unseren ihr) 5. * 6155 J IIIHHI 911119. ichen Nachbarschaft die iZerkstätte bei meinet 23 fluufl von tfrpttt, inschlagenden Arbeiten «28.I* inng. • h die wohlbekannte ® pper J m O xpezereigeschast G rb mein Bestreben tz >r Weise bestens zu L sprach erh-ü^- - lenitlitjH). Z achtend 9 «»>*• W Nr. 201 KweiteS Blatt Sonntag dm 27. August 18»» Keßener Anzeiger Hmerat-Mnzeiger Aints- und Anzeigeblutt für den Ureb Giefzen Air Lnzeigen.vermittlimgßfteSea kl I«- tmfr Äutlenb* «ehmen Anreizen für den Gießen« Anzeig« entgas« IlefreftUn, tpefrition und Druck«ei: I4«lßr«t- Mr. 7. Neubildung des preußischen Ministeriums bezw. der Auflösung des Abgeordnetenhauses entgegensah, hat vollständig nachgelassen. Wir haben an dieser Stelle die Ereignisse der letzten Tage sorgfältig registriert und auch dargethan, daß man in politischen Kreisen den Zusammenbruch deS Kabinetts als unmittelbar bevorstehend betrachtete und nur noch den Verlauf des unter Vorsitz des Kaisers abgehaltenen Kronrats abwarten zu müssen glaubte, um eine gewaltsame Lösung der Krisis eintreten zu sehen. Aber an maßgebendster Stelle scheint man jede Ueberhastung vermeiden zu wollen und behufs gründlicher Beseitigung der Schwierigkeiten dem Grundsätze zu huldigen: „Gut Ding will Weil' haben." Soweit über den Verlauf des Kronrats überhaupt etwas in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, darf man annehmen, daß eine Entscheidung nach der einen oder der anderen Richtung hin noch nicht gefällt worden ist, und, wenn die umlaufenden Gerüchte auf Wahrheit beruhen, so soll eine scharfe Zuspitzung der Lage ganz umgangen und eine Lösung nach Miquel'schem Rezepte angestrebt werden. Der Vorschlag des preußischen Finanzministers geht nämlich angeblich dahin, den Landtag jetzt zu schließen und ihn nach einigen Monaten wieder einzuberufen. Die Kanalvorlage wird dann sofort eingebracht, aber durch eine Reihe von Kompensationen für etwa benachteiligte Landesteile für die bisherige Opposition mundgerechter gemacht. Sollte auch dann das Resultat der Beratung eine Ablehnung der Vorlage sein, so würde ohne jeden Verzug das Abgeordnetenhaus aufgelöst werden. Wir zweifeln nicht daran, daß diese Art Lösung der Krisis manche Anhänger finden wird, ob sie aber wirklich eintritt, muß die Zeit lehren. Die neueren Meldungen besagen auch, daß Herr von Miquel neuen Lebensmut zeigt und von Amtsmüdigkeit bei ihm keine Rede sein kann. Richtig ist ja, daß für den Fall des Fortbestehens des jetzigen Ministeriums auch Minister von Miquel seinen Posten beibehalten wird, denn sobald dieser geistige Leiter des Kabinetts zurücktritt, würde auch ein ■ *ueN*c Injetgen zu fr« n«4*rittogl für free jetfenfrea teg «scheinenden Nummer Hl »arm. 16 Uhr. Ntt»g«prei- oikrtkljäbrlich 2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pfg mit Brmgerlohe 8ei Postbezug Ü Mart 50 P^ ^ertkljährlich. Gratisbeilagen: Gießener ZamilienblSttrr, Der hessische Landwirt, Mütter fftr hessische Volkskunde.__________________ Votitische Wochenschau. Das gesamte Interesse konzentrierte sich im Laufe der letzten Woche auf die Entwickelung der innerpolitischen Situation in Preußen. Wie wir schon gestern ausgeführt haben, dürfte vorläufig alles beim alten bleiben, indem den Konservativen die Opposition gegen die Kanalvorlage in der Erwartung verziehen wird, daß sie bei neuerlicher Einbringung des Gesetzentwurfs mit sich mit reden lassen werden, falls die Regierung einige Kompensationsvorschläge macht. Ob diese Annahme begründet ist, läßt sich heute noch nicht sagen, jedenfalls haben aber auch die Konservativen ein Jnterefie daran, den Bogen nicht allzu straff zu spannen und der Regierung entgegenzukommen. Im übrigen wollen wir die weitere Entwickelung abwarten und erst dann in eine erneute Erörterung eingehen, falls über den Stand der Dinge amtliche Mitteilungen gemacht werden. Von den Ereignissen im Auslande interessieren besonders die Vorgänge in Paris, wo es bekanntlich zu recht bedenklichen Straßentumulten gekommen ist, bei denen eine große Anzahl Verwundungen stattfand. Die französischen Machthaber sollten die Lage nicht zu leicht nehmen; denn die Geschichte und die Erfahrung lehren, daß die heutige Situation die Befürchtung rechtfertigt, daß es über kurz oder lang zu einer ernsteren Auflehnung gegen die Staatsordnung, wenn nicht gar zu einer Umwälzung der Regierungsform kommen wird. Die Milde, welche Waldeck-Rousseau gegenüber dem berüchtigten Gusrin übt, läßt sich menschlich wohl erklären; ob es aber staatsklug ist, den Massen zu zeigen, wie man ungestraft die Regierung verhöhnen kann, ist sehr zweifelhaft. Es wirft kein gutes Licht auf die Franzosen, daß sie der Belagerung der „Festung Gusrin" mehr Jnterefie entgegenbringen, als dem so ernsten Dreyfus- Prozeß. Dieser hat durch den Wiedereintritt Laboris in die Verteidigung eine Belebung erfahren, die dem Fortgang nur nützlich sein kann. Wann die Verhandlungen in Rennes Reisenden liegenden Station gebraucht werden könnten; da kann es dann geschehen, daß nicht alle Reisenden gleichzeitig von der neuen Station weiter fortkommen; es ist deshalb ratsam, in nicht allzu großer Gesellschaft zu reisen. Die Stationen sind meist einfache Bauernhöfe und werden um so einfacher, je mehr man nach Osten und Norden kommt. Ich hatte auf dem Wege vom Jmatra bis nach Willmanstrand Glück und brauchte auf keiner der beiden Stationen, die ich zu passieren hatte, sitzen zu bleiben. Der Weg führte durch eine hübsche hügelige und waldige Gegend; sehr bald sah man durch die Bäume die blauen Wasser des Saima-Sees glänzen, und wenn der Wald an der rechten Seite der Straße lichter wurde, sich in dichtes, niedriges Gebüsch verwandelte, so daß man vom hohen Kariol aus darüber hinwegsehen konnte, oder aber ganz aufhörte, so vermochte das Auge ein großes Stück des Saima-Sees und im Hintergründe dunkle, waldbekränzte Inseln zu erblicken — ein prächtiges landschaftliches Panorama. Als wir uns Lauritsala näherten, wurde der Ausblick auf den Saima-See weiter und freier, und ich gewahrte einen stattlichen Dampfer, der schnell auf die Landungsbrücke von Lauritsala zufuhr; er war dicht besetzt mit Reisenden, die von Norden kamen und hier landen wollten, um von der Poststation Lauritsala auf dem kürzesten Wege zum Jmatra zu fahren, während der Dampfer wiederum die vom Jmatra oder direkt auf den Saima-Kanal-Dampfern anlangenden Reisenden aufnahm, um sie durch die Bucht von Willmanstrand nach diesem Hafenorte zu bringen, — vorausgesetzt natürlich, daß dieser Dampfer in Lauritsala nur anlegte und nicht dazu bestimmt war, den Kanal t)inab nach Wyborg zu fahren; denn auf dem Kanal verkehren nicht nur spezielle Kanaldampfer, sondern jeglicher Art Schiffe, die den Verkehr zwischen Wyborg und den am Saima-See belegenen Ortschaften vermitteln. Ich hatte mir vorgenommen, auch den Weg von Lauritsala bis Willmanstrand zu Land zurückzulegen, und fuhr deshalb auf einer, zu einer Brücke umgewandelten Schleuse über den Kanal und weiter in den frischen grünen Wald hinein. Nach etwa zweistündiger Fahrt, wobei .der Weg bald aus dem Walde hervortrat, bald sich wieder im Walde verlor, bald wieder sich dem Waffer näherte, und so dem Auge eine anmutige Abwechselung bot, gelangten wir am Spätnachmittage nach Willmanstrand, gerade noch zeitig chrfchetet UßNch mit luSnefrme frei Rentegl. •k Gießener »erfreu frem Anzeiger »frcheutttch Diermel freigelegt genug, um bas altertümliche Städtchen zu betrachten und den um y29 Uhr abends in den Saima-See abfahrenden Dampfer „Elias Lönnrott" zu erreichen. Auf der soeben zurückgelegten Tour durchs Land hatte ich Gelegenheit genommen, ein ostfinnisches Bauernhaus und seine Bewohner genauer kennen zu lernen. Im Osten und Nordosten des Landes lebt der finnische Volksstamm der Karelen, der sich in seinem Charakter mehr, als in seiner Lebensart, von dem Westfinnland bevölkernden Stamme der Tawasten unterscheidet. Diese letzteren sind meist brünett oder doch mindestens dunkelblond, verschlossen, mürrisch und heimtückisch; sie tragen die Merkmale, die alle unkultivierten Völkerschaften tragen, die frühzeitig unter fremde Herrschaft, hier der Schweden, geraten sind und ein langes Leben der Unterdrückten und Vergewaltigten hinter sich haben; Lied und Sage sind bei ihnen fast ganz geschwunden; es ist, als könnten sie noch nicht recht begreifen, daß sie nun schon längst freie Leute seien, und als ob sie jedermann und sich selbst mißtrauten. . Ganz anders die Karelen: sie sind blond, helläugig, arbeitsam, meist gelassen, unter Umständen aber auch leidenschaftlich aufbrausend, trotz ihrer Armut des Lebens froh, voller Sinn und Hingebung für die Traditionen ihrer Vorzeit und die Dichtung ihres Volkes. Für Musik haben sie wenig Verständnis, dagegen gibt es kaum ein Dorf, in dem nicht „Runen"-Sänger oder Improvisatoren zu Hause und allgemein beliebt und verehrt sind. An den Feiertagabenden sammeln sich meist die Bewohner der Dörfer und der einzelstehenden Bauernhöfe aus der Umgegend auf dem Spielplätze am Waldessaume, und der Improvisator trägt ihnen alliterierende Gesänge vor und erzählt ihnen von der Helden der Vorzeit oder ruft ihnen Scherzreime zu und fordert die Zuhörer zu Entgegnungen heraus. Da fliegt oft manch' treffendes Wort, mancher gute Gedanke und mancher scharfe Witz in sinnigen Reimen oder in gewandten Alliterationen herüber und hinüber, und auch die Weiber und Mädchen haben ihre Freude daran und nehmen an diesen Scherzwortspielen Teil. . . Hier in Karelien befindet sich die Quelle, aus der Elias Lönnrott, der Liedersammler der Finnen, die zahllosen gedankentiefen Runen und den Stoff und die Verse des Nationalepos „Kalewala" geschöpft hat. Und Haupt- sächlich von Karelien aus haben sich das sichere National- qefühl und die innige Liebe zur Heimat tm ganzen Lande verbreitet, die dem Besucher des Landes immer und immer Feuilleton. Aas „Fand der tausend Seen". Reise-Erinnerungen von Erwin Bauer. (Nachdruck verboten.) IV. Durch Karelien zum Saima-See. Eine Kariol-Fahrt durchs Land. — Finuläudisches Postweseu. — Lauritsala. — Das ostfinnifche Bauernhaus. — Die Karelen. — Elias Lönnrott und das Nationalepos „Kalewala". Die finnischen Bauern. — Ein charakteristisches Erlebnis. — Willmanstrand. — Auf dem „Elias Lonnrott". Vom Jmatra-Wafferfalle aus beschloß ich nach Willmanstrand zu fahren, um von dort aus eine Fahrt auf dem Saima-See nach Norden zu unternehmen. Der Landweg führt über Lauritsala, den Endpunkt des Saima-Kanals, an dem dieser in den Saima-See eintritt, immer die Küste des Sees entlang nach dem südlichsten Punkte an demselben, eben dem Städtchen Willmanstrand. Die Fahrt macht man in einem sogenannten Kariol, einem primitiven zwei- rädrigeu. ziemlich hohen Gefährte auf dem kaum zwei Menschen Platz haben. Das finnische Pferdchen lauft sozusagen unter den Füßen des Fahrgastes zwischen zwei kurzen Fehmerstangen, während der finnische Bauernbursche, der den Postillon spielt, vor den Füßen des Reisenden auf dem Ende der rechten Fehmerstange hockt. Der Sitz war trotz dem über ihn gelegten Strohsacke hart, aber der Weg fo qlatt, daß fich's immerhin ganz bequem fuhr, zumal das Pferdchen ungemein rasch lief, weil die Straße meist bergab führte und die Einrichtung des Bremsens in Finnland unbekannt ist. Wenn drei oder mehr Reisende gleichzeitig den Weg durchs Land machen, so werden ihnen auf der Poststation am Jmatra mehrere Kariols zur Verfügung gestellt, ;e eines für zwei Reisende, die nebeneinander oder noch besser Rücken an Rücken sitzen können, und es kommt oft vor, daß eine ganze Karawane von 5 bis 10 Kariols durchs Land zieht. Die Fahrt geht von einer Station bis zur andern, d. h. etwa 20 bis 25 Kilometer, dann werden die Pferde gewechselt, und die Bauernburschen, die die Karw s geleitet, reiten vergnügt zurück, nachdem sie das Trinkgeld schmunzelnd eingesteckt haben. Oftmals müssen auch die Kariols gewechselt werden, weil sie auf der hinter den | ii, ... ■ ' ..■■nun Ifrreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. ihr Ende erreichen werden, ist auch heute noch nicht abzusehen. Fortgesetzte Beachtung verdienen die Dinge in Oesterreich. Wenn die dortige Regierung glaubte, mit der Anwendung des berüchtigten § 14 eine Lösung der Schwierigkeiten gefunden zu haben, so muffen ihr die Ereignisse, insbesondere wieder die Vorgänge in Graslitz, gezeigt haben, auf welchen gefahrvollen Bahnen sie wandelt. Die Lage wird nicht besser, sondern im Gegenteil immer schwieriger, und eine Katastrophe erscheint unausbleiblich. Man muß annehmen, daß die Negierung in Wien mit Blindheit geschlagen ist oder nicht sehen will. Auch in letzter Woche war wieder von einer Monarchenzusammenkunft die Rede, welche angeblich in der Residenz des Königs von Dänemark stattfinden soll. Den Anlaß zu diesem Gerücht giebt die bevorstehende Reise des Kaisers zu den Jagden in Schweden; ob aber diese Gelegenheit zu einer Entrevue mit dem Zaren benutzt werden wird, erscheint doch recht fraglich, das ließe sich viel bequemer machen bei der Anwesenheit des Zaren in Wiesbaden. Also wir wollen das obige Gerücht nur registrieren, ohne an die Richtigkeit desselben zu glauben. Nicht ohne Besorgnis blickt man in allen Kreisen auf den Pest Herd, welcher sich in Portugal und in Rußland gebildet hat; aber wir vertrauen unserer Regierung, daß sie nichts versäumen wird, eine Einschleppung der Seuche in Deutschland unter allen Umständen zu verhindern. Auf die bis jetzt betroffenen Staaten ist kein rechter Verlaß bezüglich der zu treffenden Vorsichtsmaßregeln; deshalb ist nm so größere Aufmerksamkeit am Platze, um uns vor den Schrecken der Pest zu bewahren.________________xx Die Krisis. Soll wirklich die ganze Erregung über die innerpolitische Lage einem Sturm im Glase Waffer gleich gewesen sein? Fast scheint es so, denn der Eifer, mit welchem man der Systemwechsel notwendig sein, auf den die übrigen Minister nicht zugeschnitten sind. Aber wir beharren trotz aller gegenteiligen Meldungen bei unserer Ansicht, daß die Tage Miquels gezählt sind, ob ihm auch noch eine kleine Frist beschieden werden wird, ebenso erscheint es uns undenkbar, daß die ganze Krisis sich in Wohlgefallen auflösen oder aber erst noch mehrere Monate abgewartet werden sollten, bis eine endgiltige Entscheidung gefällt wird. Die Zeit wird lehren, ob wir Recht haben! (xx) Prozeß Dreyfus. Rennes, 25. August. Die Sitzung des Kriegsgerichts begann heute um 6 Uhr 35 Min. Zunächst verliest der Gerichtsschreiber das Bulletin über den Gesundheitszustand Dupaty de Clams, welches von zwei Aerzten verfaßt ist. In demselben wird die Reise nach Rennes als unmöglich bezeichnet. Verteidiger Labori verlangt, daß zwei weitere Aerzte über das Befinden Dupatys ein Urteil angeben. Vorsitzender Jouaust erklärt dies für überflüssig. Es beginnt alsdann das Verhör des englischen Journalisten Stron, welcher über seine Unterredung mit Esterhazy im Oktober 1896 Bericht erstattet. Die Unterredung fand zu einer Zeit statt, in welcher Esterhazy sich noch nicht als der Urheber des Bordereaus bekannt hatte. Esterhazy habe ihm, dem Zeugen, erklärt, der französische Generalstab besitze 100000 Dokumente, welche zur lieber* führung des Dreyfus dienen könnten. Zeuge führt weiter über seine Zusammenkunft mit Esterhazy in Paris und London aus und berichtet ferner über Esterhazys Unterhandlungen mit dem Direktor des Observer. Letzterer habe gegen eine Zahlung von 500000 Pfund Sterling wichtige Dokumente von Esterhazy zu erlangen gesucht. Esterhazy habe später einmal einem Zeugen gegenüber erklärt, daß er das Bordereau verfaßt habe, daß aber Dreyfus der Verräter sei und auch Dreyfus die im Bordereau erwähnten Schriftstücke an die deutsche Regierung geliefert habe. Es folgt die Verlesung der Aussage des Leutnants Weyl vor dem Kassationshof. Der Brief handelt von den Beziehungen des Leutnants Weyl zu Esterhazy im Jahre 1877/78. Schon damals sei Esterhazy schlecht beleumundet gewesen. Er habe überall Geldanleihen gemacht. Die Annahme des Leutnants Weyl geht dahin, daß Esterhazy der Urheber des Bordereaus und auch der Verräter sei, daß Dreyfus unschuldig und nur deshalb verurteilt wurde, weil er Jude sei. Nach Verlesung dieses Berichtes erfolgt die Aussage eines früheren Sekretärs im Kriegsministerium, welcher berichtet, Dreyfus gesehen zu haben, als er eine Liste der Einschiffungspunkte studierte. Dreyfus erhebt sich und bestätigt, diese Liste genommen zu haben, aber auf Befehl eines Vorgesetzten. Hierauf folgt das Verhör des Schriftkundigen Gobert. Derselbe war 1894 mit der Untersuchung der Schrift des Bordereaus betraut. Er wiederholt seine damaligen Zweifel über die Aehnlichkeit der Schrift Dreyfus mit der des Bordereaus. Dann erzählt Zeuge Gobert, wie er den General Gonse zur Vorsicht gemahnt und wie er eine Haussuchung bei Dreyfus angeregt habe, um die Federn und Tinte Dreyfus beschlagnahmen zu lassen. Zeuge bemerkt, man habe ihn gezwungen, die Prüfung des Bordereaus zu beschleunigen, weil die Generale Mercier und Boisdeffre eine Dienstreise antreten wollten. Um das Bordereau technisch erörtern zu wieder entgegentreten und den Finnländer so sympathisch erscheinen lassen. Die finnischen Bauern sind äußerst bedürfnislos, aber ihre Armut hat sie nicht im Schmutze versinken lassen. Das Bauernhaus, äußerlich ein rohes Blockhaus und im Osten, wenn überhaupt, fast durchweg rotbraun angestrichen, ist im innern reinlich, peinlich reinlich, und die Einrichtung, die auf die Lebensführung der Bewohner so einfach wie möglich zugeschnitten ist, ist praktisch und nett. Ueberall herrscht das Holz vor, aus dem die meisten Gebrauchsgegenstände angefertigt sind. Alles blitzt und glänzt, als würde es täglich mehrmals gescheuert, und die einfache Nahrung, die in Brot und Milch, Fischen, Käse, Schinken und Eiern besteht, wird in jeder Hütte dem Hungrigen so appetitlich dargereicht und so billig berechnet, daß man mit Vergnügen zugreift. Der Finne treibt den Ackerbau nur spärlich, fischt und jagt und sammelt im Walde, was ihm die Natur darbietet. Haustiere besitzt er nur wenige, und die Milch, die er außerordentlich gern trinkt, bezieht er lieber vom schwedischen Gutsbesitzer, als daß er sich eine eigene Kuh hält; ein Pferdchen aber findet sich fast in jeder Hütte, und wird willig gegen ein geringes Entgelt dem Posthalter, der ja selbst meist nur ein Bauernwirt ist, zur Verfügung gestellt. Das Land, das dem Reisenden eine solche Fülle prächtiger Naturschönheiten bietet, ist dürftig und trägt von sich aus wenig zum Lebensunterhalte der Bewohner bei; deshalb sind diese letzteren auch einfach und bedürfnislos, aber es ift nicht zu verkennen, daß die Lebensgewohnheiten, und namentlich die Reinlichkeit der Schweden einen starken erzieherischen Einfluß auf die Finnen ausgeübt haben. Auch das Ehrgefühl der Finnen ist durch das schwedische Beispiel geweckt und erzogen worden, und der finnische Bauer giebt in dieser Richtung dem freiheitlich gesinnten schwedischen Bauern nichts nach. Ich selbst habe auf der Fahrt nach Lauritsala ein ungemein charakteristisches Erlebnis gehabt, das deutlich zeigt, wie gesund die Denkweise der gemeinen Finnen ist. Da der Bauernbursche, der auf meinem Kariol als Postillon hockte, anfangs allzu langsam fuhr, nahm ich ihm die Leinen weg, um selbst zu kutschieren. Hierüber ergrimmt, erlaubte sich der kaum zwölfjährige Bengel, nicht nur mir einige Schimpfworte zuzurufen, sondern auch das Tier durch unartikulierte Laute zu langsamer Gangart zu ver- können, wird dasselbe dem Zeugen Gobert durch den dienst- thuenden Unteroffizier überreicht. Es ist in einen gelbpappenen Aktendeckel eingeklebt. Der Verteidiger Demange ersucht Gobert, näher zu begründen, warum das Bordereau von Esterhazy sei. Gobert erklärt lang und breit seine technischen Unterlagen. Die Mitglieder des Kriegsgerichts hören mit großer Aufmerksamkeit zu. Ein Richter fragt, ist es möglich, daß die Handschrift des Bordereaus verstellt ist? Gobert antwortet: Nein, es ist die natürliche Handschrift. General Gonse bittet ums Wort. Er nimmt Bezug auf eine Aeußerung des Zeugen Gobert, wonach dieser seinerzeit aus der Rangliste den Namen Dreyfus ersehen haben will. Er habe damals mit dem Begleitschreiben das Personen-Beschreibungsblatt des Angeklagten erhalten, wo nur der Name fehlte. Mit Hilfe der anderen Angaben habe er aber auf der Rangliste den Namen Dreyfus gefunden. General Gonse behauptet, diese Angabe des Zeugen Gobert sei falsch. Gobert erwidert, es sei die absolute vollständige Wahrheit. General Gonse spricht seine Meinung dahin aus, Gobert könnte den Namen Dreyfus durch die Banque de France erfahren haben, mit welcher Dreyfus in Verbindung gestanden habe. Gobert protestiert entschieden gegen diese Behauptung. Er wiederholt, daß er alle Angaben in der Rangliste gefunden habe. Man könne sie ja herbeischaffen. Dreyfus führt aus, General Gonse habe soeben behauptet, er habe mit der Banque de France in Verbindung gestanden. Er, Dreyfus erkläre mit absoluter Bestimmtheit, daß er mit der Banque be France niemals in Verbindung gestanden habe. Er bitte, eine Enquete einzuleiten, um die Unwahrheit dieser Beschuldigung nachzuweisen. Es wird nunmehr der Schriftkundige Bertillon gerufen. Derselbe bittet, sein Material hereinbringen zu dürfen. Der Präsident nickt. Vier kräftige Männer schleppen nun unter größter Anstrengung Berge von Mappen und Aktenstücken herein, unter der größten Heiterkeit, in die auch die Richter einstimmen. Bertillon öffnet die ersten Mappen und bemerkt, die mündliche Darstellung seiner Theorie sei nur für eine sehr geringe Anzahl von Personen verständlich. Er bitte daher, Photographieen und anderes Material vorlegen zu dürfen. Der Präsident nickt neuestens. Bertillon sucht nun zu erklären, daß das Bordereau ein Schlüsselwort habe, nämlich das SBort: „IntSrät“ und daß man mit Hilfe dieses Schlüssels die Worte des Bordereaus in andere Worte verwandeln und so den geheimen Sinn herausfinden könne. Er hält ein metergroßes Schema in der Hand und überreicht jedem Richter eine kleinere Nachbildung davon. Stundenlang spricht Bertillon, von Zeit zu Zeit mit wütender Heftigkeit, immer dunkler, unverständlicher, je länger er redet. Man sieht den Richtern an, daß sie kein Wort davon verstehen. Plötzlich breitet Bertillon einen großen Plan aus, auf dem er mit Hilfe eines durchsichtigen Linienblattes irgend etwas zu beweisen sucht. Die Richter und Ersatzrichter begeben sich an den Tisch und bilden um Bertillon eine Gruppe. Auch Labori und Demange treten hinzu. Die Richter bemühen sich, das Lachen zu verbergen. Um 10 Uhr tritt eine Pause ein. Nach Beendigung derselben erklärt Bertillon, nun nach seinem System die Schrift des Bordereaus genau Herstellen zu wollen. Nach 10 Minuten überreicht Bertillon seinen Opus. Die Richter und Verteidiger bilden anlassen. Er glaubte offenbar, daß ich sein Finnisch nicht verstehen würde. Aber merkwürdigerweise haben sich die Schimpfworte im Ehstnisch>n und Finnischen ganz besonders rein und unverfälscht aus dem gemeinsamen Sprachstamme erhalten. Ich verstand den Burschen also nur allzu gut und rief ihm heftig auf ehstnisch „pea lorri!“ zu, was auf deutsch genau dasselbe ist, wie unser urkräftiges „Halts Maul!" Statt daß mein kleiner Postillon nun bestürzt schwieg, fing er erst recht an, mir einen langen, hitzigen Sermon zu halten, wobei die leidenschaftlichen Worte nur so hervorsprudelten. Ich verstand von all seinem Gerede nur soviel, daß er mir in beleidigendster Weise klar zu machen suchte, ich hätte gegen Gesetz und Herkommen gefrevelt, als ich es wagte, ihm die Leinen gewaltsam abzunehmen und das Pferdchen selbst zu lenken. Ich ärgerte mich über die Dreistigkeit des Finnenjungen und ließ mich leider dazu hinreißen, ihm mit dem Ende der Leinen einen ziemlich berben Schlag über die Schultern zu versetzen. Wie ein Blitz fuhr die linke Hand des Burschen unter den Kittel hinten nach dem Ledergurte, in der Hand blitzte das scharfe, kleine finnische Messer, die Augen schossen wütende Blicke, und er hätte unfehlbar einen Stoß nach mir geführt, wenn ihm dies in seiner Lage — er saß um die halbe Höhe des Kariols tiefer vor mir auf der rechten Fehmerstange und mußte bei jeder hastigen Wendung nach mir empor das Gleichgewicht verlieren und herunterpurzeln — möglich ge» wesen wäre. So steckte er mit einem bitterbösen Blick auf mich das Messer wieder in den Gurt, preßte die Lippen trotzig zusammen, wandte mir vollends den Rücken zu und versank in ein stummes Brüten. Mein Aerger über den dreisten Jungen verflog bald, der Zwischenfall begann mich zu amüsieren, das Helle Gezwitscher der Vögel und die sonnendurchglänzte Landschaft thaten das Ihrige, um mich wieder frohgemut zu stimmen, und ich beschloß, mich mit meinem Rosselenker wieder zu versöhnen. Ich gab ihm zunächst die Leinen wieder zurück, die er stumm und hastig an sich riß; dann versuchte ich ein Gespräch mit ihm anzuknüpfen, aber ich erhielt keine Antwort: der Bengel pfiff seinem Pferde allerhand Mitteilungen zu, die dieses mit freundlich gespitzten Ohren entgegennahm, und behandelte mich so, als ob ich die reinste finnische Luft wäre. War das kindischer Trotz oder gekränktes Ehrgefühl? Diese Frage interessierte mich. Bald von neuem eine Gruppe um Bertillon und betrachten das von ihm hergestellte Schriftstück. Gegen 11 Uhr 40 Min. wird die Weiterberatung auf morgen vertagt. Deutsches Reich. Darmstadt, 19. August. Seine Königliche Hoheit der Herzog von Cambridge nebst Söhnen und die Gräflich Erbach-Schönbergschen Herrschaften besuchten im Laufe des gestrigen Nachmittags die Allerhöchsten Herrschaften auf Jagdschloß Wolfsgarten und reiften abends wieder ab. Berlin, 25. August. Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Verordnung betreffend Beschränkung der Einfuhr aus Portugal vom 22. August 1899. Berlin, 25. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die Annahme, daß von der Staatsregierung in nächster Zeit eine Aenderung des Kommunalabgaben-Gesetzes vom 14. Juli 1893 in Aussicht genommen sei, als irrig. Eine solche Absicht der Staats- Regierung bestehe nicht und zwar schon deshalb nicht, weil sich im allgemeinen das genannte Gesetz bewährt habe und in seinen Einzelheiten noch viel zu kurze Zeit in Kraft gewesen ist, als daß nunmehr schon entschieden werden könnte, wie einiges desselben eine zweckentsprechende Aenderung erfahren könnte. Berlin, 25. August. Im Gegensatz zum „Lokal-Anzeiger" melden die „Neuesten Nachrichten", daß die Regierung Maßnahmen ergreifen wird, damit von ihren eigenen Verwaltungsbeamten die Regierungs-Politik nicht mehr derart durchkreuzt werden darf und kann, wie es bei der Kanal-Vorlage geschehen sei. In einigen höheren Regierungsstellen dürften Veränderungen eintreten. Berlin, 25. August. Dem Konsul in Apia, Legationsrat Rose, ist der Rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen worden. Ausland. Wien, 25. August. Gerüchtweise verlautet, daß die beabsichtigte Reise des Kaisers zu den Manövern in Böhmen fraglich geworden ist. Rom, 25. August. Die Meldungen aus Tripolis rufen in Regierungskreisen große Besorgnis hervor. Der Ausstand breitet sich weiter aus. Die türkischen Truppen werden überall zurückgeschlagen. Frankreich konzentriert große Truppenmassen an der tunesisch-tripolitanischen Grenze. Rom, 25. August. Beim letzten Empfang der Kardinale sprach der Papst sein Bedauern über das Anwachsen des Protestantismus in Italien aus. Frankreich. Major Marchand erklärt die Nachricht von der Ermordung zweier französischer Offiziere, des Oberstleutnants Klobb und des Leutnants Meunier, durch Kameraden, die Führer der Mission Voulet-Chanoine, für unglaubhaft. Er meint und hofft, der senegalische Unteroffizier, der als einziger Zeuge auftritt, und nach dessen Angaben der Generalgouverneur von Westafrika und der Generalresident in Porto Novo übereinstimmend an die Negierung telegraphierten, habe sich irren können und nach Art der Schwarzen übertrieben. Allein dieser Unteroffizier hat den Brief, den Hauptmann Voulet an Oberst Klobb schrieb, als dieser ihm sein Kommen und dessen Zweck an- barauf langten wir in Lauritsala an, und ich hatte die Verpflichtung, dem mit seinem Kariol heimfahrenden Burschen den geringen Post-Obolus einzuhändigen. Ich fügte ihm eine finnische Marka (gleich 1 Franc) bei, ein für die dortigen Verhältnisse sehr ansehnliches Trinkgeld. Der Bursche nahm die ganze Summe, überzählte sie sorgfältig, rechnete den Betrag nach, der ihm zukam, und ergriff dann die überzählige Marka und warf sie mir vor die Füße. Im uu war er, ehe ich ihn fassen konnte, davon geeilt und auf fein Kariol gesprungen, und nun fuhr er, ein Lied in die Luft jauchzend, als wäre er von einem Alb befreit, eiligst fort und verschwand im Walde. Ich aber murmelte vor mich hin: „Wenn alle finnischen Burschen vom Schlage dieses einen sind, bann kann Suomi- Land auf feine Söhne stolz fein’" . . . Es war ein wundeischöner, warmer und heller Sommer« abend, als ich in Willmanstrand eintraf — ein Abend, der alle Strapazen der fast sechsstündigen Fahrt, ja selbst den Hunger vergessen ließ und eine paradiesische Nacht versprach. Ich begann deshalb, sobald ich aus dem Kariol gesprungen war und meine Sachen nach dem Dampfer spediert hatte, Willmanstrand zu durchstreifen. Willmanstrand ist ein altertümliches Nestchen von etwa 2000 Einwohnern am Südufer des Saima-Sees. Die Stadt selbst, die eine vorzügliche Bade- und Kaltwasserheilanstalt besitzt, ist wenig bemerkenswert, recht malerisch liegt dagegen das alte Schloß auf einem in den See vordringenden Felsengrat; es ist heute sehr verfallen und dient den Russen, die hier wie in Wyborg Lager unterhalten, als Kasernement für die Soldaten und als Korrektionsgefängnis, aber man kann kaum sagen, daß die Neubauten und die Ruinen besonders anziehend aussehen. Ich war enttäuscht und beeilte mich deshalb, mich auf dem Dampfer seßhaft zu machen, der mich nun drei Tage mit kurzen Unterbrechungen beherbergen sollte. Es war der „Elias Lönnrott", das Ideal eines großen Binnenseedampfers, der dem Namen des Dichters, den er trug, Ehre machte; denn ich fand auf ihm einen Komfort und eine Verpflegung, wie sie schwerlich sonst wo in der Welt auf Dampfschiffen zu finden sind; überhaupt suchen, wie hier beiläufig bemerkt sei, die Einrichtungen, die Verpflegung, der gesellige Ton, die auf den finnländischen Dampfern herrschen, ihresgleichen. MS k-ß j ** «Tm s n>enn 1 ; cYnfair mt«» Ä* ” M 3*1“ im letzten F »w* Die Leitung ötI , deui LeuM- ü((en bluW *”«■=25 1 Zuneigung bei» dir ihm »AiM Met. Neuer 2000 an der 3° Men. y, Mn hatte ihm1 grstellt, weil er tzlierin nicht pa tr Einspruch bei gerufen. 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Der e türkischen Truppen rankreich konzentriert Holitanischen Grenze, impfangder Kardinale r das Anwachsen des erklärt die Nachricht i/'cher Miere, des \nt§ Meunitr, durch !oulet-Chanoine, für |jt, der senegaiW aMm, Md nach : von Wesiasrika und dereinstiMend an die rren können und nach :in dieser Unterossizier ilet an Oberst Zlobb und dessen Zweck an- verlE, daß dir zu den Manövern in 110 reisten g"9 ber aa9t«. Z,,. 2 °°mmunal, S? Aussicht ae- wjt der Staats- Wh nicht tveil LS1»' unb 3« in Straft gt, '"chende Aenderung ^Lokal'Anzeiger" Ä die Regierung Uhren eigenen Ver- s-Politik nicht wehr nn- wie es bei dn "'gen höheren Rraie- treten. lu Apia, Legations- Ne mit der Schleife an, und ich hatte die zariol heiwsahrenden einzuhändigen. Ich .jch 1 Franc) bei, ein ansehnliches Trinkgeld. ie, überzahlte sie sorg- ;t ihm zukam, und tv und warf sie mir vor n fasien konnte, davon en, und nun fuhr s wäre er m einem vand im Walde. F Wenn alle sion sih ,b, dann kann SuE 'fiVSS, *si» Attft dem Aarivl g^ „ ffitamanftranb # ,M fetbMiei(l „tnig ift«!* alte iQaegen das . z« iben 8'1 mit ft"» faflak *5«» **b 'r E« «*' »rgen f° mjnnenfee‘ er«, beL,. unb ->« ne» SH ffitH ? I wo >" 91 „je V ngen, Da*1 beteiligen, gefeiert werden. Um allen Bewohnern die Teil- i nähme zu ermöglichen, wurde Sonntag, der 3. September, als Festtag gewählt. Da schon vom 1. September an unsere Stadt mit Einquartierung belegt ist, so ist anzunehmen, daß auch das Militär der patriotischen Gedenkfeier zahlreich beiwohnen und so zur Belebung derselben wesentlich beitragen wird. Q Grünberg, 25. August. Wegen erhöhter Seuchen- | gefahr konnte der für gestern hier vorgesehene Viehmarkt mit Bullenschau nicht abgehalten werden. Aus diesem Um-- stände und der drängenden Erntearbeiten wegen hatten sich auch auf dem Krämermarkte nur wenige Marktbesucher eingefunden. Man hofft, daß zwischen dem gestrigen und dem nächsten Markte, dem „Gallmarkt", noch ein außerordentlicher Viehmarkt eingeschoben wird. Oueckboru, 24. August. In unserer Gemarkung ist man mit den Erntearbeiten soweit zu Ende, und zwei Dreschmaschinen sind Tag und Nacht in Thätigkeit, damit« die Arbeit rasch von statten geht. Viele Landwirte haben bereits mit dem Grummetmachen begonnen. Hält die Witterung an, so dürfte auch das Grummet bald eingebracht sein. Güte und Menge desselben lassen nichts zu wünschen übrig. §§ Freiensteinau, 23. August. Gestern geriet aus bisher unermittelter Ursache das Wohnhaus des Landwirt Schultheis in Brand und wurde trotz rascher Hilfe bis auf den untersten Stock zerstört. Das Mobiliar war nicht versichert. § Bermuthshain, 24. August. Ein Wald brand, der glücklicher Weise bald bewältigt wurde, fand in dem in I hiesiger Gemarkung gelegenen Distrikt Neuenwiesen statt. Urheber des Brandes sind junge 15jährige Bürschchen, welche anwesenden medizinischen Sachverständigen darauf hingewiesen, daß als notwendige Ergänzung der Lungenheilstätten die Errichtung von Desinfektionsanstalten anzustreben sei. * Heilbronn, 24. August. Infolge falscher Weichenstellung ist in Gundelsheim ein ankommender Güterzug auf einen in der Station haltenden Güterzug geraunt. Fünf Wagen wurden vollständig demoliert, die Lokomotive ist stark beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Der Personenzugsverkehr konnte vermittelst Umsteigens aufrecht erhalten werden. Heute Abend wird das Geleis wieder befahrbar sein. * Jena, 22.August. Auf dem 10. deutschen Mechanikertag berichtete Blaschke-Berlin über die Ausfuhrverhältniffe der deutschen Präzisionsmechanik, deren Ergebnis befriedigend ist. W. Handke sprach über die Maßnahmen der deutschen Gesellschaft für Optik und Mechanik zur Hebung des Lehrlings- und Gesellenwesens. Der Vorsitzende vr. Krüß behandelte die Frage: „Sind unsere Betriebe handwerksmäßige oder industrielle, und welche Stellung folgt daraus gegenüber dem Handwerksgesetz?" Sodann wurden die Anträge des auf dem vorigen Mechanikertag eingesetzten Ausschusses für Durchführung der Bestimmungen des neuen Handwerkergesetzes hinsichtlich des Lehrlingswesens in der vom Vorstand vorgeschlagenen Form angenommen. Den Vertretern der deutschen Mechaniker- । gehilfen ist bei diesem Punkte beratende Stimme zuerkannt | worden, von welchem Rechte sie auch Gebrauch gemacht haben. Auf Anregung des Vorstandes wurde beschlossen, den Gehilfen auf allen späteren Mechanikertagen, auf denen über ihre Interessen verhandelt werden soll, eine Vertretung zuzubilligen. Nach Erledigung der verschiedenen geschäftlichen Angelegenheiten wurde als Ort des nächsten, im August 1900 stattfindenden deutschen Mechanikertages Stuttgart gewählt. K. Z. * Sicherheitsmaßregeln gegen die Pestgefahr. Soviel bekannt geworden, werden diejenigen Postkolli, die mit der Orientpost über Deutschland transitieren, vor ihrer Verladung nach Europa erst einer Desinfektionsanstalt überwiesen. Es bezieht sich diese Vorschrift selbstverständlich I nur auf Postgegenstände, die aus pestverdächtigen Ländern stammen. Obwohl man darüber in Zweifel sein kann, ob derartige Krankheiten überhaupt durch Briefschaften übertragbar sind, so ist eine solche Einrichtung zur Beruhigung I des Publikums immerhin von großem Vorteil. Am meisten I sind der Ansteckungsgefahr unsere Seehäfen ausgesetzt, deren Pflicht es ist, sich und das Hinterland möglichst vor solchen I ansteckenden Krankheiten zu sichern. Es wurden deshalb in Veranlassung des Ausbruchs der Pest in Oporto die schon I seit längerer Zeit in Hamburg bestehenden Schutzmaßregeln gegen die Pest auch auf den Verkehr mit Portugal aus- I gedehnt. Die von Oporto kommenden Schiffe werden in I Cuxhaven von den Lotsen zur gesundheitspolizeilichen Kon- I trolle gebracht. Die Untersuchung geschieht durch einen für I die Kontrollierung der Seeschiffe in Cuxhaven stationierten I Arzt unter Leitung des Hafenarztes. Alle von portugie- I sischen Häfen und von den Oporto benachbarten spanischen I Häfen in Hamburg ankommenden Schiffe sind in Bezug auf den Gesundheitszustand der Mannschaften einer besonders I sorgfältigen ärztlichen Ueberwachung unterworfen. Ferner I werden von Portugal Webstoffe aller Art, getragene Kleider, gebrauchtes Bettzeug und Leibwäsche nur nach vorheriger I Desinfektion zur Einfuhr zugelassen. Auf Veranlassung des Medizinalkollegiums in Hamburg wird weiter provisorisch I eine zweite Desinfektionsanstalt am neuen Hafen in Cuxhaven eingerichtet. — Aehnliche Schutzmaßregeln gegen die Pest wurden auch in den übrigen Seehäfen: Bremen, Lübeck usw. getroffen, sodaß man absolut keinen Grund hat, I die Übertragung der Pest nach deutschen Städten zu I befürchten. Astrales und PrsomMrs. Gießen, den 26. August 1899. •* Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armee-Korps. Hilchenbach, Bürgermeisteramt, Stadtsekretär, 750 bis 1200 Mk. Lorch (Rhein), Magistrat, Stadtsekretär, 600 Mk. (?) Wiesbaden, Stadtbauamt, Abteilung für Straßenbau, Aufseher, 135 Mk. pro Monat. ** Das Jahr 00. Das preußische Ministerium hat nunmehr endgiltig entschieden, daß in den verstellbaren D i e n st st e m p e l n (Fahrkartenverkauf, Güterannahme usw.) das Jahr 1900 abgekürzt mit 00 zu bezeichnen ist. Die folgenden Jahre tragen dann die Bezeichnung 01, 02 usw. 4- Grünberg, 25. August. Wie in früheren Jahren, so wird auch diesmal wieder in hiesiger Stadt das Sedan- jest als Jugendfeft, an dem sich auch sämtliche Vereine -kündigte, nach Kayes gebracht, und solange dieser Brief I l nicht als eine Erfindung erkannt wird, kann über das tragische Ereignis kein Zweifel walten. Nach der Kabel- I Meldung, die dem Kolonialministerium zuging, ist der Sinn, wenn nicht der genaue Wortlaut, folgender: „Was bedeutet I diese neue Infamie? Will man uns zum Vorteile eines andern die Frucht unserer Anstrengungen rauben? Sind wir denn die ersten, die auf eigene Faust handeln? Man I lasse uns unserer Wege gehen! Wehe dem, der es wagen I sollte, uns Hindernisse in den Weg zu legen! Denn wir I haben sechshundert Gewehre und werden uns Respekt zu I verschaffen wissen." Voulet ist 33 Jahre alt, Chanoine I acht Jahre jünger. Letzterer war Leutnant, als sein Vater im letzten Herbst Kriegsminister wurde. Eine der ersten Regierungshandlungen des Generals war die Unterzeichnung I des Erlasses, wodurch sein Sohn Hauptmannsrang erhielt. Die Leitung der Mission stand Voulet zu, aber nach der von dem Leutnant Peteau eingereichten Klage war Chanome bei allen blutigen und bestialischen Gewaltthaten der Anstifter, dessen Einfluß sein Vorgesetzter sich nicht zu entziehen vermochte. Köln. Ztg. Paris, 25. August. Guörin erfreut sich hervorragender Zuneigung bei der Damenwelt. Von der Gräfin Märtel, I die ihm „Zerstreuung" bringen wollte, haben wir bereits berichtet. Neuerdings verlautet, daß die Damen der Halle, 2000 an der Zahl beschlossen hätten, ihm Lebensrnittel zuzuführen. Mit der Feuerwehr wird Guörin ganz gut fertig. Man hatte ihm bekanntlich die Feuerwehrleute auf sein Dach I gestellt, weil er es mit Petroleum getränkt hat. Da es Gusrin nicht paßte, daß man ihm auf das Dach flieg, erhob et Einspruch bei der Regierung, und die Leute wurden ab- I gerufen. Nun begann Guorin, in seinem Hofe Möbel aufzuschichten und diese mit Petroleum zu tränken. Als nun die Feuerwehrleute diese gefahrdrohende Stelle umzingelten, sagte Guorin dem Führer ganz gemütlich, er verwahre sich I dagegen, daß man gegen ihn so lächerliche Waffen wie Feuer- I spritzen gebrauche. Üebrigens sei er ein gewandter Schütze und er würde sofort alle Schläuche durchschießen. Dem Feuerwehroffizier blieb nichts anderes übrig, als dem Manne I auf Ehrenwort zu versichern, daß kein Wasserrohr auf ihn I gerichtet werden würde. Daraufhin ließ Guorin seine Möbel I aus dem Hofe wieder zurückbringen. Große Hoffnungen j seht Guörin auf einen neuen Radau am nächsten Sonn- I tag. Er glaubt da entweder neuen Proviant zu erhalten oder flüchten zu können. Im Ausblick auf diese Möglichkeiten sind seine Leute jetzt auch mit geringeren Stationen zufrieden. Alle Kranken will Guorin von jetzt ab in seinem Hause selbst behandeln; wenn jemand stirbt, will er ihn auch im Hause begraben und schwarze Fahnen aushängen. Die Nachbarschaft macht ihre Spässe über die Feuerwehr, die auf den benachbarten Fenstern, Balkonen und Dächern aufgestellt ist, um beim ersten Zeichen die Festung unter Wasser zu setzen. Um mit der Damenwelt, mit der wir, so schreibt die „K. Z.", unfern Bericht begonnen, zu schließen, sei eine Bittschrift des Vereins französischer Frauen an Waldeck-Rousseau Erwähnung gethan, in der es heißt: „Herr Minister, Sie können unmöglich zu- lassen, daß Franzosen andere Franzosen am Ende des 19 Jahrhunderts behandeln, wie die abscheulichen Preußen die Pariser im Jahre 1870/71 behandelten. Neber dem Gesetz steht die Menschlichkeit, und im Namen der Menschlichkeit werden Sie von allen französischen Frauen ersucht, Guorin und seine Genossen nicht Hungers sterben zu lassen." . . T- R. Dorpat, 24. August. Die Regierung wird mit einem Kostenaufwande von 400000 Rubel an der hiesigen Universität ein Studentenkonvict errichten, um dadurch russische Studenten in größerer Anzahl herbeizulocken und die Verrussung der Anstalt zu beschleunigen. „K. Z." Transvaal. Johannesburg, 24. August. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung von etwa zweihundert Deutschen wurde ein Ausschuß ernannt, welcher der Regierung Transvaals eine Bittschrift unterbreiten soll, worin versichert wird, daß die Deutschen im Falle eines Krieges bereit seien, Kriegsdienste zu thun, aber in Anbetracht der im Magoltseldzuge erlittenen Mühseligkeiten bitten, ein besonderes Korps bilden zu dürfen. „K. Z." — Johannesburg, 24. August. Obgleich die Arbeit in den Bergwerken noch fortgesetzt wird, liegt das Geschäft in der Stadt völlig darnieder, nimmt die Not schnell zu und wird die Auswanderung aus der Stadt und den Grubenbezirken immer bedenklicher. Da auch zahlreiche Leute der ärmeren Klassen, welche die Reisekosten nur schwer aufbringen können, jetzt anfangen fortzugehen, ist jeder abfahrende Zug gedrängt voll. In Kreisen, in denen man die Verhältnisse gut kennt, glaubt man, daß kaum ein Grund zu unmittelbarer Beunruhigung vorliege, doch hat die Unklarheit der Sachlage in den letzten Wochen den Neuigkeitskrämern freies Spiel gegeben und viel dazu beigetragen, die allgemeine Spannung zu erhöhen. (Times.) Uermischtes. • * Wetzlar, 25. August. Im Anschluß an den Verband für den Regierungsbezirk Coblenz wurde hier ein Verein zur Förderung der Errichtung von Lnngen- Heilstätten errichtet. Vorsitzender ist Landrat vr. Goedicke, Stellvertreter Sanitätsrat vr. Höchst, Schriftführer Kreissekretär Magnino. In der Versammlung wurde von den Mteraiur, Wissenschaft und Kunst. — Seit kurzem sind in Berlin Fernsprechautomaten angebracht, die man beim Einwurf eines 10 Pfg.-Slücke benutzen kann. Es ist dadurch jeder in die Lage versetzt, auch wenn er selbst kein Telephon besitzt, oder stch unterwegs befindet, die Firnsprechetnricht» ungen zu benutzen, die in Post- und Telegraphenämtern, Gaftwtrt- schasten, Konditoreien und Zigarrenhandlungen zur Benutzung offen stehen. — Die letzte Nummer der „Umschau" (Frankfurt a. M.) veröffentlicht eine Beschreibung dieser intercssanten Apparate, die durch Abbildungen verdeutlicht wird. — In der gleichen Nummer finden wir zwei vorzügliche Photographien des kürzlich verstorbenen berühmten Professors Bunsen. Eine davon ist durch einen Amateur- Photographen ausgenommen in dem Augenblick, als Bunsen sich eine «tgarre angezündet hat und in Begleitung eines bekannten amerikanischen Chemikers aus dem Grand-Hotel in Heidelberg herauS- kommt. Selbstverständlich läht die „Umschau" das Goethe-Jubiläum nicht vorübergehen, ohne einen glänzenden Artikel (aus der Feder von Professor Bruinier), der unS die Bedeutung Goethe« für den modernen Menschen schildert, w veröffentlichen. Es befinden sich auch in dieser Nummer Abbildungen de« Goethehauses nach einer Radierung von Mannfeld Cosomalt und die erste authentische Abbildung des Goethehauses. Beide Bilder sind bisher noch in keiner anderen Zeitschrift veröffentlicht worden. Verkehr, Land und Volkswirtschaft. SS Gedern, 24. August. Der erste diesjährige Herbst-Vieh- markt war in Rindvieh sehr gut befahren. Einjährige Rinder kosteten das Stück 120 biS 140 Mk., zweijährige 170 bis 220 Mk., dreijährige 250 bis 300 Mk. Stiere kosteten das Paar 250 bis 300 Mk., zweijährige 350 bis 450 Mk., dreijährige das Paar oOO bi« 600 Mk. Gesucht wurden frischmilchende Kühe, wovon das Stück mit 270 bis 320 Mk. bezahlt wurde. Auch fette« Dieb war auf- getrieben und kostete der Centner Schlachtgewicht je nach Güte 55 bis 62 Mk. Saugkälber wurden verkauft das Stück zu 35 bis 45 Mk., 3 bi« 4 Wochen alte für 45 bis 60 Mk. Mit Schweinen war der Markt ebenfalls gut befahren, eS blieb indes vieles unverkauft. Frühjahrsferkel (log. Einlegeschweine) kostetm das Paar 70 bis 90 Mk., 90 bis 100 Mk. und 100 bis 11G> SWt Kmge Sommcr- ferkel wurden verk.ust das Paar zu 30 bis 35 Mk. und 36 bis ! 45 Mk. je nach Alter. Fette Schweine kosteten 48 biS 50 Mk. der Centner Schlachtgewicht. daselbst Vieh hüteten. | n. Friedberg, 24. August. Es ist in letzter Zeit oft darauf hingewiesen worden, daß in diesem Jahre, wie auch I früher, von allen Aepfelsorten die geschmähte Schafnase, I die in den letzten Jahren den feineren Obstsorten weichen mußte, hübsche Erträge liefert. Dazu sei bemerkt, daß eine Autorität auf dem Gebiel der Pomologie, der Leiter der hiesigen pomologischen Gärten und Lehrer an der Ackerbauschule, Herr Reiche», wiederholt daraus hingewiesen hat, daß die Schafnase, für die, wie die Erträge zeigen, die Boden- und klimatischen Verhältnisse unserer Provinz so günstige seien, beim Anbau durchaus nicht beiseite geschoben werden dürfe. Bei den Anbauversnchen mit Obst, die nächstens im Vogelsberg gemacht werden sollen, wird sicher die Schafnase nicht übergangen werden. Man pflanzte früher zu viel ohne Wahl. Es wurden eben Apfelbäume gekauft, ohne nach der Sorte zu fragen. Erst durch den Oberhessischen Obstbauverein wurden genaue Untersuchungen darüber angestellt, welche Sorten anbauwürdig seien. Diese Sorten wurden dann bekannt gegeben, und jedes Mitglied des Vereins kann alljährlich Edelreiser von diesen unent- | zeitlich vom pomologischen Garten beziehen. Es kann darum auch die Beteiligung an den Obstausstellungen und der Be- ! such derselben nicht dringend genug angeraten werden, weil die Leiter des Oberhessischen Obstbauvereins durch diese weniger Schaustellungen veranstalten, als vielmehr die Kenntnis von den empfehlenswerten Obstsorten verbreiten wollen. Frankfurt a. M., 21. August. Centralstelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. I. Gabel, Wallstraße 26, Frankfurt a. M., kauft Mirabellen, Reineklauden, Pfirsiche, Pflaumen, Eß- und Kochäpfel und Eß- und Kochbirnen. — Ludwig Engelter, Eier- und Südfrüchtehandlung, । Ludwigshafen a. Rh., kauft einige Waggon Tafeläpfel. — I Joh. Weeber, Eßlingen a. Neckar, Unter Beutau 6, kauft Most- und Tafeläpfel. — Oskar Völkel, Frankfurt a. M., Fichardstraße 30, kauft Preisselbeeren, Reineklauden. — Friedrich Müller, Langensoulzbach, Post Werth a. Sauer, Elsaß, kauft 200 Centner Zwetschen. — Frau Schmidt, Eschersheimer Landstraße 9, Frankfurt a. M., kauft Heidelbeeren. — Albert Rosenthal, Elbestraße 46, Frankfurt a. M., kauft Mirabellen. — Edmund Parish, Wasserlos, Post Alzenau Unterfranken, Bayern, kauft größere Posten Zwetschen. — K. Märklen, zum grünen Baum, Aspery, Württemberg, kauft 20 Waggon Mostäpfel. — Oberamtsrichter Schindler, Offenburg, Baden, kauft 1 Centner Heidelbeeren, einige Centner Wintertafeläpfel. — Westerwälder Obstverwertungs- Genossenschaft e. G. in Neuwied a. Rh., kauft Brombeerwein und Stachelbeerwein. — G. A. Kraus, Weisenheim a. Sand, kauft 2000 Centner Zwetschen. — Jean Hecker, Restaurateur und Geschäftsagent, Münster t. Elsaß, kauft einige Waggon Tafeläpfel. — Adolf Kranzbühler, Konservenfabrik, Neustadt a. Haardt, kauft Mirabellen und Reineklauden. — Joh. Kollmar, Bäckermeister, Zweibrücken, I Pfalz, kauft 200 Centner schöne, haltbare, gebrochene Aepfel. I — Ang. Hanke, Grünberg, Schlesien, kauft mehrere Waggon Mostäpfel. — Franz Hohm, Baumschulenbesitzer, Gelnhausen, I kauft 2 Centner Sveierling. — C. Telschow, Konditor, I Berlin W. Königsgrätzerstraße Nr. 126, kauft Mirabellen, I Pflaumen, Zwetschen, Ananas Beurr6 rouge et blaue saure qeleeträftige Aepfel. Obstdurchschnittspreise den I 21 August 1899. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Himbeeren der Centner Mk. 24, Aprikosen 60, Mirabellen 40, Pfirsiche 50,50, Reineklauden 27, Fruh- I birnen je nach Sorte 12 bis 18, Frühäpfel je nach Sorte I 12 bis 20, Frühzwetschen 25, Brombeeren 16. Emil Pistor Nacht Inhaber: H. Selbst und L. Schussler 10 Marktstrasse 10. *-*3 lager in 'Werkzeugen,Eisenwaaren -<*•>- und — Haushaitungsgegenständen iimu iwnm ^'trngjiU K Lu Go «kdatn-n, H«1 Mitten mit einem e der Bergan iu erfrische aufbewahrt, leben. Ein heute zu un an dem vor lands, Goe Zwischenräu pflegt, sein der großen Wagen, m geweiht, me Geistes, tvi dem äußer dem Sch^ dem längst nachdem fe jur vollen L ^'des und TS* Ä »jtfS %«fl »U1 bdgN- Welch' "°r die A, L""«« & ?*s» Wnblirf, । ÄetetHee: t «vrktzer»,. — »rt< tml Wer\e«, »er «rühl'sch«. «et Stdnbnrfcrei (Pietsch Crbee) te Gieße«. cbm 1180 qm 2160 cbm 370 6150 kg IV. Steiuhauerarbeiteu V. Cewent-, Beton- «ud Tev 120 qm VI. Grob Schlofferarbeit 2900 kg 1300 6140 25 ebm 89 520 3700 VIII. Spenglerarbeiteu. 200 ls. m 9 Stück IX. Dachdeckerarbeiten. 770 qm Stück 14 bis zum genannten Termin bei uns 6206 820 180 130 246 470 294 270 21 160 22 2260 265 130 360 225 87 16 270 172 Lungsteinarbeiten Gcanitstufen n lf. m Dachflächen mit Schiefer Gußeiserne Dachfenster Rauhe Bretterschalung Dachhaken Laufdielen Grabarbeit Bruchsteinmauerwerk Backsteinmauerwerk Kreuz-und Tonnengewölbe Backsteinflachschichte AeußereVerktetdung der Fassade in Schichtenmauerwerk Versetzen vonStein- hauerarbeit Verlegen von Walzeisen Gipsdtelzwischen- decken Sandauffiillung Isolierung der Fundamente qm Stück lf. m Kastenrinne Abfallrohre Schottische Rohre Gesimsabdeckung, Kehlm rc. Zinkbedachung Kupferbedachung Z nk- und Kupferspitzen razzoarbeiteu. Kreuz- und Tonnengewölbe in Beton Horizontale Betondecken Beton- und Cement- böden Terrazzoböden Eement-Sockel Dachtonstrukrions- Hölzer ausEichen- holz Balken und Dach, verbandhölzer aus Tannenholz Dachhölzer aus Eichenholz zu bearbeiten DeSgl. Balkenlager und Dachhölzer aus Tannenholz Stück cbm n rin-ureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. Gießen, 23. August 1899. Das Stadtbauamt. I. V.: Gerbel. qm n qm H Verlaschungen und Anfertigung von schmiedeeisernen Rahmen Anker, Klammern Dübel 2f. Liefern von J Trägern (D.R.P) VII. Zimmerarbeiten. Avlage eines Blitzableiters, einschl. Lieferung der Materialien. Pläne, Arbeit-beschreibung und Bedingungen liegen während der Dienst- stundrn bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find mit entsprechender Aufschrift versehen lf.rn Verdingung. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen für die Hochbauten auf dem neuen Friedhof am Rod- berg zu G eßen sollen Dienstag den 12. September d. vormittags 10 Uhr, öffentlich verdungen werden. I.) II. und III. Erd-, Maurer- nud Jsolierarbeiten. Verdingung. Die zur Anlage eines neuen Fried Hofes am Rodberg erforderlichen Erd- und Planierarbeiten — 12169 cbm Grundabtrag und Herstellung von 360 Stück Baum- (Tuben — sollen Dienstag den 12. September d.J., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienst- stunden bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einficht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zufchlagsfrtst 5 Wochen. Gießen, 23. August 1899. Da» Stadtbauamt. I.V.: Gerbel. 6205 Kroßy. Zellen strafanflalt Auhöach. Vergebung. D>e Lieferung von ungefähr 50 000 kg Roggen, Weizeu- uud Staubmehl soll vergeben werden. Kostenfreie, verschloffene und mit der Aufschrift: „Mehllieferung" versehene Angebote werden bis zur Eröffnungsstunde: Diesstag den 12. September 1899, vormittags SV, Uhr, erbeten. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der GeschäftS- ftube des Großh. Werkmeisters offen, können auch gegen Zahlung von 70 Pfg. abschriftlich bezogen werden. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das zum Preise von 10 Pfg. erhältlich ist. Zuschlagsfrist 14 Tage. Butzbach, am 24. August 1899. Die Direktion. _______I. V.: Muth. 6249 In vier Gehöften zu Atzbach ist die Maul-und Klauenseuche amtlich frstgestelll worden. Die Gemarkungssperre ist angeordnet. Krofdorf, 25. August 1899. Der Bürgermeister. Lichtenthäler. 6253 Mittwoch den 30. August, nachmittags 2V» Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der Friedrich Wilhelm Emil Karl Schmidt Witwe in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 46 — 12 qm Hofraum Miststätte in der Mühlgaffe, Flur 1 Nr. 71 — 106 qm Hofraite in dem Mühlgäßchen Erbverteilungs halber freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 23. August 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. ____________I. A.: Bogt.________6175 Grummetgras- Versteigerung. Donnerstag den 31. August d. I. wird das Grummetgras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Leihgestern, Schtffenberg und Watzenborn, sowie das Gras von den Schneisen in der Forstwartei Baumgarten auf dem Rathause zu Watzenborn versteigert. Die Versteigerung beginnt vormittags 9 Uhr. Nähere Auskunft erteilen Güteraufseher Mack zu Hausen und Forst- wart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 1. August 1899. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 6240 Wstmßeigkruug. Der Unterzeichnete beabsichtigt den größeren Teil der diesjährigen Aepfelerute Douuerstag deu 31. d. Mts. baumweise öffentlich zu versteigern. Zusammenkunft morgen» 9 Uhr bei dem Hof. 6179 Hofgut Albach, 23. August 1899. Aug. Klein. Bekanntmachung. Das rege Interesse, welches von Landwirten alljährlich zwecks An- und Verkauf guter Saatfrucht auf hiesigem Samstagsmarkt bethätigt worden ist, hat Veranlassung gegeben, folgende Termine zur Abhaltung solcher Saatfruchtmärkte in Alsfeld für 1899 festzusetzen: Samstag den 2. September, Samstag den 9. September, Samstag den 16. September. Für trockene Lagerräume zum vorübergehenden Einstellen von Frucht im Sack ist gesorgt. Alsfeld, den 19. August 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Alsfeld. Arnold. 6170 Niddaer Herbst-Markt. Gelegentlich des Niddaer Herbst-Marktes — 4. September 1899 — soll eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräte» und Gebrauchsgegenftäudeu, verbunden mit einer Prämiirung von Kalbinnen «ud Bullen, letztere im Alter bis zu zwei Jahren, wovon jedoch Gemeindebullen, sowie bereits im laufenden Jahre prämtirtes Vieh ausgeschlossen sind, stattfinden. Bei Ausgabe von 8000 Stück Losen bestehen die Hauptgewinne in 12 Stück auf dem Markte angekaustem Vieh. 5032 Los 50 Pfg. 240 Treffer. Los 50 Pfg. Der Generalvertrieb der Lose wurde dem Herrn Philipp Förster dahier übert-agen. Wiederverkäufe!: erhalten 10 Prozent Rabatt. Nidda.__________________ Das Markt Komits. Damen - Konfektious - Schule Grünbergerstratze 16, Mittelbau. 612£ Lehr-Anstalt für theoretischen «nd praktischen Unterricht. Der Kursus beginnt am 11. September, lana Petri, gepr. Lehrerin. Wichtig für sparsame Hausfrauen. Fritz Müllers Kernseifen-Fulver mit der Schutzmarke: „Matrose“ ist garantiert unschädlich, äusserst preiswürdig und das bequemste und geeignetste Wasch- und Reinigungsmittel. Die alleinige Benützung desselben sichert sich dauernde Anwendung von selbst. W 5 P reismedaillen. Niederlagen bei: Chr. Bieker, Ad. Geisse, W. Kilbinger, Löwendrogerie, L. Kohlenmann II. Wwe., Neustadt, Peter Leppla, Wilh. Montanus, Gehn Noll, Emil Orbig, C. Roth II., Robert Stuhl, Gust. Walter. 6245 A WnriivcTroM __ja in wenigen Minuten, nur mit I • 111 pf Wasser herstellbar, können allen d JL v rT«‘ Freunden einer guten, schmack- I v »xz t.c. basten Suppe angelegentlichft em- ---------- * da» Tafelchen pfohlen werden. 50 verschiedene Sorten zu Gemüse-, Hülsenfrüchte-, Röstsuppen rc. ______________________ Pb. Herrmann, Seltersweg 33. SigschraoKe, Garteumöbel. Mstpressen, MseischraiKe, Kohoevschveidmaschiiki. ii Geschäfts-Uebernahme Gießen, den 23. August 1899. Hochachtungsvoll 6200 Georg1 Lotz, in Airma tzmik Lotz 10 Uhr bei Colnhausen. 6212 Winheim. 6247 6255 und von Sckreinermeister Heiland, Nauborn bei Wetzlar. Obst-Versteigerung. Das Erträgnis der diesjährigen Obsternte zu Winnerod, den Zimmer» Erben gehörig, wird Mittwoch deu 30. d. M., öffentlich, baumweise versteigert; Zusamm nkunft nachmittags 1 Uhr bei der Ziegel- Hütte, Straße Reiskirchen—Winnerod. Die Gutsverwaltung. ,1,8 Krummelgras- Aersteigerung. Freitag deu 1. September wird das Grummetgrar von den Wiesen im Gottesackerthal, Petersee, Deckelborn und den Vierzig Morgen versteigert. Beginn 9 Uhr im Gottesackerthal, Fortsetzung gegen Tüchtige Mstaiver Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage das von meinem fei. Vater Kerrn Emil Lotz seit einer Reihe von Jahren betriebene Holz- und Kohlen-Geschäft für eigene Rechnung übernommen habe und dasselbe unter Beibehaltung der seitherigen Firma weiterführen werde. Ich werde bestrebt sein, eine verehrliche Kundschaft durch streng reelle und aufmerksame Bedienung in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen und bitte, da» meinem Vater in so reichem Maße entgegengebrachte Vertrauen auch aus mich übertragen zu wollen. Erdarbeiter sofort gegen hohen Lobn gesucht. C. Zulehner & Co CasseL oaaaaacxxxxxxxxxx» Ein Mann gesetzten Alters zur Beauf sichtiguug des Herreuschwimm- bassius gesucht. 6268 Riidsameu'slhe Badeanstalt. aDoooanDoocoooaaao Ein junger, tüchtiger Schreinergeselle auf sofort bei gutem Lohn und dauernder Beschäftigung, auch für Winter, gesucht Reisekosten werden vergütet. 02987 6260] Ein Hausbursche auf sogleich gesucht. H. Bogt, S^ltersweg 61. 02972] Ein Hausbursche gesucht. __________C. Brühl, Neuenweg 38. 02976] Mädchen können gute Stellen erhalten gegen hohen Lohn durch Frau Seybicke, Bahnhofstraße 43. Arnsburg, den 23. August 1899. Gräfliche Oberförsterei. GmoerßchttW. Donnerstag den 31. d. M., vormittags 8 Uhr aufangeud, soll das Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Oberbessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, 24. August 1899. lk‘liüiintiniidjniii]pii Ikillfigmiihirii (Offene Stellen