■sch SS*-* ’Mw bei bet 9(, • N. ??' .'^besondere für ’JMI« und die zM- V* DM 9 len Hinterbliebenen: ilie Lein. 02994 WfaRL hrnMM giltiq Mbuette Nanblung. Ac Eriche. Prospekte sendet dr: JV. Schlottmann. POOftMüQüüüüi len i t5-W | > Plattes. 6294 c ifels, § it 3M^wt. 0 xmxmooooa HEV'. Jeden Kachelofen leat-Dauerbrand-Ein- eelöfen. Garantie für ■der guten Hausbrand- ilii auch hllvomg. flttigit lasse Jeden, auch alt. t versehen, da die Stv mßinurio(i(t!portiütrbcn, an Sunnmot. qirdil. über ter's Patentöfen „Ger- l,n. Stan hüic sich o-mmdlm. beziehen durch »He fenhandlnngen. ||, HiiM toH2. tz-iaiania^pai DW-d- r. 23 «kertiauog von Thor«, FachÄjch»i"d-»»i-«-- 99 K 99« 23 91 100.5’ 60« 100.« 98«: Ust 1* , Sübenentt jsld'Rentr tgiefen .UM6 l«1'" ।HPtowJ- So s8« inknoten rto. »rttf , gi.ti ^6l Nr. 202 Zweites Blatt Dienstag den 29. August 1S99 Meßmer Anzeiger Heneral-An^eiger ■ ene>*e »n,«igrn ju der aachmittagl fftr k» Jetynlm Iq «scheinevden Nummer Hf »one. 16 Uhr. A«t»g,»retL vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 PfK mit Bringerloh». Bei Postbezuf R Mark 50 Pj^. vierteljährliche Alle Nnzeigen-BermittlungtstcZen M In- und LuOUmtzch nehmen Anzeigen für den Sieheuer Anzeiger «tgegmi« OttchMtt UgNch mit AuLn»hmr M «eetagi. •k Gießener »•wWfc*6<»t«z »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermol deigektzt. Anrts- und Anzeigeblatt für den Akreis Gieren. Gratisbeilagen: Gießener Familiendtätter, Der heMchr Handwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: A»zei-er chtetz«. Fernsprecher Nr. 51. Redaktion, Expedition und Druckerei: Och»lßr«ße Ar. 7. Goethe-Feier. Die Redensart: „Wenn Frankfurt ausfährt, fährt es vierspännig", hat sich in den letzten Tagen und besonders heute zu Beginn der offiziellen Feierlichkeiten zum 150. Geburtstage des großen Sohnes unserer Stadt wiederum glänzend bewährt. Ein klarer Himmel, eine überaus reich geschmückte Stadt, eine festlich gestimmte Bevölkerung, kurzum alle Vorbedingungen für ein glänzendes Gelingen der seit langem sorgsam vorbereiteten Feier waren gegeben. Von auswärts sind viele Tausende nach der Geburtsstadt des großen Meisters gepilgert, um zu sehen, wie man in Frankfurt den Geistesheroen feiert, welcher vor 150 Jahren hier das Licht der Welt erblickt hat. Seit den frühesten Morgenstunden durchwogt die Straßen eine ungeheuere Menschenmenge, welche sich nicht satt sehen kann an den reichen Ausschmückungen der Straßen und besonders des Goethe-Platzes, auf welchem das Standbild des Geburtstags- Kindes gewissermaßen die Gratulanten empfangen soll. Hier ist aus städtischen Mitteln eine Ausschmückung zu stände gekommen, wie Frankfurt eine solche seither noch nicht gesehen hat. Um das Denkmal hat man einen griechischen Tempel errichtet, der Platz selbst wird eingesäumt von Guirlanden tragenden Säulen. Einen gewaltigen Eindruck wird dieses Arrangement am Abend machen, denn Tempel sowohl wie auch Säulen und Guirlanden sind übersät mit elektrischen Glühlampen. Außerdem ist der Rasen des Goetheplatzes mit anderen Jlluminationskörpern förmlich überschüttet. Die Staats- und städtischen Gebäude, die großen Hotels, viele Geschäfts- und Privathäuser haben ebenfalls reichen Schmuck angelegt und zwar herrscht überall die elektrische Glühlampe in allen Farben vor. In vielen Fällen hat man die Büste Goethes, sowie die Namen Goethescher Gestalten in geschmackvoller Weise verwendet. Sogar am Hauptbahnhof prangt ein elektrischer Stern inmitten der Jahreszahlen 1749 und 1899 in elektrischen Glühlampen. Vormittags von 10 Uhr ab versammelten sich die Vertreter von ungefähr 200 Vereinen, meistens mit ihren Fahnen, auf dem Paulsplatz und zogen unter Vorantritt eines Musikkorps nach dem Goethehaus, wo sich die Vertreter der städtischen Körperschaften (Magistrat und Stadtverordnete), die Mitglieder der Handelskammer, des Freien deutschen Hochstists, die Abordnungen der Goethe-Gesellschaft, die Vertreter der deutschen Universitäten und die Mitglieder des Ausschusses an die Spitze begaben, und den Zug nach dem festlich dekorierten Goethe-Platz führten. Hier bildeten die Schüler und Schülerinnen der höheren Lehranstalten Spalier. Für die Vertreter der Presse, welche zum Teil von weit her hierher gereist waren, war so gut wie gar nicht gesorgt, denn der für dieselben reservierte Platz war derart, daß sie weder etwas sehen noch hören konnten. Vor dem Denkmal hatten sich kurz vor Eintreffen des Zuges eingefunden: die Spitzen der staatlichen Behörden. Wir bemerkten u. a. den kommandierenden General des 18. Armee-Korps, Exzellenz von Lindequist, Generalleutnant von Chappuis und Polizeipräsident, von Müffling. Als die Spitze des Zuges vor dem Denkmal angelangt war, ergriff Herr Oberbürgermeister Adickes das Wort zu folgender Ansprache: Dem größten Sohne dieser Stadt bei der 150sten Wiederkehr seines Geburtstages zu huldigen, sind wir hier versammelt. Vertreter der Behörden und aller Kreise der Bürgerschaft gemeinsam mit Vertretern von Deutschen Hochschulen und den Vertretern der Goethe-Gesellschaften. Festliches Gewoge erfüllt die Straßen, und teilnahmsvolle Bewegung durchzittert die Bürgerschaft, wie vor vierzig Jahren, als Schillers hundertjährige Geburtstagsfeier festlich begangen wurde, so weit die deutsche Zunge klingt. Allein während damals mit der Dichterfeier sich sehnsuchsvolle Klage' für unseres Volkes entschwundene Einheit und Freiheit verband, als deren Sänger man ihn liebte, verknüpfen sich mit dieser Feier keine politischen Nebengedanken. Vom festen Boden des neuen deutschen Reiches aus und darum sicherer, lebendiger und umfassender als vor fünfzig Jahren gilt an diesem Tage alle Feier Ihm dem Herrlichen, dem Unvergleichlichen, der im Alter von 25 Jahren, aus dieser alten Reichsstadt heraus, die er nachher so wunderbar gezeichnet, mit einem Schlage eine erste Stelle in der Weltlitteratur eroberte, der damit unser verkümmertes und mißachtetes Volk mit neuer Freude zum Leben und mit neuem Mut erfüllte. Und der dann über ein halbes Jahrhundert von dem stillen und für alle Zeit geweihten Weimar aus, getragen von der Verehrung und dem nie versagenden Verständnis seines fürstlichen Freundes sein Volk mit immer neuen Schätzen der Dichtkunst und immer neuen Eröffnungen seiner Menschheit und Welt zugleich umfassenden Genius beschenkt. Eine vaterländische, eine echt nationale Festfeier begehen wir daher allerdings, und stolz erhobenen Hauptes rufen wir laut hinaus unseren Dank, daß aus dieser Stadt, daß aus unserem Volke erstehen durfte der, den immer weitere Kreise in aller Welt als einen König im Reich der Geister verehren. Allein diese Feier wäre eitel und fruchtlos, wenn unser Dank sich in äußerlichen Dingen erschöpfte. Nein! Diese Fahnen und Kränze und heute abend die Fackeln und Lichter, sie sollen es weithin künden, daß wir uns der Pflichten eines so kostbaren Besitzes wohl bewußt sind. Daß es vor allem gilt, i h m täglich aufs neue uns innerlich anzueignen, und jeder nach seiner Kraft mit Goethe'schem Geiste, und und wenn auch im zersetzenden Gewirr der Parteileidenschaft, ja im Kampf um die Weltanschauung, wie im schatz- gräberischen Suchen nach schnellem Gewinn zu erfüllen. Wer von allen Dichtern und Weltweisen könnte uns besser die Quellen weisen, aus denen wir den Mut des reinen Lebens trinken mögen. Wer könnte kräftiger unseren Willen mit Selbstzucht, unseren Geist mit Verständnis und Duldung für andersdenkende, unsere Herzen mit Verehrung für das unerforschliche und die geheimnisvollen Gesetze langsamen Werdens erfüllen, als er. So rufe ich denn, indem ich eine erste Kranzspende zu seinen Füßen niederlege: Heil dieser Stadt und Heil diesem Volke, daß es diesen Großen der Welt schenken und sich damit einen unverlierbaren Besitz erwerben durfte. Und abermals Heil dem deutschen Volke, wenn es in und mit der politischen Arbeit an der heilvollen und kräftlichen Entwickelung unseres Reiches und mitten im wirtschaftlichen Kampfe auch den Idealen reinen, durch die Kunst geedelten Menschentums treu bleibt, deren vornehmster Bannerträger Er war, unser Johann Wolfgang Goethe. Nach Schluß der Ansprache stellte sich das Musikkorps an die Spitze des Zuges der Deputationen, welche nunmehr am Denkmal vorbeidefilierten. Die Vertreter der einzelnen Vereine, an Zahl circa 200, legten ohne Ansprachen Kränze, zum größten Teil mit wertvollen Schleifen, sowie Blumen- nnd Palmen-Arrangements am Denkmal nieder. Besonders hervorzuheben ist eine goldene Lyra inmitten eines Palmen- Arrangements, gestiftet vom Germanischen Museum in Nürnberg. Während des etwa eine Stunde dauernden Vorbeimarsches wurden von der Frankfurter Sängervereinigung verschiedene Gesänge, zum Teil mit Goethe'schem Text, zum Vortrag gebracht. Um 31/2 Uhr begann die Auffahrt zum großen Festkommers im Hippodrom. Um 4V2 Uhr betrat die Kaiserin Friedrich, geführt von den Herren des Festausschusses, die Loge, und nahm zwischen der Kronprinzessin von Griechenland und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen Platz. In der Loge befanden sich außerdem Prinz Friedrich Karl von Hessen und das Gefolge der Kaiserin Friedrich, ferner Oberbürgermeister Adickes. In dem Fest-Kommers, bei welchem die Mitglieder der Museums-Gesellschaft, des Cäcilien-Vereins, des Rühl'schen Gesangvereins und der Süngerchor des Lehrer-Vereins, außerdem verschiedene Solisten mitwirkten, wurden vier Kompositionen Goethe'scher Dichtungen zu Gehör gebracht; ferner als Instrumental-Nummern die Wagner'sche Faust- Ouvertüre und Beethovens Ouvertüre zu „Egmont". Um 6V4 Uhr kehrte die Kaiserin Friedrich mit Gefolge nach Cronberg zurück. Inzwischen hatte ein gelinder Gewitterregen einen wohlthätigen, staubreinigenden Erfolg erzielt. Um 6l/z Uhr begann die Aufstellung des Fackelzuges, an welchem über 16 000 Personen, ca. 140 Gruppen und 16 Musik-Korps teilnahmen. Der Zug bewegte sich vom Bahnhof durch die Hauptstraßen der Stadt, am Goethe- Denkmal vorbei nach Sachsenhausen und endete am Schaumainkai. Mit Eintreten der Dunkelheit begann die glänzende Feuiüets«. Hoeche als Knaöe. Zum 150. Geburtstage des Dichters. Non Dr. Adolf Kohut. (Nachdruck verboten.) Von den Wunderknaben, die vielfach die Zeitgenoffen beschäftigten und das lebhafteste Interesse der Psychologen erweckten, haben verhältnismäßig nur wenige die auf sie gesetzten Hoffnungen erfüllt. Nur einigen war es vergönnt, sich zu Genies zu entwickeln, bahnbrechende Thaten zu vollführen und Werke von mehr oder weniger dauerndem Werte zu schaffen, während so manche vielversprechende Wunderknaben, zu Männern gereift, alle Welt durch ihre schwachen Leistungen enttäuschten. Zu der geringen Zahl der gottbegnadeten Geister, denen es vergönnt war, alle störenden Einflüsse von innen und außen zu bewältigen und ungehindert einem großen Ziele entgegenzueilen, zurückstoßend, was ihnen fremd, und das Verwandte mit sich fortreißend, gehörte auch Goethe. Es bietet nun einen ganz eigenen Reiz, auf die Knabenzeit dieses gewaltigen schöpferischen Mannes zurückzugehen, dessen Leben und Wirken wie ein langer, schimmernder Streif durch die Glanzperiode unserer Nationallitteratur hindurchleuchtet und an dessen unerschöpflichen Geistesgaben noch kommende Jahrhunderte zehren werden. Goethe selbst verweilte stets mit großer Liebe bei den Jahren seiner Kindheit, und bemerkt einmal treffend: „Wer wäre im stände, von der Fülle der Kindheit würdig zu sprechen! Wir können die kleinen Geschöpfe, die vor uns herumwandeln, nicht anders als mit Vergnügen, ja, mit Bewunderung ansehen. Das Kind, an und für sich betrachtet, mit seinesgleichen und in Beziehungen, die seinen Kräften angemessen sind, scheint so verständig, so vernünftig, daß nichts darüber geht, und zugleich so bequem, heiter und gewandt, daß man keine weitere Bildung für dasselbe wünschen möchte. Wüchsen die Kinder iu der Art fort, wie sie sich andeuten, so hätten wir lauter Genies." Goethe behauptet bekanntlich in seiner Selbstbiographie, die er unter dem Titel „Wahrheit und Dichtung" am Abend seines Lebens schrieb, daß er von der Mutter die Frohnatur und die Lust zum Fabulieren, vom Vater jedoch die Statur und des Lebens ernstes Führen geerbt habe. Dieser Held der Feder, der nicht allein in der deutschen Dichtung, sondern in der Weltlitteratur einen mächtigen Umschwung hervorbrachte, hatte nichts von der genialen Unordnung so vieler Kraftgenies seiner Zeit an sich. Schon der Knabe befolgte den Grundsatz, den später der Dichter des „Faust" ausspricht, nämlich: Gebrauckt der Zeit, sie zieht so schnell von hinnen. Doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen. Und der Vater, der mit Unrecht von vielen Seiten als Pedantisch-streng verschrieene kaiserliche Rat Johann Kaspar, war es, welcher dem Kinde diesen Ordnungssinn einpflanzte. Ihm gebührt das Verdienst, daß er durch eine geistige, die erwachenden Kräfte seines Sohnes belebende Erziehung überaus günstig auf die Selbstthätigkeit desselben einwirkte. Der scharfblickende Mann, der sich nur seiner Familie widmete, erkannte frühzeitig das Wesentlichste beim Unterricht, nämlich die Selbstthätigkeit des Schülers, und war bestrebt, die großen Anlagen seines Knaben durch Aufmunterung und Belohnung zur Reife zu bringen. Die uns erhalten gebliebenen Jugendarbeiten des Knaben liefern hierfür den besten Beweis. Der Vater, der zugleich auch sein erster Lehrer war, diktierte entweder, was ihn selbst unmittelbar angeregt hatte, eine Darstellung der Tagesereignisse oder eine Anekdote vom alten Fritz, die eben bekannt geworden, und die den Verehrer des großen Königs begeisterte, oder er überließ dem Sohne, sich selbst den Stoff zu wählen, und da finden wir denn kindliche Aeußerungen, dichterische Ergüffe, dialogisierte Selbsterlebnisse und moralische Betrachtungen, die schon klar andeuten, welche Richtung der Erwachsenenehmen würde. Was er anschaute und laS, was er hörte und erlebte, alles wurde wieder in diesen selbst gewählten Aufgaben verarbeitet, und so könnte man diese Aufsätze als eine Reihe von Szenen aus dem Knabenleben Goethes bezeichnen. Der strenge Ordnungssinn, den er vom Vater ererbte und bis ins späteste Alter hinein walten ließ, die Scheu vor allem Verzerrten, Exaltierten, Widrigen, Unsauberen, die ihm allezeit eigen war, tritt uns schon in den Schulheften des Knaben vor die Augen; von der ersten bis zur letzten Seite finden wir dieselbe reinliche, feste Schrift, und der Trieb zur Ordnung ist überall unverkennbar. In der That war der Knabe Goethe ein Wunderkind in des Wortes wahrster und schönster Bedeutung. Schon Illumination. Eine nach hunderttausenden zählende Volksmenge bewunderte bis in die späten Nachtstunden die zum Teil ganz überraschenden Beleuchtungs-Effekte. Deutsches Keich. Berlin, 26. August. Der Kaiser hörte heute vormittag von 9 Uhr ab die Vorträge des Chefs des Cioil- kabinetts, v. Lukanus, des Chefs des Generalstabes, Grafen Schliessen und des Chefs des Militär-Kabinetts, v. Hahnte. Berlin, 26. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die Blättermeldung, daß der Kaiser Schloß Bernstorff zu besuchen gedenke und dort mit dem Kaiser von Rußland Zusammentreffen werde, als gänzlich aus der Luft gegriffen. Berlin, 26. August. Zu der gemeldeten Unpäßlichkeit der Kaiserin erfährt der „Lokal-Anzeiger", daß dieselbe den zu Rate gezogenen Leibarzt bestimmt habe, der Kaiserin die Teilnahme an den großen Herbstmanövern und Paraden in Straßburg, Württemberg und Baden abzuraten. Wie bestimmt verlautet, wird die Kaiserin während dieser Zeit im Neuen Palais verbleiben. Berlin, 26. August. Die heutige Nummer des Anarchistenblattes „Neues Leben" ist wegen des Leitartikels, betitelt: „Die bessere Gesellschaft" gerichtlich beschlagnahmt worden. Berlin, 26. August. Der auf heute nachmittag 5 Uhr angesagte offizielle Schluß der beiden Häuser des preußischen Landtages durch den Minister-Präsidenten Fürsten Hohenlohe ist abgesagt worden, weil das Abgeordnetenhaus in seiner heutigen Sitzung Beschlüsse der vorher stattgesundenen heutigen Herrenhaussitzung wieder umgestoßen hat. Montag oder Dienstag wird das Abgeordnetenhaus seine Beratungen fortsetzen. Berlin, 26. August. Kein Schluß des Landtags. Die Hoffnungen auf den heutigen Schluß des Landtags sind getäuscht worden. Die beiden Häuser des Landtages, die auf ein friedliches Zusammenarbeiten in der Gesetzgebung unbedingt angewiesen sind, haben in den letzten Wochen einen bedenklichen Mangel an Courtoisie gegen einander bewiesen. Die ja keineswegs unwichtige Frage über die Sicherstellung des irdischen Mammons hat beide Häuser nach dem Grundsätze: „In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf" in starke Meinungsverschiedenheit gebracht, und seit mehr denn einer Woche schieben sich die beiden Gegner eine Reihe von Anträgen, Artikeln, Paragraphen über das Handelsgesetzbuch und das Bürgerliche; Gesetzbuch wechselseitig zu, ohne daß das Zureden der Minister ein Nachgeben von irgend einer Seite bewirkt hätte. . Heute mittag schloß nun das Herrenhaus seine Tagung mit einem Kaiserhoch in der Annahme, daß das Abgeordnetenhaus den Rest der Gesetze in der Fassung des Herrenhauses annehmen werde. DaS Ministerium gab sich derselben Hoffnung hin und in der heute um 1 Uhr beginnenden Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde eine Einladung des Ministerpräsidenten verlesen, der die Mitglieder des Herrenhauses und des Abgeordnetenhauses um 5 Uhr zu einer gemeinschaftlichen Sitzung und Entgegennahme einer kaiserlichen Botschaft entbot. Es wurde auch dann auf Zureden des Ministers von Miquel das Ausführungsgesetz zum Handelsgesetzbuche in der Fassung des Herrenhauses mit 130 gegen 119 Stimmen angenommen und dadurch die Streit über das Aufhebuugs- recht der Negierung gegenüber Aktiengesellschaften mit un- reeler Praxis beendigt. Dann aber trat eine höchst merkwürdige Begebenheit ein. Nach kurzer Beratung des vom Herrenhause zurückgelangten Einführuugsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche wurde mit schwacher Mehrheit in einfacher Abstimmung die abermalige Einfügung des Antrages Schmitz betr. Mündelsicherheit von Kommunalobligationen beschlossen und damit das Gesetz noch einmal an das Herrenhaus zurückverwiesen. Damit war der feierliche Schluß des Landtages so gut wie unmöglich geworden, und für den Fall, daß das Herrenhaus auch seinerseits nicht nachgeben würde, ein Konflikt geschaffen, der vielleicht den mit acht Jahren schrieb er ein höchst lebendiges Colloquium, »Pater et Filius“ betitelt. Mit 9 Jahren verfaßte er religiöse Betrachtungen und Morgengrüße in deutscher, lateinischer und griechischer Sprache, die er selbst ersann und seinem Vater zum „Guten Morgen" darbrachte. Frühzeitig zeigte sich in dem Knaben das gewaltige Sprachtalent, welches sich nicht damit begnügte, die klassischen Sprachen allein zu studieren, sondern das auch den Orient in den Kreis seiner Studien und Forschungen zog. Besonders lebhaft interessierte ihn die hebräische Sprache, und fein „West-östlicher Diwan" beweist ja hinlänglich, welch' ein Meister der Uebersetzungskunst, speziell im Orientalischen, Goethe war. Er erzählt uns selbst, wie er, um sich die lästigen trockenen Sprachübungen, zu denen auch das Englische gekommen war, phantasiereicher, befriedigender zu machen, einen Roman von sechs bis sieben Geschwistern erfunden habe, die, von einander entfernt, in der Welt zerstreut, sich wechselseitig Nachricht von ihren Zuständen und Empfindungen geben. Jedes schrieb in einer anderen Sprache, und der jüngste legte sich nun gar aufs Judendeutsch. Um diesen Plan ausführen zu können, suchte er sich diese barocke Sprache anzueignen, um sie ebenso gut schreiben zu können, als er sie schon lesen konnte. Mit 9 Jahren verfaßte er denn auch eine höchst drollige und scharfsinnige kurze Abhandlung: „Anweisung zur deutsch- hebräischen Sprache." Der naive, epische Ton der Bibel entzückte den Knaben überhaupt; sie wurde ihm, wie später Homer und Shakespeare, ein wahrer Jungbrunnen der Poesie, aus welchem er die bedeutungsvollsten Inspirationen schöpfte. (Schluß folgt.) so dringend notwendigen Abschluß des Ausführungsgesetzes, dessen Folgerungen bis zum 1. Januar 1900 praktisch durchgeführt sein müssen, bis in den Spätherbst verzögert. Der Präsident v. Kröcher schloß nach Annahme des unseligen Antrages Schmitz mit lakonischen Worten die Sitzung und ließ mangels jeden Materials den Beginn der nächsten Sitzung unbestimmt. Unbeschreibliche Verwirrung folgte. Die Hälfte der Abgeordneten und der Journalisten blieb dauernd im Saale, der andere Teil hielt eine weitere Sitzung für heute ausgeschlossen und entfernte sich. Die Zurückbleibenden erfuhren alsbald, daß der Präsident von Kröcher auf der ursprünglich auf 5 Uhr festgesetzten Sitzung bestehen werde, während gleichzeitig verlautete, daß der Ministerpräsident Fürst zu Hohenlohe die Verlesung der kaiserlichen Botschaft, wenn überhaupt, so doch erst gegen abend eintreten lassen würde. Jedenfalls war man auf die Ereignisse, die sich mit dem 5 Uhr Glockenschlage abspielen würden, äußerst gespannt. Endlich erschien folgende Bekanntmachung: Die gemeinsame Schlußsitzung beider Häuser des Landtages findet heute nicht statt. Am Montag soll nun zunächst eine Sitzung des Herrenhauses, am Dienstag noch eine solche des Abgeordnetenhauses stattfinden. Dann hofft man zu Ende zu kommen! T. R. — Vorteile der Sozialpolitik. In einem Stuttgarter Brief des „Allg. Anzeigers für Druckereien" findet sich folgende Stelle: Im Gau Württemberg'wurden im Monat Juli allein 2074,10 Mk. für Krankengeld verausgabt. Auffallen muß bei der Durchsicht der Krankenliste, daß ein großer Prozentsatz der Patienten Heilung in Bädern und Luftkurorten sucht, was meistens durch die Jn- validitäts- und Altersversicherung in die Wege geleitet wird. Hieraus geht hervor, daß mit großen Versicherungsverbänden manches ausgeführt werden kann, was früher nicht möglich war, denn nur mit dem Krankengelde aus dem Verband ohne Ortskaffe und Invalidenversicherung war es nur sehr wenigen, besser bemittelten Gehilfen möglich, eine Badereise zu machen. — Ueber das Vermögen des Reichstagsabgeordneten Zigarrenhändlers Alfred Agster in Pforzheim wurde der Konkurs erklärt. Damit ist Agster außer stand, sein Reichstagsmandat auszuüben, und der neunte badische Reichstagswahlkreis ist vor eine Neuwahl gestellt. — Reichsgerichtsrat vr. Spahn, Mitglied des Reichs- tages, ist zum Präsidenten des am 28. d. M. in Neisse beginnenden Katholikentages gewählt worden. Leipzig, 25. August. Um dem Niedergang des deutschen Mühlengewerbes Einhalt zu thun, hat sich ein deutscher Müllerbund mit dem Sitz in Leipzig gebildet. Die Organisation will die Mittel- und Kleiumüller, deren es gegen 40000 im Deutschen Reiche gibt, in ihren Interessen vertreten und will vor allen Dingen die Konkurrenz durch die Riesenbetriebe einer- und die kleinen Schleudermüller anderseits bekämpfen. Der Bund hat sich im einzelnen folgende Aufgaben gestellt: 1) Beseitigung der Zollvergünstigungen für Exportmühlen (Aufhebung des Zollkredits); 2) Beseitigung der Larifmängel auf den Eisenbahnen, wodurch gleichfalls die Großbetriebe begünstigt werden; 3) Erhöhung des Frachtsatzes auf den Wasserstraßen, sodaß diese wenigstens ihre Unterhaltungskosten und eine mäßige Verzinsung aufbringen; 4) entsprechende Besteuerung der Mühlen nach ihrer Produktivmenge (staffelförmige Umsatzsteuer); 5) Ermäßigung der Versicherungsprämien für Mühlen; 6) Erhöhung der Mahllöhne. Um diese Aufgaben zu erfüllen, will der Bund dahin wirken, daß künftig bei Beratung gesetzgeberischer Maßregeln, die das Müllereigewerbe berühren, auch Mittel- und Kleinmüller gehört werden. Die Leitung des Bundes hat zu diesem Zwecke Beziehungen zu verschiedenen Parlamentariern angeknüpft. Ausland. Wien, 26. August. Wie die Prager „Politiken" melden, soll die Einberufung des Reichsrates Anfang Oktober erfolgen. Hermaunstadt, 26. August. Bei einem Ausflug auf den Neroberg stürzte der Professor Oberhummer aus München ab. Er trug glücklicherweise nur leichte Verletzungen davon. Krakau, 26. August. In der Stadt Brzmyslany brannten 50 Wohnhäuser und mehrere öffentliche Gebäude nieder. Der Schaden ist sehr bedeutend. Paris, 26. August. Dem „Temps" zufolge hat man den Eindruck, daß Bertillons gestrige Darlegungen die Richter kühl ließen. Sie betrachteten mit einer gewissen Zerstreuung die Schriftproben. Auch Dreyfus schien nichts davon zu begreifen. Paris, 26. August. Der Doppelmord der französischen Offiziere im Sudan ist nunmehr im französischen Ministerrate amtlich bestätigt worden und damit sind alle die Zweifel behoben, die in einzelnen französischen Blättern wohl in absichtlicher Selbsttäuschung geltend gemacht wurden. Die Mission Voulet-Chanoine ist damit als im Aufstande befindlich erklärt und man wird nun mit möglichster Schnelligkeit Schritte thun müssen, um die Rebellen unschädlich zu machen, ehe sie mit ihrem Einfluß und ihren Truppen neuen Schaden anrichten. Die Folge ihrer ersten That wird sein, daß sie sich als selbständige Herren fühlen und auf eigene Faust Bündnisse suchen, ohne sich um die Regierung zu kümmern. Das kann zu schweren Weitläufigkeiten führen, wenn man auch annehmen darf, daß es schließlich gelingen wird, sie zu ergreifen und standrechtlich abzuurteilen, d. h. zu erschießen. Paris, 26. August. Guerin hat heute früh eine schwarze Fahne auf seinem Hause aufziehen lassen. Einer seiner Genossen soll gestorben sein. Die durch diesen Todesfall geschaffene Lage dürfte voraussichtlich ernste Folgen nach sich ziehen, da die Antisemiten diesen Umstand dazu benutzen werden, um Gusrin zu befreien. Oporto, 26. August. Die Seuche schreitet langsam, fort. Der Handel liegt vollständig darnieder. Die Arbeiter sind brotlos. Die Stadt sollte noch gestern durch die bewaffnete Macht umschlossen werden. Die Fluß-Seite wird von Kriegsschiffen bewacht. Es wird ein Aufstand der Bevölkerung befürchtet. Kopenhagen, 26. August. Die Riesensperre wird heute auf 3000 Näherinnen und 2000 Schneider erweitert werden. Die Arbeiter haben bisher aus dem Auslande 300,000 Kronen erhalten, aus Deutschland allein 70,000 Mark. Petersburg, 26. August. China errichtet in Europa eine größere Anzahl Konsulate. Rußland. Die Schwarze Meer-Flotte soll, wie die Odessa „Novosti" meldet, demnächst verstärkt werden. Die Regierung beabsichtigt, den Bau von zwei Kreuzern zu je 6000 Tonnen und fünf Torpedobooten nach dem „Svkvl"- Typus zu beginnen. Umfangreiche Versuche mit der Mar- coni'schen drahtlosen Telegraphie zwischen Sebastopol, Nikolajew und der Flotte sind in Aussicht genommen. — Finländisches. Nach einem Reuter-Telegramm aus Kopenhagen teilte der russische Minister des Innern dem Finischen Senat mit, daß die finländischen Briefmarken infolge des Dekrets von 1890 ihre Giltigkeit für den Auslandverkehr am 1. Januar 1900, für den Julandverkehr am I.Juni 1900 verlieren. Von den genannten Terminen an sind überall russische Wertzeichen zu verwenden. Amerika. Aus den neuen Goldfeldern bei Dawson City bringen die „Times" die Nachricht, daß britische Kapitalisten eine in starken Worten gehaltene Petition nach Ottawa gerichtet haben mit vielfachen Beschwerden über die Hindernisse und Schwierigkeiten, mit denen der Bergbau in dem Distrikt zu kämpfen habe. Die Abgaben betrügen zehn Prozent, die Besitztitel seien unsicher und vor allem fehle es an Straßen und sonstigen Verkehrs-Einrichtungen. Von besonderem Interesse für die Beurteilung der Lage der „geknechteten und ausgebeuteten" Uitlanders in Transvaal ist es, daß die Petition die Grundsätze der Transvaal-Berggesetze zur Einführung empfiehlt; „unter diesen könne Kapital sicher und ungefährdet im Distrikt angelegt werden." Apia (über San Franzisko), 15. August. Telegramm der „Köln. Ztg." Die Lage ist noch nicht völlig befriedigend. Die Anhänger Mataasas erwarten mit Ungeduld die versprochene Proklamation der Gegenpartei, wodurch die zu Tanu haltenden Häuptlinge ausgewiesen werden. — Der amerikanische Transportdampfer „Alameda" ist mit Bau- material für die große Marinemole auf Pagopago, im Werte von etwa einer Million Mark, hier eingetroffen. Die Fertigstellung dieser Arbeiten ist nicht vor Ablauf eines Jahres möglich._________________ Kckales und Uroomrjelles. tg. Grüuberg, 27. August. Wie schon seit einer Reihe von Jahren üblich, veranstaltete der Bezirks-Lehrerverein Grünberg gestern wiederum auf der „Neumühle", einem unweit der Stadt reizend gelegenen, viel besuchten Ausflugsorte, eine Familienkonferenz, zu welcher sich außer den Lehrerfamilien des Bezirks auch viele Mitglieder benachbarter Vereine mit ihren Angehörigen eingefunden hatten. Der Vorsitzende, Herr Lehrer Hamburger von hier, eröffnete nach einem Musikvortrage mit herzlicher Begrüßungsansprache die Versammlung und erteilte sodann dem Referenten, Herrn Lehrer Dörr zu Lehnheim, das Wort zu seinem Vortrage „Die geistige Jugend und Frische des Lehrers im Amte." In ansprechender Weise führte Redner aus, wie als Grundbedingungen für ein glückliches, jugendliches Lehrerleben 1. Körperliche Gesundheit, 2. Liebe und Begeisterung für den Beruf, 3. Günstige häusliche und familiäre Verhältnisse und 4. Gründliche Aus- und stetige Weiterbildung anzusehen und zu fordern seien. — Auch des Dichterfürsten Goethe, dessen 150. Geburtstag morgen zu begehen, alle Welt sich anschickt, wurde gebührend gedacht, indem Herr Lehrer Lentz-Geilshausen ein Referat über ,-Goethe und baß deutsche Volkstum" zur Verlesung brachte. Im Verlaufe des gemütlichen, der Geselligkeit gewidmeten Teiles der Konferenz brachte Herr Lehrer Albach nach einer mit feinem Humor gewürzten Ansprache ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die anwesenden Damen aus. Unter Musik- und Gesangsvorträgen, ausgeführt von den Herren Albach, Dornier, Kredel, Roth u. a. nahm die Veranstaltung recht schönen Verlauf, und man trennte sich mit dem Wunsche: Auf frohes Wiedersehen im nächsten Jahre! -8 Romrod, 26. August. Einen gefährlichen Absturz erlitt am Freitag das Gespann des hiesigen Landwirts P. Schmehl. Es war etwa ein Fuder Hafer geladen, als die Kühe d u r ch g i n g e n, auf einen nahen Steinbruch zu rasten, hier die Einfriedigung umriffen und an einer 30 Fuß tiefen, senkrechten Felswand abstürzten. Die auf dem Wagen befindliche Tochter des Landwirts hatte sich vorher durch einen verzweifelten Sprung gerettet; wunderbarer Weise haben die Kühe außer einigen unbedeutenden Schrammen keinen weiteren Schaden genommen, dagegen war der Wagen im Fallen gekippt und zum Teil zerschellt. r. Glauberg, 25. August. Heute nachmittag gegen 3 Uhr ertönten die Sturmglocken. Es brannte in der Hofraite des Herrn Gemeinde-Einnehmers Volker, dessen gefüllte Scheuer total niederbrannte. Obwohl rasch Hilfe zur Stelle war, griffen die Flammen weiter, und es fielen ihnennoch zwei weitere Scheuern zum Opfer.— Wie wir Horen, brannte bei Büdingen heute morgen ein ziemlich großer Strohhaufen ab. m. Friedberg, 26. August. Nach einer hierher gelangten Mitteilung wird der Verein ehemaliger hessischer Gardejäger in Darmstadt am Sonntag, dem 3. September, einen Ausflug nach Friedberg unternehmen, um unter den dortigen Kameraden und der Bürgerschaft einige vergnügte Stunden zu verleben. Da an diesem Tage in Friedberg das Sedanfest gefeiert wird, hat der Fest- «« bll *?5. Flotte soll w.-. lÄ**" i« «btt ®M. 1 6,e«fto|>ol, Ni- wmmen N« d°« >ent r11 lur btn Aus- ben Jnlandveriehr Rannten Terminen verwenden. M.^drrn bei "achncht, baß brj- lgchaltene PMgn lchn Beschwerden n/ Mit denen der ^e. Die Abgaben a unsicher und vor l.Verkehrs-Einrjch, >>e Beutteilung der en" Uitlanbers in e Grundsätze der mpsiehlt; „unter W m DWt an- ugust. Telegramm völlig bestiedigend. Ungeduld die ver- i, wodurch die zu n werden. - Der :da" ist mit Bau- lagopago, im Werte eingettossen. Die vor Ablauf eines itllts. 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Daß alle herzlich willkommen sind, braucht wohl nicht besonders versichert zu werden. nn. Darmstadt, 25. August. Schon seit mehreren Jahren besteht hier die Absicht, die gänzliche Freilegung des Großherzoglichen Residenzschlosses zur Durchführung zu bringen, um damit unserer Altstadt Luft und Licht zu geben, andererseits aber den Verkehr dortselbst zu fördern. Zu diesem Zweck hatte sich ein Komits aus den angesehensten Männern unserer Stadt gebildet, und besonders vom Bezirksverein Altstadt wurde das Projekt gefördert. Mit den anliegenden Häuserbesitzern wurden bereits Kaufverträge für ihre Gebäude abgeschlossen, und ortsgerichtlich bestätigt, und der hierfür aufzubringende Betrag von über eine halbe Million Mark sollte durch eine „Schloßfreiheits-Lotterie" gedeckt werden. Von Seiten Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs und auch von Seiten unserer Stadtverwaltung brachte man dem Projekt die größte Sympathie entgegen, und förderte es, wo man nur konnte. Gelegentlich einer Audienz, die drei Komitsmitglieder in den letzten Tagen bei dem Herrn Staatsminister hatten, soll sich auch Se. Exzellenz im günstigsten und fördernden Sinne der Deputation gegenüber ausgesprochen haben. Dagegen soll die Deputation bei dem Referenten und Vorsitzenden der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege Geheimerat Emmerling auf starken Widerstand gestoßen sein, und soll genannter Herr der Deputation eine direkte Absage gegeben haben. Seit Anfang August sind nun auch noch infolge der Verschleppung der Angelegenheit die Kaufverträge wieder erloschen unb es war fraglich, ob sie wieder erneuert würden. Dank dem verdienstvollen Vorgehen des Schloßsreiheits- Komitös sind nun die Kaufwerte bis zum 1. April 1900 verlängert worden, und hofft man bis dahin die Widerstände beseitigt zu haben und die Lotterie zur Freilegung des Residenzschlosses zur Durchführung bringen zu können. Darmstadt, 26. August. Das H. GrunerscheWasser- werk zu Bad Nauheim ist von dem hessischen Staate zum Preise von 400000 Mk. angekauft worden, und wird mit dem 1. Januar 1900 in staatliche Verwaltung übergehen. Das vor 11 Jahren von dem Baseler Ingenieur Gruner errichtete, seither von demselben betriebene Wasserwerk hat bei dem raschen Aufschwung von Bad Nauheim dem steigenden Wasserbedarf nicht mehr voll genügen können und bedarf dringend einer vermehrten Zuleitung von Süßwasser. Einer solchen stehen indessen zu Bad Nauheim besondere Schwierigkeiten dadurch entgegen, daß das zum Schutze der Heilquellen im Jahre 1896 erlassene Gesetz die Vornahme von Tiefbohrungen im weiteren Umkreis der Heilquellen, soweit Gefahr für die Quellen bestehen kann, untersagt. Da der seitherige Besitzer des Wasserwerks sich unter diesen Umständen der Aufgabe einer Vergrößerung seiner Anlage nicht unterziehen wollte und auch die Stadt Bad Nauheim dem Ankauf des Wasserwerks zu den von dem Besitzer gestellten Bedingungen nicht näher trat, sah sich der Staat im Interesse des Landes veranlaßt, den unhaltbar gewordenen Zuständen durch Erwerb der ganzen Wasserwerksanlage nebst allem Zubehör ein Ende zu machen. Es steht zu hoffen, daß die alsbald in Angriff zu nehmenden Vorarbeiten für eine weitere Wasserleitung es ermöglichen werden, bis zum Beginn der nächstjährigen Badesaison dem Mangel an Trinkwasser, welcher sich in dem gegenwärtigen .regenarmen Sommer wiederholt in empfindlicher Weise fühlbar machte, dauernd abzuhelfen. Darmst. Ztg. Vermischtes. • Goethefeier in Frankfurt a. M. Die Stadt hat ein prächtiges Festgewand angelegt. Die öffentlichen Gebäude, sowie zahlreiche Privatgebäude, die Schulen, das Schauspielhaus und viele andere Gebäude tragen reichen Blumen- und Flaggenschmuck oder Durchleuchtungsbilder, welche mit Sinnsprüchen Goethescher Dichtung auf die Bedeutung der Feier Hinweisen. Besonders großartig ist die Ausschmückung der Häuser in der Nähe des Denkmalplatzes. In der Stadt herrscht eine rege Feststimmung; aus ganz Deutschland und vielen Orten jenseits der deutschen Grenze sind zahlreiche Fremde eingetroffen. Die Stadt hat eine Gedenkmünze prägen lassen, während das freie deutsche Hochstift eine Festschrift erscheinen läßt. Das Wetter ist prachtvoll. * An der Goethe-Feier in Frankfurt a. M. nehmen die Vertreter der Universitäten von Berlin, Marburg, Jena, Göttingen, Gießen (Herr Geh. Hofrat Prof. Dr. Oncken), Würzburg, Heidelberg, Greifswald, Straßburg, Freiburg Teil. Die übrigen deutschen Universitäten haben wegen der akademischen Ferien eine Beteiligung abgelehnt. Viele Fremde treffen in Frankfurt ein. In der Gartenbau- Gesellschaft feierte Prof. Möbius Goethe als Botaniker. Gestern hielt die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft einen Festakt ab, heute der Physikalische Verein eine Festsitzung. • Goethe Feier. Auch heute liegen aus zahlreichen Städten Mitteilungen über würdige Begehung des Goethe- Tages vor. * Saatgutbezug für den Herbst. Immer weitere Kreise der praktischen Landwirte bethätigen die Einsicht, daß die billigste, lohnendste Ertragssteigerung durch die Ersetzung unbefriedigender durch andere ertragreichere Sorten der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen zu erreichen ist; da die mit Wintergetreide bebauten Flächen in den meisten Wirtschaften die mit jeder anderen Frucht bestellten an Ausdehnung übertreffen, so bietet gerade die Herbstsaat die Gelegenheit, um diesen Hebel der Ertragssteigerung durch Sortenänderung am wirksamsten anzusetzen. Die sorgsam und unter gewissenhafter sachverständiger Leitung durch längere Jahre fortgesetzten Sortenanbauversuche der D. L. G. (s. Berichte darüber für Roggen in Heft 13, für Weizen Heft 32 der „Arbeiten" der D. L. G.) haben vielfach gezeigt, welche bedeutende Ertragsunterschiede durch die Sortenwahl bedingt werden und welche Sorten für die verschiedenen Lagen und Bodenarten als die geeignetsten anzusehen sind. — Zur Förderung der Sortenreinheit, des sachverständigen Anbaues und hochwertigen Saatgutes hat die Deutsche Landwirtschafts Gesellschaft die Einrichtung der Saaten-Aner- kennung auf Grund von Besichtigungen von Saaten auf dem Felde durch Sachverständige getroffen; durch ihre „Saatstelle" vermittelt sie den Saatenverkehr — vorwiegend zum Bezug aus erster Hand (vom Erbauer) und zwar unter bester Wahrung der Interessen des kaufenden Landwirts. Die anerkannten Saaten können als solche (also mit dieser Bezeichnung) nur durch die Saatstelle bezogen werden. Zusammen mit dem soeben zur Aussendung kommenden Stück der „Mitteilungen" gelangen ihre Saatangebote in der Saatliste vom 5. August in die Hände der Landwirte mit einer Fülle von reinen Wintergetreide-Sorten. Die Listen sind auch unmittelbar von der Saatstelle der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Kochstraße 73, zu beziehen. * Photographische Kopien mit Hilfe der Röntgenstrahlen. Kaum vergeht ein Tag, ohne daß man von einer neuen Anwendung der Röntgenstrahlen in der Technik Nachricht erhält. Neuerlich erläutert Dr. F. S. Stolle im „Elektrikal Engineer" ein Verfahren, um mit ihrer Hilfe photographische Kopien in Massen zu erzeugen. Das Verfahren ist ebenso einfach wie praktisch. Das betreffende Schriftstück, gleichviel ob mit Hilfe der Feder oder im Druck hergestellt, wird auf ungefähr hundert Blätter lichtempfindliches Papier, das in Blockform übereinander geschichtet ist, gelegt und dann eine Drittel-Sekunde lang mit Röntgenstrahlen beleuchtet. Damit ist das Lichtverfahren beendet und es brauchen die Kopien nur mehr entsprechend entwickelt zu werden. Auf diese Weise wäre es mit Hilfe einer einzigen Röntgenröhre möglich, in nur einer Minute 6000 Kopien zu erzeugen, so daß 10 Personen bei Voraussetzung einer achtstündigen Arbeitszeit innerhalb eines Tages die horrende Zahl von 7,500,000 Kopien fix und fertig herzustellen im stände wären.' Die erste Idee zu Lieser Anwendung gab übrigens schon im Jahre 1896 Professor Elihu Thomson, doch wurde eine praktische Durchführung bis auf die letzte Zeit nicht versucht. Universitäts-Nachrichten. — Berlin. Wie die „Vosstsche Zeitung" berichtet, wurde Dr. phil. Otto Krtgar-Menzel, Privaldozent für Physt! an der hiesigen Universität zum Professor ernannt. — Königsberg. Die Professur für Hygiene an unserer Universität, die durch Professor Erwin v. Esmarchs Persetzung nach Göttingen erledigt ist, wird Professor Richard Pfeiffer vom Berliner Institut für Infektionskrankheiten übernehmen. — Stuttgart. Dr. Wilhttm v. Ahles, Profesior der Botanik an der Technischen Hochschule, ist in dm Ruhestand getreten. — Heidelberg. Der Honorar-Professor d.'r Mathematik an der hiesigen Universität Moriz Cantor beging am 23. August seinen 70. Geburtstag. Weratur, Wissenschaft und Kunst. — Von den 120 Zeichnungen, Gemälden, Büsten und Statuen Goethe«, die noch zu des großen Dichters Lebzeiten entstanden sind, bringt die Goethe-Nummer der Illustrierte« Zeitung (Nr. 2930 vom 24. August) den sechsten Teil. Die zwanzig hier reproduzierten Porträts beginnen mit dem Familiengemälde, das der Rat Goethe 1762 von dem Darmstädter Maler I. C. Seekatz malen ließ, und schließen mit dem Stich C. A. SchwerdgeburthS vom Jahre 1832. D e Titelseite der Nummer ziert die Nachbildung jenes Gemälde«, das Georg Oswald May im Juni 1779 zu Weimar für die Herzogin von Württemberg malte. Hohen Wert für Beantwortung der Frage, wie der Dichter deS „Faust" ausgesrhen hat, besitzt die ebenfalls hier abgebildete Maske von SchadowS Hand, ein 1816 über Leben geformter Abguß. Bon den Bildern Goethescher Frauengestalten find hervorzuheben daS der schönen Mailänderin Maddalena Riggi von Angelika Kauffmann, das Selbstporträt der Sängerin Corona Schroeter, die vortreffliche Büste der Gattin Goethes, Christiane Bulpius, vom Wiener Künstler K. G. Weißer, und das Bildnis von Käthchen Schönkopf. Den authentischen Bildern Goethes und seiner Umgebung sind noch eine Reihe von Szenen aus dem Leben deS Dichters von Malern der nachgoetheschen Zeit, Hermann Junker, Woldemar Friedrich, Ludwig Pietsch u. a., beigefügt worden. Besonders nachdrücklich sei auf die Kunstbeilage dieser Nummer, „Mehr Licht" nach dem im Befitz des Goethe-Nationalmuseums zu Weimar befindlichen G-mälde von Fritz Fleischer, hingewiesen. Hier hat der Künfiler geistvoll und seinsii.nig in einem einzigen Augenblick alle die von Augenzeugen geschilderten Einzelzüge auS den letzten Stunden deS großen Mannes hineingebannt. Vom Vatcrhause in Frankfurt a. M. bis zur Fürstengruft in Weimar läßt die Nummer das reiche Leben Goethes an uns ooiüberzieben. — Der Einzelpreis der fchönen mehr als 40 Seiten starken, mit Beiträgen von Dr. Karl Heinemann und anderen Goethrkennern bereicherten und mit über 80 Illustrationen geschmückten Festnummer zu Goethes 150. Geburtstage ist auf nur 2 Mark festgesetzt. — Katechismus -er Dramaturgie von Robert Prölß. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. In Originalleinenband 4 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Der bekannte Dresdener Dramatiker, Aesthetiker und GrschichtSschreiber deS Theaters Hai in diesem Buche den ersten und gelungenen Versuch gewagt, daS ganze Gebiet der Dramaturgie im Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwickelung des Dramas zu behandeln. Nach der historischen Seite hin war absolute Vollständigkeit nicht zu erreichen, das wesentliche und wahrhaft bedeutende ist jedoch stets in daS rechte Licht gerückt worden. Auch in dem ihm vergönnten engen Rahmm hat der geistvolle Autor eö verstanden, seinem Gegenstand; neue und anregende Gesichtspunkte abzugewinnen. In der zweiten Auflage hat der historische Abschnitt vielfach Ergänzung erfahren, auch der theoretische Teil ist nicht ohne Verbesserung geblieben. Das vortrcffliche Werk wird dem dramatischen Schriftsteller wie dem Bühnenkünstler, dem Litteratur- wie dem Theaterfreund, dem BerufSkrstiker wie dem Bühnenleiter von großem Nutzen sein. — Ci« «euer Roma« von Jeannot Emil Frhrn. v. Groti- huß, dem Verfasser der schnell hintereinander in mehreren Auflagen erschienenen Schriften „Der Segen der Sünde", „Probleme und Charakterköpfe" und „Gottsuchers Wanderlieder", wird, wie wir hören, in der vom Frhrn. v. Grotthuß herausgegebenen Monatsschrift „Der Türmer" bei Beginn des neu n Jahrgangs erscheine» und mit dem Oktoberhefte seinen Anfang nehmen. Probehefte dieser interessanten Zeitschrift find durch jede Buchhandlung, sowie durch die Verlagsbuchhandlung von G einer & Pfeiffer in Stuttgart zu beziehen. Kandwirlschastliches. A Aus Oderhessen, 21. August. Wenn sich einmal Vorurteile bei den Menschen eingenistet haben, dauert es zehn, zwanzig, fünfzig Jahre, bis man sie wieder herausbringt, selbst wenn die deutlichsten Beweise dafür vorhanden sind, daß sie offenbare Nachteile im Gefolge haben. Der deutsche Bauer ist in vieler Hinsicht ein sehr konservativer Herr, der seine Vorurteile festhält, oder konserviert, auch wenn man ihm den Beweis liefert, daß er sich mit seinen Vorurteile schadet. Das soll uns aber doch nicht abhalten, von Zeit zu Zeit ein wenig an diesen Vorurteilen zu klopfen und zu hämmern, mit den Jahren werden sie doch mürbe und geben nach. (Sin solch festgewurzeltes Vorurteil herrscht 3. B. über das Abblatten der Runkelrüben, in Oberhessen auch vielfach Rangen (gleichsam böse Buben) genannt. „Däi Range measse gebloat wearn, sunst woasse se näit l" lautet Mitte August das Feldgeschrei. Unsere 12—14 jährigen Rangen lernen heutzutage in der Schule: Die Blätter sind äußerst wichtige Bestandteile für alle Pflanzen, denn diese letzteren atmen nicht blos durch die Blätter, sondern sie müffen auch die Ernährungsstosfe für die Pflanzen zubereiten und aufbewahren helfen, sie sind demnach gleichsam ein Stück Magen, Lunge und Vorratskammer. Daraus ergiebt sich ganz von selbst, daß derjenige, welcher einer Pflanze die Blätter wegnimmt, ihr weiteres Gedeihen in empfindlichster Weise schädigt. — Nun steht es richtig, daß die Blätter der Runkelrübe einen nicht unbedeutenden Futterwert haben; in futterarmen Jahren kann es deßhalb, wie es z. B. anno 1893 der Fall war, von großem Vorteile sein, wenn man Runkelrübenblätter haben kann. ES wäre thöricht, wenn man es in Notfällen unterlassen würde, Runkelrübenblätter zu verfüttern. Not bricht Eisen und Hunger lernt Kohl kauen, besagen zwei deutsche Sprichwörter. Das Blatten muß jedoch in der rich tigen Weise geschehen, man darf die Rüben nicht bis auf die sechs letzten Blättchen schinden, wie man bisweilen Gänse bis aufs Blut gerupft einherschleichen sieht, die ihre Flügel auf der Erde nachschleifen. Nur diejenigen Blätter sollen weggenommen werden, die sich abwärts neigen und anfangen zu vergelben. Manche Runkelrüben, z. B. die Eckendörfer, soll man überhaupt nicht Blatten, weil sie alsbald in ihrem Wachstum gestört werden und nicht mehr zu Kräfte kommen. Der Verlust zeigt sich aber nicht blos in der Rübenmasse, wenn widersinnig geblattet wird, sondern auch in der Güte. Jahrelange Versuche haben bewiesen, daß der Ertrag beim Nicht- abblatten 20 bis 25 Prozent höher war, als bei Runkelrüben, denen man die Blätter entzogen hatte. Hinsichtlich der Güte waren die Unterschiede noch größer als bei der Masse. Das Wertvolle bei den Runkelrüben besteht in Zucker und Proteiin. Die geblatteten Rüben zeigen bis zu 23 % weniger Proteiin und 25 % weniger Zucker, woraus sich ergiebt, daß die Ernährungsstoffe in viel geringerem Maße erzeugt werden, als in ungeblatteten. Wenn der Bauer Futter genug hat, soll er darum die Rüben gar nicht blatten. Muß er etwas Beihilfe haben, so soll er möglichst lange warten, bis er den Rangen die Blätter nimmt und dabei soll er die Rüben schonen. Auch das Blatten selbst geschieht oft sehr ungeschickt; die Arbeiter reißen an den Rüben herum, daß die Wurzeln Not leiden, mitunter abbrechen, dann muß die Runkelrübe verkümmern ober ganz zu Grunde gehen. Vorsicht ist auch hier die Mutter der Weisheit, und Weisheit ist die Tochter der Vorsicht — wer's nicht glaubt.....versuch's! Unterhaltungen in Bad-Nauheim vom 29. August bis 2. September. Dienstag den 29. August, nachmittags von 41/, bis 67s und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kurkapelle. Abends 87* Uhr im Saale: Deutscher Singabend deS Bardm Dr. med. Viktor Emanuel Kristel aus Wien. Mittwoch drn 30. August, nachmittags von 47, bis 7 und von 8 bis 10 Uhr aus der Terrasse: Konzert der Kapelle des 2. Großh. Heff. Jnfanterie- RegimentS (Kaiser Wilhelm) Rc. 116 aus Gießen. Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle nachmittags von 47, biS 6 Uhr am Teichhause. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle. Mein Leopold. Donnerstag den 31. August, nachmittags von 4V, bis 7 Uhr: Konzert der Kurkapelle auf der Terraffe. Abends von 8 bis 10 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 1. September,nachmittags von 4V, bis 7 und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert Kurkapelle. Abends philharmonisches Konzert. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Har.S Huckebein. SamStag dm 2. September, nachmittags von 47, bis 67, und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terraffe: Konzert der Kurkapelle. Abends 9 Uhr: Bengalische Beleuchtung am Teichs SpklM btr rkttiuizten Frankfurter ZtMihealer. Opernhaus. Dienstag den 29. August: Lohengrin. Mittwoch dm 30. August: Prolog von Emil Claar. Lebendes Bild. Egmont. Donnerstag drn 31. August: Bajazzo. Hierauf: Ballet- Divertissement. Zum Schluß: Cavalleria rueticana. Freitag ben 1. September: Goethe-Feier. Fünfter Abend. Faust, 1. Teil. SamStag ben 2. September: Figaros Hochzeit. Sonntag dm 3. September: Margarethe. Montag den 4. September: Goethe- Feier. Sechster Abend. Schüler-Vorstellung. Götz von Ber- lichingen. Schauspielhaus. Dienstag ben 29 August: Liebelei. Hierauf: Eingebildete Kranke. Mittwoch dm 30. August geschlossen. Donnerstag dm 31. August: Veilchenfresser. Freitag dm 1. September geschloffen. Samstag den 2. September: Hüttenbesitzer. Sonntag dm 3. September: Torquato Tasso. ______________ Wenn jemand magenteidend ist, so wird ihm vom Arzt Diätkost verordnet, deren man aber leider allzubald überdrüssig wird, da die meisten diätetischen Speisen wenig anregend find. Nervös; Verstimmung und langsamer Rückgang der Kräfte ist darum unausbleiblich. Eme große Zahl hervorragender Aerzte empfehlen daher Hausens Kasseler Hafer-Kakao (nur echt in blauen Karton von 27 Würfeln — 40 bis 50 Taffen für Mk. 1,—), der äußerst appetitanregend, delikat schmeckend und so leicht veroaultch ist, daß ihn jeder Kranke vertragen kann. 5907 WYRRHOUN-SOFt unübertroffen nur föauf- und Schönheitspflege, beste IQnderseife äntlich empfohlen. Geberall, auch in den (d’pothe^en, erhältlich. Jeder Dame gefallen unsere garantirt soliden schwarzen, weissen und farbigen Seidenstoffe, die wir direct an Private zu billigsten Preisen vcr8enbd4nuBtorafranC0 Danz & Co., Barmen 824 VWMMWi Wittwoch den 30. August, nachmittags 27, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der Friedrich Wilhelm Emir Karl Schmidt Witwe in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 46 — 12 qm Hofraum Miststätte in der Mühlgasfe, Flur 1 Nr. 71 — 106 qm Hofraste in dem Muhlgäßchen Erbverteilungs halber freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 23. August 1899. Großh. Orlsgericht Gießen. ___________I. A.: Bogt.__6175 Versteigerung. Dienstag den LV. d. Mts., nachmittags 8 Uhr, versteigere ich im Lager -eS Spediteurs St. Lyncker dahier (Etlengaffe 7) im Auftrag deS Kaufmanns E. Nacht in Frankfurt a. M. in Gemäßheit § 343/348 des Handelsgesetzbuches ein Fatz Därme gegen Barzahlung. 6264________Born, Gerichtsvollzieher. Krummetgras- Jersteigerung. Freitag den I. September wird das Grummetgras von den Wiesen im Gottesackerthal, Petersee, Deckelborn und den Vierzig Morgen versteigert. Beginn 9 Uhr im Gottesackerthal, Fortsetzung gegen 10 Uhr bei Colnhausen. 6212 Arnsburg, den 23. August 1899. Gräfliche Oberförfterei. Gllismßeigkmg. Donnerstag den 31. d. M., vormittags 8 Uhr aufangeud, soll das Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Oberbessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, 24. August 1899. Winheim. 6247 Hitorti rnii Lftner Haie H. Hettler empfiehlt stets vorrätig: Kaffee- und Thee-Gebäck Kuchen und Aorten etc. Gefrorenes dl verschiedenen Sorten und anerkannter Güte. Ausschank von 3912 la. echt Pilsener und Münchener Bier. Echten 5513 Wein Einmachesfig, sowie Speise-Talatessig empfiehlt Otto Schaaf. Zwiebelkuchen Dienstag, Donnerstag und Samstag von 9 Ubr ab. 4872 öäcker Schomber, WMHorstraße. 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[6121 Laubach, den 18. August 1899. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberheffen. Friedrich ®raf m Selms-fnuttadj. 02984] Zur Aushilfe auf etwa 4 Wochen ein junger Kellner gesucht. Näheres bei ___________P. König, Kaplaneigasse. Tüchtige Bruchsteinmasrer littb 6255 Erdarbeiter sofort gegen hohen Lohn gesucht. C. Zulehner & Co., __Cassel_____ (kill tüchtiger Hausdursche findet dauernde Stellung bei hohem Lohn. Wo? sagt die Expedition d. Blattes. Ein Bursche zu einem Pferd gesucht. 6174 ______________Bäcker Klingelhöffer. 6260] Ein Hausbursche auf sogleich gesucht. H. Bogt, Seltersweg 61. Ein junges Hausbürschchen sucht sofort 6288 Bellos II., Alicestraße 20. „Hygiea“. Oskar Höpfners staatlich konzessionierte Anstalt flr schmd. HeilgymnaSik, Orthopädie und Mkdical-Maffagt-Kmw Gießen — Mücke (Filiale) ausgestattet mit den besten Apparaten der Neuzeit. 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