Rr. 202 Erstes Blatt.Dienstag den 29. August ISO» Gießener Anzeiger General-Anzeiger »ei*8*prcU vierieljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit vringrrloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Ä«ne$*« «nzei,en zu der nachmittags für »es La, erscheinenden Nummer bi» vor«. 10 Uhr, Alle Anzeigen-BermittlungSstellev M In- und Äulümt* vrhmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger catygei« tt^lch etil Au»nach»« der Montag». Dir Gießener $ewmt**U«et »erden dem Lnzei^r vtchratlich viermal d eigele, t. AnrtSs utifc Anzeigebkcrtt fih* den Aveis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchnlstrntze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famltre?rbMter, Der hessische Kandwirt, Ktättrr für Keusche Ao!!;sdunde Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieß«. Fernsprecher Nr. 51. MM" Abonnements auf den Gießemr Anzeiger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. September kostenfrei. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Maul- und Klauenseuche. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Ruttershausen größeren Umfang angenommen hat, ordnen wir hiermit die Sperre des Ortes Ruttershausen und dessen Aeldgemarkavg an. Danach unterliegt der Verkehr mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen folgenden Beschränkungen : Das Durchtreiben derselben von außerhalb durch Ort und Gemarkung ist verboten. Die Einfuhr von solchem Vieh über die Gemarkungsgrenze in den gesperrten Ort ist nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung gestattet. Die Ausfuhr ist ebenfalls nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung mit schriftlicher Erlaubnis der Bürgermeisterei Ruttershausen auf Grund einer Aeußerung des Großh. Kreisveterinärarztes zulässig. Wer ein Stück Vieh an einen auswärtigen Metzger oder ein Schlachthaus liefern will, muß also zunächst die Untersuchung durch den Großh. Kreisveterinärarzt veranlassen, und wenn danach der Ausfuhr kein Hindernis im Wege steht, einen Erlaubnisschein der Großh. Bürgermeisterei lösen. Bei dem Transport muß er diesen Schein, der eine dreitägige Giltigkeit hat, mit sich führen und die vorgeschriebenen Transportbedingungen genau beobachten, auch der Polizeibehörde (Bürgermeisterei) Nachricht geben. Auf Antrag der Bürgermeisterei wird von uns im Bedürfnisfalle angeordnet, daß der Großh. Kreisveterinärarzt sich wegen Ausstellung solcher Bescheinigungen an einem bestimmten Tage wöchentlich, der ortsüblich bekannt zu machen ist, dienstlich einfindet. Die Sperrmaßregeln bezüglich verseuchter Gehöfte oder Weiden bleiben daneben bestehen. Im übrigen können Klauentiere aus nicht verseuchten Gehöften innerhalb der gesperrten Gemarkung zur Feldarbeit benutzt oder auf die Weide getrieben werden, nicht aber über die Gemarkungsgrenze hinaus. Wer Grundstücke oder Anlagen in einer anderen Gemarkung besitzt, muß dieselbe entweder durch Pferdegespanne oder aber durch Rindviehgespanne aus dieser anderen Gemarkung besorgen. Jede Weggabe von Milch aus der gesperrten Gemarkung darf nur nach vorheriger Abkochung erfolgen. Ausfuhr von Dünger, Rauffutter und Stroh aus dem Sperrgebiet ist verboten. Gießen, den 26. August 1899. Großh. Kreisamt Gießen. ____________________v. Bechtold.____________________ Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. Wir machen darauf aufmerksam, daß in allen Fällen, in welchen wir bisher Gemarkungssperre angeordnet haben, diese die in vorstehender Bekanntmachung enthaltenen Wirkungen hat. Gießen, den 26. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung. Wir wollen nicht verfehlen, nochmals darauf hinzuweisen, daß nach § 9 und 10 des Reichsviehseuchengesetzes jeder Besitzer von Haustieren verpflichtet ist, von dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche und von allen verdächtigen Erscheinungen bei denselben, welche den Ausbruch der Seuche befürchten lassen, sofort der Großherzogliche« Bürgermeisterei des Ortes Anzeige zu machen, und die Tiere von Orten, an denen die Gefahr der Ansteckung fremder Tiere besteht, fernzuhalten. Die gleichen Pflichten hat der Stellvertreter des Besitzers, der Begleiter von auf dem Transport befindlichen Tieren und bei in fremdem Gewahrsam befindlichen Tiere der Besitzer der betreffenden Gehöfte, Ställe, Weiden. Wer die Anzeige länger als 24 Stunden nach erhaltener Kenntnis verzögert oder sonst gegen Obiges verstößt, wird nach § 65, 2 mit Geldstrafe von 10—125 Mk. oder Haft nicht unter einer Woche bestraft. In mehreren Fällen sind seither erhebliche Strafen bei Zuwiderhandlungen erkannt worden. Gießen, 26. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Das GroWerzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Polizeikommissariate deS Kreises, sowie Großh. Polizeiamt Gießen. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in ortsüblicher Weise bekannt machen und ihre Beachtung überwachen, Zuwiderhandlungen aber unnachsichtlich zur Anzeige bringen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Durch Verfügung vom 14. August d. Js. (Gießener Anzeiger Nr. 191) ist der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen auf die Dauer von 6 Wochen untersagt. Danach ist das Feilbieten von Vieh seitens eines Händlers ohne vorherige Bestellung außerhalb seines Wohnortes und desgl. das Ankäufen von Vieh in Ställen außerhalb seines Wohnortes nicht gestattet. Zuwiderhandlungen sind strafbar nach § 56, b, 148, 7 a der Gewerbeordnung. Gießen, den 26. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend: Vermittelungsstelle für An- und Verkauf von Zuchtvieh. Nachdem der Ausschuß des landw. Provinzialvereins in der Sitzung vom 14. d. Mts. die Errichtung einer Vermittelungsstelle für den An- und Verkauf von Zuchtvieh im Anschluß an die Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen in Alsfeld beschlossen und die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt hat, bringe ich dies hierdurch mit dem Bemerken zur Kenntnis der Viehzüchter in der Provinz Oberhessen, daß die Vermittelung unentgeltlich erfolgt. Zweck der Vermittelungsstelle ist, Käufern und Verkäufern von Zuchtvieh der Vogelsberger und Simmenthaler Rasse (Herdbuchtiere) das Handelsgeschäft durch Nachweis entsprechender Kaufs- oder Verkaufsgelegenheit zu erleichtern. An der Geschäftsstelle werden zu diesem Zwecke Register geführt, in welche nach der Reihenfolge der Einläufe die Kaufs- bezw. Verkaufsanmeldungen eingetragen werden. Bei zum Verkauf angemeldeten Tieren teilt die Geschäftsstelle den evtl. Käufern die Namen der Besitzer der fraglichen Tiere, das Geschlecht, Alter, die Rasse und den evtl, geforderten Kaufpreis mit. Bei Anmeldungen zum Verkauf von Tieren hat der Besitzer die entsprechenden Angaben auf eine von ihm zu unterzeichnende Anzeigekarte zu machen, welche von der Geschäftsstelle, den Zuchtvereinen und sämtlichen Großh. Bürgermeistereien der Provinz bezogen werden Feuilleton. Irankfurter Arief. Origlvalbertcht für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) Im Goethe-Hause und Goethe-Museum. — Beim „Puppen- spiel" Dr. Faustus. — Die Festaufführung des „Torquato Tasto". Dr. M. Duft und Glanz liegt auf dem Festbilde der Goethe-Stadt. Gar altertümlich reizvoll wirken die Häuser in den alten Straßen mit ihren Giebeln und Erkern in ihrem Blumen- und Flaggenschmuck. Um das Geburtshaus des großen Dichters ist fortwährend flutende Bewegung. Wagen fahren an, Menschen bilden Spalier, an einigen Häusern hängt sogar das Plakat: „Fenster zu vermieten" für den Festzug, — kurz, es ist gerade so, als ob Der, welchem all' dies Leben und Gedränge gilt, plötzlich in königlicher Herrlichkeit noch einmal leibhaftig seinen Einzug in die Stadt halten könnte, die wie keine andere das Andenken an ihren großen Sohn in tausenden von Andenken und Reliquien bewahrt, die alle eine beredte Sprache führen. Mag oft auch kleiner, kurzsichtiger Sammelfleiß, der über dem Allzunahen das Sehen in die Ferne und den Blick in die Höhe vergaß, seine Beiträge zu dem großen Gesamtschatz der „Goethe-Erinnerungen" gespendet haben, auch diese kleinen Lichtchen im Meer der großen Sterne und Fackeln sollen uns willkommen sein, wofern nur eine ideale Macht sie angezündet hat. Mit eigenen Gefühlen durchwandern wir wieder die einfach gediegenen Räume des wohlerhaltenen Patrizierhauses am Hirschgraben, bewundern Frau Rats blitzblankes Küchengeschirr, durchmessen, dirigiert von kundigen Haus- beamten, die auch bei der Masse des Fremdenzudranges die Geduld nicht verlieren und immer in guter Festlaune bleiben, die zwei Stockwerke, schauen die Wohnräume der Familie, die eigentlichen Gesellschaftssäle, die etwas kahl wirken, weil der Herr Rat nicht duldete, daß in die seidenen Tapeten ein Bildernagel geschlagen wurde, schenken einen Blick der wohlgeordneten Bibliothek, die selbst für unsere heutigen Verhältnisse eine „große" heißen kann und der auch die Aktenstöße eingefügt sind, welche Wolfgang auf dem Wetzlarer Reichskammergericht vollgeschrieben, und verweilen etwas länger in dem „Bilderzimmer", wo die Erinnerung an die Maler-Zeitgenossen des jungen Goethe durch Por- traits, Handschriften und religiöse Motive mächtig geweckt wird. Auch an einzelnen Stücken der Einrichtung wird man nicht achtlos vorübergehen. Das noch gut konservierte Puppentheater, die mächtige Laterne, die mit ihren zwei Lichtern — drei bekam der Bürgermeister, zwei der kaiserliche Rat — an die soziale Rangordnung jener Zeit erinnert, und die der Herrschaft bei ihren abendlichen Ausgängen vom Dienstmädchen vorangetragen wurden, gehören dahin. Für ein Dienstmädchen — man stand der Berliner Dienstbotenbewegung noch ziemlich ferne — zahlte Frau Rat 5 Gulden das Vierteljahr. In dem Zimmer, wo Goethe das Licht der Welt erblickte, hängt ein goldener Stern und eine Lyra, die beide s. Z. bei der Weimarer Begräbnisfeierlichkeit zu dekorativen Zwecken verwandt worden sind. Jetzt hat man den „Stern" dahin zurückgebracht, wo er einst der Welt aufgegangen ist. Was sie ihm verdankt und was er wiederum ihr zu danken hatte, an Flüchtigem wie Unvergänglichem — das finden wir aufgestellt im „Goethe-Museum", zu welchem wir nunmehr die Schritte lenken. Von der Visitenkarte, deren Goethe sich bedient, bis hinauf zu den wertvollen Manuskripten erster Entwürfe findet sich hier ein Reichtum von Dokumenten, welcher gleichsam die Kapitel von „Dichtung und Wahrheit" mit neuen, interessanten Randglossen füllt. Dazu kommen die wertvollen Oelgemälde, nicht nur solche die uns den Dichter in verschiedenen Lebensaltern zeigen, sondern auch solche, die auf seine Anregung hin entstanden sind wie der in einem Schloß des Grafen Thoranc aufgefundene Joseph-Bilder-Cyclus, oder solche, die auf irgend einen Lebensabschnitt oder eine Geschmacksrichtung des Dichters Bezug nehmen wie z. B. die sorgfältige Wiedergabe der Theaterprospekte der von Goethe mit Vorliebe gesehenen Oper „Olympia". Namentlich ist es die Fülle der Lebensbeziehungen des großen Mannes, welche uns aus diesen „Erinnerungen" in Schrift, Farbe, Thon und Stein entgegenleuchtet. Von dem Glanz des Goethe'schen Lebens und Schaffens zog ein großer Kreis von Menschen Licht und Wärme. „Auch manche Geister, die mit ihm gerungen" treffen wir in diesem Museum mit ihren Lebensäußerungen. So u. a. den Frankfurter Klinger, dessen Porträt, nur daß die Züge in allem etwas derber ausgefallen sind, eine merkwürdige Aehnlichkeit mit dem Goethe der Mannesjahre aufweist, und deffen Faust-Roman entschieden manche können. Die Verkäufer verpflichten sich, wenn Käufe perfekt geworden sind, dies der Vermittelungsstelle anzuzeigen. Indem ich diese neuen Einrichtungen den Landwirten der Provinz zur gefl. Benutzung empfehle, bitte ich, insbesondere die Organe der landw. Vereine und der Zuchtvereine, gegebenen Falles, auf dieselbe aufmerksam machen zu wollen. Laub ach, den 25. August 1899. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Gießen, den 25. August 1899. Betreffend: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen am die Groffh- Bürgermeistereien des Kreises. Die im Vorstehenden geschilderte Einrichtung empfehlen wir Ihnen bei An- und Verkauf von Faselvieh für die Gemeinden zu benutzen; es werden dabei voraussichtlich die Schwierigkeiten, die seither vielfach bei der Beschaffung des Faselviehs beklagt wurden, gemildert und allmählich beseitigt werden. Aber auch für An- und Verkauf von männlichem und weiblichem Zuchtvieh überhaupt wird die Vermittlungsstelle bei der stets zunehmenden Wichtigkeit des Besitzes von reinrassigen Herdbuchtieren große Bedeutung haben. Interessenten wollen Sie daher hierauf Hinweisen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betr.: Die Aufnahme des Besitzstandes zur Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. Montag den 28. ds. Mts. wird mit der Vermessung der einzelnen Grundstücke in der Flur II, und zwar Gewann „AmSteinweg", durch den Großh. Feldbereinigungs- geometer Ludwig und dessen Geometerpersonal begonnen. Die betr. Grundbesitzer werden ersucht, dieser Messung beizuwohnen und zugleich eingeladen, die vorhandenen Parzellengrenzsteine vorschriftsmäßig aufzuräumen und kenntlich zu machen und da, wo Parzellengrenzsteine gänzlich fehlen, die Grenzpunkte in Uebereinkunft mit dem Nebenläger durch dauerhafte Pfähle von der vorgeschriebenen Größe zu bezeichnen. Werden diese Grenzen nicht auf solche Weise bezeichnet, so ist der Geometer genötigt, nach dem gegenwärtigen Besitzstände aufzunehmen und haben sich alsdann die Grundbesitzer alle dadurch entstehenden Nachteile zuzuschreiben. Eine weitere Bekanntmachung im Kreisblatt hierüber erfolgt nicht, dagegen wird der jeweilige Vermessungsbezirk durch Anschlag im Publikationskasten an der Großh. Bürgermeisterei zu Daubringen bekannt gegeben. Friedberg, 25. August 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär. Süffert, Kreisamtmann. Eine neue Ueberraschung. Wir wollten eigentlich heute an dieser Stelle dem preußischen Abgeordnetenhause einen Nachruf widmen, aber Nekrologe schreibt man bekanntlich nur denen, welche dieses irdische Jammerthal verlassen haben. Der Landtag unseres Parallel-Stelle mit dem Goethe'schen Werk enthält. Das soziale Moment, welches Goethe in dem einen Satz streift: „Hab' weder Gut, noch Geld, noch Ehr' und Herrlichkeit der Welt" gelangt in dem Klinger'schen Buch zu breiter Ausführung und wird geradezu zum Motiv für viele Handlungen Fausts. Aber in der Hauptsache behält doch Recht die „Faustina" in dem Mentzel'schen Vorspiel zur alten „Faust- Marionette", wenn sie sich bei dem „Genius des deutschen Volks" darüber beklagt, daß sie in so unfertiger und roher Gestalt durch die Jahrhunderte wandern müsse, daß der, welcher den tiefen Sinn der alten Sage fasse, noch immer nicht erschienen sei. Da wird sie denn vom „Genius des deutschen Volks" in die Bretterbude geführt, wo Jung- Wolfgang mit seiner Mutter und Schwester mit leuchtenden Augen und heißem Herzen der Aufführurg des „Puppenspiels Dr. Faust" beiwohnt. „Faustina" erschaut den, der sie dereinst zu künstlerischem Leben wecken wird. Ganz reizend war das Vor- und Nachspiel, sowie der „Prolog", welchen Frau Elisabet Mentzel, nebenbei bemerkt eine der tüchtigsten Goethe-Forscherinnen, zu der alten Marionette, für welche sie verschiedenen Quellen benutzt, gedichtet hatte. Aufgeführt wurden diese dramatischen Kleinigkeiten von den Schülerinnen der Fortbildungsschule des Fräulein C. Lombard und zwar in einer Weise, die an Abgerundet- heit und verständnisvollem Vortrag das übliche Durchschnittsmaß von Schüler-Aufführungen weit überbot. Ein gut Teil davon kommt natürlich auf Rechnung der vorzüglichen Regie des Fräulein Klinckhammer, die sich nach Aufgeben ihrer schauspielerischen (Saniere vollständig dem dramatischen Unterricht widmet. Sie und die Antonie, Frau Elisabet Mentzel wurden von dem Publikum, das den Saal der „Loge Karl" (Mozartplatz) bis zum letzten Sitz füllte, stürmisch hervorgerufen. Der pekuniäre Reinertrag der Veranstaltung ist zum Besten des Straßburger Goethe-Denkmals bestimmt. Festliches Leben, weihevollste Stimmung herrschte im Schauspielhause bei der Aufführung des „Torquato Tas so" vor und auf der Bühne, wo sich die Damen CH. Boch (Prinzessin), Stein mann (Sanvitale), die Herren Barthel (Tasso), Hermann („Antonio") und Bauer (Herzog) bemühten ein Quintett zu stellen, das die edle, gedämpfte Kammermusik dieses Werkes zu intimster Wirkung gelangen ließ. größten deutschen Bundesstaates jedoch erfreut sich noch seines Daseins und er hat damit manchem einen großen Schabernack gespielt: der Regierung, welche den Schluß der Session für Samstag gewünscht und zu diesem Zwecke alles vorbereitet hatte, den Mitgliedern des Herrenhauses, welche hoffnungsfreudig in den Palast der Volksvertretung geeilt waren, um der Schlußsitzung beizuwohnen und dann schleunigst den Staub der Residenz von den Füßen zu schütteln, dem Lande, welches nun noch für mehrere Tage den Abgeordneten die Diäten weiterzahlen muß, und schließlich nicht zum mindesten all den Berichterstattern, welche bereits im voraus das Wirken dieses Abgeordnetenhauses während seiner ersten Session besungen hatten. Es ist bekanntlich anders gekommen, als man an den maßgebenden Stellen dachte, und die preußische zweite Kammer hat den mancherlei Ueberraschungen, die sie bereits im Laufe der Session bereitet hatte, zum Schluß noch eine neue hinzugefügt: gleichsam als Antwort auf die Gerüchte, welche so bestimmt ein vorzeitiges Ableben prophezeiten, will der Landtag seine Lebensfähigkeit beweisen und er bleibt länger zusammen, als selbst die Negierung es wünschte. Soll, wie es durch Reichsgesetz bestimmt worden ist, am 1. Januar 1900 das neue Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft treten, so müssen die Ausführungsgesetze dazu bis zu dem genannten Termine in den Einzellandtagen erledigt sein. In Preußen hat man mit der Einbringung der bezüglichen Vorlagen ungewöhnlich lange gezögert, und die Durchberatung mußte unbedingt noch im Laufe dieser Session beendigt werden. Denn schon jetzt dürfte es den preußischen Juristen sehr schwer fallen, sich in die Materie einzuarbeiten und einzuleben, da der zu bearbeitende Stoff äußerst umfangreich ist. Bei der Beratung der Justizgesetze haben bekanntlich Abgeordnetenhaus und Herrenhaus mit zuwirken, und es ist ja nicht das erste Mal, daß beibe Körperschaften verschiedener Ansicht sind. In solchem Falle muß ein von dem anderen Hause abgeänderter Gesetzentwurf demjenigen Hause, welches die erste Fassung gegeben hatte, zur erneuten Beratung wieder zugesandt werden, und da kommt es denn vor, daß beide Faktoren auf ihren Anschauungen verharren, wodurch eine Vorlage stark verzögert, wenn nicht gar zum Scheitern gebracht wird. Das Herrenhaus hatte nun im Entwurf des Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche die von den Abgeordneten genehmigte Bestimmung gestrichen, daß den auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen, welche von einer Preußischen Hypotheken-Aktien-Bank auf Grund von Darlehen an preußische Körperschaften des öffentlichen Rechts ausgegeben sind, die Mündelsicherheit zugeschrieben wird. Mit dieser Streichung aber erklärte sich die Zweite Kammer nicht einverstanden, und so muß denn der Gesetzentwurf an das Herrenhaus zurückgehen und dort von neuem beraten werden. Bei den Abgeordneten herrschte anscheinend Kampfstimmung, und selbst die freundlichen Ermahnungen des Herrn v. Miquel zur Nachgiebigkeit fruchteten nichts. Aller Voraussicht nach tritt das Herrenhaus am Dienstag wieder zur Beratung zusammen, so daß der genannte Gesetzentwurf schon am Mittwoch den Abgeordneten neuerdings vorgelegt werden kann. Hoffentlich ist denn eine Form gefunden, in welcher die verschiedenen Ansichten der beiden Häuser unter einen Hut gebracht werden können. Vielleicht denkt das Herrenhaus: „Der Klügere gibt nach" und stimmt der Mündelsicherheit der Komunal-Obligationen der Hypothekenbanken zu. Dann kann schon am Mittwoch das Versäumte nachgeholt und die laufende, jedenfalls sehr denkwürdige Session des preußischen Landtags geschlossen werden. (xx) Prozeß Dreyfus. Rennes, 26. August. Die Sitzung beginnt um 6 Uhr 20 Min. Bertillon fährt in seinen Erläuterungen fort. Er erklärt ausführlich, Dreyfus habe den Ausruf: Oh, dieser Elende entschlüpfen lassen, als er einsah, daß er, Bertillon, sein System durchschaut habe. Alsdann fährt Bertillon fort, -den Mitgliedern des Kriegsgerichts durch Karten und Photographie zu beweisen, daß Dreyfus das Bordereau nach der von ihm erklärten Methode angefertigt habe. Er begleitet seine Aussagen mit vielen Handbewegungen und macht auf einer Tafel geometrische Figuren u. s. w. Da niemand im Saale etwas von den Erläuterungen versteht, leert sich nach und nach der Saal vollständig. Bertillon setzt seine Erklärungen zwei Stunden lang fort. Um 879 Uhr schließt Bertillon seine Mappen mit den Worten: Ich erkläre auf meinen Eid, daß das Bordereau das Werk des Angeklagten ist. Auf die Frage eines Richters, wie Bertillon sich die Aehn- lichkeit der Handschriften des Bordereaus mit der Schrift Esterhazys erkläre, antwortet der Schriftkundige, die Schriften seien sich zwar ähnlich, aber das Bordereau könne nicht von Esterhazy sein. Plötzlich, als er von Esterhazys Behauptung spricht, der Autor des Bordereaus zu sein, wird Bertillon wütend und schreit: Esterhazy ist ein Lügner. (Große Heiterkeit.) Der Verteidiger Demange fragt nun Bertillon, ob derselbe denn einmal sein System zur Herstellung der Schrift Esterhazys verwendet habe. Bertillon antwortet ausweichend und ganz konfus. Hierauf stellt der Verteidiger Labori eine größere Anzahl Fragen und konstatiert zunächst die Widersprüche zwischen dem System von 1894 und dem heutigen System und fragt dann: Könne Bertillon, wenn er zugebe, das Bordereau sei mit der Schrift Esterhazys geschrieben, sagen, das Bordereau sei nicht von Esterhazy geschrieben. Präsident Jouaust lehnt es ab, die Frage stellen zu lassen. Labori bittet alsdann, Bertillon zu fragen, ob er in seinem Laboratorium nicht sehr geschickte Zeichner habe. Präsident Jouaust entgegnet: Was soll das? Labori: Dann will ich sagen, daß in dem Laboratorium das Facsimile des gefälschten Briefes: „Weyler" (jenes Briefes, der Dreyfus nach der Teufelsinsel gesandt worden ist) fabriziert worden ist. Wir möchten wissen, wozu? Dreyfus bemerkt ruhig: Alles was Zeuge bekundet, ist mir nicht unerheblich. Den Schlüssel der geometrischen Rhytmik soll das Wort: Intörßt liefern, das auf dem Löschpapierblatt stand, welches in der^Schreibmappe von Frau Dreyfus beschlagnahmt wurde. Der Brief, der auf jenes Löschblatt gelegt worden ist, wurde guten Glaubens von Frau Dreyfus geschrieben. Sie wird es bezeugen und (hier erhebt Dreyfus die Stimme) das Wort von Frau Dreyfus wird hier niemand bezweifeln, Sie, Herr Vorsitzender weniger als ein anderer. Es wird nun die Sitzung suspendiert. Nach Wiederaufnahme derselben wird der Zeuge Kapitän Valery aufgerufen. Er ist ein Schüler Bertillons. Zahlreiche Pläne sind vor ihm ausgebreitet. Er bemerkt, er werde zeigen, 1. daß das Bordereau in künstlicher Schrift fabriziert ist, 2. daß es mit dem Schlüsselwort InterSt fabriziert ist, 3. daß in dem Wort des Bordereaus andere Worte enthalten sind, 4. daß dieses System dem Autor sowohl dazu dienen sollte, bei der Auffindung des Dokuments den Verdacht von sich abzulenken, wie auch dazu, sagen zu können, das Dokument sei im Element seiner Handschrift gefälscht, 5. daß der Autor des Bordereaus der Angeklagte ist. Dreyfus bemerkt, er habe dem Kapitän Valery die gleiche Antwort wie Bertillon zu geben, und konstatiert, daß jenes System der Verteidigung niemals angewendet worden sei. Zeuge, Major Freystätter wird jetzt vernommen. Er war 1894 Beisitzer des Kriegsgerichtes. Er sagt, seine Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten habe er sich nach dem Schriftgutachten und Henrys Aussagen gebildet. Einen leichten Einfluß hätten auch die geheimen Beweise gehabt. Diese hätten bestanden aus einer biographischen Note, aus dem Schriftstück: Cette Canaille de D., aus einem Brief, der zur Vergleichung dienen sollte, dem sog. d'Avignon-Brief und der Depesche eines fremden Militär- Attaches, mit den Worten beginnend: Dreyfus arretiert, Ministerium benachrichtigt. Es folgt nun ein hochdramatischer Auftritt. Jedermann weiß, daß General Mercier formell erklärt hat, von dem falschen Text der Depesche Panizzardis keinen Gebrauch gemacht zu haben. Labori verlangt, daß Oberst Maure! und General Mercier dem Zeugen gegenübergestellt werden. Maure! bemerkt, er habe bei seiner Vernehmung ausgesagt, er habe nur ein Schriftstück gelesen, er habe aber nicht gesagt, daß er das ganze Packet den Richtern mitgeteilt habe. (Allgemeines „Ah!" Ruf: „Jesuit"!) Labori fragt den Major Freystätter, ob er seine Bekundung aufrecht erhalte, daß sich die Panizzardi-Depesche im Packet befunven habe. Major Freystätter sagt ja, ich habe sie gelesen. Ich erkläre auch, daß Oberst Maure! uns die Stücke nicht nur mitgeteilt, sondern auch mit Kommentaren begleitet hat. Maure! entgegnet in polterndem Tone, er verwahre sich gegen das Wort Kommentar. Er habe keinen Druck auS- geübt, er hätte sonst nicht fünf Jahre geschwiegen. Nun werde er aber nicht mehr antworten. (Gelächter.) Major Freystätter sagt, er habe lange geschwiegen, er habe die juristischen Formen nicht genug gekannt, um sogleich zu verstehen, daß eine Illegalität begangen sei. Jetzt sage er, daß er schon 1898 an den Oberst Maure! einen Brief geschrieben habe, in dem er ihm seine Befürchtung mitteilt. Maure! bestätigt dies. Labori fragt den General Mercier, ob er denn nichts mitzuteilen habe. Er habe doch die Erklärung abgegeben, daß von der für gefälscht erkannten Depesche kein Gebrauch gemacht worden sei. General Mercier richtet an Freystätter die Frage, was in der biographischen Notiz gestanden habe. Major Freystätter: Es betraf die Granaten. General Mercier erklärt: Major Freystätter sei nun auf dem flagranten Delikt der Lüge ertappt worden. (Große Bewegung.) Der Verrat der Robin-Granate sei erst 1896 bekannt geworden. Niemand habe 1894 darum gewußt. Er (Mercier) wiederhole, daß die Panizzardi'sche Depesche nicht verlesen worden sei. Freystätter erwidert: Und ich wiederhole auf meinen Eid: Die Depesche wurde verlesen. Labori bittet den Präsidenten, Dupaty de Clam doch einer medizinischen Untersuchung unterwerfen zu lassen. Seine Anwesenheit hier sei dringend nötig. Zeuge Schriftkundiger Bernard sucht nachzuweisen, daß alle Tabellen und Photographien Bertillons Fälschungen seien. Um 11 Uhr 45 Min. wird die Sitzung auf Montag vertagt. Deutsches Keich. Berlin, 27. August. Die nächste Sitzung des Herrenhauses ist nunmehr auf Dienstag 1 Uhr anberaumt, während der Schluß des Landtages auf Mittwoch nachmittag in Aussicht genommen ist. Berlin, 27. August. Die Verfügung, wodurch die politischen Beamten, welche gegen die Kanal-Vorlage gestimmt haben, zur Disposition gestellt werden, ist, wie der „National-Zeitung" mitgeteilt wird, erfolgt. Vermutlich wird die unerwartete Verzögerung des Landtags-Schlusses die Bekanntmachung derselben um einige Tage hinausschieben. Berlin, 27. August. Der „Kreuzzeitung" wird bestätigt, daß der konservative Abgeordnete Profeffor Dr. Jrmer mit dem Ablauf dieses Monats aus seiner Thütigkeit als Mitarbeiter im Kultusministerium entlassen wird und daß seine Abstimmung gegen die Kanal-Vorlage den einzigen Grund seiner Entlassung bildet. Hierzu schreibt die „Kreuzzeitung": Durch eine derartige Maßregel, welche die gesamte konservative Partei schwer kränken muß und auch von den übrigen Parteien des Abgeordnetenhauses gemißbilligt wird, ist die Aussicht auf einen günstigen Ausgang einer etwaigen nochmaligen Beratung der Vorlage in der nächsten Tagung sicher nicht gebeffert. — Militärisches. An Stelle des kommandierenden Generals des Gardekorps, Generals der Infanterie v. Bock >v°S SenoA :1 bet “9ebl,*t. bMaufh?M*« tief, *L 6otn Stau utt« @u i“f i«te W S-»L »!»LtzZ Inti £rt'tla“« anbete l ”bt® «utor fe, f*« i" _unb ionftatiert, b«6 “** »orben ^tnommen. ffr !1 ®r N- seine jellagten habe w fi* 8 Aussagen gebildet. I,c geheimen Beweise einer biographischem Taille de v, aus enen sollte, dem sog. fremden Mitär- - Dreyfus arretiert, er Auftritt. Jeder- aell erklärt hat, von tbi§ keinen Gebrauch baß Oberst Maurrl zenübergestellt werden, ernehmung ausgesagt, '.x habe aber nicht ge- chtern mitgeteilt habe. I Labori fragt den düng aufrecht erhalte, packet befunven habe, sie gelesen. Ich er- die Stücke nicht nur intaren begleitet hat. ie, er verwahre sich be feinen Druck aui; e geschwiegen. Ma Gelächter.» Mchr vielen, « W btt ul, M sogleich zu ver- i sei. Jetzt sage er, lautet einen Brief ge- 2 Befürchtung mitteilt, den General Mercier, Er habe doch die Er- ür gefälscht erkannten n sei. General Mercier in der biographischen tatter: Es detras die :t: Major FreyMer r Lüge ertappt worden. )cr Robin-Granate sei anb h-i- 18M d-« ,16 bie P-mMd M zityMer erraibert. iiell Su|>ati be Clm j utltcrwerfeni« *”; ’ Wßd,nti M. I egen b« ■ „je bet |M.// wird '°t'' rreuzzei E ^srssor fei"'1 es ®"““L en* ■ wÄti ®* I y;’ rind Polach, welcher zum Nachfolger des Chefs des General- stabes der Armee, Grafen v. Schlieffen, ausersehen ist, soll der Kommandeur der 1. Garde-Jnfanterie-Division, Generalleutnant Freiherr v. Bülow, in Aussicht genommen sein. Weitere Veränderungen werden im militärischen Gefolge des Kaisers eintreten. Der dienstthuende General-Adjutant und Kommandant des Hauptquartiers, General der Infanterie v. Plessen, soll kommandierender General des 14. Armeekorps in Karlsruhe, und sein Nachfolger der Kommandeur der 2. Garde-Jnfanterie-Division, Generalleutnant und Generaladjutant v. Kessel werden. Frankfurt a. M., 26. August. Die „Franks. Ztg." meldet aus Paris: Die Konfrontation des Hauptmanns Frey- stätter mit dem Obersten Maurel und dem General Mercier vor dem Kriegsgericht in Rennes macht in der Presie einen überwältigenden Eindruck. Die „Droits de L'Homme" fordern die sofortige Einleitung des Strafverfahrens gegen Mercier. Kiel, 26. August. Heute wurden drei Sekretäre der kaiserlichen Werft von Strolchen überfallen. Einer der Ueberfallenen wurde erstochen, die andern beiden durch Messerstiche schwer verletzt. Ausland. Wien, 27. August. Dem „Neuen Wiener°Tageblatt" zufolge ist Oberst Schneider hier eingetroffen, um seinen vorgesetzten Behörden, dem Minister des Aeußern und dem Kriegsminister eingehend über die mit seiner Person in gewaltsame Verbindung gebrachten Vorgänge in Paris und über die Schritte, welche er zur Wahrung seines persönlichen Standpunktes unternommen, zu berichten und Instruktionen für sein weiteres Verhalten einzuholen. Neichenberg, 27. August. Gestern abend fanden hier große Straßen-Demonstrationen gegen den § 14 statt. Paris, 27. August. Es bestätigt sich, daß gegen die Blätter Soir, Jntransigeant und Libre Parole ein gerichtliches Verfahren eingeleitet ist, weil jedes diejer Blätter durch Aufrufe an seine Leser Straßen-Tumulte hervorgerufen hat. Paris, 27. August. Gerüchtweise verlautet, daß bei der Haussuchung, welche bei Sebastian Faure vorgenommen worden ist, eine Liste der Aktionäre des Anarchistenblattes „Journal de Peuple" aufgefunden worden fei, an deren Spitze die Namen Baron Rothschild und Josef Reinach vorkommen sollen. Paris, 27. August. Alle Morgenblätter kommentieren die gestrigen sensationellen Vorgänge vor dem Kriegsgericht. Die revisionistische Presse fordert einstimmig die sofortige Verhaftung des Generals Mercier und des Obersten Maurel, da das Verbrechen, welches beide begangen haben, nunmehr keinem Zweifel unterliegt. Man erwartet bereits eine solche Maßregel von Seiten des Vor- -sitzenden des Kriegsgerichts. Da dieser aber eine solche nicht angewandt hat, so fordert man sie jetzt vom Justizminister. Rennes, 27. August. Aus Antibes wird die Verhaftung eines 39jährigen Mannes namens Tri ff au d gemeldet, dessen Signalement auf das des Attentäters Laboris paßt. Derselbe hatte einen Revolver und Patronen bei sich und kam aus Rennes. Rennes, 27. August. Die Verteidiger Dreyfus erklärten einem Journalisten, sie seien nicht im geringsten in Verlegenheit, um eine Revision des jetzigen Prozesses als notwendig zu fordern. Der Grund dafür sei vorhanden in der Thatsache, daß das Kriegsgericht das Urteil des Kassationshofes unbeachtet gelassen hat. Rennes, 25. August. Die Planmäßigkeit, womit die -Generalität in nach Aufgabe und Person genau verteilten Rollen bei jederDreyfus günstigen Zeugenaussage vortritt, um, die moralische Führung der Verhandlung übernehmend, dieselbe durch Verdächtigung des Zeugen zu vernichten, zeigte sich auch heute wiederum in dem Auftreten des Generals Gonse gegen Gobert, den Schriftkundigen der Bank von Frankreich, der schon 1894 das Bordereau als nicht von Dreyfus geschrieben erklärt hatte. Gonse verdächtigte den Zeugen der Unwahrheit seiner Aussage durch die Behauptung, daß Dreyfus 1894 mit der Bank von Frankreich zu thun gehabt habe und dadurch dem Zeugen bekannt gewesen sei. Gegenüber dem entschiedenen Widerspruche Dreyfus blieb Gonse den Beweis für seine Verdächtigung einfach schuldig. Dann folgte Bertillon. Kennzeichnete gestern Kampfesstimmung die Verhandlung, so stand der heutige Tag durch die Ausführungen Bertillons unter dem Zeichen methodischen Blödsinns, der unter dem Scheine der Wissenschaftlichkeit vorgetragen wurde. Bertillon bot dem Gerichte zum besseren Verständnis seiner graphologischen Ausführungen an, seine Sache bei Nacht mit Lichtbildern vorzutragen. Der Vorsitzende winkte jedoch schleunigst ab. Aus den Gesichtern der Richter war nicht zu lesen, was sie zum Schluß über Bertillon und den von ihm gelieferten Bordereaubeweis dachten; im Saale meinten einige Dreyfusards, daß Henry und Genossen solche Kunststücke, bie Schrift eines andern wiederzugeben, schon früher und sogar viel einfacher fertiggebracht hätten. Die Generäle haben sich bekanntlich als Bekenner des Dogmas Bertillons erklärt, deshalb hat die Verteidigung den Kampf dagegen durch Ladung ihrer Schriftkundigen aufnehmen müssen. Sie werden in der nächsten Woche sprechen. Traurig ist, daß der Humbug Bertillons überhaupt ernst genommen werden muß. Er spiegelt sich in der Persönlichkeit Bertillons selbst wieder; sein Blick, der Kopf, die Sprache und die Bewegungen lassen deutlich den Typus des geistig verrannten Fanatikers erkennen. Bezeichnend für die Stellung des Regierungskommissars ist, daß Bertillons Ausführung dessen Zustimmung gefunden. Seine Mitteilung, daß du Paty nicht kommen werde, bringt die Verhandlungen um das interessanteste Kapitel, nämlich um die Gegenüberstellung du Patys mit Mercier, Boisdreffre und Gonse, und sie erschwert jedenfalls auch die Klärung, wenn auch du Paty kommissarisch vernommen werden sollte. Man berechnet, daß das Zeugenverhör noch bis zum 2. September währen und daß etwa am 5. September das Urteil erfolgen werde. Köln. Ztg. Loudon, 27. August. Wie verlautet, wird die englische Regierung nur dann in Verhandlungen wegen Tausch der Philippinen gegen den westindisch-englischen Jnselbesitz eintreten, wenn die Washingtoner Negierung ein diesbezügliches direktes Ansuchen an England stellt. Warschau, 27. August. Der hiesige allgemeine Arbeiterstreik ist infolge energischer Maßregeln der Polizei, welche über 5000 Arbeiter abgeschoben hat, nach dreiwöchentlicher Dauer beendet.____________________________ Lokales und MooinMes. Gießen, 28. August 1899. ** Eharaktererteilung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August dem Museums-Inspektor Dr. Friedrich Back zu Darmstadt den Charakter als Professor zu erteilen. ** Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 26. August den Philipp Schneider zu Heppenheim zum Bureauvorsteher bei dem Kreisamt Heppenheim zu ernennen. *’ Die Aufnahme neuer Mitglieder in da8 evangelische Prediger-Seminar zu Friedberg, sowie der Beginn des Winter- Semesters 1899/1900 sollen Samstag den 14. Oktober, vormittags 11 Uhr, im Festsaale der Aula stattsinden. Die Kandidaten, welche neu eintreten wollen, haben sich zeitig genug bei der Großherzogl. Direktion des Prediger- Seminars schriftlich anzumeldcn, dabei ihre Befähigung zur Aufnahme, einschließlich der Erledigung ihrer Militärpflicht, statutengemäß nachzuweisen, sich vor der Aufnahme persönlich vorzustellen und am oben bezeichneten Tage einzufinden. — Die Entlassungsfeier zu Schluß des Sommer-Semesters findet Mittwoch den 30. August d. I., vormittags 11 Uhr, in der Burgkirche zu Friedberg statt. ** Der gestrige Sonntag stand im Zeichen der Kirchweihfeste. In Lollar, Klein-Linden, Heuchelheim, Großen- Buseck, Alten-Buseck, Rödgen, Garbenheim u. s. w. wurde zum Kirmcstanz aufgespielt — und viel Bier getrunken, denn das Wetter war danach. Die Mehrzahl der Kirmes- besucher aus Gießen dürfte nach Heuchelheim, Klein Linden und Lollar gewandert sein, indes gingen auch die beiden Buseck und Rödgen nicht leer aus, wie man an den auf der Fuldaer Linie eintreffenden dichtbesetzten Zügen ersehen konnte. ** Polizeibericht. Verhaftet wurde am Samstag dem 26. d. Mts. ein hier Sandgasse 26 wohnender, schon längere Zeit beschäftigungsloser Mensch wegen eines im Bahnhofsgebäude Hünfeld und Hersfeld begangenen Einbruchsdiebstahls. In der Wohnung desselben fand man neben vollständigem Diebshandwerkszcug Waffen und Munition, sowie verschiedene andere Gegenstände, die offenbar ebenfalls von Diebstählen herrühren. — Kolporteur Joseph Hermann aus Rohrbach in Bayern, der für eine hiesige Buchhandlung in hiesiger Stadt Abonnenten sammelte, machte sich der Urkundenfälschung und des Betruges dadurch schuldig, daß er Bestellscheine mit fingierten Unterschriften ausfertigte und hierdurch Geldbeträge von der betreffenden Buchhandlung erschwindelte. Der Betrüger entzog sich der Verhaftung durch schleunigste Flucht. — Gestern nacht entgleiste an dem hier 12 Ühr 8 Minuten von Koblenz eintreffenden Personenzuge kurz vor dem hiesigen Bahnhofe (Gemarkung Klein-Linden) ein Personenwagen. Personen wurden nicht verletzt, der Wagen jedoch stark beschädigt. Offenbach, 26. August. Die Maschinen- und Schmirgel' fabrik von Friedrich Schm al tz ist gestern abend vollständig niedergebrannt. Der Schaden wird etwa Mk. 300,000 betragen. Der Betrieb kann teilweise in anderweitig zur Verfügung gestellten Räumen aufrecht erhalten werden. Aos der Zett Mr die Zett. Vor 120 Jahren, am 29. August 1779, wurde zu Westerlösa in Ostgotland der Chemiker Berzelius geboren. Seine Verdienste um die Wissenschaft sind von höchster Bedeutung. Die Gestaltung der anorganischen Chemie beruht größtenteils auf seinen Entdeckungen. Berzelius galt bei Lebzeiten als die erste Autorität auf dem Gebiete der Chemie und verdient wohl auch noch heute diese Anerkennung. Er starb am 7. August 1848 in Stockholm. Schiffsnachrichten Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 24. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnellpostdampfer Saale, Capitän I. Mirow, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 2 Uhr morgens wohlbehalten in New- york angekommen. Bremen, 24. August, sVer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Crefeld, Cavitän C. ö Borell, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. _________________ Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 28. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasser 17°, Luft 21°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verkehr, $aw>- mrd Volkswirtschaft. •tiMerä, 26 Aug. Fruchtpreise. Weizen X1500—15,50. Korn X 14,00-00,00, Gerste ^00,00 -00,00, Hefer^l 12,25-12,50, Lrbsm X 00,00-00,00, Linse« X 00,00—00,00, Wicken X 00,00, Lew X 00,00, Kartoffeln X 5,00—0/ 0, Sam«, X 20/0—OD,00. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „fcetolb*. Berlin, 28. August. Der Kaiser hat aus Anlaß der diesjährigen großen Berliner Kunstausstellung die große goldene Medaille für Kunst dem Maler Professor Josef Scheurenberg in Charlottenburg und dem Kupferstecher Professor Hans Meyer zu Berlin sowie die kleine goldene Medaille für Kunst u. a. dem Maler v. Kossak in Berlin verliehen. Berlin, 28. August. Im königlichen Schauspielhause begann gestern mit einer Aufführung von „Egmont" die Berliner Goethe-Feier. Heute wird Iphigenie, morgen Faust gegeben. Die Goethe-Feier der freireligiösen Gemeinde fand unter zahlreicher Beteiligung gestern vormittag statt. Der „Sozialist" hat aus Anlaß der 150. Wiederkehr von Goethes Geburtstag eine Festnummer zum 28. August herausgegeben. Außerdem haben sich die Anarchisten die Verbreitung von Goethe-Bildnissen unter der Arbeiterschaft an diesem Tage angelegen sein lassen. Heute veranstalten die Sozialdemokraten Berlins eine Goethefeier. Daneben wird die freie Volksbühne fünf Volks-Vorstellungen von Goethes „Faust" im Lessingtheater geben. Eine Reihe litterarischer Vereinigungen, welche auf sozialdemokratischem Boden stehen, veranstalten besondere Goethe-Feiern. Auch in den Vororten fanden verschiedene Fest-Versammlungen mit Vorträgen über Goethe statt. Briiffel, 28. August. Anläßlich der bevorstehenden neuerlichen Ankunft des Herzogs von Orleans sind feindliche Kundgebungen in Vorbereitung. Die Bevölkerung ist entschlossen, hier keine Umtriebe mehr zu dulden. Graslitz, 28. August. Die gesamte Stadtvertretung legte ihr Mandat wegen Konfliktes mit den politischen Behörden nieder. Die Erregung der Bevölkerung ist groß. Tagsüber durchzogen Militär-Patrouillen die Straßen. Indes verlief der Tag ruhig. Paris, 28. August. Hier verlautet mit Bestimmtheit, daß die Verhaftung Merciers beschlossen sei. Paris, 28. August. Die Aerzte erklärten einem Journalisten gegenüber, daß Dupaty unmöglich nach Rennes geschafft werden könnte. Dupaty soll hierüber sehr betrübt sein, da er, wie die Aerzte sagen, sehr interessante Ent- hüllunge.n machen könne. Paris, 28. August. Die Blätter melden aus Wien, daß außer der Audienz beim Feldzeugmeister Beck, Oberst Schneider auch Instruktionen vom Minister des Innern, sowie vom Kriegsminister über etwaige neue Zwischenfälle in der Dreyfus-Angelegenheit empfangen habe. Paris, 28. August. Innerhalb der Regierung sollen Meinungs-Verschiedenheiten über das Vorgehen gegen GuLrin bestehen. Waldeck-Rousseau und Gallifet seien dafür, die Antisemitenburg stürmen zu lassen, die andern dagegen. Paris, 28. August. Die vom Figaro eröffnete Sammlung für die Hinterbliebenen des in Afrika ermordeten Obersten Klobb hat bereits 6000 Franks ergeben. Paris, 28. August. Für die heutige Kriegsgerichtssitzung in Rennes werden sensationelle Anträge der Verteidiger Dreyfus erwartet. Es heißt, daß die Vorladung sämtlicher Mitglieder des Kriegsgerichts von 1894 verlangt werden wird. London, 28. August. Dem „Daily"-Telegraph wird aus Kopenhagen gemeldet, das Zarenpaar werde gleich nach dem Besuch in Kopenhagen die Reise nach England antreten. Loudon, 28. August. „Daily Mail" berichtet aus New- Aork, Mac Kinley habe in Bezug auf die kubanische Republik eine Erklärung abgegeben, der zufolge die allgemeinen Wahlen auf Kuba nach der Volkszählung im Jahre 1900 vollzogen werden sollen. Loudon, 28. August. „Daily Mail" meldet aus New- Aork: Die letzten Nachrichten von Cap Haitien besagen, der General Tacho habe an der Spitze von 400 Mann einen Sieg über die Regierungstruppen davongetragen. 150 reguläre Soldaten wurden getötet. Zwei Feldgeschütze fielen in die Hände der Aufständischen. Oporto, 28. August. In dem hiesigen Gefängnis wurde ein Pest fall kontastiert. Konstantinopel, 28. August. Mit Rücksicht auf die ein» getroffenen offiziellen Meldungen, daß in dem Distrikt Astrachan 40 Pesterkrankungen vorgekommen sind, von denen 30 rötlich verliefen, ordnete die Sanitäts-Behörde die strengste Untersuchung für diejenigen Provenienzen an: welche aus dem Asow'schen und asiatischen Küstengebiet nach dem Schwarzen Meere kommen.__________________ Ein Waschtag ohne Kochen der Wäsche „‘a% der Meinung der meisten Hausfrauen, welche ihre Wäsche schonen und doch die denkbar größte Reinheit dabei erzielen wollen, ein Ding der Unmöglichkeit. Dies ist ein eingewurzelter Irrtum, denn mit einer wirklich vorzüglichen aus den besten Rohprodukten hergestellten Waschseife mit sehr hohem Fettgehalte ist der RetnigungSprozeß nicht nur ein viel schnellerer und wirkmmrr — sondern das lästige Kochen und Brühen kommt ganz in Wcgfall. Diese Vorzüge vereinigt allein die weltberühmte Sunlightseife die in keinem Haushalte fehlen sollte. Sunlizht-Seife ist überall zum Preise von 25 Pfg., in ge» fälligem Karton verpackt, zu haben.6211 Milch leichter verdaulich. Oft können Kinder und Kranke die nahrhafte Milch nicht vertragen, weil sie im Magm gerinnt. Diese werden es mit Freuden erfahren, daß, wenn Milch mit ein wenig Mondamin gekocht wird, dieselbe bedeutend leichter verdaulich und selbst schwachen Magen zuträglich wird. Säuglingen ist nur Milch zu geben, aber nach Durchbruch der Zähne, wenn Zusatz zur Milch erwünscht wird, ist Mondamin in hohem Grade dazu geeignet. Mit Milch gekocht, bietet Mondamin eine wirklich nahrhafte Kost, welche alle Bestandteile zum Ausbau des Körpers besitzt. Die alleinigen Fabrikanten für Mondamin sind Brown & Polson, welche einen mehr denn 40jährigen Wel'.ruf b-sltzcn Es ist erhältlich in Paketen L 60, 30 u. 15 Pfg. Vormbaum’s 6282 Wollwaschpulver Gießen, den 28. August 1899. 6290 Gießen, den 27. August 1899. 02994 0 NEU! NEU! 6277 Schule Dir. Pet. Krug. 6266 Körber. 6284 // s Oesterr. StaatSbahn v. 1885 00.80 4 3 Jtal. staatsgar. Äsenb. 57.80 4 bto. unk. b. 1907 101.20 DeutscheSrdsch.B. unk. b. 1904 101.20 4 Brief Americ. 4.16 Karm.st. Bk.-Lctirn 240 80 ' WUMllHtllM ?»n urvhiuifen WWWW Uerinietnnyen -Zkrßeiyermliu'ii llcrcinc (Mene Stellen □ □ □ □ 98.90 88.65 96.40 000.00 000.00 4 4 4 101.50 100.50 101.50 98.96 99 80 99 00 28 96 100.80 50 00 100.00 98 50 Q 0 4 4 Q a a a o Brief 16.21 20.42 4.20 8,- 5,” 8,50 15,50 I 81.00 [169.80 4.161/, Eisenbahnbau- Polier- Mark H n H Herrn. Leyeraapf, Schlosser. Kursbericht Krofdorf, 26. August 1899. Der Bürgermeister. Stück n Eisenb. Rentenb. Obi. BuderuS Obl. Bbrgr. Hyp Bk. unk. b. 1905 iß. Hyp. 81. Bk unk. b. 1900 m. Hyp.A-Bk.unk. b.l 904 ä!dw.EredE.unkch.l900 Av-nd-ourser 150.60 l Oesterr. Lredit-Actien 6294 D 0 die Krone aller Waschmittel verhütet das unliebsame Einlaufen, Verfilzen und Abfärben der Wäsche. Zu haben in den meisten Kurz-, Weissund Wollwarengeschäften. Engrosver- trieb durch die bedeutendsten Engros- Häuser der Kurz-, Weiss- und Wollwarenbranche oder direckt durch Jobs. Vormbaum, Essen, Rhld. Frankenhausen «mKyffhäuser Baugewerk- Tiefbau- Danerbrand für Jeden Kachelofen durch Winter’s Pateat-Dauerbrand-Ein- satzöfen für Kachelöfen. Garantie für Dauerbrand mit Jeder guten Hausbrandkohle. ftnüS trforttrlld) euch hervorrug. gccign. f. zciiw. Brand- Itian lasse Jeden, auch alt. Kachelofen damit versehen, da die An- schaffungökosttn In einem Winlrr fast erspart werden, durch d. sehr gcr. Bcd. an Brennmat. Preist, iibcr Einsav- u. freift. Winter’s Patentöfen ,,Germanen'steh, zu Diensten. Man hüte sich v. mindern«. Nachahmungen. Zu beziehen durch alle besseren Ofenhandlungen. Oscar Winter, Aöth.lll., Hannover, Burostr.42. fflr- Erfolg! Wintcr'ö Germania-Spar Kachherdc. KMtllmsflihlgkr Wirt. Für eine gut gehende Wirtschaft in Gießen wird ein kautionsfähiger, tüchtiger Wirt unter günstigen Bedingungen verlangt. Reflektanten belieben Adresse unter G. W. an Haasenstein & Bögler, A.-G., Gießen, gelangen zu lassen. 6097 Die Beerdigung findet Mittwoch den 80. August, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Crednerstraße 33, aus statt. DeKanntmachung. Die Anna, Marti« Weiner Witwe, geborene Lippert, ge. boren in Schotten, wohnhaft in Gießen, ist daselbst am 19. Februar 1899 mit Hinterlassung eines Testaments gestorben, in welchem sie den hiesigen Weißbindermeister Louis Hellmold zu ihrem Alleinerbcn eingesetzt hat. Zu den nächsten Angehörigen derselben gehören angeblich vier in Amerika lebende Kinder des am 1. Oktober 1898 in New-Dork verstorbenen SchuhmachersAriedrich Lippert. An diese ergeht hiermit die Aufforderung, bis spätestens 15, Oktober 1899 die Anfechtung jenes Testaments bei uns nachzuweisen, widrigenfalls dasselbe vollstreckt werden wird. Gießen, den 25. August 1899. Großherzogliches Amtsgericht. Neuenhagen. neven der ^Spedition dieses Mattes. J. C. Wallenfels, Aampffäröcrei — chemische Wäscherei Mietgesuche Mehrere kräftige Arbeiter ^halten bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung. 02991 Carl Valentin, Steinbruchsbesitzer, Schützenstraße 36, „Die Wanderer", Kießener Wadfahr-Kesellsch. Dienstag den 29. August: Abend- ahrt nach Garbenheim (Goetheruhe). Abfahrt 8 Uhr Vereinslokal._______6292 Mivat-Keal- und Kandetsschule mit Norschute und Pensionat in Offenbach a. M., Kaiserstraße 19 (Früher Dr. Tolle’ache.) Die Schule hat die Berechtigung, für den einjähr.-freiwill. Heeresdienst giftig; sseugntsse auszustellen. Kleine Klassen. Liebevolle, individuelle Behandlung. An« fertigung der Schulaufgaben unter Aufsicht. Sehr gute Erfolge. Prospekte sendet dei 6285 Direktor Dr. W. Schlottmann. Neu! Blitz-Putzpulver. Anerkannt bestes Puhmittel für alle Metalle. Alleindepot bei kdgar Borrmann. Bekanntmachung. Das Beeren- und Haselnüssesammeln in der Gemarkung und im Gemeindewald Wißmar ist nur gegen Be rechtigungsschein gestattet, welcher von dem Unterzeichneten gegen Zahlung von 50 Pfg ausgestellt wird. Zuwiderhandlungen werden zur Bestrafung angezeigt. Wißmar, dm 26. August 1899. Der Gemeinde Vorsteher: Plausch. 6283 Imgere Ntrkiiilfmuuku, UuHaröeiterinnen und Lehrmädchen per sofort gesucht. 6275 Kaufhaus F. Leitzow & Co. Prvrenl 81/, Deutsche Reichsanl. 8 Preuß. TonsolS 37, Gr. Hessische Obl. 4 Stadt Darmstadt v. 1891 4 Stadt WormS unk. b. 1901 87, Frankftr. Hyp. Bk unk. b. 1906 96.00 »7, Frkf.HyP.Lred.B.unk.b.1906 96.10 Ein fetter Gkineinde-ZuWikr soll am Donnerstag dem 31. d. M., nachmittags 3 Uhr, oeim Stierhalter in Gleiberg ver kauft werden. Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter fron Margaretha Hofmann Uwe. sowie für die liebevolle Pflege der Schwestern, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schlosser und die zahlreichen Blumenspenden sagen hiermit den innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Lein. Erstes deutsches Vers.-Institut (Leben, Aussteuer, Militärdienst) sucht für dieBearbeitung des Platzes Gießen und Umgebung tüchtigen Inspektor gegen hohe, feste Bezüge. Branchekenntnis nicht erforderlich, da Anleitung durch die Generalagentur. Offerten nimmt entgegen die Exp. d. Bl. unter Nr. 6J96. - _________________________________________________________ Diesel o/elspänni'g"/,h hellte zu W bllüStage des glänzend bewäl geschmückte St um alle Vorb seit langem s $on auswärtt des großen SD Frankfurt den hier das Licht Morgenstunden Menschenmrng! reichen Aus^chi Goethe-Platzes Kindes gewiße ist aus städt gekommen, toi sehen hat. 1 Tempel errich Qhiirlanbtn tn ivird dieses N sowohl wie auc cleltrischen Gli Gorthetzlatzes i überschüttet. 2 grojen Hotels, tbtnfalte reichen die elektrische G Fällen l)üt W Goetheschn G, Sogar am ho mitten der I, Glühlampen. Vormittag treter von ui Fahnen, auf i eines Musikkor '»ter der städt verordnete), di. Ätschen Höchst v>e Vertreter d -»Asschuffkj * del !!k Schüler m Malier. Für ^her hierher m btt für 'l’,6* etlca, 1,111 Wttn sich Lumpensortiererinukn gesucht. Sortierlohn 75 Pfg. 6287 Alexander Mayer. Mein Laden befindet sich nunmehr W" 5 Schulstratze 5 -HW Geldforterrr Geld 16.17 Franz. Banknoten Solider Juhrknecht gegen hohen Lohn gesucht. Offerten unter Nr. 6280 an die Expedition d Bl. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß eS Gott gefallen hat, unsere liebe Tochter und Schwester Anna Billasch beute morgen um 4 Uhr im Alter von 34 Jahren nach langem Leiden zu sich zu rufen. Um sülles Beileid bittet Im Namen der tieftrauernbfn Hinterbliebenen: August Billasch. Grummetgras mehrerer Wiesen zu verkaufen. 6276 Wallthvrstrahe 71. .Von den Zs IW« hab, s» L jNen, w kJu.n9eh tnttä w 2’"« N ihl1.” Sr N"- Sn ii-Siig Sn Sbt, Proeent 47, Defterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente 8 Portugiesen 6 Mexikaner 4 Monopol-Griechen von 1887 !kbarti«i: E. Barkhartzr. ~ Wv ßkrü!»l's $tetebr»tad (Pietsch Erber!) m Gießen. Die heutige Wummer umfaßt 10 Seiten. K KinpfktMityen sofortigem Eintritt Kausmildlhk«, das Liebe zu Kindern bat, und waschen und bügeln kann. Frau August Schwan, Seltersweg 64. 000000000030000030000000 Gummirte MktßegkluMken in den »erschikdknstkll Ausführuugm nni «färben. Gewöhnliche Größe. 20 Kranken-St. Enal. Sovereigns Dollars in Gold Geschäfts-Verlegung. Meiner werten Kundschaft sowie einer verehrlichen Nachbarschaft dir ergebene Mitteilung, daß sich von heute ab meine Werkstätte bei meiner Wohnung Asterweg Nr. 23 befindet. Gleichzeitig empfehle ich mich in Anfertigung von Thore«, Gittern, Banarbeite«, sowie in allen in das Fach einschlagenden Arbeiten! bei billigster Berechnung. Hochachtungsvoll goorocxxxxxxxxxxxxnoooaooacxxxxxxxxxx IllV Kmschk vom Lande für dauernde Arbeit gesucht. Näheres in ver Spedition d. Bl. 02997] Gesucht Bursche zu einem Pferd.H. E. Jughardt. 20.38 Öesterr. bto. voll J. Kurz & Co., Gießen, Kahllhofstraßk 63. Frankfurter Börse vom 26. August 1899. empfiehlt die Arühl'sche Univ.-Druckerei, Schntstraße 7. O00OOCO0OOOO3OOOOQ0OO00O 1000 2000 5000 10000 Ät. KGaWüss. Freibank. 6295 Heute und morgen: Zlhweine-eisch 45 Pfg. Gelegenheitskaufs Ein grosser Posten Herren - Anzüge , so lange der Vorrat reicht, zu Mark 10 und 12. 6293 Markus Bauer, II Kirchenplatz II, gegenüber der Stadtkirche. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustratze 2. Angebot der Arbeitnehmer» 1 Maschinenschlosser, 1 Wagner, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Taglöhner, 1 Hausbursche. Nachfrage der Arbeitgeber» 1 Holzdreher,'2 tüchtige Bauschloffer, 1 tücht. Wagner, 1 Schneider, 1 Bauschreiner, 1 Möbelschreiner, 4 Taglöhner, 1 Hausbursche, mehrere Dienstmädchen, 2 Laufmädchen, 1 Lauffrau, 1 Mädchen zum Flaschenschwenken, 1 Flickfrau. Abonnieren Sie auf Tlie Atbkitsstube «'n. Haushaltungsschule Zeitschrift für leichte, geschmackvolle Kandaröeiteu und praktische Kaushattungskuude. Vierteljährlich 1 Mark. Sie bringt eine große Anzahl praktisch erprobte Kandarveiteu zahlr. erktärende Pctaifzeichnungen geuauefie Aeschreibungen sowie pr«chi»o!ie fnrtigtörigiualmiifltr für Kreuzstich, Smyrna-, Hoöetin-, Z»tatt- und Stiefstich. Außerdem eine hauswirtschaftllche 4seitige Aeitagc. Man abonniert bei allen Buchhandlungen und Postämtern- Gegen Einsendung von 20 Pfg. in Briefmarken verschickt die Verlagsbuchhandlung O. de Liagre in Leipzig. 2 Probehefte franko. Mittwoch btn 30. August j>. r nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Bieker'schen Saale: 1 Sofa, 1 Kommode, 1 Waschtisch, einen Vertrkow, 1 Nähmaschine, eine Partie Schuhwaren, 1 Break, 4 Fahrräder und eine Konzertzither u. a. m. Die Versteigerung findet teilweise be= fttmmt statt, die der Ziter bestimmt. 6281_______Geißler, Gerichtsvollzieher. Grummetgras- Versteigerung. Das Grummetgras von den Gemeindewiesen wird Mittwoch den »0. August, vormittags von 8 Uhr au, dahier im Gemeindehaus öffentlich versteigert. Alten-Buseck, am 27. Aug. 1899. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. 6289] Ein Mansardenlogis zu vermieten____________Seltersweg 68. 02993] Ein leeres Zimmer mit sep. ®ing., im 1.Stock, in derSckulstr., zu verm. Näh. Marktstr. 8, Htrhs., Eing. Cafe Ebel. Großer geräumiger Laden nebst entsprechenden Lagerräumen in neu erbautem Hause und bester Lage für gleich oder später billig zu vermieten. Verkauf eventuell nicht ausgeschloffen. Gefl. Offerten unter „Laden Nr. 6291" an die Expedition dieses Blattes erbeten. 02995] In der Nähe vom Ludwigs- platz oder Ludwigstraße wird von ruhigen Leuten freund!. 2- bis 3-Zimmerwohnung zu mieten gesucht. Offerten unter Chiffre C. 8. 02995 an die Exped. d. Bl._______ Ea. 20 bis 25 gut msbl. Iimum in der Nähe des Stadttheaters bis zum 1. Oktober gesucht. Offerten unter A. 02998 an die Expedition dieses Blattes.________ Ein ruhiger Herr, Lehrer an einer höheren Schule, sucht zum 1. Oktober ein oder zwei möblierte Zimmer in ruhigem Hause. Offerten unter E. C. 6274 an die Expedition dieses Blattes.______ Es wird ein möbliertes Wohn- und Schlafzimmer in einem ruhigen Hause und in ruhiger Lage der Stadt von einem einzelnen Herrn zu mieten gesucht. Gefl. Offerten mit Angabe des Preises werden an die Expedition dieses Blattes unter U. 02992 erbeten. Neue einfache Lehrmethode Staatl.gel. Abgangsprüfung W .-Sem. Anf 2.Nov. Vorunt.9.0 k t. Programme koatenlo». H ■ ZZM