«eu ( feine -^8 hea Kke wdrudwei 98« 91* 24 f titi 4911 99« 00,* *,rW® «. * ic. jchi 6,, 14«, «***♦* jlooniebfi l8SS. ßilberrente Ss» - ^ö°pSk.u> 2 Mark 60 Pftz. vicrteljLhrNch. Kanonen ewi Innigen zu kt nachokittaz» fit ke iVfüm leg erscheinentzm fhmtm« Ht eete. K Uhr. 18t AnzNKen.«ermtttluuß»ftrkle« M In. mü HnJIsakt »rh«ta Inzeigcp für kn Girhrner TnzNzer caiyf*. Krz»s»-rew vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«, manatlich 75 Pf> mit vnngcrlah». «N tetikw^ee bet M üt^tiKT 9kM»4?7t*8CWCt r»eke ket Anzeiger seMiuMch »ktfflil ••'m- A-ntS- und Attzeigeblcrtt fÜV den Avers Greszen. uuu ----LLJ-2.LU. ß'UZaUs, pxprdition und Druckerei: Kchsklratzr Ar. 1. Grsti^Kkstsge«: Gießener FsmilieMSUer, Ker irelststtzx Ksndwirt, DiAter für hessische UsiksiuMie. - ---'»'N... <" " IWIBJI «»reffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Sir. 51. John Bull am Abgrund. Gießen, den 27. November. Als die ersten Nachrichten auftauchten, daß Kaiser Wilhelm nach England gehen werde, gab das deutsche Volk einmütig seiner Trauer und Sorge über diesen Beschluß Ausdruck. Nur von den Offiziösen wurde der Versuch gemacht, den Charakter der Kaiserfahrt als vollständig harmlos hinzustellen und die Ueberzeugung zu verbreiten, daß Großmama und Enkel nur über Lawn Tennis, Segelyachten und Regatten reden, jede Erörterung über politische Fragen aber ängstlich vermeiden würden. Auch noch die Thatsache, daß Graf Bülow den Monarchen begleiten sollte, wurde als ein Beweis dafür hingestellt, daß alle Sorgen, als könnten politische Abmachungen getroffen werden, unnötig seien. Kaiser Wilhelm ist hinübergegangen und er wird noch bis in den Dezember hinein im Lande der Queen verweilen. Und während er in Windsor der Queen seine Huldigungen darbringt, erscheint Herr Chamberlain im Schloß und mit ihm der Vertreter des Lord Salisbury, da wird unser Botschafter, Graf Hatzfeld, aus London zitiert, obwohl er so krank ist, daß er in einer Sänfte getragen werden muß, und stundenlange Konferenzen finden unter den Staatsmännern statt. Natürlich unterhält man sich nur über Lawn-Tennis, Segelyachten und Regatten. Dem deutschen Volke haben ja die Offiziösen es so lange vorgelogen, daß die Kaiserfahrt durchaus unpolitisch sei, daß man es jetzt glauben muß. Und das Ende vom Liede? Wir werden es in Geduld erwarten. Es ist ja ganz natürlich, daß die Engländer alles aufbieten, um Deutschland in ihren Schlingen zu fangen. Man braucht Vorspann, um den Wagen aus dem Sumpfe zu holen, in den er durch Chamberlain hineingcführt worden ist, und wer ist eifriger zu solchem Liebesdienst bereit, als das gutmütige Deutschland, das sich bekanntlich mit Händen und Füßen gegen den Gedanken wehrt, die englischen Verlegenheiten auszunutzen und einen Druck auf die Bedrängten zu üben. Selbst wenn die Kaiserreise zu Ende kommt, ohne uns einen neuen Vertrag in dem edlen Stile von Helgoland oder nach dem mysteriösen Vorbilde des Afrika-Abkommens zu bringen, so bedeutet doch schon die Thatsache allein, so bedeutet doch schon der langdauernde freundschaftliche Verkehr des deutschen Kaisers mit der englischen Königsfamilie und den englischen Staatsmännern eine schwerwiegende, moralische Unterstützung der britischen Politik. Man wird in Petersburg und in Paris hiervon Akt nehmen, und von neuem wird das Mißtrauen in die Halme schießen. Man darf es natürlich als einen Unfug bezeichnen, wenn einige Phantasten schon von einem Bündnis zwischen Dentschland Feuilleton. Stimmungsöitd aus dem Reichstage. (Nachdruck verboten.) nh. Berlin, 25. November 1899. Die Beratung [über die Gewerbeordnungsnovelle rückt kaum oom Flecke. In langer Sitzung wurde nur der Artikel 6 erledigt, der die neu zu schaffenden Bestimmungen auf dem Gebiete der Heimarbeit und der Hausindustrie umfaßt, jene in der Volkswirtschaft umstrittensten Gebiete, über die gestern bereits lang und breit geredet worden ist Zunächst handelt eS sich wiederum um einen sozialdemoktschen Antrag, der seine Spitze gegen das namentlich in der Textilmdustrte sehr verbreitete System der Zwischenmeister richtet. Dieses System sollte durch zwei Bestimmungen eingeschränkt, je fast beseitigt werden. Zunächst wollte der Antrag den Zwtschenmeistern nur gestatten, in eigenen Arbeitsräumen Arbeiter zu beschäftigen; und sodann sollte die ihnen von der Rechtsprechung meistens betgetegte Eigenschaft als selbständige Unternehmer abgesprochen werden, sodaß die eigentlichen Arbeitgeber für die den Arbeitern zu gewährenden Leistungen haftbar -gemacht werden könnten. Die Sozialdemokraten hatten sich durch ihre gestrigen Niederlagen auf diesem Gebiete nicht entmutigen lassen; sie kämpften beute wiederum mit zäher Ausdauer für ihre Vorschläge, was schon rein äußerlich dadurch zum Ausdruck kam, daß unter zehn Reden auS dem Hause zu diesem Gegenstände nicht weniger als sechs auf sie entfielen. Namentlich die Abgeordneten aus der ehrsamen Schnetderzunft führten heute das große Wort, da ihr Gewerbe bei diesen Dingen hauptsächlich in Frage kommt. Aber während die Schneidermeister Albrecht und Reißhius (Soz.1 die Zwischenmeister als die wahren Vampyre schilderten, die ihre Opfer, die Heimarbeiter, vollständig ausfögen, hatte Schneidermeister Jakobskötter (kons.) eine ganz andere Auffaffung von ihnen. Und ihm schlossen sich auch der Staatssekretär Graf Posadowsky und Dr. Hitze (Zentrum) an, die sich dabet auf die Erhebungen der Reichskommission für Arbeiterstattstik beriefen, die ergeben hätten, daß die Zwtschenmeister viel besser seien, als ihr allerdings und den beiden großen angelsächsischen Nationen schwärmen. Solche Kombinationen pflegen stets aufzutauchen, wenn Könige reisen. Aber sie zeigen doch immerhin die Möglichkeiten an, mit denen zu rechnen ist, und schwerlich werden sie dazu dienen, das dünne Band, das zwischen Berlin und Petersburg noch besteht, zu verstärken. Daß die internationale Lage gerade jetzt für England enorme Gefahren bietet, erweist sich am deutlichsten aus seinem Bedürfnis, den Gedanken eines Friedensschlusses mit den Buren ernsthaft aufzunehmen. Man betrachtet an der Themse mit allen Zeichen tiefster Unruhe die Stimmung in Frankreich, die am deutlichsten in dem neckischen Spiel mit dem Gedanken einer Invasion in England zum Ausdruck kommt, man betrachtet mit noch tieferem Mißtrauen die Anstalten, die Rußland in Herat trifft, um im rechten Augenblick die Verhältnisse in Afghanistan nach eigenem Geschmack zu entwirren. Man dürfte sich in London klar darüber geworden sein, daß die englische Militärmacht keinen sonderlich furchterweckenden Eindruck hervorzurufen vermag, und daß trotz aller Schiffe und Schiffskanonen die Möglichkeit besteht, auf trockenem Wege um wertvolle Felle gebracht zu werden. Division auf Division wird in den Häfen des Mutterlandes eingeschifft, um nach Südafrika gebracht zu werden, und dort dem mörderischen Flintenfeuer der Buren zu erliegen, selbst die Aktion gegen den Khalifen hat man aufgeben müssen, obwohl am Weißen Nil sich recht schwere Wolken zusammenballen und auch der Negus sich in den Kreis jener Leute stellt, mit denen kein ewiger Bund zu flechten ist. So mag die Friedenssehnsucht in die Herzen der Engländer einziehen und auch Herr Chamberlain mag als praktischer Mann sich sagen, daß man besser thut, eine mißglückte Spekulation aufzugeben, als sein letztes Hab und Gut in den Strudel zu werfen. Zunächst freilich versucht man sich in der etwas komischen Rolle der Nürnberger, die den kühnen Ritter Eppelin von Geilingen hängten, ehe sie ihn fingen, oder der Jäger, die, ehe sie ven Bären hatten, die Bärenhaut verkauften. Ein altes deutsches Sprichwort warnt auch davor, „Kälber zu kaufen, ehe sie gekälbert". Aber der englische Ministerrat steht über solchen Warnungen, wenn anders er wirklich beschlossen haben sollte, im Falle eines siegreichen Ausganges des Krieges nur solche Friedensanträge anzunehmen, welche die „völlige Unterwerfung der beiden Republiken in sich schließen". Die britische Flagge, so wird dekretiert, solle in Prätoriä und Bloemfontein gehißt und eine starke britische Besatzung in-beiden Hauptstädten zurückgelassen werden, vorausgesetzt natürlich, daß die Burenkugeln noch einige von den armen Tommys übrig lassen, die jetzt in den Bergen des Transvaal für die gute Queen und den Geldbeutel des Herrn Chamberlain kämpfen und sterben. nicht gerade guter Ruf. Gewisse Mißstände wurden von den Vertretern der bürgcrlichm Parteien und der Regierung auch auf diesem Gebiete zugegeben, aber auch hier verwies Graf Posadowsky auf die Notwendigkeit eines Speztalgesetzrs. Bei der Abstimmung blieb die äußerste Linke diesmal ganz allein. Sehr merkwürdig war der Gang der Dinge bei dem folgenden Absatz, der gewiße Beschränkungen für die Mitnahme von Arbeit nach Hause durch Arbeiterinnen und jugendliche 2L beiter in das Ermeßen des Bundesrats stellen wollte. Hierbei beantragten die Sozialdemokraten, diese Beschränkungen obligatorisch zu machen, während ein freisinniger Antrag die Bestimmung gänzlich beseitigen wollte, weil eine wirksame Kontrolle nicht durchführbar sei und dadurch polizeilichen Chikanen und Denunziationen Thor und Thür geöffnet werden. Graf Posadowsky gab diese Schwierigkeiten im vollen Umfange freimütig zu, meinte aber, es sei immerhin bester, gewissermaßen eine sittliche Regel zu schaffen aI6 gar nichts zu thun, nachdem die Vorgänge beim großen Berliner Konfektionsarbeiterfirelk gelehrt hätten, daß in dieser Beziehung besonders große Mißstände vorhanden seien. Die Haltung der bürgcrlichm Parteien zu der Frage war so wenig einheitlich wie möglich. Geschloffen ablehnend verhielten sich aus den angeführten Gründen nur die Freifinnigen, einschließlich des besonders arbeiterfreundltchen Abg. Röficke. Fast geschloffen folgte auch die Reichspartei ihrem Führer, Freiherrn v. Stumm, in seiner entschieden ablehnenden Haltung. DaS Eentrum war unter Führung des Abg. Dr. H-tze überwiegend für die Be- stimmungm, wenn sich auch mancher Gegner in seinen Reihen sand. Ganz gespalten waren aber die Konservativen und Nationalliberalen. So waren also unter den bürgerlichen Parteien Anhänger und Gegner ziemlich gleich stark. Und da gaben zu allgemeiner Ueber- raschung die Sozialdemokraten den Ausschlag für die Gegner, nachdem ihr weitergehender Antrag abgelehnt worden war. Da fie nicht alles bekommen konnten, nahmen sie nichts. Aber es ist wohl wahrscheinlich, daß hier in der dritten Lesung noch ein Ausgleich versucht werden wird. DebatteloS wurde dann noch ein von der Kommission eiv- geschobener Artikel 6a gutgehrißen, der die Bestimmungen über die Verpflichtung zum Besuch einer Fortbildungsschule btS zum 18. Jahre auch auf weibliche Handlungsgehilfen und Lehrlinge ausdehnt. Montag Fortsetzung der Beratung. Man will die beiden Staaten in ein Dominium nach dem Muster Kanadas verschmelzen und einem Vizekönig unterstellen, man will aber auch diese Gnade nur dann üben, wenn alle stimmfähigen Buren der Queen den Treueid leisten. Im anderen Falle will man Transvaal und den Orange- Freistaat einfach in Kronkolonien umwandeln. Liegt nicht in diesen Aeußerungen eine geradezu bizarre Verkennung der realen Verhältnisse? Oder würde nicht ein heiliges Lachen durch ganz Europa gehallt sein, wenn etwa ThierS und Jules Favre in Versailles als Basis der Friedensverhandlungen die Abtretung der Rheinprovinz und vielleicht noch Westfalens aufgestellt hätten? Und muß nicht ein gleiches Lachen auch jetzt die Antwort sein? Aber der englische Dünkel hat mit einer Blamage noch nicht genug. Allen Ernstes wird von London aus versichert, Ohm Krüger habe in beweglicher Weise um Frieden gebeten und sich der Kapländer Minister Hofmeyer und Schreiner als Vermittler bedient. Man kennt ja jetzt den alten zähen Krüger und seine Leute vom Schlage der Joubert und Lukas Meyer einigermaßen. Ob wohl außerhalb Englands irgend ein denkender Mensch diesen sturmerprobten Männern es zutraut, daß sie aus der Hand der Queen Salz lecken werden? Sicherlich fühlen auch die Buren das Verlangen, dem Kriege ein Ziel gesetzt zu sehen. Denn aller Ruhm und alle Siege können die Augen nicht blenden gegen die furchtbaren Opfer, die der Kampf auferlegt. Aber das überragende Interesse an der schnellen Beendigung des Konfliktes haben nicht die Buren, sondern ihre Feinde. Schon gährt es furchtbar im Kaplande, ein Aufstand der Holländer in dem englischen Kronlande ist nur eine Frage der Zeit, er ist unvermeidlich, wenn die Buren noch weiter nach Süden vorrücken, ja vielleicht schon dann, wenn die Schanzwerke von Ladysmith dem Feuer der Burengeschütze erliegen. Vor Pietermaritzburg und Kimberley stehen bereits die Posten der Burghers, Estcourt ist umschlossen, Belmont genommen und trotz aller Siegesnachrichten dem Vordringen des Lord Methuen ein Ziel gesetzt. Es bedarf gar. nicht erst einer Bestätigung der Nachrichten, daß der Negus mit 40,000 Mann gegen den Sudan vorrückt und daß Rußland Herat bereits besetzt habe, um die Lage Englands mit der des Mannes aus dem Syrerlande zu vergleichen, der von seinem wild gewordenen Kameel in den Brunnen gedrängt wird, wo ihm nur noch die unangenehme Wahl zwischen den fatalsten Todesarten bleibt. Freilich sind nach englischer Auffassung an all dem Unheil nur die verwünschten Maulesel schuld, die augenscheinlich mit ihren Sympathien auf Seiten der Buren stehen. Aber wer bürgt dafür, daß nicht auch im Sudan und Afghanistan diese Geschöpfe gleichfalls sich auf Seite der Gegner schlagen und den Ruhm Altenglands mit ihren ungeschickten Hufen zerstampfen werden? Die Situation für England ist bitterböse, so böse, daß man vielleicht noch nie jenseits des Kanals so inbrünstig das alte Lied gesungen haben mach: „O Willy, bist du wirklich hier, daheim so frisch und gesund." Wir sind jetzt die vielgeliebten Freunde in der Not. Das ist allerdings kein lucratives Geschäft, aber wer kann es ändern? Behalten aber die Engländer ihr wahres Jntereffe im Auge, erinnern sie sich daran, daß für sie in den Bergen des Transvaal ganz andere Interessen noch auf dem Spiele stehen, als die Diamantgruben von Kimberley und die Goldfelder von Bloemfontein, so wird man gut daran thun, ernsthaft an den Friedensschluß zu gehen. Umsonst ist freilich nur der Tod und auch der kostet das Leben. Ohne Opfer, ohne starke Garantien für die Zukunft ist kein Friede mehr möglich. Fokales und Provinzielles. Gießen, 27. November 1899. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 88 Jahren, am 28. November 1611, würbe zu München Maximilian EL. König von Bayern, geboren. Lernbegierig, Freund und Förderer von Literatur und Wiffenschast, zog dieser Fürst die ersten Dichter und Gelehrten nach München. In den Märztagen 1848 auf den Thron gelangt, schuf er eine liberale Reform gemäß den Wünschen seiner Untertanen, ohne feine konstitutionellen Anschauungen aufzugeben. „Ich will Frieden haben mit meinem Volke" lautete eine« seiner Kernworte. Der König starb am 10. März 1864 in der bayerischen Hauptstadt. •* Ordens-Verleihungen. Aus Anlaß des Geburtsfestes Sr. König!. Hoheit des Großherzogs wurden außer den bereits in vor. Nummer mitgeteilten u. A. nachfolgend verzeichnete Ordens-Auszeichnungen an die dabei benannten Personen verliehen. Das Kommandenrkreuz 1. Klasse des ( nom Kälte bringen möge, damit die vollen Läger Winterwaren, bau noch nicht angewandter architektonischer Schmuck ist Mitglieder die Hauptversammlung des Oberh.Geschichts- Briden htefigen Bro! Gießen, d Karl Thaler in Darmstadt und dem Oberforstrat Wilh. Seyd daselbst; der Charakter als Regierungsrat dem Steuerkommissär Alb. Nispel in Lauterbach; der Charakter als Rendant dem Distriktseinnehmer Daniel Rausch in angebracht worden. Auf der höchsten Spitze, des galvanisch _________„ verkupferten Zinkdaches, des Eckturmes des Bach'schen Neu- des Cafs Ebel fand gestern unter zahlreicher Beteiligung der I baues, ragt, die Bestimmung des Gebäudes nach seiner “ „ . . T - I Fertigstellung andeutend, die zwei Meter hohe, in Zink Vereines statt. ^Nachdem der Borsitzende, Prof. Dr. Höhl- | getriebene, echt vergoldete Figur des Merkurs, des Beschützers sitzende die Versammlung. ♦* Stadttheater. Das erste Gastspiel des Kgl. Würt- tembergischen Hofschauspielers Emil Richard findet bekanntlich morgen Dienstag statt und zwar als „Bräsig." Ueber seine Verkörperung desselben am Germaina-Theater in New-Jork schrieb der „New-Yorker Herold" folgendes: In die Fixigkeit is he de Annern über, un in de Richtigkeit not, so sagte einer unserer plattdeutschen Bürger, der New-Yorker Fritz Reuter, Wilhelm Fricke, als er gestern abend gefragt wurde, wie ihm der Gast des Germania- Theaters, Herr Emil Richard, gefiele, uud gab damit that- sächlich der Ansicht des ganzen Publikums Ausdruck. Emil Richard hat bei seinem gestrigen New-Yorker Debüt als „Onkel Bräsig" ungemein gefallen — und das mit Recht. Denn er ist ein vortrefflicher Schauspieler, natürlich, von großer Kraft des Ausdrucks und einem behaglichen Humor, welcher das Publikum rasch in die allerangenehmste Stimmung versetzt. Es lag nahe, daß man ihn mit hervorragenden früheren Darstellern dieser Rolle, vor allem mit Emil Thomas und August Junkermann, verglich, — aber der Vergleich fiel sicherlich nicht zu seinen Ungunsten aus. Er ist zweifellos der echteste Onkel Bräsig unter allen, welche den klassischen „Jnspekter" hier gemimt haben. Sein Erfolg war ein durchschlagender und durchaus wohlverdienter. •• Ueber die Geschäftslage. Das milde Wetter des nun zu Ende gehenden Novembers ist dem geschäftlichen Handel und Wandel nachteilig gewesen. Besonders die Händler mit Pelzwaren, Wollwaren und Manufakturwaren klagen über schlechten Geschäftsgang und haben betreffs des Wintergeschäfts ihre Hoffnung auf den Weihnachtsmonat gesetzt, von dem zu wünschen wäre, daß er zu Beginn einige Grad durch den Spenglermeister Georg Appel vor einigen Tagen auf dem Neubau der Firma Julius Bach — an der Ecke der Plock- und Johannesstraße — geliefert und Der Boran 1900/1901 liegt v CM auf dem 3 Rabertsh, Groß 1 fta. 2 M) W 2ÄJ. 4 M. W i Kg. 2 M.) y 2 Kg. 4 Pft>. M Laubach. ** Oberhessischer Geschichtsvereiu. In dem unteren Saale maßen geräumt werden. ** Ein recht effektvoller, in unserer Stadt beim Häuser- •Ate L. Schmidt, Sr.-Lin W. Fabel von Wies, Joh. Kd. Meo.Kir. L. Schmidt (Großm- W. Wetzel von Lang 1 2. Sintlbt, Großen-L SB. StdnmüH«! Lang- 2; 3°h- M.Me v. kkch W. In La L. StrtnEn L. Schmidt Gr.-Lindr 3 MH. FM von Wi NS®-«« !?ten auf h ^erod, i Gr des Handels. Die Figur ist ziemlich weit von der Südanlage her schon sichtbar und erregt das Interesse der Passanten. x Gruuberg, 26. November. Zur Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin fand am Freitag Abend im Gasthof „zum Hirsch" hier ein Festessen statt, zu welchem sich fast sämtliche Beamten und zahlreiche Bürger der Stadt — zusammen an 70 Personen — eingesunden hatten. Auch der Musikverein beteiligte sich an der Feier und trug durch seine trefflichen Vorträge sehr zum Gelingen derselben bei. Die von patriotischem Geiste getragene Festrede des Herrn Dekan Pullmann gipfelte in einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unser erlauchtes Fürstenpaar. Nach beendigtem Mahle wechselten Musikvorträge mit gemeinschaftlich gesungenen patriotischen Liedern ab, und so nahm die ganze Veranstaltung einen recht schönen und würdigen Verlauf. 4- Gruuberg, 26. November. Am gestrigen Geburts« tage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde dem 1. Geistlichen hiestgerStadt, Herrn Dekan Pullmann, der Charakter als Kirchenrat erteilt, und Herrn Oberamtsrichter Mickel wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Zum Notar mit dem Amtssitz Grünberg ist Herr Rechtsanwalt Beil stein hier ernannt worden. — Gestern nachmittag kam der um 6 Uhr fällige Personenzug von Gießen erst um 7 Uhr, also mit ein stündiger Verspätung, hier an. Der Zug mußte, da die Lokomotive den Dienst versagte, auf der Station Reiskirchen liegen bleiben, bis eine andere Maschine von Gießen aus eintraf. — Als Ergebnis der in hiesiger Stadt veranstalteten HauS- sammlung von Beiträgen für die verwundeten Buren wurden rund 122 Mk. an die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes in Berlin zur Weiterbeförderung abgesandt. O Nieder - Ohmen, 26. November. Eine wohlverdiente Auszeichnung wurde gestern an Großherzogs Geburtstag unserem allverehrten Herrn Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Ohnacker zuteil. Herr OberamtSrichter Mickel von Grünberg erschien vormittags und überreichte ihm unter entsprechender Ansprache im Beisein sämtlicher Mitglieder des Ortsgerichts das ihm verliehene Verdienstkreuz des Ordens Philipps des Großmütigen. Dieselbe Ordensauszeichnung erhielt auch Herr Bürgermeister Westrupp im benachbarten Ruppertenrod. Nidda, 25. November. Zur Feier des Geburtsfestes unseres allverehrten Großherzogs und seiner Gemahlin fand gestern in der höheren Bürgerschule ein FestaktuS statt. Den Mittelpunkt der aus Deklamation und Gesangsvorträgen bestehenden Feier bildete ein Vortrag des Dirigenten der Schule, Herr Dr. WaaS über die Chatten in ihrem Verhältnis zum römischen Reich, in dem den Schülern die Tapferkeit und der Mannesmut unserer Vorfahren zum Vorbild und zur Nachahmung hin- gestellt wurde. Den Vortrag schloß ein Hoch gjif unseren i Fürsten und seine hohe Gemahlin. — Heute wurde von den hiesigen Vereinen unter Mitwirkung der Feuerwehrkapelle ein Bierkommers veranstaltet, bei dem Herr Amtsrichter Römheld das Hoch auf das Großherzogspaar ausbrachte. Die Begrüßung der Versammlung hatte Herr Bürgermeister Roth übernommen; aus den Kaiser toastete Herr Landtags-Abgeordneter Erk, auf das Vaterland Herr Steuerkontroleur Obmann. Gesang der Nationalhymne und sonstige vaterländische Lieder erhöhten die Feststimmung. Die öffentlichen und einzelne Privatgebäude hatten geflaggt. 0. Aus Oberheffen, 26. November. In jüngster Zeit haben eine größere Anzahl von älteren Schullehrern, die in der Zeit von 1870 bis 1896 in den Ruhestand ver- I setzt worden sind, namhafte Pensionsnachbesserungen I erhalten. Die Beträge erreichen bei manchen Pensionären fast 200 Mk., welche den Empfängern, die noch bei kleinen I Gehältern pensioniert wurden, sehr zu gönnen sind. ES I geht daraus hervor, daß die Staatsregierung auch gegen I die Volksschullehrer vom größten Wohlwollen erfüllt ist. F. Von der Feldkrücker Höhe, 26. November. Die seit- I herige milde Witterung, die in unseren Berglagen aller- I dings wesentlich frischer ist, als in der Wetterau und in I geschützten Gegenden, hat es ermöglicht, anhaltend in den Forsten zu arbeiten. Aus allen Himmelsgegenden, z. B. aus Norddeutschland, der Rheinpfalz, Baden und Bayern sind bereits wieder Kaufliebhaber für unsere ausgezeichneten I Vogelsberger Forstprodukte angemeldet. Letztere werden I vorzugsweise aus den trefflich bewirtschafteten Staatswal- I düngen geliefert. Aber auch für die Gemeindewaldungen geschieht von Jahr zu Jahr mehr durch den Staat, indem den Gemeinden — es sind uns deren gegen 50 bekannt geworden — bedeutende Zuschüsse für Waldkulturen geleistet worden sind. Die Ergebnisse mit diesen Kulturen sind sehr I befriedigend und sie tragen sicher dazu bei, den Eifer und I das Interesse der Gemeinden zu wecken und sie auch ihrer- I seits zu Opfern anzuseuern, welche später reiche Früchte I tragen. r I △ Babenhausen, 24. November. Der hiesigen Gen- I darmerie fiel gestern ein feingekleideter Herr in die Hande, I der sich durch verschiedene Manipulationen in hohem Grave I verdächtig gemacht hatte. Gefesselt der Amtsgerichts- I behörde zu Seligenstadt vorgeführt, machte er über I Namen, Herkunft und Stand die widersprechendsten An- I gaben. Es wurden gefälschte Militärpapiere bei ihm vor- I gefunden. Jedenfalls hat er gegründete Ursache, unter I falscher Flagge zu segeln. Man nimmt einstweilen an, I einen guten Fang gemacht zu haben. Der Häftling ist I mosaischer Abstammung, etwa 50 Jahre alt, nennt sich I Isaak Fuld und scheint es vorzugsweise auf feine Glaubens- I genoffen abgesehen zu haben. △ Seligenstadt, 24. November. Nach langen Bemühungen zahlreicher Interessenten hat sich die Eisenbahnbetriebsdirektion bereit erklärt, eine bessere Verbindung zwischen Ludwigsordens erhielt Se. Exz. der Staatsminister Dr. Emil I Dittmar und Se. Exz. der Staatsminister Wilh. Küchler; I — das Komturkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen der Präsident des Oberkonsistoriums Adolf Buchner; — das Komturkreuz 2. Kl. desselben Ordens I der Geh. Kommerzienrat Hugo Buderus in Hirzenhain I und der Ministerialrat Wilh. Milbrand in Darmstadt; — I das Ritterkreuz 1. Kl. desselben Ordens der Dekan des I kath. Dekanats Friedberg, Appel in Oppershofen, der Ministerialsekretär Adolf de Beauclair in Darmstadt, I der Grüfl. Kammerdirektor Dr. Geyger in Assenheim, I der Vortragende Rat bei dem Ministerium der Finanzen | Oberforstrat Heinrich Krauß in Darmstadt, der Re- gierungS- und Baurat PH. Stahl in Gießen, der Vor- | stand der Eisenbahnbetriebsinspektion 2 zu Darmstadt I RegierungS- und Oberbaurat Fried r. Stegmayer, der I Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg Ernst I Mickel, der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Alsfeld Dr. August Scriba, der Oberamtsrichter bei dem Amts- I gericht Büdingen FerdinandRabenau; — das Ritterkreuz | 2. Kl. desselben Ordens der Fabrikant Karl Grünewald I. zu Alsfeld, der Fabrikant Theodor Kübel zu Herbstein, der Distriktseinnehmer Rendant Jac. Klein zu I Büdingen; — die goldene Verdienstmedaille des Ludwigs- I ordens die erste Lehrerin an dem Rettungshause zu Arnsburg Emilie Brauchte; — das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen der Kreisstraßen- I meister Joh. Adam Hohenade! zu Schotten, der Lehrer Joh. Konr. Hüber zu Steinfurth b. Friedberg, der Bürgermeister Heinrich Schwalbach zu Crainfeld, der I Frhrl. Rentmeister Schmidt zu Londorf, der Frhrl. Bauverwalter Unger zu Londorf, der Bürgermeister Helnr. Westrupp zu Rnppertenrod, der Lehrer Ludwig Will- mann zu Steinfurt b. Lauterbach, der Ortsgerichtsvorsteher I Ludwig Ohnacker zu Nieder-Ohmen, der Fußgendarm im Distrikt Oberhessen Keller; — die silberne Verdienstmedaille für Kunst, Wissenschaft, Industrie und Landwirtschaft der Frhrl. Riedesel'sche Gutspächter Hermann Backhaus zu Rudlos, der Gräfl. Oberverwalter Max Hoffmann zu Schlitz; — das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste" der Maurermeister Johs. Presch er zu Vilbel; — das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipp des Großmütigen: der Bürgermeister Jak. Groth II. zu Gelnhaar, der Bürgermeisterei-Beigeordnete G g. Habicht II. zu Lauterbach, der Bürgermeister Heinr. Heil zu Queck; — das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste": der Polizeidiener Kaspar Bötz in Alten- Bnseck, der Diener am evang. Predigerseminar zu Friedberg Joh. LudwigHeber, der Kreisdiener Lud w. Kl ö ß zu Lauterbach, der Gefangenenwärter am Landeszuchthaus Marienschloß Georg Guyot;— das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste: der Förster Ludw. Stier in I Nidda, der Forstwart Johs. Wingefeld zu Wetterfeld, 1 der Schaffner Konr. Hartmann zu Gießen, die Weichensteller Wilh. Horn II. und Johs. Görnert in Grünberg, die Bahnwärter Johs. Möller in Lauterbach, Pins Post zu Salzschlirf, Jos. Dieter III. zu Großen-Lüder; — das allgemeine Ehrenzeichen für treue Arbeit: die Waldarbeiter Wilh. Schultheiß und Konr. Schultheiß zu Glashütte, der Holzhauer Johs. Ni eß V. in Herchenhain, die Waldarbeiter Joh. Ang. Dietz und Balth. Bach zu Babenhausen I, Konr. Hofmann in Schwickartshausen, Heinr. Bernhardt II. und Georg Semmler in Heimetshausen, Eckhard Steih in Maulbach, der Holzhauer Balth. Fink in Watzenborn, der Holzhauer-Rottmeister Johs. Harr es III. in Romrod, die Kulturarbeiterin Elisabethe Röhrig in Udenhausen, die Holzhauer-Rottmeister Joh. Konr. Schneider II.in Groß-Felda, KasP.Schäfer in Kestrich, Johs.Dickel IV. in Ober-Breitenbach, Konr. Ruppenthal in Helpershain, die Holzhauer Peter Gröb I. und Konrad Löchel I. in Deckenbach, Georg Reitz III. in Niederohmen, Heinr. Kratz XXII. in Ruppertenrod, Heinr. Hörig in Lehnheim, G. H. Heß in Bernsfeld, die Salinenarbeiter Konr. Grot und Hartmann Langsdorf II. in Bad-Nauheim, die Grubenarbeiter Joh. Heinr. Bischoff in Beienheim, Wilhelm Kees in Dorheim, die Streckenarbeiter Anton Brink und Anton Stoll in Langgöns, der Bahnhofsarbeiter Christ. Becker und der Hilfsweichensteller Jak. Weller in Gießen, der Streckenarbeiter Peter Vetter in Großkarben, der Güterbodenarbeiter Ph. Peppier in Meder - Wöllstadt, der Waldarbeiter-Rottmeister Daniel Bücking in Homberg a. d. Ohm, der Waldarbeiter Martin Buß in Niedernhausen, der Forstkulturarbeiter Jak. Diedolph in Altenstadt, der Holzhauer Konrad Schneider II. zu Rodheim v. d. H., der Kreisftraßenwart Georg Gebhardt zu Ober-RoSbach, Johs. Ruhl III. zu Hartmannshain. — Verliehen wurde ferner der Charakter als Sanitätsrat dem prakt. Arzt Dr. A d. Jost in Kirtorf, dem prakt. Arzt Dr. Friedr. Kullmann in Altenstadt; der Charakter als Schulrat dem Kreisschulinspektor Chr. Buß in Büdingen; der Charakter als Polizeiassessor dem Polizeikommissär Moritz Krämer in Darmstadt; der Charakter als Kirchenrat dem Pfarrer und Dekan Georg Kullmann in Grünberg; der Charakter als Geheime | mit denen die Geschäftsleute sich vorgesehen haben, einiget» Justizrat dem Rechtsanwalt Dr. OsannI. in Darmstadt; der Charakter als Geheime Oberforstrat dem Oberforstrat Der Bora» WO/1901 liegt v! Osterei-Bureau dah 6tangentot Groß < r ab-"ds 7.50 W..1. vom typte» * AgB ®eb.eLÄ MleW , Si-6» M finit W-kM« 9= mit btt 9*"®' erg erschien vormittags fender Ansprache im Bei- lignichtr dar ihm vn« Mrppr de» Ach hnung nlM auch hm rachdarten Ruppertenrod, r Feier deö GebnrtS- .. :n Großherzogs und n in der höheren Bürger- Mittelpunkt der aus De- bestehenden Feier bildete Schule, Herr Dr. Waas Itnii zum römischen Reich, leit und der Mannesm \ :nö zur Nachahmung hin- oß ein Hoch qjif unseren ,n. - Heute wurde von f rrkung der Feuerwehr- Ml, der dem Herr Amts- । vas TrchherzvgLpaar aus Versammlung hatte Hm n; aus den Kaiser toastet- i l, auf daS Vaterland peri ■ । Mang der Nationalhymne. j erhöhten die Feststimmng - wataebäude hatten geflaggt. I rembei. Fn jüngster Zeit I; u Mren Schu^hrnr^ 1^96 in den Ruhestand «■ nsionsnachdesserutt^ ! Ui manchen Pension ;-hr tu gönnen find. « 1, E-! 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