Ät. 73 Erstes Blatt. Sonntag den 26. März 1899 Gießener Anzeiger General -Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren !» Abonnements - Einladung Amtlicher Teil e ianobme *en «»zeigen zu der nachmiltagS für den Nlinibfn ü| erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen des In- und LuStande nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger rntgtgtr Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg vierteljährlich. 'Früchten, i; h tc., habe ich Ißjß Nezugrprels vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg monatlich 75 Pfg mit Bringerlohn. »rfchetnt täglich Bit Ausnahme deS Montags Die Gießener 5<»irte«lf4ttcr »frbm dem Anzeiger Htt'ntlich viermal beigelegt. kiebaktion, Expedition und Druckerei: Kch«lftr«tze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Zamilienbliitter, Der hessische Kandwirt, Klätter skr hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger -letze* Fernsprecher Nr. 51. ceuden W x * ist ch-atze 5S. Gießen, den 22 März 1899. Nilr. - Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides. !Ll>s Großherzogliche Kreisamt Gießen tte Lie Großh. Bürgermeistereien der Amts- gerichtSbezirke Grüuberg und Homberg. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides im Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sii rie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthanen, welche fich ahne Örtsbürger zu werden, verheiratet haben, soll ßkm Stag, den 8. April d. I., vormittags 9 Uhr, in dem Rathause zu Grünberg stattfinden. des Menschen größtes Bedürfnis. Auch im Religiösen und Sittlichen! Kräftige Antriebe, schön und gut zu handeln, giebt der Gedanke an das Wohl des anderen, mit dem wir verbunden sind. Aber ist nicht jede Gemeinschaft nach der Fabel des alten Weisen ein Teil, in dem der einzelne ein Glied ist? Damit der ganze Leib sich wohlbefinde, wie ernst, wie ver- antwortungsreich ist das Wort jedes einzelnen Gliedes! Dienen heißt seine ganze Lebensbethätigung. In der menschlichen Gemeinschaft hat jeder einzelne mehr Freiheit als das Glied im Körper. Aber nur um so leichter ist die sittliche Ordnung gestört, die Liebe getäuscht, die Wahrhaftigkeit durch den Schleier selbstsüchtiger Lüge getrübt. Wer wirklich im Blick auf das Heil der ihn umgebenden Gemeinschaft wirkt, der prüft sich selbst. Er ermißt an dem Maß bej Gaben und Kräfte, die ihm gegeben sind, die Höhe seiner Pflichten und — erkennt seine Versäumnis. Er reguliert die Grenzen zwischen dem Gebiete des eignen Rechts und dem des Nächsten und — spricht sich schuldig des Eigennutzes und der Gewaltthat. Heilsame Erkenntnis! Befreiende Wahrheit, die dem Menschen Einkehr bei sich selbst verschafft und den Weg des Friedens zu dem Bruder bahnt, der vordem allein schuldig sein mußte! Edle Gemeinschaft, wo nicht der einzelne seine strahlende Tugend auf dem dunklen Untergründe der Untugenden anderer ausbreitet, sondern wo sie alle im Bekenntnis eigner Sünde einig werden! Da kann denn zwar kein Freund dem andern helfen, und kein Bruder den andern erlösen. Aber Bußtag ist zugleich Bettag, bei Gott ist viel Vergebung, und in Christo Jesu ist ein ewiger Grund für neugeheiligte Lebensgemeinschaft gelegt. 5 Wfr 51 m Politische Wochenschau. Die Erregung über die Krisis, welche auf dem Gebiete der inneren Politik bevorstand, hält noch an, aber allgemein macht sich doch weiter große Genugthuung darüber geltend, daß der Konflikt einstweilen vermieden worden ist. Der Reichstag ist in die Osterferien eingetreten, und der preußische Landtag — Herrenhaus und Abgeordnetenhaus — haben allein das Wort. Namentlich die Verhandlungen der ersten Kammer sind bemerkenswert, da sie sich durch ihre große Schärfe auszeichnen, und in die Reichspolitik eingreife«. So lange nicht das Wahlrecht einheitlich geregelt worden ist, wird es hüben und drüben stets Kämpfe geben: Die einen werden das allgemeine, geheime Wahlrecht angreifen, die andern werden das öffentliche Wahlsystem nach Klassen fernerhin als das elendeste der Welt bezeichnen. In unserem Nachbarstaate Oesterreich beginnt es anscheinend zu tagen. Das Ministerium Thun soll bedenklich erschüttert sein, und hoffentlich macht sich die Ueberzeugung immer mehr geltend, daß es auf dem bisherigen Wege nicht weiter geht, daß auch Rücksicht genommen werden muß auf die Millionen Deutschen, welche sich von jeher als eine Stütze des Thrones erwiesen haben. Freilich wird die Umkehr nicht leicht sein, da die Negierung zur Erzielung einer Majorität im Abgeordnetenhause auf die Hilfe der Slaven angewiesen ist, und diesen natürlich Konzessionen machen muß. Die Nachrichten aus Rußland geben noch immer zu denken. Was mag den nach allgemeiner Ansicht reformfreundlichen Zaren wohl bewogen haben, so schroff gegen die Finländer vorgehen zu lassen, da sie doch in ihrem guten Rechte sind, das ihnen auch von Nikolaus II. verbrieft worden ist? Aber es ist leider klar, daß sie gegen eine gewaltsame Unterdrückung ihrer Privilegien nicht aufzukommen vermögen, und ohne Gnade der politischen Einverleibung in Alt- Rußland verfallen sind, wenn die russische Negierung kein Einsehen hat. Dazu ist freilich wenig Aussicht vorhanden, wenn man erwägt, welch eisiger Wind gegenwärtig in Petersburg weht. Man beschäftigt sich nunmehr immer ernsthafter mit der demnächst im Haag zusammentretenden Friedenskonferenz; vorläufig ist freilich noch die Hauptfrage die: „Wird der Vatikan auf der Konferenz vertreten sein oder nicht? Hebet das weitere, was mit dieser internationalen Beratung zusammenhängt, sind die Regierungen voraussichtlich nicht klüger, als die russische selbst. Hoffen wir, daß wenigsteus einiger Erfolg aus den anerkennenswerten Bestrebungen der Zaren erwächst. Eigentümliche Nachrichten kommen aus Spanien, dort soll die carlistische Bewegung neuerdings an Bedeutnng gewinnen, indem Don Carlos in Spanien eindringen, und seine Sache persönlich betreiben will. An einem Erfolg darf man Tas Großherzogliche Steuer-Kommissariat Gießen au die Großherzoglicheu Ortsgerichte: Burkhardsfelden, Daubringen, Garbeutelch, Großeu-Liuden, Heuche heim, Klein-Liuden, Lang-Göus, Lollar, Oppenrod, Ruttershausen, Staufenberg, Steinbach und Trohe. Wir ersuchen Sie um baldgefällige Rücksendung der Bau- und Kultur-Veränderungsverzeichnisse. Gießen, den 24. März 1899. Bähr. Muß- und Aeltag. Die heutige Feier ist Sache unserer ganzen evangelischen Landeskirche, aber die Predigt des Tages redet zu jedem besonders. Der Buß- und Bettag bedeutet das Christentum in seiner persönlichsten Anwendung. Der Gedanke, zu den religiösen Dingen Stellung zu nehmen, tritt heute jedem, dem der ernste Sinn des Tages nicht verschlossen ist, nahe. Heutzutage will man freilich nicht viel davon wissen. Man möchte wohl dem Volke die Religion erhallen, aber sür sich selbst hält man sie für entbehrlich. Der Glaube ist zu wenig Privatsache und Herzenssache. An offizieller Religion ist nicht gerade Mangel, aber an religiös durchdrungenen Persönlichkeiten. Auch die religiösen Fragen sieht man, ohne eignen inneren Anteil, wie die wirtschaftlichen nur vom Gesichtspunkt der Volkswohlfahrt und der Gemeinschaft an. Dabei verliert das religiöse Leben seinen eigentlich gewinnenden Zauber, und sein Lebenspuls geht ihm aus. Gewiß beruht alles auf Gemeinschaft. Einsamkeit ist selbstsüchtig. Eine Hand wäscht die andre. Der Mensch ist Wor? 11 sen. llf » verlegen; it Entnahme w Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für ÄZ 2. Vierteljahr 1899 laden wir hiermit ergebenst •tn. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Lügesereignisse in kurzer, den Thatsachen entsprechender Äeise zur Kenntnis seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten zuverlässiger telegraphischer Nachrichten- Bureaus sowie zahlreiche Mitteilungen aus dem kitgercn und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem ^ulenden. Unterstützt durch umsichtige Berichterstatter m allen Orten Oberhessens und in den bedeutenden Städten der anderen hessischen Provinzen, ist der »Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge innerhalb unseres engeren Vaterlandes und der Nachbargebiete so frühzeitig wie möglich zur Kenntnis seiner Leser zu bringen, desgleichen verden die Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im lokalen Teile An,eigers erfahren. Den Interessen der in iwr Provinz Oberhessen betriebenen Landwirtschaft wird der Anzeiger weiterhin durch eine landwirtschaftliche Beilage Rechnung tragen, i Sieben aber auch 'tc Beobachtungen und Erfahrnen in Kunst und Wissenschaft, Litteratur, .Hauswirtschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. 'M weitere Beigabe erhalten die Leser die Blätter •für Hessische Volkskunde Ein gediegenes l feu i l l e t o n wird neben besonderen Ar ikeln ernsteren i mb heiteren Inhaltes den erwünschten ilnterhaltungs- sitch bieten. Die „Gießener Familienblätter" 1 Dtrben dem Anzeiger wöchentlich 4mal «Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags) Ikigellegt und neben den Erzählungen, Romanen und Mvellen beliebter Schriftsteller anziehenden Unter ljelmngsstoff aus dem Gebiete des Familienlebens i vid der Hauswirtschaft bringen, und somit namentlich i iia Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Mr ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, hlk Bestellung bei der Post baldgefl. ausgeben zu Villen. Neuhinzutretende hiesige Abonnenten er- Ijolten vom Tage der Bestellung bis 31. März den feiger kostenfrei zu Mellt, wie wir auch gerne Boit sind, Probe-Nummern nach auswärts postsrei '«versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden m, wie seither, )en Anzeiger weitersenden und r n Abonnements betrag durch Quitmng erheben IHn, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtungsvoll Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei sPietsch Erben). »««» Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu dem Termine vorzuladen und wie geschehen unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung, die Umlage der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen betreffend. Die Umlage der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzo tum Hessen für das Jahr 1898 beträgt 601,769 Mark 46 Pfennig. Da sich die Gesamtsumme der beitraqsflichtigen Steuerkapitalien auf 13,765 649,2 Mark (8 029 962 Gulden) beläuft, so ergiebt sich ein Ausschlag von 4,372 Pfennig auf die Mark Steuerkapital (7,494 Pfennig auf den Gulden). Es wird dies gemäß § 19 der Verordnung vom 11. Juli 1888 unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung dieser Umlage demnächst in einem Ziele unter Zusendung besonderer Anforderungszettel stattfinden wird. Darmstadt, den 2. März 1899. Der Vorstand der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen. Nover, Regierungsrat. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die Feier des Buß- und Bettags wird die für Sonnta« den 26. I. M. in der Bekanntmachung vom 18. l. M. verfügte Ausdehnung der Beschäftigungs- und Verkaufszeit im Handelsgewerbe bis 7 Uhr abends hier- mit aufgehoben. Gießen, den 24. März 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ______________Muhl.______________ Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Kravattennadel, 1 Gla^öhandschuh, 1 Pelzkragen und 1 Kindermütze. Im Theater im Laufe des Winters: 2 Schirme, 2 Spazierstöcke und 2 Paar und 1 einzelner Handschuh. Gießen, am 25. März 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. füglich zweifeln; heute traut niemand mehr Don Carlos die erforderliche Thatkraft für fein schwieriges Werk zu. Die Meldungen von den Philippinen lauten sehr widersprechend, jedenfalls ist aber daraus zu ersehen, daß den Amerikanern der Sieg nicht leicht gemacht wird, da die Eingeborenen noch lange nicht daran denken, die Oberhoheit der Gereinigten Staaten anzuerkennen. (xx) Deutsches Deich. Berlin, 24. März. Die am 22. d. Mts. erwarteten erheblichen Veränderungen in den höheren Kommandostellen der Armee werden, wie einem militärischen Berichterstatter von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, »unmehr bestimmt am 27. ds. erscheinen. Berlin, 24. März. Eine Anzahl Beförderungen in den höheren Kommandostellen der Marine hat der Kaiser am 22. März vollzogen; u. a. wurde Kontreadmiral Olde ko p zum Bice-Ädmiral, Kapitän zur See Diebe - richsen zum Kontre-Admiral und Kapitän zur See Fritze zum überzähligen Kontre-Admiral ernannt. Berlin,24. März. Das Herrenhaus erledigte heute die Etatberatung und nahm den Etat im ganzen an, desgleichen das Etatgesetz. Nächste Sitzung unbestimmt, voraussichtlich Anfang Mai. Berlin, 24. März. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge wird dem Landtage bald nach den Osterferien eine Vorlage wegen Erweiterung des StaatseisenbahnnetzeS zugehen, sodaß dieselbe unmittelbar nach Erledigung der Kanal-Vorlage das Abgeordnetenhaus beschäftigen wird. Berlin, 24. März. Wie aus Kiel gemeldet wird, gelang es heute mittag, den Panzer „Oldenburg" ab- znbringen. Da- Schiff ist unbeschädigt. Berlin, 24. März. Wie aus Brüssel gemeldet wird, reist der König der Belgier im Sommer nach Wiesbaden, um dort Heilung seines Fußleidens zu suchen. MP C. Berlin, 24. März. Die Abgrenzungslinie gegen die Sozialdemokratie. Die letzte Montags- fitzung des Reichstags war insofern von staatsrechtlicher Bedeutung, als vom Bundesratstisch in klarer und bestimmter Form die Abgrenzungslinie gegen die Sozialdemo, kratie gezogen wurde. Graf Posadowsky führte aus, daß ein Sozialdemokrat weder Mitglied eines Kriegervereins nochBeamter sein könne, denn das statutenmäßige Ziel der Kriegervereine sei die Pflege treuer Gesinnung zum Kaiser, dem Lan- desfürsten und dem Reich, während einBeamter seinem Fürsten den Eid der Treue und des Gehorsams leiste. Ein Sozialdemokrat, welcher Mitglied eines Kriegervereins oder Beamter sei, diene somit äußerlich einer Aufgabe, die er innerlich bekämpft, denn das ausgesprochene Ziel der Sozialdemokratie sei die Herbeiführung antimonarchischer Zustände. Ein Mann, der hiernach in dieser Weise die Sache verrate, der er zu dienen vorgebe, sei ein Heuchler und mithin ein unehrlicher Mann. Es ist erfreulich, daß einmal in dieser festen Klarheit der Stand- punkt der verbündeten Regierungen betont worden ist, um alle die aufzuklären, welche aus Begriffsverwirrung oder aus Schwäche glauben, zwei Herren dienen zu können. Die moderne Staatsordnung und dieZiele der Sozialdemokratie sind innerlich unversöhnliche Gegensätze. Wer der einen Fahne folgt, bekämpft die andere. Es muß in der öffentlichen Meinung eine klare »nd erkennbare Scheidung folgen. Der Erhaltung der bestehenden Staatsordnung wird gedient sein, wenn in jedem einzelnen Falle ohne Zögern aus den staatsrechtlichen Auf- faffungen, welche der Staatssekretär des Innern verkündete, auch die notwendigen thatsächlichen Folgerungen gezogen «erden. Wir haben schon zu lange gezögert, eine klare Sprache in dieser Beziehung zu führen und es hat vielleicht mancher sein Gewissen eingeschläfert, indem er glaubte, Anhänger der Sozialdemokratie sein zu können, wenn er nur äußerlich und mechanisch die Forderungen des Dienstes oder eines korporativen Verbandes erfüllte. Eine politische Richtung, welche die bestehende Staatsordnung verneint und gegebenenfalls beseitigen will, kann aber niemals als gleichberechtigt im öffentlichen Leben anerkannt werden und es darf sich keiner zu ihr bekennen oder ihr anhangen, der berufen ist, an den Aufgaben d er bestehenden Staatsordnung mitzuarbeiten. Berlin, 24. März. Zur Samoa-Angelegenheit und der Eingabe der Deutschen auf Samoa ergreift die englische Presse nur mit Zögern das Wort, da sie offenbar weder die junge Freundschaft mit Deutschland trüben noch weniger aber den lieben Amerikanern einige unangenehme Worte sagen mag. Nur die „Morning Post" hat die Dreistigkeit, den Dr. Raffel als den augenscheinlichen Hauptschuldigen zu bezeichnen. Wie wenig diese Beschuldigung zutrifft, werden wir morgen an der Hand eines neuen, uns soeben aus Samoa zugegangenen Briefes eines unverdäch- Ngen Augenzeugen Nachweisen. Im übrigen meint das eng- Usche Regierungsblatt, daß die Eingabe von Beschwerden gegen den Oberrichter alsbald zu allerhand Forderungen von administrativen Reformen abschweife, auch beeinträchtige der leidenschaftliche Ton der Beschwerden den Eindruck der Argumente auf den Unbefangenen. „Bei dem riesigen Anwachsen des deutschen Elementes auf Samoa seit 1884 in Anbetracht des Umstandes, daß der deutsche Grundbesitz dort längst weit umfangreicher sei, als der britische und der »merikanische zusammen und auch der Handel ganz über- wiegend in deutschen Händen liege, also naturgemäß auch die Mehrzahl der zu entscheidenden Zivilprozesse sich um deutsche Intereffen drehe, sei es aber den Deutschen gar »icht zu verdenken, wenn sie keinen Amerikaner als obersten Richter haben wollten. Das Blatt befürwortet eine Revision des Berliner Vertrages, die den gegenwärtigen thatsächlichen Verhältniffen Rechnung trägt." In unserem Auswärtigen Amte scheint man sich zu der Höhe dieser Anschauung noch nicht aufgeschwungen zu haben. Man begnügt sich, die Korrektheit des Vorgehens der deutschen Beamten anzuerkennen und läßt alles beim alten. Ausland. Wien, 24. März. Die Prinzessin Louise von Ko bürg begiebt sich Anfang April zu ständigem Aufenthalt nach Brüssel. \\ Wien, 24. März. Die kaiserliche Verordnung, durch welche das Budget-Provisorium auf weitere drei Monate verlängert werden soll, wird Anfang nächster Woche erscheinen. Arco,24. März. Das Befinden des Erzherzogs Ernst ist neuerdings besorgniserregend. Paris, 24. März. Dem „Jntransigeant" zufolge wird seit einigen Tagen hier von einer neuen Spionage- Aff ai re gesprochen. Der Zufall hat einen der französischen Agenten auf die Spur der Affaire geführt, welche eine gewisse Ähnlichkeit mit der Dreyfus-Affaire habe und bedeutend wichtiger sei, als die Affaire Boiffon. Wir müssen, so fügt das Blatt hinzu, für heute uns jedoch mit dieser Erklärung begnügen. Die in Frage stehende Persönlichkeit ist Gegenstand einer strengen Ueberwachung. Paris, 24. März. Gestern haben die Arbeiten zur Befestigung der Häfen von Calais, Toulon und Dünkirchen begonnen. London, 24. März. Die „Bulgarin" hat gestern Punta del Gata verlassen, begleitet von der „Hungaria". Die erlittenen Schäden sind inzwischen ausgebessert. Petersburg, 24. März. Nach Meldungen aus Kabul nehmen die Kräfte des Emirs von Afghanistan schnell ab, weshalb er seinen ältesten Sohn zum Thronerben proklamieren und demselben zwei Drittel seines Privatvermögens überlassen wird. Orau, 24. März. Das „Echo von Oran" meldet aus Algier: An der marokkanischen Grenze seien ernste Streitigkeiten ausgebrochen. Auf marokkanischem Gebiete hätten Kämpfe stattgefunden. Einzelheiten sind bisher nicht bekannt geworden. Belgrad, 24. März. Die Meldung mehrerer Blätter, daß Serbien Schnellfeuer-Kanonen in Frankreich bestellt habe, wird als unrichtig bezeichnet. Spanien. Noch immer erfolgen öffentliche Kundgebungen heimgekehrter Soldaten, so noch jüngst vor der Präfektur von Madrid, ohne daß es dabei jedoch zu Ruhestörungen käme. Man schreibt über diese Angelegenheit aus der spanischen Hauptstadt: Der Jubel, welcher unter den heimgekehrten Soldaten herrschte, als die Regierung beschloß, ihnen den rückständigen Sold sofort auszuzahlen, ist alsbald gedämpft worden. Sie sollen nämlich, wie jetzt bekannt wird, nur 5 Pesetas für jeden Monat des Feldzuges erhalten, und auch diese nur, wenn sie ausdrücklich auf jeden weiteren Anspruch verzichten. Es mag ja große Schwierigkeiten bieten, bei der heillosen Verwirrung, die in der spanischen Heeresverwaltung herrschte, die Forderungen jedes einzelnen genau festzustellen, es darf aber auch nicht wunder nehmen, daß die meisten Soldaten, wenn sie es nur irgend vermögen, vorziehen, weiter zu hungern, ehe sie ein so kärgliches Almosen annehmen. Lokales und PrsmiyieUes. M W. Aus der mittleren Wetterau, 24. März. Die Aussichten auf ein liebliches Frühjahr schwinden immer mehr. Nach den bei uns geltenden Witterungsregeln zeigen die Tage vom 18. bis 26. März den Charakter des Frühjahrs bis Ende Mai an. Von diesen neun Tagen waren bis jetzt sieben winterlich kalt, stürmisch und sehr ungemütlich. Wir hoffen aber mit dem Dichter: Es muß doch Frühling werden! H. Aus dem Horloffthal, 24. März. Ihre Mitteilung n. Büdingen über ältere Kriegsschulden bei verschiedenen Gemeinden unseres Kreises bedarf einer Ergänzung, und zwar dahin, daß verschiedene Schulden nicht aus dem Anfänge dieses Jahrhunderts stammen, wie irrtümlich angegeben wurde, sondern sogar aus dem Ende des vorigen. In den beiden Kriegsjahren 1796 und 1797 hatte die mittlere Wetterau besonders die Dörfer Fauer- bach bei Friedberg, Offenheim, Reichelsheim, Heuchelheim, Bingenheim, Gettenau und Echzell furchtbar zu leiden. Zwischen Heuchelheim und Gettenau war ein Lager geschlagen und von da aus die ganze Gegend ausfouragiert worden. Der Schultheiß von Gettenau brachte die Kleider nicht mehr vom Leibe (wie seine Aufzeichnungen besagen) von Mitte April bis Mitte Oktober 1796. Die Franzosen unt r Jourdan waren den Rhein und die Lahn herauf durch die Wetterau über Frankfurt bis Würzburg vorgedrungen, wo sie von Erzherzog Karl zum Stehen gebracht, geschlagen und auseinandergesprengt wurden. Die Kaiserlichen verfolgten die Franzosen, die ihren Rückweg zum Teil wieder durch den Vogelsberg nahmen (wo sie am 10. September 1796 Lißberg niederbrannten), zum Teil durch die Wetterau flohen, wobei sie raubten und zerstörten, was sie gerade noch ergattern konnten. Die verfolgenden Kaiserlichen fanden ausgesaugte Landstriche. Viele Gemeinden mußten damals Schulden machen. Das kleine, kaum 600 Seelen zählende Bingenheim nahm in den Jahren 1796 und 1797 nach und nach 30,000 Gulden — 51,300 Mk. auf. Da der Geldwert damals mindestens dreimal größer als jetzt war, erhielt das kleine Dörfchen die ungeheure Schuldenlast von über 150,000 Mk., an der die Gemeinde noch heute, also nach mehr als 100 Jahren, zu tragen hat. Das verdankt sie den französischen Freiheitsaposteln. — Wir haben den Franzosen in den Jahren 1870/71 nicht den zehnten Teil von dem zurückgezahlt, was sie uns seit 300 Jahren an- getha» haben. A Mainz, 24. März. In einer gestern stattgchabtex Generalversammlung der Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei, vormals I. Gottsleben und Fl. Kupferbero wurde das Aktienkapital der Gesellschaft durch Kaducierung nicht volleinbezahlter und Vernichtung von zur Verfügung stehenden Aktien auf Mk. 600,000 reduziert. In den Aufsichtsrat wurden neugewählt: Rechtsanwalt Dr. Schmitt, Mainz und Kaufmann Geßner-Bingen. Dem Aufsichtsrat gehören weiter an: Rechtsanwalt Dr. Braden-Mainz, Henry Klein-Mainz und Otto Rings-Königswinter. A Mainz, 24. März. Der in Frankfurt ausgebroche,, Brauerausstand wirft hier bereits seine Schatten, indem in einer größeren Brauerei ein Teil der Brauburschen auch schon mit höheren Lohnansprüchen herangetreten sind. In der bis zum Ueberdruß besprochenen Simon Blaad'sche, Millionenerbschaftsangelegenheit, in welcher die mit Legate, bedachten Städte Berlin, Mainz und Bingen noch immer auf die Ueberweisung der ihnen zufallenden Beträge warte», hat die hiesige städtische Verwaltung jetzt eine Jvnnedkat. eingabe an den Kaiser gerichtet. Nämlich der Auszahlung des Vermächtnisses wurde bis jetzt die kaiserliche @rmäd)tignng verweigert, und zwar soll dies hauptsächlich aus dem Gmd, geschehen sein, weil der Stadt Berlin testamentarisch Vt Verpflichtung auferlegt worden ist, dem Verstorbenen ei, Monument zu errichten. In der Immediateingabe vir» nun dargelegt, daß die Denkmalsangelegenheit die Stadt Mainz und das ihr zugedachte Vermächtnis gar nicht berühre. — Man trägt sich hier mit der Absicht, das städtische Pfandhaus vollständig aufzuheben. Obwohl nicht weniger vie 12 Procent Zinsen erhoben werden, ist die Verwaltung det Pfandhauses so kostspieltg, daß in den letzten Jahren di« Stadtkasse immer einen Zuschuß von mehreren tausend Mark zu leisten hatte. Es wird vielseitig befürchtet, daß mit Aufhebung des städtischen Pfandhauses eine starke Ausbeute, der geldbedürftigen Bewohner durch Privatpfandhäuser tr folgen werde. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. — EiSler» Wörterbuch der philosophischerr Begriff, *#> Ausdrücke in quellenmäßiger Darstellung, süeiiag oon i-nR '»»egtrub Mtit.er und Sohn, Berlin. Unicter Z«u betf wahrlich nicht mehr vorgeworfen werden, daß sie philosophischen Betrachtim-e» abhold sei; je mehr die Fortschritte der verschtldenften W flenschaslr» unsere Kenntnisse nach allen Seiten erweitern und MS einzelne \w teilen, desto stärker wird unweigerlich daS Verlangen, ihren Zusamwem bang zu erkennen, ihre Einheit zu behaupten. 6in wesentliche- Hindernis, eine lästige Erschwerung stellt sich aber dieser Netguag entgegen: die Ausdrucks weise der Philosophie, ihre Teiminologte. Zwar die Begriff,, die sie untersucht und erläutert, sind so irhr GkMetngut der Gebildeten, daß wir sie in dcr gesellschastlicheu Unterhaltung, im Schriftfttl des Verkehr-, in den politischen ver. Handlungen wie in der Prrffe unbefangen anwendm und daher all allgemein v-rständlich vorauss.tzen dürfen: um so wichtiger wird «ß nun eben darum, ihren wahrcn Smn, ihre scharfe Begr ff deftimman, f.stgestellt zu sehen. Wie viel mehr vollend«', wvard mit ihnen operiert, fovald Schlüffe aus ihnen gezogen, Erkennlnifft otfoktrt werden sollen, sobald also die philosoph.fche D.nkwersc sich ihrer fachwiff-nschaftlich bedient. Nichts kann daher für eine philosophisch« EikenntntS so notwendig und förderlich sein, fli8 eine einheitlich«, über daS Gesamtgebiet der Philosophie sich erstreckende, übeistchiliche Erläuterung der verschiedenen B.g"ffe. Diese Handle'stung wÄ EtSlers Wörterbuch seinen Lesern, seinen Besitzern bieten. 3cM Woit von philosophisch-»» Weite wird darin in seiner w-senilicha Bearifföbesttmmung erk ä't und diese Bedeutung mit den w'chligßa Beweisstellen philosophischer Forscher belegt. Indem d,r Verfasser hiermit den Wünschen weitester Kreise, aller derer, welche die auch oon ihnen gebrauchten Beanffiworte au« dem Grunde zu erlaßen wünschen, gerecht wird, erhält sein Werk zugleich einen wesentlich« Wert für die philosophische Wrffenschast selbst. Die wichiiM philosophischen Begriffe Rnb abwanbtungSsähtg, veränderlicher beutung, je nach der Äe-ffaffung, dem Stand und Zielpunkte rintl Forschers. Es herrschen geradezu G gnsütze in Dem Sinne W nämlich.n Bezeichnuna zwischen e nzelnen Forschern unb genjci Zettpertoden. Es ist daraus ersichtlich, wie wichtig eß fein mefc, unter einem Sammelwolle die verschiedenen Begriffsbestimmungen miede'zugebrn, die eben dieses Begriff wort in verschiedenen yh'la- sophtschen Systemen erhalt-n har. Eist solche 3ufimmaftn L-xikon, welches bet jedem philosophischen Begriffe di« ver- ichted ne Bedeutung nachweist, den die einzelnen Philosophen diese» Begriffe gegeben haben, — unter Einfügung der wichtigsten veleß- stellcn im Ortgt-alwortlaut — giedt daher in se ner Eigen'ß'» gleichzeitig ct^e Uebe,sicht der einzelnen philosophischen Rubiunse», kennze-chnet die Lehrgebäude der wichtigsten Philosophen, 1», stiert d rrch die Verschiedenheit, die Übei die B-fttwmung und Sowenduaß des Begriffs bei den einzelnen Philosophen herrscht, btn21« geiahi* auf, leibst ein Urteil zu fällen, welcher btefer Bestimmungen er den stimmen, welche als Kernpunkte er selbst daraus noch folgern All diesen Nutzen hofft daS philosophische Lexikon zu stiften. H rausgeber ist bestrebt gew s n, durch zw ckmähtge Anordnung u» Gruppt-rung, wie durch das Hervorheben d«S Wichtigeren auch de« inneren Zusammenhang zu eireichen. Berücksichtigt sind die meinte erkenntnrsth orettschen, metephystschen, log schen, psycholog fidee, ethischen, ästhetischen Begriffe und Te-mini wie sie in der aal"«*, scho asttschen, neueren unb neuesten Philosophie in Gebrauch Bet j dem bet dargestellten Begriff wird auf bte oerwanblen v«' gr ffe verwi.sen. ES kann richi fehlen, bat etn sotcheS Luch einem Handduch, zu einem Sammelpunkte drS Jnte'effeS fü> wiid, der sich seiner bedient, daß sein Besitzer neue B legst'Üena es seinen iigenen Studien, feiner Lektüre darin vermerkt, den l'I> durq ferne eigenen Wahrnehmungen, seine L sefrüchle und Studtenerß«»' mffe bereichert unb erweitert. — Möchte daher da» Werk barer«, daß der B sitz r Zutha'en tn 'hm etnuügt, nicht nur ihm, fall» er sie dem B rsaffer mttl.tit, auch der Fortentwickelung » WeikeS selbst nütz ich weiden. Eine so weitgrelsende Aufgabe, ta daS L x kon zu dienen wünfcht, so dert zugl.tch, daß seine Beschaffv^ namentlich fett ns der Studierenb,n, möglichst erleichtert wtrbc. I wird daher in 8 Lirfeiungen L Mk. 2.— herauSgegeben, deren l V e'n Ll relleno-rzetchni- und Namenregister enthalten wirb, welche o G-d auch deS We kel noch erleichtern we d n. Wir Empfehlen forgfetn vorbereitete und gut auSgeftattete Werk, daS binnen fr'ft vollendet Vorlieben wird, angelegentlich. ____ Universitäts Nachrichten. - Göttingen. Da' «orle'ungS Verzeichnis für semester 1899 ist erschienen und vom S kretartat kostenlo I beziehen. ""lac cKK ■Äs-4i Hä ! Iid)önjei4nele Arbeiten »Wnmten TumeS foQ Wmtf ifanihibtn Änzeb !■ Wr ier föaum 2 Maureraibiilen, J. SieinljauetatbeiUt oimmetatbeittn. Pläne ■>yn können im riS‘en 6lein 4 Meye W'ben, eventuell auch beT N°l"algebü rU nwn werden, in versMenen ÄSl,Nltnb3 """ «Meschen. '•enbex. schliefe , U, Arohheno ***’<5w W 3 bl« edienbex ; L 1899, DOtmil „gfteinnwMeliBm D r Zuschlag ersol HO. März 1899. fli ßen, am 24. Mc > '-n S"°L ' siet elo vl«-. ■ »■“'Äi* j d-s tin|d»® ;. ie®« ‘"m - ,*Ä!; Ä" )ft bar«u . log sW' L, M » 'mmi ^A^r.- . )tiolop6*( .k Xfcj *•»*< S-^L' SAH. Ä;S 1186k” ?41 leit ®(I' Kektlnntmllchmgm Submission. Für die Grofeherzoglich^ psycki Mche Univeifitätefl nik soll für da« Rech ungrjahr 1899/1^-00 auf btm Bete der öffentlichen Submission die Aeserung von Jfei schwären Vergeben werden. Die für diese Lieferung gültigen eliemeinen Bedingungen (Erlaß der Hrotzh. Ministerien vom 16. Juni WZ) und die speziellen Beding- engem liegen an den Wochentagen mchmittog« von 3 bi« 5 Uhr auf tz-m Verwaltungsbureau offen. Offerten sind v r siegelt und mit Obp echender Aufschrift bis zum 2S. März 1899, vormittags 11 Uhr, euf dem erwähnten Bureau abzugeben. D r Zuschlag erfolgt bi« zum 10. März 1899. Öi feen, am 24. März 1899. Iroßherzogl. Verwaltungs - Direktion der pfychia'rifchen Klinik. I. A.: 2652 vr Dannemann, Oberarrt. Bekanntmachung. Die Spar, und Darlehnskasse zu Ich, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, hat in ihrer General. Veisammlung vom II. Januar 1899 beschlossen, bafe fett Vorstand fortab aus fünf Mit» |lithern b stehen soll. Ilfc weitere VorstanbSmitglieber mrb n gewählt: 1. Friedrich Karl Jakob Kämmerer von Lich, 2. Heinrich SchmidtVLII. von ba. Eintrag im Genossenschaft» Register i^ erfolgt. LiH, am 23. März 1899. Grofeh. Amtsgericht. __Giller._______2660 -Dünsbergturm. ßackverzeicknete Arbeiten zum Bau ifongt nannten Turmes sollen auf dem Btgt des öffentlichen Angebots vergeben । ■eben.: 1. Anfuhr der Baumaterialien, 8. Maurerarbeiten, S. Sleinhauerarbeiten (Lungstein), 4. Zimmerarbeiten. llaftenanscklLge, Plane und Beding- 1 eigen können im Baubureau der Ihbiltften Stein & Meyer zu Gießen 1 ingeftljen, eventuell auch daselbst gegen IH ttunfl der Kopialgebühren in Em- 1 tima genommen werden. C|f'schen Saale, Neustadt55 dahier fo'gende Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 2 LophaS, 1 vollst. Bett, I Kleider« und 1 Weisizeug- schrank, 1 Kommode, 1 Küchen schrank mit GlaSauf'atz, einige Stühle, 1 Tisch. 2 Koffer, Bilder und Ep' gel, 1 Partie Küchengeräte 1 Waschbütte, Herren« und Damen- klrider und sonstige Haushaltung- gegenstände. 2649 I. A.: Schneider, Ger'cht««Taxafor. Hol;versteigerung. Montag den 27. d. Mts. wird im hiesigen Gemeindewald fol gendeS Holz versteigert: 34 Eichenstämme (Schnittholz), 82 bi» 70 cm Durchmesser, 2,6 bis 6 m Länge — 20,47 km, 50 Nadel-Derbstangen, 9 bi» 12cm Durchmesser, 11 bis 12 m Länge — 5 km, 512 rm Nadel Knüppel (hierunter sind 63 rm 3 m lang), 111 „ Nadel-Stöcke, 5270 Nadel«Wellen. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr auf der Hangfchneife bei der alten Sandgrube. Grofeen-Linden, am 23. März 1899. Gr. Bürgermeisterei Grofeen-Linden. ____________Leun.________2619 Hotzversteigerung. Dienstag, den 28. d. M, von vormittag» 9 Uhr an, kommt im Beuerner Gemeinde« Wald, iw Distrikt Heegstrauch, folgendes Holz zur Versteigerung: 114 Eichen Stämme von 14 bi» 68 cm Durchm. mit 44,20 fm Inhalt 80 Etchen-Derbstangen mit 8,36 fm Inhalt 119 Nadel-Derbstangen mit 7,64 fm Inhalt 145 Nadel-Reisstangen mit 3,32 fm Inhalt 69 rm Buchen-Scheit 2 , Eichen- , 5 „ Aspen« „ 133 n Buchen-Knüppel 2 „ Etchen« d 16 w Nadel« „ 4200 Buchen-Wellen 1800 Eichen- „ 2600 Nadel« w 12 rm BucheN'Stöcke 28 „ Eichen- u 32 H Nadel- „ Die Zusammenkunft ist in Fünf« hausen; bemerkt wird, daß dos Stammholz zuerst zur Versteigerung gelangt. Beuern, den 23. März 1899. Großh. Bürgermeisterei Beuern. ____________Otto.________2653 Hotzversteigerung im Wirskcker 6rmtinbtniülb. Dienstag den 28. März 1899, von vormittag« 91/» Uhr beginnend, sollen im Wiesecker Gemeindewald, Distrikt Badenburgerwäldchen, Heide und Döcrloch, ver steigert werden: 72 Nadelstämme mit 27,67 fm, 11 Nadel Derbstangen mit 1,44 fm, 1100 Nadel ReiSstangen mit 3,18 fm, 16 rm Nadel-Scheit, 6 H Etch n«Knüppel, 56 q Nadel-Knüppel, davon 18 rm 3 m laug und 12 rm doppelt lang, 350 Buchrn-W^llen, 810 Eicken-Wellen, 3920 Nadel-W llen, 11 rm Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist im Badens burgerwäldchen auf dem Krobplatz. Bemerkt wird, daß da» Stammholz zuerst zur Versteigerung kommt. Wieseck, am 24. März 1899. Grofeh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlab. 2647 Hchversteigerung. Es werden versteigert: Dienstag den 28. März au« btn Abteilungen T^mpU 13 a 24, 27, Wüstekopf 14 c, 23 a Kloster- wiese 44 a, R^benpfuhl 49 c, 54 b, Unterwald 60: 137 Nadelstämme von 13—42 cm DurchMtsser, 7-20 m Länge mit 49,14 fm, 47 Nad l D rb- stangen von 10—12 cm Durchmesser, 8 — 13 m Länge mit 5,23 fm; unter den Nadelkäumen befinden stch einige Kiefernschnitthol^stämme. Eichen: 14 rm Scheiter, 15 rm Knüppel, 9.50 Well n, 20 2 rm Stöcke; Birken : 6 rm Knüppel; Nadel: 248,5 rm Scheiter, 287,5 rrn K-Üppel, oieiöon 174 rm tn Schichten von 3,5 m Länge, 9470 Wellen 147,8 rm Stöcke. Weichholz: 7600 Well n. Da» in Abteilung Tempel 27, Kloster- wiese 44 a, Rabenpfuhl 49c, 54 b, Unterwald 60 lagernde Navelstamm oolz, sowie da« Birken-, Nadel-, Scheiter«, Knüppel-, Re fig- und Stock holz wird nicht vorgezeigt; es komm um 12 Uhr in Aoteilung Tempel 24 mm Ausgebot. Steigliebhaber rooUin dieses vorher einfehen. Zusamie- fünft morgen» 9 Uhr auf b 6 rm Eichen nutzbolz, 2 m lang 26 rm Eichen u. 99 rm Buche, knüppel, 2890 rm Buchenreiser (zweite Durchforffung), 65 Fichtenstangen 4. Kl., 50 Fichtrn stangen 5. Kl., 90 rm Fichtenreiser u. darunter Boh enstangen. Totalität (aus mehreren Distrikten): 8 rm Elchennutzholz, 2 m lang, 8 rm Eichenknüppel, 55 rm Eichenrelser, 34 rm Buchenfcheit- u. Knüppelholi, 2 rm Stöcke, 61 rm Reiser, 5 rm Weichbolzknüppel, 15 rrn Reifer, 12rm Nadelnutzho'z, 4 m lang, 21 rm Knüppel, 14 rm Stöcke unb 92 rm Reiser. 105 Eichenstangen 3 Klaff« -- 3,15 fm. 26 5 Das Holz liegt im Gemeinbewalk von Wifemar. Krofdorf, den 24. März 1899. Das Bürgermeister >mf. Holzversteigerung in hrm jühellmdener Unrkmld. Mittwoch den 29. März werden in ben Abteilungen Neuwali, Strauch und Sandhügel versteigert: 38 Nadelstämme von 15 bi» 25 cm Durchmesser, 6 bi? 14 m Länge m t 10.67 fm, 219 Nadel-Derbstangen von 8 bi» 12 cm Durchmesser, 8 bis 14 m Länge mit 12,29 fm. 1825 Nadel Reisstanqen mit27,56fm 158 rm Nadel « Knüppel, hiervon 50 rm von 2,5 unb 3 m Länge, 37 „ Nabel-Stöcke, 2690 Nadel-Wellen. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Frarcksurterstrafec, Abteilung Neuwalb. Groß Rechtenbach, 20. März 1899. 2515 Da« Bs'irgermeiNe^Amt (Ünipffliliiiuu'ii ÄL FchlaththMS. Freibavk. 2495 Samstag und Montag: Binbflfifdl 54 Psg. Wptk, grrhrr, Haaruhrketteu, Toup4S, Scheitel und Perrücken werden billigst angefertigt, Spezialität in weißen und grauen Haaren, bei 798 H. Tichy, StlitHetg 43. 17. Verbands-Schjeßku des Kad. Fandks-Sthiihkn- Neremg, des pfäl?. und Millelrheiu. Schüheu- Kuudes m Gleßkll 1899. Vergebung von Bauarbeiten. Die bei Herstellung ber Festbauten erforberlichen Bauarbeiten, wie Zimmer-, Dachdecker« unb Schlofferarbeiten, fallen, in Lose geteilt, auf bem Wege öffentlichen Verbmgs vergeben werden unb zwar: Lo» I: umfaffenb ble Festhalle; „ II: „ 2 Eckvierhallen unb Gabentempel; „ III: „ Wein«, Kaffee« unb Fahrrabhalle, sowie Mufik- tempel; , IV: M 2 Längsbierhallen; , V: , 2 Aborte, 2 Tanzböden, Maschinenschuppen und Emftiedigung be« Festplatze»; „ VI: „ Strafeenüberbrücklmg unb Eingänge. Die Zeichnungen unb ble sonstigen erforberlichen Unterlagen lieget auf bem Bureau ber Herren Architikten Stein unb Meyer Hierselbst, S.ltersweg 89, vom 20. b. M. ab zur Einsicht offen. Die Verbingungs« anschläge nebst Bedingungen werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben bezw. versandt. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechend«: Aufschrift versehen ble Mittwoch den 5. April d. A. oaselbst einzureichen. — ZuschlagSftift 8 Tage. Giefeen, den 17. März 1899. Der Vorfitzeude des Bauausschusses. Zimmer 2435 Grofeh. BrandoersickerungSinspeklor. III HM m MBB........I | Bergers Germania- RKFtabRrik: Cacao. E Robert Berger. Jg Pössneck i. Th. • Kölner Konsum-Anstalt C. G. Hackenberg Aahnyosstraße 27 Hießen Aaynßosstraße 27 offeriert vou jetzt bis Osteru: Weizenmehl 000 per Pfd. 15 Pfg., bei 10 Pfd. 185 Pfß. Blüthenmehl H w 17 „ „ 10 , 155 „ Stampfzulker U M 25 Hutzucker n 26 M Würfelzucker II h 27 ,, Schmalz M „ 46 , bei 5 Pfd. 44 Pfg. Margarine n „ 39, 50, 65 Pfg. 2646 W Für Charsreitag und Ostern: IN^* Alke Sorten Aluß- und Seefische Lebende Karpfen, Hechte, Forellen 2646 Braunschweiger und Eisäs*er tiemdse - Konserven Rheinische Obft Konserven empfiehlt billigst Aarktchaße 4. J. M. Schulhof. Telephon 119. prompter versandt nach auswärts. Aorausvestellungeu gefl. eröeteu. n50000= lä25000= lä15000= 2ä10000= 4. 5000= 10»1000= 100-500= Nur Geld-Gewinne ohne Abzug. Liooooo=iooooi Lose in Giessen zu haben bei: Frau Lehrmund Wwe., Neuenweg, Rich. 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Daß die englische cur geringe Erfolge a bfijtichnet werben kan ’B'.nb eS ist selbstversti auch in England selbsi rind schon oft Wagen «uch am Montag wa iöarlamen/M/Med ans j»er tngliffyn tyolitil i Mit tyinai einbränge. 18'6 England von der ck Ilbigrcnzung der Interest -rn solle. Die Antti Aegterung ist in manch lieflte zunächst stbe Eifers ■i i China in Abrede und »t*n Macht Zugestc mi England der Wunsch ' «m Reihe ostasiatisl chinesischen Auswitt ^"Mächten inUnle ■w Ui RrgternngSverti ■“Mantel ist i^n ^->trstandignng erzielen 1 unb Gnglanb sich, Saat-Erbsen holl. Folger-, ertragreichste und vorzüglichste im Geschmack, Saat-Linsen Panama-Gall-Seife bestens bewährt zur kalten Wäsche wollener, seidener und farbiger Gewebe. Vorzügliche Fleckseife empfiehlt als Spezialität die Löwen-Drogerie W. Kilbinger. 2453 Bibliotheken und einzelne gute Bücher werden stets zu guten Preisen angekauft. 1543 J. Ricker’aehe Buchhdlg., Südanlage 5. Antwerpen^ nach aus der MEY & EDLICH, Kgl. Sachs, u. Kgl. 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