In letzteren tritt uns vielfach die Kunst Tischbeins ent- qeqen, der im vorigen Jahrhundert für die Höfe das bedeutete, was heute der Pinsel eines Fritz August v. Kaul - b Q chEinzelnerer Bilder wecken lebhafte geschichtliche Erinnerungen. Wem erstünden beim Anblick des schon stark nachaedünkelten Portraits Wilhelms von Nassau (1533 bis 1584) nicht die großen Tage des niederländischen Befreiungskampfes, in welchem Wilhelm der Große oder der Stille am 10. Juli 1584 zu Delft von den Händen eines lesuiti- schen Meuchelmörders als Opfer fiel. Und unwillkürlich zieht durch unser Ohr die stramme Melodie des altmeder- ländischen Volksliedes: „Wilhelmus von Nassauen bin ich, aus echtem deutschen Blut." Die Portraits des Großen Kurfürsten und seines Sohnes Friedrichs des Ersten, der die Königswürde an das brandenburgische Haus brachte, vergegenwärtigen uns die Familien- bande, die einst zwischen den Häusern Brandenburg und Nassau-Oranien bestanden. . Andere Bilder wirken wieder nur rem repräsentativ wie das stattliche Portrait des Fürsten Karl Christian von Nassau-Weilburg (1735 bis 1788), der in der Ordenstracht des dänischen Elephantenordens ausgenommen ist. Wie kommt ein Bild der russischen Kaiserin Katharina II. nach Schloß Weilburg? Der Zusammenhang erklärt sich aus der Thatsache, daß em Pnnz von N assau- Siegen, Karl Heinrich Nikolaus Otto, geb. 1<45, eine Zeit lang in russischen Diensten stand, einen Teil der Flotte im Schwarzen Meer befehligte, den Türken schwere Niederlagen beibrachte, und von der klugen „Semirami e Nordens", die sich auf das Auswählen ihrer Leute verstand, als Geschäftsträger in der wichtigen Angelegenheit der Teilung Polens verwendet wurde. Nicht achtlos vorübergehen wird man an emem Mittwoch den 26 Juli 1809 Erstes Blatt. Amts- unb Anzeigeblatt für den Rreis Giefzen. N Mer Lag« Mannheim. 263.50 260.60 Südbahn 142 50 167.30 1^ 138. 13580 93.4° 129-" 26/ 13.40 241? 24.00 Az S A 80 Alle Anjeigrn.BermittlungSstrllm M In- und »ullaiM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ent-eg»« 147.60 33.10 146.90 33.30 144.40 103- 129.60 39.50 ÄNgs-U- ta ■ • ■ »edaktion, Expedition und Druckerei: Schukftrnße Ar. 7. 130.10 137.10 41.20 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieß«. Fernsprecher Nr. 51. 1ane>et »•« Anzeigen zu der nachmittag- für de« '^igmden Da, erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. betrug der Verkehr nahe an 1000 Millionen Mark. Aus dem äußerst umfangreichen und gewinnbringenden Zwischenhandel, welchen England früher über See für uns führte, ist es fast verdrängt. Seit 1873 ist unser Verkehr mit England an Tonnenzahl nur um 88, im letzten Jahrzehnt um 35 Prozent gestiegen, dagegen nach Schweden um 97^ Oesterreich Ungarn um 341, Nordamerika um 128, nach Mexiko, Mittel- und Südamerika um 317, nach Ostindien und Ostasien um 488, nach Australien um 475, nach Kap- land um 270, nach der Levante um 2261 Prozent gewachsen. Kolonien hatten wir vordem nicht. Unsere Hochsee-Flscherei in der Nordsee, die früher den Engländern überlassen war, ist seit 1873 von 5100 auf 52 600 Tonnen gestiegen, also um mehr als das Zehnfache. Die Tonnenzahl des überseeischen Handels-Verkehrs hat sich in Hamburg allem fett 25 Jahren verdreifacht, im Geldwert verdoppelt. Die Hamburg-Amerikanische Dampferlime und der Norddeutsche Lloyd sind die größten Reedereien der Welt geworden. Das Kapital der überseeischen Damfschiffahrts- Aktiengesellschaften Hamburgs ist auf beinahe 900 Millionen Mark gewachsen. Die Zahl unserer Dampfer hat sich tn derselben Zeit mehr als versechsfacht, ihr Tonnen Gehalt mehr als verzehnfacht. Dazu haben wir angefangen, uns bedeutend am Plantagenbau zu beteiligen; deutsche Hauser sollen gegen 20 Millionen Mark in Kaffee-Plantagen Venezuelas gesteckt haben, sehr viel liegt in solchen auch in Honduras, in Guatemala und in den deutschen Kolonien. Auf unseren Werften werden fremde Kriegsschiffe gebaut. Ueberall in der Welt weht jetzt unsere Konsularflagge. Und Deutschland ist das einzige Land, welches einen so riesigen Handels-Aufschwung genommen hat; m derselben Zeit, wo der deutsche Gesamt-Handel um 1100 Millionen Marl zunahm, sind nicht blos der russische und französische, sondern auch der englische Handel stehen geblieben oder zurückgegangen. Der Verruf unserer Waren durch das Bekenntnis zum made in Germany hat nicht unserer, sondern der englischen Industrie ins Fleisch geschnitten. Es ist kein Zweifel, zu glühender Eifersucht hat England reichen Anlaß erhalten. . Milliarden stehen also auf dem Spiel. Für alle deutschen Landesteile ist eine Lebensfrage, daß unser Außenhandel nicht vernichtet werde. Die Export-Industrie hat mittelbar und unmittelbar überall überseeische Interessen qeschaffen. Die tropischen und halbtropischen Genußmittel, an welche wir uns gewöhnt haben, müssen fast ganz mit Erzeugnissen unserer Industrie bezahlt werden. Selbst unsere Landwirtschaft ist zu einem Sechstel an der Gesamt- N«zugs»rei« vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pf«, mit Bringerloh«. Bei Postbezu« 2 Mark 50 Pf«, vierteljährlich. Willig M13. *, U. 6. Heiinvein • N\1 8> Bei Abnahme 6358 upke. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Müller für hessische Volkskunde.___________ auf den Gießener Aiyeiger für die Monate August und September werden von allen Postanstalten, Zeitungs- trägern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. _________ Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche. Wegen der z. ZI. in Heuchelheim, Kinzenbach, Münchholzhausen, Großen-Linden und Leihgestern herrschenden Maul- und Klauenseuche und der dadurch in erhöhtem Maße vorhandenen Seuchengefahr wird der am 1. und 2. August d. Js. vorgesehene Viehmärkt zu Gießen hiermit verboten. Gießen, den 24. Juli 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Boeckmann. bis 200 PS ie Wehmer Anzeiger Heneral-Anzeiger 25.45 126 80 26.90 Amtlicher Wl- Bekanntmachung. Nachdem die Seuche in Pohl-Göns und Ober- Erlenbach, Kreis Friedberg, mehrere Gehöfte ergriffen hat, ist die Sperre über die Gemarkungen verfügt worden. Das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen durch die Gemarkungen Pohl-Göns und Ober-Erlenbach ist untersagt, die Ausfuhr von Tieren der genannten Arten nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung auf Grund schriftlicher von der Großh. Bürgermeisterei unter Beobachtung der Vorschriften des § 59, letzter Absatz der Instruktion zum Reichsviehseuchengesetz zu erteilender Erlaubnis gestattet. Gießen, den 22. Juli 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Ach ensich Kroaten linen elitiou sen. ste und Robe« igegeden. teiger, iheiser Feuilleton. Gin Tag in Weilburg. Originalplauderei für bett „Gießener Anzeiger". Es ist merkwürdig still in diesem Lahnstädtchen, das trotz seiner anmutigen Lage und in nächster Nachbarschaft ton Ems und Nassau von Fremden weniger gesucht und besucht wird als die Ortschaften am Rhein. Weilburg besitzt ein Landgericht, ein Gymnasium, auch Militär liegt daselbst — das Leben wird also wohl dort so wenig still stehen wie anderswo, nur hat es für den vorüberziehenden Gast, der vielleicht seine Skizzenmappe mit ein oder dem anderen Punkt aus Weilburgs Umgebung füllt, den Anschein, als bewege sich hier alles in langsamerem, gemächlicherem Tempo. Zn diesem Gefühl trägt ungemein stark das mächtige, burgartige Schloß bei, das sich mit seinen geschlossenen Augen in der Qabn spiegelt, und unter dessen schützenden Manern die Einwohner von Weilburg gleichsam im Schatten einer stolzen Vergangenheit zu schlummern und zu träumen scheinen. Zu träumen! ? Wovon? rr Die dreihundert und zwanzig Zimmer des Schlosses, dessen Bau ans dem vorigen Jahrhundert stammt, bergen manch wertvolles Stück, manche interessante Erinnerung an die Vergangenheit, an die Tage des residenzlichen Glanzes, der Blütezeit des Nassauischen Fürstenhauses. Der Besitzer, der gegenwärtige Großherzog von Luxemburg, betritt Weilburg so wenig wie eins seiner anderen nassauischen Schlösser. Aber die Pietät für die Vergangenheit hat ihn bewogen, die alte Einrichtung vollständig intakt zu lassen. Kein Prunkmöbel, kein Portrait ist nach Luxemburg geschafft worden, alles wird vielmehr so gut im Stand gehalten, als könne der Herr jeden Tag tu den epheu- umsponnenen Schloßhof einfahren. Ist doch für das Schloß md KtfVjuMTtt werdel SS«*) rMie ,—- «-irrst WB I1477J22A sogar eigens ein Dachdecker angestellt, der die von Zeit zu Zeit notwendigen Reparaturen zu besorgen hat. Der die Fremden herumführende Kastellan weiß Bescheid in den Erinnerungen und Wertstücken der verlassenen Residenz, in der sich namentlich altes, kostbares Mobiliar befindet: Tische mit kunstvoll eingelegten Elfenbein-Platten, Truhen ans Cedernholz, ein Schrank, der seine 345 Jahre zahlt, Tischdecken mit echter Handstickerei, Seidentapeten, die ihren Glanz Über ein Jahrhundert bewahrt habendem prachtvoll gestickter Teppich, den die Frauen und Mädchen von Weil bürg anläßlich der Thronbesteigung des Herzoglich Nassauischen Paares gestiftet hatten u. dgl. Als Kuriosität wirkt ein Zimmerboden mit Zinneinlagen. Die beutegierigen Franzosen lösten die Einlagen heraus, in der Meinung, sie seien von Silber. Später sind dann die Lücken wieder aus- qefüllt worden. Von der Raublust unserer westlichen Nachbarn trägt auch der prächtige Kronsaal deutliche Spuren. Die schweren Goldborten an den Portieren sind von der französischen Soldateska, die hier unter Custine lag, fast sämtlich herausgetrennt und zu Treffen an den Uniformen benutzt worden Der General Custine selbst hat sich eigenhändig für seinen Privatgebrauch ein großes Stuck Brokat stoss herausgeschnitten und außerdem sein Gefallen an dem Aufenthalt in Weilburg durch Mitnahme von 36 Pferden, sämtlichen fürstlichen Silberzeugs und 3100000 Gulden bc- ^"^Einen sehr vornehmen, aparten Eindruck macht das Großherzogliche „Schlafzimmer", das in Blau und Silber gehalten ist, und das „japanische Goldzimmer mit seinen '""»Lis»« ä-<* H **■- „Kronsaal" noch das „Adjutantenzimmer" mit den^Haus- fahnen der Linien Nassau-Hachenburg, und das Arbeitszimmer mit seinen vielen Nassauischen Familienportraits. -a.100- "rhivo *71 «w 1143.30 Sfa ltiiio.60 Rt. 173 freiet »«Nch mit Ausnahme de- SRefltagl. ®k Gießener iwrkn km Anzeiger «ichentlich viermal beigetegt. 136.10 % 1 0 10«' Bekanntmachung. In Klein-Linden wurde in einem Gehöfte die Maul- und Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre angeordnet. Gießen, den 25. Juli 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Boeckmann._____________ Bekanntmachung Nachdem in Großen Linden noch in zwei weiteren Gehöften die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden ist, ordnen wir die Sperre der Gemarkung Großen-Linden an. Darnach ist das Durchtreiben von Rindvieh und Schweinen durch die Gemarkung verboten. Die Ausführung von Klauenvieh aus der Gemarkung kann nur zum Zweck sofortiger Abschlachtung gestattet werden, wenn die unmittelbar vorausgehende tierärztliche Untersuchung ergiebt, daß die Tiere nicht von der Seuche befallen sind, und die Ortspolizeibehörde die schriftliche Erlaubnis erteilt. Die Tiere müssen zu Wagen transportiert werden, und entweder an einem benachbarten Ort oder nach Eisenbahnstationen zum Zwecke direkter Ablieferung an ein Schlachthaus verbracht werden. Gießen, den 25. Juli 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Boeckmann. Unsere See-Interessen. Die Fortschritte unseres Seehandels seit 25, namentlich seit 10 Jahren sind |o gewaltig, unsere weltwirtschaftliche Bedeutung ist rasch so groß geworden, daß Deutschland von seinen Nebenbuhlern auf alles gefaßt fein muß. ™tan gebe sich darüber keiner Täuschung hin, daß die Engländer, wenn sie es nur irgend wagen können, bei erster Gelegenheit unserem Uebersee-Handel und unserer Export-Industrie den Todesstoß zu geben suchen werden. Die Reibungen mit Transvaal haben es handgreiflich gemacht, wessen wir uns von England zu versehen haben. Vergegenwärtigen wir uns, was für uns auf dem Spiele steht. Im Jahre 1896 ist zum erstenmale während dieses Jahrhunderts die deutsche Flagge im Hamburger Hafen dem Tonnen-Gehalt nach der englischen überlegen gewesen. Der ganze Spezialhandel (ohne Durchfuhr) betrug mit England noch 1362 Millionen Mark gegen 2400 mit den Überseeischen Ländern; mit den Vereinigten Staaten allem Ausfuhr beteiligt. In aller Interesse liegt es daher, das Mittel zu schaffen, das jene gewaltigen Interessen wirksam zu schützen vermag: eine starke Kriegsflotte! „D. T. A." Deutsches Keich. Berlin, 24. Juli. Von der Kaiserin wird aus Berchtesgaden gemeldet, daß es ihr von den Aerzten gestattet wurde, den gestrigen Sonntagnachmittag längere Zeit in einem Sessel auf dem großen Balkon des Grand Hotels verweilen zu dürfen. Die Teilnahme der Bevölkerung an dem Unfall der Kaiserin ist fortdauernd eine ungemein große, wie schon aus den vielen Blumenspenden hervorgeht, welche von Hoch und Niedrig, Jung und Alt im Hotel abgegeben wurden. — In Wilhelmsthal und Songea im Deutsch- Ostafrikanischen Schutzgebiet sind Postanstalten eingerichtet worden, deren Wirkungskreis sich auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefen erstreckt. — In Tsintau ist am 1. Juni eine Stadt-Fern- sprecheinrichtung mit 9 Teilnehmern und einer öffentlichen Fernsprechstelle in Betrieb genommen worden. Inzwischen werden weitere 10 Geschäfte angeschlossen sein. Es steht zu erwarten, daß die Teilnehmerzahl bald 30 erreicht haben wird; gewiß ein erfreuliches Bild von der raschen Entwicklung unserer Kolonie. — Noch in dieser Woche soll der deutsche Kreuzer „Geier" noch einmal vor San Jose de Guatemala erscheinen, nachdem das Schiff zuletzt in dem Hafenort Corinto der Republik Nicaragua gewesen ist. Offenbar hängt das abermalige Anlaufen des „Geier" in San Jose mit der Erledigung von Zahlungen an Reichsdeutsche seitens der Regierung von Guatemala zusammen, da dieser Tage das in diesem Streitfall gestellte Ultimatum abgelaufen sein dürfte. — Die Entwickelung von Kamerun. Der Abschluß des Vertrages zwischen der englischen Negierung und der Royal Niger-Gesellschaft, wonach das Charter- Gebiet der letzteren in die Verwaltung des Staates übergeht, ist auch von Einfluß auf deutsche Unternehmungen. Nachdem die Absendung einer Expedition zum Tschadsee, zunächst nach dem Benutz, beschlossen war, begann man deutscherseits Unterhandlungen mit der Royal Niger-Gesellschaft. Man brauchte ihre Hilfe, namentlich ihre Dampfer, zur Fortschaffung der Expedition auf dem Niger und Benutz. Die Gesellschaft machte aber große Schwierigkeiten, vor allem verlangte sie außerordentlich hohe Preise. Durch den erwähnten Vertrag änderte sich die Sachlage, mit der englischen Regierung wird man sich darüber leichter verständigen können. Wenn wir uns aber auf die Dauer dort festsetzen wollen und eine geregelte Verwaltung einzurichten beginnen, so ist es unerläßlich, daß wir uns von fremder Hilfe ganz unabhängig machen. Der Expeditionsleiter und Verwaltungschef muß jedenfalls einen Dampfer zur Verfügung haben, mit dem er sich beliebig stromauf und -ab bewegen kann. Vielleicht kann auch eine regelmäßige deutsche Schifffahrt auf dem Niger und Benutz eingerichtet werden. Für das Gebiet am Benutz und die nördlich davon gelegenen Länder sind schon deutsche Handelsgesellschaften in Aussicht genommen; die Landstriche südlich vom Benutz bis zum Sannaga hat schon die Schöllersche Gesellschaft ins Auge gefaßt. Für den großen Verkehr, den solche Unternehmungen mit sich bringen, würde sich die Einrichtung einer eigenen Dampferlinie mit ein paar kleinen Schiffen wohl lohnen. Die Süd-Kamerun-Gesellschaft wird bekanntlich im nächsten Winter auch eine solche deutsche Linie auf dem Kongo und dem Sanga einrichten. Hoffentlich wird die deutsche Flagge auch in naher Zeit auf dem Niger ständig zu sehen sein. Kamerun tritt jetzt in dieselbe Entwicklungsperiode ein, wie Ostafrika 1890 nach der Niederwerfung des Araberaufstandes. Napoleon-Bilde, einem persönlichen Geschenk des Eroberers an den Herrn des Schlosses. Die klägliche Zeit des „Rheinbundes" war angebrochen, und der Korse trägt auf dem Bilde bereits die Insignien seiner jungen Kaiserwürde. Das Porträt selbst stammt aus dem Atelier Davids, des Malers der Revolutionszeit, der dem unglücklichen König Ludwig XVI. auf die Frage: wann er sein Bild anzufangen gedenke, die freche Antwort gab: Ich werde das Haupt eines Königs nur malen, wenn dieses vom Blutgerüst herabrollt. Als er einige Jahre später um Napoleons Schultern den Hermelin drapierte, scheint er anderen Sinnes geworden zu sein. Der Kunstfreund wird noch Gefallen finden an einer guten Rubens-Kopie „Huldigung der Venus" und einer großen Leinwand von Snyders, die eine ganze Wand einnimmt. Stillleben von diesem Umfang werden heute kaum noch gemalt. Außerdem ist Snyders einer der ersten, welchen diese auf die liebevollste Beobachtung der Sachen und toten Gegenstände gerichtete Gattung zu europäischem Erfolge verhalf. Die Wanderung durch die verschiedenen Säle, Zimmer, Vorzimmer und Kabinette nimmt, bei flüchtigstem Verweilen in jedem Raum, doch über eine Stunde in Anspruch, nach deren Ablauf wir dann in den durch Platanen in breite Alleen eingeteilten Schloßgarten hinaustreten. Er ist dem Publikum freigegeben. Alte Spitalfrauchen sonnen sich auf den Bänken, und um die verwitterten Steingötter und Brunnenfiguren tummelte sich eine fröhliche Kinderschar. Die hohe Lage des Gartens läßt den Blick frei für einen Teil des Lahnthals und seine waldigen Behänge, die zu verschiedenen Aussichtspunkten (Kanapee, Hermanns- kopf 2C.) führen. Der „Taunus - Klub" hat durch deutliche Farbenmarkierungen dafür gesorgt, daß man die gewünschte Richtung aus den besten und bequemsten Wegen einschlägt. M. Wie in Ostafrika sich bis dahin unsere Thätigkeit fast nur auf das Küstengebiet beschränkt hatte und das Vorrücken nach dem Innern begann, so müssen wir jetzt auch im Hinterlande von Kamerun zum ersten Male unsere Kraft zeigen. In Ostafrika dauerte es noch ein halbes Jahrzehnt, ehe wir uns am Tanganjika festsetzen konnten. Auch nach dem Tschadsee wird man nur langsam vorrücken. In Kamerun ist ein Fortschritt dadurch vorhanden, daß zugleich mit der staatlichen Verwaltung auch wirtschaftliche Gesellschaften dort erscheinen, die uns den Eingeborenen näher bringen. Ausland. Paris, 24. Juli. Advokat Labori verlangt die Vorladung des seit Dezember 1894 im Gefängnisse zu Clairvaux festgehaltenen Maximilian von Schönebeck, eines angeblich früheren preußischen Offiziers. Auf diesen Schönebeck spielte Esterhazy in seinem jüngsten Jnterwiew an, als er von den Gewährsmännern der früheren Kriegsminister sprach. Madrid, 23. Juli. Beachtung verdienen gewisse Vorgänge in Barcelona. Ein französisches Geschwader von 21 Schiffen unter dem Befehle des Admirals Fournier ankert seit dem vorletzten Sonntag im Hafen von Barcelona und ist dort der Gegenstand begeisterter Kundgebungen von feiten der einheimischen Bevölkerung. Die Kundgebungen laufen ganz offen in Lostrennungsbestrebungen aus, zu denen die Elemente in Katalonien ohnehin schon längst vorhanden sind. Diese Bestrebungen werden verstärkt durch den in Barcelona von jeher heimischen Republikanismus, und daher die Kundgebungen, deren Gegenstand die französische Flotte ist. Ein republikanisches Blatt, „La Publicidad" brachte zur Feier der Ankunft der Franzosen ein Bild, das die Stadt Barcelona als weibliche Figur darstellt, wie sie nach einem die Trikolore tragenden und viel Rauch verbreitenden Schiffe sehnsüchtig die Arme ausstreckt; unten ist ein Text zu lesen, der im Deutschen lautet: „Mögen sie zu rechter Zeit kommen, um uns auszuräuchern! Dieser republikanische Rauch ist der beste Bazillentöter!" Was unter den Bazillen zu verstehen ist, das kann man sich schon denken. Was die spanische Regierung dazu sagt? Sie hat Befehl gegeben, die Franzosen nach Kräften zu feiern, aber sehr wohl wird es ihr dabei nicht sein, denn man empfängt so achtunggebietende Flottenbesuche mit Würde nur bann, wenn man sie in gleicher Weise zu erwidern im stände ist. Die spanische Regierung kann den Besuch nicht erwidern, und so muß sie es sich gefallen lassen, daß über die Anwesenheit der französischen Flotte Bemerkungen gemacht werden, die für den Stolz der Spanier nicht gerade schmeichelhaft sind. Die Anwesenheit des französischen Geschwaders scheint allerdings ein Zeichen dafür zu sein, daß nach Ansicht der Franzosen die Hilflosigkeit und Krankheit Spaniens bereits zu einem Grade gediehen ist, wo das Ende erwartet wird und die Erben sich anmelden oder wenigstens die Erbschaft in der Nähe sich betrachten. Nach einer anderen Meldung dagegen, sollen jene Lostrennungskundgebungen der Katalanen der französischen Regierung sehr unangenehm fein, und eine Verkürzung des Aufenthaltes des Geschwaders an der Nordostküste Spaniens zur Folge haben. — Der neueste Drahtbericht teilt mit, daß es vorgestern abend auf dem Paseo de Gracia zu Barcelona nach Beendigung der zu Ehren der französischen Marinemannschaften veranstalteten Festlichkeiten zu erheblichen Ruhestörungen kam. Die Manifestanten riefen: „Es lebe das freie Katalonien!" Die Polizei war genötigt, blank zu ziehen, stellte dann aber die Ordnung wieder her. — Am selben Tage hatte in der spanischen Kammer der Minister des Innern beschwichtigend versichert, die Berichte über die Kundgebungen in Barcelona seien übertrieben, die Schuldigen würden bestraft werden, die Mehrzahl der Einwohner von Barcelona billigten die Kundgebungen „einiger katalanischer Abgeordneten" nicht und äußerten, sie seien gewillt, Spanien treu zu bleiben. Gleichzeitig erklärte der Minister zu der karlistischen Kundgebung des Erzbischofs von Sevilla, dieser werde zur Rechenschaft gezogen werden, falls er es wage, sich in Verschwörungen einzulassen. T. R. Afrika. In dem Wirrwarr der Tagesnachrichten ist es oft recht schwierig, sich über den thatsächlichen Gang der Ereignisse zu unterrichten. Recht fühlbar macht sich diese Beobachtung jetzt in Bezug auf die Transvaalfrage. Deshalb empfiehlt es sich, dieselbe einmal von einem anderen Standpunkt zu betrachten. Auffallen muß es, daß der Präsident Krüger, der Jahre lang mit großer Zähigkeit jede Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen über Erlangung des Bürgerrechts in der Republik zurückgewiesen hat, jetzt mit einem Male außerordentlich weitgehende Zugeständnisse gemacht hat. Diese scheinbare Meinungsänderung ist aber in den vollständig umgewandelten Verhältnissen Südafrikas begründet. C. Rhodes hatte es bekanntlich verstanden, den Afrikanerbond ganz für sich zu gewinnen; Rhodes ließ überall durchblicken, daß er uiit den Zielen des Bundes einverstanden sei. Im März 1891 hielt er nach seiner Rückkehr von London zu Kimberley eine Rede, die ihn im Lichte eines völligen Afrikaners erscheinen ließ. Er sagte u. a.: In der Bundesorganisation erblicke er eine Willensäußerung des Volkes, das an der Verwaltung des Landes teilzunehmen verlange, und er als erster Minister betrachte bei Verhandlungen mit Bundesmitgliedern dieselben als Volksvertreter. Auch sei er überzeugt, daß die Politik des Bundes die einzig richtige für ein Kap Parlament sei. Ferner fragte Rhodes den Leiter des Bundes, I. H. Hosmeyr, in fast allen Dingen um Rat. Damit hatte er den Bund und fast alle Afrikaner für sich gewonnen. Man vertraute ihm nicht nur, sondern es machte sich eine ausgesprochene Mißstimmung gegen den Präsidenten Krüger fühlbar, die sich bis nach Transvaal hinein erstreckte. Dieser hatte aber Rhodes sehr bald erkannt; er setzte dessen Zollvereins- und Eisenbahn-Plänen zähen Widerstand entgegen und schützte die Republik entschlossen vor dem Eindringen feindlicher Elemente unter die Burghers. Der Einfall Jamesons nach Transvaal öffnete den Afrikanern die Augen über die wahre Natur der Rhodes- schen Pläne und brachte sie wieder auf die Seite des Präsidenten Krüger. Die englischen Ränke und Beunruhigungen während der letzten Jahre haben es nun dahin gebracht, daß die sämtlichen Afrikaner über ganz Südafrika zu einem ganzen zusammengeschmolzen sind. Dadurch hat die Republik eine innere Festigkeit erhalten, die so leicht nicht wieder erschüttert werden kann. Unter den britischen Uitlanders in Johannesburg befanden sich im Jahre 1896 deren 15162 ans der Kapkolonie, die fast durchaus sich jetzt als Afrikaner fühlen. Somit ist die Gefahr, daß die Republik bei einer weitgehenden Bürgerrechts-Verleihung von Fremden bemeiftert werden konnte, fast ganz verschwunden. Ohne Besorgnis für die Unabhängigkeit der Republik kann man jetzt große Zugeständnisse machen. Zugleich wird damit auch England der letzte Rest eines Scheins zu einem berechtigten Einspruch in die Angelegenheiten der Republik genommen. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 25. Juli 1899. *• Von der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Juli den ordentlichen Professor Dr. Netto zum Rektor der Landes-Universität für die Zeit vom 1. Oktober 1899 bis 30. September 1900 zu ernennen. ** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 6. Juli dem Lithographen Johannes Rupp, Georg Fischer und Philipp Kohl zu Offenbach a. M., in Diensten der lithographischen Kunst- und Luxuswarenanstalt von Kramp u. Comp. daselbst, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" zu verleihen. *♦ Militärdienstuachricht. v. Plönnies, Hauptmann^ bisher in der Marine-Infanterie und kommandiert zur Dienstleistung bei dem Matrosen - Artillerie - Detachement Kiautschou, mit seinem Patent als Batteriechef im Feldart.- Regt. v. Holtzendorff (L Rhein.) Nr. 8 wieder angefteüt ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten' Versammlung Donnerstag den 2 7. Juli 1899, nachmittags 3'/, Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Vereins zur Züchtung reiner Hunderassen wegen Anbringung eines Reklameschildes und Abgabe von Fahnen und Wasser. 2. Gesuch der H. Leib Witwe um Erlaubnis zur Legung einer Acetylengasleitung zur Beleuchtung der Wirtschasts- räume im Philosophenwald. 3. Gesuch des landwirtschaftlichen Instituts um Erlaubnis zur Einfriedigung des von der Stadt als Versuchsfeld überlassenen Geländes. 4. Verwertung des Grases von einer durch die Stadt angekauften Wiese der Heinrich Ockel II. Erben an der Rodheimer- straße. 5. Verpachtung der Gemeindejagd; hier: Gesuch um Eintritt eines Mitpächters für den Jagbezirk 7. 6. Gesuch verschiedener Einwohner von Hochelheim um Preisermäßigung für auf den städtischen Wiesen ersteigertes Heugras. 7. Die Abfuhr von Straßen- und Hauskehricht. 8. Anlage von Gofsenpflaster auf dem Friedhöfe. 9. Eröffnung der Stephanstraße; hier: Trottoiranlage. 10. Ausdehnung des Straßenrohrnetzes am Schiffenbergerweg. 11. Ausdehnung des Straßenrohrnetzes in der Winn'schen Privatstraße durch 'den vormals Löber'schen Hof. 12. Abgabe verfügbaren Cokes. 13. Ankauf des „Wiener Hofes"; hier: Verwertung von Bauplätzen. 14. Bildung und Verwaltung des Stadterweiterungsfonds. 15. Herstellung des alten Rathauses. 16. Den Flutgraben in den Eichgärten; hier: Gesuch des Valentin Fießer um Geländeabtretung. 17. Die Ferien der Stadtverordneten-Versammlung. 18. Gesuch des Heinrich Antony dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Neuenwcg 28. ** Konzert. Auch das gestern abend in „Steins Garten" veranstaltete Konzert des Trompeter-Korps der Mag de < burger Dragoner zeigte, trotzdem die vorzüglichen Leistungen dieser Kapelle noch aus vorigem Jahre bekannt waren, einen nur mäßigen Besuch. Sehr reichhaltig und abwechselnd war das diesmalige Programm zu- sammengestellt, und wurde die Kapelle den gestellten Aufgaben durchaus gerecht, sodaß ein schier endloser Beifall, der den Künstlern verschiedentlich Einlagen abnötigte, nicht ausblieb. ** Jubiläum. Am l.Juli feierte der Maschinenmeister der Main-Weser-Hütte, Ph. Schroder, sein 50jährigeS Dienstjubiläum. Vor 50 Jahren, am 1. Juli 1849, trat der Jubilar als Schlosserlehrling in die Dienste der Firma I. W. Buderus Sohne auf Audenschmiede bei Weilburg, kam nach beendeter Lehrzeit als Schlosser in die Maschinenfabrik genannter Firma nach Hirzenhain, und im Jahre 1863 als Maschinenmeister nach Main-Weser-Hütte bei Lollar, welchen Posten der Jubilar noch heute zur größten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten bekleidet. Von der Firma Eisenwerke Hirzenhain und Lollar wurde ihm aus diesem Anlasse an genanntem Tage eine wertvolle goldene Uhr mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Arbeit" überreicht; auch von Beamten des Werkes empfing der Jubilar passende Geschenke. Von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog wurde Herrn Schroder das Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für geleistete Dienste" verliehen und dasselbe durch Herrn Provinzialdirektor v. Bechtold im Beisein des Herrn Bürgermeisters Geißler von Lollar nachträglich überreicht. Dem Jubilar wünschen wir, daß eß ihm vergönnt sein möge, an der Seite seiner Gemahlin noch viele Jahre in bester Gesundheit wirken zu können! ** Amtliche Milch Verkaufs Ordnungen. In Nr. 29 der „Zeitschrift für die landw. Vereine im Großherzogtum Hessen" wird eine auf die Milch-Verkaufs-Ordnung bezügliche Frage beantwortet, die auch weitere Kreise interessieren dürfte. Milch-Verkaufs-Ordnungen, welche einem ^nsvag^!^b,e M « bt* ht Ä publik 1 n,?t wieder er g?Ss *Ä n.mQn jetzt qroKe 3.N ®nglani> iWsT~~~ 5; Juli 1899. gliche Hoheit der 'uht, am 15. ^1; 1 zu« Rektor der Oktober 1899 bi» Hoheit der Groß- ™ 6. Juli den ''cher und Wipp 'er lithographischen amp u. Comp. da- 'r Inschrift.- „Für les, Hauptmann, kommandiert zur lerie- Detachement iechef im Feldatt.- wieder angestellt. t Stadtverordnettü' Juli 1899, .. Gesuch des Ver- wegen Anbringung ahnen und Wasser. iubni8 zur Legung lg der Wirtschasts- des landwirtschast- lftiedigung des von Geländes. 4. Ver- ' Stadt angekauften m der Roöheimer- gb; t)iet: Gesuch lgbezirk 1. 6. Ge- M '-reisen ersteigertes Heu- und Hauskehricht. , Friedhöfe. 9. Er- oiranlage. 10. Aus- Schifsenbergerweg. I in der Winn'schen scheu Hof. 12. Abes „Wiener Hofes"; Bildung und Ver- 15. Herstellung des in den Eichgärten; । Geländeabtretung, -sammlung. 18. Ge- ^laubnis zum Wirtin „Steins Garten" ps der Mag de' ^dem die E us vorigem Jahre such. Sehr reich' lige Programm zu- d-n ■t eni* Snf „ Maschinenineister am^i-nste der ;,SS» * W* Ito Sw"ÄÄülle ten »S, « > w *t* ß»l'S ^»g d-r Seiner < gurCn» l-rli-h-" ' ® „ Secfttolb m fi« ”'2t nach- «* fÄ*’* i« f0C.' 29 d-r ® 5°O-d"°" . »reise 'll# weitere Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold-'. Temperatur der Lahn und Luft nach Reoumur gemessen am 25. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag-: Wasser 18°, Lust 16°. Rüchsamen'sche Badeanstalt. Mindestfettgehalt der Milch von 3 Prozent verlangen, be- i stehen in einer Reihe von Städten, so z. B. in Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach (für den ganzen Kreis), neuestens ist auch für Gießen eine vorbereitet, möglicherweise bereits in Kraft. Aehnliche Bestimmungen bestehen auch im Auslande. Es ist selbstverständlich, daß beim Inkrafttreten solcher Verordnungen ein Verbot der Stallprobe oder I ähnliches nicht ausgesprochen werden darf, weil ja sonst dem Produzenten die Möglichkeit des Nachweises genommen wäre, daß Milch, welche den vorgeschriebenen Fettgehalt nicht erreicht, nicht gefälscht ist, andererseits ist es auch für die überwachende Behörde manchmal unbedingt nötig, eine Stallprobe zu nehmen, um Fälschungen zu konstatieren bei Milch, welche den vorgeschriebenen Fettgehalt hat, aber dennoch gefälscht ist. Die Festsetzung des Mindestfettgehaltes der Milch auf 3 Prozent bedeutet keineswegs eine Härte. So beträgt z. B. der mittlere Fettgehalt der in der Offenbacher Gegend produzierten Milch 3,60 Prozent. Der Durchschnittsfettgehalt aus 200 000 Milchproben des Verbandes hessischer Molkerei-Genossenschaften war sogar 3,77 Prozent. Diese Zahlen sprechen schon dafür, daß mit einem Fettgehalt von 3 Prozent keine zu hohen Anforderungen gestellt sind. Diese Ansicht wird nachweislich auch in landwirtschaftlichen Kreisen vertreten. So hat sich z. B. der Offenbacher landwirtschaftliche Bezirksverein vor Erlaß der Milch-Verkaufs-Ordnung ausdrücklich für Festsetzung der Mindestfettgrenze auf 3 Prozent in einem eingeforderten Gutachten ausgesprochen. Die Erfahrungen, welche über Milch-Verkaufs-Ordnungen vorliegen, sind durchweg als günstige zu bezeichnen. Denn erfahrungsgemäß wird seitdem viel weniger gefälscht und minderwertige Milch verkauft, wodurch ja nicht nur der Konsument, sondern auch der Produzent geschädigt würde. Der Preis für gute, gehaltreiche Milch bewegt sich in aufsteigender Linie, ein Umstand, der dem Landwirte zugute kommt und nicht zum I mindesten auf den Erlaß der besprochenen Verordnungen | zurückzuführen ist. Außerdem geht mit dem Angebot guter Milch eine Steigerung des Verbrauches Hand in Hand. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß viele Genossenschaften die Milch nach Fett-Prozenten verkaufen, sodaß also die fettreichste Milch den höchsten Preis erzielt, und die Landwirte schon dadurch darauf hingewiesen sind, im Sinne jener Verordnungen möglichst fettreiche Milch zu produzieren, ein Umstand, der auch für züchterische Fortschritte von wesentlicher Bedeutung ist. ** Die silbernen 20.Pfennigftücke, welche nach einem Beschlüsse des Bundesrats eingezogen werden sollen, werden von jetzt ab auch von den Stations- und sonstigeu Kassen | der Eisenbahnen nicht wieder verausgabt, sondern mit den Barablieferungen abgeführt. Die Reichsbankstellen sind verpflichtet, silberne 20-Pfennigstücke in beliebiger Höhe in Zahlung zu nehmen, bezw. gegen andere Reichs-Silbermünzen, Thaler oder Nickelmünzen umzutauschen. — Aus Stuttgart wird übrigens vom „Schwüb. Merkur" gemeldet, daß bei der dortigen Reichsbankstelle binnen sechs Wochen 150,000 Stück silberne 20-Pfennigstücke eingehalten wurden, darunter wurden 300 falsche gefunden. •* Die Obsternte in Deutschland ist in diesem Jahre nach einer Zusammenstellung in der „Gartenwelt" auf Grund von Fragebogen von den Züchtern und Behörden im allgemeinen als eine gute bezeichnet worden. Johannisbeeren geben eine Mittelernte, Stachelbeeren eine gute, Himbeeren sogar eine gute bis sehr gute Ernte; Erdbeeren bringen im allgemeinen gute bis Mittelernte. Den geringsten Ertrag von allem Kleinobst haben die Kirschen geleistet. * In Amerika verstorbene Heffen. Cincinnati, O., Christian Henkel, aus Darmstadt. San-Francisco, Wilhelm Gimbel, 41 Jahre alt, aus Langgöns. Ebenda. Frau Catharina Weisel, 44 Jahre alt, aus Nieder-Weisel. Ebenda. Frau Wittwe Anna I. Misch l er, 57 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. New-Aork, Frau Catharina Grein, geb. Fischer, 46 Jahre alt, aus Roßdorf. Brooklyn, N. 9)., Moses Ehrmann, 82 Jahre alt, aus Groß- Zimmern' New-Aork, David Krakauer, 51 Jahre alt, aus Heppenheim. Philippsburg, Canada, Frau Anna Elisa- betha Lanz, geb. Dietz, 74 Jahre alt, aus Arnsheim. Evansville, Jnd., Catharina Boller, geb. Roth, 77 Jahre alt, aus Langstadt. Smithton, Mo., Leonhard Kunkel- mann, 90 Jahre alt, aus König. x Grünberg, 24. Juli. Heute mittag gegen 12 Uhr wurden die Bewohner der Stadt durch Feuer lärm erschreckt. In der Scheune des Gasthauses „Zur Pinn" war das Heu in Brand geraten. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle, und dem energischen Eingreifen derselben ist es zu danken, daß das Feuer im Entstehen erstickt wurde. Man vermutet, daß der Brand durch den in unmittelbarer Nähe besindlichen Backofen verursacht wurde. — Wie gefährlich es ist, mit kleinen Kindern bei großer Hitze zu reisen, beweist folgender traurige Fall. Eine in Hannover wohnende Frau wollte mit ihren Kindern ihre hier lebenden Angehörigen besuchen. Das jüngste, etwa 8 Monate alte Kind, welches bei der Abreise von Hannover am Freitag vormittag noch munter und gesund war, erkrankte unterwegs infolge der wahrhaft tropischen Hitze und war schon anderen Tags eine Leiche. Butzbach, 21. Juli. Bei der heutigen Bürgermeister- wahl wurde der bisherige Bürgermeister Joutz, der bekanntlich den Bezirk auch im Landtag vertritt, mit 245 Stimmen wiedergewählt. Sein Gegner erhielt 164 Stimmen. Darmstadt, '24. Juli. Se. Exzellenz Herr Staatsminister Rothe tritt heute einen längeren Urlaub an. Mainz, 21. Juli. Mainzer Industrie. Einen erfreulichen Beweis von dem weiteren mächtigen Emporblühen der Sektindustrie in Mainz gibt ein Schreiben der Firma Henkell und Comp., daselbst, an die Hamburg- Amerika-Linie, welches in Facsimile-Abdruck von den bedeutendsten illustrierten Zeitungen und auch in der „Wein- Wien, 25. Juli. Nach einer Meldung des „Neuen Wiener Tageblattes" erhielten die politischen Behörden den Auftrag, gegen alle Kundgebungen gegen den Ausgleich und den § 14 strengstens vorzugehen. Wien, 25. Juli. Eine gestern abend im Kollosseum stattgehabte sozialistische Versammlung gegen den § 14 und die Zuckersteuer-Erhöhung nahm einen höchst stürmischen Verlauf. Trotz eines sehr großen Aufgebotes von Polizei hatten sich außerhalb des Lokales etwa 3000 Menschen angesammelt. Als nach einstündiger Dauer der Versammlung der Abgeordnete Verkauf das Wort: Rechtsbruch gebrauchte, wurde die Versammlung aufgelöst, was zu tumultuarischen Szenen führte. Die Wache vertrieb die Versammelten mit Gewalt. Etwa tausend Personen brachten vor der Arbeiter-Zeitung stürmische Hochrufe auf vr.Adler aus. Linz, 25. Juli. Hier ist wegen Lohn-Differenzen ein partieller Setzer streik ausgebrochen. Semlin, 25. Juli. Hier und in ganz Süd-Ungarn sind viele serbische Emigranten eingetroffen. In einem hiesigen Kaffeehause kam es zwischen Emigranten und zwei serbischen Geheim Polizisten zu einem heftigen Auftritt, der mit der gewaltsamen Entfernung der Polizisten endete. Venedig, 25. Juli. In ganz Ober-Italien herrscht seit mehreren Tagen eine furchtbare Hitze. Täglich kommen mehrere Hitzschläge vor, welche meist einen tätlichen Ausgang nehmen. Haag, 25. Juli. Das Schluß - Protokoll der Friedenskonferenz wird durch alle bevollmächtigten Delegierten unterzeichnet werden, aber nicht die Conclusionen, da mehrere Länder ihren Beitritt für später Vorbehalten haben. England wird Vorbehalte machen. Paris, 25. Juli. Am 3. August versammelt sich die von den Sozialisten der verschiedenen Schattierungen einberufene Kommission, welche über die Frage des für den September festzusetzenden nationalen Sozialisten-Kon- gresses und über die demselben vorzuschlagende Tagesordnung entscheiden soll. In hiesigen politischen Kreisen ist man der Ueberzeugung, daß Jaures als Sieger hervorgehen wird. Belgrad, 25. Juli. Der frühere Gesandte in Petersburg, General Gruic ist hier eingetroffen und bisher von der Polizei unbehelligt geblieben. Er empfängt weder Besuche noch macht er solche. Belgrad, 25. Juli. Der Belgrader Stadtarzt Dr. Georgievic wurde, weil er als schuldlos erachtet wurde, aus der Haft entlassen. Petersburg, 25. Juli. Gestern abend traf der Trauerzug mit der Leiche des Großfürsten Georg hier ein. Auf dem Bahnsteig waren erschienen außer hohen Militärs und anderen Würdenträgern, sämtliche russische Großfürsten mit ihren Gemahlinnen. Sobald der Trauerzug eingelaufen war, hielt der Metropolit eine kurze Trauermesse ab, worauf der Zar und die Großfürsten den Sarg aufhoben und zu dem bereitstehenden Trauerwagen trugen. Alsdann wurde die Leiche nach der Peter-Paul-Kathedrale überführt. .. z Notiz, dass d. bekannten Kuren geg. Angst, ßlerVOSGll Z^ai)g8gedanken’ Schlaflosigk, Asthma, Herz- XIV* w vmvää q 6 Magen- u. Darmträgh., Schwachezust, in d. Jahre v. April bis Okt. in Auerbach, Hessen stattfinden. Prosp. üb. Eigenart Wir^nS . 2535 Dr. Borcnerui. zeitung" gebracht wird. In diesem Schreiben macht die Firma Henkell u. Co. die Mitteilung, daß sie zur einheitlichen Zusammenfassung des Betriebes Kellereibauten in Angriff genommen hat, die über 5000 Quadratmeter Kellerund Arbeitsraum d. i. Platz für weit über 3 Mill. Flaschen S,L°R-N. 1nkS?°hl u'nd Verkehr, Kind- und Volkswirtschaft. unter außergewöhnlichen Terrain - Schwierigkeiten gebaut Gietzen, 25. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen werden, ist der in solchen Arbeiten erprobten Firma Oskar I Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 1.00—1.20, Hühnereier Lmuswald übertragen worden, und sollen die Keller bereits per St. 6-7 \ 2 st. 11—13 Enteneier 1 St. 7—» Gänse. Qiritbinhr ’hpm «Rpfrtph überleben werden I eier per St. 10—11 Käse 2 St. 5—6 Kasematte per St. 3 nächstes Frühjahr dem Betrieb uvergeven weroen Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 32 H, Tauben per Paar A Mainz, 24. Juli. Von ärztlicher Seite wurden I 0.75—0.90, Hühner per St. A 1.00—1.50, Hahnen per Stück jüngst in einer Eingabe an die Bürgermeisterei Klagen über o.65-O9O, Enten per St. jl 1.50—1.70, Gänse per Pfund die in Mainzer Volksschulen stattfindenden M i ß h a n d- pe 000—0.00, EWenfkUd) per>-68-7414 unb lungen an Schülern durch die L-hr-r g-suhrt Infolge 9«p°r W w-toX dieser Eingabe hat sich eine kürzlich stattgehabte Bezirks- Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.co bis Versammlung der Lehrer des Bezirkes Mainz umgehend mit I 12.0 jl, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. jl 8.50—9.00, dem Züchtiqungsrecht der Lehrer befaßt. Es wurde von Milch per Liter 16 H, Kirschen per Pfd. 40 bis 00 Pfg. allen Seiten daraus hingewiesen, daß in der Schule unter Dauer der ölatttfeit »on 7 Uljr morgen? biaiUir na*, unserer Jugend strafbare Handlungen -rotz der besten Zucht werdet 6arf fort und fort vorkommen, welche nur durch körperliche ■ Züchtigung geahndet werden könnten, daß also körperliche Strafen unerläßlich seien. Die Lehrer ständen daher auf dem Boden des Schulgesetzes und nähmen gegen die Ein- und Uebergriffe Unberufener in das Züchtigungsrecht der Schule geschlossen Stellung. . Berlin, 25. Juli. Wie aus Aalesund gemeldet wird, A Mainz, 24. Juli. Wie der „Mainzer Anzeiger" verließ der Kaiser am Samstag nicht die „Hohenzollern" anscheinend aus militärischen Kreisen erfährt, steht die Hierher- unb nahm Vorträge des Vertreters des auswärtigen Amtes kunft des deutschen Kaisers am 7. August zu erwarten. unb ber Kabinette entgegen. Sonntag hielt der Kaiser Der Kaiser werde voraussichtlich von dem Kaiser von Ruß- I Gottesdienst ab und blieb ebenfalls an Bord. Die „Hohen- land begleitet werden und an der Truppenschau auf dem zollern" befand sich gestern bereits auf der Rückreise und „großen Sande" teilnehmen. Die Truppenschau wird eine wird heute im Nordfjord einlaufen. sehr bedeutende Ausdehnung bekommen, indem die zur Zeit 25. Juli. Zu dem Befinden der Kaiserin hier zusammengezogene25. Kavalleme-Brigade noch an oer- Berchtesgaden gemeldet: Der Kaiserin selben teilnehmen wird. — In Sachen der Entfestigung . bcn Direktor des orthopädischen Institutes zu von Kastel haben die inngst in der zweiten h-mchen @ij . Hessing, ein Kontentiv-Verband angelegt worden, Kammer hierüber stattgehabten Verhandlungen den Erfolg bj£ Sai[erjn in ber Lage ist, Gehversuche zu gehabt, daß die preußische Regierung mit der WfWn machen. Das Allgemeinbefinden ist sehr gut. Regierung der Frage wieder »«« C™«* 25 be5 Verdachts d-r Spionage der preußischen Regierung ist l-tzt der Bescheid emgetrofsen, I v el&ajfete -in Major ,n N-usahrwasser einen Mann, daß -,n- neue Taxation v°rg°n—.werde». soll, »m dn, photographierte. D-r Verhaftete Aus der Zeit für die Zett. Vor 33 Jahren, am 26. Juli 1866, kam der Nickols- | burger Waffenstillstand zum Abschluß, auf dessen ! Grundlage vier Wochen später der Prager Friede vereinbart wurde. Durch diesen blieb Oesterreich im vollen Besitz seines Territorialbestandes, mit Ausnahme der italienischen Besitzungen, wogegen die kaiserliche Regierung versprach, 20 Millionen Thaler Kriegskosten zu entrichten nebst Verzichtleistung ihrer Entschädigungsansprüche auf Schleswig- Holstein. Universitäts-Uachrichten. — Berlin. Der Geheime RegterungSrat und Profeffor an der landwirtschaftlichen Hochschule, Dr. Max Delbrück, ist zum etatSmäßtgen Professor ernannt worden. — Heidelberg. Hier beging am 23. Juli, Kuno Ftfcher in voller Rüstigkeit des Kölp^rS und dcs Geistes feinen 75. Geburtstag. Sein Zuhörcrkrets war in diesem Sommerfemester bet seinem Kolleg über „Faust" so groß, daß dasselbe In der Aula gehalten werden mußte. — Heidelberg. In der medizinischen Fakultät unserer Hoch schule habilitierte ficb Dr. Hugo Stark von hier. Die Probevorlesung handelte über „Beveutung und Wesen p ychtscher Beeinflussung". — Münster. Zum Rektor der König!. Akademie wurde Dr. August Bladau, Professor der neuteftamentltchen Exegese gewählt. Kitteratur, Wissenschaft und Kunst. — Die „Neue Musik-Zeitung" (Stuttgart, Karl Grüntnger), ein Blatt, das als zuoeilätstger, tnte'.ssanter und unterhaltender Führer durch das wette Reich der Tonkunst jedem Mufikliebhaber warm empsohlen sein mag, bringt im 2. Qua tal ihres 20. Jahrgangs reizvolle Klavierstücke von Z. Fldich, Bruno Wandelt, Emil Graf, Max Raebel und Zurluth, wertvolle Lieder von A. K'ughardt und einer Reihe anderer beliebter Kompo, isten, Duette für Geige und Klavier von Arthur Allmann und Konstantin, ein Duo für Violoncell (ober Geige) von Hermann Hutter; ferner den Schluß einer spannenden Novelle von Herbert Forbach, Humoresken von Dr. Widmann (Bern), eine geistvoll geschriebene Erzählung von Alex. Fretherrn Gleichen Rußwurw, einem Urenkel Friedrich Schillers, belehrende Aussätze aus der Theorie und Geschichte der Musik, eine Fülle von Berichten über neue Tonwrike, illustrierte Biographien namhaster Künstler, Besprechungen neuer schtenener Musikalten und Bücher, Texte für Ltederkompontsten und etne Unmasse von Notizen auS dem Musikleben der Gegenwart. (Preis vierteljährlich Mk. 1). Probenummern versendet an Interessenten jede Buch- und Musikalienhandlung, sowie der Verlag von Karl Grüntnger in Stuttgart aus Verlangen gratis und franko. — Die Mode in den Bädern ist augenblicklich ein besonders interessantes Kap tel für schöne Frauen, denn daS Raffinierteste, Kostbarste und zugleich Geschmackvollste wird in diesen Sammelpunkten der Eleganz getragen. Etne reiche Fülle prächtiger Sommer- Totletten für diesen Zweck bietet die neueste Nummer der „Modenwelt" lBerlin, Franz Lipperheide, nicht zu verwechseln mit „Kleine Modenwelt" und „Grohe Modenwelt"). Belebte Gruppen reizender Frauengestalten, in künstlerischen Holzschnitten dargettellt, bringen allen Retz der gegenwärtigen „schlanken Mode" auf« glücklichste »um Ausdruck; auch der Sport ist durch praktische und hübsche Wanderanzüge für das Hochgebirge, Radfahr- und Ruderanzüge vertreten Für den Bedarf der fröhlichen K>nderwelt in ihrer Ferten- herrltchkett sorgen Waschkleidchen, Spiel und Turnanzüge, während ein Modebertcht die sorgsamen Mütter über alletz Wissenswerte belehrt. Jeder Nummer der „Modenwell" liegt ein extragroßer Schnttt- musterbogen b-t; außerdem ist zu jedem Kleidungsstück ein Schnitt für den geringen Preis von 30 Pfg. zu beziehen. Ten reichen Inhalt der „Modenwelt" ergänz n künstlerische und gediegene I „Handarbeiten" und ein „Unterbaltungsblatt'' m't seinen verschiedenen Rubriken: Gesundheits- und Kinderpflege, FürS Haus, Küche, Er- werbSthätigkett der Frau u. f. w., u. s. w. Größer LllisM-Mmmss-verlms Beginn: Montag den 31. «Juli Kaiser Holzgraben 4 Bremen der freien Hansestadt (Bangewerk-, Maschinenbau-, Schiffsbau- und Seemaschinisten-Schule) Das Soeben wieder eingetroffen Verdingung Helm. 5546 Dr. Klein ist verreist. • V ertreter: 5530 die Herren Dr. Schlieph&ke und Dp. Zinsser. 5537 Die Schafherde von Kmzenbach und 5538 Bruchstratze 4, II. mieten. Dlki Wormser Oefen nodi flut, billifl zu verkaufen. 5525 Näheres Frankfurterstratze 7. Eine Ung. Sold-Rente 5534 entsprechen. MonopobGriechen von 1887 Stadt Wormö unk. b. 1901 ' I 81/. Frankstr. Hyp. Bk unk. b. 1906 96.80 4 81/, Frkf. Hvp.Lred.B. unk. b. 1906 96 50 4 unk. b. 1907 101.40 4 bto. DeutscheTrdsch.B.unk.b. 1904 101.60 4 Brief i I Darmst. Bk.-Actien 239.90 Holzbandlung Lrebiasiraße 62. 6541 — trab Ber(ag der vrühl'schen UntversttalS-Buch. und Stdnbniderei (Ptersch Srden) in GteH«. Rebattie«: t. «urkßard^ & s WWWK WWMDWMH Offene Stellen Gelds orteur 4 4 den in Tieren NB. Unterm heutigen wurde das Büreau in Frankfurt a M. Kronprinzenstr.38,eröffnet und ist dasselbe einem verehrt. Publikum besonders zu empfehlen. 100.05 90.10 97.35 000.00 101.50 100.20 00.00 s 87, 4 4 8 3 100 90 99 90 25 15 000 00 61.45 Geld 81.15 169 65 4.161/, 101.50 100.50 101.50 98.95 Naisr m । Expedition 4 3 6 4 Auf der das englische Schaffung auch Wäscht. (5 5030 zum Würzen der Suppen, ist hochgradig an Maul- Klauenseuche erkrankt. Krofdorf, 24. Juli 1899. Der Bürgermeister. Lichtenthäler. Der Bläschenausschlag an Gleiberg erkrankt gewesenen ist erloschen. Krofdorf, 24. Juli 1899. Der Bürgermeister. Lichtenthäler. Aelterer, erfahrener Buchhalter übernimmt das Beitragen von Geschäfts- büchern zu jeder Tafleszeit flegen billige Honorierung. — Gest- Offerten unter A. 42 an die Expedition d- Bl._________ UtidM Hekanntmachung. Im Auftrage der Gewerkschaft L. Raab fen. in Wetzlar werden Mittwoch den 26. Juli 1889, vormittags 11 Uhr, auf dem Kalkwerk Naab bei Wetzlar WllWlladcrStülkkM (12 Waggon Wetßkalk und 6 Waggon Graukalk) gemäß Artikel 343 H. G. B. für Rechnung dessen, den es angeht, öffentlich meistbietend versteigert. Wetzlar, den 24. Juli 1899. 5536 Heffter, Gerichtsvollzieher. Bibliotheken und einzelne gute Bücher werden stets zu guten Preisen angekauft. 1543 J. Ricker’sche Buchhdlg., Südanlage 5. zeigt Figur cs in dem bis 8 zeige, Alle diese ( mantel Verse Die Dum-T der eigenart die beim Ei, teile zerisseu im moderne verbannt mi kommen, me an den erhc Hauptbestre! Geschosse der Lieferung von 3500 cbm Basaltkleinschlag und 1500 cbm Packlagesteine zur Gleisunterhaltung der Strecke Niederwalgern-Friedberg u Gießen—Lauterbach Termin am 8. August 1899, vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Betriebs-Inspektion. Bedingungen können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlage gegen kostenfreie Einsendung von 50 Psg. von daher bezogen werden. Zuschlagsfrist zwei Wochen. 5544 Gießen, den 24. Juli 1899. Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion 1. Proerur 37, Deutsche ReichSanl. Preuß. EonsolS -e 6r. Hesfische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 Adendeourser 000.00 | Oesterr Sredit'Actien AL- li:iii|ilrlilunilfii ? Stadt. SAchthM. Freibank. 5527 Heute und morgen: StitrflriOHSJJfg. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstratze 2 Angebot der Arbeitnehmer: 1 Eisendreher, 1 Maschinenschlosser, 1 Laufmädchen, 2 Taglöhner für leichtere Arbeiten. Nachfrage der Arbeitgeber: 2 Dachdecker, mehrere Eisendreber, eine Anzahl Bau- und Maschinenschlosser, 3 Schmiede, 3 Hausburschen, 5 Taglöhner, 1 Fahrbursche, 2 Fuhrknechte, 3 Schuhmacker, 2 Schneider, 1 Bauschremer, em Sckreinerlehrling gegen tägliche Vergütung, 1 Dienstmädchen im Alter von 15 Jahren, 1 Lauffrau, 1 Flickfrau. Horsstreumiü (eine Kaute) zu ve» kaufen. 5524 Näh°re« Franks nrterftratzeT. MWM G «• e Die Liegenschafts-Büreaus 4.iil av Bummel Frankfurt a. M. Kronprinzenstraße 38 nächst dem Hauptbahnhof Filialen: Zürich, Bern, Konstanz, Müncken, Freiburg i.B.,Stuttgart rc. befassen sich mit An-, Verkauf uud Tausch von Immobilien aller Art, wie: Herrschaftssitze, Billen, Geschäfts- und Rentenhäuser, Schloß-, Hof- und Landgüter, Bierbrauereien, Hotels, Restaurants, Fabriken, Grundftücken,Bauterrains rc. Kraft ausgezeichneter WerVlnd- ungen der Büreaus im In- und Ausland bilden dieselben insgesamt das größte Etablissement in dieser Branche und sind daher in der Lage, Auftraggebern in jeder Hinsickt nach allen Richtungen hin prompt zu tüchtige Arbeiter auf dauernd gesucht, mögl. vom Lande. Procerit 476 Oesterr. Silberrente 17. Verbands-Schietzen. Die Holzgerippe der zwei Eck- und drei Langbierhallen, Wein- und Cafeballe, Fahrradhalle, Musiktempel und provisorischen Schießhalle sind zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen bis zum 1. August ihre diesbezüg- lichen Offerten bei dem Unterzeichneten einreichen. Grschiijtosührkadkr Ausschuß Les 17. NerbduLs-Achießeus Kietzen 1899. Hl?" M SJM» ««bett @tj,t f!nnenhialb, pgematte, ,M- tab i R-tzsch ««« "W r Steig^rwald 553i Zeil 31. Frankfurt am Main Mttwoch, 26. Juli L J., nachmittags 2 Uhr, versteigere ick im Bieker'schen Saale: Möbel aller Arten, 1 Pianino, 2 Pferde, 1 Wagen, eine Partie Sckuhwaren u. a. 02613 Geißler, Gerichtsvollzieher. Generalversammlung Wp! AreiLag den 28. Juli, abends 9 Hlhr, ~ im Bereinslokal. Tages-Ordnung: 1. Feier der 18. August und 2. September. 2. Vereinsangelegenheiten. Man bittet um zahlreiche Beteiligung. Kursbericht non J. & Co.? chießen, Sahnhofstraße 63. Frankfurter Börse vom 24. Juli 1899. Oesterr. StaatSbabn v. 1885 86.90 4 Jtal. fiaatSgar. Eisenb. 58.75 4 5639] Für m Haushalt mit Kurgästen suche sofort oder 15. August einfache Köchin die auch Hausarbeit übernimmt. Meldungen mit Gehaltsansprüchen erb. Dr. med. Liebe, Braunfels (Kreis Wetzlar). 02603] Braves, saub. Dienstmädchen zu ruhiger Familie bei hohem Lohn So« Sott gejuckt. Grünbergerstraße 14, III. 5542] Ein älteres, sauberes Mädchen oder eine junge, unabhängige Frau für vormittags zur Hausarbeit in kleinen Haushalt gegen sehr hohen Lohn gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Blattes. Eifenb. Rentenb. Obl. BuderuS Obl. Hambrgr.HypBk. unk. b. 1905 Preuß.Hvp A.Bkunk b. 1900 Pomm.Hyp.A.Bk.unk b.1904 FrkfLdw.Cred.Bk.unk.b.1900 Hüchtige Spengler finden dauernd Beschäftigung. 5540 Wo? sagt die Expedition d. Blattes. 02608] Gesellen und Handlanger sofort gesucht. Johann Fink, Weißbindermstr., Grünbergerstr. 33. MMS echirangen in jeder gewünschten Ausführung liefert schnellstens zu mässigen Preisen die Brühl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch Erben) 7 Schulstr aeee 7. Zwei gut erhaltene _ «M- gebrauchte Fenster zu kaufen gesucht. Offerten an die Expedition d. Bl. unter Nr. 02595. 0^614] Gebrauchter Kinderwagen zu kaufen gluckt. Näheres in der Expedition d. Bl. echnikMm Dauewc_ ________________________ versendet auf Verlangen kostenlos Programme teU “g»-’ - Bangewerkechule: Oberklasse für Hoch- nnd Tiefbau Vorzüglich eingerichtete L^tonen namentlicher Elektrotechnik, daher ausgezeichnete Gelegenheit zur Ausbildung als Elektrotechniker. Beginn des TV interhnlbja »res am 02598] Ich bin TT51 TL?u tier: willens, mein kaufen F. W. Loeber, Erlengasse 13. <2611] Ein fast neuer Kindersitzwagen zu verkaufen. Bruchstratze 8, Ilt. 5545] Neues Damenrad zu verkaufen. Bahnhofstraße 76, II. Mtige Velkachrill per 1. Oktober gesucht. 5543 __________Julius Tchulze. 02610] Em junges Dienstmädchen sofort gesuckt. Bruchstratze 8, III. Laufmädchen oder Frau für vormittags gesucht. 5414 Bahnhofstratze 63, in. (2601] Großes, möbl. Zimmer zu t>er= mieten. Bahnhofstraße 51, III, links. 02604] Möbliertes Zimmer an besseren Arbeiter zu verm. Lchützenftraße 4. Zu sofortigem Eintritt ein tüchtiger Mde- wit Ochsculmecht gesucht. Offerten unter Nr. 5526 an die Expedition dieses Blattes erbeten._______ 5529] Junger, kräftiger _ öS!” Hausbursche *^0 _ für sofortigen Eintritt gesucht. Näheres ___________Bahnhofstraße 38, I. Ein ordentlicher Bureaujunge, der auch schön zu schreiben vermag, zu sofortigem Eintritt gesucht. Neflekt. bei. ihre Adressen u. Nr. 02602 in der Expedition d. Bl. niederzulegen. 02600] Sch. 4- b. 5-Zimmerw. Wegzugs halber zu verm. Franksurterstraße 90. 6523] In dem Häuschen Maiflaffe 7 ist eine kleine Wohnung zum baldigen Bezüge zu vermieten. ___________Armenamt Gießen. 5528] Mansarde, 3 Zimmer nebst Zu- behör, zu vermieten. Litbigstratze 55. 02606] Zum 1. Oktober eine schöne 4-Zimmerwohnung mit allein Zub. und Gartenant. zu verm. Grünbergerstr. 33. 02609] Ein möbl. u. zwei unmöblierte Zimmer zu vermieten. Steinstraße 66. 02612] Ein möbliertes Zimmer zu Vereine Wohnung von drei möblierten Zimmern suchen für das Wintersemester zwei Studierende. Angebote mit Preisangabe an die Ex- pedilion d. Bl unter Nr. 02597.________ 025991 Kinderloses Ehepaar sucht kleine Wohnung in der Neustadt öder deren Nähe. Fr. Amend, Westanlage 9. 02607] Für ein Flaschenbiergeschäft wird sofort ein Kellerraum und ein Stall zu mieten gesucht. Lindengaffe 18, III. KtKlIWtNllllhWRM, MAGQI — wenige Tropfen genügen — Carl Eichmann, Ederstraße 1. Mrchn-Kartoffeln per 50 Kilo 3,— Mk. mit Sack, liefert franko Bahn Friedberg gegen Nachnahme l Wagenladungen billiger) J. Wertheimer, 5535 Ariedberst, Aussen. Starke tzndivien, Salat- ' und grüne Kohlpflanzen zum Setzen empfiehlt 02605 W. Gerhard, Gärtner. 20 Franken-St Brief 00.00 ®elb 16.26 Franz. Banknoten Engi. Sovereigns 20.44 20.40 Oesterr. bto. Dollar- in Gold 4.20 4.16 Americ.