Sonmag den 26. Novembev Amts« «nd Anzeigeblatt für den Areis Gieren en 3 Ufr statt. lunHaie Injcigen jn der ne^wtttagi fit V» Mgcrtai S«g erscheinenden Nummer Hf tone. 16 Uhr. 18e Lnzeißen-vermittlung-tzeLen M In« und lul(»R*d «rhmen Anreizen für den Gießener Anzeiger nU£«y* IMetthe, tpefcition und Druckerei: -chntßrnße Ar. 7. Mmhr. |em6et a. e. «zeige. H lanqem, schwnrn wb Schwk-nMn schwalm Grsttsdeüasen: Gießemr Familienblätter. Der hrfstsche Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde._________________ Seite aus. Der einzigegHoffnungsblick in der österreichischungarischen Politik ist der, daß die leidige Ouotenfrage ihrer Lösung entgegengeht; sonst erscheint alles trübe wie das Novemberwetter. Vom Kriegsschauplätze in Südafrika find wenig erhebliche Meldungen eingelaufen: Die Buren rücken weiter vor und sind thalsächlich Herren von Natal. Inwieweit die Afrikander Kaplands mit den Buren gemeinsame Sachen machen, läßt sich nicht feststellen. Jedenfalls wird die Suppe, welche sich England in Südafrika eingebrockt hat, von Tag zu Tag heißer! neuer Schlag. Sie erfährt, daß ihr Neffe, der Herzog, tm Begriff stehe, sich mit einem bürgerlichen, aber sehr reichen Mädchen zu verheiraten. Seine Verhältnisse sind durch Spielverluste derartig derangiert, daß er zu diesem Schritte gezwungen ist. „ . .. In der Nachbarschaft des Besitztums der Marqmse wohnt ein wohlhabender Hüttenbesitzer, Namens Philippe Derblay, mit seiner Schwester Suzanne. Er hat schon längst im Stillen die Tochter der Marquise geliebt und, als er nun erfährt, daß die Verlobung mit dem Herzog zurückgegangen ist und Claire arm ist, gesteht er seinem Freunde, dem Notar, daß er unendlich glücklich sein würde, wenn Claire ihm die Hand zum Ehebunde reichte. Jedoch wünscht er, daß man Elaire nichts von dem Verlust ihres Vemögens sage, damit sie sich noch reich glaube und freien Willens ihn annehme oder abweise. Der Zufall will es, daß der bürgerliche Schwiegervater des Herzogs, Moulinet, ebenfalls sich in der Nachbarschaft der Marqnise ankauft, und Moulinet hat nichts eiligeres zu thun, als mit seiner Tochter Athenais bei der Marquise einen Besuch zu machen. Athenais, welche mit Claire von der Pensionszeit her bekannt ist, erzählt dieser ganz unbefangen, daß sie sich mit dem Herzog von Bligny zu vermählen gedenke. Claire, welche bisher nichts von dieser Verlobung gewußt hat, ist anfangs wie erstarrt, dann aber Nr. 279 Drittes Blatt. sinnt sie auf Rache. Ohne Besinnen ist sie bereit, Philippe Derblay ihre Hand zu reichen. , Sie läßt sich um die mitternächtliche Stunde mit Derblay trauen, immer noch die Liebe zum Herzog im Herzen, und als nun Philippe zu ihr kommt, um zum erstenmale mit seinem Weibe allein zu sein und sich in ihrem Besitz glücklich zu fühlen, stößt sie ihn rauh und kalt zurück. In dem Wahne, noch reich zu sein, bietet sie chm ihr Vermögen an, nur soll er sie selbst frei geben. Da schäumt der edle Mann auf: „Ihr Vermögen! — Das bieten Sie mir an — mir! Sie irren sich, Madame, Sie glauben es noch mit dem Herzog von Bligny zu thun zu haben." Dann fährt er fort: „Zwischen uns ist jedes Band zerrissen. Eine öffentliche Trennung jedoch würde einen Skandal zur Folge haben, den zu erdulden ich nicht verdient habe und den ich Sie bitte, mir zu ersparen. Wir werden eins neben dem anderen, eins ohne den anderen leben. Adieu, Madame. Bon heute an existieren Sie nicht mehr für mich." — Am anderen Morgen streckte Krankheit das unglückliche Weib aufs Lager und brachte sie dem Tode nahe. Derblay war Tag und Nacht um sie bemüht; nur ihm verdankt sie ihr Leben. Jetzt hätte sie gern ihn umarmt und geliebkost, wenn er ihr nur mit einem Wort, einer Bewegung entgegengekommen wäre. Allein nichts geschah von seiner Seite, und so blieben sie einander fremd. Aezua-preis vierirljährlii^ 2 Mart 20 Pf- monatlich 75 Pstz. mit Bringerlotz». Vei Postbezug 2 Mark 50 Psz vierteljährlich. t MU) 1“ Lokales und Vroviryielles. Gießen, den 25. November. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 42 Jahren, am 26. November 1857, starb zu Neiße der Dichter Joseph Freiherr v. Eichendorfs, eine vornehme Erscheinung aus dem deutschen Parnaß. Die meiste Beachtung sand seine Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts". Seine Lieder leben fort im Munde und Herzen unseres Volkes. Wir alle kennen das Gedicht „In einem kühlen Grunde", und wir alle fingen beim Anblick eines deutschen Buchenhains: „Wer bat dich, du schöner Wald". Er wurde am 10. März 1788 auf Lubowitz bei Ratibor geboren. ** Couverts. Der Briefumschlag spielt im heutigen Verkehrsleben eine hervorragende Rolle. Im deutschen Postverkehr allein werden täglich über 4 Millionen Briefe befördert, welche in der Mehrzahl in Umschlägen verpackt sind. Der Gebrauch des Briefumschlages ist in unserer Zeit ein ganz allgemeiner geworden: überall käuflich, selbst auf dem kleinsten Dorfe, ist er heute nicht mehr zu entbehren und wird in solchen Unmengen verbraucht, daß seine Herstellung unb sein Verkauf sehr vielen unserer Mitmenschen reichlichen Verdienst einbringt. Alle möglichen Gestaltungen in Größe, Schwere, Haltbarkeit, Farbe und sonstiger Ausstattung annehmend, zeigt der Umschlag schon in seiner äußeren Hülle fast immer den Zweck seines Inhaltes an. Liebesbriefe und andere persönliche Vertrauenssachen erscheinen in Umschlägen von zierlicher Form und kernigem Papier: große Hüllen von billigem durchsichtigen Papier würden sich für diese nicht eignen; Geschäftsbriefe verlangen einen umfänglicheren Umschlag, doch leichten Papiers, weil sie mit dem Postgewicht zu rechnen haben; Geldbriefe erfordern ein kräftiges, häufig durch eine Leinwandeinlage verstärktes Couvert. Trauerbriefe mit dem ernsten Rand, Glückwunschbriefe mit passendem Zierrat, Einladungen, die nicht selten schon äußerlich durch Bilder verraten, welche Genüsse dem Empfänger bevorstehen, kurz: fast alle Angelegenheiten des menschlichen Lebens finden in der Form und Ausstattung unserer heutigen Briefumschläge ihren sinnbildlichen Ausdruck. Wohl den wenigsten, welche den Briefumschlag zur Hand nehmen, dürfte es bekannt sein, daß dieser alltägliche, so bequeme und schier unentbehrliche Gegenstand gewissermaßen einer Damenlaune sein Dasein verdankt. Im Anfang der vierziger Jahre stellte ein unternehmender Buchhändler in Brighton zierliches Briefpapier von kleinem Formate und kleine Kärtchen zum Verkauf. Zwar kannte man Politische Wochenschau. Die „Zuchthausvorlage" ist tot, das ist das bemerkenswerteste Ereignis in dieser Woche auf innenpolitischem Gebiete. Durch die vielfach gehegte Vermutung, daß nunmehr der preußische Landtag angegangen werden sollte, Bestimmungen zu genehmigen, welche den geplanten Schutz Arbeitswilliger wenigstens in Preußen zur Geltung bringen könnten, scheint sich nicht zu bestätigen — wenn man den offiziösen Auslassungen Glauben schenken darf. Wir haben übrigens erst vor einigen Tagen ausgeführt, daß vor der Rückkehr des Kaisers kaum Definitives beschlossen werden würde in der Frage des Arbeitswilligenschutzes. Sonst hat die letzte Woche in der inneren Politik nichts Außergewöhnliches gebracht, so daß das Interesse sich mehr auf den Aufenthalt des Kaisers in England konzentrieren konnte. Wie man von vorneherein angekündigt hatte, bewahrte der Besuch bisher einen streng privaten Charakter, woran nichts geändert wird durch die Thatsache, daß der Kaiser eine Reihe offizieller Persönlichkeiten empfing. Schon die bei dem Festmahl in Windsor ausgebrachten Toaste sind bemerkenswert: „Dem Kaiser und der Kaiserin!" — „ber Königin!" Keine Versicherungen der Freundschaft der beiden Reiche, nicht die geringste politische Anspielung! Erstere waren ja bei den verwandtschaftlichen Beziehungen der Dynastien überflüssig, letzterer sollte vermieden werden. Daß Graf Bülow und Mc. Chamberlain konferiert haben, erscheint selbstverständlich; es wird sich aber lediglich um eine Aussprache, keinesfalls um politische Abmachungen gehandelt haben. Der Tod der Gemahlin des englischen Premierministers Lord Salisbury und die Erkrankung des letzteren nehmen übrigens gegenwärtig ein reges Interesse in Anspruch. Will man doch bereits wissen, daß der Premier sich mit Rücktrittsgedanken trage, die ihm mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand geboten erscheinen! Wie weit diese Vermutungen zutreffen, läßt sich heute nicht kontrolieren, jedenfalls aber hätte ein Premierwechsel große politische Bedeutung. Daß die Anwesenheit Kaiser Wilhelms in England auch von der ausländischen Presse voll gewürdigt wird, ist selbstverständlich. In Frankreich würde das noch mehr geschehen, wenn nicht die inneren Ereignisse das dortige Interesse allzusehr absorbierten. Das Kabinett Waldeck- Roufieau hat anscheinend Glück, indem es in der Kammer bereits manche gefährliche Klippe überwunden hat und ansehnliche Vertrauensvota einzustreichen vermochte. In weniger günstiger Lage ist bad italienische Ministerium, bem von der Sammer viele Schwierigkeiten gemacht werden dürften. Ucber große Versprechungen ist die italienische Regierung im letzten Jahrzehnt nicht hinausgekommen, so daß es nicht Wunder nehmen kann, wenn das Land die Geduld verliert. Sehr unsicher ist die Lage fortgesetzt in Oesterreich, tritt das Kabinett Clary zurück oder nicht? Das ist jetzt die Frage, welche allenthalben ventiliert wird. Die Obstruktion im Abgeordnetenhause hat auch schon w'eder ihr Werk begonnen; diesmal geht sie von jungtschechischer Siebener Anzeiger Heneral-Anzeiger ihuhe M Seide ■Manschetten sehen. 8m frffetaf MeM eh eu<84*3K der Retafl. «e Gichraer toerben Ian Anzeiger vöchenittch »ictmel tetgefetL teil; o geb. Geißler, u. und Familie. samilie. 8282 8215 Mn. damals schon den Gebrauch von Briefumschlägen, doch erfolgte deren Herstellung nicht fabrikmäßig, frnbern jeder stellte sich die erforderlichen Umschläge selbst mit der Scheere her. Das niedliche Papier und die Kärtchen fanden unter der Damenwelt allgemeinen Anklang, doch wie die dazu passenden Umschläge ebenso zierlich und schön Herstellen? Da kam der Buchhändler auf einen praktischen Ausweg: er ließ zunächst Blechformen in der Größe der gewünschten Umschläge Herstellen und darnach die Umschläge selbst ausschneiden und gummieren. Die ihm erteilten Aufträge mehrten sich so, daß er sie mit seinen einfachen Mitteln nicht bewältigen konnte. Er setzte sich deshalb mit der Firma Dobbs & Co. in London in Verbindung, die den neuen Fabrikationszweig sofort aufgriff und sich dann zu einer weltberühmten Briefumschlagfabrik entwickelt hat. Deutschland gehört heute zu den Ländern, welche die größten Mengen von Briefumschlägen anfertigen und hierin Hervorragendes leisten. **N. Sektion Gießen de*8 D. u. Oe. A. V. In der letzten Sitzung schilderte Herr Fabrikant Sch affst aed t den asiatischen Teil seiner Orientreise. Von Port Said gelangte unser Reisender nach neunstündiger nächtlicher Fahrt nach Jaffa, wo das Schiff von den Klängen der Musik der „Augusta Viktoria" empfangen wurde. Nach etwas umständlicher Landung an der klippenumsäumten Küste stieg man bei dem biederen schwäbischen Wirt ab, dessen Mundart sein 25jähriger Aufenthalt im Orient nicht verändert hat. Nun ging die Fahrt, anfänglich durch fruchtbares Rebengelände, das S ar on thal hinauf; schon in vier Stunden ist man in Jerusalem. Die Klarheit der Luft läßt uns jetzt das Tote Meer ganz nah erscheinen, und der leuchtende Sternenhimmel, der sich dann über der Stadt ausspannte, suchte seinesgleichen. Die mancherlei Bevölkerungselemente der handelbelebten Stadt, unter denen besonders die Armenier und spanischen Juden auffallen, und die heiligen Stätten fanden eingehende und fesselnde Schilderung. Trotz schöner Ausflüge nach Betlehem und ans Tote Meer und trotz der überaus liebenswürdigen Gastfreundschaft der deutschen Kolonie, die es sich nicht nehmen ließ, unserer Reisegesellschaft ein Abschiedsfest zu veranstalten, waren doch die meisten von Jerusalem enttäuscht. — Herrlich war wieder die Eisenbahnsahrt von Beyrut nach Damaskus. Die Pässe des Libanon noch beschneit, so daß der Zug stellenweise in tiefen Einschnitten durch den Schnee fuhr, und dabei der Blick auf das Meer, dessen Palmenküste man erst vor drei Stunden verlassen hatte. Die Ebene zwischen Libanon und Antilibanon wird durchmessen, fruchtbar und wohlbebaut. Ein Abstecher gilt den gewaltigen Ruinen von Salbet Die Weiterfahrt bietet bei der Überschreitung des Antilibanon herrliche, oft an die Dolomiten erinnernde Bilder. Dann aber tritt die Einsamkeit der Steppe an die Schienen heran, und erst kurz vor Erreichung der Oasenstadt Damaskus belebt sich die Vegetation wieder. Das Straßenleben ähnlich wie in Kairo. Ein Regiment Infanterie zieht vorüber, «Ireffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Theater. -r. Gießen, 24. November. Am Mittwochabend ging Georges Ohnets vieraktiges Schauspiel „Der Hütten« Besitzer" zum ersten Male über die Bretter. Bekanntlich hat Ohnet das Schauspiel nach seinem gleichlautenden Roman — in guter Uebersetzung in der Engelhorn'schen Romanbibliothek erschienen — gebildet. Das Schauspiel ist nicht ungeschickt aufgebaut; enthält scharfe und treffende Bilder, ist spannend und interessant in ernsten und heiteren Dialogen und doch — der Roman in seiner fließenden, packen- uen Prosa ist uns literarisch wertvoller. Auch stylistisch Seht Ohnet an der ersten Stelle. Letzteres kommt natürlich bei der Beurteilung des vorliegenden Schauspiels für MS wenig in Betracht. Zunächst der Stoff: Die Tochter der Marquise von Beaulieu, Claire, ist mit ihrem Vetter, dem Herzog von Bligny, verlobt. Sie liebt diesen Mann auch, den sie von Jugend an kennt. Seit einiger Zeit sind jedoch, ohne ersichtlichen Grund, feine Briefe ausgeblieben. Nur zu bald erfährt die Marqmse von ihrem Notar, daß sie durch den Verlust emes Prozcffes auch zugleich ihr Vermögen verloren hat, und da der Herzog von dem Unglück benachrichtigt worden war, so zog er es vor, Claire aufzugeben. m Gleich darauf trifft die Marquise von Beaulieu etn auzaoterhaltuvg Saale. 8218 Der varM». Mrv. ti MMs (ft des SlcheW» w Miners *i”ro N sorfwi. schlecht bekleidet, aber Prächtige Gestalten. DaS Theater bietet ganz eigentümliche, nur Orientalen verständliche Genüsse. Nach der Rückkehr an die Küste fuhr die ..Bohemia", die unsere Reisegesellschaft trug, der kleinasiatischen Südküste entlang nach dem noch immer bedeutenden Rhodos, dann nordwärts zur Propontis. Glanz- und Endpunkt dieser orientalischenMeise war die Einfahrt ins goldene Horn. Den Veranstaltungen eines Selamlik wurde eine eingehende Schilderung gewidmet. Es seien noch kurz die Haupt« stationen der Rückreise erwähnt: Piräus-Athen, eine saubere, aufstrebende Stadt, so recht der Gegensatz zu den orientalischen Städten, Malta mit seiner anglisierten Bevölkerung, Tunis, Kartago, Palermo, Neapel, Genua. •* Noch einmal die Millionäre in Hessen. In der Zeitschrift für Staats- und Gemeindeverwaltung im Großherzogtum Hessen findet sich, wie wir kürzlich schon berichteten, eine steuerpolitische Studie, aus der Feder des Offenbacher Beigeordneten Wolff, welche eine ziemliche Verwirrung in den Köpfen rücksichtlich der Zahl der Millionäre in dem Großherzogtum Hessen anrichtete, besonders dadurch, daß kurze Auszüge vielfach in der Presse Aufnahme fanden, auch in der außerhessischen. Wir selbst hatten davon keine Notiz genommen, da die Unwahrscheinlichkeit der in dem Artikel niedergelegten Behauptungen auf der Hand lag; war in dem Auszuge doch gesagt, daß sich im Großherzogtum Hessen 315 Millionäre befinden, davon 80 in Mainz, 54 in Darmstadt, 54 in Offenbach, 26 in WormS, der Rest von 101 in den übrigen Wohnplätzen des Großherzogtums. Jetzt wird dem „Mainzer Anzeiger" über diese Behauptung geschrieben: Wären diese Zahlen richtig, was sie leider in keiner Weise sind, so wäre das Großherzogtum ein sehr kapitalkräftiges Ländchen, besonders könnte Preußen dieses Großherzogtum beneiden, denn ihm blieben verhältnismäßig nur etwa halb so viel Millionäre zu verzeichnen. Eine ernsthafte Prüfung gelangt jedoch zu ganz anderen Ergebnissen. In der Arbeit Wolffs sind einfach die Jahreseinkommen von 40,000 Mk. ab zusammengezählt, 40,000 gewissermaßen als die Ertragssumme zu 4 Prozent von einer Million. Im besten Falle hätten wir also in Hessen 315 Einkommenmillionäre, wirkliche Millionäre und, sagen wir, guasi-Millionäre. Aber selbst diese nackte Zahl ist etwas richtig zu stellen. Herr Wolff hat nämlich unterlassen, die 38 nichtphysischen Personen (Aktiengesellschaften u. s. w.) im Großherzogtum, welche ein Einkommen von 40,000 Mark und darüber erzielen, in Abzug zu bringen. Es bleiben also nur 277 physische Personen mit einem Jahreseinkommen von 40000 Mk. und darüber übrig. Nun ist aber der Millionärsbegriff ein ganz feststehender. Man versteht darunter eine physische Person mit einem reinen Vermögen von 1 Million in Deutschland selbstverständlich Mark. Ein Fabrikant in Offenbach nun, der mit seinem Vermögen einen zehn- prozentigen Nutzen von 40000 Mk. erzielt, braucht deshalb nur ein Vermögen von 400000 Mk. zu besitzen, er ist also kein Millionär. In der heutigen Zeit einer geschäftlichen Hochkonjunktur sind aber die Gewinnquoten von 10 und noch mehr Prozent nichts seltenes. Wir glauben daher kaum fehl zu greifen, wenn wir unter der Zahl von 277 pysischen Personen in Hessen mit einem Jahreseinkommen von 40000 Mk. und darüber bestensfalls die Hälfte als wirkliche Millionäre vermuten, mithin 138. Eine genaue Statistik der hessischen Millionäre wird erst möglich sein nach Einführung der Vermögenssteuer. In Preußen, wo die Vermögenssteuer seit 1895 besteht, finden wir für 1897 bis 1898 die Zahl derjenigen Vermögenssteuerpflichtigen, welche ein Netto-Vermögen von 1 Million Mark und darüber versteuern, mit 5440 angegeben. Da die Bevölkerung Preußens zu Hessen sich etwa auf 31 :1 stellt, so bliebe die Zahl der Millionäre in Hessen im Vergleich zu Preußen relativ ein wenig zurück. Die Quote für Hessen stelle sich auf 175, während die Vermutung nur für 138 spricht. Gerade aber dieser Umstand ist geeignet, unsere Vermutung zu bestärken. Wie die Steuerlisten lehren, befinden sich in Preußen verhältnismäßig mehr große Einkommen, in Hessen dagegen überwiegen im Vergleich zu Preußen, wiederum verhältnismäßig, die mittleren Einkommen. Es liegt kein Grund vor, anzunehmen, daß in- bezug auf das Vermögen das Verhältnis sich wesentlich anders gestaltet. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt Sie war gezwungen, gesellschaftlich mit Moulinet und seiner Tochter Athenais zu verkehren, die mittlerweile der Herzog geheiratet hatte. Der letztere hatte wohl das kalte Verhältnis zwischen Derblay und seiner Frau bemerkt, und er nahm die Gelegenheit wahr, sich ihr zu nähern, indem er darauf hinwies, daß Derblay stets um Athenais bemüht sei. Jetzt erfaßt sie die Eifersucht; sie weist den Herzog entrüstet zurück und fordert Athenais auf, sich wenigstens für einige Zeit von ihrem Hause fern zu halten. Als diese nicht darauf eingeht, führt Claire einen Eklat herbei, indem sie öffentlich den Herzog ersucht, seine Frau fortzuführen, wenn er nicht wolle, daß sie sie vor aller Welt fortjage. Da Derblay die Worte seiner Frau billigt, so ist ein Duell zwischen dem Herzog und Derblay unabwendbar. Derblay hat die Nacht vor dem Duell durchwacht. In der Stille des in Schlaf versunkenen Hauses hört er das Geräusch fortwährender Schritte, die seiner unglücklichen Frau. Er hört, wie sie sich seiner Thür nähert; allein sie öffnet nicht, sondern kehrt um, immer noch Widerstand im Herzen. Am andern Morgen treten die Duellanten an; der Herzog schießt zuerst und trifft nicht Philippe, sondern Claire, die ihrem Manne heimlich nachgeeilt ist und sich im Augenblick der Gefahr vor ihn geworfen hat. Zum Glück ist ihre Verwundung ungefährlich; jetzt erst gesteht sie ihre Liebe zu Philippe, und sie weiß sich nunmehr selig im Be- sitze ihres geliebten Mannes. aus ist zweifellos der stärkere Mittelstand in Hessen gegenüber der größeren Zahl der Millionäre in Preußen auch ein Vorzug. Vilbel, 22. November. Eine Thüringer Gesellschaft plant hier die Errichtung einer Zentrale für elektrisches Licht, welche die umliegenden Orte bis einschließlich Ober-Eschbach, Holzhausen, Okarben, Kilianstädten, sowie Bergen-Enkheim usw., etwa 25 Orte im ganzen, mit Beleuchtung versorgen soll. In einer gestern abgehaltenen, sehr stark besuchten Versammlung sprach Ingenieur Brockmann von Offenbach über das Projekt, wobei den Konsumenten 27, Pfg. für die Brennstunde oder ein Bauschsatz von 36 Mk. für das Jahr für die Glühlichtlampe berechnet werden soll. Bürgermeister Mühlschwein, Beigeordneter Kalbhenn, sowie verschiedene Herren der Bürgerschaft sprachen sich unter dem Beifall der Versammlung im wesentlichen für das Projekt aus. (D. Z.) + Darmstadt, 24. November. Gestern mittag versuchte ein hiesiger Rentner (der frühere Gastwirt und Weinhändler G. Sch.), der in geordneten Verhältnissen lebt, seinem Leben ein Ende zu machen. Der mit melancholischen Krankheitserscheinungen behaftete Mann, ca. 55 Jahre alt, Witwer, stürzte sich bei Erfelden in den Rhein. In der Nähe befindliche Schiffer veranlaßten aber alsbald dessen Rettung und wurde der schon bewußtlose Körper des Lebensmüden nach anstrengenden Belebungsversuchen wieder zum Bewußtsein gebracht, sodaß man ihn hierher zu seinen Angehörigen schaffen konnte. Ernstliche Folgen werden voraussichtlich nicht eintreten. = Darmstadt, 23. November. In der heute im großen Römersaale in Frankfurt a. M. stattgehabten Mitglieder- Versammluug des Vereins für das Großherzogtum Hessen und die Provinz Hessen-Nassau zur Beschäftigung Arbeitsloser wurde an Stelle des seitherigen Vorsitzenden, Wirklichen Geheimrat Dr. Goldmann, der sein Amt wegen vorgeschrittenen Alters niederlegte, Herr Ministerialrat Braun-Darmstadt einstimmig zum Vorsitzenden erwählt. — Als Revisions-Kontrolleur wurde an Stelle des ebenfalls freiwillig sein Amt niederlegenden Rechnungsrat Wambold, Herr Ministerialbuchhalter Nechnungsrat Kalbfleisch-Darm- stadt ernannt. Mainz, 24. November. Ueber die Angelegenheit Blad sind ^letzter Zeit mehrfache Notizen durch die Presse gegangen, die einer Richtigstellung bedürfen. Richtig steht, daß Herr Dr. Horch im Auftrage der Bürgermeisterei vor kurzer Zeit in Berlin war, um verschiedene wichtige Fragen zur Erledigung zu bringen und daß dort die Angelegenheit so gefördert wurde, daß die Auszahlung des der Stadt Mainz zugefallenen Betrages in aller Kürze zu erwarten steht. Der ziffermäßige Betrag des Legates läßt sich erst dann feststellen, wenn auch für Berlin die kaiserliche Genehmigung zur Annahme der Erbschaft, die bis jetzt nur für Mainz erteilt wurde, eingetroffen sein wird. Doch sei bemerkt, daß niemals ein höherer Betrag als 250000 Mk. für die Stadt Mainz angenommen wurde, da Berlin ohnedies die Hälfte der ganzen Erbschaft zu beanspruchen chat und von dieser selbst namhafte Beträge für Erbschaftssteuer, Kosten der Nachlaßpflege in Berlin, Legate an Verwandte, Abfindungssummen an solche u. s. w. in Abzug kommen. Prozeßkosten sind der Stadt Mainz überhaupt nicht erwachsen; vielmehr haben die von unserer Stadt angebahnten und zu Stande gebrachten Verständigungen mit allen in Betracht kommenden Interessenten die Grundlage gleicher Verständigung für die beiden anderen Städte gebildet. Der hiernach der Stadt Mainz zufallende große Betrag wird unter allen Umständen eine namhafte und in hohem Maße dankenswerte Förderung der von dem Testator ins Auge gefaßten künstlerischen und kunstgewerblichenBestrebungen bilden. Frankfurt a. M., 24., November. (Ein Gauner.) Als die alleinstehende Verwandte eines in der B—straße wohnenden Babiers gestorben war, ging dieser in ihre Wohnung, um für die Vorbereitungen der Beerdigung zu sorgen. Von dem Hausverwalter wurde ihm ein am Morgen für die Verblichene angekommener Brief überreicht. In dem Schreiben wurde die Tote um baldige Regelung ihrer Lebensversicherungspolice ersucht. Brief und Kouvert trugen Die Aufführung war eine ganz vortreffliche. Natürlich war die Vorstellung, wie alle Volksvorstellungen so gut besucht, daß „kein Apfel zur Erde fallen konnte." Auf die Einzelleistungen kommen wir gelegentlich der in Aussicht genommenen Wiederholung noch zurück. „Volksvorstellungen" in dem Sinne, wie sie ursprünglich gedacht und in die Wege geleitet wurden, sind diese Vorstellungen übrigens keineswegs. Abgesehen von dem sich regelmäßig abspielenden Konkurrenzkampf um die Plätze nimmt die letzteren durchschnittlich ein Publikum ein, das sonst nicht gern unter das „Volk" gerechnet sein will. Selbst 20 Pfg. für die Garderobe ist den meisten zu teuer! In diesem Sinne repräsentieren die meisten aber wider Willen das verpönte „Volk." Der Humor der Bühne ist, so plaudert btr Tbeater- Chroniqueur des „Wiener Frdbl." in der letzten Sonntagsnummer dieses Blattes, der schonmigsvollste und trotzdem stets sieghafte Be- kämpfer ihrer Aufregungen. Der Bühnenhumor ist denn auch Im besten Sinne des Worts der Freund der Bühnenmenschen, ihr Lehrer und bet Gelegenh ik auch tbr Kritiker. Wie fein wus>te sich beispielsweise der Hoflaprllmetster Richter seit Jahren des Bübnen- humors zu bedienen, um dm verschiedenen Stierkämpfern in der * per „Carmen" nahezulegen, ihre Stimmkraft zu dämpfen. Die Partie des Escamillo ist unter den Baritonen und Bassisten aller Opernhäuser als Schreipartie verschrieen. U willkürlich verleitet die rhythmische St oft, w lche das ganze Werk durchzieht, zu wuchtiger Tongebung. Hans Richter aber liebt die Oper Blzets, die er im Jadre 1875 in Wien unter Jauners Di-rktwn aus der Taufe gehoben und seither stets dirigiert hat. Dies war auch bei der jüngsten die Aufschrift: „Allgemeine Lebensversicherung für In- uni> Ausland". Als der Barbier noch den Brief ansah, kam ein Kassenbote mit blauer Mütze und Initialen A. L., sowie einer ledernen Aktenmappe unter dem Arm. Er erklärte, er habe jedes Vierteljahr 37.35 Mk. bei der Verstorbenen als Beitrag für ihre 10000 Mark betragende Lebensversicherung geholt. Der Bote that sehr verwundert, als er von dem Tode der alten Dame hörte. Nach einigem Kopfschütteln meinte er, es wäre sehr schade; wenn die Rate nicht bezahlt würde, würden natürlich auch die 10000 Mk. verfallen. Ec lieh sich von einem Bekannten das Geld und händigte es gegen Quittung dem Kassenboten aus. Dieser gab ihm noch den Rat, um allen Scherereien, aus dem Wege zu gehen, möge der Barbier sofort den Polizeilich beglaubigten Totenschein der Gesellschaft einsenden, dann bringe er ihm die 10000 Mark. Ordnungsgemäß erledigte der Barbier alle Formalitäten und hoffnungsvoll ging er nach dem angeblich in der Schäfergasse belegenen Bureau der Versicherungsgesellschaft. Nachdem er Haus für HauS abgesucht hatte, wurde er gewahr, daß er einem Betrüger in die Hände gefallen war. Frankfurt a. M, 24. November. Ein Mädchen-- gymnasium in Frankfurt. Der Vorstand der Frankfurter Abteilung des Vereins Frauenbildung-Frauenstudium erläßt folgendes Rundschreiben: „Einem zeitgemäßen, in weiten Kreisen lebhaft empfundenen Bedürfnis Rechnung tragend, hat die hiesige Abteilung des Vereins Frauenbildung - Frauenstudium beschlossen, — vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung — ein fünfklassiges Mädchengymnasium an hiesigem Orte ins Leben zu rufen. Der Lehrplan ist von ersten Sachverständigen unserer Stadt beraten. Soll unser Unternehmen in einer Frankfurt würdigen, weitgehenden Ansprüchen in Bezug auf Erziehungsund Lehrresultat genügenden Form ins Leben treten und sich entwickeln, so bedarf es jedoch der thatkräftigen Mithilfe unserer Mitbürger. Frankfurt stand stets mit an der Spitze aller fortschrittlichen Bestrebungen, und- wir hoffen daher zuversichtlich, es werde auch nicht zurückbleiben, wo es gilt, begabten Töchtern den Weg zu höherer Bildung und befriedigender Berufsthätigkeit zu ebnen. Hofgeismar, 22. November. Um die durch das Ableben des Bürgermeisters Schirmer erledigte hiesige Bürg erweist er stelle haben sich 70 Bewerber gemeldet. Vermischtes. * Heilbronn, 23. November. Als einen Beweis derPopularitätunseresStadtoberhauptes führen die Blätter an, daß ein eben vom Stapel gelaufenes Last- schiff für den Neckar den Namen „PaulHegelmaier" erhielt. Dieser Name enthält sicher eine gute Vorbedeutung; dieses Schiff dürfte immer eine volle Ladung haben! * Aus dem Eisenacher Oberland schreibt man uns: Zur Nachahmung zu empfehlen ist eine Anordnung des Großh. Schulinspektors in Dermbach vom 26. Oktober d. Js., in der es heißt: „Mit vollem Rechte wird vom Großh. Staats- minifterium gemißbilligt, daß die englischen Stahlfedern den gleichartigen und teilweise besseren deutschen Fabrikaten vorgezogen werden, und dadurch alljährlich große Summen der deutschen Industrie verloren gehen. Es wird daher angeordnet, daß, soweit cs ohne erheblichen Nachteil der noch mit Vorräten versehenen Geschäftsleute geschehen kann, in den Schulen des vierten Bezirks nur noch deutsche Stahlfedern Verwendung finden." Als vorzügliche deutsche Stahlfedern werden am Schluffe der Verfügung die von Brause u. Co. in Iserlohn empfohlen. Für die verwundeten Buren gingen bei uns ein (bis 24. November): Bücking, Gießen 20 Mk, C. H., Gießen 5 Mk., Sp., Gießen 7.50 Mk., C. B-, Gießen 10 Mk., Frau E. B. N. und Fräulein S., Gießen 3 Mk., Stadtrat E., Gießen 5 Mk., Klasse 4a. der höheren Mädchenschule in Gießen 10 Mk, Postkaffierer Stroh, Gießen 5 Mk., Heinrich Schaffstaedt, Gießen 20 Mk., Forstmeister Baumann Strupbach 5 Mk., Louis Plank, Gießen 10 Mk., A. S., Gießen 1 Mk., Apotheker Schmieder, Gießen 6 Mk., Geh. Hofrat Prof. Dr. Heß, Gießen 10 Mk., N., Gießen 2 Mk., Ungenannt in Gießen 3 Mk., Klasse 1. der höheren Mädchenschule in Gießen 5 Mk., W. Leicht, Gießen 1 Mk., R. W., Gießen 4 Mk. Summa 359.50 Mk. Weitere Gaben nimmt die Expedition dieses Blattes gern entgegen. Die Expedition. „Carrnen"-Auffübrung in der Wiener Hofoper der Fall. Herr v Reichenberg sang den Escarnillo. Da war etz nun eine der liebens würdigsten Gewohnheiten des Dirigenten Richter, bei jener St,lle, da der Stierkämpfer singt: „Und er brüllet fürchterlich!..." vorn Orchesterpult aus dreimal mit dem Kopfe dem Sänger zuzur.icken, um seine überaus lebhafte Zustimmung zu dieser Meinungsäuß-rung auszudrücken, die allerdings von rechtswegen den versolgtrn Stier und nicht den Stierkämpfer ongebt. Demgemäß war Richter auch bei der letzten „Carmen"-Aufführung zum „Empfange" jener intereffanten Texlstelle bereit, um seine Kritik in das Gewand des Humors zu kleiden. Doch da gtschah etwas Unerwartetes. Der Passus kam, und EScamillo Retchenberg sang, den Bttck fest und erwartungsvoll auf das Antlitz deS Dirigenten gerichtet: „Und er brüllet wutentbrannt!"... Das war ein starke« Stück. Kapellmeister Richter sah sich um seine Pointe betrogen und mußte betrübt wahrnehmen, wie seine Lieblinge im Orchester die Gelegenheit zur Ue’rung stiller Heiterkeit schmerzlich verm'ßten. Nach Aktschluß gmg er daher auf die Bühne, um Herrn v. Retchenberg zur Rede zu stell n. „Aber, Herr Hofkap llmetster," antwortete der Sänger, „heul' hab ich ja die schwächere Lesart 'bracht. Was möchten'« denn tbun, man^ ich 'S nächste Mal sag: „Und er bicket fürchieUtch", das wäre doch auch ganz gut möglich und gut Deutsch und Sie könnten absolut nicht htnaufnicken." - „Ader richtig ist eS n-cht," entgegnete Richter, „denn es steht nicht so im Buch. Uebr'gen is 's mir doch noch lieber, wenn Sie das mit dem „blicket fürchterlich" bringen, als das mit dem „wutentbrannt"." — ;2Baruai ist 3 men denn da« „blicken" lieber, Herr Hofkapellmetster?" fragte ein Tenor der das heitere Zmischenaklgespräch mit angehört hatte. — „Weil die Bassisten" — meinte Herr Richter — „Alle durch die Bank, doch nur vokaltsteren möchten: „Und er blöket fürchte tich —" und da komm' ich halt doch wieder auf meine alte Rechnung"." — So kann ein Kapellmeister mit Humor auf die Sänger erziehmd wirken; denn jeder Bassist wird sich bei solch' witziger Wachsamkeit eines Dirigentw hüten, das beliebte „ö" statt „i‘ zu fingen. 13« Mark 3i”f W-d-'he Schmidt 50 Jahre, unb vm «J Stadlvorstandes iU teige ium 15. Dezember Sachweiser bei der uW Gießen, am 20.1 Großherz Gek< W d» 6tiS ‘ Großheri Stiftung i e-brotA '^erbiinge »entfl ü zm" iß, M Dn Boranfchl jMflM W vm 26. NchneMmu W- zr Lauter, den 22. Großht UN Aus WMg ben 21 im Gießen, den 20 5 DirelÜou des Ls BadW M Gegründet 1879. 2 m _ 9 Versicherung von ln tWfle unheilbi schädigungr 80 PCI. -< bei gänzlicher Unbrauchbc Mb'gungssatz, welcher übe Auszahlung innerhalb Gebrauchsarl. Versichert Pferde, 11698181 Marks für 6825 Pferde 2 Auskünfte bereittoi! Jean Weisel, eif „ 8l,4J] Eine M c,' ' selche,x Hane teilet * Set Öquj W verton i ./uVr > 8161 frankfurter Leitung md fIrins Prrffr 8145 8285 I. V.: Wolff. woselbst Abonnements und Annoncen jederzeit entgegen genommen werden. 8248 I. V.: Wolff. Feldmann. 8252 8183 I. E.: Wiener. Wollspinnerei Ad. Bender Sonnenstratze 6. 7597 D.RP Vermietungen •Einmalige Anjeuerung genügt für öen ganzen Winter. 8 k. Zimmer und allem Zubehör per 1. April I zu vermielen. Näheres Bismarckstratze 17. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. guten bürgerlichen Mittagstisch in und außer Abonnment. ff. Mer aus der Wrauerei I. K. Zhring, Lich. 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In dem zwischen England und den südafrikanischen Buren-Republiken entbrannten Krieg hat das Central-Komitee der Deutschen Vereine vom Rote« Kreuz nicht gesäumt, die Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes dem Britischen C'nrral.Komitee und der Regierung von Transvaal anzubieten. England hat dankend abgelehot; Transvaal dagegen dankend angenommen. Es sind Vorbereitungen getroffen, in diesen Tagm schon von Hamburg aus eine vollständig ausgerüstete Kolonne von Aerzte«, Krankenpfleger« und Pflegerinnen mit Krankenpflege- Material re. in größerem Umfange nach dem Kriegsschauplätze zu entsenden. Wrüere Sendungen, nanuntlich an Pfl?gematerial, können nicht ausbleiben. Die naturgemäß hierfür aufzuwendenden bedeutenden Geldmittel erfordern eine umfangreiche werkthätige Hilfe, die in Deutschland umsomehr erwartet werden burf, als es sich um uns stammverwandte Völkerschaften handelt. Als V rtreter des Roten Kreuzes in Hessen wenden wir uns an unsere Mitbürger, deren lebhafte Teilnahme an der tragischen Entwickelung des entstandenen Konflikts wir voraussetzen dürfen, und fordern sie -ur werkthätigen Hilfe auf. Die uns zufließenden Mittel werden dem Central-Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz in Berlin übermutelt werden. Darmstadt, den 7. November 1899. Der Vorstand des Hessischen Landesvereins vom A. Weber, Bachner, Finanzminister a D. Oberkonsistorial Präsident 1 Ehrenvorsitzender. Vorsitzender. Noten Kreuz. Dr. Weber, Mmisterialsekretär Schriftführer. Bezugnehmend auf vorstehenden Aufruf bitten wir die Mitglieder des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz und alle unsere Mitbürger um Zuwendung von Beiträgen zu den nach Tcansvaal zu sendenden Unterstützungen des Deutschen Roteu Kreuzes, indem wir auf die siets bewährte Opfersreudigkeit der Gießener Bevölkerung rechnen. Beiträge, über welche demnächst öffentlich quittiert werden wird, nehmen zur Weiterbeförderung gerne entgegen außer brm unterzeichnete« Vorsitzenden des hiesigen Zweigvereins, dessen Rechner, Staats- auwaltssekretär Mann dahier, sowie die Expedition des Gießener Anzeigers. Gießen, den 17. November 1899 Der Zweigverein vom Roten Kreuz. Jockel, Landgerichts-Direktor, Vorsitzender. in besonders geeignet empfehle Familicn-Nähmaschmcn aus den renommierten Fabriken 8084 Seidel & Hlaumann in Dresden und Kritzner in Drrrlach. Die Maschinen sind hinsichtlich Material und Arbeit unübertroffen und mit den neuesten Verbesserungen versehen. Geringste Abnutzung. Größte Leistungsfähigkeit. Wutziger und leichter Gang. — Hleelle Garantie 3 Jahre. — Willigst gestellte Preise. — Th. Haubach, KahnWruße 40. 8068] Ein möbl. Zimmer sofort an einen anständigen Herrn oder Dame zu vermieten.Kaplaneigaffe 11. 8189] Freundl. möbl, Zimmer zu vermieten__________Brnchstratze 5, II. 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