189» Sonntag den 26 November M. 278 Zweites Blatt ichener Henerat-AnMer Amts- unb AnzeiKebl ÄmCUekß «rhvrrv Anzeigen für kn Gießener Anzeiger entyf*. »sb*Nm »•« Anzeigen zu kt ni**ntU|« fit kw gkgeelt* S«| erscheinenden Ihniunet WB Mr*. 1H Liß:. und wir haben selten so herzlich lachen gehört, wie nach diesen Aktschlüssen, ja, wer sich auf den alten medizinischen Grundsatz eingeschworen yat, daß daS Gesundeste ein fröhliches Gelächter sei, dem ist der Besuch des „Opferlammes" nur zu empfehlen. Freilich muß er gut aufgelegt und in burlesken Uebertreibungen auf das Unmöglichste von allem gefaßt sein, doch der burleske Schwank hat ja seine Berechtigung, die Bühne soll allen Stimmungen gerecht werden dürfen, auch der übersprudelnden Ausgelassenheit. Nur hat das Stück einen Fehler — im letzten Akt fallen die Verfasser aus der Nolle, nämlich insofern, als sie das Burleske verlassen und sich mit der traditionellen Luftspiellösung begnügen. Auch hier giebt es noch manches Amüsante, aber der Akt ist doch im allgemeinen schwach und in anderem Genre gehalten als die vorhergehenden, ohne daß hierzu eine zwingende Veranlassung vorgelegen hat. Nur um wenigstens mit ein paar Worten den Inhalt zu streifen, sei verraten, daß es sich um drasilfcheVerUgenheits- siluationen handelt. Erich v. Werden, der ein gutes Herz, aber als ehemaliger flotter Reiteroffizier auch eine schneidige Vergangenheit hat, will Adelheid v. Prochnow, einen schweren Goldfisch, heiraten, als am Tage vor der Hochzeit seine bisherige Geliebte, die Kunstreiterin Wanda Bilinski, in Prochnows Rittergut erscheint, um ihren Galan in Verlegenheit zu bringen. Was thun? Wanda wird für eine Frau v. Griebenow ausgegeben, da Griebenows abgesagt hatten. Der Herr Profesior hat sich jedoch nachträglich noch zur Reise entschlossen und kommt zum Entsetzen Erichs plötzlich an. Der gute Profesior, das Opferlamm, muß aus Freund- GrstiskeLlge»: Meßesrr ZaMüMStter, Der heffrfche Landwirt, ZMer fLr hessische Volkskunde. Totenfest. Gießen, den 25. November 1899. Es ist ein eignes Ding um des Menschen Leben. So lange er in Kraft und Frische Leibes und der Seele einhergeht, kommt es ihm ganz selbstverständlich vor, daß er da ist, und mit der Vorstellung, daß er auch einmal aufhören wird, da zu sein, weiß er nichts anzufangen. Da trifft ihn der Verlust irgend eines geliebten Mitmenschen, und er muß dabei sein, wenn die Leiche desselben in den Sarg gelegt und ins Grab gebettet wird. Und er muß mit dem Gedanken sich vertraut machen: das ist der Weg, der dir auch bevorsteht. Auch von dir wird auf Erden einmal nichts übrig sein als der kalte Leichnam, der seinen Platz im Grabe finden wird. So geht es nun, seit es Menschen giebt; ein Geschlecht nach dem andern kommt auf und stirbt wieder ab. Während wir in der Blüte unserer Jahre rüstig schaffen, sinken die vor uns darnieder, die vor wenigen Jahrzehnten das waren, was wir jetzt sind; und gleichzeitig wachsen zwischen uns die empor, die nach wenigen Jahrzehnten unfern Platz ausfüllen werden. Es ist ein unaufhörliches Kommen und Gehen; und in diesem unaufhörlichen Kommen und Gehen wie viel Trauer und Leid, wie viel Kummer und Thränen für die, denen ihre Teuersten hinweggenommen werden, wie wenig Erfolg und Befriedigung, wie wenig Freude am Leben und Zufriedenheit mit dem Ende bei denen, die da scheiden! Das sind niederdrückende Gedanken, wie sie sich uns nie stärker ausdrängen als am Tage der Totenfeier, wenn wir die ungezählten Scharen der Trauernden sehen, die in frischer Trauer oder in alten Schmerzen geliebte Gräber pflegen. Wie jammervoll, wenn der Last des Leides, das die Menschheit trägt jahraus jahrein, nichts gegenüberstünde, das sie auszuheben vermag! Wie herrlich, daß wir am Totenfeste wissen, woher wir unfern Trost uns holen dürfen, daß wir den Erlöser kennen, der dem Tod den Stachel genommen und das Leid in Freude verwandelt hat! Wir feiern die Erinnerung an unsere Verstorbenen als ein Fest der christlichen Gemeinde, die freudig bekennt: wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir. Wenn wir wie unser Heiland hienieden unter dem Kreuze gehen und die vielfältige Not der Welt tragen müssen, so gehören wir doch der Welt nicht mehr an und ihre Not kann uns nicht rauben, was wir an ewigen Gütern des Geistes empfangen haben. Wenn uns die Vergänglichkeit des Irdischen, die Frucht unserer Lebenszeit bedrücken wollen, so wissen wir, daß in allem Wechsel und aller Unbeständigkeit doch Glaube, Hoffnung, Liebe bleiben, diese drei. Und jeder liefere Blick in das Leben derer, die wir betrauern, jede ernstere Einsicht in unser eigenes Schicksal zeigt uns, daß in dem scheinbar so nichtigen Erdendasein «ns köstliche Schätze der Gnade unseres Gottes geschenkt, kums von den englischen Niederlagen in Natal ablenken sollen. Hebet diesen angeblichen brillanten Sieg bringen die Zeitungen spaltenlange Berichte und Leitartikel. Dagegen liegt kein Wort über Ladysmith vor, außer dem total unbeglaubigten Gerücht aus Eingeborenenquellen, White habe Sonntag einen groß« Erfolg errungen. Bei den Sachverständigen herrscht eine be- forgnisvolle Ueberraschung über den plötzlichen Vormarsch der Buren nach Süden. Jouberts Plan erscheint ihnen enorm gewagt und unverständlich, solange er Ladysmith im Rücken hat. London, 24. November. Ein Telegramm aus Mo- rivier berichtet, die Buren begannen am 23. ds. Mts. früh bei Tagesanbruch die Beschießung des englischen Lagers mit 10 Geschützen. Die Engländer erwiderten das Feuer. Der Kampf dauerte bis 8 Uhr morgens. Um 9 Uhr nahmen die Buren das Feuer wieder auf. Der Arlilleriekampf dauerte bis spät in den Nachmittag hinein. Die Buren sollen indesien wenig Schaden ange- Atzreffe für Depeschen: Anzeiger Glrßtt, Fernsprecher Nr. 51. schäft zu Erich den Gatten der Kunstreiterin spielen, al« plötzlich sein eigenes junges Weib, das ihm nachgereist ist, unerwartet auf der Bildfläche erscheint. Zum Glück für Erich hält seine Schwiegermutter die Dame für die neuengagierte Stütze der Hausfrau, die Frau Professor — auch ein Opferlamm — geht notgedrungen auf die Verwechslung ein, um Erich nicht zu ruinieren, und nun löst eine Verlegenheit die andere ab, bis im letzten Akt der Forsteleve Hans v. Prochnow sich für Erich opfert und das Erscheinen Miß Wandas auf seine Rechnung nimmt. Der Hochzeit steht nichts mehr im Wege. Die tollen Verlegenheitsszeneu sind sehr kühn erfunden und geschickt aneinander gerecht. Die Aufführung war von der Regie (Herr Steinert) offenbar mit großer Sorgfalt vorbereitet, und sämtliche Darsteller spielten mit bester Laune. Herr Wilhelmi — unser unverwüstlicher Komiker — Halle sich zu der Rolle des Opferlammes hergegeben, übrigens für ihn eine sehr dankbare Aufgabe. Flott und gewandt gab Herr Steinert den in Verlegenheiten schwebenden Bräutigam, während Frl. Hammer durch ihr pikantes Aeußere und ebenso pikantes Spiel imponierte. Frl. Duve als Hildegard war ebenfalls eine ganz prächtige Figur; besondere Anerkennung verdient ihre Haltung im letzten Akt, wo sie der recht schwierigen Szene jungferlicher Aufregung in vorzüglicher Weise gerecht wurde. Der uns zur Verfügung stehende Raum verbietet uns ein näheres Eingehen auf die Leistungen der einzelnen Darsteller. Wir bemerken nur, daß sie alle ihre volle Schuldigkeit gethan haben und jeder an seinem Teile ja * Telegramme. London, 25. November. Die Buren errichteten an der Südgrenze des Oranje-FreistaateS bei der Norval- Brücke ein großes Lager in Erwartung einer aus Eastlondon gegen Colesberg aurückeuden (Solenne. Der Kriegs Korrespondent der „Westminster.Gazette" telegraphiert seinem Blatte, daß Lord Mcthuen sämtliche, auch die vom Kriegsminifterium mit Nachrichten versehenen Bericht- er st alter vom Schauplätze des Kampfes fern gehalten habe. Damit stimmt zusammen, daß die einzige Zeitungsdepesche, die bisher eine Beschreibung des sogen. Sieges bei Belmont brachte, die der „Daily Mail", kein Datum trug, also ein Londoner Fabrikat war. — „Daily Chroniele" meldet, das Kabinett habe beschlossen, daß die Basis des Friedens ein vereinigtes Südafrika nach dem Muster des Dominiums in Kanada ft in soll. Jeder Staat soll die lokale Selbstverwaltung behalten bei gemeinschaftlichem Wahlrecht gegen Leistung des Treu-Eides an England. Jede Kolonie erhält einen Gouverneur und das gesamte Dominium einen Bieekönig. Doch sei der Plan noch nicht endgiltig sestgestellt. — Der Korrespondent der „Times" berichtet aus Moois River vom gestrigen Tage, daß die englischen Truppen resultatlos versucht haben, die Buren südlich von Esteourt zu verdrängen. Es fanden mehrere Vorposteu- gefechte statt. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete. Der Angriff auf Willow-Grove war ebenfalls nur ein Vorpostengefecht. Später griffen zwei Regimenter englischer Füsiliere ein. Auf englischer Seite gab es drei Tote und vier Verwundete. — Die Blätter heben bei Besprechung des Sieges bei Belmont hervor, daß die Buren wieder Zeit und Muße hatten, ihre Toten mit zu nehmen, und sich in vorzug- hohe Ziele der Vollendung unseres Wesens gesteckt sind. Das zeitliche Leben erkennen wir dann als die edle Gabe des gütigen Gottes, der uns für sein Reich und das Leben in seiner Gemeinschaft ^bereiten und vollenden will. Und wir freuen uns, daß wir unsrer Lieben gedenken dürfen mit den Worten himmlischen Trostes: die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Und: die Liebe höret nimmer auf.________________________ * Vom Kriegsschauplatz. Brüssel, 24. November. Der Londoner Korrespondent der „Judep." telegraphiert seinem Blatte Folgendes: In hiesigen politischen und diplomatischen Kreisen spricht man heute von nichts anderem, als von der Zusammenkunft, welche im Schlosse Windsor zwischen Kaiser Wilhelm und Chamberlain in Anwesenheit des Grafen Hatzfeldt stattgefunden hat. In gut unterrichteten Kreisen wird bestimmt behauptet, Kaiser Wilhelm habe in aller Form und im Namen der Großmächte die Vermittlung zur Schlichtung des südafrikanischen Streites angeboten. Der Korresp. fügt hinzu, Chamberlain habe im Laufe der Unter-, redung die Bestimmungen festgestellt, unter welchen England den Frieden annehmen könne (d. h. wohl „müsse"). Chamberlain soll vom Ministerrate mit dieser Angelegenheit be traut worden sein, weil er der Hauptschuldige in der Transvaalfrage ist. Die Thatsache, daß Chamberlain vorher eine Unterredung mit Lord Salisbury hatte, und daß Graf Hatzfeldt trotz seiner Krankheit nach Windsor gekommen ist, lassen angeblich darauf schließen, daß diese Gerüchte richtig sind. Die Haltung der Presse, die während der letzten 2 Tage Friedensgerüchte verbreitete, ließe ebenfalls auf eine Richtigkeit dieser Nachrichten schließen. Brüssel, 24 November. General Methuens Versuch, im Morgengrauen gestern Belmont zu stürmen, wurde von den Buren glänzend abgeschlagen. Seine Meldung, daß er einen Sieg erfochten habe, ist eine offenbar absichtliche Entstellung der Th atsachen. (Wie wir vorausgesagt hatten. D. Red.) Die Garden gingen in das Lager am Oranjeflusse zurück, 22 Gefangene und einige 300 Tote und Verwundete auf dem Kampfplätze lassend, darunter den Brigadegeneral Festonchaugh und 6 Stabsoffiziere. Außerdem sind 22 Garde Offiziere tot oder schwer verwundet. London, 24. November. Mehrere Blätter befürchten, daß die Meldung Über den Sieg bei Belmont sich als eine solche heraus st eilen werde, wie diejenige von dem Siege bei Glencoe. London, 24. November. Der offizielle Bericht Lord Methuens Über die Erstürmung Belmonts von gestern wird hier wieder als eine der bekannten englischen Siegesnachrichten angesehen, welche die Aufmerksamkeit des Publi- vierteljährlich 2 Mark 20 Wfr monatlich 75 mit tkingerleW- • Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf». vierteljährlich Theater. -r. Gießen, 25. November. Oscar Walter, der ehemalige Dramaturg des Leipziger Stadttheaters, ist als Bühnenschriftsteller im Lause der Jahre überall em gern gesehener Gast geworden. Wer denkt bei dem Namen Walter nicht an die heiteren Stunden, die wohl jeder im „Don Cvsar" verlebte, jene erfolgreiche Operette, zu welcher Walter das Libretto und Dellinger die Musik schrieb. Und wenn nun Walter mit seinen weiteren Arbeiten auf demselben Gebiete — Lorraine, Steffen Langer, St. Cyr rc. — auch nie wieder einen so durchschlagenden Erfolg erzielte wie mit dem „Don Cösar", so waren seine Operettentexte doch stets beachtenswerte Arbeiten, und gar mancher Komponist hätte sich glücklich geschätzt, einen poetisch so begabten und zugleich routinierten Mitarbeiter zu haben. Mit Leo Stein hat Walttr bereits vor dem „Opferlamm" einmal zusammen gearbeitet und zwar in der allerliebsten Komödie „Fräulein Doctor". Auch in cinfteu Dingen hat er sich versucht, so in seinen Schauspielen „Weihnachten", „Wildes Blut", „Schloß am Meer", „Dunkle Augen", „Mit dem Strome" usw.; doch im „Opferlamm" kehrt er auf seine ihm lieb gewordene Straße zurück, um seiner Kunstgemeinde zu zeigen, daß chn hei all seinem ernsten Streben der Humor, ja noch mehr -er tolle Uebermut noch nicht verlassen hat. Es ist eine geradezu unbändige Ausgelassenheit, die aus den ersten beiden Akten des „Opferlamms" spricht. W** ett fcrtwkee Bei *Mt«fi. W* Mehener Qörtew km Itajeifer IkkMva, e^eiitten unk Druckerei: Kch«tßr«-c Ar. 1. ijTWiiWMTTTBnr*''Tirmt i—'t- kcher Ordnung zurückziehen konnten, daß man also kaum einen Sieg der englischen Truppen verzeichnen könne. — Die hiesige Bevölkerung interessiert sich ganz besonders für den Sieg bei Belmont, weil unter den Truppen des Generals Mathuen sich sehr viele Londoner Soldaten befinden. Der Andrang vor dem Kriegsamte war gestern daher ein sehr großer. — Nach einem weiteren Telegramm des Lord Methuen find unter den bei Belmont Gefangenen ein deutscher Kommandant und sechs Feld-Cornets. 19 von den Gefangenen sind verwundet. Lord Methuen fügt hinzu, er sei nicht im stände, die Verluste der Buren annähernd anzugeben. Die Gefangenen sagen aus, der Angriff sei für die Buren ein überraschender gewesen und es sei das erste Mal gewesen, daß die Buren geschlagen worden seien. — Ein Telegramm aus Lorenzo Marquez berichtet, daß die Buren wieder eine Anzahl Gefangene nach Prätoria geschickt haben. Aus dem Reichstage. (Nachdruck verboten.) nh. Berlin, 24. November 18S9. So wichtig und tief eingreifend in das gesamte Wirtschaftsleben die Bestimmungen der Gewerbeordnungsnovelle auch sind, im Reichstage verbreiten die Beratungen darüber bleierne Langeweile, die nur dann einmal unterbrochen wird, wenn ein sozialdemokratischer Redner den Mund recht voll nimmt und die Verhältnisse in diesen oder jenen Zweigen als so entsetzliche schildert, daß einem ordentlich eine Gänsehaut über den Körper läuft Immerhin haben sich die anderen Parteien daran gewöhnt, diese feurigen Anklagen ruhig hinzunehmen, denn wenn sie protestieren, dann bekommen sie entweder zu hören: „Für die Arbeiter haben Sie natürlich kein Herz" oder „Wenn Sie sich in der Lage befänden, würden Sie schon anders reden." Heute wurde die Beratung nur sehr wenig gefördert, denn es entspannen sich unter den Spezialisten der verschiendenen Parteien gewaltige Redeschlachten um verhältnismäßig nicht übermäßig wichtige Dinge. Der Artikel 6 fügt eine neue Bestimmung in die Gewerbeordnung ein, wonach der Bundesrat für bestimmte Gewerbe Lohnbücher und Arbeitszettel vorschreiben kann, in die einzutragen sind 1. Art und Umfang der Übertragenen Arbeit, 2. die Lohnsätze; 3 die Bedingungen für die Lieferung von Werkzeugen und Stoffen, und 4. die Bedingungen für die Darreichung von Kost und Logis, sofern diese auf den Lohn angerechnet werden sollen. Hierzu waren von drei Seiten umfangreiche Abänderungsanträge gestellt. Zunächst wollte ein sozialdemokratischer Antrag festlegen, daß nur die genannten Ding eingetragen werden dürfen, da sonst die Lohnbücher leicht zur Kennzeichnung mißliebiger Persönlichkeiten mißbraucht werden könnten. Dieser Vorschlag wurde zähe von den Abgg. Reißhaus, Stadthagen und Molkenbuhr verteidigt, denen von den bürgerlichen Parteien aber nur Rösicke im Namen der freisinnigen Gruppen zustimmte. Dr Hitze (Centr.) hielt mit den Rednern der anderen Parteien der angeb-uteten Gefahr für genügend vorgebeugt durch eine andere Bestimmung der Gewerbeordnung, die solche Kennzeichnung generell verbietet. Die Hauptangriffe richteten sich aber gegen die Aufnahme der oben unter 4 angeführten Angaben in die Arbeitsbücher. Und zwar gingen sie aus einerseits von Frhr. von Stumm (Rp.) und seinen Freunden und andererseits von den Sozialdemokraten. Allerdings waren für beide verschiedene Beweggründe maßgebend, wie man sich leicht denken kann Frhr. von Stumm wollte damit den kleinen Arbeitgebern etwaige Unannehmlichkeiten ersparen, während die Sozialdemokraten überhaupt das sogen. Trucksystem beseitigen wollten. Die letzteren beantragten deshalb, entweder in Rr. 4 die Schlußworte zu streichen, „sofern sie auf den Lohn angerechnet werden sollen", oder die ganze Nummer zu beseitigen. Mit dem ersten Antrag hätten sie erreicht, daß die Bedingungen für alle Lieferungen, also nicht nur für diejenigen, die sich als Naturallohn charakterisieren, sondern auch jene, die den Arbeitern unter Einbehaltung ihres kontrahierten Lohnbetrages gegeben werden, Ausirahme finden müssen, wodurch viele solcher Lieferungen unterblieben wären; und bei völliger Streichung sollte ein Paragraph des Bürgerlichen Gesetzbuches in Geltung kommen, der nach ihrer Interpretation das Einbehalten von Lohnteilen für Lieferungen seitens der Unternehmer verbietet und diese einfach in die Rolle eines gewöhnlichen Gläubigers verweist Zentrum, Nationalliberale und Freisinnige hielten aber die Nr. 4 aufrecht, die sie für den besten Mttelweg erklärten. Auch die sonstigen unwichtigeren Abänderungsanträge wurden abgelehnt bis auf die unwichtigsten des Abg Rösicke, der den für die Lohnbücher vorgesehenen Abdruck der wichtigsten Bestimmungen der Gewerbeordnung über das Arbeitsverhältnis auch auf die Arbeitszettel ausdehnt. Im Anschluß daran wurde noch ein sozialdemokratischer Antrag beraten und gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, der dis Heimarbeit (Hausindustrie') regeln und einschränken wollte. Die Heimarbeiter sollten der Ortspolizeibehörde gemeldet und ihre Arbeitsräume weder als Schlaf-, Koch- oder Wohnräume benutzt werden; auch die in der Hausindustrie beschäftigten Kinder sollten den bekannten für die Fabriken geltenden einschlägigen Bestimmungen unterworfen werden. Wie die Löwen kämpften die Antragsteller für ihre Anträge, fanden aber auf keiner Seite Gegenliebe. Allgemein erkannte man bereitwillig an, daß die Hausindustrie schwere Schäden berge, gegen die vorgegangen werden müsse; das könne aber nicht durch eine solche allgemeine Gelegenheitsbestimmung in der Gewerbeordnung gemacht werden, über deren Folgen man sich gar kein Bild machen könne, sondern nur durch sorgfältig vorbereitete und gründ- dem unbestrittenen Erfolge des „Opferlammes" beigetragen haben. Als Emil Richard im vorigen Jahre in New-Aork gastierte, brachten ihm die dort ansässigen Deutschen folgenden poetischen Huldigungsgruß in plattdeutscher Mundart dar: Du ipeh-st ntd? Svakespeare, ntch Sardou, Du sprhift ohk ntcks nun Ibsen, Du fanast mit nutz' Fritz Reuter an, Un warft de Sadk all fixen. Een Mim mit echtes platldütsch Hart, Vun Plartdütsch Sinn un Trachten, Datt is, wona uns Landsmannschaft, So lange däh all imacbten. Keen Hüsiing Du?! Hess keene Angst, Man ward Di Bravo roopen. Wt fehl et all, wi Grott un Llltt To Din Entfpektor loopen. Wer uns Fritz Reuter hewt op ’t Schild, Del is goot op hier hoben, De Landsmannschaft freit sick op Erd, Uns Dichterfürst dohr hoben. Du mötzkst een lange Reis hierher, Loht Di datt nid) verdreeten, Bald heei et: R'chard is een Kerl, tzt gift jo gar keen Tweelen! Wi, as datt Plattdüische Organ, Ni kt Di uuS Hand entgeaen! Tdioter iS 't, wie ’t Kegelfpehl, Nu los, smit alle Nrgen! Gor heilig is unS Gastfründschaft, Dali iS bi unS so Sitte, Betrachten kannst Du hüt all Di AS Een uht unfe Mitte! lich durch gearbeitete Spezialgesetze. Denselben Standpunkt vertrat auch Graf Posadoweky namens der Regierung, wobei er mitteilte, daß ein solches Spezialgesetz für die Tabalindustrre, in der die Schäden besonders groß seien, vorbereitet worden, und daß nach und nach auch die anderen Hausindustrieen an die Reihe kommen soll n. Deutsches Keich. Berlin, 24. November. Nach einer Meldung aus Windsor wohnte heute das Kaiser paar, die Königin Viktoria und die übrigen Mitglieder der Königl. Familie dem Gedächtnisgottesdienst für die Fürstin Leitungen in der königlichen St. Georges-Kapelle bei. Später besuchte der Kaiser den Herzog und die Herzogin von Marlborough im Blenheiten-Palast und kehrte nachmittags nach Windsor zurück. — Die Geschäftsordnungs-Kommission des Reichstages hatte sich heute mit einem Anträge des Buchdruckereibesitzers Berger in Apolda zu beschäftigen, der die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Abgeordneten Säubert (Soz.) wegen Beleidigung nachsucht. Die Kommission beschloß einstimmig, dem Hause die Ablehnung des Antrages zu empfehlen. — Die „Berliner Polit. Nachr." brachten die Mit teilung, daß man im Ministerium die Errichtung eines besonderen Oberpräsidiums Berlin plane. Wie die „Deutsche Tageszeitung" erfährt, handelt es sich dabei nur um Gedanken, die im weiten Felde liegen, und sich zu einem gesetzgeberischen Plane noch nicht verdichtet haben. — Bei dem Aufenthalte des Freiherrn v. Hertling in Rom handelt es sich nach der „Germania" um eine wichtige Frage des kirchlichen Unterrichts. — Der deutsche Botschafter in Washington, v. Holl eben, ist mit dem Lloyddampfer „Trave" in Bremerhaven eingetroffen. — Nach einem Londoner Telegramm der „Vossischen Zeitung" wurden gestern im Schlosse Windsor wichtige diplomatische Besprechungen gepflogen. Der noch sehr unpäßliche deutsche Botschafter Graf Hatzfeldt hatte gestern morgen kurz nach feiner Ankunft eine lange Unterredung mit dem Grafen Bülow. Nachmittags Va4 Uhr traf Chamberlain im Schlosse ein, und beriet zuerst mit Hatzfeldt, später mit Bülow, und wurde alsdann vom Kaiser nach dessen Rückkehr von der Jagd, wie bereits gemeldet, in Audienz empfangen. Vorher hatte der Kaiser mit Bülow und Hatzfeldt eine Beratung. Chamberlain war fast drei Stunden im Schlöffe. Auch Balfour, der während der Abwesenheit Salisburys die Geschäfte des Auswärtigen Amtes leitet, wurde gestern im Schlosse Windsor vom Kaiser empfangen. Die „Times" erfährt, daß einzelne Punkte des in Berlin am 20. Oktober unterzeichneten Abkommens zwischen der deutschen Regierung und der britischen Südafrika-Gesellschaft wichtige Bestimmnngen enthalten, die klar die Wahrscheinlichkeit andeuten, daß der Endpunkt der neuen Eisenbahn nicht auf deutschem, sondern auf portugiesischem Gebiete im Norden der deutschen Kolonie, nämlich in der Großen Fischbai, gelegen sein wird. — Nach einem Telegramm des „Lgkalanzeiger" sind die englischen Zeitungen bemüht, die gestrigen Konferenzen in Windsor als einen Beweis wichtiger politischer Abmachungen zwischen England und Deutschland und als Einverständnis über den Transvaalkrieg auszunutzen. Sie nehmen an, daß dem Kaiser die Pläne der englischen Regierung über die Zukunft Transvaals und des Freistaates vorgelegt wurden, und ein Arrangement über die deutsch-englischen Beziehungen in Südafrika stattgefunden haben. Ausland. Wien, 24. November. Wie verlautet, hat der Kaiser bei der Audienz des Dr. Engel die Meldung der Reservisten in tschechischer Sprache als eine Empörung bezeichnet, gegen welche man auf das strengste einschreiten müsse. Paris, 24. November. Der Gemeinderat von Nantes hat eine Tagesordnung angenommen, worin die beiden südafrikanischen Republiken zur Verteidigung ihrer Unabhängigkeit beglückwünscht werden. Paris, 24; November. Die Regierung beschloß heute aus Anlaß des Hochverratsprozesses die Senatswahlen, welche am 7. Januar stattfinden sollten, bis zum 28. Januar zu vertagen. Brüffel, 24. November. In der heutigen Kammersitzung wurde das Wahlgesetz, wodurch die Verhältniswahlen in Belgien eingeführt werden, mit 70 gegen 63 Stimmen und 8 Stimmenthaltungen angenommen. Die Sozialisten riefen bei der Verkündigung des Resultats der Abstimmung heftige Tumulte hervor und pfiffen, während die Rechte Beifall klatschte. Mehrere sozialistische Abgeordnete gingen so weit, daß sie vom Präsidenten zur Ordnung gerufen werden mußten. London, 24. November. Berichte aus Hatsild über Salisburys Befinden lauten verhältnismäßig befrie- digend. Auch Kaiser Wilhelm erkundigte sich nach seinem Befinden. London, 24. November. „Daily Telegr." berichtet aus New-Aork, daß der Hauptmann Otley, der englische Marine-Attachs in Washington, dem englischen Marineamt den Rat gegeben habe, das System des amerikanischen Unterseeboots für die englische Marine zu erwerben. (?) Petersburg, 24. November. Gegenüber den Meldungen von der Erschütterung der Stellung des Finanz- ministers Witte erfährt der Petersburger Korrespondent der „Köln. Ztg.", daß Witte noch bei seinem letzten Empfange beim Zaren wertvolle Beweise des Vertrauens empfangen habe. Witte habe zahlreiche Feinde, aber keiner habe sich bisher als gefährlich erwiesen. Konstantinopel, 24. November. Sonntagnacht wurden in größter Heimlichkeit drei Verhaftungen vom Pa- I laiS dekretiert, welche nicht geringe Sensation hervor- rufen. Es handelt sich um drei die höchsten Staatsstellen begleitenden Würdenträger, die sich der besonderen Wertschätzung muselmanischer und fast aller europälscher Kreise erfreuten. Said Bey, der Präsident der juridischen Sektion des Staatsrates, Ferdi Bey, Mitglied der Zivilsektion des Staatsrates, sowie der hochgelehrte Zeia Molla, Mitglied des Kollegienrates, wurden Sonntagnacht in ihren Konats durch Palastgarden arretiert und unter starker Eskorte nach dem Aildiz gebracht. Am Montag trat im Palais ein außerordentlicher Gerichtsrat zusammen, welcher das Schuldig aussprach und auf lebenslängliche Deportation der Angeklagten erkannte. Die Angeklagten sollen nach einer Version mit dem ältesten Sohne des Sultans, nach einer andern mit dem Thronfolger Verbindung gehabt haben. Lokales und MovinMes. Gießen, den 25. November 1899. ** Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Eisenbahndirektor Schoberth und dem Regierungsrat Roth das Ritterkreuz 1. Kl., und dem Eisenbahnsekretär Wilk er das Ritterkreuz 2. Klaffe des Ludwigsordens zu verleihen. ** Ordensverleihungen rc. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs wurden auch diesmal zahlreiche Beamte usw. mit Ordensauszeichnungen bedacht. Ein ausführliches Verzeichnis der Ausgezeichneten bringen wir in nächster Nummer, und teilen für heute nur die Nachstehenden mit: Das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erhielten: Herr Oberbibliothekar Prof. Dr. Herm. Ha upt-Gießen; der derzeitige Rektor der Landesuniversität Prof. Dr Netto- Gießen; Herr Kreisveterinärarzt Prof. Dr. Winkler- Gießen; Herr Landgerichtspräsident Gustav Kullrnann- Gießen; Herr Landgerichtsrat Wilh. Wehner-Gießen.— Das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: Herr Gerichtsschreiber Wilh. Orth in Gießen, Herr Haupt- steueramtsrendant Henckel in Gießen; die Krone zum silbernen Kreuz desselben Ordens: Herr Bürgermeisterei- Sekretär Demuth in Gießen; die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: Herr Landgerichts-Direktor Ludw. Jöckel in Gteßen; das silberne Kreuz desselben Ordens: Herr Bautechniker Jak. Altvater in Gießen, Herr Rendant Herrn. Doering in Gießen; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" Herr Univ. Forstgärtner Karl Dörmer in Gießen, Herr RatSdiener Karl Moll in Gießen. — Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch in Gießen erhielt den Charakter als Justizrat, Herr Justizrat Re atz in Gießen den Charakter als Geheimer Justizrat, Herr Provinzialdirektor von Bechtold in Gießen den Charakter als Geheimerat, Herr Professor Dr. Naumann den Charakter als Geheime Hofrat, Herr Gutsbesitzer Sch lenke in Gießen den Charakter als Oekonomierat, der Hausbeschließer am Kollegieugebäude zu Gießen, Herr Storck, den Charakter als Verwalter. *♦ Bei dem heute nachmittag im Saale des hiesigen „Club" anläßlich des Geburtstages Se. Königl. Hoheit des Großherzogs sowie Seiner erlauchten Gemahlin, Ihrer Kgl. Hoheit, der Frau Großherzogin Melita stattgehabten Festmahl, an dem sich ca. 110 Personen aus allen Kreisen der Bürgerschaft beteiligten, brachte der derzeitige Rektor unserer Universität, Herr Professor Dr. E. Netto einen mit großer Begeisterung aufgenommenen Trinkspruch aus, den wir im Wortlaut folgen lassen: Hochansehnliche Festversammlung! Nur durch Kampf und Sieg konnten Deutschlands Stämme ihr großes, einiges Vaterland erobern; nur erhabener Wille, machtvoller Sinn, eiserne Hand vermochten dem deutschen Volke das langentbehrte, teure Gut der Einheit zu schenken. In jenen Tagen glorreichen Ringens erwärmte das süße Gefühl, deutsch zu sein, aller Herzen; durchglühte das stolze Bewußtsein, deutsch zu sein, alle Geister; riß hinweg, was trennte; hob empor, was einte: Deutschsein war alles. Fast dreißig Jahre sind wir im Besitze. Was neu war, ist jetzt ein altgewohntes Gut, und was schwer erworben wurde, ist ererbtes Eigentum geworden. Ueberquellende Begeisterung ist ruhigem.Gedenken gewichen, und die alten Stammes-Eigentümlichkeiten deutscher Natur treten freier heraus, als in den Tagen junger Einheit. Wahr zeigt sich wieder Ottos von Bismarck Wort: „Die deutsche Vaterlandsliebe bedarf eines Fürsten, auf den sich ihre Anhänglichkeit konzentriert. Deutscher Patriotismus bedarf, um thätig und wirksam zu werden, der Vermittelung dynastischer Anhänglichkeit." So konzentriert sich, meine Herren, unsere deutsche Vaterlandsliebe, unser deutscher Patriotismus in der treuen Anhänglichkeit an unseren erhabenen Landesfürsten, an den Herrscher, deffen Geburtstag wir hier festlich begehen. Ihm jubeln wir heute zu, dem deutschen Fürsten; Ihm igelten unsere heißen Wünsche, dem geliebten Herrscher; Ihm wechen wir das Gelöbnis unserer Treue. Als im vergangenen Jahre Krankheit Ihn befallen hatte, da ging ein banges Gefühl durchs ganze Land; und teurer noch ward der Wiedergenesene unserem Herzen. Wie in jener ernsten Zeit uns Sorge ergriffen hatte, so erfüllt uns heute die Freude, daß unser Landesherr in voller Gesundheit sein und seiner erlauchten Gemahlin Wiegenfest feiern kann. Dem hessischen Lande ist es vergönnt, an einem Tage mit doppelten Wünschen dem Throne sich nahen zu dürfen. Lassen Sie uns, meine Herren, unseren Gefühlen Ausdruck verleihen, indem wir die Gläser heben und durch die festlichen Räume laut den Ruf schallen laffen: Unser Herrscherpaar, Se. Königliche Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig und seine erlauchte Gemahlin Viktoria Melita, sie leben hoch! Heber den weiteren Verlaus des Festmahles werden wir in nächster Nummer eingehend berichten. *• Festakt des Grohherzoglicheu Gymnasiums. In der festlich geschmückten Aula feierte die Anstalt am Festtage um 10 Uhr den Geburtstag unseres Großherzogs und feiner hohen Gemahlin. Die Eltern und Freunde der Anstalt hatten sich zahlreich dazu eingefunden und lohnten so •rf1’ ff >ir sireff”1' @tlW °5,drMNg in »« ’Ä; fi< 8ifl’n“',n au di- tu! *■%*#!* wä'irLt Vereins M V hi, Versammlung un tra t ibn 3”=ä “ fetrÄ Meffl Ä»«’ Ei»*“'1 Arbeitern aus ben gruM. Die Aah darf mit Recht als wenn man berücksichü beamten dienstlich ver «ntahl von Sebienf wohnt. Dem neu g 280 Mitglieder betgett diese Zahl binnen Zm Schluffe gedacht furj der Preuß. Hess. E lich die Veranlassung hiesigen Eisenbahn-Be pachte rin dreifaches und Se. König aus, in welches die stimmte. •• Generol-Veksa die am 23. d. Mts. Dctaillisten-Ver das Wesentliche mit. begrüßt der Vorsitzer Bedauern aus über wichtigen Tagesordnt sich gegen das Vorsi ergeben. Gin fet>r tfj Wertin in der jterfot denken sich bie Versa verloren, an seine Ste Heimer gewählt. Di Herren Wilhelm ha< Stuhl wurden wiede wurden in 11 Vorsta standssitzung, 12 Pro Vorsitzende dankte de Herbert für dir rec Erledigung der G- wurden beschickt: Frankfurt a. M., bei unlauteren Wettbewer N in Frankfurt a. Warenhäuser. 3. Ai und am 5. Novembei r wnd eine Petitic getilgten Vereine Erläge für einen ge ^^schluß die der Gießener Verein ^gesprochen und der unser Verein als Unfe anr • deshalb beschj der Verein? i «Wt » «ch Wut lbe“ bi«bl Mb«, bet. fw9.“ i« «IZ ° foO an h i,9,1 hä ««em h£r ®ei)i ’rtmermirf/e ®h°nal ‘«Weg,,, 2" ' Meifa A «Btt ,1,b,*onll[rt« I >- »««5 '"ndiicht, U1*b unter 1 <;?''« u l'-n foOtn „l"".1« ’ /* e'ntt : N°»mbtr 1899 3J- H°d-i! btt g.-i, ja lb“89li,tt"reni £.rbaeSii< “?** 0-htMtagü «»8« itutbtn im °tbi"8Wnungei l8 ?5 ^°ss-rns>mt« reuH. Klasse des Ber- en erhielten: Herr Ober- Pt Gießen; der ' L MDr N-tto- S* Dr. Winkler- Kullinann- • ^ehner-Gießen.- OrdenS: Herr Ge- Mtzen, Herr hanpt- T1i Wt Krone M Hm dilrgemcherei- Krone M Ritterkreuz r Landgeritzz-.Drrckvr silberne Kreuz desselben Allvater in Gießen, in Gießen; das U )rist: „Mr langjährige irtner Karl Dörmer l Moll in Gießen. — ch in Gießen erhielt den stizrat Re atz in Gießen izrat, Herr Provinzialzen den Charakter als illmann den Charakter ibefi^cr Schkenke in rat, her fyaMdjlitßer Storck, den Charakter m Saale M M« Sr. Königl. Hoheit deS lchten Gemahlin, Ihrer | gin Melita fiattgehabten rjonen ans allen Kreisen ile der derzeitige Rektor )r 0r. E. Netto einen imenen Trinkspruch aus, Sammlung! en Deutschlands EtKnm iM nhabmer Wr, machtvoller fchen Volke das langtnW nen Tagen glorreichen M-n je-m, «toW1»*1* '^Htf, hH»"1«'Mi ”2” SW «tu wer, >ß B *M wM » «* ’-gt* *'«*** Ä ,„b# , . rutsche Vaterlands- Un “ en AnhSnglichte't an d-r treu-" ^^tag : Treue, durchs flN ein unserem W' g^md ”er- '**£<* •* rin< “ hU8 werde« i,i 5** krf ^Lr«s- so beit Schülern die aufgewanbte Mühe. Bon den musikalischen Darbietungen ist die vom Schülerorchester brav ausgcführte Mililärsymphonie von Haydn hervorzuheben, während von den Deklamationen namentlich die Leistungen der Oberprimaner mit Beifall ausgenommen wurden. Die Festrede des Direktors verbreitete sich einleitend über die Gesetze der germanischen Namengebung und verweilte dann bei der Bedeutung der Namen: Ernst, Ludwig und Viktoria, Melita; sie knüpfte an den Namen, Ludwig Erinnerungen au die ruhmreiche Kriegsgeschichte des Franken- und Hessenstamms. Auch die anwesenden Gäste fanden bei dem vom Direktor ausgebrachten Hoch und bei dem gemeinsamen Schlußgesang („Heil unserm Fürsten, Heil!") Gelegenheit, in die Huldigung des Gymnasiums mit einzustimmen. ** Eisenbahn • Verein. Am Donnerstagabend fand in Steins Garten die wiederholt in unserem Blatte angekündigte Versammlung der Beamten, Hilfsbeamten und Arbeiter der Staatseisenbahnverwaltung von Gießen und Umgegend zwecks desinitiver Gründung eines Eisenbahnvereins statt. Herr Eisenbahndirektor Schoberth begrüßte die Versammlung und dankte derselben für ihr zahlreiches Erscheinen. Sodann erfolgte nach einem erklärenden Vorträge über Zweck und Ziele des Vereins durch Eisenbahnsekretär Blum die Beratung und Annahme der Satzungen, an welche sich die Wahl der Vorstandsmitglieder anschloß. Der gewählte Vorstand besteht hiernach aus den 4 Jn- spektions Vorständen, sowie aus weiteren 8 Beamten und 12 Arbeitern aus den verschiedenen Beamten- und Arbeitergruppen. Die Zahl der Anwesenden — über 350 — darf mit Recht als eine sehr große bezeichnet werden, wenn man berücksichtigt, daß ein großer Teil der Betriebsbeamten dienstlich verhindert ist und eine nicht unbedeutende Anzahl von Bediensteten außerhalb der Stadt Gießen wohnt. Dem neu gegründeten Verein sind bis jetzt schon 280 Mitglieder beigetreten; es steht aber zu erwarten, daß diese Zahl sich binnen kurzem ganz bedeutend erhöhen wird. Zum Schlüsse gedachte Herr Eisenbahndirektor Schoberth kurz der Preuß. Hess. Eisenbahn-Gemeinschaft, welche eigentlich die Veranlassung zu der Vereinigung der gesamten hiesigen Eisenbahn-Beamten und -Arbeiterschaft sei, und brachte ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser, und Se. König!. Hoheit den Großherzog von Hessen aus, in welches die Versammlung mit Begeisterung ein- stimmte. ** General-Versammlung des Detaillisten-Vereins. lieber die am 23. d. Mts. abgehaltene Generalversammlung des Detaillisten-Vereins Gießen teilen wir nachstehend das Wesentliche mit. Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßt der Vorsitzende die Versammlung und spricht sein Bedauern aus über die geringe Beteiligung bei einer so wichtigen Tagesordnung. In dem Mitgliederbestand haben sich gegen das Vorjahr nur unbedeutende Veränderungen ergeben. Ein sehr thätiges Mitglied im Vorstand hat der Verein in der Person des Herrn Kaan, zu dessen Andenken sich die Versammlung von ihren Sitzen erhoben, verloren, an seine Stelle wurde Herr Bernhard Oppenheimer gewählt. Die bestimmungsgemäß ausscheidenden Herren Wilhelm Haas, August Noll II. und Robert Stuhl wurden wiedergewählt. Die Geschäfte des Vereins wurden in 11 Vorstandssitzungen, 1 außerordentlichen Vorstandssitzung, 12 Protokollen und 50 Briefen erledigt. Der Vorsitzende dankte den Vorstandsmitgliedern, speziell Herrn Herbert für die rege Beteiligung an den Sitzungen und Erledigung der Geschäfte. — Durch Delegierte wurden beschickt: 1. Am 5. Februar eine Sitzung in Frankfurt a. M., betr. Besteuerung der Warenhäuser und unlauteren Wettbewerb. . 2. Am 23. März eine Versammlung in Frankfurt a. M., betr. gesetzlichen Ladenschluß und Warenhäuser. 3. Am 10. September eine Vorkonferenz und am 5. November eine Konferenz in Frankfurt a. M. ES wird eine Petition der an der Frankfurter Konferenz beteiligten Vereine verlesen, welche dahin zielte, einer Vorlage für einen gesetzlichen, im deutschen Reiche gleichen Ladenschluß die Zustimmung zu versagen. Trotzdem der Gießener Verein sich für den gesetzlichen Ladenschluß ausgesprochen und dem entsprechend gestimmt hatte, würde unser Verein als Unterzeichner der Petition beigefügt. Es wurde deshalb beschlossen, einen dementsprechenden Protest an die Konferenzleitung abgehen zu lassen. Obgleich die Mehrzahl der Vereine für gesetzlichen Ladenschluß eintraten, wurden dieselben durch die Stimmenzahl der größten Vereine Frankfurt a. M., Mainz re. überstimmt. Wegen Heber- tretungen, betr. unlauteren Wettbewerb kamen 4 Fälle vor, erledigt durch 3 Briefe und 1 Klage. 3 Fälle wurden als unbegründet auf den Rat des Herrn Dr. Gutfleisch hin nicht verfolgt. Vor den Beitritt zu dem Rabattsparverein wurden die Mitglieder durch Zirkular gewarnt. Der Eingabe, betr. Offenhaltung der Geschäfte an Sonntagen vor Ostern, Weihnachten und Schützenfest wurde stattgegeben. — Es wurde beschlossen, ein Gesuch an Großh. Bürgermeisterei zu richten, eine amtliche Bekanntmachung dahin zu erlassen, daß trotz deS Ausfalles der Viehmärkte durch die Seuche, die Krämermärkte stattfinden. — Außerdem soll an dieselbe Behörde das Ersuchen gerichtet werden, einem der int Monat Dezember jeden Jahres abzuhaltenden Krämermärkte die Bezeichnung „Weihnachtsmarkt" beizulegen. — Die Redaktionen hiesiger Zeitungen haben bereitwilligst zugesagt, Reklamen für a uswärtige Versandtgeschäfte in den redaktionellen Teil zu vermeiden. — Wie üblich hatte sich der Verein an der Wahl der Großh. Handelskammer beteiligt. — Der Vorsitzende weist darauf hin, daß infolge des neuen Vereinsgesetzes die Eintragung des Vereins ins Vereinsregister erforderlich wird und eine Aenderung der Statuten dadurch bedingt würde. Infolgedessen wird auf Vorschlag von Berrn Herbert es dem Vorstand, in Gemeinschaft mit Herrn r Gutfleisch überlassen, die Umänderung der Statuten vorzunehmen und alsdann der nächsten Generalversammlung vorzulegen. Es wird einstimmig beschlosien, eine Eingabe wegen Offenhaltung der Ladengeschäfte am 31. Dezember (Sylvester) bis abends 7 Uhr an Großh. Kreisamt zu richten. Desgl. auf Vorschlag verschiedener Firmen wegen Offenhaltung der Ladengeschäfte am Weihnachtsabend bis 9 Uhr an dieselbe Behörde. — lieber die Erledigungen der Gießener Konf erenz- beschlüsse berichtet der Vorsitzende: In Frankfurt a. M. fand am 5. Februar Kommissionssitzung statt; und war außer dem Verein Herr Dr. Gutfleisch anwesend. Es kamen zur Verhandlung: 1. Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Es wurde beschlosien, daß anzustreben fei, für alle bürgerlichen Angelegenheiten in erster Instanz Laiengerichte einzufetzen, speziell für Vergehen gegen das Gesetz für Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Ferner ist wünschenswert, daß die Vereine spezielle Fälle anführen sollen, in denen die ganzen Urteile nicht den Anschauungen des Handelsstandes entsprechen und besonders Fälle, in denen das Gesetz versagt. Die einzelnen Vereine sollen Material über solche Fälle sammeln und dem Vorort Gießen cinsenden. Es wird dann beschlossen, bei der nächsten Detaillisten- Konferenz zu beantragen, dieselbe möge beschließen, eine Aenderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs zu erlangen, dergestallt, daß in § 4 eingerügt wird, unter die darin angedrohten Strafen falle auch An- bieten und Verkauf von Waren und gewerblichen Leistungen zu einem Preise, bei welchem die Erzielung eines Gewinnes ausgeschlossen ist, wenn bie in § 4 zum Ausdruck gebrachte Absicht vorliegt. Ferner soll darauf hingewirkt werden, daß bei Ausverkäufen der Mitverkauf für fremde Rechnung verboten wird, daß der Ausdruck „Ausverkauf" nur bei Geschäftsaufgabe, oder Ausgabe der betreffenden Warengattung gebraucht werden darf, daß die Dauer eines Ausverkaufs begrenzt und gesetzlich festgelegt wird, wie viel Waren bei einem Ausverkauf hinzugekauft werden dürfen. Ferner ist anzustreben, daß der Kostenpunkt im Zweifel von dem Gericht nicht über 2000 Mk. festgesetzt werden soll. 2. Gemeinschaftliche Aufmachungen für Garne: betr. § 5 Abs. 1 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Die Konferenz beschließt dahin zu wirken, daß alle Warenpackungen für den Verkauf mit der vollzähligen Stückzahl resp. Gewicht und Meterzahl versehen werden, die sie bei der letzten Packung gehabt haben. Dezimaleinteilung: 1 Kg. 100 Geb. L 10 Gramm, 1 Kg. 50 Geb. L 20 Gramm, 1 Kg. 20 Geb. ä 50 Gramm. Nähgarne dürfen nur in bestimmten Maßen verkauft werden nach dem Dezimalsystem. 3. Schäden der großkapital. Warenhäuser und -Lager für den Detailhandel. Es konnte ein Resultat nicht erzielt werden, da mehrere Mitglieder der Kommission fehlten. Die Materie wurde der Konferenz Frankfurt zur weiteren Bearbeitung überwiesen. 4. Offenhalten der Schaufenster an Sonntagen. Ein diesbezügliches Gesuch ist an die Großh. Hess. Regierung ergangen. Inzwischen äußerte ein Herr Negierungsvertreter, daß die Großh. Regierung die Absicht habe, den Gemeinden es zu überlassen, darüber besondere Bestimmungen zu treffen. Entsprechende Verfügungen werden wohl in Kürze erlassen werden. 5. Erhebungen über die Lage des Kleinhandels. Wie uns bekannt, hat die Neichsregierung die Enquete über den Kleinhandel abgelehnt, während die Großh. Hessische Regierung sich zur Veranstaltung derselben bereit erklärt hatte. Neuerdings erfahren wir jedoch, daß auch die Großh. Hess. Regierung ihre Bereitwilligkeit zurückgezogen, da sie dem Reichsamt nicht vorgreifen wolle. Zum Schluffe bemerkt der Vorsitzende: Wenn auch nicht sehr viel erreicht werde, so haben die Konferenzen den Zweck, die Zusammengehörigkeit der Vereine zu pflegen und dienen zur gegenseitigen Aussprache und Aufklärung. Außerdem finden die an die zustehenden Behörden geäußerten Wünsche zur Verbesserung der Lage des Kleinhandels einen größeren Nachdruck. Der Kaffenbestand am 23. November ist Mk. 353,86 bestehend aus: a. Guthaben bei der Gewerbebank Mk. 260,41 b. bar Mk. 93,45. Zusammen: Mk. 353,86. Als Revisoren zur Prüfung der Rechnung wurden gewählt die Herren H. E. Jughardt, Adolf Müller und Bernhard Oppenheimer. Herr Jughardt erstattet Bericht und spricht Herrn Noll für die gute Rechnungsführung im Namen der Versammlung seinen Dank ans und wurde alsdann dem Rechner Decharge erteilt, unter dem Vorsitz des Herrn Herbert. Die Versammlung beschließt einstimmig, bei der demnächstigen Handelskammerwahl für die Herren Ernst Balser, A. Katz und C. W. Nowack sen. einzutreten. Da die Erfahrung gelehrt, daß die Mittel zu den jeweiligen Ausgaben, event. Führung von Prozessen, nicht ausreichen, wird nach eingehender Beratung einstimmig beschlossen, den Mitgliederbeitrag von 4 auf 6 Mark festzusetzen. Dieser Antrag des Vorstandes wurde durch die gelegentlich eines Prozesses gemachten Erfahrungen begründet, da die Erhebung eines Zuschusses von einzelnen Branchen, für welche die Prozesse geführt werden, möglichst zu vermeiden ist. Es wird beschlossen, bei Großh. Handelskammer, vorstellig zu werden, gemeinschaftlich mit derselben handelswissenschaftliche Vorträge abzuhalten. Wegen Ausstellung der Berichte zum Jahresbericht Großh. Handelskammer, soll für das Jahr 1899 zur Aufstellung des Berichts des Detaillisten-Vereins für jede Branche eine Kommission ernannt werden. Herr Holterhoff regte die Gründung eines Verkehrsanzeigers zur Hebung des Fremdenverkehrs an. Aus der Mitte der Versammlung wurde mitgeteilt, daß bereits ein Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs in Gründung begriffen fei, was die Versammlung mit Freuden begrüßte. Zur Herbeiführung eines regelmäßigen Ladenschlusses sollen die Inhaber der neu gegründeten Geschäfte aufgefordert werden, sich der bestehenden Vereinbarung anzuschließen. Bon der Versammlung wurde dem Vorsitzenden für feine wirksame Thätigkeik, sowie das Jntereffe, welche- derselbe dem Verein entgegenbringt, gedankt. Zum Schluffe weift der Vorsitzende auf bie Notwendigkeit des Bestehens einer Vereinigung der Detaillisten hin, da eine Vertretung Interessen dem einzelnen nicht möglich fei, und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß auch die heutigen Verhandlungen zum Gedeihen des Detaillistenstandes gereichen mögen und chließt die Versammlung. *• Ein mächtiger Feuerschein wurde gestern abend nach 6 Uhr in der Richtung nach Süden sichtbar. Die Befürchtung, daß das Feuer in einer der benachbarten Ortschaften wüte, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Wie wir erfahren, brannten zwischen Lützellinden und Groß- Nechtenbach acht große Strohhaufen nieder. Von dem verbrannten Stroh (ca. 2500 Zentner) war der dritte Teil versichert. ** Wasserleitung betr. Während der nächsten Tage mutz infolge eines hente stattgesundenen Rohrbruches das ganze Wasserrohrnetz unter Hochdruck versetzt werden, und wird den Hauseigentümern des Niederdruckgebietes (alle zwischen dem rechten Wieseckufer und der Lahnseite liegenden Stratzen) deshalb empfohlen, in den nächsten Tagen ihren Hauswasserleitungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Eine amtliche Bekanntmachnng erfolgt nächsten Montag. 8288 Universität und Hochschule. Berlin, 24. November. Wie die „Bert. Ztg." aus zuverlässiger Quelle erfährt, bestätigt es sich, daß der Oberhofmeister Frhr. von Mirbach im Auftrage der Kaiserin auch an die Berliner Universität ein Schreiben gerichtet hat, in welchem das Auftreten des Privatdozenten Dr. Preuß in der Stadtverordnetenversammlung zum Gegenstände einer tadelnden Kritik gemacht wird. Daß in demselben Schreiben auch der Fall Arons erwähnt wird, wie die „Köln. Bolks-Ztg." meldet, bestätige sich nicht. Auch sei noch zu berichtigen, daß das Schreiben nicht an den Senat der Universität, sondern an die juristische Fakultät gerichtet war, die in erster Instanz als Disziplinarbehörde für den Fall Preuß in Betracht kam. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gtetze«, 25. November. Marktbericht. Arck dem heuttqen Wochenmarkt kosteten: Butter vsr Pfd. X 1. 0—1.20 Hübnereier per Si 7—9 H, 2 St. 00—00 H, Enteneier 1 St. 0—0 Eänie- eter ver St.' —00 Käse 1 St. 5—8 H Käsematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter ß-) Tauben ver Paar X 0.70—0.90, Hühner per St. 0 90—l.> 0, Hahnen ver Stück 0 60-0 9Enten per St. X 1.80—2.20, Gänse per Ptund X 0 48—0.56, Ochsenfieisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 66—74 H, Schweinefleisch. gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—60 H, Kartoffeln per 100 Kilo 3.10 bi- 4 50 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 5.00—5 50, Milch per Liter 16 H. Frankfurter Börse vom 24. November. Wechsel auf New-York zu 4.201/2-2 B/g. Prämien auf Kredit per ult. November O,75e/o, do. per ult Dez. 2.20%, Diskonto Kommandit per ult. Nov. 0.60 / , do. per ult. Dez. 1.75%, per ult. Jan. 0 00, Lombarden per ult Nov. 0.40%, do. per ult. Dez 0.75 /q, Staatsbahn per ult. Dez —.—%. Notierungen : Kreditaktien 231.50-90, Diskonto - Kommandit 191.30-191.70, Staatsbahn 140.20, Gotthard 142.80-143 20, Lombarden 31.80, Ungar. Goldrente 97.70, Italiener 93 70-00, 6prozentige Mexikaner—.—, 3proz. Mexikaner 25.80-00, Gestern Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 5%% G. 1% bis 2% Uhr: Kredit 281.90-231.70, Diskonto Kommandit 191.70-40, Staatsbahn 140.20-30, Lombarden 31 80, Türken C 00 00. Aeuefte MMungen. Depeschen des Bureau ,£>etolb*. Berlin, 25. November. Der Empfang des Kolonialministers Chamberlain und des Stellvertreters des britischen Auswärtigen Amtes, Lord Balfour, durch Kaiser Wilhelm, sowie die vorangegangenen Besprech, ungen Chamberlains mit dem Staatssekretär Grafen Bülow und dem deutschen Botschafter Grafen Hatzfeldt werden in allen englischen Blättern zu Ereignissen hochpolitischen Charakters aufgebauscht. Die „Berl. Neuesten Nachrichten" glauben nicht, daß begründeter Anlaß vorliegt, der englischen Presse auf diesem Gebiete zu folgen. Vom englischen Zeitungs Standpunkte aus sind jene Aus. bauschungen leicht begreiflich. Es bleiben aber Aufbauschungen von Vorgängen, die sich durchaus in dem vorhergesehenen Rahmen bewegen. Auch die „National- Zeitung" hört von unterrichteter Seite, wenn der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen wieder in Berlin eingetroffen sein wird, kaum etwas wesentliches an den bisherigen deutsch englischen Beziehungen geändert fein werde. Thorn,25. November. Zum ersten Bürgermeister an Stelle des in den Ruhestand getretenen Dr. Kohli ist heute der zur Verfügung gestellte Landrat des Kreise» Schlochau, Dr. Kersten, mit 29 von 34 Stimmen gewählt worden. Petersburg, 25. November. Wie von unterrichteter Seite verlautet, äußerte der Zar wiederholt seine größte Befriedigung über die Ergebnisse der Potsdamer Kaiser- Zusammenkunft und konstatierte das beste Einverehmen Deutschlands und Rußlands in allen politischen Fragen. Algier, 25. November. Hier eingelaufenen Gerüchte» aus Tripolis zufolge sind Anzeichen eines bevorstehenden Krieges vorhanden, an dem sämtliche mittelafrikanischen muhamedanischen Stämme beteiligt sind. Die Aufreizung hierzu soll vom Sultan ausgehen und gegen Frankreich ins Werk gesetzt werden zu dem Zweck, die Besetzung der Karawanen Straße durch Frankreich, welche dem Sultan durch den jüngst mit Enaland abgeschlossenen Vertrag zu- gestanden wurde, zu verhindern. Mehner kWZtiner-ZcltsnWer wie es an der Huelle getrunken wird WM- kein lexport-BSier von heute ak im Zapf. In Ilaschen ä 30 Ifg. wirv dassctöe prompt ins Kans geliefert. 8816 Otto Luft, Zum Löwen. Kurz-, Woll-, und Modewaren Giessen Seltersweg 18. Seltersweg 18. Grösste Auswahl. Mässige IPreise. Ballhandschuhe von 4—20 Knopflängen in Dänisch, GlaoS und Seide Dramen-Kragen und -Manschetten Neuheiten in Ballkragen, Chenille-Tüchern, Echarpes Kopf-Echarpes in allen Preislagen Feder- und Chillon-Boas Barben und Schleifen. . 1/ 'l / Neuheiten Kob"d doch^>. lWber S/Ä bhet :*"«•? 5?.: ivird, ist selbstverständlich, "khr geschehen, wenn nich Fnteresie allzusehr abso^ Wn hat anscheinend fl Wrßage ist das ita «mmer viele Schwieriake 6 ^chrechungen ist { skäs; * ”,r' Ä