lit. 150 Ei-ftes Blatt. Donnerstag den LS. Juni 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger !ime>ee »•« Anzeigen zu der nachmittag- für de» tityenlen Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Aezugsprei» olerlkljährUch 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pf-, mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Alle Anzelgen-Bermittlung-stellen de- In- und Au-lande- nehmen Anzeigen für den Hiehener Anzeiger cntgegM. U|fl4 reit Ausnahme bei Monlags Die Giehener >**4fit»l littet »« den dem Anzeiger elchenUich viermal beigeNgt. Aints- unb Airzeigeblatt für bett Kreis Grenzen. Nkedakrion, Expedition und Druckerei: Z4»tSr«hk Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische yalksKunde.________________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hiehc». Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. 8tinr.: Das Droschkenfuhrwesen während des Schützenfestes. Auf Grund der § 37 der Gewerbe-Ordnung und des 8rt. 56 der Städr-i-Ordnung wird für die Dauer des in Kiljßen vom 2. bis 9. Juli l. I. stattftndenden 17. 23er- KiLdsschießens des Bad. Landes-Schützenvereins, des Pfalz, ynl Mittelrhein. Schützenbundes bezüglich des Droschken- suh: wesens das nachstehende bestimmt: 1. Die Aufstellung von Droschken und deren Verwendung während des Schützenfestes ist nur denjenigen Personen geflutet, welche ihr Vorhaben bei dem Großh. Pollizeiamt Gießen angemeldet haben. 2. Kutscher darf nur sein, wer mindestens 18 Jahre ilt, des Fahrens kundig und gut beleumundet ist; er muß fniiher und anständig gekleidet, sein Gefährt rein sein und Hut dem Fahrgast gegenüber ein höfliches und anständiges Vernehmen zu beobachten. 3. Die Droschken müssen mit zwei gesunden kräftigen Pskvrden bespannt, solid gebaut, mindestens viersitzig, ge- doNert, von innen zu öffnen und mit Laternen versehen sein. 4. In jeder Droschke ist der von Großh. Polizeiamte Kiijßen speziell für die Tage des Schützenfestes festgesetzte larif anzubringen. Der Tarif muß den Stempel des Großh. ^Polizeiamts Glijßen, sowie den von dieser Behörde beigesetzten Namen des Kutschers enthalten. 5. Die Droschken haben stets in kurzem Trab und rechts zu fahren. Peitschenknallen ist verboten. Das Mitnehmen dritter Personen ist nur mit Zustimmung der Fahrenden gestattet. Die Bezahlung geschieht an den Kutscher gemäß Tarif iDtt der Fahrt. 6. Als Aufstellungsplätze von Droschken werden bestimmt: n. Hauptbahnhof; th. Südanlage an der Lesehalle; oo. Marktplatz; öl. Ludwigsplatz; io. Platz zwischen Neue Kaserne und Schützenhaus. Bei der Aufstellung haben sich die später anfahrenden Drvoschken je nach der Zeit ihres Eintreffens auf dem Platz hMer der zuerst am Platz befindlichen anzureihen. 7. Zuwiderhandlung gegen diese Bestimmungen oder nachstehenden Tarif zieht den Verlust des Rechtes zur Aus- ibmng des Gewerbebetriebes nach sich. 8. Für die Benutzung von Lohnfuhrwerk gilt der nach- jotgienbe Droschken Taris für die Dauer des Schützenfestes in Gießen vom 2. bis 9. Juli 1899. 1. Streckenfahrten. Für eine Fahrt vom Bahnhof nach dem Fest- »Iclltz oder umgekehrt: eine bis zwei Personen . . 1,50 Mk. drei Personen.....2,00 „ vier Personen.....2,50 „ jede weitere Person 30 Pfg. mehr. Für eine Fahrt v om Bahnhof nach irgend einem Cuintte der Stadt eine Person......0,80 Mk. zwei Personen.....1,20 „ drei Personen.....1,80 „ vier Personen.....2,00 „ jede weitere Person 20 Pfg. Für eine Fahrt vomFestplatz nach irgend einem stumkte der Stadt gelten dieselben Sätze. 2. Zeit-Fahrten. Eine Stunde in der Stadt eine bis zwei Personen . . 2,50 Mk. drei bis vier Personen . . 3,00 „ Jede weitere Viertelstunde ohne Rücksicht auf die Zahl )tc Fahrgäste 50 Pfg. Jede angebrochene Viertelstunde wird für voll berechnet. Fahrten nach auswärts unterliegen besonderer Ver- liibtarung. , . „ __ m Von abends 10 Uhr ab tritt eine Erhöhung von 50 Pro- M für alle Fahrten ein. Alle Droschken sind zweispännig. Für Breaks beträgt der Preis einer Fahrt vom Bahn- Hof nach dem Festplatz ober umgekehrt 40 Pfg. für bie Person. Gießen, ben 21. Juni 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl._________________ Das Kabinett Waldeck-Rousseau vor der französischen Volksvertretung. Die Befürchtung, baß das Ministerium nicht einmal das erste Erscheinen vor der Kammer überstehen werde, hat sich nicht erfüllt. Dagegen läßt die mit einer Mehrheit von nur 26 Stimmen angenommene Tagesordnung zu Gunsten des neuen Kabinetts nicht gerade viel gute Hoffnungen für die nächste Zukunft. Der Draht berichtet aus Paris über die Montagssitzung: Die Tribünen sind überfüllt. Die Abgeordneten sind fast vollzählig anwesend. Um 2 Uhr erscheinen die Minister mit Waldeck-Rousseau an der Spitze, hinter ihm General Galliset. Verschiedene Deputierte drücken Waldeck-Rousseau und Gallifet die Hand. Dieser unterhält sich lebhaft mit Caillaux. Der Präsident eröffnet die Sitzung. Auf der äußersten Linken ertönen die Rufe: „Es lebe die Kommune!" Diese Rufe dauern etwa fünf Minuten an. Auf der Rechten wird vereinzelt Beifall gezollt. Von der äußersten Linken wird gerufen: „Nieder mit dem Mörder!" Gallifet wirft einen verächtlichen Blick nach der äußersten Linken. Präsident Deschanel erklärt, er verlange von jedem Selbstbeherrschung. (Lebhafte Erregung.) Eine Stimme ruft: „Wir verlangen den Henker!" Nun verlas Waldeck-Rousseau folgende ministerielle Erklärung, die im Senat in gleicher Weise vom Minister Monis verlesen wurde: „Nachdem die Kammer ihren Entschluß ausgesprochen hat, nur eine Regierung zu unterstützen, welche entschlossen ist, mit Entschiedenheit bie republikanischen Einrichtungen zu »erteibigen unb für bie öffentliche Orbnung zu sorgen, ist bie Aufgabe, welche dem neuen Kabinett zufällt, klar bestimmt. Wir haben keinen anberen Wunsch, als biese Aufgabe zu erfüllen. Es hanbelt sich barum, bas uns allen gemeinsame Erbe unversehrt aufrecht zu erhalten. Wir sinb ber Ansicht, baß bie Spaltung der Parteien hiergegen zurücktreten muß, daß das Werk, welches wir unternehmen wollen, die Mitwirkung aller Republikaner erfordert. Die Streitfragen ruhen gegenüber der Pflicht, den Umtrieben ein Ende zu machen, welche sich gegen bie Regierungsform richten, bie bas allgemeine Stimmrecht aufrecht erhalten wirb. Es erforbert bies in allen Dienstzweigen treue Mitarbeit unb ben Mut ber Verantwortlichkeit. Die Regierung ist entschlossen, ihren Entscheibungen Achtung zu verschaffen; sie kann biejenigen, welche über Menschen zu Gericht sitzen, nicht mit verschobenem Maße messen. In bie erste Reihe der mit der Erhaltung und der Würbe einer Nation aufs engste verknüpften Interessen stellen wir biejenigen ber Armee. Wir benfen mit den bedeutendsten unb zuverlässigsten Führern derselben, daß ein unverletzliches Festhalten an der Disziplin die erste unb bie wesentlichste Garantie für bie Größe ber Armee bilbet. Wir sinb entschlossen, bieselbe mit Energie zu verteibigen sowohl gegen bie Angriffe, benen sie ausgesetzt sein könnte, als auch gegen bie Bestrebungen, welche bie unverbienteste aller Beleibigungen sinb. Wir wünschen vor allem, baß Beruhigung eintrete. Sie wird sofort eintreten, wenn jeder darauf verzichtet, sich selbst Recht zu verschaffen und Urteilssprüche vorzubereiten und zu diktieren, und vor dem Gesetz sich beugt. Wir verlangen die weitestgehenden Vollmachten von Ihnen. Wir bitten Sie, einen Waffenstillstand zu schließen in den erregenden Kämpfen, die ein liebel für die Interessen des Landes zu sein scheinen, und ohne Aufschub die für ein gutes Funktionieren der öffentlichen Dienste notwendigen Gesetze zu genehmigen. Wir werden glauben, unsere Pflicht erfüllt zu haben, wenn wir von neuem einer Politik den Weg eröffnet haben werden, die geeignet ist, alles bas auszuschließen, was bie Republikaner von all bem getrennt hat, was sie einigen kann." Die Verlesung würbe von lebhaften Zwischenrufen unterbrochen. Der Deputierte Roche ruft: „Nur bie Interessen Eiffels!" Roche wird zur Ordnung gerufen. Waldeck Rousseau fährt fort, seine Stimme zittert etwas. Der Deputierte Zevaes giebt ben Anlaß zu einem neuen Tumult unb wirb zur Orbnung gerufen. Als Walbeck- Rousseau bie Stelle verliest, welche bavon spricht, ber Konstitution unb ber Gerechtigkeit Achtung zu verschaffen, ertönt Beifall. Lasies ruft: Sie Schalk! Als Walbeck-Rousseau sagt: „Wir wünschen, baß Beruhigung Platz greife", wirb auf ber Rechten unb im Centrum gelacht Auf ber Linken ruft man : „Sie zittern!" Als Walbeck-Rousseau bie Stelle verliest, welche von ber Einigkeit aller Republikaner hanbelt, wirb ihm im Centrum unb auf einigen Bänken ber Linken Beifall gezollt. Präsibent Deschanel teilt mit, baß Massa- buau, Roche, ferner Caffagnae unb Viviani über bie allgemeine Politik interpellieren wollen. (Lärm.) Caffagnae zieht eine Interpellation zurück. Die sofortige Erörterung wirb leschlossen. Ernest Roche (Sozialist) erhebt gegen bas Kabinett bie Anklage, eine Regierung bes Kampfes unb ber Herausforderung zu fein (an'haltenber Lärm) unb greift besonbers heftig Gallifet an. (Wiberspruch.) Mirman (Sozialist) wirb infolge heftiger Angriffe gegen Gallifet unb ben Marineminister be Lanessan zur Orbnung gerufen. Diviani (Soz.) erklärt, baß er unb feine Freunbe bas Kabinett gegen bie zäsaristische unb klerikale Reaktion unterstützen werben. (Beifall auf den Bänken ber Sozialisten.) Ministerpräsibent Walbeck-Rousseau beantwortet bie Interpellation. Es sei richtig, baß bie Minister bezüglich zahlreicher politischer unb wirtschaftlicher Fragen verschobener Ansicht seien, (Gelächter rechts) boch habe das Kabinett ein Ziel, welches alle Streitigkeiten überrage, nämlich, alle Republikaner zusammenzuführen. (Bewegung.) Jeder Minister vertrete sein republikanisches Ideal. (Unterbrechungen, Tumult.) Der Kammerpräsident Deschanel droht, daß er sich bedecken werde. Waldeck-Rouffeau fährt dann fort und hofft, nicht gezwungen zu fein, strengere Maßregeln zu ergreifen. (Bewegung). Es würde ihm leicht sein, nachzuweisen, von welcher Seite die Angriffe gegen bie Einrichtungen bes Staates gekommen seien. Das Ministerium wolle jebe Jurisbiktion achten. Kein General habe sich mehr aus freien Stücken vor ber Verfassung gebeugt, als Gallifet. „Ich habe geglaubt, baß bie gegen gewisse Militärs zu ergreifenben Maßregeln um so maßvoller sein könnten, von je höherer Stelle sie kämen." (Zwischenrufe.) Hierauf wirb bie Diskussion geschlossen; von ben acht Tagesorbnungen billigt Walbeck-Rousseau biejenige Penlliers, in welcher es heißt, baß bie Kammer bie Erklärungen unb Hanblungen der Regierung billigt. Diese Tagesordnung Perilliers wirb mit 263 gegen 237 Stimmen angenommen. Im Senate wurde die ministerielle Erklärung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Guyot bringt folgenden Antrag ein: „Der Senat nimmt Akt von den Erklärungen der Regierung, unb indem er auf ihre Wachsamkeit unb Festigkeit für bie Verteibigung ber republikanischen Institutionen unb in ber Aufrechterhaltung ber Ruhe unb Orbnung rechnet, geht er zur Tagesorbnung über." Der Antrag wurde mit 187 gegen 25 Stimmen angenommen. (Beifall.) Die Sitzung wurde hierauf aufgehoben. Die Mehrheit setzte sich zusammen aus 158 Radikalen, 26 Sozialisten, 74 gemäßigten Republikanern und einem Mitglied der Rechten, die Minderheit aus gemäßigten Republikanern, Nationalisten, Monarchisten und Ralliierten und einem Radikalsozialisten. Der Abstimmung enthielten sich 29 gemäßigte Republikaner, darunter Charles Dupuy, Krantz, Ribot, Lebret und Barthou, ferner 19 Sozialisten, 13 Radikalsozialisten, 12 Radikale. Radikale Blätter weisen auf bie rein republikanische Mehrheit hin unb mochten gar zu gerne glauben, baß bas Ministerium von berfelben Mehrheit noch weiter getragen werbe. Die gemäßigten und nationalistischenBlätter erklären, dasMinisterium habe seinen Sieg nur bem in den Wandelgängen der Kammer verbreiteten Gerücht zu verdanken, daß der Sturz des Kabinetts den Rücktritt des Präsidenten herbeiführen werde. Viele hätten auch deswegen für die Regierung gestimmt, weil ber Polizeipräfekt Löpine mehreren Parlamentariern gegenüber geäußert habe, er könne für bie Aufrechterhaltung der Ruhe nicht einstehen, falls das Ministerium falle. Deutsches Reich. Berlin, 27. Juni. Die Kanal-Kommission des Abgeordnetenhauses setzte heute vormittag die allgemeine Besprechung der Kompensations-Forderungen fort. Abgeordneter Wallenborn (Centrum) begründete im Einverständnis mit einer Anzahl Abgeordneter die Wünsche in betreff der Kanalisierung der Mosel. Ministerial-Direktor Möll- hausen erklärte die Befürchtungen der Saar- und Mosel- Industrie, welche an ben Bau bes Mittellanb-Kanals geknüpft würben, für unbegrünbet. Der Vorsitzenbe teilte mit, baß eine Fortführung ber Besprechungen in dem bisherigen Umfange die Beratungen auf Monate und Jahre hinaus verlängere und die Kommission nötigen würden, sich in । der Vertreter von Frankreich, England, Schweden und andern Ländern wurde eine Resolution im Sinne der deutschen Anträge einmütig angenommen. Bei den gesetzt gebenden Faktoren der einzelnen Länder sollen u. A. die beiden Anträge eingebracht werden: Die Mädchenhändler, die in der Regel durch die verschiedensten Urkunden sich exterritorial zu machen suchen, sollen in dem Land ihrer ! Betrugsversuche zur gerichtlichen Abhandlung gelangen, und die Mädchen sollen, indem sich die Staaten Gegenseitigkeit zusichern, in ihre jeweilige Heimat zurückgesandt werden. — Warme Anerkennung verdient die Gastfreundschaft der Londoner gegen die Kongreßmitglieder. Der glänzendste Festabend war der, den die Herzogin von Westminister am 22. Juni gab. M P C Wie in parlamentarischen Kreisen angenommen wird, dürfte sich der Reichskanzler in den nächsten Tagen zum Vortrag beim Kaiser nach Kiel begeben. Daß die Sitzung der Kanalkommission am Dienstag schon eine definitive Entscheidung herbeiführen werde, galt von vornherein nicht für wahrscheinlich. M.P.C. Man schreibt uns aus St. Petersburg: Wenn es die Absicht der englischen Diplomatie gewesen ist, die Haager Konferenz zu benutzen, um die Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland zu verschlechtern, so darf dieser Teil des Programmes, mit welchem England zur Friedenskonferenz gekommen ist, als durchstrichen an- gesehen werden. Die Beziehungen zwischen beiden genannten Machten haben sich im Haag nicht verschlechtert, sondern gebessert. London, 27. Juni. Chamberlain hielt in Birmingh.il,! eine Rede über die Lage in Transvaal, in welcher er u. a. betonte: Die Mißverwaltung Transvaals bilde em eiterndes Geschwür, welches die ganze Atmosphäre Süd- afrikas verpeste. Er habe versucht, freundschaftliche ä8r Ziehungen zum Präsidenten Krüger herzustellen, aber die ihm I unterbreiteten Vorschläge seien nur Mißachtung begegne! Er, Redner, glaube, man sei jetzt zu einem entscheidenden Wendepunkte in der Geschichte des Reiches, seiner ftohmietn uni) der Welt angekommen. Die Regierung sei bezüglich der zu verfolgenden Politik durchaus einmütig. Madrid, 27. Juni. Minister-Präsident Silvela war gestern abend in den Straßen von Madrid Gegenstand feindlicher Kundgebungen. Sarragoffa, 27. Juni. Infolge der Straßen- Kundgebungen, welche gegen das Budget inszeniert wurden, fanden hier ernste Unruhen statt. Eine Anzahl Manifestanten zogen vor die Präfektur, warfen Steine gegen das Gebäude, zerschlugen Fenster und Thüren und stießen aufrührerische Rufe aus. Der Polizei-Präfekt begab sich mit einigen Polizei-Agenten nach dem Platze, wurde aber mit Steinen beworfen und mit Revolverschüssen empfangen. Eine große Anzahl Tumultuanten wurden verhaftet, mehrere Personen trugen Verwundungen davon. Die Ruhe ist nunmehr wieder hergestellt. Konstantinopel, 27. Juni. In den letzten Tagen fanden zahlreiche Verhaftungen von Armeniern statt, nachdem aufreizende Plakate mit der Aufschrift: Armenier bereitet Euch vor, in Stambul gefunden worden waren. M.P.C. Der Entwicklung der Dinge in Frank- I reich steht man in Deutschland kühl bis ans Herz hinan I gegenüber. Ein Ministerium in Paris löst das andere ab, ob Galliffet morgen noch die Macht in Händen haben wird, I heute niemand, der Ausstellung wegen werden alle I Parteien bemüht sein, sich notdürftig zu verständigen, das I wertere muß man der Zukunft anheimstellen. I — Von der Pest. Aus Smila wird gemeldet, daß die Pestepidemie weiter in Abnahme begriffen ist. In der letzten Woche kamen in ganz Indien nur 470 Pesttodesfälle I J’or- Nach amtlichen Meldungen aus Hongkong sind dagegen dort in der vergangenen Woche 148 Neuerkran- I tungen und 138 Todesfälle an Pest vorgekommen. Frankfurt a. M., 27. Juni. Die „Franks. Ztg." meldet I 915 dem Haag: In der gestrigen Sitzung der ersten I Kommission stand der russische Abrüstungsvorschlag zur Verhandlung. Die über denselben gehaltene Rede des Oberst v. Schwarzhoff kann als eine runde Absage Deutschlands in der Abrüstungsfrage betrachtet werden. Oberst v. Schwarzhoff bekämpfte die Argumente des russischen Oberst Jilinsky und des Generals Poortugael, denen er Uebertreibung vorwarf und besonders auf die unüberwindlichen Schwierig- I feiten der Durchführung des russischen Antrags Nachdruck legte. Er erklärte sich auch zur sofortigen Abstimmung be- reiJ- Gegen seine und des Schweizer Delegierten Stimme, welche Fortsetzung der Debatte wünschten, wurde die Ueber- weisung der Anträge an die beiden Subkommissionen beschlossen. Köln, 27. Juni. Die „Köln. Ztg." schreibt aus Bochum: Der auf vier Herner Zechen ausgebrochene teilweise Ausstand der Pferdejungen und Schlepper wird allgemein für bedeutungslos gehalten. Der Anlaß ist erst I Erhöhung der Beiträge für unter 17 Jahre alte und solche Arbeiter, dke weniger als ein Jahr Grubenarbeit verrichten, zur Pensionskasse des Allgemeinen Knappschafts- I Greins gegeben. Früher zahlten sie monatlich 1,50 Mk I wöchentlich 80 Pfg. Der Ausstand dürfte um so schneller beendet sein, als die sozialistischen Führer schleunigste I Wiederanfahrt empfehlen. Als schließliche Folge dürften die Zechen den Unterschied, ungeachtet der sehr hohen sozialen Lasten vermutlich abermals auf sich nehmen und die Löhne der Arbeiter entsprechend erhöhen. Dresden, 27. Juni. Der Mörder der am Samstag I Zmittag in ihrer Wohnung erwürgt aufgefundenen Witwe Hermsdorf ist in Bodenbach in Böhmen von einem ihm von I Dresden nachgereisten Kriminalschutzmann verhaftet worden. Derselbe heißt John und soll Schiffer sein. Berlin, 27. Juni. Der deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe, welcher behufs Stellungnahme zu dem Berliner Maurer-Ausstand — der inzwischen beigelegt ist —einberufen wurde, trat heute mittag zusammen, um über ein festeres Zusammenhalten der Bauarbeitgeber Deutschlands gegenüber etwaigen weiteren Ausständen bezw. Lohnbewegungen im Baugewerbe zu beraten. Vertreten waren 50 Bau-Arbeitgeber-Bünde der größeren Städte Deutschlands durch etwa 200 Delegierte. Es wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in welcher der Wunsch ausgesprochen wird, daß überall da, wo der Bauarbeitgeber- Bund noch nicht vertreten ist, sich die Bauarbeitgeber zusammenschließen, denn nur durch eine kraftvolle Vertretung des gesamten deutschen Baugewerbes werde künftig der Friede zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufrecht zu erhalten fein. Ebenfalls einstimmig gelangte eine zweite Resolution zur Annahme, in welcher die Versammlung erklärt, daß sie es bedauern müsse, falls das Gesetz zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältniffes vom Reichstage abgelehnt werden würde. Die letztere Resolution soll dem Reichstage übermittelt werden. Permanenz zu erklären. Abgeordneter Letocha (Centrum) hält es für zweckmäßig, Subkommissionen für einzelne Gebiete einzusetzen. Ein solcher Antrag werde später gestellt werden. Abgeordneter Rewoldt (freikons.) meint, die Regierung müffe erwägen, ob es nicht besser sei, bei der Nn- haltbarkeit der geschaffenen Lage die Kanal-Vorlage zurückzuziehen. Finanzminister v. Miquel erklärt, die Regierung müsse es ablehnen, sich auf Forderungen einzulassen, die mit dem Kanal in gar keinem Zusammenhänge ständen. Es könnten nur diejenigen Kompensationen in Frage kommen, welche einen nachweisbaren Zusammenhang mit dem Mittelland-Kanal hätten. Morgen vormittag werden die Beratungen fortgesetzt. Berlin, 27. Juni. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die zweite Beratung des Ausführungsgesetzes zum bürgerlichen Gesetzbuch fort. Dasselbe wurde nach langer Debatte angenommen. Morgen wird das Ausführungs- gesetz zur Grundbuchordnung und der übrigen Justizgesetze beraten. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 28. Juni 1899. ** Ruhestandsversetzung und Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, den Lehrer an dem Realgymnasium und der Reab schule zu Mainz, Professor Robert Weihrauch, auf fein I Nachsuchen, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, in den Ruhestand zu versetzen und demselben das Ritter kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß' wütigen zu verleihen. * • Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps. Förde, Amtsgericht, Lohnschreiber, 500 Mk. Gehalt. — Geisenheim, Stadtgemeinde, Polizeinachtwächter, 700 Mk. Gehau, 100 Mk. Wohnungsgeldzuschuß und 60 Mk. für Dienstkleidung. — Montabaur, Magistrat, zwei Polizeinachtwachrer, je 600 Mk. Gehalt. — Rahrbach, Amt Bilstein, W“ diener, 600 Mk. Gehalt und 90 Mk. Wohnungsgeldzuschud — RüdeSheim, Magistrat, Hausmeister an der Bolkssckuü 800 Mk. Gehalt und freie Wohnung. — Schierstei V Bürgermeisteramt, Feldhüter, 750 Mk. Gehalt. * • 17. Verbandsfchießen. DiehiesigcTurnerschaf die Metzger-Innung haben heute ihre Festkravat bei der Firma H. F. Niekau hier in Bestellung gegeWb und liegen solche im Erker der benannten Firma z« Ansicht aus. , , * • 17. Verbandsschießen. Für Radfahrerkre dürfte die Mitteilung von Interesse fein, daß auf oem 6 , platze eine große, geräumige Halle zur Ausbewahr g Fahrrädern geschaffen ist und für Bewachung derseld 9 sorgt wird. Ausland. Budapest, 27. Juni. Durch den Austritt des Flusses Kozos und Kulpa sind viele Ortschaften überschwemmt •A?e.n’ ^uf„toeitc Länderstrecken ist der Saatenstand vcr- rnchtet. Die Kommunikation ist vielfach gestört. r k Nachrichten aus Sevilla zufolge ffnd beim Ansturm der sozialistischen Volksmenge gegen das Militarkasino mehrere der Demonstranten von Offizieren verwundet worden. Die Rädelsführer wurden verhaftet. I" Valeuzm trugen die Demonstrationen einen anti- apitalistischen Charakter. Es fanden zahlreiche Brandstiftungen statt. Der Belagerungszustand ist verhängt worden. Die größte Zahl von Verwundungen wird aus Sarragoffa gemeldet Auch m Murzia kam es zu Steuerunruhem Pans, 27. Ium. Dupaty de Clam sprach seinem ^erd^er den Wunsch aus, baldigst dem Kriegsgericht vorgeführt zu werden. Dupaty de Clam glaubt bestimmt an seinen Freispruch noch vor Beginn des Rennes-Prozesses da er als unbescholtener Zeuge figurieren will. Brussel, 27 Juni. Der Ministerrat beschloß, der be8 evolutionären Treibens der Sozialisten die Wahlreformvorlage unverändert aufrecht zu .Der König ist zwar dem Gesetzentwurf abgeneigt, Parlament Lsse7"°"'°^^ wird L . c Brüssel, 27 Juni. Die Sozialisten verursachten in der heutigen Kammersitzung bei Beratung der Wahlqesetz- Borlage ungeheuren Tumult. Der Sozialist Demblon fbeCi?unh9 n Gierung aus Dieben zusammengesetzt zu sein und nannte das Gesetz einen mit bewaffneter Hand Berlin, 27. Juni. Aus Cuxhaven wird der „T. R." unterm 26. Juni geschrieben: Seit geraumer Zeit weilen hier mehrere Gelehrte der Straßburger Universität, um hier Versuche mit Professor Brauns Telegraphie ohne Draht, einer Erfindung, die sich wesentlich von der Marconis unterscheiden und bedeutend weittragender sein soll anzustellen. In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Erfindung, besonders für die Küsten und die See, hat der Hamburger Staat den hier weilenden Experimentatoren, die unter Leitung des Herrn Privatdozenten Dr. Cantor arbeiten, den hiesigen Leuchtturm, die Kugelbaake und andere Punkte unseres Amtes für ihre Zwecke in unumschränkter Weffe zur Verfügung gestellt. In letzter Zeit wurde fast nur von der Wattinsel Neuwerk aus experimentiert, und es soll gelungen sein, Nachrichten in vollkommen tadelloser Werse auf sehr beträchtliche Entfernungen zu übermitteln. Am Sonnabend erschien die Hamburger Finanz-Deputation hier, um sich die Versuche anzusehen. Zu ihrer Bequern- lichfeit wurde an diesem Tage wieder von dem Leuchtturm nach der Kugelbaake telegraphiert. Herr Dr. Cantor gab hie notigen Erläuterungen. Zwischen beiden Stationen liegt eme Entfernung von etwa einer halben Meile; doch sind , schon viel größere Entfernungen bewältigt worden. Zugleich wurde den Zuschauern Gelegenheit gegeben, sowohl von der Geber-, wie von der Nehmerstation Einsicht zu nehmen, n 5atUCr' r"?ter denen sich auch Bürgermeister i^r Monckeberg befand, waren von dem Gesehenen und Gehörten aufs höchste befriedigt. Es dürfte in nicht zu ferner Zeit gelingen, die vier in der ElbmÜndung verankerten Leuchtschiffe mittels der Professor Braunschen Telegraphie mit dem Lande zu verbinden; eine Verbindung, die seit Jahren sehnlichst gewünscht wurde, die aber bisher to,a?e Von wie großer Bedeutung für die I ri tv rt s^". würde, kann sich auch jede Landratte I vorstellen. Nach dieser Richtung hin würde die neue Er- I Endung von der allergrößten Bedeutung sein. M.P.C. Die Konservativen des preußischen Abqe- I ordnetenhauses bestreiten entschieden, kanalgegnerisch in bem Sinne zu sein, in dem dies neuerdings immer mehr I Don ihnen behauptet wird. Sie haben ihrerseits ein Kanal- I Programm für die ganze Monarchie aufgestellt, gleichzeitig aber auch eine Liste in petto, ähnlich derjenigen, welche von I Den Nationalliberalen anfangs der zweiten Hälfte der sieb- ziger Jahre in Bereitschaft gehalten wurde, als Herr I ». Bennigs-n mit dem Fürsten Bismarck Verhandlungen über Neubildung des Ministeriums pflog. Auch -inen neuen Minister des Innern möchten sie haben, der jetzige — at-. I migt itjnen burdjaiid nicht. So wurde in den letzten Tagen I im Abgeordnetenhause erzählt. — lieber ben internationalen Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels schreibt man aus London: Ein starkes nationales Interesse veranlaßte die m7hr7@$eUf^Iani’6' -r$ möglichst zahlreich und thätig an dem Kongreß zu beteiligen. Dabei mußte aus praktischen I ^wagungen von einer etwaigen Ausrollung der gesamten Sittlichkeitsfrage Umgang genommen werden, um desto fidierct aus d-m begrenzten Gebiete des Kampfes wider die Verlockung deutscher Mädchen in die Ferne etwas Wirkliches zu erreichen. Der Kongreß, die Tage vom 21.—23. Juni I umfassend war von etwa 250 Teilnehmern der verschiedensten Kulturstaaten besucht. Nachdem Rußland, Belgien und I Frankreich ihre Berichte vorgetragen hatten, folgte Deutschland vertreten u. a. durch Gras A. von Bernstorfs, Kaufmann Schroder-Bremen Gräfin Ds-nburg und Pastor Ostertag- Münchcn, Pastor Burckhardt-Berlin u. s. w. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Antrag über 1) die Sonftitncruna 2) die Organisation der Landesverbände und 3) die zu leistende Arbeit wurde vorgelegt; nach freundlicher Befürwortung I ausgesührten Diebstahl. Ziehen Sie die Vorlage rtef er den Ministern zu, sonst wird sie durch die R-voL hene%,,r?hVrEfamtC M und verursacht " ben Pultdeckeln einen ungeheuren Lärm. Demblon i, fort, indem er eme letzte Warnung an die Armee und n Komg richtete. Em anderer sozialistischer Stbgeorbr„ federte die Kammer auf, zu erklären, weshalb fi, u Burgern verweigere sich mit ihren Abgeordneten in Wandelgangen der Kammer zu unterhalten. Mir M 'ucht- daß dieses Gesetz mit Hilfe der Bajonette durch,» werde. Der Tumult wurde immer größer, und bet Sräft tonnte bie Drbnung nicht mehr aufrecht erhalten r L'nke unb Rechte stauben sich mit geballten Fäusten . über. Reimer brachte eine Tagesorbnung ein, tooÄ . bic Kammer-Quästoren fabelt. Der Präsibent hob des immer größer werbenben Tumultes die SiNnn- ' und ließ Militär-Posten auf der Tribüne postiere/ 1 Soäialiften zogen sich hierauf zurück, indem sie bie'®/ fcidaife sangen. Nach Wieberausnahme ber Sitzung w, der klerikale Abgeorbnele Renkin mit ber Beratuna Budgets ber Justiz beginnen, aber bie gesamte Li l, summte ben Gesang ber Marseillaise an, bie von dem W, Demission, Demission zeitweise unterbrochen wurde Minister gerieten in bie größte Aufregung. Die Maeoi” neten ber Linken setzten ben ungeheuren Lärm uneiLJ fort unb fangen bas Lieb: „O van ber Peereboom" gut auf ben Tribünen herrschte große Aufregung. Auf Straße hatten sich viele Menschenmassen versammelt erwarteten, baß sich bie Manifestationen auf der Stipf< fortsetzen würben. Für heute ahenb werben Maffen-Kutt gedungen erwartet. Die Sozialisten werben ihren Mq( ^.dneten nach ber Sitzung große Ovationen batbrinn?- Die Polizei ist konsigniert. 9 Brüssel, 27. Juni. Gegen Ende ber Sitzung warf o? Sozialist Vanbervelbe ben Präsibenten unb ben auf h- Tribüne sprechenben klerikalen Abgeorbneten Renkin Papierballen ins Gesicht. Die Aufregung HZerburch ihren Höhepunkt. Der Präsibent verließ iWl Sitz unb hob bie Sitzung auf. Die Linke schrie: Dn bleiben hier. Das Bureau erteilte sobann Äckhl, bie Tribünen zu räumen. Mehrere Journalisten weigerten sich ! bie Plätze zu verlassen, weil noch Abgeordnete im Saal anwesend seien. Als ber letzte Abgeordnete ber Rechicu ben Saal verlassen, schrieen die Sozialisten: Es lebe Die Republik. — Die Sozialisten wollen die Obstruktion bis ! zum 5. Juli fortsetzen, dem Tage, wo die Debatte über bic Wahlvorlage beginnt. ## i das Eh hi-l 'la. #,?■ üini10/1 nientskoi Knallt v. anlvalt1 Siebente verordne MM Interesse beteiligte daß bete Ausstellli Meldesch von der neue P blau, gr lassen, großen fteflungei das M Zeughau von ber Dbermüf Schreib» Der Prä Oberhess Montag Äonferen zücht in unb ben freier be tingeladei aus ber 8 jamte $ gegenb a' heim be lanbroitl1 Zuchtftai Graf So lung uni Hessen bu letzten Jc bei allem wie bit$ zu vermiss verein bie Ansichten i zu yexneb tiefen sei unb wie Kgelzuch wenden darauf hi für den daß im f Geflügeh müssen, habe unsi könne, d und Für! nötig, fü um eine Reibereik von von sation u Es gäbe und Gie Schotten wirtschaft Sektionen stützen, । Wi nac erzielt we Achtung man versi sliigelzuch sich 3, «"szucht ^eflügelz für bie i Gebiete t fürri^ti, Ht in‘ Mit «ttonom »nie bj, Ausbaues unterstütz, und \ ^hens pj Ehrung >-bgch > l9 " b|it-«; 1 Aus der Zeit für die Zeit licherweise keinen Schaden genommen. Vor 68 Jahren, am 29. Juni 1831, starb auf Kappenberg bei Dortmund Freiherr von und zum Stein. In und außer Dienst wirkte er rastlos, energisch und umsichtig für das allgemeine Beste und für die Ehre und Einheit des deutschen Vaterlandes. Die Neugestaltung des inneren staatlichen Lebens in Preußen, wodurch die Nationalerhebung vorbereitet und erfolgreich gemacht wurde, ist hauptsächlich sein Werk. Er wurde am 26. Oktober 1757 • Frankfurt a. M., 26. Juni. Gestern abend entgleisten von dem um 8 Uhr 33 Min. hier eingehenden Basel-Frankfurter Schnellzuge kurz vor der Mainbrücke auf der Frankfurter Seite an einer Kurve der Postwagen, der am Schlüsse des Zuges hing. Da sich an dieser Stelle der Zug noch in ziemlich starker Fahrgeschwindigkeit befand, rollte der entgleiste Postwagen etwa 400 Meter neben dem Schienengeleise her, bis der Zug gestellt werden konnte. Mehrere hundert Schienenschwellen sind dadurch beschädigt und das Geleise unfahrbar. Eine große Anzahl Arbeiter wurde zur Herstellung des beschädigten Fahrdammes aufgeboten. Während der Nacht und am heutigen Tage mußten die Züge von und nach Niederrad eingeleisig gefahren werden. Die Begleiter des Postwagens haben glück- Bei dem Besuche der schönen Schützenhalle in ihrer beinahe fertigen Dekoration, ist uns ausgefallen, daß bet den vielfach ange- brachten Wappen der Staaten und Städte des Schützenoerbandes bet der Darstellung des kaiserlichen Wappens etn Versehen unterlaufen ist. DaS Wappen der Hohenzollern ist bekanntlich ein vier- vorhanden seien, zu fördern. Landwirtschaftslehrer AndrL- Büdingen erklärte, die Zuchtanstalt des Gießener Vereins sei ohne Frage eine mustergiltige Einrichtung, ihr gebühre von den zur Verfügung stehenden 1000 Mk. der Löwenanteil, er schlage vor, für diese Anstalt 300 Mk. zu geben. Der Wetterauer Verein habe zwar schon länger gewirkt und auch gutes geleistet, doch müsse er hinter Gießen zu- rückstehen und werde mit einer Unterstützung von 200 Mk. zufrieden sein. Für Lauterbach, Allendorf, Alsfeld, Schotten und Büdingen schlage er je 100 Mk. vor. Graf Solms- Laubach tritt für den gemachten Vorschlag ein. Geheimer Regierungsrat Dr. Braden-Friedberg ist der Ansicht, daß man zur Hebung und Förderung der Geflügelzucht die Belehrungen und Vorträge nicht entbehren könne. Richtig sei der Vorschlag des Zusummenschlusses aller Vereine, die die Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 28. Juni. Wie das „Berliner Tagebl." aus Madrid meldet, ist der spanische Botschafter in Berlin zum Bevollmächtigten für die Entgennahme des Kaufpreises für die Karolinen ernannt worden. Berlin, 28. Juni. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Tsintau: Infolge neuer ungünstiger Nachrichten aus dem Aufruhrgebiete sind weitere 120 Mann mit Geschützen nach Kaomi abgegangen. Bochum, 28. Juni. Zur gestrigen Mittagsschicht waren auf den Zechen bei Herne nur sehr wenige Bergleute angefahren. Wegen der Tumulte beim Befahren der Zechen ist der Landrat um militärische Hilfe angegangen worden. Auch hat derselbe eine Bekanntmachung anschlagen lassen, in der er alle deutschen Familien-Häupter auffordert, die Polen nicht zu unterstützen und ihre Forderungen in ruhigster Form geltend zu machen. Die Wirtschaften müssen um 10 Uhr geschlossen werden. Bei dem Versuch, zwei verhaftete Genossen zu befreien, wurden mehrere Ausständige durch Schüsse verwundet. Wie weiter gemeldet wird, dauern die Tumulte in Herne an, und es wird nunmehr von beiden Seiten mit Revolvern geschossen. Ein Wagen, in welchem Zechen-Direktoren saßen, wurde mit Steinen beworfen. Es kam dabei zu einem Zusammenstoß zwischen den Ausständigen und der Polizei, wobei einige Personen schwere Verwundungen davontrugen. Gotha, 28. Juni. Die Mission des Staatsministers v. Strenge in England in Sachen der koburgischen Thronfolge ist erfolgreich gewesen. Die definitive Entscheidung wird morgen erwartet nach einer Konferenz des Herzogs Alfred mit dem morgen früh aus England zurückkehrenden Minister in Koburg. Briiffel, 28. Juni. Die Tumulte in der gestrigen Kammersitzung haben ihren Widerhall in der Provinz gefunden. Die Gemüter sind in allen größeren Centren erregt. In Mons, Charleroi, Lüttich, Antwerpen und anderen Orten fanden Versammlungen und Protest-Kundgebungen statt. Brüssel, 28. Juni. Gestern abend fanden in den Vororten Protestversammlungen gegen die Wahlvorlage statt. Ueberall war der Zudrang des Publikums ein sehr starker. Nach Beendigung der Versammlungen durchzogen die Kundgeber die Straßen unter den Rufen: „Es lebe die Republik!" Eine Anzahl Kundgeber begaben sich zum Volkshause, wo Vandervelde eine Ansprache hielt. Paris, 28. Juni. Der Prozeß in Rennes dürfte in den letzten Julitagen beginnen, lieber die Zulassung der Zeugen werden der Präsident des Kriegsgerichts und I der Regierungs-Kommissar nach genauem Akten-Studium entscheiden. Ueberflüssige Aussagen, d. h. Wiederholungen der vor dem Kassationshofe abgegebenen Erklärungen sollen vermieden werden. Paris, 28. Juni. Wie es heißt, beabsichtigt Gallifet seine Demission einzureichen, sobald die Dreyfus-Angelegen- heit erledigt ist. Paris, 28. Juni. Die Verurteilung des italienischen Generals Giletta zu 5 Jahren Gefängnis wird von den meisten Blättern mit Befriedigung ausgenommen. Paris, 28. Juni. Die Vertagung der Kammer erfolgt wahrscheinlich am Samstag. Die Nationalisten protestieren dagegen. Es ist eine Interpellation Millevoye angemeldet, wie Millerand das kollektivistische Programm durchzuführen gedenkt. Paris, 28. Juni. Aus Brest, 2 Uhr morgens, wird gemeldet, daß der Kreuzer „S f ax" in Sicht ist. Wie verlautet, wird der Krruzer an der Küste kreuzen und erst in der Nacht von Donnerstag zum Freitag den an Bord be- I findlichen Dreyfus an Land setzen. Madrid, 28. Juni. Die Meldungen aus den Provinzen lauten immer beunruhigender. Die blutigen Straßen- I Demonstrationen erneuerten sich in den verschiedensten Städten. Der Polizei-Präfekt von Sarragossa hat I demissioniert. Saragossa, 28. Juni. Die Unruhen der letzten Tage wurden gestern neuerdings fortgesetzt. Die Truppen mußten I einschreiten und von der Waffe Gebrauch machen, wobei I eine Person getödtet und mehrere schwer verwundet wurden. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 28. Juni, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasier 15°, Luft 17'/»°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebracht« Krank« kommen. Gingesandt. Gießen, 28. Juni 1899. zu Nassau geboren. Vermischtes. Summa: 11 (7) 6 Ml) HÜ ** Hundeausstellung. Vergangene Woche konstituierte sich ^8 Ehrenkomitee für die am 15. und 16. Juli da- Üti stattfindende große Ausstellung von Jagd- und Lu s-ushunden. Demselben gehören an die Herren: Pro- fipr Dr. Löhlein, Rektor der Universität Gießen; Pro- uuzialdirektor v. Bechtold, Gießen; Oberst und Regi- r rtskommanbeur v. Dewitz, Gießen; Oberbürgermeister Snauth, Gießen; Landgerichts-Präsident Freiherr 1. 91tcou , Gießen; Landrat Goedecke, Wetzlar; Rechts- Malt Grünewald, Gießen; Landrat v. Heim bürg, Hieioenkopf; Oberamtmann Hoffmann, Hof Gill; Stadt- merdneter I. Kirch, Gießen; Landrat Na eg klein, teburg; Direktor S. Pascoe, Gießen. — Welches Mresse für die im großen Stil angelegte Ausstellung in kieiliaten Kreisen herrscht, möge die Thatsache illustrieren, , w«. ---- - " > bä» bereits 120, zum Teil sehr wertvolle Ehrenpreise dem Hebung und Forderung der Geflügelzucht bezwecken, und Lluchstellungsleiter zur Verfügung gestellt wurden. Der daß Gießen dabet an der Spitze marschiere, fei ihm ganz Meldeschluß ist auf den 4. Juli festgesetzt. recht. Pfarrer W e b e r-Londorf erklärt, er gehöre als Mtt- •• Neue Postkarten. Herr Adolf Arnold hier hat glied dem Gießener, dem Wetterauer und dem Londorfer Don der bekannten Kunstanstalt Obernetter-München Geflügelzuchtverein an. Ihm set bekannt, der Gießener neu e Postkarten in vier Sujets und je drei Farben - Verem habe reiche Mittel, er fet al« großer .^rem m Mai qrün und sepiablau — in Heliogravüren anfertigen glücklichen Lage, über erheblichere Mckg ieberbeckrage für feine Mfan. Dieselben haben bei den hiesigen Kunsthändlern Zwecke verfügen zu können, als em kleiner Verein, er bitte ffken Anklang gefunden, sodaß vorerst nicht alle Be- doch dem Londorfer Verein die vorgeschlagenen 100 Mk Huingen erledigt werden konnten. Die Karten stellen dar: zu bewilligen. Der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins das Justizgebäude mit dem Weiher an der Ostanlage, das Gießen, Aug. Schwan machte die Mitteilung, daß es falsch I Icuichaus die Johanneskirche mit der Südanlage und den sei, wenn behauptet würde, der Gießener Verem sei reich, voit der Brücke aus sichtbaren Teil der Lahn mit dem er habe im Gegenteil Schulden machen müssen, um die Ode. mühlwehr. Die hübschen Karten sind in den hiesigen Zuchtstation ins Leben rufen zu können. M°n habe bisher Scheibwaren- und Kunsthandlungen käuflich zu haben. 1620 Bruteier von beiden Rassen, die gehalten würden, J ______I_ abgegeben und hätte noch 1000 Bruteier mehr abgeben *+ Die Hebung der Nuhgefiugelzucht auf dem Lande, können, wenn man dieselben gehabt hätte. Er wolle nur Der Präsident des landwirtschaftlichen Provinzialvereins für sagen, daß reges Interesse der Landwirte im weiten Kreise Obwbefien, Herr Graf zu Solrns-Laubach hatte auf für die Zuchtstation des Vereins vorhanden sei. Der Ver- Mckaq nachmittag 3 Uhr in das Hotel Prinz Karl eine ein beabsichtige zum Herbst kräftige junge Hahne aus seiner Soff erenz einberufen, um über die Hebung der Nutzgeflügel- Station zum billigen Preise aufs Land zu geben, um so ich in unserer Provinz eine Aussprache der interessierten frisches Blut nach dem Lande hinaus zu schaffen. Pachter and berufenen Kreise herbeizuführen. Hierzu waren Ver- Halm-Wemngs will die Geflugelseklwnen der landwirtschaft- iretnc der bestehenden Geflügelzuchtvereine in Oberhesfen lichen Vereine für die Zukunft erhalten und nicht verdrängt ralaben. — Am Vormittag wurde die Hühnerzuchtstation sehen, da auf diese eine Organisation Wecker zu bilden fei, aus!der Bichler'schen Hardt eingehend besichtigt, wo der ge- die der Geflügelzucht von Nutzen sei. Oekonomierat Lei- iQnne Vorstand des Geflügelzuchtvereins Gießen und Um- thiger ist der Ansicht, daß die Spezialvereine besser und gtßttnb anwesenb war, worauf sich bie Herren nach Heuchel- rationeller arbeiten unb bie Angelegenheit von b^senE^ htinn begaben, um ben beim Posthalter Krailing vom erfaßt werben kann, als von ben lanbwirtschaftl chenBezirks- laabivirtschaftlichen Bezirksverein Gießen untergebrachten vereinen. Der Antrag Anbrs, betreffs Verteilung ber zur judüftamm „Minorka" in Augenschein zu nehmen. Herr Verfügung gestellten 1000 Mk. wirb angenommen. Ebenso @rcn Solms-Laubach eröffnete am Nachmittag bie Versamm- wirb ber Bilbung eines Verbanbes zugestimmt unb zu dessen liinc und betonte, daß die Geflügelzucht bei uns in Ober- Vorsitzenden Lehrer Knaup-Heldenbergen gewählt. Milan durch die Thätigkeit der Geflügelzuchtvereine in den I -1- Beuern, 27. Ium. Sonntag den 2. Juli b. Am Jahren ganz hübsch vorwärts gekommen sei, doch sei wird Hierselbst ein größeres Misslonsfest gestiert werden t!< ullem guten Willen eine Einheitlichkeit der Bestrebungen, Im Vormittaggottesdienste wird Herr Psarrer Hohagen aus »itlbie« auf anderen Gebieten der Viehzucht der Fall sei, Barmen, im NachmittagsgotteSd,-nste Herr Pfarrer Walz ii varmissen. Dies sei der Grund, weshalb der Provinzial- aus LanggonS und Herr Missionar Flad aus Ujina pre» man die heutige Besprechung herbeigesührt habe, um die bigen. Die Gottesdienste beginnen um IVUHr vormittags, le sichten der berufenen Vertreter der Geflügelzuchtvercine bezw. 2 Uhr nachmittags. In einer Nachversammlung, die u wernebmen über die Fragen, welche Maßnahmen zu um >/-S Uhr beginnen soll, werden außerdem noch ver- fttfen seien, um die Geflügelzucht aus dem Lande zu heben, schieden- Ansprachen gehalten werden. Mehrere P°saunen- wie die .Zuschüsse des Staates zur Hebung der Ge- chöre haben ihre Mitwirkung bei dem Feste zugesagt. Alle fteUudjt in unserer Provinz am zweckmäßigsten zu ver- I Missionsfreunbe sinb herzlichst emgelaben. Sen feien. Oekonomierat Leithiger-AlSfeld weist Schotten, 24. Juni. Gestern und heute unternahm die daromf hin, baß bern Prvvinzialverein vorn Staate 1000Mk. I Forstakabernie Aschaffenburg einen Ausl ug in für Iben genannten Zweck zur Verfügung gestellt seien, unb ben Vogelsberg zur Besichtigung ber Wölber. Arn Iür im Sanbtage sich bie Stimmen mehren, für Ziegen- unb ersten Tage würbe ber Oberwalb Mer Führung der M üqelziicht für bie Folge erheblichere Mittel bewilligen zu Herren Oberförster Diefenbach, Eulefelb unb Weber, unb An, als bies bisher ber Fall war. Die Geflügelzucht I heute bie Oberförsterei Eichelsborf unter Führung bes dab! unstreitig eine große volkswirtschaftliche Bebeutung unb Herrn Oberförsters Trautwein besichtigt. Der gestrige ta, barüber sei man sich wohl einig, zu bereu Hebung Abenb vereinigte bie Teilnehmer, 50 an ber Zahl, in fn!) Forberung auch mehr geschehen. Es sei in erster Linie Schotten, auf ber Sommerfrische „Posthäuschen - wobei nötioa? für biefe Bestrebungen eine Organisation zu schaffen, ber hiesige Musikverein konzertierte. Musik unb vor- un eine Verletzung ber Bestrebungen unb um gegenseitige I treffliche Bewirtung ließen halb eine animierte Stimmung Äreien unter ben Vereinen, wie sie Vorkommen können, | Platz greifen. ton vornherein zu verhinbern. Es fehle an einer Organi- jjtimn unb empfehle sich bie Grünbung eines Verbanbes. zz mäbe in ber Provinz in Lauterbach, Friebberg, Allenborf tnb Gießen Vereine, sowie in Alsfelb, Bübingen unb Rotten Sektionen für Geflügelzucht ber betreffend lanb- Mrilschaftlichen Vereine. Die Frage fei, soll man biefe Mionen neben ben bestehenben Geflügelzuchtvereinen unter» tetn, eine Einigung müsse bann wegen ber Grunb- jk<., nach benen ber Staatszuschuß verteilt werben soll, itjialt werben. Lehrer Knaup-Helbenbergen hält bie Er- chnung von Zuchtstationen, über bie Art berselben könne verschobener Ansicht sein, für sehr geeignet, bie Ge- Mzucht im Lanbe zu heben. Am rationellsten sei eine He Zentralzuchtanstalt für bie Provinz oerbunben mit jaucht von Junggeflügel. Ein wichtiger Moment, bie Wügelzucht zu förbern, seien belehrenbe Vorträge mit Mischen Demonstrationen, Lehrkurse. Rebner ist weiter h Ansicht, bie Mittel, bie bem Provinzialverein vom Staate fit bie Geflügelzucht zur Verfügung gestellt seien, sollten imi Teil auch für Belehrung unb für Vorträge auf biefem Miete verwenbet werben. Graf Solms-Laubach hält es ßt richtig, ba wo praktisch bereits bie Hebung ber Geflügel- lifrlt in Angriff genommen sei, bie Mittel zu verwenben, Mr.nit um so kräftiger bort weiter gearbeitet werben könne. Mbnomierat Leithiger ist ber Ansicht, baß in erster Wiiie bie Zuchtstation bes Geflügelzuchtvereins Gießen bes WSbaues unb ber Forberung bebarf. Dieses Institut muß iillcirstützt werben. Die Anstalt steht in ber Provinz einzig Ii -j-mb hat unstreitig währenb ber kurzen Zeit ihres Benins praktisch unb nutzbringenb gewirkt, ebenso müsse bie Mtstammhaltung unterstützt werben, unb babei brauche bie Mrung nicht vernachlässigt zu werben. Herr Kulm- limerbach legt bar, wie bie Zuchtstammhaltung im bortigen tzlMke sehr segensreich wirke. Die Geflügelzucht im Vogels- Hege sehr barnieber, unb baß biefe gehoben werben hum unb gehoben werben müsse, stehe außer allem Zweifel, ir | bitte auch, bie Zuchtstammhaltungen, ba wo biefelben fach geteilter Schild, drffen erstes und vierte« Feld weiß, da« zweite und dritte dagegen fchwarz ist. Das Wappen in der Schützenhalle zeigt gerade die umgekehrten Farben. Wenn auch vielleicht ntemano In Gießen dieses auffallen möchte, fo könnte doch leicht ein auswärtiger Frstgast dieses bemerken, da jede« Fünf'Markstück ihn von diesem Fehler überzeugen kann. _____________________________ Wöchentliche Nebers,cht der Todesfälle in Gießen. 25. Woche. Vom 18. Juni bis 24. Juni 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSziffer: 23,53, nach Abzug der Ortsfremden 8,48°/«. Kinder vom 2.—15. Jahn 1 ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im — 1. Lebensjahr: 2_(2) Lebensschwäche Rhachtti« 2 (2) 1 Lungentuberkulose 1 (1) 1 (1) — Tuberkulose anderer Organe 2 1 — Lungenentzündung 1 1 — Lungenkatarrh 1 (1) 1 (1) — Herzleiden 1 (1) 1 (1) — Gehirnentzündung 1 CD — — Kreb« 1 (1) 1 (1) — 4. Abonnem ents - Konzen ausgeführt von der Alleinverkauf bei 4711 Ernst Balser, Wusburg. I Logis zu vermieten. 4962 Licherstraße 21. Tranttfti 4983 Neu! Neu! 4978 9 Neu! 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