Freitag den 28. April 1S99 Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis (ßtefjen. IqiOt ins ultra Alle Anzrigen-BermittlungSstellen bei In- und Huilonbd «ehmcn Snzrigen für den Gießener Anzeiger entgefOU Ithbtion, Expedition und Druckerei: Zch.lstr.ße Ar. 7. sart-Fab Direktor Dreik Circuö gma-l H *omeia.6 Zirektor Dr* igs-Stüd und Nervenmaterials durch neue, dem Blute entnommene Stoffe. Gegen Ende dieses Prozesses wird der Schlaf wieder leichter, und wenn der Mechanismus des Körpers wieder gebrauchsfertig restauriert ist, erfolgt von selbst das Erwachen mit der Fähigkeit zur Wiederaufnahme der Thätigkeit. Vorbedingung eines guten Schlafes ist also vor allem ein gewisser Grad von Ermüdung. Wer unthätig den ganzen Tag ohne körperliche oder geistige Anstrengung, zwischen Bett und Sopha, Restauration und Kaffeehaus abwechselnd verbringt, hat sich das Recht auf Schlaf nicht verdient, und die Natur rächt diesen Mißbrauch in der Regel dadurch, daß die Stunde der Müdigkeit zu immer späteren Abendstunden eintritt, bis es schließlich in den Gewohnheiten des Betreffenden zu einer völligen Umkehrung von Tag und Nacht kommt, die oft jahrelang anscheinend gut vertragen wird, auf die Dauer aber nie ohne bleibenden gesundheitsschädlichen Einfluß bleibt. Die geistige Arbeit mit Kopf und Verstand, welche leider von denjenigen, die mit ihrer Muskelkraft schaffen, nur zu oft als eine larvierte Faulenzerei angesehen wird, erzeugt keineswegs eine geringere Ermüdung, als körperliche Arbeit; nur ist die Ermüdung natürlich eine einseitige. Die bei Muskelanstrcngungen massenhaft produzierten Ermüdungsstoffe im Körper fehlen; dagegen ist das Nervensystem in hohem Grade mit diesen Zersetzungsprodukten überladen, und letztere üben in diesem Falle auf das Hirn und die Nerven einen fortdauernden Reiz aus, der das Zustandekommen eines erquickenden Schlafes hindert. Zudem ist es für den geistig Arbeitenden nicht so einfach, die Gegenstände, mit welchen er sich tagsüber intensiv beschäftigt hat, im Augenblick aus dem Bewußtsein zu entfernen, während der körperlich Arbeitende einfach sein Werkzeug aus der Hand legt, um sich der Muße hinzugeben» Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenoffen- schäften entwickelt. 40 Jahre nach jenem ersten zu Weimar abgehaltenen Vereinstage von 30 Vorschußvereinen wird in der Reichshauptstadt der Allgemeine Genoffenschaftstag bei Gelegenheit der Enthüllung des dem Altmeister des deutschen Genoffenschaftswesens, Schulze-Delitzsch, errichteten Denkmals statt« stnden. Das ist ein würdiges Jubiläum für die Bildung der ersten genoffenschaftlichen Organisation vor fünf Jahrzehnten, der Schaffung eines deutschen Genoffen- schaftö Verbandes vor vier Jahrzehnten, zu einer Zeit, als die Wiedererrichtung des Deutschen Reiches noch ein Traum war. Die wirtschaftliche Lage der mittleren und kleinen Gewerbetreibenden aller Art, jedes Berufs, die wirtschaftliche Lage der arbeitenden Klaffen ist freilich auch heute, trotz des Bestandes von vielen tausend Genoffenschaften, keine glänzende — haben etwa deswegen die Genoffenschaften ihre Aufgabe nicht erfüllt? Es giebt Volkswirte, die diesen Schluß ziehen möchten, sie kennen fteilich nicht die Der- gangenheit und die Geschichte des Genoffenschaftswesens. Niemals ist es Schulze-Delitzsch in den Sinn gekommen, mit Hilfe der genoffenschaftlichen Organisation die soziale Frage zu lösen, vielmehr hat er mit aller Entschiedenheit Verwahrung eingelegt, als die Legende verbreitet wurde, er erstrebe solch' hochfliegende Pläne. Ein Mann wie Schulze-Delitzsch wußte, daß es sich bei den Bestrebungen für die wirtschaftliche Hebung der kleinen und mittleren Gewerbetreibenden nicht um Maffen- wirkung handeln könne, daß der Einfluß auf die Maffe stets nur ein mittelbarer sein kann. Man stelle sich nun aber heute das Fehlen der Genossenschaften in unserem Wirtschaftskörper vor, dann wird man die Bedeutung und den Wert der Genossenschaften voll ermeffen. Man denke an die gewaltige wirtschaftliche Umwälzung, die die letzten 5 Jahrzehnte gebracht haben, sie wäre völlig vernichtend für die kleinen und mittleren Betriebe gewesen, wenn diese nicht ihre Stütze in den Genoffenschaften aller Art gehabt hätten. Die Genoffenschaften haben große positive Erfolge zu verzeichnen, sie können für sich noch mehr in Anspruch nehmen, eine schlimmere Gestaltung der Lage abgewendet zu haben. Werfen wir nun einen Blick auf die Leistungen der dem Allgemeinen Verbände deutscher Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften angehörenden Genossenschaften, des Verbandes, der, wie bemerkt, seinen Genossenschaftstag in diesem Jahre in den Augusttagen in Berlin abhalten wird. so tritt uns die wirtschaftliche Bedeutung der Genoffenschaften deutlich vor Augen. Dem Verbände gehören 1544 Genossenschaften der verschiedenen Gattungen an, es haben davon 1416 Genoffenschaften 904640 Mitglieder, denen diese Genoffenschafte» an Krediten, Wirtschaftsbedürfniffen u. s. w. Werte im Betrage von 1869640275 Mk. im Jahre zur Verfügung stellten. Jene 1416 Genoffenschaften arbeiteten mit 125122131 Mk. Geschäftsguthaben, 41557912 Mk. Reserven, 512266641 Mk. fremden Geldern. Unter de» 1416 Genossenschaften befanden sich 924 Kreditgenoffen- schaften mit 125192 selbständigen Handwerkern und 145 385 Landwirten als Mitglieder, denen im Jahre 1897 etwa 900 Millionen Mk. an Kredit gewährt waren. Bei 489 Konsumvereinen kauften 403872 Personen ihre Lebensbedürfnisse, darunter befanden sich ca. 207000 Personen, die den arbeitenden Klassen angehören, die durch Bezug der Wirtschafts- und Lebensbedürfnisse bei den Konsumvereinen ca. 5 Millionen Mk. Ersparnisse erzielten. Bei den 31 dem Verband angehörenden Baugenossenschaften wurden 82 Häuser, davon 45 Häuser mit 333 MietS- Wohnungen erbaut. Alles spricht dafür, daß der zu Berlin stattfindende Allgemeine Genoffenschaftstag einen der Feier würdigen Charakter erhält. (Mainz. Anzeiger.) Gratisbeilagen: Gießener Familienblatter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde._________________ Ldrrfse für Depeschen: Anzeiger Hieße»» Fernsprecher Nr. 51. insofern auf einige Zeit, als sie das überreizte Gehirn und die sonstigen Nervenzentren in einen rauschartigen Lähmungszustand versetzen; aber heilend wirke« sie nicht, und wenn der dauernde Gebrauch dieser Medikamente, wie unausbleiblich, schließlich seine schädigenden Wirkungen auf das Nervensystem ausübt, ist der arme Patient schlimmer daran, denn je zuvor. Die wissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre haben auf die bisher in Dunkel gehüllte Physiologie des Schlafes einiges Licht geworfen, sodaß wir uns zur Erklärung der Notwendigkeit desselben nicht mehr mit den früher üblichen allgemeinen Redensarten zu behelfen brauchen. Bekanntlich ist der menschliche Organismus ebenso wie der des Tieres in seiner Thätigkeit mit einer äußerst ökonomischen Kraftmaschine zu vergleichen, deren Heizmaterial, die Nahrungsstoffe und Getränke, unter der Einwirkung des in den Lungen eingeatmeten Sauerstoffes langsam verbrannt und in lebendige Kraft umgesetzt wird, welche namentlich in der Thätigkeit der Muskulatur und des Herzens zum Ausdruck kommt. Wo aber eine Verbrennung stattfindet, dort giebt es auch Asche und Schlacken, und als solche entstehen sowohl beim ruhenden, wie beim körperlich arbeitenden Menschen außer den bekannten Exkretionsstoffen im Blute die sogenannten Ermüdungsstoffe, welche auf die Nerven eine lähmende, ja bei starker Konzentration sogar eine giftige Wirkung ausüben. Aus dem Organismus des wachen Menschen werden diese eigentümlicherweise nur in sehr geringem Maße ausgeschieden. Nach mehr oder minder langer Tagesarbeit bewirken sie aber, daß bei dem Individuum das Gefühl der Ermüdung und schließlich Schlaf eintritt. Sowie letzteres geschehen, beginnt nun eine intensive Thätigkeit des Lymphgesäßsystems, dank welcher die Ermüdungsstoffe in schnellem Tempo ausgeschieden werden, und gleichzeittg erfolgt der Ersatz des verbrauchten Muskel- U lEibiOt ton «nzrigen ,u btt nachmittag« fir btn ■' lUpim Tag erscheinenden Nummer bi« vor». 10 llhr. Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 26. April 1899. Die Sitzung wird um 91/, Uhr eröffnet. Am Ministertisch: Staatsminister Rothe, Geh. Staatsrat von Krug, die Ministerialräte Ritsert und Deisler und RegierungS- rat Rothe. Die Tribünen sind auch heute wieder dicht besetzt. Besonders die Wirte aus der Stadt sind zahlreich vertreten. Die Generaldebatte über die S t e u e r - R e f o r m e n wird fortgesetzt. Ministerialrat Deisler wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. von Brentano, der gestern behauptet habe, daß durch Einführung der Weinsteuer dem Schnapskonsum Vorschub geleistet werde. Seiner Erfahrung nach, sei nach dem Fallen des Weinsteuergesetzes in 1894 der Wein um keinen Pfennig billiger geworden. Die Regierung wolle keine Winzersteuer, wie vielfach behauptet werde, einführen, sondern es sei der Negierung hauptsächlich darum zu thun, die Kunstweinfabrikation zu treffen und den Winzer nach dieser Richtung hin zu 5»c|n(ioyrcti vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pf^. mit vrmgerloh» vei Postbezug 2 Mart 50 W merttljährtich M, 99 Zweites Blatt tessiii h Drexler. Ohne Ken der Koloffakspms- it hoher Kun. 3W«00 ®t L 'M'", SÄ5 !kt't»ehe Cii ®ente Miert. *011611, -3^ 7» «Mtl. Feuilleton. Schlaflosigkeit und Schlafmittel. Bon Dr. Kurt Rudolf Kreusner. (Nachdruck verboten.) SS giebt viele Leidenszustände des menschlichen Körpers, •totiM siich zwar nicht als offenkundige Krankheit mit Der- initormng von Körpergewebe dem Messer des pathologischen ■Änfacmn präsentieren, nichtsdestoweniger aber durch ihre atiM flitbauer höchst nachteilig auf den Gesamtorganismus, najnrtl.id) auch auf baß Nervensystem, unb damit auf bie Le ÄhiHsfähigkeit bes betroffenen Jnbivibuums wirken. ziemlich ber quälenbste bieser Zustänbe ist an- bawfcie Schlaflosigkeit; wer sich abenbs kaum aufs OlHze legt hat, um sofort in Morpheus' Arme zu sinken uttriln einem Zuge ober mit kurzwährenben Unterbrechungen 6 NftlA unb mehr Stunben fortzuschlafen, weiß nicht, wie betlinixjen zu Mute ist, ber sich mübe unb ruhebebürftig gUiiljflL begie&t, unb stunbenlaug bis zum grauenben Morgen vem^Iuch ben Schlaf erwartet unb ben bleiernen Schlag deck:kieittelstunben zählt. Nur wer schlecht schläft, weiß bte AMchmilichkeit eines ausgiebigen unb tiefen Schlafes zu sch,Hu.. Für ben Kranken aber bebeutet berselbe oft bte Gehnimg selber, unb die erste Frage bes Arztes an ben PaWiivn: „Wie habe« Sie geschlafen?" ist nur zu sehr geiMtfartigt. Qm Schlaflosigkeit mit Erfolg zu behanbeln, muß man siHich: über bie Natur bes Schlafes im allgemeinen unb beihrii bem einzelnen Menschen bte Störung bewirkenben Urlflltitn.-! im klaren fein; benn mit ben zahlreichen Mitteln, m-iuM -oa sämtti großem vaürt. t feenhaften Lich kostest ,ochM auf kn inabAMaüvvM Wagm tu müer M *** Hoeb' -hildwa S’ö> »esteht aus t Non r vTaW Hengs^. fflcnt ttgNch u ei F i«nabnu de« OTotttag«. le Gießener yileiKttniritter u«n*r 3tm Anzeiger $ viermal Angelegt. 50 Jahre. 1819—1899. Diese Jahre bebcuten Merksteine in der G^ich'e des deutschen Genossenschaftswesens. Im Jahre l-'.f) gründete Schulze in seiner Vaterstadt Delitzsch eine Kit mit» und Sterbekaffe, die sich von anderen derartigen Ächfim dadurch unterschied, daß jede Gönnerschaft aus- geMvsftn wurde und die Gleichberechtigung aller Mitglieder in ii kt General-Versammlung zum Ausdruck kam. Dieser W vTjnbimg folgte int Herbst die Bildung bes ersten Rohstoff- V.öMS zu dem sich 13 Tischler vereinigten. Wohl be- nah* in verschiedenen Städten zu jener Zeit schon Dar- klMtafflen und Bezugsvereinigungen auf genoffenschaftlicher G:kudlc ge, denn der Gedanke, mit Hilfe der genoffenschaft- 'ickitzn Organisation die wirtschaftliche Lage der Gewerbe- tienikibi n zu bessern, beschäftigte damals die weitesten Kreise, red) nie ft dachte man dabei an eine weitere Ausgestaltung wfowungen, an die Heranziehung von Mitteln seitens rc S$i(iatc8, der Kommune, nur vereinzelt wurde der Versuch cjeMkht aus eigener Kraft heraus Einrichtungen zu schaffen, in»"! jenen Aufgaben dienten. Lhulze-Delitzsch ist nicht der Erfinder der genoffen- schl. Häien Idee, denn diese ist urdeutsch — wir finden sie aurtf paiitischem Gebiet in den Markgenoffenschaften, auf geMhbchem in ben Innungen — Schulze-Delitzsch aber 'st tn Organisator der Durchführung des genossenschaft- i ic Ai Etedankens, wie er der modernen wirtschaftlichen Ent- wricklnng entspricht. lln2 nicht bloß der Organisator der Genoffenschaften ist 1 kckrllze gewesen, sondern auch der der Genoffenschafts ^eMnde. Pfingsten 1859 traten zum erstenmale Abgeord- nc?£it dM etwa 30 Vorschußvereinen in Weimar zu einem ^■'ehtnnß.iag zusammen, nachdem eine Zusammenkunft in Dil'Mii von der sächsischen Regierung verboten worden toenx Daß Jahr 1859 wurde entscheidend für die weitere Ardlltgkstuiltung und Entwickelung des deutschen Genossen- fchliMmesens. Zu Weimar wurde die Errichtung eines CSejataWoureaufl unter Leitung von Schulze beschloffen, zu ben» gmeef, die Verbindung der Vereine anzubahnen, die KoiMjp^ndenz mit den Vereinen zu führen und ein Organ detr:Iorschußvereine in der seit 1854 als besondere Abtei Mg Iber deutschen Gewerbezeitung erscheinenden Innung betet: jidiunft (seit 1866 unter dem Titel Blätter für Geuoffen- schbchsivksen) zu schaffen. Rur zwei Jahre blieb die 23er« bhhnhng auf Kreditvereine beschränkt, dann dehnte sie sich lUfl^Qti'f die anderen Genoffenschaftsarten aus. Aus dem in i Btiinar gebildeten Centralbureau hat sich der Allgemeine Hiehener Anzeiger Henerat-Anzeiger 9< un^ wi.-^nnipyrin, Sulfonal, Trional, Morfin, Codein, Chloral- W™ H-Ma, denen sich noch immer alljährlich eine große Zahl Ey» neiM Medikamente anreiht, ist nichts gethan. Sie helfen schütze«, weil gerade aus Winzerkreisen der Rus nach Schul laut geworden sei. Die beabsichtigte Steuer-Kontrolle sei ganz nach dem Muster des Mainzer Oktroireglements in Aussicht genommen. Es frage sich nun, nach all dec kolossalen Agitation, ob denn der Racker von Staat nicht dieselben Rechte habe, wie die Stadt Mainz. Zum Schluß seiner Rede bestreitet der Redner noch die Behauptung, daß der Wein ein Naturprodukt sei. Derselbe werde unter Zuhilfenahme menschlicher Kraft und Geistesthätigkeit hergestellt und habe daher keinen Anspruch auf ein Naturprodukt. — Regierungsrat Becker sucht ebenfalls die gestrigen Ausführungen des Herrn Abg. von Brentano zu widerlegen. Besonders bewegt sich derselbe in den Zahlen der Steuer- Skala und erzielt deshalb im Hause keine große Aufmerksamkeit. Er bestreitet die Behauptung von Brentanos, daß es einerlei sei, weun die Millionäre infolge Steuererhöhung aus Hessen wegzögen. Gerade diese müsse man versuchen, im Lande zu behalten. Im weiteren kommt Redner auf die Agitation in der Presse zurück und weißt darauf hin, daß der Regierung zur Aufklärung kein anderes Organ als die „Darmstädter Zeitung" zur Verfügung gestanden habe. Die von dem Abg. von Brentano gestern vorgeschlagenen Ersatzsteuerprojekte kann die Regierung nicht accep- tieren. Eine Erhöhung der Vermögenssteuer sei undurchführbar. Die einzige Steuer, die für die Regierung den richtigen Ertrag liefere, sei die Weinsteuer. Dieselbe sei auch durchzuführen, ohne den Winzer oder die Produzenten zu schwer zu belasten. Er kommt sodann auf das Finanz- Exposö des Finanzministers zurück und stellt eine Budgetüberschreitung von rund 10 Millionen Mark demnächst in Aussicht.— Die Abg. Schmitt und Genossen beantragen: 1. die Weinsteuer abzulehnen, dagegen die Einkommen- fteuersätze von Steuerklasie 5—28 nach Preußischem Modus zu berechnen. 2. Von Klaffe 29 ab Einführung der Progression von 75000 Mark um 4°/,, von 175000 Mark um 5 M - Lothringen, des Vereins der Zahnärzte für die Rhclvlan^. > Westfalen zugegen. Den ersten Vortrag hielt Hen ' Dr. Witzel Jena: 1. Ueber Zahnretention und ihre -öi für den Praktiker, woran sich 2. Demonstrationen von • Pyramidenfüllungen und Vollkronen auS Amalgam a tomzähnen, Kieferpräparaten und Gipsmodelle« 19, Weiter hielten Vorträge u. a. die Zahnärzte Herr Marburg und Herr Seitz - Konstanz. An die v schlossen sich Diskussionen an. «usgcsiclll war-n Witzel'schenInstrumente für Kuppel- u»dPt>ram>d-n,M,. pharmazeutische Präparate der Firma Merck. I Reihe praktischer Neuerungen rc. rc. — ^oenos fand im „Darmstädter Hof" Festessen statt, an W-, 50 Gäste teilnahmen und das sehr animiert ver t- erste Vorsitzende des Vereins, Herr Zahnarzt Roar - gab der Liebe zu dem angestammten §^^enha ein Hoch auf Se. Königl. Hoheit dem Großh z Förderer von Kunst und Wissenschaft, ■ )igen Wiederhall fand. Herr Zahnarzt Kohler ( begrüßte die Kollegen, die zu ernster Arbeit . eien und sprach seine Freude über deren scheinen aus. Eine Reihe toaste folgte. , Zahl telegraphischer und brieflicher Glückwünsche £$Hlbew • K^ rhal na< sst das I“ SrtOT ®f9fn "-S iLt w 1,,° b n M-> fthr W aU!. SgftlUtm u'd, MEhabt pH in her M Ettfle Stell' * Sill leite Ltinrich wäh Darmst. Tgl»' Jtx chinesischen bti einem non . ProvinPl.-.^- r k. und weitchi M M Verfügung.‘r -M.e lpril. Ilu,MG' :d) am Fmlnz W )eS „SettM fyi; ttben; btt 8btnb,-■ d Sonntag stattfiü» eeins, hatte ötn Jekann/machung tat tyitntntn trroätjntn' Sofy&itfrn, Mg Wt, und Hem ' mtglied des Statins. Sonstanz, Liestal r Man ötniyn^tt W ; tinti Frequenz J Ritgiitbttn und - X Mde des Vereint, erste SchchsW«' chnarzt **U । und der $* i der Feier M rage M. ' ftäbtn Vereine und «J ins seit K ler-Darmst^- r durch biey,-. ic badls^-,- ihnärzte, s Vereins J. i- • ilK'Aä' SonstE Sech „ ,ar«« WA M ;Ä’> Mteratur, Wissenschaft und Kunst. 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Zu den m LWa bei Vorstellungsvisiten üblichen Höflichkeits-Formalitäten t gfri auch die Frage nach dem Alter des Besuchenden. rtz'fiuW erkundigte sich der Mandarin nach dem Alter des Ä wen Heinrich, worauf dessen Dolmetscher, Herr Voigt eil Lettin, berichtete, daß der Prinz das 36. LebenSiahr Lihmk überschritten habe. Hierzu hatte der Dolmetscher hfrrllTänKn wieder die schmeichelhafte Antwort des Chinesen ninBtwWn; ..Du bist wie 50 Jahre!" Natürlich ist d.tmit gemeint : an Weisheit und allen sonstigen Vorzügen. ?V1!UbaiTJ 1 richtete der Mandarin dieselbe Frage an die sisiiiUsim, und nachdem er die Auskunft „32 Jahre" erbiet» hatte, machte er auch hierzu, und zwar mit einer q^-,l)ifsonders respektvollen Geberde, eine Bemerkung. Doch m kämpfte der Dolmetscher einen Augenblick mit einer g.misim Verlegenheit, als er diese Aeußerung verdeutschen fnitit, > is Prinz Heinrich, der damals schon einige Kenntnis d!aiLhügesischen besaß und den Mandarinen sehr wohl Der« ft Ackr hatte, dem Dolmetscher mit vergnügtem Schmunzeln eTnint mb zurief: „Genieren Sie sich nicht, Herr Voigt!" * Italienisches Beamleuelend. Der „ . , eine« Fall von italienischem Beamtenelend, den ma» fnr unglaublich halten müßte, hätten nicht die nach den Enthüllungen deS radikalen Blattes angestestten Ermittelungen ergeben, daß er buchstäblich wahr ist. Ein armer Teufel | von Briefkastenleerer mit monatlich 45 Lire Gehalt । wurde befördert. Aber seine neue Stelle war in Rom und ein Recht auf Reisegebühr stand ihm nicht zu. Wie die 70 Lire des Fahrkostenpreises für sich und seine Frau ausbringen? Nach unzähligen vergeblichen Schritten wandte er sich schließlich an die Polizei mit der Bitte, ihn und seine Familie mit einem Transport von Vagabunden oder entlasienen Strafgefangenen nach Rom zu befördern ! ! Die Bitte konnte nicht erfüllt werden, aber ein mitleidiger Polizeikommissar gab dem armen Postbeamten einen kostbaren Rat. „Nehmen Sie sich ein Billet bis Pisa nnd melden Sie sich dort auf der Polizei als mittellos. Da Pisa näher bei Rom als bei Mailand liegt, so wird man Sie dann sicherlich vollends nach Rom fpedieren." — Unb meine Frau und mein Kind?" — Die muffen sich hier »n Mailand beim Betteln abfassen lassen und erklären, daß sie in Mailand keine Wohnstätte mehr haben. Dann kann ich sie mit dem nächsten Vagabundentransport nach Rom schicken." Der schöne Plan wurde ausgeführt, und die gesamte Familie des beförderten Postbeamten kam auf diese Weise nach Rom, ohne mehr als die 16 Lire für eine Fahrkarte Mailand-Pisa auszugeben Diese 16 Lire hatten sie sich durch den Verkauf ihres bischen Hausgerätes verschafft. P.ofiffor Marx follie stch nur dem UnterricktöMinister, mit welche» alles besprochen war, vorstellen. Al» der Piofeffor sich zu diese» Zweck« im Unterrichtsministerium - nsanb, wurde er vom Graf« Bylanbt nicht empfange». Der Gelehrte fühlte fich dadurch sa e;,,nfnN „räblt I o-rletzt, daß er die vakante Lehrkanzel in Leipzig «lSdald annah«. „öCCDio sI Zu den diesbezüglichen Verhandlungen fand sich aber der sächsische UnterrtchtSmintster persönlich in Wien bet Profeffor Marx ein. Da» ist der Unterschied zwischen Oesterreich unb anderer, Ländern. Bisher haben alle für die Wiener Lehrkanzel in Aussicht genommen« beu (eben Äanbibaten, insbesondere Profeffor CrustuS in Hetdelber» eine Berufung abgelehot. _______________________________________ ISetrül de» Tages eingegangen. — DaS Programm für ©rforäag lautete: vormittags von 9 Uhr ab im Hotel „^.T.itabter Hof" : Borträge und Demonftrattonen. 1 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen. Nach- «iM3 war ein Ausflug in die Bergstraße (nach Au^bach) Spaziergang durch daS ftutftenlager Sch n- be-.ii.'.ti Thal nach Bensheim. H S‘ Hin bet »etjjBtaSe, 26. «pr>l. Da- Gebirge k «det mählich ie sem grünes Gewand. An allen Stellen IciuM das jungfräuliche Grün der Lärchen und Buchen W;.- Gegenwärtig stehen 3wc^ew' u^f bciiine in reicher Blüte. Die Blüte der Apfelbäume 1-1 fsch infolge der seitherigen rauhen Witterung bis tn de nNai hinein; ebenso steht es mit den Weinreben D m- frucht, sowohl Winter, als Sommer-Frucht, steht selm'ck.ön auf dem Felde. Auch der Futter ansatz auf Adlern und Wiesen ist ein guter zu nennen. Dem mt si-attgehabten Frostwetter, welches vieles fruhblühende Ollst in der Blüte zerstört hat, find eine große Anzahl AibMkmbäume zum Opfer gefallen und in vielen Gärten sichp üchte Stellen zutage getreten. Mit dem Legen der .itlinloffeln ist man gegenwärtig eifrig beschäftigt. ^Darmst. Tägl. Anz." 1819] Mittlerer Stock, b Zimmer nebst Zubehör, Bodenraum, Blerchplatz, bis 1. Juli, auch früher zu vermieten. Tteipstratze 42. ^^5id"ben Angeboten zu benutzenden * i^^r^^Einsendung von 0^60 Mark Iff.KolSeimslhk Mriereidnttkr (i I* im Briefmarken) vom W|enbat?m Terjjendet in Po8tkoUi (Netto 9 Pfund) zu B tzevu Diätar Welker hier bezogen werden. I billigten Tagespreisen überall hin Mlagsfrist 8 Wochen. | Meldorf 1H. O. Sager, bit-orn (Heffen-NaNau), IVersandhaus Holst. Meiereibutter. Pen 18. April 1899. 3409' tini^liche Sisenbabn-Dauabterlung. wer diese wichse nur einmal verwendet,« geht nie mehr da- LDon ab. 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