nen herzliche Nach. * unfern lieben, ^^®3get 'Der, tten 42. Lebens- Seiten. S'll Uhr. üoni 0314 ir 1899. tbliebenen. Steinßrafee 70, 2% Ufo, vom 963 VL\ll ossh. Hess.) Nr- HS 961 iner Frau ihre ehe ich hiermit Mer, Hehrer. Hausse. .irscWger. 2) q> Fantasie a i* eJ- ,0)Ku8iknack' Verdi- ) Berlin Stranes Stil- flirt ,hod. fr* M ^idi 1 7 Nr. 25 Zweites Blati Sonntag den 29. Januar 1809 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Nvnahme von Anzeigen zu der nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen.BermittlungSstellen de« In- und Auslände« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich mit Ausnahme de« Pkontag«. Dte Gießener Pamikieublätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal deigelegt. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Vr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische UotKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietzen. Fernsprecher Nr. 51. Die Unternehmer und die Liefernngs- bedingnngen. Auf mancherlei Mißbräuche, die in dem Verhältnisse eines Bauleitenden dem Unternehmer oder Lieferanten gegenüber unterlaufen, lenkt folgende an die „Kölnische Zeitung" gerichtete Zuschrift die Aufmerksamkeit: Vor allem sind es die den öffentlichen oder brieflichen Ausschreibungen beigegebenen sogenannten „allgemeinen und besonderen Bedingungen" für die Uebernahme oder Ausführung, die in der Aufschraubung von Vorschriften oft unerhörtes zu Tage fördern. Es ist in Bauämtern des Staates, der Provinz, des Kreises, der Städte, der Landgemeinden und nicht minder sogar in Privatverwaltungen von Architekten, Ingenieuren und andern nur zu oft gäng und gäbe, daß die Ausführungsbedingungen nach Möglichkeit verklausuliert werden, daß die Liefer- oder Fertigstellungstermine bis ins unmögliche zusammengepreßt, die Zahlungsleistungen von allem möglichen abhängig gemacht, die Konventionalstrafen in unglaubliche Höhen hinaufgerückt werden, die sogenannte „Abnahme" nebst der Abrechnung des geleisteten in möglichste Ferne geschoben wird und die Kautionsabzüge bis zu 10 pCt., ja bis zu 20 pCt. der Vertragssumme reichen. Der Unternehmer steht einem solchen Machwerk gegenüber machtlos da, er muß die Schlinge sich um den Hals legen lassen, will er Beschäftigung haben und des Auftrags und vielleicht manches folgenden nicht verlustig gehen. Dazu treten häufig noch die vielen traurigen Bemängelungen und Scherereien während der Ausführung des Auftrags, es kommen hinzu die meist für nebensächlich gehaltenen vielen Leistungen, die alle in die Bedingungsparagraphen mit eingeflickt sind und oft ganz erhebliche Kosten dem Unternehmer nachträglich auf- rrlegen. Darauf, daß der Unternehmer sehr häufig von Naturereignissen sowohl wie von seinen Arbeitern abhängig ist, wird keine Rücksicht genommen, die eingezwängten Fertigstellungstermine werden von dem Auftraggeber unnachsichtig festgehalten und jede Ueberschreituug wird mit der beliebten „Konventionalstrafe" belegt, sodaß, wie gesagt, der Unternehmer oft 10 bis 20 Prozent seiner ganzen Vertrags- slimme ohne jedes Verschulden einbüßt. Das Verhältnis zwischen Auftraggeber und -nehmer ist überhaupt bei den ins unendliche geschraubten Vertragsbedingungen gewissermaßen nur ein einseitiges, denn der Unternehmer, er mag die schwierigsten technischen und sonstigen Aufgaben erfüllen, ist stets nur der leidende Teil in diesem Verhältnis, das nicht immer überhaupt ein menschenwürdiges genannt werden kann. Lehnt er sich nur irgendwie gegen die Herrschsucht von oft noch recht unerfahrenen jungen Aufsichtskräften auf, so kann er es erleben, daß die Beanstandungen und Nörgeleien hin Ende nehmen und alle die Bedingungsparagraphen in jchroffster Weise gegen ihn gehandhabt werden. Diejenigen Beamten der alten starren Schule, die in dem Feuilleton. Kin historisches Wühlrad. Von Monday. Zwei Tagebuchblätter liegen vor mir, die von den Ein- bücken einer italiemschen Reise berichten. Schon etwas ver- zilbl, die feinen Schriftzüge verblaßt, aber der Inhalt anregend mib lebendig; darunter auch das Erlebnis in Seravezza. — fröhliche Gesellschaft war es, die sich im Hause de» «ignor Denotti zusammengefunden hatte, um die Schönheiten dir Gegend kennen zu lernen. Einer der Gäste, ein Konsul m Florenz machte bei den häufigen gemeinsamen Ausflügen ■m Führer, und groß war die Freude, als er die ganze ß^ellschaft zu einem Ausflug nach Seravezza ausforderte. Ei besaß in der Nähe große Marmorbrüche und außerdem Wie man von der Stadt aus einen vorzüglichen Ausblick »ach dem Alttsfimo haben. Im Vertrauen auf den „ewig heiteren Himmel" machten wir uns früh am Morgen auf den Weg — und langten im strömenden Regen in S. an. Tn ein Klettern in den Bergen war nicht mehr zu denken, «der das that der guten Laune keinen Eintrag. Lachend und Aaudernd ging es nach dem Albergo. Als wir an einer «affermühle vorüber kamen, machte uns der Konsul auf den ^>>ken aufmerksam, der sich über dem großen Rad befand. ? ®wen darauf drei Buckstaben eingeschnitten: N. A. N. 0. die Jahreszahl 1831. Hebet den R. befanden sich mwryartige Einschnitte. „Es knüpft sich daran eine merk- WOtK Geschichte", sagte der Konsul, „unb die Beteiligten Unternehmer sogar nur den „Betrüger" witterten, sind ja wohl nun im Aussterben begriffen, aber es giebt doch heutzutage noch verschiedene, die an diese Auffassung streifen, zum mindesten aber es sich hoch anrechnen, wenn sie dem Unternehmer das Leben so sauer wie möglich gemacht haben. Diese Verkennung des eigentlich auf Gegenseitigkeit beruhenden Verhältnisses zwischen dem Auftraggeber und dem Unternehmer des Auftrags verursacht stets bei letzterem ein unwillkürliches Bestreben, jede irgend sich zeigende Lücke des Vertrages möglichst für sich auszunutzen und gereicht dem ganzen Unternehmerwesen in der einen oder anderen Weise unbedingt zum Nachtheil. Der Staat, die Provinz, der Kreis, die Städte, die Landgemeinden und die Privaten haben daher alle Ursache, endlich mit den hergebrachten alten „Hänge- und Würge-Paragraphen" ihrer Vergebungs- Bedingungen gründlich aufzuräumen und ihren älteren wie besonders jüngeren Beamten oder Gehilfen die nötigen Unterweisungen über die richtige Auffassung des Vertrags- Verhältnisses zwischen den Vertragschließenden in ernster Weise zu erteilen. Geschieht dies nicht, so ist ein gedeihliches Zusammenarbeiten ausgeschlossen, und die Folge könnte sein, daß Bedrückung und Rechtsabschneidung dem Unternehmerstande gegenüber sich breit machen, andererseits aber auch der Unternehmerstand dazu gedrängt wird, wo irgend möglich Gegenmaßregeln zu seiner Schadloshaltung zu ergreifen. Man möge nicht etwa glauben, daß in Vorstehendem diese Verhältnisse in zu grellem Lichte dargestellt worden sind, nein, eine große Anzahl gerechtfertigter Klagepunkte wurde gar nicht erwähnt oder nur allgemein gestreift, die den ohnedies meist mit Sorgen und Schwierigkeiten der verschiedensten Art überhäuften Unternehmer empfindlich belasten. Anderseits jedoch wollen wir nicht verkennen, daß es unter den Auftraggebern auch solche giebt, die das richtige hierin anstreben, und das schroffe der einmal hergebrachten Bestimmungen zu mildern suchen. Im übrigen wird sich der Kenner der zu rügenden Zustände dem nicht verschließen können, daß die Wahrheit des gesagten tagtäglich nachgewiesen werden könnte, beruht diese Schilderung doch auf der Erfahrung und der Selbsterkenntnis eines Mannes, der jahrelang in der einen wie der anderen Eigenschaft thätig gewesen ist. Auf dem Wege des Gesetzes läßt sich diesen Uebelständen und Mißbräuchen leider nicht beikommen, es bleibt also nichts übrig, als sie wiederholt öffentlich zur Sprache zu bringen und einzelne schlagende Fälle ans Tageslicht zu ziehen. Wir sind davon überzeugt, daß diesem einfachen Verfahren der Erfolg nicht fehlen wird, zumal anzunehmen ist, daß der Rechtlichdenkende wohl schon längst fühlt, wie ungehörig es ist, der mit Vorliebe gehandhabten Preisherabdrückung auch noch diese Bedrückung des Ausführenden hinzuzufügen. sollen sie Ihnen selbst erzählen". Im Albergo war e« ganz behaglich und schon war eine Partie Billard im Gange, als der Wirt meldete, die vom Herrn Konsul herbeschiedene Wirtin sei draußen. Eine rüstige, alte Frau trat herein und grüßte freundlich. „Ich kann mir schon denken, was Sie wollen Herr Konsul, ich soll die Geschichte von meinem Mühlrad erzählen, nicht wahr?" Sie setzte sich ohne Umstände und begann: „So wie Sie den Regen jetzt sehen, hatte er damals schon elf Tage gedauert, die Serra und die Vezza waren so groß, daß Schiffe darauf hätten fahren können, wie ich sie im Hafen von Livorno gesehen habe. Mein Mann, Gott hab' ihn selig, hatte am Abend das Mühlrad angekettet, aber was hilft das, wenn dte Flut so stark ist. Am frühen Morgen weckte uns ein schreckliches Getöse, es war, als ob der Alttssimo auf unsere Mühle fiele. Mein Carlo stürzte hinaus — was war geschehen? der Druck des Waffers hatte das Brett der Schleuse weggeriffen, die Kette am Mühlrad hatte nicht nach- geqeben und so hatte der Strom das Rad zertrümmert. Mein Mann kam leichenblaß herein und erzählte es mir. Wie ich geweint habe, können Sie stch denken, denn wir waren zu arm, um ein neues Rad zu kaufen, und wie sollten wir nun leben! In meiner Rot ging ich zu meinem Onkel, dem damals dieses Haus gebürte und bat ihn um Hilfe. Ec fuhr mich barsch an, ich sollte ihn zufrieden lassen — er hätte fremde Gäste. Sie schienen ihm zwar politische Flüchtlinge, aber Geld hätten sie. Ich bat, ich flehte, der Onkel fing an zu fluchen und drohte, mich hinauszuwerfen. Da öffnete sich die Thür vom Billardzimmer, ein junger Mann trat heraus und fragte, was e» gäbe- dte Madonna weiß, wie ich den Mut fand, ich erzählte dem Fremden mein Unglück. Kaum hatte ich geendet, nahm er mich bei der Hand und führte Ausland. Wien, 27. Januar. Zwischen der christlich-sozialen und der katholischen Volkspartei finden Verhandlungen statt wegen eines engen Anschlusses beider Parteien, als parlamentarisches Bremsmittel gegen die radikalen Ausschreitungen nach rechts und links. Weiter verlautet, daß das Kabinet Thun, nachdem es den Ausgleich auf Grund des § 14 ausgeführt haben wird, zurücktreten und durch ein Ministerium aus den Reihen der Christlich-Sozialen und der katholischen Volkspartei, sowie der Polen ersetzt werden soll. Wien, 27. Januar. Wie die „Politische Korrespondenz" meldet, ist die Wahl der belgischen Hauptstadt zum Sitz der Abrüstungs-Konferenz noch nicht definitiv erfolgt. Es sei jedoch, da der König der Belgier sicherem Vernehmen nach den Kabinetten einen dahingehenden Vorschlag machen ließ, wahrscheinlich, daß die Konferenz in Brüssel stattfinoet. Dagegen hat die russische Regierung keine Form gefunden, in der sie den Papst einladen könnte, um an der Friedenskonferenz teilzunehmen. Budapest, 27. Januar. Die Situation ist unverändert. Die bisherigen Kompromiß-Verhandlungen sind resultatlos geblieben. London, 27. Januar. Nach einem Telegramm aus Washington beauftragte die amerikanische Regierung ihren Berliner Botschafter, beim deutschen auswärtigen Amte Klage wegen der dem amerikanischen Oberrichter auf Samoa seitens der deutschen Beamten zugefügten Beschimpfungen zu erheben Das Staatsdepartement hat mit dem deutschen Botschafter in Washington bereits verhandelt und obwohl über dieser Verhandlung das strengste Geheimnis waltet, erwartet man doch vertrauensvoll, daß Deutschland bereit sein wird, alles von seinen Beamten begangene Unrecht zu sühnen. Das Staats-Departement soll die Entlassung des General-Konsuls Rose gefordert haben. Konstantinopel, 27. Januar. Die Pforte beschloß, wegen des englisch-ägyptischen Abkommens betreffend den Sudan, weil nutzlos, keinen Protest zu erheben. Auffallender Weise ist der Pforte bisher eine amtliche Mitteilung über das Abkommen von keiner Seite zugegangen. Vermischtes. * Höchst a. M., 23. Januar. Ein heiteres Jagdstückchen wird dem „Höchst. Kreisbl." aus einem benachbarten Orte berichtet: Dort erboste stch die Gattin eines Nimrods über dessen Jagdpasfion neulich derart, daß sie nach der etwa« verspäteten Heimkehr des Mannes, nachdem sie ihm zuerst eine gehörige Gardinenpredigt gehalten, schließlich in heller Wut die Jagdtasche ergriff und in den geheizten Ofen steckte. Bald darauf krachte aber Schuß auf Schuß und binnen mich in diese« Zimmer, wo noch drei Herren stch befanden. „Meine Herren", sagte er, „seit einer Viertelstunde zerbrechen wir uns den Kopf, um was wir spielen sollen; ich hab'S gefunden. Der Strom hat diese Nacht der armen Frau da« Mühlrad zertrümmert — spielen wir! Wer verliert läßt ihr ein neues Rad machen. „Angenommen", riefen die anderen, und die Partie begann. „Gehen Sie, sagte der junge Mann, der von den anderen Louis genannt wurde, — für Sie ist es gleichgültig, wer gewinnt oder verliert, Ihr Rad bekommen Sie doch!" Ich lief zu meinem Mann und erzählte es ihm, er wollte es mir nicht glauben, und kam mit zurück. Im Hausgang kam uns der Fremde entgegen und gab mir dreißig französische Goldstücke. „Es ist mir ganz recht", sagte er, „warum spiele ich mit meinem Bruder, der so schlecht spielt- nun muß ich mit ihm bezahlen."! Denken Sie sich, wie glücklich ich war, und mein Mann erst — und als wir erfuhren, wer unsere Wohlthäter waren — „Schweigen Sie", rief der Konsul, „die Herrschaften sollen die Namen selbst lesen." „Pietro", wandte er sich an den Wirt, „holen Sie das Fremdenbuch Ihres Vorgängers." Ein unscheinbare« Buch wurde gebracht und wir lasen folgende Namen: Prinz N. Bonaparte — Prinz L. Bonaparte — Graf Arese — Graf F. Orfini. — Von den vier Billardspielern starb der eine nicht lange danach, der Graf Arese wurde Senator und der Vertraute seines Königs, der dritte wurde Kaiser der Franzosen, und an einem Märztage des Jahres 1858 starb Graf Felix Orfini einen ehrlosen Tod, weil er den französischen Herrscher hatte töten wollen — seinen Mitspieler in dem Städtchen Seravezza zwischen Pisa und Carrara. dritte unveränderte Auflage zur Aufgabe gelangt. Das Buch verdient in der That die allgemeine Aufmerksamkeit, denn die Erlebnisse < - c i __-£ f.l. MavknltHAM (TI) n Aa»- (iaI A V A tt t W1P fl LandorS, die er aus seinen verbotenen Wegen bet den grausamen Tibetanern hatte, find im höchsten Grade sensationell. Der billige Preis von 10 Mk. sür daS elegant gebundene eine Fülle von in- teressanten Abbildungen, unter anderm auch 8 künstlerische Chromo- taseln enthaltende Werk empfiehlt es für jedermann. Tieusto lb. I» i«w® Ma fflatbiL gitnrton, bai M Sichern. Näher Columbus ftarb, ein müder Greis, am 6. Mai 1506 zu Valladolid und wurde daselbst zum erstenmale im Franzis- kanerkloster betgesetzt. Schon 1509 überführte man seine Asche nach dem Karthäuserkloster Las Cuevas bei Sevilla, wo Ferdinand der Katholische ihm die Inschrift „A Castilla y a Leon nuevo mundo hallo Colon“ gesetzt haben soll. Aber auch hier fanden sie keine Ruhe; sein Wunsch war, in der von ihm entdeckten Neuen Welt zu ruhen, und so brachte man den Sarg im Jahre 1536 nach San Domingo auf Haiiti, wo er zu Seiten des Hochaltars in der Kathedrale seine dritte Ruhestätte fand. Als dann 1795 im Baseler Frieden der östliche Teil der Insel an Frankreich fiel, wollten die Spanier die Gebeine des großen Entdeckers nicht missen. Nach zweiundeinhalbjährtger Raft wurden sie nun unter großem weltlichen und geistlichen Prunke nach der Kathedrale von Havanna gebracht, wo sie, in ihrem vierten Grabe, ein Jahrhundert lang blieben, um nun nach der Alten Welt zurück zukehren. In dem ganzen Vorgänge liegt ein tief tragisches Moment. Das stolzeste Volk Europas, mit glänzender und großer Geschichte bringt als einziges, was ihm von dem gewaltigen Kolonialreiche in der Neuen Welt verblieben, die Asche des Mannes zurück, der dieses Reich begründete. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Mulatten von San Domingo, durch verschiedene Gründe unterstützt, behaupten, sie besäßen nsch die echten Gebeine des großen Entdeckers; der 1795 nach Havanna übergesührte Sarg habe uur die Leiche seines Sohnes Diego enthalten. * Deutsche Tiefste-Expedition. Wie die „Hamburg- Amerikanische Packetsahrt-Aktiengesellschaft" mitteilt, hat sie von Kapitän Krech, dem Führer des auf der Tiefsee- Expedition befindlichen Dampfers „Valdivia", folgendes Telegramm aus Emmahaven auf Sumatra erhalten: „Bouvet- Jnsel gefunden; gelangte nahe Enderby, Kerguelen, über St. Paul, Neu-Amsterdam, Cocos nach Emmahaven. An Bord alles wohl". * Aus alter Zeit. In dem „Privilegiertes Offenbacher Frag- u. Anzeige-Blatt Nr. 50 Freytags, den 9. Dezember 1808" steht wörtlich zu lesen: Nachrichten. Vermöge eines Dekretes des Französischen Kayser» Majestät, haben alle Bürger jene» Reiches, die sich zum Mosaischen Gesetz bekennen, ihre altväterliche Vornahmen am 27. Oktober d. I. ablegen und andere Nahmen dafür annehmen müffen, demzufolge habe ich — LandorS Werk „Aus verbotenen Wegen" (Leipzig, A. BrockhauS) hat so großes Aufsehen erregt, daß soeben eine am Ende dieses stehenden Vornahmen seit jenem Tage angenommen. Lazarus Löw Haas unterzeichnet sich nun Leon- Hard Leopold Haas. » Ei« künstlicher Vulkan. Man wird den Eiffelturm überbieten. Die Pariser und ihre Gäste werden auf der Ausstellung im Jahre 1900 einen Vulkan vorgesetzt bekommen, einen beinahe wirklichen Vulkan mit einem Krater, aus dem Rauch und Flammen emporsteigen, von dem sich Ströme glühender Lava herabwälzen werden. Dieses staunenerregende Spielzeug wird sich in Granelle 100 Meter hoch vom Ausstellungsniveau erheben, wird einen Durchmesser von 150 Metern am Fuße und ebendort einen Umfang von 450 Metern haben. Das wird also einen ganz stattlichen Ausstellungsvulkan abgeben, und der Erfinder hat auch die niedliche Kostensumme des Unternehmens von sechs Millionen Franken bereits durch Zeichnungen gesammelt. Der Vesuv von Paris also, freilich ohne den blauen Golf und ohne die Landschaftszauber von Sorrent! — Dafür wird der Kunstberg mit den herrlichsten Gartenanlagen geschmückt, mit Wasserfällen, Terrassen, Cafe-Konzerts und Restaurants aus- gestattet sein, auch Bars werden in Grotten ihren Platz finden und ein „Palais du Steele" mit kinematographischen Darstellungen der wichtigsten Ereignisse des Jahrhunderts. Der Vulkan wird aber als „künstlicher" Vulkan auch ein praktikables Inneres haben, was bei wirklichen Vulkanen wegen der Temperaturverhältnisse sonst nicht der Fall ist. Man wird sich dort in den Dekorationen und zwischen den lebenden Bildern von Paradies und Hölle — frei nach Dante — befinden. Das Paradies, natürlich im Oberstock, wird eine transparente Decke haben, den Himmel mit Mond und Sternen darstellend; 40 Meter tiefer wird sich die Hölle befinden. * „Neue Erfindung — Fester Spiritus". Nach langwierigen chemischen Verbuchen ist es unlängst gelungen, durch ein in allen Kuliurstaaten gesetzlich geschütztes chemisches Härteverfahren dem flüssigen Spiritus eine feste Form zu geben. Spiritus kommt in Blechdosen, die gleichzeitig innreicher Weise einen Koch- und Heizapparat sür alle möglichen Zwecke bilden, in den Handel. Ohne Zweifel ist dieser hochwichtigen Erfindung ein günstiges Prognostiken zu stellen und dem Artikel Spiritus eine ungeahnte Verbreitung gesichert, was vom national-ökonomischen Standpunkt au- freudig zu begrüßen ist. Der feste Spiritus sieht fast weiß aus, bei 93'/, Prozent Alkohol bleiben nur zirka 7 bis 8 Prozent Rückstände nach dem Verbrennen, und ein Haupt- Vorzug des Produktes ist, daß selbst bei längerer Erwärmung nur die obere Schicht flüssig wird. Unfälle durch Umfloß oder Explosion können nicht mehr vorkommen. Das Anhalten eines Streichhölzchen» genügt, um die Flamme zu erzeugen, die eben so leicht wieder zu löschen ist, — die Maffe erhärtet sich danach innerhalb einer Minute von selbst wieder. Der Taschenkochapparat kann seines geringen Umfanges wegen sogar in der Westentasche getragen werden, und der stets gebrauchsfertige Apparat ist zu jeder Zeit, an jedem Ort, bei jeder Witterung verwendbar. Jedermann ist also imstande, sich jeden Moment etwas warm zu machen oder zu kochen, und so dürfte sich fester Spiritus und Taschenkochapparat wohl bald in Haushalt, Küche, Schlaf- und Kinderzimmer, Apotheken, Laboratorien, Werkstätten, auf Toilettentisch, Reifen, Ausflügen, bei Jägern, Touristen, Arbeitern rc. und ganz besonders auch beim Militär, im Manöver, — im Krieg und Frieden — eingebürgert haben. Fabriziert wird dieser Artikel von Ed. Silbereisen in Gießen * Die Orden des Fürsten Bismarck. Der K a i s e r hat I verschiedene Orden des Fürsten Bismarck dem Zeug hause I überwiesen. Es sind dies der Schwarze Adlerorden, der Wilhelmsorden, die Kriegs- und die Friedensklasse des Orden pour le merite, das Großkreuz und der Stern der I Großkomthure des Hohenzollern'schen Hausordens. * Der Fischrcichtum des Bodensees. Von der Ergiebigkeit des Fischfanges im „Schwäbischen Meer", wie der See ja zubenannt ist, erhält man, so wird der „Voss. Ztg." ge- I schrieben, ein Bild durch die Thatsache, daß in den letzten Monaten des abgelaufenen Herbstes von den sehr beliebten Blaufelchen — ein äußerst schmackhafter Fisch nut ziemlich weichem Fleische — allein im Obersee nach den I Berechnungen der Fischerverbände der dortigen Ortschaften I etwa 40,000 Stück gefangen wurden, von denen das Stück j durchschnittlich ein Pfund wiegt. Darnach würden nur dem einen Teil des Sees in der genannten kurzen Frist 400 I Zentner Blaufelchen entnommen sein. Im Untersee — das ist der Teil, der sich von Konstanz nach Nordwesten zieht, findet zur Zeit der alljährlich stattfindeude Massenfang der kleinen, wenig mehr als eine Spanne langen und höchstens 300 Gramm schweren Gaugfische statt; es ist dies eine besondere Art des Blaufelchens. Vom November bis in den Januar hinein sammeln sich diese Gangfische in ungeheuren Mengen im Untersee und zwar von Konstanz bis gegen Ermatingen hin, das schon Ekkehard kannte, da er bei seiner Wanderung nach dem Hohentwiel sich von diesem Fischerdorfe aus 'nach der Insel Reichenau übersetzen ließ; dort liegen sie dem Geschäft des Laichens ob. Von den Erma- ) tinger Fischern werden sie mit riesigen Zugnetzen der „Gangfischwatte" oder „Gangfischrack-Segi", das aus 10 bis 12 Einzelnetzen zusammengesetzt ist, gefangen. Die mit diesem Riesennetz herausgeholte Beute beläuft sich in der kurzen Fangzeit manchmal auf 70,000 bis 80,000 Stück, Die unter die beteiligten Fischer verteilt werden. An andern Teilen des Seeufers, wo die „Fachen" sich befinden, das sind die in den Ufersand eingerammten, mit eingeflochtenem Reisig verbundenen Pfähle, werden die Gangfische mit drei Meter langen Netzreusen gefangen, und hier beläuft sich das Ergebnis während einer Fangzeit zuweilen auf mehr als 100,000 Stück. Die Gangfische werden eingepökelt und in besonderen Räucherhütten geräuchert; in Ermatingen befinden sich zahlreiche derartige Hütten, von denen einige an den dafür bestimmten Eisenstangen für 13,000 Fische Platz bieten. Ein Teil der Beute kommt auch mariniert in den Handel. wenigen Augenblicken war der Ofen infolge der Explosion von zwölf scharfen Patronin ein Trümmerhaufen; Rauch und Kohlengase, sowie Pulverdampf erfüllten die Luft, ohne daß die geängstigte Frau ungeschehen machen konnte, wa» sie in ihrer blinden Wut selbst heraufbeschworen. Mit Seelenruhe schaute der Gemahl diesem Vorgänge zu, und al» das Doppel- gerollter ausgetobt, griff er nochmals nach feiner Jagdmütze und trollte von dannen, seiner verblüfft dastehenden Frau znrufend: „So, nun gehe ich grad noch einmal zu meinen Jagdgenoffen, um zu erzählen, was Du angerichtet hast —* und wenige Augenblicke später saß er wieder an der kaum verlaffenen Tasilrunde. ♦ Karlsruhe, 27.Januar. Badener oder Badenser? In den Zeitungen ist seit einiger Zeit vielfach die Frage erörtert worden, ob man die Angehörigen de» Großherzogtums Baden als Badener ober als Badenser zu bezeichnen habe. Wiffenschastliche Autoritäten hoben sich ziemlich Übereinstimmend für die Form Badener ausgesprochen. Es wurde inbeffen von mancher Seite der Wunsch geäußert, e» solle die richtige Form des Wortes „in autoritativer Weise" festgestellt werden, um alle Zweifel zu beseitigen. Eine gleichsam amiliche Entscheidung diese» SprachftreiteS ist insofern nicht erforderlich, al- in der amtlichen Sprache der großherzoglichen Behörden von jeher ausnahmslos die korrekte Form Badener angewendet worden ist. Hierüber konnte schon deshalb niemals eine Meinungsverschiedenheit eintreten, weil die Form Badener durch die badische Verfaffung sanktioniert und festgestellt worden ist. Der Abschnitt II der Verfaffung handelt von den „staats- bürgerlichen und politischen Rechten der Badener", und das letztere Wort wiederholt sich in den §§ 7, 8 und 13 der Verfaffung. Auch alle späteren Gesetze und Verordnungen haben die badischen Staatsangehörigen stets als Badener bezeichnet, und in den für die Heimatscheine vorgeschriebenen Formularen wird dem Inhaber bescheinigt, daß er „die Eigenschaft als Badener besitzt". Es besteht also in dieser Frage völlige Uebereinstimmung zwischen Sprachwiffenschaft und Regierungspraxis. * „Sic transit . . Unter diesem Titel bringt die letzte Nummer der „Jugend" folgendes stimmungsvolle G.dicht unter einer Zeichnung, auf der man ein heimkehren- des modernes Kriegsschiff und in den Lüsten als Vision die E^kadre von Columbus sieht: Wo dereinst Hispaniens Flotte kühn durchflog die weite Flut, Sieggekrönt vom Schlachtengotte, reich an Ehre, reich an Gut, Bis zum Sinken fast beladen mit dem Golde von Peru Steuert heut auf blauen Pfaden auch ein Schiff der Heimat zu. Keine Siegeslieder klingen, keine Freudenfchüffe draus: De» Columbus Asche bringen seine Enkel jetzt nach Haus. Staub und Moder aus dem Grabe de» Verbannten kommt zurück Als der Rest von Spaniens Habe, als der Rest von Spaniens Glück! * Mit dem Sarge des Christoph Columbus an Bord, ist der Aviso „Giralna" in Sevilla eingetroffen. Das Schiff wechselte Begrüßungssalven mit den Batterien am Lande. Die Behörden empfingen den Sarg feierlich. In der Käthe- drale, welche den Sarg bi» zur Erbauung des Denkmals aufmhmen wird, wurde ein Trauergottesdienst abgehalten. Die Beteiligung seitens der Bevölkerung war außerordentlich groß. Der „Globus" erinnert daran, daß die Gebeine des Columbus jetzt zum fünftenmal eine neue Grabstätte erhalten. „Elephanten-Kaffee" 37 von dir Holl. Kaffee-Brennerei H. DiequS A Co. ist anerkannt die beliebteste Marke und kann bestens empfohlen werden — wegen ihrer Billigkeit, Ergiebigkeit und besonderen Brennart na» ct von LiebtgS Vorschrift (letchte Zuckerumhüllung), wodurch daS Aroma gebunden und d-S schädliche, fettige AuSschwitzm der Bohrt" unmöglich ist. Diese Keffer sind nur in verschlossenen Packelm ff haben, — mit Schutzmarke und Firma verseben — und ist dawl' iede Garantie geboten für einen reinen, unverfälschte«, gesundes Kaffee. — Verkaufsstellen sind durch Annoncen dieses Blattes bekannt' Die während der Sommermonate außerhalb der großen Fischzeit, dem Bodensee entnommenen Gangfische kommen ohne weiteres in den Handel, der sich über einen großen Teil des südlichen Deutschland und andererseits bte weit in die Schweiz hinein erstreckt. * Antike Funde in Baden-Baden. Man schreibt der „Franks. Ztg." aus Baden-Baden: Die Kanalisation, durch die der vorzügliche Gesundheitszustand in unserer Bäderstadt auch für die Zukunft gesichert werden soll, fördert mancherlei interessante Zeugen altrömischer Kultur im Oos- thale zu Tage. Die letzten Tage sind besonders ergiebig an bemerkenswerten Funden aus der ersten Glanzzeit Baden- Badens gewesen. Zunächst wurde zwischen dem Friedrichs- und Augusta-Bad in der Tiefe von zwei Metern ein römischer Votiv-Altar aus grau-grünem Kohlensandstein gefunden, dessen sechszeilige Inschrift uns davon Kunde giebt, daß ein Centurio ihn seinem göttlichen Kaiserhause geweiht hat. Der Altar, der eine Höhe von 60 Ctm. besitzt, ist in den städtischen Sammlungen hier ausgestellt worden. Ferner wurden heute auf dem Römerplatz (vor dem Friedrichsbad) Reste altrömischer Baderäume, zum Heizen eingerichtete Fußböden und Wände gefunden, und unter einem benachbarten Gebäude stieß man auf den römischen Hauptkanal, der die großen Badeanlagen entwässerte. Mächtige Platten aus rotem Findlings-Sandstein, etwa anderthalb Meter unter der heutigen Straßenebene liegend, bildeten die Sohle, während die Wände aus Quadern und die Abdeckung aus ähnlichen Sandsteinplatten bestehen. Wie man weiß, befanden sich die alten römischen Thermen ungefähr an derselben Stelle wie die heutigen Badeanstalten, und ihre ganze Einrichtung ist, was Zweckmäßigkeit und Komfort betrifft, bewunderungswert gewesen. , rr * Der philosophische Briefträger. Ein Posibeftell- vermerk origineller Art findet sich auf der Rückseite eines Briefes, der dieser Tage als unbestellbar an die Administration des „Neuen Wiener Tagbl." zurückkam. Der Vermerk lautete: „Abgereist durch den Tod wohin unbekannt." Unterschrift des Briefträgers. SÄ btt WtO«®*®’ teteUl wf”1 Hofieit für «d W*'#. w W*® MnffeitW Wien. 81t*” über 14, W* Shin d Site" m An zur Erbau vartwohmmg nötigen Arbeiten1 MMÜMW KimhWi-, ZV md Spmglmck unter hilMiis o itthB vom 16.' Die Zeichn' bedingungeuuv liegen Montag Wochentage In : D en-tags in b iWtrg M Mwtn letzter?, m ^Mchen Ange boM zu lin tzmchng Mo Angebote sind °uar l. und ' Aschckportch MiüMH 4 Siefitn, den 12 ^herzoglich! Amt Slittteod, | wn aus hk Qhbann bei ^dingun, Ntn den dl yS *« lb । mb -fc ‘Nje "«4 ö,*, b| «5% b M tz, ' den TW Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Die soeben erschienene Lieferung 21 des kulturhistorischen Werkes: „DaS n-rrnz-hnt- Jahrhundert in Bildniffen" herauS- gegeben von Karl Werkmeifte,, Berlin, Photographische Gesellschaft, bietet wieder eine Reihe fesselnder und interrssanter Porträts; so dm lebensvollen Kopf Conrad Ferdinand Meyers, gezeichnet 1885 von ,einem Landsmanne Stauffer, die vornehme Erscheinung Turgenjews, gemalt von Repin. Weiter finden wir vertreten von Gelehrten den Philologen Goitfried Hermann, gemalt von Vogel, den Chemiker August Wilhelm Hofmann, gemalt von Angely, den Entdecker der Schutzpockenimpfung Edward Jenner, gemalt von James Rortbcote und von Künstlern GLricault und Matejko in ihren Selbstbildniffen, sowie den Komponisten Auber. Von neu hinzugetretenen Biographen erwähnen wir besonders Otto R. Witt mit einem schönen Aussatze über A. W. Hoffmann und Theodor Chalybäus, der über Jenner schreibt. — „Deutscher Soldaterrhort", Jllustrirte Zeitschrift für da» deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant ,. D. H. o. Below. Preis pro Quartal Mk. 1.80. Verlag von Karl Siegismund, Berlin 8^., Dessauerstraße 13. 10. Jahrgang. Rr. 12, erschien soeben und enthält: Geburtstag Sr. Maj ftät dr« Kaisers und König« Wilhelm II. — Nach dem Dienst Bon General der Inf. z. D. Kretschmann. - Friedrich der Große in SanSsouci. (Bildertext.) — Haß und Liebe. Novelle von Antonie Heidfieck. — Tot auf Kommando. Militärhumoreske von Josef Ma-rtl. — Die Kalser Wilhelm Brücke. (Thalbrücke bei Müngsten.) (Mit Abbildung.) — Das Iltis Denkmal für Shanghai. (Mit Abbildung). — Feldtelegraphie in der russischen Armee. Drahtlegung im Galopp. (Bilde,text.) — Sprüche. — Kaisers Geburtstag. Skizze von C. Schullis. — Ein Held deS Krieges und des Humor«. Von E. I. — E>ne Erinnnernng an meinen alten braven Feldwebel. Von einem Unteroffizier. — Vaterländische Gedenktage. — Neue Bücher. — Splitter und Funken. — Briefkasten. — Inserate. — Luftige Stücklet«, besonders zum Vortrag geeignet, ebenso einstimmige und Gtsellschaftslieder enthält die eben erschienene 7. Lieferung von Joseph Kürschners „Frau Musika" (Berlin, I Hermann Htllg r Verlag, Lieferungsausgabe, 20 Hefte i 60 Pfg., nebst 2 prächtigen Einbanddecken gratis) die in keiner Gesellschaft ihre Wirkung verfehlen werden. — Die Vielseitigkeit und Reichhalligkeit dieses Werkes zeigt sich von Lieferung zu Lieferung mehr und man kann wohl sagen, daß Kürschners „Frau Mustka" eine liebenswerte Dame ist, der die schöne Kunst nachgerühmt werden muß, sich mit den Frohen zu freuen und die Traurigen zu trösten. In glücklicher und trüber Stunde wild sie jeder, der sie in sein HauS genommen bat, als wahrhafte Freundin immer lieber gewinnen lernen. Dabei ist der Preis für dieses unentbehrliche Familienbuch ein so geringer, daß er auch den mit bescheidenen Mitteln Rechnenden leicht erschwinglich ist. (auch in Umtausch gegen altert Werse) sowie aue anaero d' liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H, o. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VH» btt AU C % Mbl d-r b'l*« ergiebig VV®Mx* ,K°? «n römi. lnibt 9iebt, b«6 (in \ Seweiht hat. Der ' l1t in den städti- n\ Ferner wurden nedrichsbad) Reste genutete gu^öben ^chbarten Gebäude lf' der die * ML rotem M Mer der heutigen ^ohle, während die kung aus ähnlichen ifc, befanden sich die derselben Stelle wie >nze Einrichtung ist, bewunderungsn-ert Bekanntmachung. Die diesjährige General-Versammlung har uns aus den Ueberschüssen pro 1897 einen Betrag zur Verfügung gestellt, um auch im . nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer skrofulöser Kinder itt der Kinderheilaustalt zu Bad-Nauheim unterbrtngen zu können. Es werden deshalb alle diejenigen Bewohner des Sparkasse-B.ztrks Gießen, welche solche kranke Kinder haben und nicht selbst in der Lage sind, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, sich bet ihrem Pfarramt oder der Bürgermeisterei baldigst zu melden. Bet der Anmeldung ist ein ärzt. liches Zeugnis vorzulegen, in welchem die Notwendigkeit einer Badekur bescheinigt sein muß. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Kindern, welche bereit» auf Kosten der Sparkasse eine Badekur durchgemacht haben, di. Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können. Dre Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, un» die einlaufenden Meldungen mit dm ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis längstens Ende Januar k. I. zusenden zu wollen. Wir bemerken noch, daß Kmder unter 3 Jahren und Knaben über 14, Mädchen über 15 Jahre nicht ausgenommen werden können. Gießen, den 6. Dezember 1898. Direktion der Spar- und Leihkaffe Gießen. I. E.: Wiener. 20 Motttlmr-NerstkigknlngKad-Aauhkim. Dienstag, den 31. Januar und Mittwoch, den 1. Februar b. I, jedesmal um 10 Uhr vormittags anfangend lasse ich in meiner Villa Mathilde, Frankfurterstraße 35, wegen Aufgabe der Fremden- penfion, da» Mobiliar von 14 Zimmern öffentlich gegen Barzahlung ver- steigern. Nähere Auskunft erteilt 0295 Der Besitzer: Willi. Kupke. iin Postbestell- f der Rückseite eines ir an die Adwini- Der Ver- ,vd t." s Briefträgers. M KM. . des tulhirWotlfötr n Bildnissen* heraus wgiaphllchr (Sekflldjc- iluiter PoiULU; Io bi cs, gezeichnet 1885 o:: Lilchewung Turgenjew :dtn von GeWten da n Vogel, bm Sbtmlk grly, bm Entbecker bc l von JameS Noilbc«» o ihren SelbMbnlßir lugdrdtntn ÄiograA einem schönen Äussap M dn kibn Jeonei tckle Mchüst ürW enaal-.rientmaot V \ ,80. Bcrlflfl öon Kot* .6t 13. 10. 3-blgor! islag Sr. M-l W d- i Dienst «on Gm^ ■ Kroße in SanSlom i Antonie tztdsteck.- "e(W - Inserate. i i«±Ä «** er lieber g 5ZSS-* »once" itenen WfoÄ'jj »««<«*; Sri 8»*’s; 1 lickinintmiiiljiniiieii Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung einer Forst- wartwohnuug in Harbach nötigen Arbeiten des Rohbaues nebst Materiallieferungen, nämlich Maurer-, Cteinhauer-, Zimmer-, Dachdecker- und Spenglerarbeit, werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submifsionsweg ausgeschrieben. Die Zeichnungen, AusführungS- beb ingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen Montags und die vier letzten Wochentage in unserem Amtslokal, Dienstags in dem Rathaussaale zu Grünberg zur Einsicht offen und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk ver sehen, daselbst zum Selbstkostenpreis bi Empfang genommen werden Angebote sind bis zum 31. Ja vuar l. Js., Dorrn. 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 12. Januar 1899. Grobherzogliches Hochbauamt. _________Reu ring._______588 Bekanntmachung. Mittwoch den 1. Februar, nachmittags 3 Uhr, soll die Wald- und Feldjagd der Gemeinde Hausen auf hiesigem Rathaus unter bett alsdann bekannt gemacht werden- btn Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert werden. 757 Hausen den 21. Januar 1899. Müller, Bürgermeister. >VWMrmtM Hchversteigerung. Dienstag de« 31. Januar I. I., von vormittags 9 Uhr na, soll im Lang-Gönser Gemeinde- cald „fcaibe" nachverzeichnetes Holz kcr steigert werden: * 72 Fichten» und Kiefernstämme von 15 bis 36 cm Durchmesser und 5 bis 16 m Länge mit 22,44 fm, 166 Fichten- und Kiefern Derb Rangen mit 7,54 fm, 13 rm Nadel-Scheiter, hierunter 10 rm Rundscheit, 69 „ Nadel-Knüppel, 2,5 und 3 m lang, 6100 Nadel-Reisig Wellen, 54 rm Nadel Stöcke. Die Zusammenkunft ist auf der keisstraße nach Holzheim an der Landhöhe. Bemerkt wird, daß das Bau« und Lrsnnholz laufend zur Versteigerung loimmt. «ang-Göns, den 25. Jan. 1899. PWfc Bürgermeisterei Lang-Göns Brückel. 879 Kreullhch-Velstkigttllns in der Gräflichen OberfSrstereiArnsbnrg. Mittwoch de« 1. Februar, beginnend 10 Uhr vormittags am Jägerpfad im Hain, werden aus den Distrikten Hain, Seewald und Große Seife versteigert: Scheiter: 274rm Buchen, 6 rm Eichen; Prügel: 50 rm Buchen, 40 rm Elchen, 4 rm Nadel- und Weichholz; Reiser: 493 rm Buchen, 310 rm Eichen, 25 rm Nadel; Stöcke: 117 rm Buchen, 103 rm Eichen, 2 rm Nadel. [862 Arnsburg, den 24. Januar 1899. Grässliche Oberförsterei. Hchversteigerung. Nächste« Dienstag, 10 Uhr morgens, versteigere ich im Körnberg bei Ganseburg an Nadelholz: 937 Reisstangen, 3110 Wellen, 49 rm Stockholz, 6 rm Knüppel, und 100 Buchenwellen. Gießen, den 26. Januar 1899. 902 H. Adami. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Ach. Es sollen versteigert werden: Montag den 6. Februar, von vormittags 9Va Uhr an, im Distrikt Hard: Buchen: 150 rm Scheiter, 47 rm Knüppel, 100 rm Stöcke, 2100 Wellen; Eichen: 9 rm Scheiter 55 rm Knüppel, 97 rm Stöcke, 1400 Wellen; Nadelholz: 10 rm Knüppel, 15 rm Stöcke, 500 Wellen; Weichholz: 1500 rm Wellen, dabei 700 Wellen Erbsenreis. Die Zusammenkunft ist auf dem Weg non Lich nach Muschenheim, über die Hard, beim Eingang in den Wald (Sedanfestplatz). Dienstag den 7. Februar, von vormittags 10 Uhr au, aus verschiedenen Distrikten: 185 72frn Eichen Schnittholz, 16 rm Eichen Werkschettholz, 15 rm Eichen - Scheitbrockeu (kurze Scheiter)- 10,41 fm Bnchen- Schnittholz; 7,50 fm Kieferu- Schuittholz, 6 rm Kiefern Raudfcheitholz (zu kurzen Bohlen, 1,25 m lang); 2 Weymouths- kiefernabfchnitte — 1,71 fm; 18 Buchen - Abschnitte = 12,95 fm. Das Holz wird nur zum Teil vorgezeigt. Man sehe in dieser Beziehung die Nummerliste, welche gratis und franko ausgegeben wird. Die Zusammenkunft ist beim Mengeshäuserteich. Lich, den 26. Januar 1899. Dr. Dieffenbach. [897 Holzversteigerung. Montag den 30. d. Mts., von vormittags 9 Uhr au, soll im Reiskirchener Gemeiude- wald, im Distnkl Waldersberg, nachoerzeichnetes Ho'z versteigert weroen: 32 Kiefernstümme von 20 bis 28 cm Durchm sser und 10 bis 16 m Länge mit 18,30 fm 466 Fichtenstämme von 13 bis 29 cm Durchmesser und 10 bis 20 rn Länge, mit 136,01 fm. 1038 Fichten-Derbstangen von 8 bis 13 cm Durchmesser, mit 137,83 fm. Mittwoch den 1. Februar: 259,9 rm Nidel Knüppel 6510 Nadel-W.llen, 32,2 rm Nadel-Stöcke. Bemerkt wird, daß sich die Kiefernstämme zu schönen Balken, und Flchten- Derbstangen größtenteils zu schönen Sparren und Rüststangen eignen. Der Anfang ist am ersten Tage in der Schäferschneise, am zweiten in der Morgenhölle. Reiskirchen, den 25. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner[896 Onipfchliuigrn (Mw. Altenpohl, Chocoladen-Geschäft, Plocketr. L Plocketr. Ä empfehlen 11021 vorzügliche, garantirt reine Puder-Cacaos pr. Pfd. 1.60, 1.80 bis 3 — Mk. Bruch-Chocolade m° Hochfeine Chocolade-Desserts In reicher Auswahl. Schweizerkäse, ff. Emmenthalcr fr Pfd. 90 Pfg., ff. Edamer fr Pfd. 90 Pfg., Fromage de Brie ä Pfd. 1,15 Mk., ff französische Caprera-Käse Stück 45 Pfg., Gervais-Käse Stück 28 Pfg., Schloßkäse Stück 20 Pfg., Kräuterkäse Stück 18 Pfg., Frühstückskäse Stück 10 und 12 Pfg., Münchener Bierkäse Stück 8 Pfg., Handkäse Stück 4 Pfg., Limburger Käse fr Pfd. 60 Pfg. empfiehlt 319 W. Ullrich, Schloßg. 5, Tiefenweg 6. Chinesischen Thee (eigenen Import) in feiner und hochfeiner Qualität, per Pfund 2 — bis 5.50 Mk., empfehlen 47 Geschw. Altenpohl, Spezialgeschäft, Plocketr. 2. Plocketr. 2. ••^reppefe® sowie verschiedenes Kaffee- und Hheegeöäck täglich frisch bei 436 Friedr.Noll, _________Hofbäcker._________ Garantiert reines Schweineschmalz a Pfo. 43 Pfg., bei 3 Pfd. 42 Pfg., empfiehlt 729 W. 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Und gerade die praktische Hausfrau, die mit Recht großen I Ä Wert darauf legt, daß ihre Wäsche geschont werde, kommt mehr und mehr zu der Erkenntnis, daß es W M in jeder Hinsicht die größten Vorteile in sich birgt, in einer Dampfwaschanstalt waschen zu lassen. M. Die von mir verwendeten Maschinen find allerneuesten Systems und was denselben einen ä M ganz besonderen Vorzug verleiht, ist der Umstand, daß durch dieselben vermöge ihrer vollendetsten Kon- • ftruktion die Wäsche in geradezu auffallender Weise geschont wird. Ä Da ich mir zum ersten Grundsätze gemacht habe, in meiner Anstalt ausschließlich Soda und I • reine Kernseife zu benutzen, so soll die Art und Weise der Behandlung der Wäsche in meinem Betriebe W a für niemand-n ein Geheimnis sein, vielmehr lade ich zur jederzeitigen Besichtigung meiner Anlage Q . während der Arbeitsstunden ein. Jeder wird mit Leichtigkeit sich davon überzeugen, daß die von mir g angestrebttn Resultate: Absolute Schonung der Wäsche neben unübertrefflicher Weiße • und Reinheit derselben in frappierender Weise erzielt werden. O Oberhemden, Kragen, Manschetten rc. werden «ach Aietefetder Methode aufs fernste geplättet. < d Ferner mache ich darauf aufmerksam, daß das Bleichen der Wäsche auf meiner ausgedehnten W • Rasenbleiche erfolgt. ® Sie um geneigte Zuwendung Ihres Wohlwollens bittend, bemerke ich noch, daß ote Av- a 2 holung und Ablieferung der Wäsche in prompter, zuverlässiger Weise geschieht und zeichne A Impf-Mklki M ihmislhe Wäslherei von Friedrich Reitz, Maiuz. Ein Kleid zu waschen v. Mk. 2.— an Eine Hose zu waschen Mk. 0.70 9 Schulstratze 9 empfiehlt seine direct bezogenen TIM Spanischen Weine ferner französischen und deutschen Coguae, Rhein- u. Moselweine. Champagner Marken. 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