§rr. 174 E^ics Blatt. Donnerstag dm 27. Juli ISO» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Ännelee na «nzrig-n zu der nachmittags für de« n^Gnrde« leg erscheinenden Nummer Mt vorm. 10 Uhr. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. UezngspretL vierteljährlich 2 Marl 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeg«. ftfltbd ttgtlch mit Ausnahme des Montags. M« Gießener «rden dem Anzeiger «KchenUich viermal deigelegt. Aints- und Anzeigeblntt füt den lUets Greben. M--- "■ —- Redaktion, «xpedition und Druckerei: Zch.lßr.he Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktatter für hessische Volkskunde. Sdreffe für Depeschen: Anzeiger chieß««. Fernsprecher Nr. 51. —■■i|niw»m ui ■■ « MA" Abonnements "MG auf den Gießener Anzeiger für die Monate August und September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. August kostenfrei.____________________________________ Amtlicher Heil. Nr. 32 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 21. d. M., enthält: (Nr. 2605.) Hypothekenbankgesetz. Vom 13. Juli 1899. (Nr. 2606.) Bekanntmachung, betr. Aenderung der Militär-Transport Ordnung vom 18. Januar 1899. (Reichs- Gesetzblatt S. 15.) Vom 16. Juli 1899. Gießen, den 25. Juli 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche. Wegen der z. Zt. in Heuchelheim, Kinzenbach, Münchholzhausen, Großen-Lindeu und Leihgestern herrschenden Maul- und Klauenseuche und der dadurch in erhöhtem Maße vorhandenen Seuchengefahr wird der am 1. und 2. August i). Js. vorgesehene Viehmarkt zu Gießen hiermit verboten. Gießen, den 24. Juli 1899. Großherzogliches Kreis amt Gießen. _________I. V.: Boeckmann.______________ chöerhesstscher Höstöauverein. DereinsbezirL Hießen. Am Sonntag, dem 30. Juli 1899, nachmittags 3 Uhr, findet im Saale des Gasthauses zu Kloster ArnSburg eine Versammlung statt, in welcher der Sekretär des Vereins, Herr K. Reichelt, Lehrer für Naturwissenschaft und Obstbau an der Großh. Obstbauschule und Landwirtschaftlichen Winterschule in Friedberg sprechen wird über 1. Düngung der Obstbäume. 2. Pflege kranker Obstbäume. 3. Betämpfung schädlicher Obstbaum-Jnsekten. 4. Zeit der Obsternte. Die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins so- Ivie sonstige Interessenten werden zu der Versammlung hiermit freundlichst eingeladen. Gießen, den 26. Juli 1899. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Frhr. Schenck. Gießen, den 26. Juli 1899. Das Großherzozliche Kreisamt Eichen an die Großh. Bürgermeistereien von Bettenhausen, Birklar, Dors-Gill, Eberstadt, Langsdorf, Muschevheim. Obige Versammlung wollen Sie im Jntereffe Ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen. Zugleich verweisen wir Sie auf unser Ausschreiben vom 1. November 1898 (Kreisblatt Nr. 258), wonach die Mitglieder der Blutlaus- rc. Kommissionen besonders aufzufordern sind, den fraglichen Vortrag zu besuchen. I. V.: Frhr. Schenck. Bekanntmachung betr.: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1899. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1899 stattfindeuden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulaffung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1899 bei der unterzeichneten Kommission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Kommission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum Hesieu seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben fein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugnis; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit bierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein. c. ein Unbescholtenheitszengnis, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuch ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugnis beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Wehr-Ordn. vom 22. Novbr. 1888 — Neg.-Bl. Nr. 27 von 1894 —) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins sowie des Lokals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt evenr. weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 3. Juli 1899. Großherzogliche Prüfungskommission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: I. V.: v. Hahn. Paragraph 14. Die Protestkundgebungen der deutschen Fortschrittspartei des österreichischen Abgeordnetenhauses gegen die erlassenen Ausgleichsgesetze lenken die Aufmerksamkeit von neuem dem in den letzten Jahren viel genannten Paragraphen 14 der Reichsverfassung unseres Nachbarstaates zu, insbesondere nachdem es in Wien zu heftigen Straßendemonstrationen gegen die auf Grund dieses Paragraphen eingesührte Zuckersteuererhöhung gekommen ist. Schon seit geraumer Zeit wird bekanntlich in Oesterreich nicht mehr unter Mitwirkung des Parlaments regiert. Die unglücklichen politischen Verhältnisse, welche seit dem Grafen Badem herrschen und ihre jetzige Schärfe erhielten, als unter diesem Ministerpräsidenten die berüchtigten Sprachenverordnungen in Kraft traten, durch die das Deutschtum in Böhmen völlig an die Wand gedrückt wurde, haben den Obstruktionsgeist derart gefördert, daß auf parlamentarischen Wege seitdem kein nennenswertes Gesetz zu stände kam. Kein Budget, kein Ausgleich, keine Quote, nicht einmal die verfassungsmäßig erforderliche Feststellung desBudget- und Ausgleichsprovisoriums für die ersten Monate.des neuen Etatsjahres war erzielt worden. Die wichtigsten Gesetzentwürfe, die notwendigsten Arbeiten müssen von Session zu Session zurückgestellt werden, und es sieht deshalb in allen Ressorts der österreichischen Staatsverwaltung sehr trübe und verworren aus. Vielleicht hätte die Negierung schon ernstlich eine Verständigung mit der Opposition angebahnt, wenn sie nicht ein so bequemes Mittel an der Hand hätte, zur Not auch ohne Mitwirkung des Parlaments auszukommen. Wenn wir uns den Paragraph 14 indes etwas näher ansehen, so erkennen wir, daß es ganz unmöglich ist für die österreichische Regierung, sich dauernd auf denselben zu stützen. Sein Zweck ist einzig und allein, die schnelle Befriedigung kleinerer und dringender Bedürfnisse zu ermöglichen, wenn der Reichsrat gerade nicht tagt und eine Einberufung desselben nicht lohnt. Voraussetzung für eine Anwendung des Paragraphen ist unter allen Umständen, daß die nachträgliche parlamentarische Genehmigung aller getroffenen Verfügungen binnen kurzer Frist eingeholt werden muß. Das ist aber noch in keinem einzigen Falle geschehen, seitdem Graf Thun am Ruder ist, und es konnte freilich auch nicht erfolgen angesichts der parlamentarischen Zustände. Daß auch der Ausgleich mit Ungarn auf Grund der Notverordnung ins Werk gesetzt worden ist, erscheint in Anbetracht der politischen und wirtschaftlichen Wichtigkeit dieses Gesetzes äußerst gewagt, und die Regierung wird an den Folgen dieses Schrittes voraussichtlich noch sehr schwer zu tragen haben. Nicht mit Unrecht heißt es in der eingangs erwähnten Kundgebung der deutschen Fortschrittspartei, daß durch den § 14 die Verfassung tatsächlich aufgehoben worden ist, wenn er in bisheriger Weise weiter so gehandhabt wird. Und ebenso berechtigt ist die Behauptung, daß durch den ins Leben getretenen Ausgleich die wirtschaftlichen Interessen Oesterreichs eine schwere Schädigung erfahren. Den Ungarn kann man es nicht verdenken, daß sie die Lage zu ihren Gunsten ausgenutzt haben, aber auf der österreichischen Regierung bleibt immer der Vorwurf haften, zu sorglos bei der Vertretung der eigenen Interessen gewesen zu sein. Mau darf gespannt sein, was der Paragraph 14 den österreichischen Landen int Laufe der Zeit noch bescheren wird. (xx) Deutsches Reich. Darmstadt, 25. Juli. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin werden morgen nach Koburg reisen, um der daselbst am Donnerstag stattfindenden Konfirmation der jüngsten Schwester Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin, der Prinzessin Beatrice von Sachsen-Koburg und Gotha (geboren 20. April 1884), beizuwohnen. Aus diesem Grunde wird Seine Königliche Hoheit der Großherzog morgen im hiesigen Residenzschlosse weder Audienzen erteilen, noch Vorträge entgegennehmen. — Die „N. Hess. Volksbl." schreiben: Die Zeitungen durchläuft eben die Mitteilung, daß im Monat August in Wiesbaden eine Zusammenkunft zwischen unserem Kaiser und dem Zaren stattfinden solle. Wir sind in der Lage, diese Nachricht als auf Erfindung beruhend zu bezeichnen. Der Zar wird schon wegen der Seelenmessen für den verstorbenen Großfürsten-Thronfolger im Monat August Rußland bestimmt nicht verlassen. Der Besuch der russischen Majestäten war nach den früheren Dispositionen frühestens für Ende September, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber für den Monat Oktober vorgesehen, und ist bis jetzt noch nicht bekannt geworden, daß hierin eine Abänderung geplant sei. Hamburg, 25. Juli. Der seit langem drohende Streik der Bauhandwerker nimmt jetzt greifbare Gestalt an. Eine Versammlung der Zimmerleute, die von mehr als tausend Personen besucht war, beschloß die allgemeine Arbeitseinstellung, falls die Unternehmer nicht am 1. August die neunstündige Arbeitszeit und 70 Pfg. Stundenlohn bewilligen. Die Maurer werden voraussichtlich Nachfolgen. Die Zimmerer warnen bereits vor dem Zuzug nach Hamburg. M.P.C. Aus Hofkreisen wurde uns unlängst geschrieben, es sei nicht rätlich, daß die deutsche Presse mit einem Besuch rechne, den unser Kaiser der Pariser Ausstellung abstatten werde. Inzwischen sind die Freundlichkeiten zwischen Mitgliedern der deutschen und der französischen Marine in Geestemünde in die Erscheinung getreten. Auch von ihnen darf es heißen, daß eine Schwalbe noch lange keinen Sommer mache. Der Pariser „Matin" sagt ausdrücklich, der Kaiser werde nicht nach Frankreich kommen. Kaiser Wilhelm müsse es verstehen und verstehe es, daß kein deutscher Kaiser hoffen dürfe, einen zuvorkommenden, freundschaftlichen und von Protesten jeder Art freien Empfang in Frankreich zu finden, wofern nicht vorher gewisse Fragen, die er nicht einmal erörtern wolle, gelöst würden. Alles Entgegenkommen, welches er zeigt, alle Telegramme, die er bei besonders schmerzlichen Anlässen oder bei sensationellen Vorgängen an unsere Regierenden richtete, haben zum alleinigen Ziel die Erleichterung der Unterhandlungen in solchen Fragen, in denen die Interessen beider Länder mit Nutzen gemeinsam vertreten werden können. Weiter nichts. Wilhelm II. wäre nicht der gut beratene Mann, als den wir ihn kennen gelernt haben, wenn er durch höfliche Worte unmögliche Herzlichkeiten oder demütigende Entsagungen zu erlangen hoffte. Nein, gewiß, er wird nicht nach Frankreich kommen!" Berlin, 25. Juli. „Ich hasse den Fiskus!" soll der Kaiser jüngst nach einer aus unansechtbarer Quelle kommenden Meldung der „M. A. Ztg." geäußert haben. Ich hasse den Fiskus wegen der Uebertreibung der Fis- kalität. Der übertriebenen Fiskalität, die sich jetzt noch bei jeder Gelegenheit Geltung zu schaffen versuche, werde der Krieg bis aufs Messer erklärt werden. Tausend und abertausend von sozialdemokratischen Wählerstimmen kostet das Regiment des Fiskus der Nation in jedem Jahre. Die gesegnete Zeit der Oberrechnungskammer und anderer Instanzen in dem einen und anderen Staatsdepartement soll in keiner Weise verkleinert werden, in unser Zeitalter paßt es aber nicht, daß der Fiskus tausende und abertausende von „Beamten", die sich als Herrscher fühlen, damit beschäftigt, nachzuspüren, ob irgend eine Mark oder noch weniger von einem Steuerzahler zu wenig entrichtet worden sein möchte. Wie aber der Kaiser ein abgesagter Feind aller Fiskalität am unrechten Ort ist, so widerstrebt er auch aller Geheimnisthuerei, namentlich wenn es sich um seine Entschließungen handelt. Sofern ein Staatsinteresse dagegen spricht, daß die Oeffentlichkeit rechtzeitig informiert wird, läßt es sich erklären, wenn die betreffenden Stellen ihre Weisheit unter Verschluß behalten. Sofern aber ein solches Interesse nicht in Frage kommt, möge immerhin prompt mit der Thatsache gerechnet werden, daß unsere Zeit im Zeichen des Verkehrs steht. Das erste Gesetz, welches mit dem unseligen bureaukratischen Zopf bricht, die neue Jnvalidenversicherungsnovelle, hat jetzt die Allerhöchste Sanktion erhalten. Sie fängt an, die Ringmauer zu durchbrechen, welche den einzelnen Arbeiter bisher verhinderte, sein Anliegen Persönlich an der zuständigen Stelle zu vertreten. Wir werden auch im Gerichtsverfahren noch dahin kommen, daß die Schlagbäume fallen, welche zugunsten der Advokaten errichtet wurden. Das Wort von der hassenswerten Fiskalität wird wie ein Kampfruf ausgenommen werden und noch lange in unserem politischen Leben nachtönen. Es wird ein tausendfaches Echo wecken; denn der Entrüstung gegen die Fiskalität hat sich viel in unserem Volke aufgespeichert, in Steuersachen, in Eisenbahnangelegenheiten und nicht zuletzt in Gerichtssachen. War es nicht himmelschreiend, was jüngst die Berliner Zeitungen aus Moabit melden mußten. Eine Frau wird zwangsweise von Nürnberg nach Berlin geschafft, um abgeurteilt zu werden. Sobald sie abgeurteilt ist, sagt der Fiskus zu der völlig mittellosen Frau: Nun siehe Du zu, wie du wieder nach Nürnberg zu Deinen Kindern kommst. Du hast keinen Pfennig Geld in der Tasche, kennst hier keinen Menschen, hast keine Ahnung von hiesigen Verhältnissen, hungerst, sehnst Dich nach Deinen Kindern; aber das ist mir alles ganz egal. Ich kümmere mich um Dich erst wieder, wenn Du die Strafthat, die Du notwenigerweise nunmehr begehen mußt, begangen hast. Ich habe Dich zwangsweise aus Deinen Verhältnissen geriffen, alles weitere geht mich nichts an. Für das Nachhauseschaffen habe ich kein Geld." Das ist eine einfache Rohheit, die jedes christliche und menschliche Gefühl beleidigt. Das läuft auf eine Verhöhnung der Gerechtigkeit hinaus, denn es bedeutet nichts anderes, als zur Sühne des einen Vergehens die Schuldige in ein Verbrechen mit bewußter Absicht treiben. So etwas macht Tausende irre an der Gerechtigkeit und Vernünftigkeit unserer Verhältnisse und schafft im Handumdrehen mehr Unzufriedene als irgend ein verpfuschtes Gesetz. Es ist aber eine echte Blüte verknöcherter Fiskalität. Wenn gegen diese Auswüchse der Kaiser dem Kampf aufnehmen will, so wird ihm ganz Deutschland mit einem aus tiefen Herzen kommenden Glückauf beistimmen. T. R. Ausland. Meran, 25. Juli. Bei der Fahrt zum Schneeberge im Passeier verunglückten auf der Bergwerks-Seilbahn sechs Touristen infolge Seilbruches. Ein Tourist aus Frankfurt ist tot, zwei schwer verwundet. Paris, 25. Juli. Der Ministerrat beschloß die strafweise Versetzung Pellieux nach Quimper. Hauptmann Guyot erhielt 60 Tage strengen Arrest. Rennes, 25. Juli. Der Vorsitzende des Kriegsgerichts wies beim Empfange Beaurepaires dessen Verlangen zurück, seine Untersuchungsakten zu Prüfen. Rennes, 25. Juli. Hier werden augenblicklich die letzten Arbeiten zur Instandsetzung des Saales, in welchem das Kriegsgericht zusammentreten soll, erledigt. Die Verbindung der verschiedenen öffentlichen Gebäude: Präfektur, Kaserne, Gendarmerie u. s. w. unter einander ist bereits hergeftellt. Alle auf Urlaub befindlichen Offiziere müssen bis zum 4. August in die Garnison zurückgekehrt sein. Niederlande. Die Arbeiten der Friedenskonferenz sind am Montag bis zur vorläufigen Feststellung des Schlußprotokolls gediehen, über das die nachfolgenden Einzelheiten bekannt werden. Im Eingang findet sich der Hinweis, daß die Konferenz dem hochherzigen Beginnen des Zaren entsprungen und auf Einladung 'der holländischen Negierung zusammengetreten ist. Dann folgen die Namen der auf dem Kongresse vertretenen Staaten in alphabetischer Reihenfolge, so daß Deutschland (Allemagne) an Oer Spitze steht, und ihrer Bevollmächtigten. Diese Herren erteilen sich alsdann selbst das Lob, sich mit vielem Fleiß und großer Hingabe ihrer segensreichen Aufgabe gewidmet zu haben. Dabei haben sie drei Verträge (conventions) zu stände gebracht, deren erster der friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten dient, während der zweite einen Kodex des gesamten Kriegsrechts aufstellt und der letzte die Ausdehnung der Genfer Konventiou auf den Seekrieg bringt: Außerdem sind noch drei als „Deklarationen" bezeichnete Verträge abgeschlossen worden, welche die bekannten von der ersten Kommission aufgestellten Verbote des Werfens von Explosivstoffen aus Luftballons, der Verwendung von Bomben mit betäubenden oder tötlichen Gasen und des Gebrauches von Dum-Dum-artigen Ge- schoffen enthalten. Hieran schließen sich die von der Konferenz einstimmig zum Ausdruck gebrachten Wünsche, als erster die platonische an die Adresse des Zaren gerichtete Erklärung, daß eine Verminderung der Militärlast im Interesse der Völker im höchsten Maße wünschenswert sei; weiter die Wünsche, die Feststellung der Stellung der Neutralen und die Abänderung des Genfer Übereinkommens für den Landkrieg zum Gegenstand der Behandlung einer späteren Konferenz gemacht zu sehen, und die Aufforderung an die Regierungen, die Gewehrfrage mit Ausschluß der Annahme eines besseren Typus für eine bestimmte Zeit zum Gegenstand eines eingehenden Studiums zum Zwecke darauf zu bauender internationaler Verhandlungen zu machen. Zum Schluß kommen noch zwei Wünsche, die keiner einmütigen Zustimmung begegnet sind, nämlich die Fragen des Schutzes von Privateigentum im Seekrieg und des Bombardements von Küstenstädten durch Kriegsschiffe, deren Regelung gleichfalls einer späteren Konferenz Vorbehalten wird. Die Aussichten eines Zustandekommens einer solchen werden sehr verschieden beurteilt; dem „einmal und nicht wieder" der einen Seite steht die von anderer Seite geäußerte Zuversicht gegenüber, daß man sich in fünf Jahren wieder versammeln, am Ende gar schon nächstes Jahr nichtamtlich in Paris zusammentreten werde. Die Unterzeichnung des Schlußprotokolls, die ja durchaus unverbindlicher Natur ist, wird anstandslos durch alle Delegierten erfolgen, dagegen wird die Ratifikation der einzelnen Verträge wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Heute (Dienstag) tritt zum letztenmal die Schiedsgerichts-Kommission zusammen. Die Konferenz als solche wird wahrscheinlich am nächsten Samstag oder Sonntag ihren Abschluß finden. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 26. Juli 1899. •* Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 8. Juli dem Pfarrer und Vorsitzenden des Kirchenvorstandes der reformierten Gemeinde, Friedrich Jllert zu Neu-Isenburg, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Bürgermeister Jakob Pons zu Neu-Isenburg das silberne Kreuz desselben Ordens zum 24. I. M. zu verleihen. *• Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 24. Juli dem Generalmajor und Kommandeur der 85. Infanterie-Brigade, v. Weiher, seither Kommandeur des 4. Großh. Infanterie-Regiments (Prinz Karl) Nr. 118, das Komturkreuz 2. Klaffe, und dem Obersten und Kommandeur des Infanterie-Regiments Graf Bose (1. Thür.) Nr. 31, v. Dersch au, seither beim Stabe des 3. Großh. Infanterie-Regiments (Leibregiments) Nr. 117, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, — ferner dem Direktor des städtischen Krankenhauses zu Charlottenburg, Professor Dr. Fritz Bessel- Hagen, das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens zu verleihen geruht. *’ Aus dem Gerichtsdienst. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz ist der Großherzogl. Gerichsassessor Dr. Mahr in Darmstadt vom 1. k. Mts. an mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Staatsanwalts am Großh. Landgericht der Provinz Starkenburg beauftragt worden. ** Festkommers. Der zur Feier des fünfzigjährigen Dozentenjubiläums des Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Eckhard gestern abend in Steins Garten arrangierte Festkommers nahm einen großartigen Verlauf. Von nah und fern waren ehemalige Schüler des Jubilars herbeigeeilt, um mit der gesamten Studentenschaft den Ehrentag dieses an Jahren, Arbeit und Erfolg reichen Lebens zu begehen. Unter den Reden des offiziellen Teils ragte besonders die zu Herzen gehende Ansprache des Jubilars hervor. Einen tiefen Eindruck machte es, als er seiner ersten Schüler gedachte, „die schon lange unter der Erde liegen", als er an den Zauber erinnerte, der ihn berühre bei dem Gedanken, seit dem Ringen der modernen Wissenschaft um Anerkennung mitten im Kampfe gestanden zu haben. Markig waren auch die Worte des Rektors Professor Dr. Löhlein, der Natur, Fleiß und Freude an der Jugend als die Dinge pries, denen der Gefeierte seine Frische verdanke. — Der nichtoffizielle Teil verlief unter der bewährten Leitung des Professors Dr. Frank mit Bier- und anderen Reden in überaus feuchtfröhlicher Weise. ** Die Gießener Ruder-Regatta am kommenden Sonntag, dem 30. Juli verspricht in allen ihren Teilen eine höchst gelungene zu werden. Allabendlich herrscht ein reges Leben auf dem Wasser am Bootshaus. Neben den bewährten Senioren, die schon manchen Erfolg aufzuweisen haben, arbeiten fleißig die zu den schönsten Hoffnungen berechtigten Junioren; besonderes Interesse erregt auch der seit kurzer Zeit bestehende Akademische Vierer, der ausschließlich mit Söhnen unserer alma mater bemannt ist. Alle Mannschaften sind gleichmäßig bemüht, durch Kraft, Geschick, Ausdauer und Intelligenz kleine Vorteile über den Gegner zu erringen; denn mehr, wie bei anderen Sports handelt es sich bei den Regatten darum, jede Sekunde weise auszunutzen. Tapfere und bewährte Gegner werden am Sonntag am Start erscheinen, neben alten bewährten Freunden haben sich diesmal neue aus weiter Ferne gemeldet, die sich nicht erst ihre Sporen in Gießen zu verdienen haben. Gießen hat allerorts einen guten Ruf als Feststadt, alles kommt gern nach hier. Heiße, aber hoch interessante Kämpfe sind daher zu erwarten, und jeder, der noch etwas Sinn hat für männliche Kraft und Geschicklichkeit muß und wird seine helle Freude darüber haben, was ihm am Sonntag geboten werden wird. Hoffentlich macht das Wetter zur Regatta- ein freundliches Gesicht, das Wasser unter den Booten reicht zum Erfolg vollständig aus. *• Die Einweihung der neuen Synagoge. (Fortsetzung). Laut Programm fand am Samstag dem 22. Juli morgens der Fe st gottes dienst statt, der sich zu einer erhebenden Feier gestaltete. Was ihm eine besonders verschönende und getragene Weihe gab, war sein Mittelpunkt, die Fest- predigt, die nicht nur durch die machtvolle Beredsamkeit des Herrn Provinzial-Rabbiners Dr. Hirschfeld zündete, sondern vor allem durch die Fülle und Tiefe der gediegensten Gedanken überzeugend hinriß; dann aber vor allem auch der von Herrn Cantor Klein ausgezeichnet geschulte Synagogenchor, der sich bei seinem Bortrage recht schwerer Kompositionen bereits am vergangenen Tage so vorzüglich bewährt hatte. Nachmittags fand man sich auf Tcxtors Terrasse und abends im Hotel „Großherzog von Hessen" zu geselliger Unterhaltung ein. Das Festbankett am Mittag des folgenden Tages vereinigte eine stattliche Anzahl von Teilnehmern, die durch den Präses des Vorstandes der israel. Religionsgesellschaft, Herrn Bankier Grünewald, begrüßt und willkommen geheißen wurden. Den Reigen der Toaste eröffnete kurz nach Beginn der Tafel, Herr Provinzial-Rabbiner Dr. Hirschfeld mit Worten, die begeistert und begeisternd Dank Sr. König!. Hoheit dem. Großherzoge zollten für die so mannigfachen Beweise seines Wohlwollens, die er der israel. Religionsgesellschaft gegeben, und mit diesem Ausdrucke des Dankes, den der Hingebung an das angestammte Fürstenhaus verbanden, dem mit unumwandelbarer Treue anzuhangen, direkte und eindringlichste Verpflichtung des jüdischen Religionsgesetzes sei. Dem Hochrufe, in den alle enthusiastisch einstimmten, schloß sich die Königshymne an, die von der Regimentskapelle vorgetragen, und stehend von den Festteilnehmern begleitet wurde. Alsdann wurde das Huldigungstelegramm verlesen, das an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog abgesandt wurde. — Herr Generalagent Fröhlich feierte hierauf die Verdienste des Herrn Provinzial-Rabbiners um die Hebung und Förderung der religiösen Interessen der Gemeinde im allgemeinen, wie vor allem auch als geistigen Schöpfers der neuen Synagoge. — Herr Austerlitz gedachte in zu Herzen gehenden Worten des leider zu früh dahingeschiedenen 1. Vorstehers, Herrn Aron Marcus, zu dessen Ehrung sich alle von ihren Plätzen erhoben, und pries die jetzigen Herren des Vorstandes als diejenigen, die mit ernstem Streben und Wollen von vornherein ihrem Vorgänger gefolgt seien und mit so vieler Betriebsamkeit beigetragen haben zum synagogalen Neubau. — Der 2. Vorstand, Herr Sigmund Rosenbaum, toastete auf die Mitglieder der Religionsgesellschaft, ohne deren Mitwirkung das Werk natürlich nicht hätte verwirklicht werden können und hob noch einmal Herrn Dr. Hirschfeld rühmlichst hervor. Er verlas hierauf die bis zur Stunde eingelaufenen Telegramme und Briefe, unter diesen solche vom Herrn Oberbürgermeister Gnauth, von verschiedenen Mitgliedern des Stadtverordneten- Kollegiums, von der israel. Religionsgemeinde, der israel. Religionsgesellschaft Frankfurt a. M. und von vielen Rabbinern und privaten Gönnern. — Dem Frauenverein „Einigkeit" sprach Anerkennung und Dank für den so geschmackvollen, der heiligen Lade gespendeten Vorhang Herr Bankier Grünewald aus. — Herr Karl Klebe hob hervor, daß zunächst auch die Frauen durch Aneiferung und thätige Mithilfe beigesteuert zur Erreichung des gesteckten Zieles, dann aber ja zur Verschönerung des Festes in so hervorragendem Maße beigetragen und beitrügen. — Herrn Lehrer Klein wurde gebührender Preis für das schon bis zu diesem Zeitpunkte Geleistete durch den ersten Vorstand, Herrn Grünewald, zuteil. — Herr canä. phil Salomon Bamberger sprach von der Bedeutung der Religionsgesellschaft am hiesigen Platze im allgemeinen, insofern sie alle die Institutionen repräsentiere, die für ein wahrhaft jüdisches Gemeindewesen unerläßlich seien. Nachdem dann noch Herr cand. phil. Bernhard Hamburger das Bild einer größeren und glänzenderen Zukunft entrollte, die aus dieser Gegenwart ersprießen könne und müsse, die jene im Prinzipe ja schon in ihrem Schoße trüge, gab Herr cand. ehern. Epstein in einer trefflichen hebräischen Ansprache Gefühlen innigster Mitfreude Ausdruck über die Thatsache, daß auch in Ländern und Gegenden, über die man nicht überall in dieser Beziehung optimistische Hoffnungen hege, der Pessimismus Lüge gestraft werde durch. Ereignisse von vorliegender Art. — Damit endigte in vorgerückter Nachmittagsstunde das Bankett. — Die Theaterfeier am Abende hatte ein sehr zahlreiches Publikum herbeigelockt, das es denn auch nicht bereute, gekommen zu fein. Sämtliche Mädchen- und Knabenstücke wurden einfach meisterhaft gespielt, und eines Lobes und einer Anerkennung waren alle über die gelungenen Ausführungen, zwischen deren erstem und zweitem Teile lebende Bilder ausgezeichnet dargestellt wurden. Herr Samuel Rosenbaum verstand es denn, aber auch, in Worten, die allen aus der Seele gesprochen waren, dem Dirigenten, Herrn Lehrer Klein, der die Einschulung und Leitung der Schülerdramen unternommen und so glücklich durchgeführt hatte, die ganze Fülle der Anerkennung zu spenden, die er verdient, und überreichte sodann einen von den Mitgliedern der Religionsgesellschast Herrn Lehrer klein als ein Zeichen der Dankbarkeit, gespendeten, schweren silbernen Pokal. Herr Klein dankte gerührt für die schöne Ehrung und betonte, wie vor allem ja Dank den mitwirkenden Mädchen und Knaben und deren Eltern gebühre, die diesen und damit ihm so hilfreich zur Seite gestanden. — Um die Mii e Nachtstunde schloß hiernit die theatralische Feier, und balo ertönten die ersten Klänge, die zum Schlnßpunkte des Programms, zum Balle, luden, dessen rauschende Akkorde erst der Helle Tag verstummen ließ. — Möge die Feier zu Ehren unserer Synagoge, die ein Wirklichkeit gewordener Meistergedanke des Herrn Architekten. L. Seuling eben durch ihre schmuckvolle Einfachheit ist. 'ter g " ™ooten • «»« rtar9tM 'S btr(*“^^en^n ,'wte"1 ijÄ Ef ?’tlb zündete »S* '^'chn-' Pi2 S^’Ä °9'f» »otjügli* 5 “Uf ZrM Bankett am 'm ^Dvrftander W Grüne- Bm wurden. Den -Nnn der Tafel, rl!b mit Worten, 7)m9[' Hoheit dem chenÄenicise feinet WM gegeben, der Hingebung nDen- dem mit un. e und eindringlichste ^setzes (ei. Dem '«en, schloß sich mentskapelle vorge- 'rn begleitet wurde, ni verlesen, das an dt wurde. - Herr die Mienfte des ln9 und Förderung n allgemeinen, wie r neuen Synagoge. Herzen gehenden men 1. Vorstehers, (ich alle von ihren a Herren des Vor- Streben und Wollen gt (eien und mit so n zum synagogalen Sigmund Rosen« Religionsgesellschaft, irlich nicht hatte ver- noch einmal Herrn verlas hierauf die amme und Briefe, -germeister Gnau/h, Stadtverordneten- Meinde, der izrael. . und von vielen Dem Franenverein Demi für den so gebeten Vorhang Herr - Karl Klebe hob durch «neiferung und ichung des gesteckten ng des Festes in f» beitrügen. - HE j (üt das schon orS den ersten Vorstand, canl. phil Salomon itung der Religions' meinen, insofern sie für ein tvnhrhast ;.n Nachdem bann „st entrollte, die au d müsse, die jene'M iae gab Herr caod. W"Ä üi-rt'-E Mrr di- * «* Hoffnungen hege, bürgtft'ßt d« ®e,(9,, fi» • Klein, der " «.«<*t » bet ßttt S ”r «W । W Li ? SÄ Ä'i* ,, 6r8Liii«'» $s;*- * nachdem sie einen allseitig so befriedigenden Verlauf genommen, ein günstiges Vorzeichen fern, für dre gedeihliche Fortentwickelung der isr. Religionsgesellschaft, die ja jetzt erst so recht einen sie konsolidierenden Mittelpunkt in der neuerbauten Synagoge gefunden hat. ♦♦ Entgleist. Am Montag abend entgleiste der um 820 Uhr in Koblenz fällige Schnellzug Gießen-Metz vor Niederlahnstein in folge eines Langschwellennsses. Personen wurden nicht verletzt, Materialschaden bedeutend. ** Bezüglich des Inkrafttretens der von den beiden Kammern vor kurzem angenommenen Steuerreform-Gesetze erfahren die „N. H. V." aus zuverlässiger Quelle, daß dre Einkommen- und Vermögenssteuer mit Wirkung vom 1 April 1901 erhoben werden. Die Gesetze, betreffend Urkundenstempel, Hundesteuer und Erbschaftssteuer, treten am 1. April 1900 in Kraft, während bezüglich des Lotterie, aesctzes der Regierung vorbehalten ist, den Tag des Inkrafttretens durch Bekanntmachung im Regierungsblatt zu bestimmen. Es kann also unter Umständen schon im nächsten Herbste die erste Lotterie veranstaltet werden. Grünberg, 24. Juli. Der hier bei seinen Eltern auf Urlaub weilende Feldwebel Albert Bohr von der südwestafrikanischen Schutztruppe hat vom auswärtigen Amt den Befehl erhalten, an einem zweimonatigen Weinbaukursus in Trier teilzunehmen. Bohr ist gelernter Gärtner und hat sich bereits nach Trier begeben. Am 25. September d. I. wird derselbe nach Windhoek in Südwest-Afrika zurückkehren. Das dortige Klima wie auch die dortigen Bodenverhältnisse sollen sich vorzüglich zum Weinbau eignen. § Mücke, 25. Juli. Im Kammerwalde, der zwischen hier und Grünberg liegt, befindet sich hart an der linken Straßenseite, von hier aus gerechnet, gleich beim Eintritte in den Wald eine Fichte, die beim jüngsten Gewitter von einem Blitz getroffen worden ist. Die Wucht des Einschlagens war eine solch koloffale, daß sie in der That die Bewunderung erregt. Die hohe, mächtige Fichte mißt am Stamme unten ungefähr einen halben Meter im Durchmesser. Der Blitz hat seinen Anfang hoch oben in dem Wipfel als schmale Rinne genommen. Wo die Aeste aufhören, da zeigt sich die riesenhafte Kraft des Strahles. Holzstücke in der Länge von Dachsparren und von einer Dicke von etwa acht Zentimeter sind abgerissen und zur Seite geschleudert worden. Der starke Stamm selbst ist mitten durch ins Kreuz wie von einem scharfen Messer gespalten. Man hat früher oft geglaubt, die Fichte werde wegen ihres Harzgehaltes vom Blitze nicht getroffen. Aber die in neuer Zeit häufig bemerkten Blitzschläge in starke Fichten zeigen die Hinfälligkert der früheren Meinung. Die Regel: vor der Eiche weiche, vor der Fichte — flüchte, hat soweit ihre Geltung, nicht aber in ihrem Nachsatze: nur die Buche — suche. Auch die Buche bleibt vom Einschlagen nicht verschont. Unter einen hohen Baum, welcher Gattung er auch angehört, soll man sich im Walde bei einem Gewitter überhaupt nicht stellen. Niedere Fichtenbestände bieten hier den besten Schutz. □ Alsfeld, 25. Juli. Die seitherigen so sehr warmen Tage erwecken namentlich bei den Knaben die Lust zum Baden. Wo hierzu Gelegenheit sich bietet, wird fleißig davon Gebrauch gemacht. Da dieses Baden von großen und kleinen Knaben ohne Aufsicht ausgeübt wird, so verknüpft sich damit eine Gefahr, die nur zu leicht übersehen und nicht beachtet wird. Wohl baden die Kinder an untiefen Stellen, aber es reizt sie oft, tiefere Stellen aufzusuchen oder in jugendlichem Uebermut solcher nicht zu achten. Welche große Gefahr in diesem unbeaufsichtigten Baden liegt, das zeigt ein vorgestern hier vorgekommener erschütternder Unglücksfall. Der im 14. Lebensjahre stehende Sohn des hiesigen Metzgers Duchardt war mit Kameraden hinausgeeilt, um in der Nähe der Stadt zu baden. Hierbei geriet er an eine tiefere Stelle und sank unter. Seine Kameraden vermochten dem mit dem Leben ringenden Jungen keine Hilfe zu bringen, und er ertrank. n. Aus der Wetterau, 25. Juli. Der Arbeitermangel und die steigenden Löhne zwingen die Landwirte dazu, die M aschine immer mehr in ihren Dienst zu nehmen, und man sieht hier die mannigfachsten Maschinen im Landwirtschaftsbetrieb. In den letzten Wochen wurden von einer einzigen Agentur über 100 Gras- und Getreidemähmaschinen hier verkauft. — Die Gegenden, die im Juni von Ueber- schwemmungen heimgesucht waren, leiden jetzt unter einer schrecklichen Schnakenplage. Der sumpfige Boden war für die Entwicklung des Geschmeißes ungemein günstig. Am Morgen und Abend kann man sich kaum im Freien aufhallen. Kinder, die sich selbst noch nicht recht helfen können, laufen mit entsetzlich geschwollenen Gesichtern umher. n. Altenstadt, 25. Juli. Bei uns fällt im Gegensatz zu anderen Gegenden die Aepfelernte sehr gut aus. Die glücklichen Besitzer von Obstbaumstücken hatten seither Klängen des Radetzky-Marsches im Zuge nach der „Stadt- Halle" ging, wo die Wiener durch den Mainzer Münner- gesangverein begrüßt und ihnen von denen ein Ehrentrunk kredenzt wurde. — Heute wurde hier in flagranti ein Postbeamter erwischt und in Hast genommen, der von nicht abgestempelten Briefen sich die Freimarken ancignete. - Zwei hier in der letzten Zeit stattgehabte größere Festlichkeiten, das fünfzigjährige Feuerwehrjubiläum und 14. Radfahrerkongreß haben beide mit beträchtllchem Defizit abgeschlossen. Festmüdigkeit? Aus der Zeit für die Zett. Vor 104 Jahren, am 27. Juli 1795, wurde zu Berlin einer der hervorragendsten Meister im Schachspiel Ludwig Bledow geboren, der das Verdienst besitzt, die erste deutsche Schachzeitung ins Leben gerufen zu haben. Allmählich wurde er zu einer entscheidenden Autoritär bei allen Schachfreunden. In seinem pädagogischen Berufe zeichnete er sich durch gründliches Wissen, insbesondere aber durch außerordentliches Geschick im Kopfrechnen aus Er starb am 6. August 1846 als Gymnasialoberlehrer zu Berlin. Neueste Meldungen. Depescken des Bureau „Herold". Elberfeld, 26. Juli. Die Stadtverordneten der Städte Elberfeld und Barmen beschloffen die Ablehnung des Entwurfes des Düsseldorfer Regierungs präsidenten bezüglich der Vereinigung von Elberfeld und Barmen. Wien, 26. Juli. Reichsrats- und Landtagsabgeordncte der deutschen Volkspartei haben eine Erklärung veröffentlicht, worin sie feierlichen Protest erheben gegen das Vorgehen der Regierung, durch die Not-Verordnung unentbehrliche Gebrauchsgegenstände, wie Zucker und Petroleum, zu verteuern, wodurch breite Schichten der Bevölkerung schwer getroffen wurden. Brüssel, 26. Juli. Das progressistische Organ „Reform" versichert unter großem Bedauern, daß die viel erwähnte und als endgültig beschlossene Allianz zwischen Liberalen, Sozialisten und Christlich Demokraten für die kommenden Gemeindewahlen anscheinend nicht zu stände kommt. Das progressistische Organ fordert die Liberalen und die Doktrinären auf, die Allianz nicht aufzugeben. Paris, 26. Juli. General Pellieux nahm ferne Strafversetzung nicht an und reichte seine Demission ein. Die Revisionisten sind mit der Maßregelung Pellieux' unzufrieden und fordern seine Stellung vor ein Kriegsgericht. Wie verlautet, beschloß der gestrige Ministerrat die Bestrafung des Generals Negrier wegen disciplinwidriger Aeußerungen. Paris, 26. Juli. Die viel besprochene Strafmaßregelung gegen den General Negrier ist in der That erfolgt. Negrier ist nach dem Beschluß des gestrigen Ministerrats seines Amts enthoben worden, weil er, wie versichert wird, während des Putsch-Versuches Döroulödes erklärt haben soll, das sei der richtige Mann, und er sei bereit, mit ihm zu marschieren. Nach Paris berufen, um sich über diese Worte zu äußern, soll Negrier diese nicht abgestritten haben. Man will sogar wissen, er habe hinzugefügt: Alles, was man gegen mich unternehmen will, ist mir egal; ich habe die Armee hinter mir, und sie wird mir folgen. Tie Maßregelung Negriers wurde diesem sofort nach dem Vogesen- Departement telegraphisch übermittelt und er gleichzeitig nach Paris zurückberufen. Wie es heißt, soll der General außer der genannten Maßregelung auch aus der Liste der Ehren-Legion gestrichen werden. Belgrad, 26. Juli. Das Standgericht hat gestern seine Verhandlungen im Saale der hiesigen Präfektur begonnen. Angeklagt und verurteilt wurde ein Matrose wegen bewaffneten Widerstandes gegen die Polizei zu einem Jahre Gefängnis; ferner Milan Dabrujak wegen Majestäts-Beleidigung und Akten-Diebstahls zu 10 Jahren Kerker und der Kaufmann Michel Zwetkovic wegen Majestäts-Beleidigung zu 1 Vz Jahren Kerker. Prätoria, 26. Juli. Die angeblichen Verschwörer in Johannis bürg sind gestern in Freiheit gesetzt worden. Gingesandt. Gießen, 26. Juli 1899. Ob's wohl in diesem Jahrhundert noch dazu kommen werd? Wozu? Nun, zu Uhrzeigern an der katholischen Klicke. Einer, der seit langem täglich vergeblich hinauisieht. Temperatur der Lahn und Luft nrch Reaumur gemeff.n am 26. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhl miitugB Wasser 18°, Luft 18°. Rübsamen'sche Badeantt « ehr viel Arbeit durch das notwendige Stützen der voll- [ längenden Aeste. Man sieht kaum einmal einen Baum ohne Stütze. Da die Meldungen aus Deutschland alle >arin übereinstimmen, daß die Aepfelernte gering ausfällt, o können wir auf hohe Preise für den Herbst rechnen. Bad-Nauheim, 23. Juli. Beim Baden in der nahen Wetter ertrank heute der 21jährige Sohn des Schuldieners Franke, ein talentierter' junger Mann. — Der Polizei ist es gelungen, zwei russische Hochstapler zu verhaften, von denen der eine aus Nizza, der andere aus Antwerpen zugereist war. Ferner wurde gestern abend am Bahnhofe ein angebliches ungarisches Ehepaar festgenommen, das des Diebstahls, der Hehlerei und Kuppelei überführt ist. — In der vorigen Woche sind 1336 Fremde, im ganzen jetzt 14,939 Kurgäste hier angekommen. — Der Verkauf des hiesigen Wasserwerks an den Staat ist erfolgt, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt Bad-Nauheim. I P.C. GroßUmstadt, 25. Juli. Auf dem hiesigen Ausstellungsplatz entwickelt sich zur Zeit ein sehr reges I Treiben; die Ausstellungsgegenstände sind zum größten Teil schon angekommen; man ist eifrig mit dem Auspacken und Aufstellen der Gegenstände, Pavillons und bergt, mit dem Dekorieren der einzelnen Kojen beschäftigt. Was sich dem I Auge darbietet, läßt schon erkennen, daß die Ausstellung in allen Zweigen des Handwerks und Gewerbes hervorragende Leistungen aufweist. Schon jetzt, wo noch alles im Entstehen ist, ist ein Gang durch die Ausstellung, auch dem Nichtfachmann, ein Genuß. Auf einen sehr zahlreichen Besuch der Ausstellung ist bestimmt zu hoffen. Mehrere Vereine, Gewerbevereine und andere, haben bei dem I Empfangsausschuß ihren Besuch schon angemeldet. Vereinen, welche geschlossen die Ausstellung besuchen, wird Ermäßigung des Eintrittspreises (50 Pfg. pro Person) gewährt, während die Einzelkarte 1 Mark kostet. Es werden wöchentlich 3 Konzerte stattfinden, der Regel nach Sonntags, Mittwochs und Freitags. Am Eröffnungssonntag (30. Juli) konzertiert die Kapelle des Feldartillerieregiments Nr. 25 zu Darmstadt. P.C. Groß-Umstadt, 25. Juli. Die feierliche Eröffnung der hiesigen Jubiläums-Provinzial-Gewerbeaus- stellung wird am nächsten Sonntag, dem 30. d. M. nachmittags 12 Uhr durch ein Mitglied der Großherzoglichen Regierung vorgenommen werden. Mehrere Herren Ministerialräte haben ihr Erscheinen zugesagt. Eine Deputation des Ausstellungs-Komitees wurde von Se. Königl. Hoheit dem Großherzog in Audienz empfangen. Se. Königl. Ho- heit bezeigten lebhaftes Interesse an dem Unternehmen und stellten, für den Fall, daß es sich ermöglichen ließe, einen Besuch der Ausstellung in Aussicht. Lorsch, 22. Juli. Unter dem Verdacht des Kindesmordes wurde gestern ein 20jähriges Mädchen aus besserer Familie verhaftet und nach Darmstadt transportiert. Dieselbe hatte heimlich geboren und wie verlautet, unter Beihilfe ihrer Mutter, die kleine Leiche auf dem Friedhof vergraben. Das Verbrechen verursacht begreiflicher Weise in unserm Orte die größte Erregung. Mainz, 25. Juli. In der in unmittelbarer Nähe der Stephanskirche gelegenen Oelmühle der Firma Vohsen hier, brach heute nachmittag infolge Ueberlaufen eines Siedkessels Feuer aus, das, in einem großen Oellager reiche Nahrung findend, eine sehr bedeutende Ausdehnung annahm. Bis auf die steinernen Umfassungsmauern ist die weit ausgedehnte Oelmühle samt bedeutenden Warenvorräten und Roh Produkten fast ganz ein Raub der Flammen geworden und bedurfte es seitens der vereinigten militärischen und städtischen Feuerwehren bedeutenderAnstrengungen, um die angrenzenden Nachbargebäude vor dem Feuer zu schützen. An einer Seite der Mühle, an welcher sich die Marienschule befindet, schlugen die Flammen auf das Nachbargebiet über und zwar derart, daß die Schüler und Pensionäre genannter Lehranstalt eiligst das Freie suchen mußten. Den Bemühungen der Feuerwehren gelang es, das Schulgebäude zu retten. Der durch Versicherung gedeckte Schaden in der Oelmühle ist ein sehr beträchtlicher. /> Mainz, 25. Juli. Von einer großen Menschenmenge mit Hellem Jubel begrüßt, traf heute Morgen der Wiener Männergesang-Verein, von Heidelberg kommend, hier ein. Zu dessen Empfang hatten sich auf dem Bahnhof der Oberbürgermeister nebst den Deputationen der hiesigen Gesangvereine eingefunden. Als der Zug, der die Sänger brachte, in den Bahnhof einfuhr, durchbrauste ein tausendstimmiges Hoch und die Musik intonierte unter lautem Jubel „Gott erhalte Franz den Kaiser!" Oberbürgermeister Dr. Gaßner hieß die Gäste namens der Stadt Mainz willkommen, worauf der Präsident der Wiener Sänger, Kommerzienrat Neubert, für den warmen Empfang dankte und in begeisterten Worten die Zusammengehörigkeit der beiden Volksstämme, die eine Sprache reden, schilderte. Nach diesen Worten sangen die Wiener ihren Wahlspruch: „Frei und treu in Lied und That", worauf es unter den 'DAWWWK Forderungen an das Vermögen de-Gastwirts PhilippLepperlll. zu Reiskirchen sind binnen 8 Togen behufs Berücksichtigung bei der Ver- Mögensregulierung bei dem Vormund Philipp Stumpf IV. zu Reis, kirchen anzumelden, desgleichen dürfen Zahlungen nur noch an den genannten Vormund geschehen. Gießen, am 26. Juli 1899. Großherzogliches Amtsgericht. Schmidt. 5570 Zu verkaufen Die Gemeinde Rodheim au der Bieber hat zwei gut genährte Bullen zu verkaufen. Gebote sind schriftlich, lautend auf jeden der Bullen, bid zum 28. ds. Mts., mittags 12 Uhr, auf oer Bürgermeisterei zu Rodheim a. d. Bieber, woselbst auch Bedingungen zu ersehen sind, abzugeben. 6556 Rodheim, den 25. Juli 1899. Schlierbach, Bürgermeister. Am Montag dem 31. dfs. Mts., nachmittags 3 Uhr, soll in dem Gemeindehause dahier ein fetter Zuchtftier meistbietend ve? kauft werden und wollen sich Reflektanten hierzu ein» finden. Krofdorf, 25. Juli 1899. Der Bürgermeister. Lichtenthäler. 5555 Terrain zur Anlegung einer Heilstätte für Lungenkranke, welches möglichst nachstehenden Erfordernissen entspricht, wird zu kaufen gesuchtr Geschützte Lage gegen herrschende nördliche und nord-östliche Winde, ausgiebige Besonnung, Staub-, Rauch- und Nußfreiheit, Nähe ausgedehnter Waldungen mit vielem Nadelholz, Zugängltchkeit mittelst Eisenbahn und Fuhrwerks, trockener, poröser Untergrund, Vorhandensein reichlichen und guten Trinkwassers. Bevorzugt werden in bergigem Gelände obere Abschnitte breiter, nach Süden offener Thäler mit der Möglichkeit, Spaziergänge in nahe aufwärts gelegene Walder zu macken. Angebote paffender Terrains unter genauer Angabe der Lage, Größe, des Preises und, inwieweit das Terrain obigen Erfordernissen entspricht, sind zu ricklen an den Vorstand der Pensionskaffe für die Arbeiter der Preußischen Staatseisenbahn-Verwaltung, Berlin^., Schöneberger Ufer 1—4. $554 MdI. SchlMMS Freibavk. 5527 Heute und morgen: Stillßtisch 48 M. Heute frische Schellfisch s, Kabliau, Zander, Schollen, 5lu6e yechte, lcvende Karpfen, Schleie, Forellen eingetroffen. 310 Prompter Versandt nach auSwäus. J. M. Schulhof, itn,9a Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft Telephon 46. Markt 21. 5566 Entree 50 Pfg< Anfang Va8 Uhr. •»•••»••»•••«•••••••••ftftft Vertreter: 5530 die Herren Dr« Schllephake und Dr. Zinsser. •©••«»•••»••©••»•»••»•♦ft« Der Vorstand. Geschäfts-Eröffnung gegen zu bringen, zeichne 02619 Gelegcnheitskauf! 51 5553 Toiletteartikel re Gesucht A. 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Diese älteste Fabrik firmierte 1695 bis 1735: Johann Paul Feminis; von 1735 bis 1885: Johann Anton Farina Zur Stadt Mailand"; von 1885 ab: Joseph Anton Neumann ''Zur Stadt Mailand". Nur diese Firma ist im Alleinbesitze des Original-Rezeptes des Eifinders und ist nur allein die „Stadt Mailand" und keine andere Fabr k ausgezeichnet worden durch die Kgl. preußische Staatsmedaille'. Etikett blau»rot»gold. (Köwen- Droaerie W. Kikbinger, Hießen )____________5547 (Mlniftn braun-melierter, kurzhaariger Mhnerhund. G^gen Belohnung abzugeben 5563 Gießener Kraußans. ycvloven ? Eine 4-Zmmelwohnullg mit allem Zubehör von ruhigen Leuten gesucht. Offerten mit Preisangabe unter Z. 02618 an die Expedition d. Bl. ~ Em vollständig ruhige» Zimmer zu mieten gesucht. Offerten unter A. B. 02616 an die Expedition dieses Blattes. rtfm Dienstag vormittag wurde in 4» Kaisers Kaffeegescbäft am Lindenplotz ein feideuer Regenschirm vertauscht. Die erkannte Dame wird gebeten, den- Todes-Anzeige. 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