesgerichtsrat Dr. Linkenheld schon ständig Zeugen abgehört. Frankfurt, 26. September. Die heutige Nummer des »Frksi Journ." berichtet: Ein seltener Fall trug sich heute auf der ersten Civilkammer des königl. Landgerichts zu; nämlich die Ungültigkeits- Erklärung einer Ehe. Ein Baron v. H. kam nach Darmstadt unV trat dort als Kavalier aus. Das Benehmen desselben gefiel, er wurde in besseren Kreisen eingeführt; umschwärmte mit seiner Liebenswürdigkeit die Mädchen, bis es ihm gelang, eines in seinem Netze zu fangen. Das offene Auftreten des Mannes gefiel und wurde er im ersten Quartal, dieses Jahres in Darmstadt getraut, während er sein Domizil mit einem elektrotechnischen Bureau in Frankfurt auf dem Fischerfeld aufschlug. Auf der Brautreise durch den Odenwald gesellte sich zu ihm ein intimer Freund und Verwandter Baron v. Sch., den er als seinen Onkel bezeichnete. Die Art und Weise des Auftretens des Letzteren bestimmte die Schwiegereltern, über den Onkel Erkundigungen einzuziehen, wobei sich als Resultat herausstellte, daß derselbe eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit hatte, dabei erhielten dieselben erst die sie niederschmetternde Nachricht, daß der Freund und Pseudo.Onkel des Herrn Baron v. H. ein schon vielfach bestrafter Zuchthäusler sei, er selbst fei wegen schweren Diebstahls, zweimal wegen Münzfälschung, zweimal wegen Betrugs mit schwerem Kerker und zuletzt wegen Erpreffungsversuchs mit 5 Jahren Kerker und Verweisung aus dem Oesterreichischen Lande bestraft. Als das Unwetter in der Familie losbrach, nahm er die Mitgift seiner Frau und ging nach Amerika durch. Die erste Civilkammer erkannte auf Grund der Beweiserhebung zu Recht, daß die Ehe als ungiltig zu erklären sei, denn es sei anzunehmen, daß seine Frau niemals mit ihm, einem Zuchthäusler, die Ehe eingegangen haben würde, wenn er nicht sie und deren Eltern in einen Irrtum versetzt haben würde. Ratibor, 27. September. Das Schwurgericht verurteilte den Futtermann Czyborski aus Ellguth (.Kreis Kosel), der seine Eheftau im Walde erdrosselte, zum Tode.________________ Theater, Kunst und Wissenschaft. — Vom »Führer durch den Vogelsbergs — im Auftrag des Vogelsberger Höhenklubs herausgegeben von Professor Dr. Ott» i Buchner, Verlag von Emil Roth in Gießen - ist die dritte, durch Beigaben weiterer Spezialkarten, zudem textlich erweiterte Auflage er - erschienen Allen Vogelsbergwanderern und denen, die es werden wollen, kann das von uns praktisch erprobte, hübsch in bequemem Taschenformat 124 Seiten umfassende Werk bestens empfohlen werden. — Es enthält alles was der Wanderer zu wiffen nötig hat, besonders wenn ihm daran liegt' die ihm knapp zugemeffene Zeit vorteilhaft auszunützen, nichts zu übersehen und zu versäumen und dabei doch angenehm und — wa« I die Hauptsache — billig zu reifen. Der Beschreibung und Bezeichnung der Orte die von mehr als touristischem Jntereffe ist, wurde eine gr- I drängte 'aber trotzdem klare Notiz über ihre Geschichte beigefügt; der I Naturfreund und Botaniker wird erfreut durch ein Verzeichnis »on. KZ durck SA?Lan‘tl': aufalA” Stifter P’MHbuÄ k*9*S « 'LD » äs ■weit vvrdkn. Alg 7°itl die Residenz ^TMtentisch teu U«M tob ein e chrer Mutter. Da ! vorher verschwunden chn, und der Polizei vegenfiande bei einem fir 600 Gulden ot, Man sand bei ihm antike goldene Dosen, leriit, goldene Becher, :eren mit Hestrn aus Porzellan. Auch berkammer entwendet. INbt offen erklärte, r tvährenö der Ickten Ec. Dieser wurde der WarmoeSstraße, eingeschrieben hatte, ^nsvlge Nachrichten, sram"-E^edition den Teilnehmern und in, ein bedenklicher gt, daß Baumann das ü E O-Z jMZ- •ortÄ‘”eS1,“ä*? im .Darmst. Tagt. Anj.'- taung des Falles küchler unmehr gemeinsam abgeur- tenWtture ta^tanl-- ,d der „Macher Neuesten im und Scho Heriöert je eines Zeitungsmtikels, « des MiHeriMs b» TrnnatitaatsaMati nu\ vMttch btUW etcaitammer unter dem t M« itat^nbenbe und Tbanbhmg ist Dienstag dm nmt. Rechtsanwalt W Leitung", Rechtsanwalt Dr. Jomals'. Da Oberstaats, ift wird Oberstaatsanwalt «kn Sicherstem Bernehmn 5 teilweise in MM- ein'e größere Anzahl Zeuge», und ch sich intereß-nte ten Landgerichtsdireltor P. S K W NL iihgültigl-i's- näml'ch)'k MS un> . kam nach »«J1 rourbe Ä'B •fÄ Sen W, Herrn c®0" s,,bst sei wegkN M >e't wegen nO-MEndtrM loM. 71 EtME EÄ Sr^ seltenen Pflanzen im Logelsberggebiet, auch der Mineraloge und Geologe geht nicht leer aus, während der Bergsteiger aus einem besonderen Verzeichnis sofort ersehen kann, wieviel hundert Meter über dem Meeresspiegel er sich befindet. Auch die das Vogelsberggebiet umfaffenden und durchschneidenden Eisenbahnlinien sind aufgeführt, günstige Fahrbedingungen angegeben. — Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit können Touren in den Vogelsberg — günstiges Wetter vorausgesetzt — noch unternommen werden, ja die klaren Herbsttage machen den Besuch des Vogelsbergs besonders lohnend, zumal an der Hand eines Führers, wie ihn der bis an sein Lebensende unermüdliche Wanderer Buchner geschrieben. — Hoftheaterintendant v. Hülsen in Wiesbaden hat dem „Rheinischen Kurier" die Berichterstatter- und sonstigen Freikarten für das Hoftheater entzogen. Die Veranlassung hierzu ist in einer Kritik des Opernreferenten des genannten Blattes gefunden, die aber nach dem Urteil von Sachverständigen die Grenze der Sachlichkeit nicht überschreitet. Hottesdienft io der Synagoge. Samstag den 30. September 1899. Vorabend 5« Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang 6“ Uhr. Gottesdienst der israelitischen KrligionogestPchnst. Sabbathfeier am 30. September 1899. Freitag abend 5« Uhr, Samstaa vormittag 8« Uhr, nachmittag 8 Uhr, Sabbathausgang 6» Uhr. Nachmittag Uhr Schrifterklärung. Wochengottesdienst morgens 6»o Uhr, abends 6 Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau »Herold*. Berlin, 28. September. Nach einer Meldung aus Rominten sind der Kaiser und die Kaiserin gestern abend 9 Uhr daselbst eingetroffen. Von Trakehnen aus fuhr das Kaiserpaar in einem Viererzug durch den Romintener Forst. Auf dem ganzen Wege waren zahlreiche Ehrenpforten erlichtet. Alle Dörfer hatten illuminiert. Berlin, 28. September. Die Mitteilungen der „Münch. Neuesten Nachr." über die neuliche Staatsministerial-Sitzung werden auch der „Deutschen Tages-Zeitung" als falsch bezeichnet. Von einem weiteren Vorgehen gegen den Bund der Landwirte ist, wie man dem Blatte auf das bestimmteste versicherte, nicht die Rede, und wird auch künftig nicht die Rede sein. Berlin, 28. September. Wie die „Staatsbürger-Ztg." hört, ist der Rücktritt des Frhrn. von Zedtlitz von der Mitarbeit an der Post keineswegs ein freiwilliger, sondern die Folge eines ihm von der Regierung gestellten Ultimatums. Berlin, 28. September. Eine Gegen-Denkschrift zur Zuchthaus-Vorlage wird der Vorstand der sozialistischen Partei herausgeben. Es werden bereits umfassende Erhebungen über die Angaben der Regierungs- Denkschrift veranstaltet. Auch ein Flugblatt gegen die Vorlage wird der Partei-Vorstand noch in diesem Herbst herausgeben. Wien, 28. September. Der Kaiser wohnte gestern der Eröffnung des Arbeiter-Theaters in Berndorf bei. — Der Stand der Minister-Krisis ist stationär geblieben. Heute wird der Kaiser, wie das „Fremdenblatt" meldet, mehrere hervorragende Vertreter der verschiedenen Partei-Richtungen in Audienz empfangen, um deren Anschauungen kennen zu lernen. Budapest, 28. September. Aus T em es v ar wird gemeldet, daß die Novice Margarethe Dohr des Schul- Klosters sich in den Kanal stürzte, aus welchem sie als Leiche herausgezogen wurde. Der Selbstmord macht deshalb großes Aussehen, weil gerade gestern der Besuch der General-Oberin aus München im Kloster angesagt war. Rom, 28. September. Der Abgeordnete Defelice, welcher Dreyfus in Carpentras besucht hat, bestätigte die entschiedene Besserung im Befinden desselben. Er fügte hinzu, Dreyfus habe die Begnadigung auf das hartnäckigste zurückgewiesen und zu seiner Frau gesagt, er wolle lieber im Gefängnis sterben als entehrt leben. Erst als man ihn überzeugte, daß die Annahme der Begnadigung eine neue Revision nicht verhindere, gab er nach. Oporto, 28. September. Gestern wurden zwei Erkrankungen und zwei Todesfälle an Pest festgestellt. England «ud Transvaal. London, 28. September. Das Organ Chamberlains, die „Birmingham Post", meldet, eine Ankündigung von großer Wichtigkeit über die Delagoa-Bai sei nicht zu erwarten. In Aldershot traf der Befehl ein, der gesamte Train für ein Armee-Korps solle am 8.Oktober nach Süd-Afrika abgehen. — Nach einer Meldung aus Prätoria ist dort die Spannung intensiver geworden. Die Transvaal-Regierung begann bereits die Offiziere zu ernennen, die zur Front kommen sollen, wenn die Feindseligketen beginnen. Brussel, 28. September. Heute abend findet im Volkshause eine Protest-Versammlung gegen die Haltung Englands gegenüber Transvaal statt. Zahlreiche Redner sind eingeschrieben. Bloemfontein, 28. September. Der Raad des Oranje- Freistaates hat einstimmig eine Resolution angenommen, worin die Regierung aufgefordert wird, mit allen Mitteln für die Aufrechterhaltung des Friedens zu wirken, damit weder die Ehre noch die Unabhängigkeit Transvaals Schaden leide. Ferner beschloß der Raad, der Oranje-Freistaat solle, was auch kommen möge, die Sache Transvaals unterstützen. Loudon, 28. September. Morning Leader meldet, daß Lord Rosdal erklärt habe, er werde eine Volks-Versammlung einberufen, worin er zur Aufrechterhaltung des Friedens das Wort ergreifen werde. Bekanntmachung. Da« Wasier im Stadtbach wird wegen vorzunehmender Reparaturen von Freitag den 2S. d. Mts. vormittags ab an fünf Arbeitstagen abgchellt. *• Gießen, den 28. September 1899. 6982 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Stähl MWHaas. Freibank. 6940 Heute nud morgen: Kuhfleisch 50 M prima mar (inftn, pa sste. frankftr. Würstchen empfehlen in anerkannt besten Qualitäten billigst 6984 A. & 6. Wallenfels, Markt 21.Telephon 46. Harzkäse wieder frisch eingetroffen. 6975 Carl Reh, Wagengasse. UrimaIlindsotöer ohne Knochen, ä Pfd. 80 Pfg., empfiehlt Metzger Rosenbaum, Kirchenplatz 4 AWMAUmÄ Ich eröffne den 2. und letzten Kursus im Schönschreiben. Melo- ungen nehme ich im j'Hotel Schütz entgegen. Honorar für Deutsch 15 Mk., mit Latein 27 Mk. 6966 O. Gottlieb, Kalligraph. 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Kktoöer er. findet in unserer Turnhalle das diesjährige Abturnen verbunden mit gleichzeitigem 6974 Schau- und Riegenturnen statt. Anfang nachmittags 4 Ahr. Avends: Tanz. Wir laden hierzu unsere Mitglieder, sowie Freunde der Turnerei ergeben]! ein. Der Vorstand LEONARDTs „ Kugelspitzfedern Uber323 Millionen fabriziert und verkauft Z Nur echt mit Namen Leonard!*, Erfinder der KugelspiMete °* Hermittektngssteüe für ven An- und Verkauf von Zuchtvieh der Vogelsberger und Simmenthaler Rindviehraffe. (Geschäftsstelle des lanbto. Vereins für die Preoinp Oberhessen in Alsfeld.) ber beiden in der Provinz gezüchteten Rassen können gJllUuUUJHlli fortwährend von uns nachgewiesen werden. Bullen der fraglichen Rassen sind stets in größerer Anzahl angemeldet. Die Vermittelung ist unentgeltlich. 6970 anshaltnogsbärsten u. Lesen Thürvorlngen, Schwämme Fensterleder re. Jahn-, Kopf- nud Kleiberlmrsten Seife« und Parfümerien Toiletteartikel re. A. Welz, Settersweg 2. 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Chlun Sabinett zu bilden gesehen werden, d einzusehen beginnt geht es nicht weit Hoffnung hegen, । Hoffnung vorha vorlag. 2Bir wolle Regierung sich in t giebt sie den Deutsä nnd deren Anhang Heute vormittag 10 Uhr entschlief sanft nach längerem, schwerem, mit grosser Geduld und Ergebung ertragenen Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Onkel V .7 ' - Herr Apotheker Ludwig Ackermann (Verwalter der klinischen Apotheke in Giessen). üm^stille Teilnahme bitten »‘"VB W* .u.mil i*w- ; \ ■■ KM M Die trauernden Hinterbliebenen: Namens derselben Geheimer Rechnungsrat Ackermann. Darmstadt, den 27. 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