rtwein. =ert •5? • tbenfl. ^rtdT2“tn,anfl- ** Ostler. ' Op 62 i T , , ehester» \ Ludwie *Ä1 *0-1893) 13). 865}. y van Beethovei. andilin?'; 2 "0 (Sperrsite von Ernst Challier " Stork “ »Wag 11 Uhr. ännChallier gefällt jjjchtjatt. kS ÄÄMS )8/99). i, abends 8 üto, «Vereins: ■t “ ans Viei (II. Tenor), Verl. Hörbwter Leitung: lullus Fischer. trag des Herrn Prof. Udel. )er alte Goethe. Gustav Grund, 7894 . Moderne Wanderlust, er, Der Freischütz. -ersitze 3 Mk.) sind in der d zwar bis zum 28. Oktober i Vorzeigung ihrer Mitglieds- ab auch für Nichtmitglieder. ilbau i 11899: 0 »schrÜMtzeno .ola Mercellh Asra. ir»tand' ? Lb-aicr un^.RöK‘ ften gehen auf Befehl falft. in/ert. «... Anfang 8 Uhr. . Tods ' Mer, LindenM, unb OSS... «VS y , Abänderung W , w6** onne'*‘ent "" 1899 Donnerstag den 26 October Amts- uttb JJnjcigebiaH für den Kreb Äreszen. T7 FeuittetMl. lens^et «a,ei,eu ju b« n*4aaitta«l Mr Ha ^fcaHa Laß «schrtamtzm Nummer vts lena. 18 Uhr, ISe Lnteißeu-vermtNluu-rstraeu bei In« nnb liillaaM nehmen Anteilen für ben Gtehener Anzeiger eUtgi,«. ÄfUItt*», Axtzebition nnb Druckerei: Kchakßrntze Ar. 7. Grütisbeilages: Gießekcr FimMendlStter, Der hestlfche Landwirt, KlLtter für HMHe UslKskAnde._______ jeden Preis durch eine unangebrachte Uebereilung jeden Schein von Provokation zu vermeiden. Der Würfel ist nun gefallen, das kleine Transvaal hat gesagt, was es zu sagen hatte, und man kämpft. „Endlich!" schrieb der „Standard" frohlockend Uber seinen Leitartikel mit großen Lettern, als das Ultimatum Transvaals vorlag, Musikbanden spielten in den Straßen Londons „God save the queen“, und die zur Einschiffung abmarschirenden Truppen wurden frenetisch gefeiert. Aber dieser Jubel ist in England durchaus nicht allgemein, und bei manchem der verantwortlichen Machthaber bestehen Befürchtungen. Wir sprechen hierbei natürlich nicht von Mr. Chamberlain, deffen Vertrauen in seinen guten Stern bekanntlich unerschütterlich ist". Das „Journal tbeS Döbats" sagt ähnlich: „Dieser Krieg ist Chamberlains Krieg und er rechnet zu siegen. Wir glauben an Chamberlains Sieg, aber dieser Sieg kann mehr oder weniger teuer, mehr oder weniger diskutabel, mehr oder weniger glücklich ausfallen, und dies hat Chamberlain schon an der Mobilisierung des Armeekorps für Afrika sehen können. Ein Angriff der Buren kann die peinlichsten Überraschungen bringen. Aber laffen wir einmal die Engländer Sieger sein, Sieger auf der ganzen Linie — werden damit alle Schwierigkeiten für Chamberlain behoben werden? Könnten nicht vielleicht erst dann die wirklichen Schwierigkeiten erscheinen? Nehmen wir Transvaal und den Freistaat als annektiert, und ein großes südafrikanisches, englisches Kolonialreich als geschaffen an - sollte dann nicht erst der Rassenkampf wirklich losbrechen, den England gegen die Holländer führte? England würde dann eine Occupatious- armee benötigen, die bei dem englischen Militärsystem, nach welchem sich Freiwillige für den ruhig zu Hause beim Geschäft bleibenden Bürger schlagen, garnicht existiert. Und Indien? Kein diplomatischer Fehler wird in London begangen, der nicht dort sofort reflektierte! Südafrika würde nun ein neuer, wunder Punkt für England werden, und England darf sich solche wunde Punkte nicht noch mehr schaffen. So denken viele Leute auch in England selbst, und Präsident Krüger hat das wohl gewußt. Allein es ist zu spät. Diejenigen, welche diesen Krieg entfesselt haben — man weiß ja, wer es ist — werden in den Augen Europas die schwer lastende Verantwortung dafür tragen, und vielleicht, in nicht allzu ferner Zeit, auch in denen ihrer Landsleute." Abreffe für Depeschen: A«zei-er $kftta. Fernsprecher Nr. 51. treibt die Strenggläubigkeit auf eine Spitze, wo sie in den offenen Aberglauben umschlägt. „Der Arzt seiner Ehre", „Die Andacht zum Kreuze" müssen das sittliche und religiöse Gefühl jedes Menfchen verletzen. Während Lope noch den Geist des älteren Spaniens atmet, und die sittlichen Anschauungen der breiten Masse eines ritterlichen Volkes wiedergiebt, spiegelt Calderon schon viel mehr die Ansichten einer kleinen Kaste, des Hofadels wieder, der sich auf seinen ausgetüftelten Ehrbegriff etwas zu gute thut und um so mehr, je mehr dieser sich von jeder gesunden und natürlichen Denkweise entfernt. Wie ausgeklügelt sind nicht die Probleme aller Stücke, in denen irgendwie der Ehrenpunkt in Frage steht! Streift der Dichter auf der einen Seite wie im „Arzt seiner Ehre" und im „Maler seiner Schande" ost an das Gräßliche, so kommt er auf der andern dem Absurden und Lächerlichen oft bedenklich nahe. So wenn Vater und Sohn durchaus darauf bestehen, sich mit einander zu duellieren, weil sie zufällig bei zwei Parteien, waren, zwischen denen ein Streit ausbrach! Nicht die Leidenschaft wirkt in „Don Gulierre" wie etwa im „Othello", der in furchtbarer Verblendung sein Weib seiner besudelten Mannesehre zum Opfer bringt, sondern mit kaltem Blute mordet der Spanier sein Weib, weil diese einst einen Andern liebte, und dieser als Prinz seinem Rachestahl entzogen ist. Die kalte Reflexion, die hier überall herrscht, stempelt diese That zu einem abscheulichen Verbrechen, das nur durch die gewaltigste Leidenschaft poetisch und sittlich erträglich werden könnte. Gerade aber die saale aufgebahrt wurde. Es sind viele Kranzspenden eingelaufen. Der Kaiser und die Kaiserin sandten je eine große Palme. Die Beerdigung findet morgen nachmittag li/2 Uhr statt. Der Fürst wird mit der Bahn um i/,2 Uhr eintreffen und bereits 7 Uhr abends weiter fahren. Unter den Trauergästen befinden sich u. a. auch der Regierungspräsident von Hildesheim. ♦ Munster, 22. Oktober. Unter Entfaltung großer kirchlicher Pracht wurde heute die Mariensäule vom B i s ch o f e e i n g e w e i h t. Sie ist von einem hiesigen Bürger gestiftet und hat vor der Ludgertkirche an Stelle der alten Pastorat ihre Aufstellung gefunden. Das Denkmal ist im Spätrenaissancestil nach dem Muster der Säule auf dem Marienplatz in München aus schwedischem Granit gearbeitet und hat eine Gesamthöhe von 15 Meter, die Madonnenstatue allein mißt 2,50 Meter. Die Kosten belaufen sich auf etwa 75 000 Mark. » Erfurt, 22. Oktober. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf der elektrischen Straßenbahn an der Johannesstraße. Die 6jährige Tochter des Zimmermann« Sturz ließ ihren 3jährigen Bruder von der Hand. Er lief direkt auf einen Motorwagen zu. Das Mädchen, das den Bruder retten wollte, wurde vom Wagen zur Seite gestoßen. Der Knabe geriet unter diesen und die Schutzvorrichtung drückte ihm den Kopf ein, sodaß der Tod sofort eintrat. (Das muß ja eine nette Schutzvorrichtung sein.) * Weimar, 22. Oktober. Von dem Weimartschen K o n- s i st o r i u m werden augenblicklich Feststellungen vorgenommen, welche Geistliche dem Vergnügen der Jagd und Fischerei nachgehen, dabei Jagdkleidung tragen und sich des Fahrrades bedienen. (Die angestellten Erörterungen können nur den Zweck haben, die genannten Vergnügungen, wohl gar auch das Radfahren, den Geistlichen rundweg zu verbieten.) * Plauen, 23. Oktober. In der Nacht zum Sonntag ist der vom Bahnhofspostamt abzuliefernde Geldbeutel, der die Samstagseinnahme auf dem Bahnhossamt mit 9000 Mk. enthielt, auf dem Hauptpostamt abhanden gekommen. Heute früh wurde das Geld in zwei Briefkasten der oberen Stadt bis auf einen geringen Betrag wiedergefunden. * Berlin, 23. Oktober. Die Ziehung der fünften Serie der Berliner Pferdelotterie wurde vom Polizeipräsidenten für ungiltig erklärt. * Potteudorf, 23. Oktober. Bei einem hier ausgebrochenen. Brande wurden durch eine einfallende Brandmauer drei Feuerwehrleute schwer verletzt und mehrere Personen leicht. Zwei Leute wurden verschüttet. * Budapest, 23. Oktober. Das Juweliergeschäft von Gebr. Riemer in der Königstraße Hierselbst wurde in der Nacht vollständig ausgeraubt. Der Thäter ist unbekannt; der Schaden beträgt viele tausend Gulden. ßtt. 252 Drittes Blatt Französische Pretzstimmen über den Transvaalkrieg. Wie tief die Verstimmung gegenüber Old-England und der perfiden Politik feines Staatssekretärs und Krieg- -entrepreneurS Mr. Chamberlain ist, die in den mit der Regierung in Fühlung stehenden Kreisen der französischen Hauptstadt besteht, erhellt recht drastisch aus der offenen, rückhaltlosen Art, mit welcher sich die maßgebende französische Presse über den Kriegsfall mit Transvaal äußert. Der „Temps" schreibt: „Das Kabinett von St. James, oder wenigstens der verbrecherische Staatsmann, welcher sich dort befindet, braucht sich nun nicht mehr zu hüten, eine Antwort geben zu müssen, die noch in letzter Stunde einer Verständigung die Thür öffnen konnte. Mr. Chamberlain glaubt am Ziele zu sein, und beglückwünscht sich selbst nicht nur dazu, Transvaal in einen Krieg gestürzt zu haben, sondern auch dazu, daß es ihm gelungen ist, die Verantwortlichkeit für den Friedensbruch auf Transvaal zurückgewiesen zu haben. Es war stets die Methode der großen Feinde des Weltfriedens, die Dinge so einzurichten, daß ihre Widersacher, ihre Opfer, in die Enge getrieben wurden, bis dieselben aus eigener Initiative vorgingen und so scheinbar im Unrecht handelten. Der gesamte Gang der Verhandlungen zwischen England und Transvaal zeigt bei einem unparteiischen Studium der Blaubücher, daß England stets nur nach einem Vorwand zum Bruch gesucht hat, daß es beständig die Balls der Erörterungen wechselte und sich bemühte, seine in drohendem Tone gehaltenen Forderungen unannehmbar zu machen, daß im Augenblick, als Transvaal sogar die Forderungen MilnerS acceptieren wollte, Herr Chamberlain durch ein Gaukler stück, welches schwer zu verurteilen ist, den Kurs so zu wenden wußte, daß man die liberalen Anerbietungen vom 22. August abwies und die eigenen Vorschläge vom 8. September zurücknahm. Für den, welcher den moralischen Standpunkt hierbei ignorieren will, gibt es wohl kaum etwas Eleganteres, als dieses Manöver in letzter Stunde. Man mußte sich vor den Augen der Welt den verbindlichsten Ton geben, und gleichzeitig Transvaal sorgsam jedes reelle Mittel, hieraus Nutzen zu ziehen, aus der Hand winden. Die englische Presse hat sich auch tatsächlich das Eingeständnis dieses Machiavelismus entschlüpfen lassen, wenn die „Times" Harcourt vorwirft, er habe Transvaal durch eine Annahme der Vorschläge vom 8. September eine Handhabe gegeben. Sei dem, wie ihm wolle, diese skrupellose Politik hat ihren Zweck erreicht; Transvaal hat sich, wenn auch erst zum Aeußersten getrieben, zu einem Schritte entschlossen, den ihm seine Würde, wie auch die Sorge um die eigene Sicherheit vielleicht schon längst geboten hatten. Es hatte ein Interesse daran, die Engländer unvorbereitet zu fassen, um ihnen eine empfindliche Niederlage beizubringen, aber es hat dennoch gewartet, um um Lobeshymnen einer kleinen Gruppe, die sich wegen der Gleichheit der religiösen Ansichten solidarisch mit dem Dichter fühlte, verhallten spurlos, und die Lorinser, Baumgartner und Günthner, fanden nicht einmal in katholischen und romanischen Ländern Unterstützung. Zwar fehlte es nicht an dithyrambischen Wendungen, die in Spanien nie allzuviel bedeuten. Aber durch sie hindurch klang vernehmlich so mancher Protest, und wenn man Shakespeare neben Calderon nannte, so stellte man jenen als den Vertreter einer wahren, diesem als dem Vertreter einer falschen Kunst gegenüber. Das geschah von Spaniern, von begeisterten Katholiken, die argwöhnisch auf den Ruhm ihres Landes und seiner großen Söhne sind. Das geschah ferner von einem solchen Kenner der spanischen Litteratur wie Morel-Fatio — Deutschland hat heute kaum noch solche — der darüber spottet, daß, Dank den Deutschen, Calderon „selbst in seiner Heimat" für einen großen Dichter gehalten wurde. Statt daß, wie Friedrich Schlegel sagte, Calderon die Vollendung des spanischen Schauspiels bedeutete, steht er schon jenseits seiner Blüte und weist auf den Verfall hin. In Lope, dem zeitlich ersten der großen spanischen Dramatiker, überhaupt in der älteren Dramatiker-Generation, haben wir den Höhepunkt des spanischen Schauspiels zu erblicken, nicht in Calderon, bei dem überall das Raffinement sichtbar wird, durch das er seine Vorgänger überbieten will. Er kommt so zu jenem outrirten Ehrbegriff, der, wie uns ein spanischer Historiker zu beweisen sucht, auch nicht einmal in den zeitgenössischen Anschauungen seine Rechtfertigung findet, und pirneljährlich 2 Mark 20 Pf«, menatlidj 75 Pf«, mit vringerlohm. Bei Poftbrzu« 2 Mark 50 Pf» vierleltLhrlich. Vermischtes. * Hildesheim, 23. Oktober. Gestern nachmittag 1 Uhr traf die Leiche der Gräfin Marie von Münster, begleitet von der Gräfin Alexandra von Münster und Genera von Benickendorf auf Schloß Hindenburg in Derneburg ein. Um 5 Uhr wurde die Leiche unter großem Gefolge vom Bahnhofe zum Schloß überführt, wo sie im Ritter- Meöer ßaweron. Zu Matkowskis Gastspiel im „Leben ein Traum" als Eröffnungs-Vorstellung des Theaterverems. Calderon gilt in Deutschland noch ziemlich allgemein uls der bedeutendste der spanischen Dramatiker. Diese Wertschätzung verdankt er den Romantikern und namentlich August Wilhelm Schlegel, die es liebten, ihn als den Höhepunkt des Dramas des katholischen Südens dem größten protestantischen Dramatiker des Nordens, Shakespeare, als gleich> bedeutend aegenüberzustellen. Aus Schlegels berühmten Vorlesungen über dramatische Kunst" übersetzte dann em um die ältere Litteratur seines Adoptivvaterlandes hochverdienter Deutscher, Böhl de Faber, der Vater der als Fernan Caballero berühmt gewordenenSchrfftstellerm, btt auf Calderon bezüglichen Abschnitte ins Spanische: so gewöhnten sich dann allmählich deffen -andsleute daran, 5 alderon für ihren bedeutendsten Dichter anzusehen, soweit si< nicht, wie der klassisch gebildete Moralin, der beste Kenner des spanischen Dramas, der damals lebte, sich gegen Schlegel alberhaupt ablehnend verhielten. Heute wird dies Urteil nuir noch von wenigen geteilt: bei der Gedächtnisfeier im zwn- humdertsten Todesjahre des Dichters, 1881, Zeigte sich recht deutlich, wie wenig doch dieser trotz vieler und trefflicher Ueber- fi tzungen in Deutschland Wurzel gefaßt hatte. Die lauten eit bei «•ete««. W* * Meiner bau An-ei^r -»-chentNch vi«rm«l Kehener Anzeiger Hemmt-Anzeiger Leidenschaft überzeugend sprechen und vor uns sich entfalten zu lassen, versteht Calderon bei seiner überwiegend reflektierenden und grübelnden Natur nicht. So haben denn jene, die ihn hier als hinter Lope und Tirso stehend ansehen mußten, ihm das romantische Schauspiel oder das vaterländisch patriotische Geschichtsstück als seine unbestrittene Domäne zuweisen wollen. Daß er in der letzteren Gattung, von Lope ganz zu schweigen, auch nicht einmal an Guillon de Castro heranreicht, wird jeder Leser von Castros prächtigen Cidstücken, in denen noch der alte Romanzengeist weht, zugestehen. Ueberhaupt versagt Calderon immer, wo er sich über eine bestimmte Höhe erheben will. Sprichwörtlich ist die Farbenpracht und der blütevolle Reichtum seiner Diction. Sieht man genauer zu, so bemerkt man bald, daß dieser Schmuck großenteils unecht ist. Die echten Dichter greifen zu Metaphern und Bildern, weil das einfache Wort zu nüchtern ist, und nicht die zahlreichen Affo- ziationen und Vorstellungen, die sich in ihnen regen, erweckt, und sie zu solchen Mitteln greifen müssen, um sie auch im Leser oder Hörer wieder aufleben zu lasten. Bei Calderon haben wir dagegen überwiegend Spiele brfl Verstandes : da werden die Trompeten metallene Vögel, die Vögel gefiederte Trompeten genannt, wer jemand umarmen will, will der Epheu dieses Stammes sein u. s. w. Freilich werden daneben Sterne, Strahlen und Blumen nicht gespart. Vielleicht dürfte man mit größerem Rechte sagen, daß die Diktion Calderons bei anscheinender Fülle eher den Eindruck der Dürftigkeit macht. Während Calderons ernste Dramen unseres Erachtens an sich und namentlich auch in ihrem Verhältnis zu den Werken der ihm vorauSgehenden Meister weit überschätzt werden, werden seine Lustspiele vielleicht unterschätzt, wenigstens zeigt sich die Begabung des Dichters hier oft sehr vorteilhaft. Den geistreichen Ton gebildeter Weltleute trifft er vorzüglich, und seine Jntriguen sind in der Regel meisterhaft geführt. „Dame Kobold" ist das bekannteste der hierhergehörigen Werke. Diese Lustspiele sind unzählichemale von den Franzosen auSgebeutet worden, am meisten, soviel wir wissen, von dem jüngeren Corneille. Wenn nun aber Calderon, obwohl nicht der größte Dramatiker seines Volkes, neben Moreto allein von den Spaniern auf die deutsche Bühne gelangte und sich dort mit einigen Stücken noch immer behauptet, so dankt er dies wohl dem Umstande, daß er wie kaum ein anderer Dramatiker theatralisch, wie Goethe es von Caldern aussagt, „bretterrecht" ist. Dem Tarler Caldeions wird meist entgegengehalten, daß er die Anschauungen der Zeit und des Landes nicht genug in Betracht ziehe. Hierauf ist zu entgegnen, daß sowohl Cervantes als Lope die Calderonschen Anschauungen über Ehre und Religion nicht teilen, und der Erstere sie bei mehreren Gelegenheiten mit aller Strenge verdammt. Auch sind nur wir in Deutschland noch rückständig mit unserem Urteil, wenn wir Wilhelm Schlegel wiederholen, der Calderon als den „letzten Höhepunkt der romantischen Poesie" bezeichnet. Rubis y Lluch, der eine sehr gute Studie über das Gefühl der Ehre bei Calderon geschrieben, und Menen- dez y Pelayo, einer der bedeutendsten lebenden spanischen Gelehrten, der Verfasser einer geistvollen und zwar der einzigen vollständigen Geschichte der ästhetischen Theorien und einer Geschichte der Ketzer in Spanien — ich nenne blos die Verfasser der zwei bedeutendsten Calderonschriften des Jubiläumsjahres — decken Calderons Mängel schonungslos auf. Von diesen ist auch „Das Leben ein Traum" nicht frei. Sie möchten wohl vor allem in den Scenen zu finden sein, wo Astalf und Estrella im Vordergrund stehen, werden jedoch durch die Bühnenbearbeitung ziemlich getilgt. Auch werden sie ausgewogen durch die Vorzüge des Stoffes, des glücklichsten, den Calderon gefunden, und die meisterhafte Behandlung der Gestalt des wilden Natursohnes Sigismund, der, zuerst der Sklave seiner Lüste, im Laufe des Stückes sich selber bemeistern lernt. Und diese Umwandlung wird dadurch bewirkt, daß man den von seiner Kindheit an im Kerker gehaltenen Sigismund einschläfert und ihn auf einen Thron setzt, um ihn später, als er wieder entschlummert ist, in den Kerker zurückzubringen, wo er dann beim Erwachen sich wiederfindet. Calderon war gezwungen, wenn er diese« halben Wilden gerecht werden wollte, ganz von seiner gewöhnlichen Manier abzuweichen, was der Gestalt Sigismunds sehr zu Gute gekommen ist und sie zu der bedeutendsten seines Theaters macht. Man darf mit Spannung der Wiedergabe durch unseren gefeierten Gast entgegensetzen. (|lfeh|uii(icii Für die Küche! Dr. OetkerS Backpulver, Dr. Oetkers Banille-Zucker, Dr. Oetkers Puddtng-Pulver ä 10 Pfg. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von Gebrüder Adami. Neuner & Krumm. A. & G. Wallenfels. H. Arnold II. Gustav Walter. I. M. Schulhof. Aug. Roll II. Bauernbrod. (Kornbrod) 4 Pfund 42 Pfennig bei 6698__________Bäcker KltngelhSffer. Süßer Traubemliß uud Ftderweißer. Schotts Weinstube Bahnhofstraße. 7364 Einen gut abgelagerten, mehrere Jahre alten, ganz vorzüglichen 7576 Cognac von besten ausgezeichnetem Geschmack die Gratis-Probe überzeugt, offeriert die ganze Flasche zu Mk. X— Otto Schaaf, Sktterswkg 39. Hräger-Schürzen Iier-Schürzen Kaus-Schürzen Schwarze Schürzen Weiße Schürzen Kinder-Schürzen m großartiger Auswahl zu sehr billigen Preisen. 7241 C. Röhr & Co. Neuer Feueranzünder D. R. G. M. 96696. Diese Anzünder vereinigen alle Vorzüge in sich, wie Zeit- und Holzersparnis, Billigkeit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit beim Feueranmachen. — ä Paket 20 Stück zu 16 Pfg. liefert 7640 Wilhelm Tchmall II., Rodheimerftr.49 Wiederverkäufer werden gesucht. Vollständige öktten, Patent-Vittstellen von Reinhold & Westphal, stets vorrätig, polikrtk und ladücrtt Möbel jeder Art und in jeder Preislage. Uebernahme ganzer Ausstattungen. Lieferung franko jeder Bahnstation. Möbelmagaziu August Ossmann, 89 SelterSweg 89. 7143 Brumatalrim Pergamentpapierstreifen und Bindfaden hierzu empfiehlt 7467 Otto Schaaf. Lotterie 8nsKä9 WW■ zu Zwecken HiuKeB BÄ der Deutschen 'Qgfl ■ Schutzgebiete Ziehung 25., 27., 28., 29., 30. Nov. zu Berlin. emvfieblt die G l ü ck s k o l l e k t e 1 Portieren rc. Tapezieren von Zimmern 1 Pi/dirir/l RlinhorVor und ganzen Wohnungen unter Zusicherung I IllvUdl 11 DUvUuvlkvl. guter Arbeit und b.llmen Breiten. | Gießen, Neuen-Bäue li. emvfieblt die Glückskollekte von Gießen, Tapezier, Neustadt 15, empfiehlt sich den geehrten Herrschaften im Aufarbeiten und Reuanfertigen Westen in allen Qualitäten von jMk. 1,25 an. IMF* Das Stricken? von Westen, Kniewärmern, Strümpfen und Beinlängen wird billigst besorgt. Fr. Zimmermann, Dritte Mshifthds. Lotterie . Ziehung B u ™ vom 25. bis 30. wrew* November. Hauptgew.Mk.100000,50000, 25000 etc. fahrt Lose ä 3,30 Mk. Hessischer Hof. Empfehle meinen bürgerliche« Mittagstisch zu 70 Pfg. u. höher, ff. Frankfurter und Culmbacher Bier (Petzbräu), reine Weine, sowie Pa. Apfelwein und Apfelmost. 7547 Hochachtungsvoll Willi. Fischer. Gasglühlicht. la. la. abgebrannte Glühkörper von größter Leuchtkraft und Brenndauer per Stück 35 und 40 Pfg. Hill's Patent-Glühkörper per Stück 55 Pfg. Telbstzüudende Glühkörper per Stück 75 Pfg. Ferner empfehle Brenner, Schirme, Cyliuder etc., sowie Glühlichtcylinderputzer D. R. P. =zz Beschädigungen der Strümpfe vollständig ausgeschloffen. - 7587 Carl Aug. Faber. in Kinderwagen. Elegante englische Wagen mit Hellem Ledertuck-AuSschlag und Helle« Klappverdeck Mk. 15.—. Desgleichen mit Randpolsterung und Federgestell Mk. 16.—. Ieine englische Wagen mit prima Federgestell und Hurnmireifeir, in jeder gewünschten Lackierung und Garnierung Mk. 28—. Vor Einkauf von Kinderwagen bitte mein reichhaltiges Lager zn bestchtigen. Kein Kaufzwang. 4804 August Milbinger, Sellersveg 19. M.O- MW 6211 Neuester vervollständigter Placat-Fahrplan enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Giessen, Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, Lollar, Fronhausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, Gedern, Schotten, Laubach und Londorf ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der Bieberthalbahn, zum Preise von 580 Pfg- in der Expedition des Giessener Anzeigers vorräthig. — Der Fahrplan kann auch durch die Austräger des Giessener Anzeigers bezogen werden. Verantwortlicher Redakteur: H. Koeglrr. — Druck und Verlag der Brühl'schen UnivcrsitätS'Buch- und Etcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. $°8 ,r gnie'9tn Ichrinmden 9 2l»i KM M Sihukstratzt -r. belrrssrnd Gelande-Entei Die Aiinigliche W »amens deSGroßherzogto -es Preuß.chess. Staats Gemäßheit der M 22 26. Juli 1884 in Gerne! von Langsdorf Antrag a fahrens bezüglich des fol borf belegenen, zur Em forbnüchen Geländes qe 1. WI, Nr. 8' Nr. 8 2. Blut I, Nr. i Nr.! 3. Flur I, Nr. 4. aus Flur VII 5. „ „ VH 6 VU 7. Flur VII, Nr 8. aus Flur VII ä aus Ke VIII Es wird dies mit de Macht, daß der Siiuai M Meßbrie w» zu eutntzurudr M ?rtu^ Eisendahudire! ^"Wvrs und das Ve des vm denselben beai i. Rovewber bis II uf dem Amtsziminer >0(i jedermanns Ei ^gleich wird iU; leistende En'scki Mission auf: W ^kkitag den LS-'« 11 N W« m 2 » Garung ülJf * des Tetr 3. b't h «uf ft 5. a2ie,b««9 b, u’8' . ' Jf* « h Nenn drin "egen fnnft; ,lte Per de fe 1