Samstag den 29 Juli Nr. 176 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger K«n«h»e »ee Anzeigen >u der n«chmittagS für de« <*igtn>n< leg erscheinenden Nummer di» vor». 10 Uhr. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierleltihrlich. MrzugspretL vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfß. mit Bringerloh«. Llle Anzeigen-BermittlungSstellen M In- und ÄnlleiM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enißege». sttch-tnl ttßNch mit Lusnohm« des Montags. Wie Gießener »erden dem Anzeiger «dchenNtch viermal bcigdcgt Amts« und Anzeigeblatt für den Arsis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchnkstratze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische VaiKsbunde. _____ ■—■IUI■MIL—«M—■BUIBIIUI I —g»CT3Ba«Wgyag«JWai Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. w Abonnements auf den Gießener Anzeiger für die Monate August und September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. August kostenfrei. AmtlichnWl. Gießen, den 26. Juli 1899. Betr.: Vorabschsitzung von Flurschäden in Gemäßheit der Vorschriften des Abs. 3—5 der Ausführungsverordnung zu § 14 des Naturalleistungsgesetzes. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen die Orotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Bei der Vorabschätzung von Flurschäden in Gemäßheit der Vorschriften des Abs. 3—5 der Ausführungsverordnung zu § 14 des Naturalleistungsgesetzes sind nach vorliegenden Mitteilungen Mißstände zu tage getreten. Namentlich haben die Ortsvorstände von der Befugnis, die Aberntung der Felder vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission anzuordnen, stellenweise in Fällen Gebrauch gemacht, in denen diese Maßnahme zur Verhütung eines höheren Schadens nicht erforderlich war. Die Angaben der Ortsvorstände und der zugezogenen Ortseingesessenen über den Umfang des Schadens heben ferner mitunter die notwendige Unparteilichkeit und Zuverlässigkeit vermisien. Endlich haben sich die von den Orts- vorsiänden vorgenommenen Feststellungen häufig nicht auf die Ermittelung des Standes der beschädigten und abzuerntenden Felder, die Menge (Fuder usw.) und Beschaffenheit der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens beschränkt, sondern es ist, entgegen den eingangs erwähnten Vorschriften, die Höhe der Entschädigungssumme selbst festgestellt worden. Wir weisen auf die Unzulässigkeit solcher Vorkommniffe hin und machen Ihnen dabei zur strengsten Pflicht, von der sogen. Vorabschätzung (Anordnung der Aberntung der Felder nebst Feststellung des Schadenumfangs) nur in denjenigen Fällen Gebrauch zu machen, in welchen dies zur Verhütung eines höheren Schadens unbedingt notwendig erscheint, sowie auf die unbedingte Zuverlässigkeit ihrer den Abschätzungskommissionen zu machenden Mitteilungen über den Befund gewissenhaft Bedacht zu nehmen. Außerdem empfehlen wir Ihnen dringend, über die Borabschätzungen schriftliche Mitteilungen zu machen, thun- lichst in Foim eines auch von den zugezogenen Ortseingesessenen zu unterschreibenden kurzen Protokolls. __v. Bechtold.__ Bekanntmachung. Aus Anlaß der am 30. Juli l. I stattfindenden Ruderregatta wird der dem Eisenbahndamm entlang ziehende Weg von der Jungblut'scheu Wirtschaft bis zum Schmaü'schen Eishause an diesem Tage von 8—7 Uhr nachmittags polizeilich gesperrt. Gießen, den 27. Juli 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Zum Schluß der Friedenskonferenz. Die im Haag versammelten Delegierten der Mächte haben ihre Arbeiten beendet und das Schtußprotokoll ausgestellt, welches bekanntlich drei Konventionen, drei Deklarationen und fünf Wünsche enthält, die den Regierungen zur Genehmigung unterbreitet werden sollen. Für den heutigen Samstag war die Schlußsitzung geplant, und dann wollten -bte Delegierten das gastliche „Schloß im Busch" verlaffen, welches durch ihre Anwesenheit einen allgemeinen historischen Wert erhalten hat. Was nun die Resultate der Konferenz betrifft, so hat sich in dieser Beziehung unsere von vornherein geltend gemachte Anschauung durchaus bewährt. Wir haben die hohe Bedeutung des Zaren-Manifestes nicht verkannt, aber auch vor allzu optimistischen Erwartungen dringend gewarnt. Es war erklärlich, daß sich zwei Ansichten schroff gegenüberstanden: Die einen glaubten dem Friedenswerke jeden Erfolg versagen zu müssen, während die andern aus dem Vorhaben des Zaren einen „ewigen Frieden" hervorgehen sahen. Die vollständige Abrüstung war für viele das Verlockendste an dem zu erreichenden Ziele, trotzdem man sich unschwer sagen konnte, daß von einer Abrüstung in diesem Sinne unter den heutigen Verhältnissen niemals die Rede sein könne, daß es schon als ein schwieriges Werk betrachtet werden müsse, der sortschreitendenEntwicklung der gegenwärtigen Rüstungen ein Ziel zu setzen. Jedem nüchtern Denkenden mußte es klar sein, daß bei den einander oft widerstrebenden Interessen der Nationen das von Schwärmern herbeigesehnte goldene Zeitalter nicht mit einem Schlage geschaffen werden könnte, und so blieb denn als voraussichtliches Resultat der Friedenskonferenz nur übrig eine Verminderung der Kriegsgefahr und eine Erleichterung der Schrecken des Krieges. Und in dieser Beziehung etwas Nennenswertes zu stände zu bringen, haben sich die Delegierten im Haag redliche Mühe gegeben. Wir können heute leider noch kein Urteil fällen über den thatsächlichen Erfolg der Konferenz, da die Stellungnahme der Mitglieder und der von ihnen vertretenen Regierungen zum Schlußprotokoll noch nicht bekannt ist. Aber aus dem Verlauf der Verhandlungen ist ersichtlich, daß in aller Welt das Bestreben vorhanden ist, den Frieden möglichst zu erhalten, wenigstens aber den Krieg, wo er unvermeidlich sein sollte, mit Schonung zu führen und den Rücksichten auf die Menschlichkeit mehr Raum zu geben als bisher. Um das letztere zu erreichen, hat die Konferenz zwei Konventionen und die drei Deklarationen vorbereitet, welche sich mit den Bestimmungen wegen der Führung deh Krieges und der Anwendung der Genfer Konvention auch auf Seekriege beschäftigen. Und zur Verringerung der Kriegsgefahr ist bekanntlich ein Schiedsgerichtsverfahren geschaffen worden, das freilich erst seine Probe bestehen muß, aber jedenfalls oft im Stande sein wird, Streitigkeiten zu schlichten, bevor die Mächte zu den Waffen greifen. Die Konferenz im Haag bildet übrigens nur den Beginn zu weiteren Zusammenkünften im Interesse des Friedenswerkes, was auch schon als ein Erfolg zu betrachten ist. Gerade die Bereitwilligkeit der Mächte, das angefangene Werk fortzuführen, läßt die Hoffnung zu, daß schließlich doch einmal die optimistischsten Erwartungen erfüllt werden können. „Kein Baum fällt auf den ersten Streich". Auch die Kriegsgefahr läßt sich nicht plötzlich bannen; dazu bedarf es langer Friedensarbeit. XX Der Fall Arons erfährt in der »Kölnischen Zeitung" folgende Beleuchtung: Ueber die Disziplinarverhaudlung, die gegen den Privatdozenten Dr. Arons vor der philosophischen Fakultät der Berliner Hochschule geführt und von dieser mit dem Urteil erledigt worden ist, den Antrag des Anklägers auf Aberkennung der Beiugnis eines Privatdozenten abzulehnen, liegt bisher nur ein ausführlicherer Bericht des „Vorwärts" vor, der auf Mitteilung des Verteidigers des Dr. Arons, des sozialdemokratischen' Abg. Heine, zurückgeführt wird. Daß dieser Bericht sehr einseitig abgefaßt ist, geht schon allein daraus hervor, daß er die Ausführungen des Anklägers mit sehr wenigen Zeilen abthut, .dagegen den Darlegungen des Verteidigers um so größern Raum gewährt; auch hat die Erfahrung zur Genüge gelehrt, daß man den Berichten sozialdemokratischer Führer über thatsächliche Vorgänge — wir erinnern nur an die Reichstagsreden Bebels über Soldatenmißhandlungen. über den Brief des Bischofs Tucker betreffend den Dr. Peters u. s. w. — mit großem Mißtrauen entgegentreten muß. Um so befremdlicher ist es, daß die preußische Regierung nicht ihrerseits für einen sofortigen zuverlässigen Bericht über die Verhandlung des Disziplinargerichts gesorgt hat; es ist das wieder ein Fall, der schlagend nachweist, wie ungeschickt unsere preußische Vureaukratie in der Behandlung der öffentlichen Meinung ist. Denn auch ihr sollte doch längst klar sein, daß es sich hier nicht um einen entfachen Dts- ziplinarfall handelt, sondern um einen Berufungsfall von außergewöhnlicher Tragweite, der eine zielbewußte Negierung zu einem Einschreiten in einer ganzen Reihe von ähnlich liegenden Fällen zwingen muß, und der für die Richtung, die unsere innere Verwaltung einznschlagen gedenkt, einen deutlichen Wegweiser abgeben wird. Unseres Erachtens hätte also die Regierung alle Ursache gehabt, thunlichst rasch nach der Entscheidung einen zuverlässigen Bericht über die ganze Disziplinarverhandlung zu veröffentlichen und dadurch allen einseitigen und falschen Darstellungen entgegenzutreten. Insbesondere wäre es auch im Interesse der Negierung gewesen, aufzuklären, wie es gekommen ist, daß mit der Vertretung der Anklage statt des Justitiars des Kultusministeriums der Dezernent für die persönlichen Angelegenheiten der Hochschullehrer beauftragt worden ist. Wir stehen grundsätzlich auf dem Boden und haben dem oft genug Ausdruck gegeben, daß wir einen öffentlichen Bekenner und bewußten öffentlichen Förderer sozialdemokratischer Grundanschauungen nicht als einen geeigneten Lehrer der Jugend an einer staatlichen ober vom Staat abhängigen Lehranstalt, ebenso wenig aber auch als einen geeigneten berufsmäßigen Schützer der Staats- und Rechtsordnung in der Rechtsanwaltschaft anerkennen. Wir verstehen es nicht, wie ein bewußter Sozialdemokrat vor seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft einen Eid leisten kann, dem Könige treu und gehorsam zu fein, während er gleichzeitig die Rockschöße zu wilder Flucht unter den Arm nehmen muß, wenn ihm das Einstimmen in einen Hochruf auf den König zugemutet werden könnte. Wir verstehen nicht, wie solche Herren ihre Eidespsiichten mit ihren republikanischen Anschauungen vereinbaren können und wie sie den Anspruch auf Würdigung und Anerkennung ihrer Gesinnungstüchtigkeit in weitern Kreisen erheben können, solange sie nicht auch äußerlich die Schlußfolgerung aus diesem Zwiespalt gezogen haben. Das gleiche gilt für jeden Lehrer der Jugend, der an einer staatlichen Lehranstalt thätig ist; er mag lediglich einen Lehrauftrag für ein ganz besonderes, aller Politik fernliegendes wissenschaftliches Fach, Mathematik, Botanik, haben, immer muß er doch eine sichere Stütze von Thron und Altar fein, und immer muß man auf ihn rechnen können, daß er in hervorragenden patriotischen Augenblicken der Jugend ein leuchtendes Beispiel sein wird. Aber eine ganz andere Bedeutung gewinnt diese grundsätzliche Forderung, je nachdem die Zulassung zu einer solchen staatlichen Funktion oder die nachträgliche Entfernung von derselben in Frage kommt. Hier stellen wir als obersten Grundsatz den auf, daß jeder Versuch, eine schmähliche Gesinnungsriecherei zu verwirklichen, mit aller Entschiedenheit bekämpft und unterdrückt werden muß, auch wenn es sich um Bekämpfung sozialdemokratischer Gesinnung handeln sollte. Die Wissenschaft der Politik und insbesondere der Sozialpolitik ist mehr denn je in steter Gährung, und ihre Lehrer können sich ebensowenig diesen Gährungen entziehen. Wie viele hervorragende Gelehrte haben wir gehabt, die in ihrer Jugend die überzeugtesten Republikaner und die schärfsten Radikalen gewesen sind und die an der Hand der Ereignisse und Erfahrungen sich schnell zu begeisterten Monarchisten und Befürwortern einer starken Staatsgewalt durchgerungen haben. Das eine Jahre 1848 hat in dieser Hinsicht die merkwürdigsten Beispiele gezeitigt. Noch heute haben wir unter den sozialpolitischen Gelehrten eine Anzahl, die so verworren in ihren Anschauungen sind, und vom sichern Hafen ihrer Gelehrtenstube aus die Welt nach ihren sozialpolitischen Theorien umformen möchten, daß man sie zum Teil für noch gefährlicher erklären muß, als diejenigen Weltbeglücker, die sich offen zur Sozialdemokratie bekennen. Es kann unmöglich der Gerechtigkeit entsprechen, solche Gelehrte, die sich als Mitglieder der sozialdemokratischen Partei ehrlich bekennen, aus ihrem staatlichen Beruf zu entfernen, während man sie darin belassen würde, wenn sie ihren verkehrten Lehren irgend ein neues fadenscheiniges Mäntelchen umhängen. Unseres Erachtens darf nicht das offene Bekennen zu einer falschen Lehre den Grund der Entlassung aus einer staatlichen Funktion abgeben, sondern lediglich die Art, wie ein solches Bekenntnis nach außen praktische Bethätigung erfährt. Nicht die Gesinnung als solche kann Gegenstand der Bestrafung fein, sondern ausschließlich bestimmte Thatsachen und Ereigniffe, welche auf dem Boden der Gesinnung erwachsen, das Auftreten deS betreffenden zu einem gemeingefährlichen, die öffentliche Ordnung störenden machen, oder denselben des Ansehens und des Vertrauens unwürdig erscheinen lassen, die seine staatliche Funktion als Voraussetzung hat. Was nun den Fall Arons im einzelnen anbetrifft, so liegen bei ihm die Dinge besonders eigenartig. Dr. Arons ist seit einer Reihe von Jahren Lehrer der Mathematik an der Berliner Hochschule; er hat in seinem Fache nichts besonders Hervorragendes geleistet, doch soll er an sich wissenschaftlich nicht untüchtig sein. Daß er im Hörsaal jemals etwas anderes, als seine Wissenschaft getrieben, ist nicht nachgewiesen und unseres Wissens nicht behauptet worden. Dagegen bekennt er sich öffentlich im Politischen Parteitreiben als Sozialdemokrat; da er in glänzenden Vermögcnsverhält- nissen leben und eine freigebige Hand haben soll, so ist er den sozialdemokratischen Führern ein recht wertvolles Mitglied, und sie haben ihm demgemäß öfters gestattet, bei politischen Wahlen zu kandidieren und öffentliche Reden zu halten, wenn auch bekannt geworden ist, daß die Aronsschen Reden und Anträge nicht immer nach dem Herzen jener sozialdemokratischen Machthaber gewesen sind. In der letzten Zeit hat man von einer öffentlichen Thätigkeit des Herrn Arons nichts mehr gehört; um so mehr mußte man von vergeblichen Versuchen der preußischen Staatsregierung hören, Dr. Arons aus der Privatdocentenstellung zu entfernen. Schließlich wurde ein eigenes Gesetz vom 17. Juni 1898 erlassen, das die preußischen Privatdozenten einem eigenen Disziplinarverfahren unterwirft, und auf Grund dieses Gesetzes ist jetzt das Verfahren gegen den Dr. Arons eingeleitet worden. Selbstverständlich erscheint uns, daß dieses Verfahren nicht auf Grund von Thatsachen erhoben worden sein kann, die sich vor Erlaß dieses Gesetzes zugetragen haben. Vorher unterstand Dr. Arons keiner staatlichen Disziplin; er kann also jetzt nicht für etwas bestraft werden, was er vordem ohne Furcht vor Strafe thun durfte. Die Regierung hat es aber bisher unterlassen, die Thatsachen mitzuteilen, die sich seit Erlaß dieses Gesetzes vom 17. Juni 1898 zugetragen, und ein amtliches Einschreiten erforderlich gemacht haben. Die philosophische Fakultät hat in dem vom Ankläger beigebrachten Material keinen Anhalt gefunden, um das von der Staatsregierung erhobene Disziplinarverfahren zu rechtfertigen. Um so dringendere Aufgabe erscheint es uns jetzt für die Staatsregierung zu sein, der Oeffentlichkeit wenigstens einen festen Boden für die Beurteilung des weiteren Vorgehens zu geben, wenn sie nicht in den Verdacht geraten will, die unseligste Gesinnungsriecherei zu treiben. Denn die zweite Disziplinarinstanz, welche die Staatsregierung nach Blättermeldungen bereits angerufen hat, bildet das Staatsminifterium selbst, sodaß hier Ankläger und Richter in einer Behörde vereinigt sind. Die Staatsregierung hätte also doppelte Ursache, rechtzeitig dafür zu sorgen, daß die öffentliche Meinung in einer so einschneidenden Frage nicht haltlos im Finstern tappt, sondern zuverlässig und klar erkennen kann, was hier vorgeht. Will sie sich bei dem Spruch der ersten Instanz nicht beruhigen, so sollte sie ungesäumt die Gründe bekannt machen, die für sie das Judicium parium als unannehmbar hinstellen. Das Schicksal des Herrn Dr. Arons als Person ist für uns völlig nebensächlich; wir haben bisher keine Seite an ihm entdeckt, die ihn uns besonders sympathisch machen könnte. Um so wichtiger erscheint uns das sachliche Vorgehen als solches. Wir müssen erkennen, welche Politik hier mit Herrn Dr. Bosse Herr v. Miquel und seine Amtsgenossen befolgen wollen, und wir möchten vor allem den Eindruck verwischt sehen, daß hier ein Verfahren eingeschlagen ist, in dem, kurz gesagt, ein Elefant den Kampf mit einer Mücke ausgenommen hat. Deutsches Reich. Berlin, 27. Juli. Der Kaiser trifft, von seiner Nordlandreise zurückkehrend, morgen in Bergen ein und verbleibt dort am 29. und 30. In Kiel kommt er am 1. August morgens an. Er wird erst am 4. August am Spätnachmittage in Wilhelmshöhe erwartet. — Der Kaiser hat von Drontheim aus die preußische Gesandtschaft in Hamburg beauftragt, ihm über das Befinden des schwerkranken Bürgermeisters von Hamburg, Herrn Dr. Versmann, täglich Bericht zu erstatten. Das letztveröffentlichte Bulletin lautet: „Der Zustand ist äußerlich unverändert: doch nehmen die Kräfte langsam ab." — Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe begibt sich heute von Wildbad nach München und wird am 3. August in Aussee eintreffen. Berlin, 27. Juli. In einem westfälischen Blatte werden in Bezug auf die Veränderung der Reisedispositionen des Kaisers folgende Angaben gemacht: Es schweben seit 10 Tagen Verhandlungen zwischen unserem und dem französischen Kabinett, welche eine Landung unseres Kaisers bei seiner Rückkehr von der Nordlandreise in einem französischen Hafen, Cherbourg oder Brest, vorbereiten. Diese Verhandlungen sind die Veranlassung zu den veränderten Dispositionen betreffs des Kaiserbesuches im Industriegebiete gewesen. Je nachdem sie zu einem definitiven Abschluß kommen, darnach richtet sich der Kaiserbesuch in Dortmund. Sollten sie zum Ziele führen, so dürfte die Einweihung für den 14., anderenfalls für den 11. August anberaumt werden. Berlin, 27. Juli. Kapitän zur See Graf B a udissin ist unter Belassung in seiner Stellung als Kapitän der Kaiseryacht „Hohenzollern" zum Flügel-Adjutanten des Kaisers ernannt worden. Berlin, 27. Juli. Die Steinmetzen waren heute in einer Zahl von 346 ausständig. An fünfzig jüngere Leute haben Berlin verlassen, um den Streikenden den Kampf hier zu erleichtern. Eine entscheidende Wendung in dieser Lohnbewegung wird morgen eintreten, weil die Bunzlauer Arbeitgeber sich im Laufe des heutigen Tages über den von den dortigen Steinmetzen aufgestellten Tarif entscheiden werden und ihr Beschluß auch für die Berliner Arbeitgeber von Einfluß ist. Berlin, 27. Juli. Kompensationsforderungen hat in Sachen des Mittellandkanals die Brandenburgische Landwirtschaftskammer aufzustellen beschlossen. In der betreffenden Petition an das Staatsministerium und die beiden gesetzgebenden Körperschaften soll in erster Linie eine Hebung der Wassernot im Odergebiete gefordert werden, da der Staat durch seine Wasserbauten im Interesse des Handels hauptsächlich den Notstand verschuldet habe. Berlin, 27. Juli. Samstag, den 29. Juli können zwei alte Generale z. D. den Tag feiern, an dem sie vor 7 0 Jahren in die Armee eingetreten. Es sind dies der um die Technik der Handfeuerwaffen wohlverdiente General- Leutnant z. D. Wolff v. Ling er und der General-Major z. D. v. Blumenthal. — Zum schwarz-roten Bündnis. Herr Dasbach hat den alten Liebknecht gereizt und dieser plaudert nun Verschiedenes über das Bündnis aus: Herr Dasbach, der streitbare Reichsbote, „Aushilfspriester" und Redakteur der „Märkischen Volkszeitung", weist mir in einem längeren Leitartikel zunächst nach — wohl um seine christliche Nächstenliebe zu bekunden —, daß ich in der Redaktion des „Vorwärts" blos noch das Gnadenbrot habe und mit einem Eckplätzchen mich begnügen muß — und bemängelt dann, was ich in meinem Artikel über die bayrischen Landtagswahlen über frühere „Kompromisse" bei Stichwahlen gesagt habe. Das treffe nicht zu. Diese Stichwahl-Kompromisse seien gegen den Willen der Parteileitung des Zentrums erfolgt. Das ist nur buchstäblich wahr, aber nicht dem Sinn nach. Die Stichwahl-Kompromisse waren in der Regel lokaler Natur und gingen von der Parteileitung nicht aus, wurden aber von ihr auch nicht mißbilligt. Und wenn Männer, wie Moufang in Mainz, ihre eigene Unterschrift zu solchen Kompromissen oder Verpflichtungen geben — und ich habe solche Briefe in Händen gehabt — so kann man nicht sagen, daß die „Parteileitung" der Sache fern stehe. M.P.C. In den nächsten Tagen wird der Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky seinen Sommerurlaub antreten. Der Reichskanzler läßt alle wichtigen Sachen sich dahin schicken, wo er gerade weilt, und auch der Staatssekretär des Auswärtigen, Graf Bülow arbeitet in gewohnter Weise auf dem Semmering fort. Er ist in der Lage, in kürzester Frist nach Berlin zu kommen. Das Festhalten an dem Brauch, daß immer zwei Staatssekretäre in Berlin bleiben, ist deshalb nicht so notwendig. Der Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieberding, welcher seine Urlaubsreise zu Anfang Juli antrat, wird wahrscheinlich in der ersten Hälfte des August hierher zurückkehren, um später im Jahre, nach der Wiederübernahme der Geschäfte seitens des Grafen Posadowsky, noch einen Nachurlaub zu nehmen. Zu den entscheidenden Verhandlungen des Abgeordnetenhauses und Herrenhauses im nächsten Monat wird voraussichtlich auch der Reichskanzler und Ministerpräsident Fürst Hohenlohe nach Berlin zurückkehren. M.P.C. In parlamentarischen Kreisen ist man geneigt, die Aussichten der Gemeindewahlreform für außerordentlich zweifelhaft zu halten. Statt mehr Anhänger scheint das zwischen Zentrum und Nationalliberalen im Prinzip abgeschlossene Kompromiß seit der Vertagung mehr Gegner gewonnen zu haben. Die Konservativen stehen ihm nach wie vor nichts weniger als sympathisch gegenüber. Selbst wenn es gelingen sollte, im Abgeordnetenhause eine Mehrheit von Stimmen auf dasselbe zu vereinen, würde sich im Herrenhause eine um so stärkere Gegnerschaft gegen dasselbe zusammenfinden. Unter diesen Umständen bricht sich vielfach die Auffassung Bahn, es werde nach der Vertagung des Abgeordnetenhauses im Schlußteil der laufenden Session überhaupt nichts weiter mehr zu stände kommen, als der Komplex von Gesetzen, welche im Zusammenhang mit der zum 1. Januar nächsten Jahres zu erwartenden Einführung des bürgerlichen Gesetzbuchs stehen. Es bricht sich auch immer mehr die Auffassung Bahn, der Aufschub der Reise des Kaisers in das westliche Industriegebiet und der Hafen-Eröffnungsfeier in Dortmund hänge damit zusammen, daß vor der Hand das Schicksal der Kanalvorlage noch ganz im Ungewissen sich befinde. Leipzig, 27. Juli. Die Typhus-Epidemie in Löbtau scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Eine Abnahme der Neuerkrankungen ist seit gestern zu verzeichnen. Heute vormittag sind nur sieben Personen neu erkrankt. Das Zurückgehen der großen Hitze hat die Weiter-Ausdehnung der ansteckenden Seuche eingedämmt. Ausland. Teplitz, 27. Juli. Der Bürgermeister wies das Gesuch des Bundes der Deutschen um UebeTlassung des Konzertplatzes ab, weil nur Arier Zutritt zu den Festlichkeiten erhalten sollen. Ischl, 27. Juli. In der Dampfweberei Wild fand mittags eine furchtbare Kessel-Explosion statt, durch welche das Gebäude teilweise zerstört wurde. Bisher sind fünf tötlich verletzte Personen aufgefunden. Budapest, 27. Juli. Der Minister des Innern ordnete die Disciplinar-Untersuchung an gegen den Vicegespan des Komorner Komitats wegen Folterungen, die an in Untersuchungshaft befindlichen Personen verübt wurden. Brüssel, 27. Juli. Prinz Victor Napoleon hat seit langer Zeit ?um erstenmale sich wieder über die Er- ei-'.nisse in seinem Vaterlande geäußert und zu den Enthüllungen des „Pariser Siecle" über das angebliche bona- partistische Komplott entschieden Stellung genommen. Der Prätendent behauptet im „Petit bleu", daß der Klub Petit Chapeau keine politische Zwecke verfolge, sondern nur-Rari- täten aus den napoleonischen Zeiten zu vereinen suche. Die Kaiserin Eugenie habe geschworen, sich nie wieder in die Politik zu mischen. Graf Fleury sei kein Orleanist. Ucber die Affaire Dreyfus sagte der Prinz, er könne darüber nicht urteilen, aber die Erklärung des Präsidenten des Kassationshofes hätte ihn bestürzt gemacht. Jedenfalls sei die Affaire so ungeschickt eingeleitet worden, daß sie leider zu bedenklichen Ereignissen führen müsse. Ein Napoleon hätte die Armee immer unterstützt. Paris, 26. Juli. Die Maßregelung des Generals Negrier hat, privaten Meldungen zufolge, die öffentliche Meinung in Frankreich sehr erregt, und der Umstand, daß der offiziöse Draht mit weiteren Mitteilungen zurückhält, legt die Vermutung nahe, daß das Vorgehen der Regierung von der Mehrheit nicht die ungeteilte Billigung findet, die es verdient. Preßstimmen kann man übrigens entbehren^ daß die nationalistischen Blätter über die Regierung herfallen werden, während die Dreyfus-Blätter sie beglückwünschen, liegt auf der Hand. Gallifet, der Bändiger der Kommune, hat auf jeden Fall mit dieser ersten Kraftprobe dem Lande, noch mehr der Armee gezeigt, daß er als Kriegsminister die geringste Unbotmäßigkeit im Heere mit der ganzen Strenge des Gesetzes zu strafen entschlossen ist. Die bereits von der „Agence Havas" gebrachte Mitteilung, General Nögrier habe im Laufe seiner letzten Inspektionsreise an die Korpskommandanten eine Art vertraulichen Rundschreibens gerichtet, worin er die Haltung der Regierung sehr scharf kritisierte, wird durch eine Pariser Zuschrift der „Neuen Freien Presse" folgendermaßen ergänzt: Mitte Juli erfuhr die Regierung auf Umwegen, daß Oberst Bertrand vom 10. Jnfanterie-Regimente in Auxonne feine Offiziere versammelt und an sie folgende Ansprache gehalten hatte: „Meine Herren, ich habe Ihnen eine ernste Mitteilung zu machen. Angesichts der Angriffe gewisser Blätter auf die Armee haben sich die den obersten Kriegsrat bildenden Generale zusammengethan; sie haben gegenüber dieser Regierung, welche alle diese Attentate hingehen läßt, beschlossen, nur das Ende des Prozesses von Rennes abzuwarten, um bann sofort kollektiv beim Staatschef wegen der Unterdrückung, dieser Angriffe vorstellig zu werden. Thut bann die» Regierung nichts, so werden die Generale zu Thaten schreiten." Man kann sich die Verblüffung des Kabinetts denken, als ihm diese Ansprache bekannt gemacht wurde. Sofort wurde beschlossen, Bertrand mit Umgehung des dienstlichen Apparates direkt nach Paris zu zitieren, wo ihn Gallifet selbst verhörte. Bertrand gestand nach anfänglicher Verlegenheit die Richtigkeit der Mitteilung loyal ein. Da setzte ihm Gallifet folgendermaßen zu: „Wie kommt es, Oberst, daß Sie, der Sie so glänzende Ansprüche auf eine schöne Zukunft haben, sich so vergehen konnten ? Das kann unmöglich Ihre eigene Idee sein. Haben Sie auf Ordre gehandelt?" — „Ja wohl, mein General", erwiderte offen der Oberst. — „Und von wem?" fragte Gallifet gespannt. — „Vom General Negrier nach seiner Inspektion unseres Armeekorps", antwortete Oberst Bertrand. — Gallifet: „Wann?" — Bertrand: „Am 8. Juli". — Gallifet verlor keinen Augenblick und zitierte telegraphisch Negrier. Dieser kam. Aber statt in der Rolle des Rebellen zu bleiben, versuchte er es anfangs mit Ausflüchten, sprach von Mißverständnis, Uebertreibung rc., ohne aber den Hauptinhalt der Mitteilung zu leugnen. Da forderte ihn Gallifet auf, seine fraglichen Äußerungen schriftlich zu präzisieren. Unterdessen ward auch Bertrands vorgesetzter General Moinot-Werly zitiert, und dieser bestätigte das Geständnis Bertrands. Danach war der Vorgang folgender gewesen: General de Negrier, der anläßlich der Inspektion anfangs Juli tägliche Gespräche mit den Korpskommandanten, Divisions - Generalen, Brigadiers und Obersten hatte, benützte den Anlaß, um die Haltung der Regierung zu kritisieren, welche die Angriffe auf die Armee ungestraft lasse, und er befahl den höheren Offizieren geradezu, ihren untergebenen Offizieren kundzuthun, daß nicht nur er persönlich, sondern der ganze oberste Kriegsrat entschlossen sei, sofort nach dem Prozesse in Rennes bei dem Staatschef Schritte zu machen und zu Handlungen überzugehen. Diese Ordre wurde gewissenhaft weitergegeben, und man muß sich fragen, was wohl passiert wäre, wenn die Regierung nicht rechtzeitig eingeschritten wäre. Seither erhielt nun Kriegsminifter Gallifet auch Negriers schriftliche Erklärung. Sie wich von der bereits bekannten Version nur wenig ab, und der Ministerrat brauchte mit der Maßregelung Negriers nicht länger zu zögern. Er wurde noch gestern telegraphisch von seiner Inspektionsreise in den Vogesen abberufen und kehrte heute früh nach Paris zurück. General de Negrier ist stets ein heftiger Anti-Revisionist und einer der Einflüsterer Felix Faures gewesen. Man erzählte sich, daß er imFebruar sagte, das einzige Unrecht des GeneralsRoget sei gewesen, daß er der Aufforderung Derouledes nicht Folge leistete, lieber den Lebenslauf Negriers, der ihn zu einem Faktor stempelt, mit dem die Republik rechnen muß, berichten die Blätter: Als Soldatenkind 1839 in Belfort geboren, kämpfte Negrier bereits 1859 in Algier und Rom. Im deutsch- französischen Kriege bei St. Privat verwundet, entwich er nach der Kapitulation von Metz aus dem dortigen Hospital und trat als Major in die Nordarmee. Nachdem Negrier im Jahre 1883 zum Brigadegeneral ernannt worden war, begab er sich nach Tonkin, wo es ihm gelang, die gefürchteten Schwarzflaggen zu schlagen, sie zu vertreiben und 1884 Bai Ninch und Langson an der sogenannten chinesischen Mauer zu erobern. Allerdings wurde Negrier im folgenden Jahre von einer chinesischen Uebermacht angegriffen und, nachdem er selbst verwundet worden war, zum fluchtartigen Rückzüge aus Langson gezwungen. Diese Niederlage hatte indes seinem militärischen Renommee nicht geschadet, denn Negrier hatte mit der Okkupierung von Langson doch den Beweis erbracht, daß es möglich sei, bis an die Grenzen Chinas vorzudringen und die Schwarzflaggen zu vertreiben. Er hat damit die nachfolgende Okkupation ganz Tonkins vorbereitet. Die Republik lohnte de Negriers Dienste durch Ernennung zum Divisionsgeneral und zum Oberbefehlshaber des Korps von Tonkin. Vom Jahre 1889 bis 1893 war Nägrier Korpskommandant in Nantes und Besanson. Die letztere Stellung Prof. Schlenger. Preise für das Rindvieh sind, den guten Futterverhältnissen dieses Sommers entsprechend, hoch Das zeigte auch unser Bullen und Rindermarkt. Hoch im Preise waren besonders die Saugkälber, die bis zu 40 Pfg. pr. Pfund Lebendgewicht kosteten. Der Schweinemarkt am Dienstag war außerordentlich stark befahren. Die Preise standen aber nicht mehr auf der hohen Stufe dieses Frühjahrs, sondern näherten sich wieder mehr dem normalen Stande. Das Paar Ferkel erster Sorte galt durchschnittlich bis zu 50 Mk., geringere Sorten kosteten unter 50 bis unter 40 Mk. Einlegeschweine waren weniger vorhanden; von ihnen galt das Paar bis zu 80 und 85 Mk. im allgemeinen Durchschnitt. Der Glanzpunkt des Marktes war der gestrige (dritte) Markttag, der eigentlich mehr den Charakter eines Festtages trägt. In der langen Marktstraße war ein Gedränge von Marktbesuchern, daß man nur unter Schieben und sanftem Auswärtsbewegen der Ellenbogen vorwärts kommen konnte. Ebenso drängte sich eine große Menge vor den Schaustellungen zweier Seiltänzergesellschaften, eines Kasperl- Theaters u. dgl. zusammen. Als der Abend sich näherte, da eilte die Jugend zu den Tanzböden in den Festhallen aus Tannengrün. Die Tanzböden waren so überfüllt, daß Herdes. Mainz, 26. Juli. Am hiesigen Großh. Gymnasium findet heute die mündliche Reifeprüfung statt. Von 31 Examinanden, die sich dem Examen unterzogen haben, wurde 22 die mündliche Prüfung erlassen. Klassenführer ist Herr Aus der Zeit für die Zett. Vor 72 Jahren, am 29. Juli 1827, starb zu Rapperswyl (Kanton St. Gallen) der Dichter Johann Marlin Usteri, vor allem bekannt durch sein Lied: „Freut Euch des Lebens". Nach dem Vorgänge von Voß bediente er sich auch des Dialekts und dichtete Idyllen in schweizerischer Mundart, die sich durch herzliche Einfalt und Natürlichkeit auszeichnen. Usteri wurde am 14. Februar 1763 in Zürich geboren. Woran liegt es, daß der Bebauungs-Plan des Hamms, welcker bereits im vorigen Jahre von der Stadtverordneten-Versammlung genehmigt wurde, bis heute noch nicht zur Einsichtnahme der Jn- leresienten aufgelegt worden ist? Die Lage des Hamms ist gegen andere entlegenere Stadtteile eine so günstige, daß nach Bekanntgebung der projektierten Straßen- Lmien sich eine rege Baulhäligkeit ohne Zweifel recht bald entwickeln wird. Einsender dieses möchten deshalb hiermit an die städtische Behörde das ergebene Ersuchen richten, die Auflegung des betreffenden Plans in möglichster Kürze bewirken zu wollen. Mehrere Interessenten M'd Bewohner des Hamms. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 28. Juli. Nach den neuesten Nachrichten dürfte die Annahme richtig sein, daß das russische Kaiserpaar am 4. Oktober zum Besuche in Darmstadt eintreffen wird. Dort wird dann auch eine Begegnung zwischen Kaffer Wilhelm und dem Zaren stattfinden. (?) Berlin, 28. Juli. Eine Depesche aus Kap H a ityien bestätigt die Meldung von der Ermordung des Präsidenten der dominikanischeu Republik Heureux. Der Mörder benutzte den Augenblick, in welchem der Präsident mit einigen seiner Freunde plauderte, und feuerte zwei Revolverschüffe auf denselben ab. Der Präsident wurde ins Herz getroffen und war sofort tot. Köln, 28. Juli. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die hiesige serbische Gesandtschaft erklärt, die Mitteilungen auswärtiger Zeitungen, das Attentat auf König Milan sei ein nicht ernst zu nehmender Angriff und ein von der Polizei ausgehender Anschlag gewesen, um die Radikalen zu unterdrücken, als eine Verdächtigung, die mit Entrüstung zurückzuweisen sei. Das wirkliche Vorhandensein einer Verschwörung der antidynastischen Partei sei erwiesen. Gegenüber solchen Verbrechen werde die Regierung pflichtgemäß vorgehen. Dieses Vorgehen richte sich nicht gegen die Radikalen als solche, sondern nur gegen die Verschwörer gegen Milan, von welchen sich noch viele auf freiem Fuße befänden. Die Verhandlung werde in voller Oeffentlichkeit stattfinden und also auch von der Oeffentlichkeit vollständig kontroliert werden können. Paris, 28. Juli. Nach Einverständnis mit den übrigen Ministern beschloß der Handelsminister, einen Versuch mit dem Achtstundentag in den verschiedenen Werkstätten, die vom Handels-Ministerium abhängig sind, zu machen, und wenn das Ergebnis befriedigend ausfällt, den Achtstundentag in allen Regierungs-Werkstätten einzuführen. Paris, 28. Juli. Die Untersuchung gegen den General Pellieux ist trotz der wiederholt aufgetauchten gegenteiligen Versicherungen noch nicht beendet, sondern nur vorläufig eingestellt, da sich ein Teil der betreffenden Schriftstücke in dem Dossier Dupaty befindet, und erst nach Beendigung dieses Prozesses zur Einsicht verlangt werden kann. Die Versetzung Pellieux ist keineswegs als Schlußakt in seiner Angelegenheit zu betrachten. Rennes, 28. Juli. Gendarmerie-Patrouillen durchziehen allabendlich die Straßen der Stadt bis Mitternacht. Bis jetzt sind keine Ruhestörungen vorgekommen. Es verlautet bestimmt, daß täglich nur eine Sitzung abgehalten werden soll, und zwar morgens. als Befehlshaber der Truppen an der Ostgrenze zeigt, daß man in Paris große Hoffnungen in die Fähigkeiten und in die Erfahrungen des ehemaligen Heerführers in Tonkin setzte. Nun hatte auch die französische Armee Gelegenheit, General de Negrier kennen zu lernen. Bei den Manövern 1895 bei Langres, als Kommandant einer gegen General Jamont operierenden Armee, legte Nögrier Beweise großer Tüchtigkeit ab, und als 1897 verschiedene militärische Fragen, wie die Verwendung großer Kavalleriekörper und von Mi- trailleusen, gelöst werden sollten, war es Negrier, der die Versuche leitete. — Wenn die Regierung die Karriere eines so hervorragenden Offiziers mit einem Schlag vernichtet, so zeigt sie, daß sie die Aufrechthaltung der Disziplin im Heer mit jedem Opfer zu erkaufen entschlossen ist. M. N. N. Moskau, 27. Juli. Aus Nischni-Nowgorod wird eine große Schiffskatastrophe gemeldet. Unweit der Stadt auf der Wolga bei starkem Nebel ist ein Güterdampfer mit einem Personendampfer zusammengestoßen. Der Anprall war so heftig, daß der Personendampfer sofort sank. Von den 258 Passagieren konnten sich nur 103 auf Notbooten und durch Schwim i en retten. Die übrigen, also cq. 150 Personen, sind ertrunken. Der Kapitän des Güterdampfers, welcher die Signale des Personendampfers nicht beobachtet hatte, wurde verhaftet. Kopenhagen, 27. Juli. Die französische Kommission ist heute aus Hamburg hier eingetroffen, um den Freihafen zu besichtigen. Konstantinopel, 27. Juli. Konsularberichte bestätigen fortdauernde Massacres unter den Armeniern durch Kurden in den Sandschaks Musch, Erzerum und Sassun. es eigentlich mehr des Schiebens als des Tanzens war. Die Ulrichsteiner Gastwirte konnten diesmal zufrieden sein. Darmstadt, 27. Juli. Der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule, Herr Geh. Hofrat Dr. Lepsius, wurde wegen seiner Verdienste um Geologie und Paläontologie von der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Nom (Academia dei Lincei) in der Sitzung am 18. Juli l. I. zum auswärtigen Mitglied ernannt. * Mainz, 26. Juli. Die mächtige Brandstätte auf dem Gebiete der ehemaligen Vohsen'schen Oelfabrik wurde heute vielfach das Ziel von Neugierigen. Die infolge der ungeheueren Hitze durchgeglühten hohen Fabrikmauern sind dem Einstürze nahe und müssen baldmögllchst abgetragen werden. Die ganze Nachbarschaft ist förmlich „eingeölt". Wie rasch sich das Feuer verbreitete, geht daraus hervor, daß man nicht einmal in der Lage war, die auf dem Bureau der Fabrik befindliche Kasse zu retten; diese wurde unter den Trümmern begraben. Aber noch gestern nahm die Feuerwehr sofort an der Stelle, in welcher sich das Bureau befand, die nötigen Aufräumungsarbeiten vor, und gelang es, nicht allein die eiserne Geldkassette, sondern auch noch eine Uhr aus dem Schutte hervorzuholen. Die Untersuchung über die Ursache der Entstehung des Feuers hat dahin geführt, daß das Feuer in dem Schuppen entstanden ist, in welchem Heu gelagert war; dadurch erklärt sich auch die ungemein rasche Ausdehnung des Feuer- D. Z. Males und ProoinMes. Gießen, den 28. Juli 1899. ♦♦ Ernennung. Der frühere Assistent am akademischen Forstinstitut unserer Landes-Universität, Herr Dr. phil. I Richard Grieb, wurde zum Professor der Forstwissenschaft an der höheren Forstlehranstalt Weißwasser (Oester- I reich) ernannt. •, I »* Gebrauchsmuster - Eintragungen. Kreisflächen - Zählkluppe mit Schneckengangeinrichtung, bei welcher die Kreis- I flächensumme und Stammzahl mittelst einer durch Finger- I druck in Thätigkeit zu setzenden Zahnstange registriert werden; Wilh. Spoerhase, Gießen. — Flaschenverschluß, bestehend aus einer mit Gummi überzogenen Kugel in Verbindung mit einem Hebelmechanismus; Hermann Nebhut, Gießen. "* Gießener Ruder-Regatta am Sonntag dem 30. Juli. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem interessanten Sportschauspiel, schon brachten uns die Anschlagssäulen geschmackvolle und auffallende Plakate, auf welchen wir die stattliche Reihe der Kämpfer ersehen können. Namhafte Korporationen sind vertreten, heiß wird gerungen werden; denn neben der Ehre des Sieges, die ja bald verrauscht, bleibt für alle Zeiten dem Sieger ein wertvolles, | sichtbares Zeichen als dauernde Erinnerung. In den Schaufenstern der Möbelhandlung von Wilh. Reiber, Seltersweg sind die zum Teil sehr opulenten Preise ausgestellt, und möge niemand versäumen, sich die sehnsüchtig begehrten Ruhmeszeichen vorher anzusehen. Befitzwechsel. Verkauft wurden: 1) das Haus des Herrn Müller, Ludwigstraße 18, an Herrn Bauunternehmer Abermann; 2) das Haus des Herrn Rühl, Schanzenstraße 2, an Herrn Restaurateur Rahnefeld; 3) das Haus des Herrn Reiß, Ludwigsplatz 15, an Herrn Restaurateur Brunner. *♦ Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Steinschleifer Heinrich Böhm aus Fehlheim wegen Diebstahls vom Amtsanwalt in Zwingenberg; Bäckergeselle Robert Dorn aus Kottbus wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Gießen; Photograph Adolf Eberle aus Schleswig-Holstein wegen Betrugs vom Amtsanwalt in Alsfeld; Steinhauergeselle Otto Listner aus Linz wegen Körperverletzung vom Amtsanwalt in Bingen; Maurer Heinrich Herber aus Wettsaasen wegen Sittlichkeits verbrechens von der Staatsanwaltschaft Gießen; Schlosser Moritz Menkes aus Lemberg wegen Unterschlagung, und Taglöhner Paul Ruppelt aus Arnoldsmühle wegen Diebstahls, beide von der Staatsanwaltschaft Gießen; ferner wegen Strafverbüßung: Schiffer Philipp Brüuler aus Lampertheim vom Amtsgericht Worms; Kellner Karl Geibel aus Bockenheim vom Amtsgericht Offenbach; Geschirrhändler Adolf Sieglinger aus Homberg vom Amtsgericht Gießen; Handelslehrer Jean Kopp aus Braun schweig und Kellner Karl August Werner Topf aus Hameln, Josef Pfeffer aus Arras, Mathilde Pummer aus München, sämtlich vom Amtsgericht Mainz; Karoline Gottselig aus Galizien und Georg Bauer aus Offenbach vom Amtsgericht Offenbach. a. Hausen, 27. Juli. Wie in der „Darmst. Zeitung" bereits mitgeteilt wurde, findet Dienstag den 1. August d. I. im Saale von Steins Garten in Gießen, 10>/z Uhr anfangend, die diesjährige Konferenz der evangelischen Geistlichen Oberhessens unter dem Vorsitz ihres Superintendenten, des Herrn Prälaten D. Habicht statt, der einen längeren Vortrag über seine R ise zur Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem im Oktober v. I. halten wird. Direkte Einladungen ergehen diesmal nicht. Z- Ulrichstein, 27. Juli. Der am Montag, Dienstag und gestrigen Mittwoch hier abgehaltene „Jakobimarkt" nahm, vom besten Wetter begünstigt, einen Verlauf, der lebhaft an die frühere Glanzzeit dieses Vogelsberger Hauptmarktes erinnerte. Der Rindviehmarkt des Montags war, wie man das in neuester Zeit bei den Viehmärkten auf dem Lande gewohnt ist, nicht stark befahren, doch waren immerhin einige schöne Exemplare an Vieh aufgetrieben. Die Vermischtes. D. Frankfurt a. M-, 27. Juli. Aus dem Zoologischen Garten. Seit über 10 Jahren ist gestern wieder die erste Giraffe mit einem aus dem Sudan hier anlangenden Tiertransport des Herrn I. Menges eingetroffen. Unter unsäglichen Mühen und Entbehrungen drang der unerschrockene Reisende in das noch sehr unsichere Gebiet vor, hat aber nur die Spuren fürchterlicher Zerstörung durch Krieg und Seuchen finden können. Die früher wildreichen Ebenen sind total verlassen; die Büffel durch die Rinderpest vernichtet, die einst zahlreichen Nashörner verschwunden, die Elephanten und Giraffen weit ins Innere verdrängt. Nur mit ungewöhnlicher Energie gelang es, den großen Tiertransport von über 100 Exemplaren zu- samntenzubringen. Dabei befindet sich ein junger Elephant, Löwen, Jagdleoparden, Hyänen, Luchse, eine äußerst seltene Antilope (Baker'sche Pferdeantilope) von bedeutender Größe, eine ganze Anzahl Klippschliefer und wahrhaft scheußliche, große Affen. Ein reizendes Bild gibt eine Gesellschaft von 20—30 jungen Straußen ab, die sich auf der früheren Büffelwiese in munterem Tanze drehen. — Einen Teil der vorläufig nur eingestellten Tiere wird der Garten, wie stets, behalten. — Am Samstag gibt im Zoologischen Garten die Kapelle einen Operetten-Abend. — Am Sonntag ist der Eintrittspreis auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt, für das Aquarium beträgt derselbe 20 Pfg. Nachmittag und Abend ist Doppel-Konzert der Gartenkapelle und der Musik des Feld Artillerie-Regiments Nr. 27. Gingesandt. Giesten, 28. Juli 1899. Die vielen Pasianten von der Franksurterftraße zum Bahnhof, welche die „Hollergosse" benutzen, empfinden sehr schwer die ungünstigen Verhältnisse, welche sick durch den Fuhrwertsverkehc hier ausgebildet haben. Diese Gaste, früher nur em Fußpfad, ist nicht chaussiert und nickt breit genug, daß sich zwei Wagen ausweichen können. Bei trockenem Wetier werden große Staubwolken durch die auch meist trabfahrenden Wagen erzeugt, bei nastem Wetter werden die Passanten vom spritzen'en Schmutz der Rader getroffen. Dabei wird die Gaste nie gereinigt und sind auch sonst unreinliche Verhältnisse da. Warum baut man nur diese so verkehrsreicke Straße nicht aus oder schließt sie für Fuhrwerk, bis dies geschehen? y- Kirchliche Nachrichten. Sv au gelt skhe Gemeinde. Sonntag den 30. Juli. 9. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtttrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde. Vormittags 9/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Communion; Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil Meste; „ um 91/e Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2‘/> Uhr: Andacht. Pottrrdirnst in der Synagoge. Samstag den 29. Juli 1899. Vorabend 7« Uhr, morgens 8>» Uhr, nachmittags 4 Uhr SchrifterklLrung, Sabbathausgang 9°* Uhr. Hotterdienst der israelitischen Keligionsgeseüschast. Sabbathfeier am 29. Juli 1899. Freitag abend Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9^ Uhr. Wochengottesdienst morgens 680 Uhr, abends 7 Uhr. Temperatur der Lahn und Luft noch Reoumur gemestm am 28. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasser 16’, Luft 17°. Rüdsamen'scke Badeanstalt. AM-Skidk 95 M bis Mk. 5.85 per Meter — japanische, chinesische rc. in den neueste-, DesstnS und Farben, sowie schwarze, weiße und farbige „Henneherg. Seide" von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 per Meter — in den modernsten Geweben, Farben und Dessins. An jedermann franco und verzollt Ins Haus. Muster umgehend. 10177 G. Henneberg’s Seiden-Fabriken (k.u.k.Hofi.), Zürich. «b d» WlMotn M »ü'iNL f' d-r Sünbim u SW» daß er als * 'm Heere mi! Ta[en entschlossen ist der Regierung Mrist de? »Ben ergänzt; Mitte Oberst n m «uxonne feine Ansprache gehalten 'eme ernste Mitteilung Mssn Blätter auf die Srat bildenden Generale oer dieser Regierung, küßt, beschlossen, nur abzuwarten, um dann >en der Unterdrückung Thut dann die» Re- ■ zu tyattn schreiten." es Robinetts beuten, lacht wurde. Sofort t Umgehung des ach Paris zu zitieren, instand gestand nach it der Mitteilung loyal endermaßen zu: „Wie so glänzende Ansprüche so vergehen konnten? )dee sein. Haben Sie HI, mein General", er- nb von wem?" fragte al Negrier nach seiner cortete Oberst Beistand, ib: „Am 8. Juli". - nb zitierte telegraphisch in bet flöße des Re- fangs mit Ausflüchten, ung rc., ohne aber den M. Da forderte ihn gerungen schriftlich zu ) Verstands vorgesetzter d dieser bestätigte das r der Vorgang folgender anläßlich der Inspektion, mit den Korpskornrnan- Fabiers und Obersten Haltung der Regierung le auf die Armee un- ben WM Oil*1'1“? inirtti tat* d°» « M obtrjte Stieg8» _ Prozesse in Rennes J »Art M«, W’MÄ jurid. 9tr W l 5*rSSK I«« ®u kor,» Lrts°"S* btl* «d * « *«• "„7t,*» * al «”°”n kje g-siich * se a"»«trtiW ? et W’“" , Z n „orW B-d-r- ^uligen- *, nicht ge' »lÄV» ' Mi Ti»» < Erlernen unter meiner persönlichen Leitung, auch bei ungünstiger Witterung auf einem Lernapparat. in einem geschlossenen Raume, 4078 Prämiiert: Butzbach 1898. Eintrittspreis 1 Mark. 5596 L898 bis Uhr abends geöffnet. 9 5597 5600 Ab*abrt 2 Uhr 10 Minuten nach Lollar. 5613 % Es giebt wenig Frauen mehr 1899. 5598 den schönsten Glanz giebt. 3200 IBI Rasche Kid sehSne Äuslöhrimg 5610 Das Kommando 5608 Der Vorstand. 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Juli 1899. 02644] Die gegen Heinrich Nunn ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück._______Wilhelm Brück. In einer Hauptverkehrsstraße einer Stadt an der Lahn ist per gleich Geschäftshaus mit Hofraum und Hintergebäude 5599 zu verkaufen.' Offerten unter E. P. H. 486 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. Gjchm MiiMlgchiWkM Sonntag den 30. Juli: Ausflug nach Staufenberg. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstrasse S. ««gebot der Arbeitnehmer r 1 Eisendreher, 1 Bauschlosser, 2 Taglöhner für leichtere Arbeiten. Nachfrage der Arbeitgeber r 2 Dachdecker, 1 Messerschmied, 4 Bauschlosser, 8—10 Maschinenschlosser, 2 Schmiede, 2 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Bau- jchreiner, 10 Taglöhner, 1 Fahrburscke, 1 Fuhrknecht, 3 Dienstmädchen, 3 Lauf- frauen, 1 Flickfrau, 1 Schreinerlehrling gegen tägliche Vergütung, 2 Hausburscken. Lehrlinge r 2 Bäcker, 1 Barbier, 1 Buchbinder, 1 Drechsler, l Drucker, 2 Glaser, 1 Kellner, 1 Küfer, 1 Kupferschmied, 2 Lackierer, 1 Sattler, 1 Schmied, 1 Schneider, 2 Sckreiner, 2 Schuhmacher, 2 Spengler, i Tapezier, 1 Wagner. ttebactiea: «. vurkhirtzt. — »rwe len «rüil'schev UniversttLt-.B'»ch- Stdnbnxtfctei (Pietsch »rhtn) io «ießm. Are Heutige Wummer umfaßt 10 Seite« 026 2] 2-Zrmmeiwohnung von kinderlosem Ehepaar gesucht bis 15. August oder 1, Sept. Fr. Amend, Westanlage 9. Reserve-Offizier sucht sofort für einen Monat hübsch möbliertes Zimmer, womöglich in der Nähe des Ludwigsplatzes. Gefl. Offerten mit Preisangabe unter 8. 026i3 an die Erpedition d. Bl. Gießen, am 27. Juli 1899. Großh. Verwaltungs-Direktion der psychiatrischen Klinik. ________Sommer.________ Verdingung sämtlicher Arbeuen zur Herstellung des Empfangsgebäudes mit angebautem Güterschuppen und Zwischenbau, sowie des Nebengebäudes für die 3 Haltestellen der Linie Friedrichsdorf—Friedberg,zusammen in 3 Losen und zwar als Los I Halte" stelle Holzhausen; Los II Haltestelle Rod- heim; Los HI Haltestelle Nosbach. - Termin: Mittwoch den 9. August 1899, vormittags 10 Uhr, im Bureau der Großh. Ets -Bauabt. zu Friedberg. Zeichnungen, Bedingungen ufto. können daselbst emgesehen und die Verdingungsunterlagen gegen porto- und bestellgeld freie Einsendung von 2 Mk. für ein Los, 3 Mk. für zwei Lose und 4 Mk. für drei Lose von daher bezogen werden- — Angebote find versiegelt und mit der Aufschrift : „Angebot auf Herstellung der Hochbauten" versehen ebendahin einzusenden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Friedberg, den 26. Juli 1899 Großh. Eisenbahn-Bauabteilung. 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