Nr. 253 Zweites Matt Freitag den 27. October 1899 uinh •kinttr xrben bon LnjNßer »Heutig etrrtnel kifdfflt Gießener Anzeiger ZSrr»g»prelF vierttljährltch 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pftz. mit Bringerloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pt,, vierleltährttch. »mietet »•« «njeigen >u bet ne^mittagi fit bei Mumbai tq erscheinenden Nummer Hf vor«. 10 Uhr. General-Anzeiger 18t Anieigen-BermittlunzrfteLea bet In- imb Äullaeb* nehmen Anzeigen für den -ieheuer Anzeiger mtgqp» Aints- und Anzeigeblutt fiw den Ttveis Gieren. Jkbettie», Expedition und Druckerei: Ach.tßr.t- Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Ndreffe für Depeschen: Anzeiger $Ui«U Fernsprecher Nr. 51. * Der Kaiser «ud England. Gießen, den 26. Oktober 1899. Bor 122 Jahren, als gleichfalls ein Volk im Kampfe am seine Freiheit England gegenüberstand, schrieb Friedrich der Große an den ihm befreundeten französischen Philosophen d'Alembert: „Sie wollen wissen, was ich über das Benehmen der Engländer denke? Genau dasselbe, was das gesamte Publikum davon denkt, gebe ich zur Antwort: daß sie nämlich gegen die Redlichkeit gefehlt haben, indem sie den mit den Kolonien geschlossenen Vertrag brachen; daß sie ungeschickt und gegen alle Regeln der Klugheit gehandelt haben, indem sie einem Gliede ihres Staatskörpers den Krieg erklärten, woraus ihnen selbst nur Unheil erwächst. . . . Uebrigenö muß ich Ihnen, lieber d'Alembert, bemerken, daß der dichte Schleier, der die Zukunft verbirgt, sie auch mir verhüllt. Wollte ich aber wie Cicero voraussehen, was alle Umstände anzudeuten scheinen, so möchte ich zu behaupten wagen, daß sich die nordamerikanischen Kolonien befreien werden." Die Aehnlichkeit des nordamerikanischen Unabhängigkeitskampfes mit dem Freiheitskampfe der Buren ist gar nicht zu verkennen; doch nicht sie wollen wir hier darlegen. Zu der Aehnlichkeit der Kriege wünschten wir die Gleichheit der Auffassung bei dem früheren Träger der preußischen and dem jetzigen Träger der preußischen und deutschen Krone England gegenüber. Wir können nicht verfehlen, daß nach unserer festen Ueberzeugung der Kaiser im Grunde seines Herzens von den Engländern gerade so gering denkt wie sein auch von der Geschichte „der Große" genannter Ahnherr; nur trägt er Bedenken, offen damit hervorzutreten. Gut, es mögen Rücksichten wallen, die wir nicht kennen. Aber das wissen wir bestimmt, daß eine Reise nach England, und gilt sie auch nur der Großmutter, und dauerte sie nur einen Tag, nicht nur im deutschen Volke, sondern in der ganzen Welt die entgegengesetzte Ansicht von der Stellung des Kaisers als die obengezeichnete wachrufen würde; die englische Presse aber würde mit dem ganzen ihr zu Gebote stehenden Einfluß solche Ansicht noch zu bestärken wissen. Es ist ja sattsam bekannt, mit welcher Liebe der Kaiser an seinem Reiche hängt, mit welchem Ehrgeiz er um dessen Ruhm und Macht und Größe sich sorgt, wie hoch er von dem Berufe denkt, von Gott an die Spitze dieses Reiches gestellt zu sein. Trotz gedrückter Stimmung ist diese Gesinnung doch in begeisterten Worten in der Hamburger Rede wieder zum Ausdruck gekommen. Ueber den Widerstreit und die Uneinigkeit der Parteien hinweg appelliert da der Kaiser an den Patriotismus des deutschen Volkes. Ist es aber ein unbilliger Wunsch des Volkes, daß der Kaiser Feuilleton. Arilannia im Karriisch. Ein fremder Zug geht durch London, das ist der kriegerische; aber dem Kriegerischen fehlt so recht das Soldatische. Im Londoner Straßenleben spielt das Militär keine große Rolle. Die beiden Horseguards vor der Kom- mandantur, mit ihren Kürassen und weißen Stulphandschuhen, sehen aus wie von Hugo Baruch in Berlin gestellt, und wenn ein Scotchman mit bunter Mütze, weitem Knie- rvck und nackten Beinen durch die Straßen geht, laufen ihm die Kinder nach. Die soziale Rangordnung des Engländers ist dieselbe wie beim Chinesen: Voran die Gelehrten und Künstler, dann die Kaufleute, dann nach einer langen Lücke die Soldaten. Der Gemeine wie der Offizier legen gern Zivil an, sowie sie des Dienstes quitt sind. Heute 'tauchen überall rote Röcke und Bärenmützen auf, in Ler vornehmen Stille von Pall Mall, wie tm Gewühle »on Cheapside. Bei der Nationalgallerie promenieren btc Werber, den Spazierstock in der Hand, und äugeln rechts -und links nach kräftigen, jungen Gestalten. Dabei werden Werbung und Einberufung quite english ruhig nach ge- Ichäftlichen Grundsätzen veröffentlicht: diese da angeplackt, vo sie am meisten gelesen wird, an den Kirchenthüren, {jene mittels bunter, an allen öffentlichen Gebäuden an- gehefteter Plakate, in denen für die einzelnen Regimenter geradezu Reklame gemacht wird. Das eine weist auf seine fschöne Uniform hin, das andere auf die Höhe des Soldes vind der Pensionen, das dritte auf seine Beziehungen zu gerade den patriotischen Empfindungen, die im ganzen Reiche, in Bayern und Württemberg, in Baden und Hessen und Sachsen gerade so gut vorhanden sind, wie in Preußen, auch seinerseits Rechnung tragen möge? Der patriotische Teil des Volkes aber bittet, daß die Reise nach England nicht erfolge, er würde auch nicht zögern, mit offenem Freimute gegen die Reise zu protestieren, ohne zu fragen, ob das gern gesehen wird oder nicht, weil er es für heilige Pflicht hält. „Wir bedürfen dringend und bitter not ist uns eine starke deutsche Flotte!" So sprach der Kaiser in Hamburg. Aber flugs kommen die unterminierenden Geister im Lande, die ihre Lebenswurzeln im Auslande haben und deshalb eine deutschnationale Machtentfaltung mit allen Mitteln aufzuhalten trachten, und stemmen sich dem Herzenswünsche des Kaisers entgegen: in erster Linie Centrum und Freisinn und Sozialdemokratie. Sie erklären mit unerschütterlichem Gleichmut, daß sie vorläufig keine Flottenvermehrung zugestehen werden. Dieselben Leute aber sind es, die geflissent- lich jede Notiz darüber verzeichnen, daß der Kaiser doch nach England gehen werde. Umgekehrt sind gerade die Massen, die die Reise nicht wollen, für die Flotte zu haben und zu Opfern bereit. Ja zu Opfern! Dem Kaiser wird nur zugemutet, einen Reiseplan zu opfern, dem Volke aber, schwere materielle Opfer zu bringen. Denn darüber ist ja niemand im Zweifel, daß eine Flotte zu schaffen, wie wir sie notwendig haben müssen, sehr schwere Opfer erfordert. Aber wir sind bereit, sie zu bringen, nicht mürrisch, sondern mit Freuden. Denn wem schafft eine starke deutsche Flotte Macht und Ruhm und Reichtum? Unserem Volke doch in erster Linie! Soweit die Schiffe auf deutschen Werften gebaut werden, bleibt sogar das Geld für den Bau im eigenen Lande; und wie wird unter dem Schutz der deutschen Flagge sich deutscher Handel immer mehr entfalten, deutscher Gewerbefleiß seine Erzeugniffe immer mehr auf dem Erdball verbreiten, deutscher Pflug und Fleiß und Geist sich immer weitere Gebiete erschließen nicht für fremde Kulturmächte, sondern für den deutschen Namen! Und daß da der materielle Erfolg dann auch nicht ausbleiben wird, das ist unzweifelhaft. Sehen wir doch schon jetzt beständigen Aufschwung bei unserer überaus dürftigen Macht auf dem Meere. Aber wird der Part eigeist die Ausführung der kühnen Pläne zulassen? Anfänglich gewiß nicht. Wir wissen uns seit der Zeit des deutsch-französischen Krieges nur eines Tages zu entsinnen, an dem die Macht des Parteigeistes für Stunden gebrochen war. Das war der Tag, dessen Glanz den Lebensabend des alten lieben Kaisers so freundlich noch erhellte, der 6. Februar 1888, an dem Bismarcks gewaltige Rede über die politische Lage Europas einem vornehmen Klub, der ausgedienten Soldaten gute, | bürgerliche Anstellungen vermittelt, das vierte auf die Pflege, die es dem nationalen Sport angedeihen läßt. Jedes Lockmittel gilt. Ist das echter, nationaler Soldatengeist ? Tag für Tag durchziehen Truppen mit klingendem Spiele die City, um sich zur Einschiffung nach Afrika zu begeben. Heute die Neuseeländer, morgen die Scots Guards, übermorgen die Coldstreamers. Ungeheure Menschenmassen sammeln sich immer in den engen, schmalen Straßen, unter sechs Millionen giebt es stets ein paarmal hunderttausend, die gerade nichts zu thun haben. Die Truppen marschieren durchs Westend oder quer durch die City nach Waterloostation, von wo die Linie nach Southampton führt. Der Verkehr in den Straßen hört dann einfach auf, Cabs, Omnibusse, Fußgänger, alles ist zu weiten Umwegen gezwungen. Der Nebel liegt so dick über den Straßen, daß man nicht drei Meter weit sieht, und wie eine große Blutapfelsine hängt dunkelrot und glanzlos mitten darin die Sonne. Unklarheit und Blut, das ist die Stimmung des Tages, und mitten aus der bleigrauen Ungewißheit dringt ein wildes Rauschen und Brüllen der fanatisierten Volksmenge, grelle Trompetentöne zerreißen das Ohr, und, von unzähligen, heiseren Kehlen geschrieen, bringt sich immer von neuem die Melodie des „God save the Queen“ zur Geltung. Gelegentlich, wenn für Sekunden der Nebel zerreißt, bemerkt auch das Auge etwas. Es find Soldatenhaufen, die da vorüberzieheu, — aber nach unserer deutschen Auf- faffung kaum eine Armee: Außer Reih' und Glied trottet die einmütige Annahme der Militärvorlage gegen nur drei Stimmen errang. Aber wo soll uns heute der Mann erstehen, der mit eherner Faust und ehernem Schenkel den wildgewordenen Renner des Parteigeistes regiere? Wir wissen keinen. Der Widerstand der Parteien gegen die Flottenvermehrung muß aus dem Volke heraus gebrochen werden und wird auch gebrochen werden, ehe es zu spät ist. Aber oben darf auch nichts versäumt werden! Vor allen Dingen muß man von der Versäumnislheorie endlich einmal Abstand nehmen, das Volk über die wichtigsten Vorkommnisse im Unklaren zu lassen. Diese Theorie ist eine der unseligen Caprivischen Erbschaften: den Inhalt des deutsch englischen Vertrages wie den Inhalt der Handelsverträge erfuhren wir erst, als alles fix und fertig war; dieselbe Geheimniskrämerei, wir wiederholen es zum so und so vielten Male, treibt man jetzt wieder mit dem Vertrage über die Delagoabai, treibt man nicht minder mit den Verhandlungen über Samoa. Eine Politik, die noch keinerlei nennenswerte Erfolge aufzuweisen hat, hat kein Recht, blindes Vertrauen seitens des Volkes zu beanspruchen. Sie darf sich auch keinen Augenblick darüber wundern, daß weithin die Befürchtung Wurzel geschlagen hat: um die Hauptinsel der Samoagruppe, um Upolu als deutschen Alleinbesitz, wie es gut begründetes deutsches Recht ist, zu erlangen, ist gewiß den Engländern außer einem anderen Teil der Samoagruppe noch ein weiteres Opfer gebracht worden, mag es nun Tongainseln oder sonstwie heißen. Im Jahre 1890 sah es aus, als hielten es die deutschen Diplomaten für eine dem Deutschen Reiche erwiesene Ehre, wenn England Ländergebiete von ihnen als Geschenk annahm. Die Zartheit und Sanftheit, mit der England auch jetzt wieder von deutscher Seite behandelt wird, läßt den Verdacht aufkommen, daß sich ähnliche Glanzleistungen wiederholen werden. Nun, dessen mag man gewiß sein, daß das der verkehrteste Weg ist, unser Volk opferfreudig zu stimmen. Das Volk würde solche Politik für verfehlt halten, selbst wenn Graf Bülow für ein derartiges Abkommen in den Fürstenstand erhoben würde. *Das Telegramm des deutschen Freikorps au den Kaiser. Gießen, 26. Oktober 1899. Die in Transvaal ansässigen fremdländischen Unter- thanen konnten natürlich nicht zurückbleiben, als es galt, ihr neues Vaterland gegen englische Anmaßung zu verteidigen, und so haben sich denn verschiedene Freikorps gebildet, welche mit hinausgezogen sind den Engländern entgegen. Daß die Deutschen Transvaals hierbei nicht die letzten waren, ist eigentlich selbstverständlich; unter dem Obersten Schiel sind sie bereits im Kampf gewesen, wobei ihr Führer in die Schar durcheinander, das Gewehr trägt jeder, wie er will, und mancher hat sein Schätzchen am Arm, das ihm weinend bis zum Bahngleis das Geleite giebt. Ganz poetisch, aber nicht recht militärisch. Jedoch die Engländer sagen, darauf käme es nicht an, der Gamaschendienst habe für die Kolonieen keinen Wert, und diese langsam hinschlendernden Pfeifenraucher schlügen sich jenseits der Troper» wie die Teufel. Warten wir es ab ... . Der erste Sieg! . . . Der Nebel war gewichen, und in vollem Glanze lag Trafalgar Square vor mir. Das wundersame Stadtbild war heute noch reizvoller, noch lebendiger als gewöhnlich. Längs der Nationalgalerie, St. Martin gegenüber, promenierten die Werber in roten Röcken, leicht sich in den Hüften wiegend, halb Verführer halb Gentlemen. Drunten auf dem leicht sich gegen Whitehall neigenden Asphalt tausende von Menschen im zwanglosen Durcheinander. Ueber die Ballustrade des Museums gebückt, auf den Stufen der Kirche, auf den Plätzen der Denkmäler sitzend, sahen sie der Schmückung der Nelsonsäule zu. Schon hatten die vier riesigen britischen Löwen LandseerS ihre gigantischen Kränze im Maul, als wollten sie den Lorbeer pfundweise fressen, und hoch und immer höher wanden sich bis zur Statue des größten Seehelden die Festons, als strebe die Gegenwart zum Ruhme der Vergangenheit empor. Mit bleichen, skeptischen Strahlen übergoß die Herbstmittagsonne die Züge des Admirals. Dutzende Händler durchdrängten die Menge: Die einen boten Nen- abdrücke der Nummern der „Times" aus dem Jahre 180» aus, die den Sieg von Trafalgar meldeten, die andern kleine Union-Jacks und sonstige patriotische Abzeichen fürs >ie Gefangenschaft bei Feindes geriet. Interessant ist die Meldung, daß das deutsche Korps vor dem Abmarsch an die Grenze ein Telegramm an Kaiser Wilhelm gerichtet hat, welches nach mancher Richtung hin bemerkenswert ist und in den Herzen der Deutschen nachklingen wird. In dem Telegramm wird das Bedauern darüber aus' gesprochen, daß die Politik Deutschland verhindere, seinen Einfluß für die Interessen Transvaals geltend zu machen. Man weiß in Südafrika sehr wohl, daß unsere Sympathien mit den Buren sind, daß wir deren Selbständigkeit und Freiheit zu erhalten wünschen. Sie sind uns ja stammverwandt, diese Buren, und uns gefallen solche Gestalten, wie Ohm Krüger, der dort unten an der Ostseite Südafrikas rin wohlgeordnetes Staatswesen geschaffen hat und sein ganzes Leben lang nur das eine Ziel im Auge hatte, seinem Vaterland unter den Nationen einen ehrenvollen Platz zu erringen. Das Telegramm erinnert daran, daß auch der Deutsche Kaiser selbst früher mit seinen Sympathien für Transvaal nicht zurückhielt. Es weist hin auf jene Depesche, die vor beinahe vier Jahren Kaiser Wilhelm an den Präsidenten Krüger richtete und der Freude über die Niederlage Dr. Jamesons Ausdruck gab. Wir glauben lautn, daß die Sympathieen des Kaisers für Transvaal heute geringere sind, aber die Politik rechnet nicht mit Freundschaftsbezeugungen, sie stellt die Zweckmäßigkeitsfrage in den Vordergrund, und diese gebietet Deutschland strengste Neutralität. Man darf wohl voraussetzen, daß unser Vertreter in London es an Bemühungen nicht hat fehlen lassen, den Krieg zu verhindern, aber er durfte dabei gewisse Grenzen nicht überschreiten. Und von vornherein stand es ja fest, daß England den Krieg wünschte und denselben zu provozieren suchte. Aus diesem Grunde wird in dem Telegramm das englische Vorgehen scharf kritisiert und ein räuberisches genannt. Wir wissen ja, daß vor vier Jahren der Einfall Dr. Jamesons in Transvaal mit Wissen, ja sogar im Auftrage der Kapregierung stattfand, und wer weiß, ob nicht die Londoner Regierung den Zwischenfall, falls er erfolgreich gewesen wäre, sanktioniert hätte. Jetzt will sie selbst das Versäumte nachholen und mit Gewalt ihre eigennützigen Wünsche durchsetzen, die darauf abzielen, den englischen Einfluß in Südafrika zur Herrschaft zu bringen. Irgend welchen praktischen Erfolg kann das an den Kaiser gerichtete Telegramm natürlich nicht haben, und einen solchen haben die Absender auch gar nicht erwartet, aber die Kundgebung ist geeignet, die Sympathieen für Transvaal noch mehr zu erhöhen. In einem ernsten Augenblick erinnern sich unsere Landsleute ihrer Zugehörigkeit zu dem deutschen Vaterlande und geloben, ihm unter allen Umständen die Treue zu bewahren. Unsere Teilnahme begleite das deutsche Freiwilligenkorps auf seinem dornenvollen Wege! z-kÄrs Md PrsmumLrs. Gießen, den 26. Oktober 1899. ** Ernte Ertrag. Nach der von den Feldgeschworenen »orgenommenen Erhebung über den Ernte-Ertrag in der Gemarkung Gießen für 1899 waren ausgestellt: 141 ha. mit Weizen, 260 mit Roggen, 55 mit Gerste, 265 mit Hafer, 16 mit Erbsen, i/i mit Ackerbohnen, 4 mit Wicken. 205 mit Kartoffeln, 80 mit Runkelrüben, 18 mit Zuckerrüben, 5 mit Kohlrüben. 5 mit Kraut und Feldkohl, 20 mit Raps, 80 mit Klee, 35 mit Luzerne, 1/2 mit Mais, 60 mit Grassaat; an Wiesen waren 420 ha vorhanden. Mn Obst wurden geerntet von 4760 Aepfelbäumen 80 Doppelzentner, 2723 Birnbäumen 60 Doppelzentner, 8694 Pflaumen- (Zwetschen) Bäumen 12 Doppelzentner, von 72 Wallnußbäumen 2VZ Doppelzentner; der Obstertrag wurde -auf 2770 Mk. bewertet. ** Ein Mahnwort an die jüngst entlassenen Reservisten! Der den Wunsch hat, die während der aktiven Dienstzeit gepflegte treue Kameradschaft auch weiterhin zu bethätigen «nd seine Erinnerungen an das Soldatenleben lebendig zu Knopfloch — noch andere suchten Biographieen Nelsons nder Spottschriften auf die Buren an den Mann zu bringen, «nd um die Springbrunnen herum spielten Buben Krieg »nd bekämpften sich als Briten und Buren. In ungeheuren Buchstaben verkündeten die Abendblätter den „Sieg" von Glencoe, die Austräger Priesen ihn mit Stentorstimmen, und die Köpfe der Spaziergänger verschwanden fast hinter den entfalteten Zeitungen. Wäre nur nicht morgen Trafalgar Tag! Sähe nur der Sieg nicht aus wie auf Kommando für diesen Tag bestellt — zum mindesten aus einem kleinen Vorpostengefecht aufgebauscht! Den Strand hinunter wogt die Menge, nach Fleet Street zu, wo die großen Zeitungen ihre Häuser haben. In den Schaufenstern sind die Depeschen in fußhohen Buchstaben ausgestellt, an jeder Ecke giebt es Karten, Zeichnungen, Photographieen vom Kriegsschauplatz zu studieren, ein nicht endendes Schauspiel, das keinen Penny kostet. Ist der Burenkrieg wirklich so leicht, so unbedeutend, so gleichgiltig, wie man uns hier weis machen will? — Eöarum dann diese Exaltationen der Freude, der Entrüstung? Droht aber eine ernste Gefahr — warum geht man bann nicht energischer zu Werke? Die militärischen Borbereitungen sind lasch, und die Witze bitterer, als sonst der englische Humor. Kurz, so recht stimmt es eben nirgends. Die große Britannia-Gruppe bei Westminster Bridge, dem Parlament gegenüber, ist fortgenommen, die Stelle mit einem Bauzaun umgeben. Ein Anschlag sagt, eines Umbaues der Brücke wegen. Ich glaube aber, es geschah, weil Britannia sich den Harnisch anziehen gegangen ift And nun traut sie sich nicht wieder ins Londoner Leben zurück, weil sie sich in dem Kleide zu ungewohnt vor fommt. B. L. A. erhalten, der trete ein in einen unserer Krieger- und Militärvereine. Was wollen diese Vereine? S,e wollen die Liebe zu Fürst und Vaterland, Kaiser und Reich stärken und bethätigen, treue Kameradschaft unter ihren Mit- gliedern pflegen, hilfsbedürftigen Kameraden und ihren Witwen und Waisen mit Rat und That helfen, die Bestrebungen des „Roten Kreuzes" unterstützen. Welche Vorteile bieten diese Vereine? Ihre Mitglieder werden in Krankheit und Not unterstützt. Die Vereine gewähren ferner Vorteile durch die Sterbekasie. Wer alle die Vorteile genießen will, der trete in einen Krieger- und Militärverein ein! *• Woher stammt der Ausdruck „nassauern"? Zu dem in Nr. 250 des „G. A." wiedergegebenen Artikel wird jetzt der „Fstr. Ztg." geschrieben: Was die „Vossische Zeitung" über die Herleitung des Wortes „nassauern" sagt, ist nicht richtig. Gießen galt niemals als nassauische Landesuniversität; bis zu den 50er Jahren war das vielmehr amtlich Göttingen, woselbst auch Professor Sartorius von Waltershausen (Vater des bekannten Mineralogen) für nasiauische Rechtsbeflissene ein besonderes Kolleg las. Damals waren die nassauischen Stipendien und Freitische ebenfalls fast alle nach Göttingen vergeben. Da nun zahlreiche in Göttingen studierende Nassauer von den Freitischen keinen Gebrauch machten, so traten sie diese nicht selten an bedürftigere, nicht nassauische Kameraden ab, die sich dieserhalb als Nassauer gerierten. Diese unbefugte Benutzung nassauischer Freitische nannte man scherzweise „nassauern". Erst in Berlin, wohin das Scherzwort auch allmählich verbreitet wurde, erhielt es die heute übliche häßliche Nebenbedeutung. Schreiber dieses studierte Mitte der 50er Jahre in Göttingen, wo damals viele Nassauer meist den Korps „Bremensia" und „Bruns- viga" angehörten, und ist somit mit der geschichtlichen ®nt Wickelung dieses Herganges, den übrigens auch meines Wissens Dr. Karl Braun - Wiesbaden in einer seiner Schriften ähnlich schildert, wohl vertraut. A. L. Eine mysteriöse Persönlichkeit befindet sich nach einer Bekanntmachung der Polizeidirektion in Hildesheim seit 18. Oktober daselbst in Haft. Der Bursche, der ca. 16 Jahre alt sein kann, nennt sich Carl Gou Her. Heber feine Vergangenheit macht derselbe Angaben, die offenbar erdichtet sind und die als Stoff zu einem Roman verwendet werden könnten. Der Inhaftierte macht den Eindruck eines Kauf- mannslehrlings, der vielleicht wegen begangener Unredlichkeiten das Weite gesucht hat. Seinem Dialekt nach zu urteilen, kann er aus der Magdeburger, aber auch aus der Brandenburger Gegend fein. Besondere Kennzeichen an ihm sind große Augen, ein schiefer Kopf, große Ohren, eine bedeutende Narbe auf dem Kopfe. Ferner sind die große Zehe des linken Fußes und die zweite Zehe des rechten Fußes verkrüppelt. ** Eisenbahn-Einnahmen. Im Laufe des Monats September haben die Betriebs-Einnahmen auf den Strecken der preußischen und hessischen Betriebsgemeinschaft wieder eine erhebliche Zunahme, besonders durch die Steigerung des Güterverkehrs, erhalten. Die Gesamteinnahmen in diesem Monat betrugen 116105000 Mark, davon kommen rund 5000000 Mark als Mehreinnahmen auf den Güterverkehr, 20000 Mark auf den Personenverkehr und 790000 Mark auf sonstige Einnahmen. Seit dem 1. April haben sich die Mehreinnahmen gegen das Vorjahr auf rund 37 360 000 Mark belaufen. A Großen Buseck, 25. Oktober. Ein Bubenstreich wurde hier am verflossenen Samstag abend ausgeführt. Drei Arbeiter aus hiesiger Gegend, welche auf dem Heimweg von Gießen hier durchfuhren, wollten bei Wirt Größer eine kleine Erfrischung zu sich nehmen und stellten ihre Fahrräder in den unter dem Tauzsaal befindlichen Raum. Als die Arbeiter weiter fahren wollten, fanden sie, daß an allen drei Rädern die Ventile nebst Verschlußkapseln abgeschraubt und gestohlen waren, so daß sie genötigt wurden, ihren Weg zu Fuß zurückzulegen. Alsfeld, 25. Oktober. Der Ausschuß des landwirtschaftlichen Provinzialvereins von Oberhessen tagte vorigen Montag im Hotel zum „Prinzen Karl" dahier und hat unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten, Herrn Gutsbesitzer Schlenke zu Hardt-Hof wieder eine Anzahl für die Landwirtschaft wichtige Beschlüsse gefaßt. Der Präsident, Herr Graf zu Solms Laubach Erlaucht war wegen Unwohlseins am Erscheinen verhindert. Als Vertreter der Großh. Staatsregierung waren die Herren Ministerialrat Braun und Landesökonomierat Müller, für den hessischen Landwirtschaftsrat Herr Generalsekretär Dr. Müller erschienen. Zunächst wurden wieder gegen 50 neue Mitglieder aufgenommen. Es wurde sodann beschlossen, die Jungviehweide im Tiergarten bei Hungen soweit zu vergrößern, daß gegen 60 Tiere aufgenommen werden können. In Weruings soll auf einer Fläche von ca. 120 Morgen eine zweite Jungviehweibe, hinreichend für ca. 70 Tiere, für den südöstlichen Teil der Provinz errichtet werden. Die Mittel hierzu, für beide Weiden ca. 13000 Mk., sollen aus den Reserven des Vereins genommen werden. Die Tuberkulinimpfung auf Zuchthof Engelrod hat so ungünstige Resultate ergeben, daß beschlossen wurde, den fragt. Zucht- Hof ganz aufzuheben. Man beabsichtigt hierfür, einen neuen Zuchthof zu errichten. Eine sehr eingehende Beratung fand über den Gegenstand: Die Abhaltung der Tierschauen in der Provinz statt. Infolge des sehr starken Auftretens der Maul- und Klauenseuche in der Provinz war die Abhaltung einer Anzahl Tierschauen unmöglich geworden, und ist auch noch nicht abzusehen, wann diese Schauen abgehalten werden können. Es wurde daher beschlossen, den allgemeinen Plan, über die Abhaltung der Tierschauen in der Provinz für den 1. und 3. Körbezirk um ein Jahr zu verschieben, sodaß also die Bezirkstierschau im 1. Körbezirk im nächsten Jahre im Kreise Schotten, die Bullenschau im Kreise Gießen stattfindet. Im 3. Körbezirk soll die Bezirkstierschau im Kreise Friedberg abgehalten werden, während im Kreise Büdingen Lokalschanen stattfinden sollen. Zur probe- weisen Abhaltung von Stallschauen wurden die Mittel zur Verfügung gestellt, um solche in zwei Lokalvereinen durchzuführen. Da im nächsten Jahre eine Landestierschau in Darmstadt, und für das Vogelsberger Vieh eine Verbandsschau in Marburg stattfindet, die beide aus der Provinz mit Tieren beschickt werden müssen, wurde beschlossen, die Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Posen nächstes Jahr nicht zu beschicken. □ Vom oberen Vogelsberg, 25. Oktober. Heute morgen erhielten wie die Nachricht, daß das 'in diesem Blatte erwähnte entsprungene Rind vom Selgenhof bei Ulrichstein gestern, nachdem es ca. vier Wochen sich in den Wäldern bei Schotten und des oberen Vogelsbergs Herumgetrieben, in der Nähe des Selgenhofs gesehen wurde. Durch Hunde wurde dasselbe zu einer in der Nähe weidenden Viehherde getrieben, wobei es bis zur Heimkehr der Herde verblieb und bann ganz friedlich mit derselben in den Stall an seinen einstmaligen Stand einlief. Wahrscheinlich, obgleich nicht sehr abgemagert, mochte ihm die bisher erhaltene Weide in den Wäldern, sowie die eingetretene Kälte nicht mehr zusagen und so ist anzunehmen, daß das halb verwildert geglaubte Tier doch vor Hunger und Kälte in bei Nähe von Dörfern getrieben würbe unb feine angenommene Wildheit ablegte. Vor etwa 15 Jahren war ein Stier einigen Hanbelsleuten, welche auf ber Rückkehr vorn Herchenhainer Johannimarkte durch den Oberwald gingen, entsprungen unb fast ganz wild geworden. Es blieb kein anderes Mittel, zumal das Tier Menschen angriff, als ein Treibjagen zu veranstalten, wodurch es zum Schuß kam und erlegt wurde. §§ Vom höheren Vogelsberg, 25. Oktober. Ueberall, sogar in den kleinsten Orten hört man gegenwärtig die Dampfmaschine „brummen", wie die Bauern sagen. Ja es kommt vor, daß in kleinen Orten sogar 2 Maschinen arbeiten. In dem Dorfe Kaulstos (Kreis Schotten) mit 236 Einwohner sind gegenwärtig sogar 3 Dampfdreschmaschinen in Thätigkeit. ):( Stockheim, 24. Oktober. Am letzten Sonntag fand die Einweihung unseres neuerbauten zweiten Schulhauses statt. Unter Glockengeläute zog ber aus- ben Schulkinbern, Orts-, Schul- unb Kirchenvorstand, sowie sämtlichen Vereinen unb ben Bauhandwerkern, wie ber Feuerwehr bestehenbe Festzug burch sämtliche Straßen bes Orts nach bem neuen Schulhause. Nachbem ber Festzug, ber hier von ben Spitzen ber staatlichen unb kirchlichen Behörben erwartet würbe, im Hofe bes neuen Schulhauses Aufstellung genommen hatte, würbe mit bem Gesang ,beS Liedes: „Lobe ben Herrn", bie Einweihungsfeierlichkeit eröffnet. Sobann hielt ber Ortsgeistliche, Pfarrer Koehler, bie Weiherede, anknüpfenb an das Wort des Psalmisten: „Wo ber Herr nicht baS Haus bauet, so arbeiten umsonst, bie baran bauen." Rebner wies im Verlauf seiner Rebe hin auf bie hohen sozialen Aufgaben ber Volksschule für unsere Zeit, betonte aber auch sehr einbringlich, baß die Volksschule ihre Aufgabe nur bann erfüllen könne, wenn das Elternhaus mit ihr Hanb in Hand gehe unb schloß mit einem ernsten Appell an bie Gerneinbe, Schule und Lehrer in allen Stücken zu unterstützen. — Sodann überreichte Maurermeister Spitz nagel ben Schlüssel an ben Großh. Kreisamtmann Sandmann, dieser an den Bürgermeister und letzterer an ben Vorsitzenben bes Schulvorstanbes, ber mit Segensspruch baS Haus aufschloß. Nachbem sämtliche Festteilnehmer in ben Schulsaal eingegangen waren, sprach ber Vorsitzeube beS Schulvorstandes das Weihegebet, woraus mit dem Lied: „Nun danket alle Gott," die Feier schloß. Bei ber nachsolgenben Versammlung im Weitzeichen Saale brachte Kreisamtmann Sanbmann bas Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Pfarrer Koehler hieß im Namen ber Gemeinde die Kreisschulkommission und den Dekan befr Dekanats Büdingen willkommen unb schloß mit einem Hoch auf bieselben, welches Dekan Weber mit einem Hoch auf. Pfarrer, Lehrer unb Bürgermeister ber Gemeinbe erwiderte. Schließlich gedachte der Vorsitzende des Schulvorstandes noch der Handwerker, die am Bau beteiligt waren unb forderte die Anwesenden auf, denselben ein dreifaches Hoch zu bringen, welcher Aufforderung freudig entsprochen wurde. Die Schulkinder erhielten zur Feier des Tages Bretzeln. In der Gemeinde selbst herrscht nur eine Stimme der Freude, daß endlich die zweite Schule eröffnet werden kann, die ein dringendes Bedürfnis für die Gemeinde war. §§ Volkartshain (Kreis Schotten), 24. Oktober. Auch unser etwas vom Verkehr abgelegener Ort wird von den Zigeunern besucht, so auch dieser Tage wieder; es sind mehrere Diebstähle vorgekommen, einem Einwohner wurden beim Geldwechseln 6 Mark gestohlen. n. Friedberg, 25. Oktober. Großherzogliches Ministerium der Finanzen hat im Einvernehmen mit Großherzoglichem Ministerium des Innern der „Kontinentalen Eisenbahn-Bau- unb Betriebsgesellschaft" in Berlin auf die Dauer eine» Jahres die Erlaubnis erteilt, bie Vorarbeiten unb Vermessungen für eine Nebenbahn von Assenheim nach Ranstabt vorzunehmen. Die Bürgermeistereien sind angewiesen, nach Möglichkeit bafür besorgt zu sein, baß ben Vermessungen keine Schwierigkeiten bereitet unb bie Absteckungen geschützt werden. Ä Darmstadt, 25. Oktober. Das in letzter Woche hier abgehaltene Postassistenten-Examen wurde von sämtlichen 6 Prüflingen bestanden. 5 Examinanden unterzogen sich der Prüfung zum ersten Male. Die neuen Assistenten wurden teilweise an Postämtern III verwendet resp. beiaffen, eine Einrichtung, welche bisher nicht üblich war. Griesheim,' 23. Oktober. Den eifrigen Bemühungen des Herrn Gendarm Wolf von hier ist cs gelungen, einige junge Leute von Darmstadt zu ermitteln, welche den bereits gemeldeten Unfall ber Dampf st raßenbahn herbeigeführt hatten. Dieselben hatten, von einem Ausflug von hier heimkehrend, einen leeren, zum Bau verwendeten W-- fÄrtild loioÄ trlül t» Aier vollzogen^ MI Slim*#! taltot W'®?. - Lae gewerbliche i AenDWion,- iirt a M. veranstaltete Li* wnufe wurde von »ar DliniM Otto W“ 1dm So«'“ l bmdi r-iln-hm W«tn3«ll MMchtlbach, 25. mann dahier tarnt ' Gießen. Allgemein daß dieser sehr dienstns setzt wirb; denn Herr durch sein sehr PsW aber auch besonders, d schreiten viele Streitig!' arbeitern verhütet. Da erfreuliche Thatsache zu unter den fremden, mei müßig so wenig schwere △ Mainz, 25. Okt demokratischen Gewerksch und Konsumverein, nehr derVerein selbst stän schirdenr Stellunc beider Genossenschaften daß diese neueste svzio ziele, von den hiesiger Äabattsystem die nöti eigene Warenhäuser, und AerkaufSläden al diente Genossen unte beiden Vereinigungen, diesem neuesten Alten lere Geschäftswelt, fri hörigen der einzelnen. sie nicht selbst bie Han vernichten. Mainz, 25. Oktober litterarische Aussch gestern konstituiert, he Heimer wurdezum Vor M stellvertretenden $ M Schriftführer Dr; Gaßner bericht, arbeiten, die zum 9 Schren; die akademis Deutschland, Frankrei lowie auch die populär ff "eHerausgak Ajrer Schorn regte auch eine befon' randgerichtsdirektor D die Projektierte d?r^A!^archivai •« Festschrift gleich» -E'b» °b. " ^vntr in J? Werter fr se've tzeE W q Leien ^nächst?"^e Lbt W'J, Euöschuß $Ai fr’Ä ® S,«t SÄX *«lb. Dr g "°Zs btn '*”■ E?ie Arbeit di, | * °« «’hbtA *1' -'M Saubtäh/rL ier Sieh t ,’*>« in 11 »urbe ta„ JWlnl r&ter- *>9i »«mgetrieb™ 6"tt* 9£ » tbtnbm «iettttbi eHn h" iltbt toblitl= ;aTinM- obgleich nicht ±*«n« SBeibe in n h,6tSbttt *“bl! 1n bci Nahe von Dörfern lommene Wildheit ablegte. peinigen Handelsleuten, lchenhainer Johannimarkte ruUn und säst ganz wild * Mattel, zumal das Tier lagen zu veranstalten, wo- legt, wurde. < 25' Oktober. Ueberall. ort man gegenwärtig die wie die Bauern sagen. Ja ^rten sogar 2 Maschinen toS (Kreis Scholten) mit ; sogar 3 Dampsdresch» Am letzten Sonntag fand euerbauten zwellerr 'lväen^lLute zog btt ML >nl- und Kirchenvorstand, den Bauhandwerkern, wie ,9 durch sämtliche Straßen luse. Nachdem der Festzug, staatlichen und kirchlichen )ofe des neuen Schulhauses irde mit dem Gesang N Einweihungsfeierlichkeit er- eistliche, Pfarrer Koehler, das Wott des Psalmisten: bauet, so arbeiten umsonst, 9 im Verlauf feiner flebe oben her w/Wile für sehr eindringlich, bat b\t ann erMn tön«, wenn r tzand gehe unb schloß m>t mdnbt, Schnle und Lehrer ,ro - Sodann überreichte in Schliß-l m d-" bietet in ben »ä<™* [n bt« SchuKorsMd-r, d-i ufi^Iofi. Achd-M Mch I eingegangen 1«’"> fj"? nbeb bafl Sßei^egebet, womj eM- di- Ki-r *' Ä ««(* ” *'?£*>“ Ä”i-Ä*3 rLS w,lI'f *rt «6ri* in teWv.kiW färt&Ä • *1 “ SS“Ä"? «tilw*« n, elDlU tobten. «Misters Kontinental^ ^fllltt eM »x ®‘hb. untai’J '■ I, $ii W® •’S «blich n hier in ivel^r, m» !) ‘’tffrlV’l'U* haltet AguDCt Wagen auf die Schienen geschafft, und waren sich der eventuellen Folgen ihrer Handlung wohl kaum bewußt. Die von der Direktion der Straßenbahn auf die Entdeckung der Thäter ausgesetzte Belohnung von 100 Mark dürfte Herr Wolf erhalten. Der tüchtige Beamte, der sich heute morgen sofort an die Ermittelung der Thäter begab, stürzte hierbei vom Rad und erlitt eine unbedeutende Verletzung. △ Dudenhofen im Rodgau, 25. Oktober. Bei der jüngst hier vollzogenen Beigeordnetenwahl machten von 318 Stimmberechtigten nur 40 von ihrer Befugnis Gebrauch. Diese 40 Stimmen vereinigten sich auf den bisherigen Beigeordneten Johann Ludwig Kjatz II. A Seligenstadt, 25. Oktober. Herr Gewerbeschulinspektor Meyer aus Darmstadt unterzog vorgestern die hiesige gewerbliche Fortbildungsschule einer eingehenden Visitation. — Der „Klub Humor" zu Frankfurt a. M. veranstaltete vorgestern vormittag einen Distanzmarsch Offenbach-Seligenstadt. Die 19 Kilometer lange Route wurde von Karl Seidel in 1 Stunde 24*/3 Minuten durchlaufen. Es folgten: Christian Seidel 1 Stunde 4025/60 Minuten, Otto Fischer 1 Stunde 49*/, Minuten und Wilhelm Vogler 1 Stunde 5O43/Co Minuten. An 7 weitere Teilnehmer wurden Zeitmedaillen verliehen. Wald-Michrlbach, 25. Oktober. Herr Gendarm Sandmann dahier kommt am 1. n. M. nach Reiskirchen bei Gießen. Allgemein bedauert man in der ganzen Gegend, daß dieser sehr diensteifrige Mann von hier zur Zeit versetzt wird; denn Herr Sandmann hat ohne allen Zweifel durch sein sehr pflichttreues und unermüdliches Austreten, aber auch besonders durch sein oft recht mutvolles Einschreiten viele Streitigkeiten unter den fremden Eisenbahnarbeitern verhütet. Daher ist ihm in erster Linie die gewiß erfreuliche Thalsache zuzuschreiben, daß in fraglichem Bezirk unter den fremden, meist italienischen Arbeitern, verhältnismäßig so wenig schwere Excesse vorkamen. (N. H. V. A Mainz, 25. Oktober. Gegen den von den sozialdemokratischen Gewerkschaften jüngst hier gegründeten Rabatt- und Konsumverein, nehmen die hiesigen Innungen wie auch derDerein selbstständigerGewerbetreibend er entschiedene Stellung. In einer gemeinsamen Sitzung beider Genossenschaften war man der einstimmigen Ansicht, daß diese neueste sozialistische Gründung nur darauf hinziele, von den hiesigen Geschäftsleuten sich zuerst durch das Rabattsystem die nötigen Gelder zu verschaffen, um später eigene Warenhäuser, Werkstätten, Bäckereien, Metzgereien und Verkaufsläden aller Art zu gründen und darin verdiente Genossen unterzubringen. Man beschloß daher in beiden Vereinigungen, mittels Energie dahin zu wirken, daß diesem neuesten Attentat auf die Mainzer kleine und mittlere Geschäftswelt, kräftig begegnet werde, d. h. die Angehörigen der einzelnen Berufsarten aufgeklärt werden, daß sie nicht selbst die Hand darbieten, ihre eigene Existenz zu vernichten. Mainz, 25. Oktober. (Die Gutenbergfeier 1900.) Der litterarische Ausschuß für das Gutenbergfest hat sich gestern konstituiert. Herr Landgerichtsdirektor Or. Bockenhei m e r wurde zum Vorsitzenden, Her Justizrat Dr. Reinach zum stellvertretenden Vorsitzenden und Herr Dr. Ledroit zum Schriftführer gewählt. Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner berichtete über die bisher geleisteten Vorarbeiten, die zum Ressort des litterarischen Ausschusses gehören; die akademische Festschrift, an der Gelehrte aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien mitarbeiten, sowie auch die populäre Festschrift sind im Werden begriffen; auch ist die Herausgabe einer Festzeitung vorgesehen. Herr- Lehrer Schorn regte an, daß für die Kinder der Volksschule auch eine besondere Festgabe hergestellt werde; Herr Landgerichtsdirektor Dr. B0ckenheimer bemerkte, daß sich dazu die projektierte volkstümliche kleine Festschrift eigne. Herr Diozcsanarchivar Professor Dr. Falk schlug vor, mit »er Festschrift gleichzeitig die Einladung zum Gutenbergseste ergehen zu lassen. Dieser Vorschlag wird thunlichst berück- fichtlgt^werden. Es wurde sodann eine Unterkommission gewählt, die mit der Führung der laufenden Geschäfte betraut ist. Dieselbe besteht aus den oben genannten Mitgliedern des Bureaus und den Herren Rech- uungsrat Am end, Rechtsanwalt Dr. Horch, Redakteur Koepgen, Redakteur Ludwig, Professor Dr. Nies, Bürgermeistereisekrctär Schäfer, Buchdruckereibesitzer Th eher, Stadtverordneter Tiefel und Prof. Dr. Velke. DemAusschuß für die Festlichkeiten liegt es zunächst ob, Vorschläge zu machen für die außer den schon feststehenden Programmpnnkten: Fackelzug und Huldigung, akademische Feier, Festkommers rc., event. noch abzuhaltende Festlichkeiten am zweiten Tag. Der Herr Oberbürgermeister betonte in der gestrigen Sitzung ganz besonders, daß er sich bisher einer Stellungnahme hierzu enthalten habe; dieser Teil des Festes müsse aus der Bevölkerung von Mainz selbst seine Gestaltung erfahren, und die Mitglieder des Ausschusses seien zunächst berufen, nach Anhören ihres Bekannten- und Freundeskreises diesbezügliche Vorschläge zu machen. Auch hier wurde zur Vereinfachung der Vorarbeiten ein Unterausschuß gebildet, dem außer den Herren Stadtv. Ring als Vorsitzenden, Stadtv. Römheld als Stellvertreter und Rechtsanwalt Max Levy als Schriftführer, angehören die Herren Adam Allendorf sen., Stadtv. Jean Falk, Stadtv. Ger st er, Direktor Kübel, Stadtv. Dr. Ran tert, Schriftsteller Nohaschek, Pretorins jr., Konrad Sutter, Stadtv. Dr. Zuckmayer undRedakleurSteiger- »ald. Beide Unterausschüsse werden alsbald ihre Thätig- Mtit aufnehmen. Mainz, 25. Oktober. (Oktroischmuggel.) Ein Bauer aus der Gegend von Guntersblum versuchte gestern einen Hasen in die Stadt einzuschmuggeln. Er hatte das flriste Häslein in einen Sack versteckt und als er mit dem Sack unter dem Arme den Centralbahnhof verließ, gab er toem ihn nach dem Inhalt des Sackes befragenden Oktroi- totamtex zur Antwort, der Sack sei leer. Dabei machte er ein so dummpfiffiges Gesicht, daß der Beamte Argwohn schöpfte, sich den Sock öffnen ließ und das Häslein fand. Nun war der beabsichtigte Oktroischmuggel offenkundig und der Hase wurde konfisziert; der Bauer mußte den 15fachen Betrag des Oktrois mit 3 Mark bezahlen und bekam ein Protokoll wegen Defraudation. Weiter spielt bei der Sache noch mit, daß der Hase nicht durch einen Schuß vom Leben zum Tode befördert worden ist, sondern, daß er anscheinend beim Wildern erschlagen wurde, denn zwei Läufe waren gebrochen und am Schenkel hatte er eine große, anscheinend von einem Schlag mit einem Steine herrührende Wunde. Eine Untersuchung ist bezüglich der Fang- und Tötungsart des Hasen eingeleitet und wird sich eventuell der superkluge Bauer noch gerichtlich zu verantworten haben. Das alles wegen 20 Pfennigen, die der Hase Oktroi gekostet hätte. A Aus Rheinhessen, 25. Oktober. Der Herbst ist in ganz Rheinhessen im vollem Gange. Allenthalben macht man die gleiche Wahrnehmung, daß das quantitative Ergebnis noch hinter den bescheidensten Erwartungen zurück steht und die Qualität des 1899er sich besser gestaltet, als man allgemein gehofft hatte. Gerichtssaat. Gießen, 26. Oktober. Wir haben btn in unserem Blatt«', vom 22. d. Ms., enthaltenen Bericht, über die kürzlich an hiesiger Strafkammer verbandelte Klage R. u C gegen K. dahin richtig zu stellen, daß der Beklagte persönlich im Termin nicht erschienen ist, sondern sein Verteidiger. Auch dieser erklärte nicht, es sei eine Lebensfrage für die Fablikanten, daß ihnen nicht die Arbeiter durch höhere Löhne abgenommen; sondern: es sei eine Lebensfrage für die Fabrikanten, daß ihnen nicht die Arbeiter durchVer- leitung zum Kontraktbruch abgenommen würden. Auch daS üb^r die hier verdienten Löhne der beiden kontraktbrüchigen Mädchen G-fagte, ist nicht ganz zutr.ffend, wie von unparteiischer Seite durch Einsichtnahme der Lohnlisten festgestellt würbe. Das zuerst eingetretene Mädchen verdiente nach mebrwöchentlichem Durchschnitt in der l.tzten Zeit vor ihrem Abgang Mk. 7.92 pro Woche, das zweite, 3 Monate später eingetreten, verdiente Mk. 8.59 Um dieselbe ZU betrug der Lohn eines dritten MädchenS, w.lcheS fast gleichzeitig mit dem ersten eir getreten. Mk. 9 68, dieser Lohn hat sich bis heute auf durchschnittlich Mk. 12.70 crröht. Auch die beiden ersterwähnten Mädch n standen zur Zeit des Abgangs vor einer Erhöhung ihres Akordlohnes, die stufenweise erfolgt und ihren Abschluß meist e>st im dritten Lebrjadre, mit Gewährung der für die älte en Arbeiter vorgefeh nen Lohnsätze erreicht. Sie würden nach Eintritt derselben wesentlich mehr verdient haben, wie auS obigem Beispiel ersichtlich. Aeltere Sortiererinnen verdienen bis zu Mk 14.— pro Woche. Kunst und Wissenschaft. Wiesbaden, 23. Oktober. Am 21. Oktober trat der fünfte Gesellschaftstag der „Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur" in Wiesbaden in der Loge Plato zusammen. Die Abteilungen waren wie folgt vertreten: Berlin durch Rechtsanwalt Dr. Dieber, Dr. Penzig, Professor Bruno Meyer, Bildhauer Reinhold, Rechtsanwalt Dr. Rothe. München durch Verlagsbuchhändler Stegmayr; Magdeburg durch Rektor Felsch; Frankfurt a.M durch Dr. Pfungst; Breslau durch Rechtsanwalt Dr. Marcuse; Ulm vertrat Eberle; Stuttgart vertrat Stamm, Hamburg-Altona hatte Professor Tönnies delegiert, Wiesbaden: Stieren, Dresden Frau Stritt. Außerdem waren als Delegierte des Hauptvorstandes Professor Döring (Vorsitzender), Redakteur Dr. Kronenberg, Landtagsabgeordneter Sänger und Jaffe. — Professor Döring erstattete den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß die Gesellschaft bereits an 17 Orten Zweiggesellschaften besitzt. Es geschieht stets mehr für die Ausbreitung der Ideen, für welche die Gesellschaft wirkt und zwar einesteils durch Vorträge und die Presse, vor allem das Organ der Bewegung „Die ethische Kultur", andererseits durch praktische sozialethische Thätig- keit, welche meist die Begründung von Lesehallen, Volksunterhaltungen, Auskunftsstellen und ähnliche Aufgaben im Auge hat. Für die Lese- Hallen-Bewegung in Deutschland ist die deutsche Gesellschaft für ethische Kultur bahnbrechend gewesen. Die Aufgabe der Gesellschaft ist auf diesem Gebiete noch nicht erschöpft, weil noch immer vielfach Bemühungen erkennbar sind gegen die tendenzfreie Auswahl von Zeitungen aller Richtungen zum Auslegen in den Lesehallen. Dr. Förster-Zürich berichtet über den Internationalen ethischen Bund, in welchem Amerika, England, Italien, Oesterreich, die Schweiz und Deutschland vertreten sind, letzteres Land durch Geheimrat Förster-Berlin und Dr. Pfungst-Frankfurr a. M. Hieran schlossen sich Berichte der Delegierten, welche eingehend besprochen wurden Aus der Fülle der Debatten ist der Antrag Tönnies-Hamburg hervorzuheben, der sich dafür aussprach, den Namen „Verein für Sozial« eihik" an Stelle des seitherigen zu setzen Dagegen wurde geltend gemacht, daß die Sozialethik nur ein Zweig der Bestrebungen der Gesellschaft sei und daß der Name bereits zu solcher Autorität gelangt sei, daß man nicht mehr an ihm rütteln dürfe. Die Stellung der Gesellschaft zu Kirche und Schule wurde in höchst interessanten Debatten behandelt, an denen sich sämtliche Delegierten beteiligten, desgleichen fand die Frage, in welcher Weise die Propaganda intensiver betrieben werden könne, eingehende Behandlung. Es wurde darauf hingewiesen, wie bedeutsam die Wanderredner-Thätigkeit sei und daß mehr Mittel beschafft werden müßten, um sie zu fördern. Speziell wurde anerkannt, daß die Zeitschrift „Ethische Kultur" ungemein viel zur Förderung der ethischen Ideen geleistet habe und es wurde den Abteilungen dringend empfohlen, das Blatt überall zu verbreiten. Die Neuwahl des Hauptvorstandes ergab folgende Zusammenstellung : Professor Döring-Berlin 1. Vorsitzender, Justizrat Stern-Berlin 2. Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr Rothe- Berlin i. Schriftführer, Bildhauer Rheinhold-Berlin 2. Schriftführer, Jasfö-Berlin Kassenführer und die Herren Geheimrat Kristaller-Berlin, Frau Stritt-Drcsden, Landtagsabgeordneter Sänger Frankfurt a. M., Fräulein Nacken-Wiesbaden, Dr. Bieber-Berlin, Professor Tönnies-Hamburg, Lehrer Tews-Berlin. Rechtsanwalt Marcuse-Breslau, Verlagsbuch- händler Stegmayr.München und Redakteur Dr. Kronenberg Berlin als Beisitzer. Die Wahl des Ortes für ben nächsten Gesellschaftstag wurde dem Hauptvorstand anheimgestellt. Mit dem Danke an den Vorsitzenden und die Abteilung Wiesbaden wurde der Gesellschaftstag am Montag abend geschlossen. Berlin, 24. Oktober. Das Berliner Philharmonische Orchester wird, wie nun endgültig beschloffen ist, zur Eröffnung der Pariser Weltausstellung nach Paris gehen, um dort eine Reihe großer Konzerte zu veranstalten. + Münzauktion zu München. Am 13. November 1899 und folgende Tage kommt unter Leitung des Experten Otto Helbing in München die berühmte Münzsammlung des fei. H.rrn Joseph Lindner in Linz zur Versteigerung. Dieselbe enthält: 1. Eine prächtige Spezial sammlung von Münzen und Medaillen des Erzstiftes Salzburg und dessen Suffraganate. 2. Münzen und Medaillen verschiedener Länder des Mittelalters und der Neuzeit, darunter hervorragende Serien von Geprägen des Römisch-Deutschen RUches, Oesterreichs rc., sowie eine Anzahl numismatischer Bücher. Katalog ohne Tafeln gratis. Illustrierter Katalog mit 10 Tafeln (79 Nummern) Abbildungen k Mk. 5.— zu beziehen durch den Experten Otto Helbing in München, Maximiliau- stcaße 32 I I. Der »Doktor-Ingenieur* wird zwar in den nächstbeteil'gten Kreisen freudig ausgenommen, die Männer der Praxis aber läßt er kühl bis ans Herz hinan. So versichert der Direktor einer der größten Fabrik-Gesellschaften in Deutschland, daß man in den Kreisen der Industrie dem neuen Titel keine sonderliche Bedeutung beilege: Ganz abgesehen von der sprachlichen Merkwürdigkeit — von Rechts wegen müßte es doch wohl Doktor des Jngenieurwesens heißen — ist ein Titel für unö Industrielle durchaus gleichgiltig, bei uns entscheidet einzig und allein das Können, die Leistung. Bei den Universitäten mögen die Doktor-Prädikate einen Sinn haben, sie erklären sich hier aus der Tradition und geschichtlichen Entwickelung — bei den jungen Technischen Hochschulen entsprechen sie nicht dem modernen Zuge der Technik. Wir legen keinen Wert darauf, wo ein Ingenieur seine fachmännische Ausbildung erhalten, ob er auf der Hochschule studiert oder hospitiert, oder ob er nur das Technikum in Mittelweida besucht hat, ja wir nehmen besonders gern Männer, die etwa vor 10—15 Jahren noch an der Drehbank gestanden und sich durch eigene Kraft emporgearbeitet haben. In unserm Betriebe ist kein einziger Diplom-Ingenieur, und so viel ich weiß, auch nicht bei Krupp. Auch die beiden Männer, welche Führer waren in der Deutschen Technik, denen man vor der Hochschule ein Denkmal gesetzt hat, waren nicht Diplom-Ingenieure und haben keine Hochschule besucht Werner Siemens war Artillerie-Offizier — von größtem Nutzen wurde ihm sein späterer Socius, der „Mechaniker- Halske — und Alfred Krupp Übernahm mit 14 Jahren die bescheidene Fabrik seines Vaters, die er zu ungeahnter Blüte brachte. Wie gesagt, wir geben nichts auf den neuen Titel; höchstens wird mal öfter ein praktischer Meister sagen: Was hat der Ingenieur da wieder — zu- sammengedoklertl Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 42. Woche. Vom 15. bis 21. Oktober 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 29,72, nach Abzug der Ortsfremden 12,730/w. Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Lungenschwindsucht 3 (2) 2 (1) 1 (1) — Tuberkulose d. Knochen 1 (1) 1 (1) — — Diphtheritis 2 (2) — — 2 (5) Gehirnleiden 1 1 — — Nierenentzündung 2 (1) 2 (l) — Gallensteinen 1 (1) 1 (1) — — Ovarialcyste 1 (1) 1 (1) — — Diarrhöe 1 — 1 —— Lebensschwäche 1 — 1 — Ertrinken 1 1 — — Summa: 14 (8) 9 (5) 3 (1) 2 (2) Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Limburg n am besten und billigsten und unter reeller Garantie bei loh. Fr. Schaaf, 7262 44 Wetzsteiustraße 44 In kürzester Zeit verschwinden alle Unreinlichkeiten der Haut, als: Flechten, rote Flecke, Hautausschläge re. durch den täglichen Gebrauch von: t842 Theerschwefel Seife von Bergmann & Co., Radebeul Dresden. äSl.bOPfg.bei Emil Bender, Markt 18. Trauerkleider Blusen und Röcke 6615 stets grosser Vorrat bei: Aug. Montanus Nachfl., Inh. R. & M. Imheuser, Giessen, Marktplatz 9—10. Fritz Schulz jnn., Leipzig. Beste Küchen-, Scheuer- und Händewasch-Seife der Welt ist in Stücken ä IO H von Stück 30 Pfg«, empfi-hlt 7356 Otto Schaaf. Anfang 8 Uhr. Gute Verpflegung, strenge Aussicht, Nachhilfe. 688b Prospekte durch J. Damm, Rektor. hierzu empfiehlt Jöder lesen! 6686 Ende 10’/2 Uhr. Emil Morst, Gießen, Zementwaren- und Kunststein-Fabrik. Gesunde, sie e Lage, schöne Schlafzimmer, Badezimmer, 2 große Spielplätze, Park- elektrisches Licht rc. rc. — Aufnahmsalter 10 bis 16 Jahre. (Gesetzlich geschützt) Nur Z Mar! per Pfund. Wcltbcnlhinle Spczlallilt crjlcn NonqcS 1 Ucber- trlfft an dauerndcrFgllkraft,Weichheit u.Hnir- Baby-Seife die mildeste Kleiutiuderseise der Welt, Neal- und Handelsschule (Pensionat) in Marktbreit a. Main. Die Reifezeugniffe berechtigen itttn einjährig»freiwilligen Dienste. •er Weltberühmt! -ws Polardannen CoBcesgries, welcher fich beim Zerkleinern und Durchsieben der Garcokes ergiebt und- insbesondere zum Beimischen mit anderem Heizmaterial benutzt werden kann- wird zum Preise von 50 Pfg. für den Ceutuer, jedoch eur b-i gleichzeitiger Abnahme von mindestens 10 Ceutueru bis auf weiteres abgegeben vom 7164 Städtische« Gas- snd Wasserwerk Gikßku Dachfalzziegel in vorzüglicher Ware, liefert billigst Rillotc in ^er Musikalienhandlung Ernst Challier, sowie abends an der Kasse: Loge Mk. 4.—, Sperrsitz Mk. 3.50 (drei letzte Reihen Mk. 2 26), Studenten karten Mk. 1.—, Schülerkarten 40 Pfg., Gallerte 60 Pfg. Für Mitglieder (nur im Vorverkauf) bei weiterem Bedarf: Loge Mk. 8 50, Sperrsitz 3 Mk. resp. 2 Mk. Die Abonnementskarten sind bei Herrn Challier abzuholenp eine Zusendung findet ausnahmslos nicht statt. Raupenleim, bester Qualität, empfiehlt 7599 Drogerie zum roten Kreuz, Bahnhofstraße 51. Sch^enu^^'\ B %eseitiot ! I1 kurzester^i< Kopfhaut. M/eit befördert den L Haarv/uchs selbst kahlen Stellen^ S S?Geheim-cd Heilmillel Qrifr'nalflaschrn.ä75 u 50 R^erhaliiich Ang. Noll, Drogerie zum roten Kreuz, Bahnhofstrasse 51. IlaterrM für Herren finden Sie in grösster Auswahl und bestbewährten Qualitäten bei: Aug. Montanus Nachfl., Inh. R. &, M. Imheuser, 6649 Gi essen, Marktplatz 9—10. Brumataleim Pergarnentpapierstreifen und Bindfaden Theater-Verein. Erste Vorstellung Freitag den 27. Oktober 1899, im Stadttheater». Ausgeführt von den Mitgliedern des Stadttheaters unter Mitwirkung von Adalbert Matkowsky, Königlich Preussischer Hof-Schauspieler aus Berlin. Das Leben ein Traum. Dramatisches Gedicht in 5 Akten von Calderon de la Barca. Nach dem Spanischen von C. A. West. 7544 7467 Otto Schaaf. Streng reell! s IM 9 total Scheuerin darf nirgends fehlen! MWilimgen Permietnngen (Mene Stellen ?»n verkaufen