achmittogs 4 Uhr, Metropole: IBltriptti# irlniitibtn liefe «in« und Mttml«. iQüuag t Dr öuu Tebe« über; 'WiSitfa ''«NeatzW«ast„, Ä ftr» h'to' khrer Kurl Müller. ldr, im «ta t Ä, Tarte« BO n »• Oktober von U biß l Uor, der Aalte des Hotel Metropol, 1 Naiüy in Ems entgegen, 'kvscr Jagdvereiv. * a KJL MM hrplan looSUtiooe.^ f'i7 FnJda. Alsfeid, rXm, Schotte«, l. Ge .gehende, e* “d ‘ g hlhl . . QjesgeDet Peditl"” ,aei d°"i f‘‘° k ,n werd®’ „ b«® ’ AM Nr 254 Drittes Blatt. Samstag den 28 Oktober 1899 ***** —na eil IMrHik bei Mi Mrnrr ewbre bee Ätijnyr »fe—Mch •ir|ag«pr«U ntfrulidbrlidi 2 Mark 20 Dttz monatlich 75 Plz mit vringerloh» Bei Poftdrzu§ 2 Mark 50 W virrteltährlich »■•»Nie »«»eigen »n brr nochmtttags ftr bot >*y*ee l*e ericheinenbm Hummer M bereu !• Uhr. General-Anzeiger »8t »ntet,en.VrrmMlun,sfte»ni bei Ar». netz ÄuilWbN etbmtn Anzeigen für ben Gietzener Anzeiger CTUfefM Aints- und Anzeigeblatt für den Ttveis Giefzen. ' 1—1 Wtbehten, »Petition und Druckerei: >4e(0re|c Mr. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamUienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. »treffe für Depeschen: Anzeiger 4te|Ok Fernsprecher Nr. 51. ’>F t General I. H A. Kock. In der angeblich für die Engländer günstigen Schlacht btt Elandslaagte (zwischen Ladysmith und Dundee) wurde der Kommandeur General I H. A. Kock schwer verwundet gefangen genommen. Er soll inzwischen seinen Wunden erlegen sein. Kock gehörte dem Executiv Komitö von Transvaal an und erhielt von den Engländern wegen seines entschlossenen Vorgehens den Namen „Fecht-Kock". Feuilleton. * Wieviel Kugeln treffen? Anläßlich des TranSvaal- lriegeS ist die Frage wieder aufgetaucht, wieviel Kugeln eigentlich treffen. Die Statistik lehrt nun drastisch, daß eine Tonne Blei dazu gehört, um einen Mann zu töten. Im Krimkriege z. B. wurden von den britischen und französischen Truppen an Schüssen abgefeuert rund 45000000, während nur 51000 Russen getötet wurden; von russischer Seite wurden 50 000000 Schüsse abgegeben, aber nur 46 000 trafen tätlich. Es ergiebt das ein Verhältnis von 1000 zu 1. * Eine kleine Auffrischung des Gedächtniffes wurde einem schwedischen Schiffsführer zuteil, der, als er mit seinem Schoner in der Kieler Außenföhrde das Artillerieschiff „Friedrich Karl" in geringer Entfernung vor dem Bug passierte, die internationale Vorschrift außer acht ließ, seine Flagge zu zeigen. Em von dem Kriegsschiff abgegebener Warnungsschuß blieb unbeachtet, und die Zurufe wollte der Schwede nicht verstehen. An Bord des „Friedrich Karl" var man indessen nicht gewillt, sich narren zu lassen; aus Befehl des Kommandanten, Kapitäns zur See Zehe, wurde zunächst ein scharfer Schuß ins Wasser gefeuert, der wenige Meter von dem Schiff entfernt einschlug, und als auch dies ohne Wirkung blieb, sauste ein Geschoß von nicht zu verachtendem Kaliber durch das Takelwerk des renitenten Seglers. Das half. Der Schwede erinnerte sich plötzlich seiner Pflicht und that, was schon der seemännische Anstand erfordert: er hißte die Flagge. * Prinzessin Heinrich von Preußen und die Kaiserin. Mutter vo» China. Eine köstliche Anekdote von dem Auf- ciuhalt der Prinzessin Heinrich von Preußen in China erzählte Ernst von Hesse-Wartegg in einem Vortrag, den er dieser Tage im Deutschen Sprachverein in Mailand hielt. Als die Prinzessin der Kaiserin Wittwe vorgestellt werden sollte, wurde bekannt gegeben, daß die Kaiserin der deutschen Prinzessin ein kostbares Perlenhalsband schenken werde, flun entstand aber eine kleine Schwierigkeit. In China »erben die Alten bekanntlich sehr respektiert, und es ist unpassend, daß ein Alter vor einem Jungen stehen soll. Da nun die Kaiserin viel älter ist als hie Prinzessin, so hätte die letztere stehen müssen, während die erstere saß. Die Unterhandlungen dauerten lange Zeit, aber die Deutschen wollten sich den chinesischen Sitten nicht fügen. Eines Tages ließ die Kaiserin den deutschen Gesandten rufen, und sagte etwa folgendes: „Wenn die Prinzessin gestattet, daß ich bei ihrem Besuche sitzen bleibe, bekommt sie die Perlen ; wenn ich aber aufstehen muß, giebts keine Perlen." Die Laiserin mußte aufstehen, und die Prinzessin Irene bekam statt des schönen Perlenhalsbandes einen ordinären Holz- sächer als Geschenk. Vz General H. P. N. Pretorirrs. Neben General Kock und Oberst Schiel, dem Führer des deutschen Freikorps, ist auch General Pretorias als Gefangener in die Hände der Engländer gefallen. Pretorias ist der Sohn des Führers der Baren gegen England im Jahre 1848, der 1857 — 1869 erster Präsident von Transvaal war. gokalfs Hü) DrsoinMrs. Q Nidda, 26. Oktober. Bezugnehmend auf den Artikel in Nr. 250 vom 24. Oktober, zweites Blatt des „Gießener Anzeigers", mit „Nidda" überschrieben, muß hier noch mitgeteilt werden, daß nach den vorgenommenen Ermittelungen und einer abgehaltenen Haussuchung des Herrn Wachtmeisters Schmidt hier es gelungen ist, den Dieb in der Person eines hiesigen Bürgers, K. R., welcher bei Herrn Roth hier beschäftigt war, festzustellen. Nach den bei ihm vorgefundenen Gegenständen, welche Herr Roth als die gestohlenen erkannte, wurde der genännte Dieb durch Herrn Wachtmeister Schmidt hier festgenommen und in das hiesige Amtsgerichts Gefängnis cingeliefert. W. Friedberg, 26. Oktober. Der hiesige Herbst- Pferdemarkt verlief bei starkem Auftrieb unter flottem Geschäftsgang. Es fand alles Abnahme. Der Pferdehandel war überhaupt den ganzen Herbst her schon sehr lebhaft, weil durch Die herrschende Maul- und Klauenseuche das Rindvieh an vielen Orten nicht zum arbeiten zu verwenden war. Begehrt waren auf dem hiesigen Markte hauptsächlich Arbeitspferde und Fohlen. Die Preise stellen sich wie folgt: junge Fohlen 350 — 400 Mk., 1*/,jährige 400—600 Mk., 2'/, jährige 600-800 Mk., Gebrauchs- Pferde bis 1200 Mk. Darmstadt, 25. Oktober. Der „Frkf. Ztg." wird von hier geschrieben: Die Kandidatur des Regierungsrats Noack im Landtagswahlkreise Darmstadt-Land, die von einer antisemitisch-nationalliberalen Koalition * Sie muffen warten! Eine Antwort des ersten Bürgermeisters Schustehrus von Charlottenburg erzählt man sich von der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule. Beim Frühstück der Hochschule war Herr Schustehrus eben im Begriff, ein Glas Portwein entgegenzunehmen, als der Bürgermeister von Berlin, Kirschner, an das Buffet trat, um ein Glas Rheinwein zu trinken. Der bedienende Kellner hatte sich aber eben entfernt, um neuen Wein zu holen. Bürgermeister Schustehrus meinte mit kollegialem Bedauern: „O, Sie müssen warten!" Das Wort erregte stürmische Heiterkeit, eine Wirkung, die wohl nicht beabsichtigt war. Bürgermeister Kirschner stimmte mit herzlichem Lachen ein, während Herr Schustehrus schmunzelnd sein Glas leerte. * Das Extempore auf der Bühne, .lieber die Sitte oder richtiger die Unsitte des Extemporierens im Theater plaudert ein Mitarbeiter des Neuen Wiener Journals u. A. wie folgt: Dem Komiker Beckmann wurde, „in Anbetracht der glücklichen Wirkung seiner Impromptus", im Hofburgtheater schriftlich die Erlaubnis erteilt, in heiteren Stücken zu extemporieren; und es versteht sich von selbst, das er davon ausgiebigsten Gebrauch machte, zum großen Aerger Meixners, der verzweifelt gegen diese Konkurrenz ankämpfte. In Shakespeares, „Viel Lärm um Nichts" gelangte die Nebenbuhlerschaft der beiden Komiker zu besonders drastischem Ausdruck. Im fünften Akte, wenn der Liebhaber Claudio ausruft: „Ich will nichts hören mehr; von seinem Munde hab' ich Gift getrunken!", pflegte Beckmann als Holzapfel ganz aufgeregt umherzulaufen und zu schreien: „Er hat Gift getrunken! Schnell, Milch! Milch! Milch!" Das dröhnende Gelächter der Zuschauer war dem Schlehwein-Meixner jedesmal höchst unangenehm, und als eines abends Beckmann wieder um „Milch" rief, öffnete Meixner das Fenster und schrie wie ein Besessener: „Eine Amme! Schnell eine Amme!" Natürlich war seinRivale durch dieses drastische Extempore übertrumpft. Laubes strenges Regime machte derlei Freiheiten ein Ende, denn, wie er sehr treffend bemerkte, „ein Publikum ist bald verzogen". Trotzdem wird noch heute im Burglheater viel extemporiert, nntürlich nur im Lustspiel und in erlaubten Grenzen. Wenn Hartmann in „Magnetische Kuren" auf die Frage: „Haben Sie eine Griechin bei sich?" antwortet: „Ich werde nachsehen!", oder wenn Thiemig als Schmählich dem Baron ins Ohr flüstert: „Machen Sie keenen Gebrauch davon, ich bin Sie der Keenig von Sachsen!",, so bringt dies heitere Wirkungen hervor. Scholz und Nestroy erduldeten zahllose Polizeistrafen wegen ihrer Extempores, und die Gall- meyer war wegen ihrer schlagfertigen Apercus bekannt. Den größten Erfolg hatten und haben natürlich immer die von der Behörde verpönten politischen Anspielungen. Heute zum Beispiel dürfte Scholz nicht mehr zu dem kleinen Buben im „Zwillingsbruder" sagen: „Wo bist denn her? Aus Prag? Armer Kerl, so jung und schon a Böhm'!" Ein originelles, von Geistesgegenwart zeugendes Extempore lieferte Emerich Robert in seinen Jugendjahren. Er fing ganz klein beim Niclas in Matzleinsdorf an. Einst spielte er auf dem kleinen Theaterchen den Grignon im „Damenkrieg". Die Gräfin Autreval fand im dritten Akt keine Klingel und, und um das Geräusch der Glocke zu imitieren, oder um den Direktor zu ärgern, sagte sie kurz entschloffen: „Bim bim!" Sofort trat Robert ein und sagte: „Fran Gräfin haben gebimst?" * Dreizehn Ehemänner in drei Jahren. Mit kaum 20 Jahren ihrem dreizehnten Gatten angetraut zu werden, dieses Kunststück hat — wenn man dem etwas märchenhaft klingenden Berichte eines amerikanischen Blattes Glauben schenken darf — vor kurzem eine von spanischen Eltern geborene Kalifornierin fertig gebracht. Clemente Ruiz, so nannte sich das elfmal geschiedene und einmal verwitwete weibliche Wesen als Mädchen, stammt aus einer ganz armen Familie. Der Ruf von ihrer seltenen Schönheit lockte zahlreiche Freier herbei. Dock sie wartete, bis eines Tages ein sehr vornehmer und reicher Bewerber in der Person eines russischen Grafen vorsprach. Diesem schon ziemlich bejahrten fremden Abenteurer schenkte die noch nicht 17jährige Clemente ihre Hand. Die Freude dauerte aber nur wenige Monate, nach deren Verlauf die Gräfin Tolskow in Los Angeles die Scheidung beantragte. Kaum war sie von dem ersten Gatten frei, da heiratete sie schon einen anderen Aristokraten und zwar einen Baron Baldry. Aber fein Temperament erwies sich bald als etwas zu hitzig und beständiger Zank war die Folge. Zum zweiten Mal geschieden, reichte die schöne Clemente ihre Hand dem Sohn eines kalifornischen Oelmagnaten. Da begann die Familie des Mannes, die wohl etwas von den Antecedentien der jungen Frau gehört haben mochte, Zwietracht zu säen. Clemente verließ eines Nachts die eheliche Wohnung und ließ sich bald darauf von einem reichen Kaufmann aus Cincinnati entführen. Dieser Mann aber erkrankte bald und starb. Seine Witwe blieb nicht lange ihrer Trauer überlassen; sie eroberte und heiratete einen Millionär in Albany, der aber, nachdem die Flitterwochen vorüber waren, sich ausschließlich seinen Geschäfte» widmete. Die schöne capriciöse Frau fand daher das Leben an seiner Seite langweilig und drang auf Trennung. Nun ging sie in einem Zeitraum von anderthalb Jahren noch sechs fernere Ehen ein, die aber sämtlich nach zwei bis drei Monaten ihren Abschluß vor dem Scheidungsgericht fanden. Erst ihre dreizehnte Heirat, vor der sie trotz der üblen Nachrede, die der Zahl 13 anhaftet, nicht zurückschreckte, scheint ihr den „Rechten" beschieden zu haben. Wenigstens erklärt die vielbegehrte Schöne, daß sie diesen Mann wahrhaft liebe. Es ist nur ein einfacher Ranchbesitzer und als feine Fra« hat sie tüchtig in der Wirtschaft zu thnn, doch behauptet sie, daß ihr die Arbeit Freude mache und daß sie sich weder nach Rang und Reichtum, noch nach den Vergnügungen einer großen Stadt sehne. — Auf wie lange? ausgestellt wurde, findet weder im nationalliberalen, noch im antisemitischen Lager allgemeine Billigung. Viele Nationalliberalen sind verschnupft, weil durch die Besiunger Antisemiten ihr Kandidat Wittmann einfach bei Seite geschoben wurde. Manche finden auch die „Absägung" des bisherigen Abgeordneten Professor Friedrich, dessen Kandidatur ursprünglich von der nationalliberalen Partei ausrecht erhalten werden sollte, nicht gerade sehr schön. Andererseits sind aber auch die Antisemiten in den Landgemeinden mit dem Vorgehen ihres Darmstädter Reformvereins nicht einverstanden. Sie stehen nach einer Auslassung des hessischen antisemitischen Organs auf dem Standpunkt, daß ein Regierungsrat kein geeigneter Mann für die Volksvertretung sei. Sie wollen, je nach Ausfall der Wahlmänner Wahl mit einer eigenen Kandidatur vorgehen. — Die Urheber der Zugentgleisung bei Griesheim sind verhaftet worden. Es sind die Mechaniker Georg Brohm und Karl Hofmann und die Kaufleute Friedrich Eisenhauer und Gustav-Rupp aus Darmstadt, sämtlich junge Leute von 18 Jahren. Sie werden sich wegen Verbrechens gegen § 315 des Strafgesetzbuches vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. — Der Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg, Geheimerat v. Marquardt, ist gestorben. Darmstadt, 25. Oktober. In vorletzter nacht wurde in der sog. Münze gegenüber dem Landgerichtsgebäude ein frecher Einbruch verübt. Der Thäter stieg, wie der m£. A." berichtet, über die das Haus nach Norden hin umgebende Mauer in den Garten, holte die auf dem Gartenhäuschen angebracht gewesene Spitze herab, zerbrach mit Hilfe derselben eine Fensterscheibe und gelangte auf diese Weise in die in der Münze befindlichen Räume des Großh. Steuerkommissariats, offenbar, weil er dort Geld vermutete. Da er jedoch solches nicht fand, fiel er über die Akten des Steuerkommissariats her, warf dieselben auf dem Boden herum, zerriß einen Teil und übergoß sie mit Tinte und Petroleum, welches er aus den Lampen entnommen hatte. Auch soll er versucht haben, einen Brand herbeizuführen. Durch das Geräusch wurde der Sohn des Steuerkommissärs aus dem Schlafe geweckt und spürte derselbe in Begleitung eines Schreibgehilfen nach der Ursache des Geräusches. Als der Thäter die Beiden ansichtig wurde, nahm er ReißauS; er wurde jedoch alsbald eingeholt und festgenommen. Jetzt kann er hinter Schloß und Riegel über seine nächtliche Exkursion nachdenken. Eine exemplarische Strafe wird seiner wohl warten. Großh. Amtsgericht Darmstadt I nahm gestern morgen im Beisein eines Vertreters Großh. Staatsanwaltschaft an Ort und Stelle Augenschein ein. Fronhausen, 24. Oktober. Dem Eisenbahn-Weichen« steller erster Klaffe und Haltestellen-Aufseher a. D. Friedrich Balsam zu Fronhausen, ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. — Unter den hiesigen Schulkindern grassiert seit einiger Zeit die ägyptische Augenkrankheit. Nur wenige Schüler sind hiervon verschont geblieben. Amtliche Untersuchung hat schon mehrmals statt- gesunden. Am störendsten macht sich diese Krankheit im Schulbetriebe bemerklich, umsomehr, als in den letzten Jahren derselbe durch alle möglichen Kinderkrankheiten ost längere Zeit unterbrochen wurde, was leicht unter genannten Umständen wieder eintreten kann. Herr und Marine. Metz, 22. Oktober. Zu den in der Nähe von Metz bereits im Bau begriffenen drei Forts ist gestern nachmittag ein viertes vergeben worden und dem hiesig n Bauunternehmer Heister für rund 17t,0000 Mark zugeschlagen. Dasselbe kommt auf der Höhe von Point du Jour, oberhalb der bekannten Ferme St. Hubert in der Schlucht von Gravelotte zu liegen. Die Arbeiten werden sofort in Angriff genommen. Die Gesamtbausumme der vier Forts beträgt allein für Erd- und Maurerarbeiten ohne die Panzertürme und innere Einrichtung ca. 10 Millionen Mark, die hier und in der nächsten Umgegend in den beiden nächsten Jahren umgesetzt werden. Dazu kommen noch reichlich 21/9 Millionen Mark für die bei Diedenhofen in der Ausführung befindlichen Befestigungen. An jedem Forts arbeiten zur Zeit etwa 500 bis 600 Mann, größtenteils Italiener, die in großen von den Unternehmern erbauten Holzbaracken untergebracht sind und die Arbeiten in Unterabteilungen im Akkord ausführen. In der Stadt, sowie in den nahen Dörfern herrscht infolge dieser Bauten ein ganz außerordentlicher Verkehr, und die Geschäfte haben fast ohne Ausnahme einen dementsprechenden Aufschwung genommen. Im ganzen sind für die neuen Befestigungen mitsamt der Niederlegung der Wälle an der Ost- und Südseite der Stadt, sowie des Baues eines Generalkommandos, eines Jntendanturgebäudes, eines Garnisonlazaretts und zwei neuer Kasernen 45 Millionen Mark im Haushaltungsetat vorgesehen. M.P.C. Frankreich. Ueber das Scharfschießen der französischen Mittelmeerflotte bei Rocher des Medes erfahren wir folgendes: Es kamen alle schweren und mittleren Geschütze mit voller Ladung auf Entfernungen zwischen 2000 und 4500 Meter zur Verwendung und wurden über 1300 Schuß abgegeben. Die besten Resultate wurden erzielt von: Cassard 51 Schuß, 37 Treffer, 72 Prozent in v Minuten. Friant 60 Schuß, 41 Treffer, 68 Prozent, in 15 Minuten. Du Chayla 57 Schuß, 35 Treffer, 61 Prozent, in 12 Minuten. Linois 36 Schuß, 22 Treffer, 61 Prozent, in 15 Minuten. Jaureguisberry 52 Schuß, 32 Treffer, 61 Prozent, in 28 Minuten. Galilee 36 Schuß, 21 Treffer, 58 Prozent, in 10 Minuten. Amiral Trehonart 51 Schuß, 30 Treffer, 59 Prozent, in 27 Minuten. Chanzy 40 Schuß. 22 Treffer, 55 Prozent, in 22 Minuten. Charles Martes 51 Schuß, 28 Treffer, 55 Prozent in 22 Minuten Die schlechtesten Resultate wurden erzielt auf der Jemmapes, 24 Schuß, 5 Treffer, 21 Prozent, in 15 Minuten und auf der Massena 87 Schuß, 19 Treffer, 22 Prozent, wo die Feuer- geschwindigkeit auf Kosten der Treffgenauigkeit gesetzt wurde.___________ Universitäts Nachrichten. — Würzburg. Prof. v. Röntgen hat den Ruf nach München als Nachfolger Lommels bis jetzt nicht angenommen. Es schweben noch Verhandlungen über bauliche Veränderungen im physikalischen Institut in München einerseits und über die Ersetzung Röntgens auf dem hiesigen Lehrstuhl. — Würzburg. Als Privatdozent in die philosophischen Fakultät der hiesigen Universität wurde der beurlaubte außerordentliche Profeffor der Universität Freiburg in der Schweiz und erster Assistent am physikalischen Institut in Würzburg Dr. Ludwig Zehnder ausgenommen. — München. Die „Allg. Ztg." berichtet: Als Privatdozent für Philosophie habilitierte sich an der hiesigen Universität der Gymnasiallehrer Dr. Adolf Dyroff — Göttingen. Geh. Medizinalrat Prof. Wllhelm Ebstein, Direktor der hiesigen medizinischen Klinik feierte am 23. ds. Mts. sein 25jähriges Professoren-Jublläum. Deputationen der Universität, der medizinischen Fakultät, ehemalige Schüler u. s. w. brachten dem Jublla ihre Glückwünsche dar. — Rostock. Am 25. ds. Mts. wurde die neue Ohren- und Kehlkopf Klinik der Universität feierlich eröffnet. Direktor derselben ist Profeffor Dr. Körner, früher in F ankfurt a. M — Leipzig. Profeffor v. Miaskowski hat sich infolge Erkrankung von der Abhaltung seiner angekündigten Vorlesungen dispensieren lassen. - Leipzig. Der ordentliche Profeffor des römischen Rechts Herr Geheimer Hofrat Dr. jur. Ludwig Mitteis, welcher dem Lehrkörper der hiesigen Universität seit l Oktober d. I angehört, gedenkt nächsten Samstag, mittags 12 Uhr, in der Uwversitäts-Aula seine An» trittsvorlesung zu halten Der Gegenstand dieser Vorlesung ist ,Das römische Recht im 19. Jahrhundert". — Leipzig. Der Dekan der philosophischen Fakultät giebt durch öffentlichen Anschlag bekannt, daß Herr Dr. phil. Heinrich Liebmann nächsten Freitag, nachmittags 3 Uhr, im Czermakeion Bruderstraße 32) seme Probevorlesung zu haltin beabsichtigt. Das Thema dieser Vorlesung lautet: „Ueber den Verlauf der geodätischen Linien auf analytischen Flächen." — Eine Hochschule in Hamburg. Man schreibt der „Frkf. Ztg." aus Hamburg. Die Errichtung einer Hochschule hier in Hamburg ist ein Problem, für dessen Verwirklichung zwar noch nichts geschehen ist, das aber fortgesetzt die Hamburgi'chen Staatsmänner und weiterblickenden Bürger beschäftigt und auch in der Presse immer wieder erörtert wird. In der That wird die Schaffung einer Centrale der höheren Bildung, sei sie nun nach diesem oder jenem leitenden Gesichtspunkte eingerichtet, immer dringlicher in einem S-ädtekompl'-x, der (mit Altona) fast schon eine Million Menschen faßt. Eine Abschlagszahlung ist die Einrichtung von Abendvorlesungen seitens der Oberschulbehörde, die seit einigen Jahren regelmäßig gehalten werden und in denen Gelehrte, der Mehrzahl nach Universitätslehrer aller vier Fakultäten je ein W ssensgebiet an zwei, vier, acht oder mehr Abenden erörtern. So lesen hier während des laufenden Wintersemesters, um nur ein paar Namen zu nennen: Kirchhoff-Halle, Lu sch an-Berlin, M a r ck s - Leipzig, Schäfer-Heidelberg, Erich Schmidt-Berlin, Brinckmann und L i ch t w a r k-Hamburg. Indessen sind die Kurse auf die Dauer nicht ausreichend und die Hochschule wird doch einmal errichtet werden müffen Dies ist wenigstens die Meinung des Kieler Historikers Bernheim, eines geboren, n Hamburgers, der das Thema neuerdings in den „Hamburger Nachrichten" behandelt. Von vornherein weist Bernheim den Gedanken zurück, eine hier zu gründende Akademie etwa nach dem Schema der bisherigen deutschen Universitäten zu gestalten, denn für eine Gelehrtenschule im alten exklusiven Sinne sei Hamburg kein Ort. Anderseits wäre mit einer Handelsakademie oder Technischen Hochschule dem Bildungsbedürfnisse weiterer Kreise auch nicht gedient. Nachahmungswert dagegen und gerade für hiesige Verhältnisse passend, scheinen Bernheim die Einrichtungen der amerikanischen Universitäten, z. B. der Staatsuniversität von Michigan, Ann Arbor. Hier ist die Ausnahme nicht von einem Abgangszeugnis einer höheren Lehranstalt abhängig, und obgleich eine Vorbildung natürlich auch auf den amerikanischen Universitäten erwartet wird, so ist doch auch den weniger Unterrichtet-n Gelegenheit zur Weiterbildung geboten, indem neben den Vorlesungen für die Fachstudierenden auch für sie solche über die gleichen Themata, aber in faßlicherer Form gehalten werden. Ei entsprechen diese letzteren Kurse also den „Publika" unserer Universitäten, nur daß diese ebenfalls ausschließlich nur Studenten zugänglich sind Schiffsnachrichten Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten: Earl Loos und I. M. Schulhof. Der Postdampfer „Noordland" der Red-Star-Linie, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 24. Oktober wohlbehalten in New-Pork angekommen. Der Postdampfer „Nederland" der Red-Star-Linie, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 25. Oktober wohlbehalten in Philadelphia angekommen. WKWUM Einen gut abaelaaerlen, mehrere Jahre alten, ganz vorzüglichen 7576 Cognac von dessen ausgezeichnetem Geschmack die Gratis-Probe überzeugt, offeriert die ganze Flasche zu Mk. 3.— Otto Schaaf, Seltkrsmg 39. Neue Linsen per Pfund 20, 24 und 30 Pfg., vorzüglicher Kochart, neues Grünkorn ganz und frisch gemahlen, 7542 neues Sauerkraut, neue Gurken ‘“Robert Stuhl, ___________Neustadt 23.__________ Bauernbrod (Kornbrod) 4 Pfund 42 Pfennig bei 6598 Bäcker Klingelhöffer. Süßer Traubenmost und Fkderwkißrr Schotts Weinstube Vaunhofstratze. 7354 Cognac ärztlich empfohlen in allen Preislagen von- Mk. 1,80 an pro Flasche zu haben bei 7059 Aug. Noll, Gießen, Bahnhofstrasse, Drogerie znm roten Kreuz. la. Frankftr. Würstchen, per Paar 24 Pfennig, 7491 neue Linsen, per Pfund 24 Pfennig empfiehlt W. Ullrich, Schtoßgaffe 5. 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Koegler. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Sicindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen. j)it Si'ßk"" ton fltiieW «rschtintnde Srtoftwn, Skp'di"°n« Schulstr-ßt 3 HÄ W Mit dem 1. Jam druckte § 15a der ( ßndet Anwendung sow aus nach diesem Zeitpr Wir empfehlen de die vorschriftsmäßigen schäfte bis zum 1. Jan Zuwiderhandlunger 150 Mk., im Unoennöi -estrast. Greffen, bin 27 Avffherp Gewerbetreibend« Hast- oder Schankwir Familiennamen mit n namen an der Außer oder der Wirtschaft bringen. Kaufleute, bie ein bie Ma in ber beje bet M/fchaft a/hubrinl >ame des Geschüftsinha" «men zn ersthen, jo N offne handelst und LommanditzeseM' schchen mit der Maff ^er persönlich hastende der Namen der Gewe Sind mehr als z> hiernach in der AM X)enn die tarnen von fiterer Veteiligterani ®,e Polizeibehörde kai wmen aller Beteiligt« Die AM Birte am ^aft. Das EroUm, 2?bfld Großh. L Großh. «!„. Ziehen, 2» i'S'Ä1 getrost Qü einer ft* 5°Ä * w** 4 SA* %f'en 4 sandln»,, ^er 5 dSr-tz Alles werden