1899 lA. M123 Sonnlaa den 28. Mai "6.IH- anr liiert: B«*h ** re. *8 H Uitofti on, Expedition und Druckerei: Schukstratze Ar. 7. essens für Fakit eher Firmei Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 51. ?' .wmint von Anzeigen zu der nachmittag« für den iÄem muß und bestehende verschlimmert. Die Ehe hat ai^inicht blos Rückwirkungen auf die sozialen und wrrt- s. Milchen Verhältnisse, sondern auch auf den Körper beider 2W. Dazu kommt, daß die Menschen vorzugsweise heiraten i n Mer von 20—30 Jahren, wo die Sterblichkeit an Tlmrkulose so wie so schon groß ist. Die Eheschließung frimgt daher für einen Tuberkulösen Gefahren mit sich, und d >ii,!c Gefahren sind um so größer, je beschränkter seine wirt- s M ichen Verhältnisse sind. Zur Verhütung der Gefahren s 'eilen alle Tuberkulösen mit der Heirat so lange warten, l iij ihic Lungenleiden geheilt oder wenigstens besser geworden i L Dringend empfiehlt es sich, Tuberkulöse nicht vor Ab- I ui, won zwei Jahren heiraten zu lassen, nachdem alle <° Aivimdsuchtserscheinungen zum Stillstand gekommen sind. Weber die Verhütung der Tuberkulose in Wohnungs- u md Arbeitsräumen und in öffentlichen Verkehrsanstalten s mch Prof. Rubner. Er führte aus, daß das Anwachsen c*i Gemeinwesen eine Ursache zur größeren Verbreitung di«Tuberkulose abgebe; in den großen Städten wachst die LÄicbllichkeit mit der Dichtigkeit der Bevölkerung. Milder ^ji-sMmenhäufung der Menschen geht die Verbreitung der S uiitdulofe Hand in Hand. Eins steht fest, nämlich daß t ük Tuberkulose unzweifelhaft als Stubenkrankheit auf- zMsin ist. Es sind nach Prof. Rubners Ausführungen ttgNch vnis liSirahmc deS stirlogS. 8' >anelll<«6r6ttcr pftkeabem Anzeiger rcH«llich viermal erörtert. . v .. « r I Prof. Cur schm a u n-Leipzig sprach über die Heil- I barfeit der Schwindsucht. Eine Heilung der Schwindsucht im anatomischen Sinne, d. h. daß das zerstörte Lungengewebe wieder durch nachwachsendes echtes Lungengewebe ersetzt wird, ist nicht möglich. Wenn eine Ausheilung erfolgt, so I geschieht sie lediglich durch Narbenbildung, Verkalkung, Verödung u. s. w. des befallenen Abschnittes, wodurch die Krankheitserreger gegen das noch gesunde Lungengewebe I abqesperrt werden. Ausheilung auf diesem Wege ist allen Anatomen bekannt. Dadurch kann auch im klinischen Sinne die Schwindsucht zum Stillstand und so zu einer relativen Heilung gelangen, so daß der Befallene wieder arbetts- und erwerbsfähig wird — allerdings ist die Frage nach der Arbeitsfähigkeit für den körperlich oder geistig Arbeiten- | den verschieden zu beantworten. Wie viele Kranke aus diesem Wege Heilung von ihren Leiden finden, laßt sich ziffermäßig nicht genau sagen, ihre Zahl kann aber mehr als 75 v. H. betragen, wenn es sich um Kranke mit frischen Veränderungen handelt. Viele bringen es freilich nur zu einem Stillstand mit schleichendem Fortbestehen; aber auch das ist schon ein Gewinn. Diese Erfolge werden heute mit der allgemein üblichen diätetisch-physikalischen Behand- lunqsweise gewonnen. Je früher die Schwindsucht be- I handelt wird, desto sicherer ist die Heilung. Hieraus folgt die außerordentlich wichtige frühzeitige Erkennung der ^uber- kulose. Auf das Klima kommt es wenig an. Die Aussicht aus Heilung ist überall gegeben, wo frische, reine Luft bei nicht zu stark wechselnden Witterungsverhältnisten vorhanden ist. Curschmann warnt davor, das Verschwinden der Tuberkelbazillen aus dem Sputum und das Ansteigen des Gewichts als ein sicheres Zeichen der Heilung zu betrachten, wie man es bisher vielfach gethan hat. Kranke können in einer Heilstätte bedeutend an Gewicht zunehmen, wo sie gewissermaßen künstlich gemästet werden; sobald sie in ihre eigenen Verhältnisse zurückkehren, tritt alsbald Verminderung des Körpergewichts ein. Darum gewähren günstige Lebensverhältnisse bessere Aussicht auf Heilung. Bei mittlerem I und höherem Alter ist auf dauernde oder relative Genesung insofern mehr zu hoffen, als hier der akute Verlauf der Krankheit seltener ist, als im Kindes- und jugendlichen Alter. I Gleichzeitige Tuberkulose anderer Organe druckt die Heilungs- I aussichten stark herab. Vortragender sagt, es sei zwar im I Interesse der Laien etwas gefährlich, zu sagen, daß heut- x^Bobenhause«, 26. Mai. Auf unserem gestrigen P fingst markt", den besseres Wetter als das vorange- äangene Pfingstftst begünstigt-, herrscht- -in- s-hr starke Auffahrt von Jungschweinen. Die Nachfrage darnach hielt dem Angebot die Wage, so entwickelte sich em recht leb- haster Handel. Die Preise standen auf der höchsten Stufe. Man bezahlte für das Paar Ferkel bester Sorte im Durchschnitt 65 bis 70 Mk., geringerer Sorte 58 bis 65 Mk Acht bis elf Wochen alte Ferkel kosteten das Paar 48 bis 58 Mk. Einlegschweine waren wenig aufgetrieben. Diese Gattung von Schweinen tritt auf den Viehmärkten viel weniger wie früher auf, weil die Schweinemast viel mehr und stärker forciert wird wie ehedem. Der Rindviehmarkt war nicht stark befahren. Der Handel ging ganz gut bei Preisen, wie sie gute Futterjahre im Gefolge haben. Der Kramermarkt hatte keinen großen Besuch aufzuweise», was wohl in den unmittelbar vorangeganen Festtagen begründet ,st. PA Friedberg, 26. Mai. Immer näher rückt der Zeitpunkt i unseresGauturnfestes; denn nur noch einige Wochen trennen uns vom 17., 18. und 19. Juni. Die Hauptvorkehrungen sind getroffen, die einzelnen Komitees sind in eifriger ^hatig- keit. Als Festmusik ist die Kapelle des Jnf.-Regiments Nr. 166 in Hanau gewonnen. Die Vorfeier findet am 17. Juni abends, die Hauptfeier am 18. und die Nachfeier am 19. Juni statt. Ein in einigen Tagen erscheinendes I Programm wird das nähere noch mitteilen; doch dürfte es von allgemeinem Interesse sein, die festgesetzten Eintrittspreise zu erfahren. Dieselben betragen für tue Vorfeier I 30 Pfg., für die Hauptfeier vormittags 20 Pfg., nachmittags I 50 Pfg., abends von 8 Uhr an 30 Pfg.; für die Nach- I feier am Montag ist der Eintrittspreis auf 20 Pfg. fest- 1 gesetzt Festkarten, welche zum Eintritt für das ganze Fest berechtigen, kosten 1 Mk. pro Person. Noch zu erwähnen ist, daß die Einzelkarten nur zum einmaligen Eintritt für den Teil des Festes gelten, für den sie gelöst sind, und daß sie beim Verlassen des Festplatzes ungültig sind. KM 7 fltnsi»' Wi MK in erster Linie die mangelhaften Wohnungsverhältnisse, die i daran schuld sind. 40 v. H. der Wohnungen sind über- I füllt, liegen auf Höfen und in Kellern, und m 2b 0. H. I wird der Wohnraum auch noch zu gewerblichen Zwecken benutzt. Dann auch noch die schlechte Nahrung. Bei Aufi I enthalt in solchen Oertlichkeiten fließt viel mehr Blut nach der Haut, als es sonst der Fall ist; wer dann noch wenig Blut hat, desien innere Organe müssen unter Blutmangel I leiden. Dann genügt jede kleine Arbeit, um Schweiß her- I vorbrechen zu lassen. Solche Leute sind darum auch gegen Temperaturwechsel sehr empfindlich, hallen die Fenster zu I oder erkälten sich, und dabei kommt es denn allmalig zur I Auslösung der Tuberkulose. Desinfizierung solcher Wohnungen, I Belehrung ihrer Bewohner würden wohl für einen einzelnen I Fall nützen, aber nicht allgemein. Um diese Uebelstände zu I beseitigen und damit der Tuberkulose ihre meisten Opfer zu I entreißen, bedarf es einer umwälzenden Wohnungsreform. Wie in den Wohnungen herrscht auch Ueberfüllung mit allen I ihren Schädlichkeiten in manchen Betrieben. Leichter als in der Wohnung und in der Fabrik läßt sich die Verbreitung der Tuberkulose in den Krankenhäusern verhüten, worüber Prof. v. Leube-Würzburg sich ver- 6rCit9U3 letzter an diesem Tage erhielt Prof. Virchow das Wort, um über die Verhütung der Tuberkulose in Bezug auf Nahrungsmittel zu sprechen. Die größte Gefahr droht uns da von unseren Haustieren, namentlich vom I Rind, während ein anderes, das Schwein, jetzt mehr in den Hintergrund getreten ist, obwohl früher gerade dieses Tier mit der Entstehung der Drüsentuberkulose (den Skropheln) in besondere Beziehung gebracht wurde, ^m I Muskelfleisch der Schlachttiere finden sich keine Tuberkel- I bazillen, darum wird ja nach Entfernung der tuberkulösen | Organe dieses Fleisch zur Verwendung freigegeben. Größere Gefahr als vom Fleisch droht uns von der Milch. Die I Milchfrage ist zurzeit noch sehr schwierig zu behandeln. I Eine einzige Kuh kann die Milch einer ganzen Dorfschaft, I in der zum Verkauf ein Zusammengießen üblich ist, mit I Tuberkelbazillen verunreinigen. Am Freitag wurde die Heilbarkeit der Tuberkulose zutage die Tuberkulose in allen ihren Stadien heilbar sei; aber die Erfahrungen, die vorliegen, beweisen, daß es sich thatsächlich so verhält. , t lieber die Heilung der Schwindsucht durch Arzneimittel sprach dann Prof. Kobert (Rostock). Gießener Anzeiger Zv /V I ' -* V** z* A'M* Alle Anzeigen-Verminlungsstellkn btS In- und Auslandes 1 YlrlT r T ZI I E 1 IIJL'lllL'l nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeis-l'latt für den Ureis Gieren. ir) Patna, grosser teS'' Kill S,imgt eh zur Bekämpfung der Tuberkulose. I ! IWlIII "ü V-rhandlung-n d-r Nachmittagssitzung am Don- ; ■®'UlÄnn'4tafi füllten die Erörterungen über die Maßnahmen zur I öedtag der Tuberkulose. Erster Redner war Reg.-und ____ M-.:d.-Rc.t Dr. Roth-Potsdam. Als wichtigstes Vorbeug- I jTu^Sr^un^initiel gegen Lungentuberkulose empfiehlt Vortragender « Verhütung der Einatmung des feuchten ^er getrockneten WM Ari-Miirsies in zerstäubtem Zustande. Möglichst sruhzeiti^ I l itf.* FeWllang der beginnenden Schwindsucht liegt darum im Qtja ttreria des Kranken, wie der Allgemeinheit. Alle, die die I ein großes är SßSWbchkeit des Auswurfs Schwindsüchtiger kennen, mögen »rvsfes, öfftk ih^a ^rüt)Cr Belehrung verbreiten, m welche Gefahr ' J iui kchv.indsüchtiger seine Umgebung bringt, wenn er sorglos ieiunin Auswurf entleert, wohin es ihm gerade paßt. Auch iei- Lehi.er und die ständigen Aufsichtsorgane konnten dabei w crfwIareiKb mitwirken. ,, „ Ueher die ..Verhütung der Tuberkulose im Kindesalter sM KilsiLkapeli .-gj,Geh. Rat Professor H eu b n er - Berlin. Wie kommen Karvffel, Ech^ «ginger zu der Tuberkulose? Sicherlich spielt die Erb- I “• '• (idfiltil dabei eine ganz untergeordnete oder gar feine Rolle. ", «ackhüpsen Bden Säuglingen seiner Klinik im letzten Jahr zeigte iidäim ersten Vierteljahr des Lebens unter 100 nur em I qjilib irlberkulös, im vierten Vierteljahr waren jedoch schon nluftballonS'Vd lubrchilö#. Die Tuberkulose wird also bereits von qcinii iiimgen Kindern erworben, aber nicht ins Leben mit- I ■ nciObiüd)!. Das kann nur durch Ansteckung geschehen, eine rer». A Mürang, für die Vortragender eine Reihe von Er- I (1)^1 fa^mxsthatsachen vorführt. Durch schwindsüchtige Heb- mUl armmen, Wärterinnen können die Kleinen schon mit d rn ----- TÄEdfeim angesteckt werden. Wenn die Schwindsuchts- tiBber anttt 14 W^r euer ferne gehalten werden, wird auch das zarteste Kmb oam dkl Tuberkulose frei bleiben. Eine Gefahr für das M sund die eigenen Eltern und Geschwister, wenn diese vvd amoi-efcaon am Tuberkulose erkrankt sind. Von diesen kann bei * 8 dem nah,en Berührung auf hunderterlei Wei e die Ansteckung _____________ ttairittelt werden. Nur die völlig geschlossene Tubers ist« aiKii hier gefahrlos. Alle Eltern aber, selbst die früher mlLrickös waren und scheinbar wieder hergestellt find, TmSn ihren Kindern gegenüber große Vorsicht wallen lalfih; nur dann werden sie die Ansteckungsgesahr von dem ü-rnhalten. Außerdem erwächst solchen Eltern noch .i «horte Pflicht, nämlich di- Entsagung von Liebkosungen uin.1 das Enthalten des Sprechens m nächster Nahe des Ktditis. Peinlich muß auch das Vorkosten der Speisen unilirbllei6£n. Dem Kinde soll überhaupt nichts tn den Be- r(,ü kummen, was ein Erwachsener Mit dem Munde berührt Mb, tote Bleistifte, Federhalter usw. Die eigne Brust ib;,V Liebling zu reichen, muß auch der Mutter untersagt räUtii, wenn sie selbst tuberkulös ist. In gegebenen Fallen t, ottidt sich sogar die Eltern von den Kindern trennen; cs « Ä Beispiele in der Litt-ratur, wo Eltern sich aus Liebe zrii isten Kindern, um diesen die Gesundheit zu erhalten, v.i« ih nen trennten. Auch di- sonstig- Umgebung beS klem-n SSWiä kommt bei seinem Schutze gegen Ansteckung in Meratur, Wissenschaft und Kunss — AlS eine schöne und harmonische Gabe zu den Goetheseiern dieses Wahres, welches mit dem 28. August den 150. Geburtstag des größten deutschen Dichter« bringt, kann man die 30. Lieferung de« kulturgeschichtlichen Werkes von Karl Werkmeister: »Das neunzehnte Jahrhundert in »tldnisien», h, IO Uj” ®emt ÄS "• htaSs*«