W« ** w, Wit b« 8212 1809 Samstag den 25. November Mr. 278 Erstes Blatt» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Anrts- und Zlnzeigebltttt für den Kreis Gieren monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Alic Anzeigen-Vermittlungsstcllen des In- und Auslands» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Bezugspreis vierteljährlich Annahme von Anzeigen zu dec nachmittags fiir den folgenden Tag erscheinenden Nummer btS vorm. 10 Uhr. KrsHeinl täglich mit Ausnahme des MonlagS. Die Gießener I-amilieub lälter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Mr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienbläiter, Der hessische Zandwirt, Dlütter fütr hessische UotKslrunde. Adresse für Dcpefchm: Anzeiger Hieße«. Feruiprecher Nr. 51. ^Vvchand^ Wstitteitt N "ktlich 8 W, i Eött. Wahl bei Lokstanbei). TöchteuchM AM Hessen. husten t von 6739 eralpastillen llenhellen immer, ilg und hinsichtlich der ;erien und Mineralwasser- iJM Aechtheif des treaa-U* ge nur lolin-Cream imungeni^Lsi ehe» edarf Anzeige”' ern,äp"nerMiefe’ ^Ästrasse 7. S i. 1 Zum 25. November jeder jährt sich der Tag, an welchem Hessens Volk voll Ehrfurcht und Liebe seinem erlauchten Herrscherpaar sich naht, um ihm seine tiefgefühlten Glück- und Segenswünsche für das kommende Jahr zu Füßen zu legen. Es ist eine freundliche Fügung, daß das hohe Paar, wie es vereint an der Spitze des Volkes steht, so auch vereint den ernsten und zugleich freudigen Tag festlich begehen kann, den Geburtstag, da wir Menschen sowohl die Gedanken zurückgehen lassen auf die verflossene Zeit in stiller Selbstbesinnung, aber auch mutig in die Zukunft schauen mit fröhlichem Hoffen. Gottes Güte schenkte unserem Herrscherpaar ein ruhiges und stilles Jahr — es ivar ihm Kraft und Zeit gegeben, den wichtigen und edlen Aufgaben sich zu widmen, die den Regenten in der Fürsorge für ihr Volk obliegen, aber auch die hohen Ideale zu Pflegen, die es sich nun einmal ganz besonders errichtet hat. Und hier gebührt es sich, freudig daran zu denken, wie Ihre Königl. Hoheiten mit ganzer Liebe die schönen Künste in ihren mannigfaltigen Formen zu fördern suchen, sowohl durch das reiche persönliche Verständnis, das sie denselben entgegeubringen, wie namentlich durch die praktische Art ihrer Mithilfe. Ist es doch ihrer hohen Fürsorge zu danken, daß jungen aufstrebenden Künstlern ein Heim, eine Arbeitsstätte in Darmstadt geschaffen worden ist. Zweifellos bedeutet dies den Keim zu einer schönen Entfaltung auf dem Gebiete der freien Künste alle Früchte aber, die hier wachsen, alle Erfolge, die hier errungen werden, werden stets eng verknüpft bleiben mit dem Namen unseres Fürsten und seiner erlauchten Gemahlin- Zum letztenmal in diesem Jahrhundert begeht das Hessenvolk diesen festlichen Tag. Unter schweren Stürmen für unser engeres Vaterland zog einst das neue Jahrhundert herauf, in mildem Friedensglanz geht es für uns zur Neige. Aber ob Krieg oder Frieden, ob Sturm oder Sonnenschein — wie i,n alten, so werden auch im neuen Jahrhundert Hessens Söhne und Töchter in tiefgewurzelte Treue sich um ihres Fürsten Thron scharen mit dem Wunsch im Herzen, den wir heute festlich gestimmt zum Ausdruck bringen: Gott der Herr schütze und segne Ihre Königl. Hoheiten den Großherzog Ernst Ludwig und die Großherzogin Viktoria Melita. * Vom Kriegsschauplatz. Der Vormarsch der Buren in Natal nach Süden geht jetzt rapid vor sich. Estcourt ist bereits isoliert, und Pietermaritzburg scheint bedroht. Die Engländer schlugen ein Lager am Mooi-Flusse, zwischen jenen beiden Orten auf, das von den Buren bereits angegriffen wurde. Von gestern wird aus Pietermaritzburg gemeldet: Sechstausend Buren befinden sich im Mooi-Fluß Distrikt. Ihre Haupttruppe machte den Einmarsch von Ulundi nach Fort Nottingham in einem Tage. Fort Nottingham ist eine Bahnstation, fünfunddreißig englische Meilen südlich von Estcourt, 14 Meilen vom Mooi-Fluß und 40 Meilen von Pietermaritzburg. Die Buren trafen dort am Dienstag ein. Es heißt, sie beabsichtigen Pietermaritzburg anzugreifen. Die Verbindung mit Estcourt ist am Dienstag abgebrochen worden. Auf das Mooi.Fluß Lager findet ein Bombardement statt, und Granaten fallen ins Lager. Die Hügel zwischen Willow Grange und Highlands Station sind von den Buren mit Geschützen besetzt. Die Eisenbahn ist bei Highlands Station zerstört, die Bahn zwischen dem Mooi- Fluß und Estcourt ist total in den Händen der Buren. — Aus Durban wird in demselben Sinne vom gestrigen Datum telegraphiert: Alle Berichte lassen erkennen, daß die Buren in entschlossenem Gewaltmarsch auf Pietermaritzburg begriffen sind. Ihre größte Streitmacht, aus 7000 Mann mit Artillerie bestehend, befindet sich jetzt 25 englische Meilen von Howick entfernt. General Joubert führt den Oberbefehl. Die Situation in Ladysmith ist somit offenbar ganz hoffnungslos. Der dort eingeschlossene General White hat einen Ausfall gemacht, um zu entkommen, der aber mißglückt ist. Man nimmt an, daß der mißglückte Versuch eines Ausfalles gemacht wurde, um den Truppen in Estcourt Hilfe zu leisten, welche ein dringendes Gesuch um Hilfe nach Ladysmith gesandt hatten. Der Ueberbnnger der Botschaft war von den Buren aufgegriffen, nachher aber wieder freigelassen worden. In seinem letzten Bericht meldet Joubert, er habe den Truppen in Estcourt den Rückzug nach Pietermaritzburg abgeschnitten, und dieselben nach dem Tugela zurückgetrieben. — Die Lage Whites ist um so schlimmer, als ein Entsatz für ihn noch lange nicht in Aussicht steht. * * * London, 23. November. Der Ausmarsch der englischen Kolonne aus Durban, die Ladysmith entsetzen soll, wird durch Mangel an Kavallerie verzögert. London, 23. November. „Daily Mail" erfährt, daß eine 6. Division für Südafrika in Aldershot mobilisiert wird. London, 23. November. General Buller hat dem Befehlshaber der englischen Division in Queenstown den Auftrag erteilt, ihm eine vollständige Liste mit den Namen aller Einwohner holländischer Abkunft einzusenden, welche die Buren in irgend einer Weise unterstützten. — Kleine Scharmützel finden täglich in der Nähe von Estcourt statt. Eine größere Schlacht zwischen den Truppen Jouberts und den Engländern steht bevor. Kapstadt, 23. November. Eine Anzahl Engländer sind nach dem Basuto-Lande aufgebrochen, um die Eingeborenen, die im Begriffe stehen, die Waffen gegen die Engländer zu ergreifen, von ihrem Vorhaben abzubringen. Auch dieHolländer im Basuto-Land e wollen die Buren unterstützen. Rom, 23. November. Es verlautet, daß General Buller bei den Truppen in De Aar ist. Von Si- monstown in der Nähe von Kapstadt ist von den Schiffen Moritz und Moharch ein Kontingent Matrosen nach der Front abgegangen. Dasselbe führt ein 4,7 zölliges Schnellfeuer-Geschütz mit sich. — Aus Naauport wird vom 22. d. M. nachmittags 5 Uhr gemeldet: Lord Methen hat den Oranje-Fluß überschritten, um Kimberley zu entsetzen, auf welche Stadt er losmarschiert. Meldungen hierüber scheinen auch im Kriegsamt eingetroffen zu sein. — Eine Schlacht in der Nähe von Belmonz ist zu erwarten. ♦ * * Telegramme. London, 24. November. Der Kriegsminister hat Befehl gegeben, acht neue Bataillone zu bilden. Die Zusammenstellung derselben dürfte am 11. Dezember beendet sein. London, 24. November. In Mafeking herrscht eine starke Fieber-Epidemie, die dem Mangel an gutem Wasser zugeschrieben wird. London, 24. November. Die Morgenblätter beglückwünschen den General Methuen zu dem den Buren gelieferten Kampfe. Gleichzeitig geben die Blätter ihrer Unruhe Ausdruck über die Lage in Natal. Ihre Zuversicht ist durch die Abreise des Generals Buller gestiegen. London, 24. November. „Morning Post" kommentiert die Lage in Natal und weist auf die zahlreichen Ueber- raschungen hin, die der jetzige Krieg bereits gehabt hat, und daß die Buren, obgleich bei Elandslaagte geschlagen, trotzdem drei bedeutende Siege davongetragen haben und ihre Angriffe in Natal fortsetzen. Die Militärbehörde giebt nunmehr zu, daß die hervorragendste Eigenschaft des Feindes dessen große Beweglichkeit sei. Loudon, 24. November. Nach einem Telegramm aus Durban erwartet man dort, daß die Truppen von Estcourt und dem Mooi-Flusse vereint die Buren angreifen werden. Es ist zweifellos, daß von den Ladysmith belagernden Truppen Detachements in Natal vorgedrungen sind. Ein größeres Buren-Kontingent machte einen anhaltenden Eilmarsch von Ulundi nach Port Nottingham, welches an der direkten Linie nach Maritzburg liegt. Aus Pietermaritzburg wird von gestern gemeldet: General Hildyard machte gestern einen Ausfall auf Estcourt und verwickelte die Buren in ein Gefecht. Die „Central-News" melden, daß verschiedene hohe Beamte Transvaals sich von der Delagoa-Bai eingeschifft haben, um im Interesse des Krieges zu wirken. Sie sind jedoch vom Präsidenten Krüger hierzu nicht autorisiert, handeln vielmehr auf eigene Faust und dürften bald von Krüger desavouiert werden. Loudon, 24. November. Der Kriegsminister veröffentlicht folgendes Telegramm des Generals Buller: Kapstadt, 23. November. Folgendes Telegramm wurde mir aus Belmont vom General Methuen zugesandt: Ich habe heute morgen bei Tagesanbruch den Feind angegriffen, welcher eine sehr starke Stellung besetzt hielt. Drei Hügel wurden nacheinander im Sturme erobert. Dem letzten Angriff war ein Artillerie-Feuer vorangegangen. Die Infanterie, unterstützt durch eine Marine-Brigade und Artillerie, leistete Hervorragendes. Der Feind verteidigte sich mit großem Mut und Geschicklichkeit. Wir machten 40 Buren zu Gefangenen und sind im Begriff, die getöteten Buren zu beerdigen. Die Zahl derselben ist sehr bedeutend, obgleich der Feind eine große Menge Tote mit sich nahm. Wir erbeuteten zahlreiche Pferde und eine große Menge Hornvieh. Unsere Verluste belaufen sich auf drei getötete und 21 verwundete Offiziere, 55 getötete und 125 verwundete Soldaten. 21 Mann fehlen. Unter den verwundeten Offizieren befindet sich auch ein Brigade-General. (Nun muß man erst die Berichte via Brüssel abwarten. D. Red.) Brüssel, 24. November. Die Transvaal-Gesandtschaft dementiert die Meldung der „Times", wonach Präsident Krüger durch die Vermittelung Schreiners um Frieden gebeten habe. Deutsches Keich. Berlin, 23. November. Die 14. Kommission des Reichstages trat heute in die Beratung des ihr überwiesenen Entwurfes eines Telegraphen-Wege-Gesetzes ein und erledigte die drei ersten Paragraphen mit einigen redaktionellen Aenderungen. Morgen werden die Beratungen fortgesetzt. — Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht das deutschenglische Abkommen betreffend die Samoa-Aufteilung. — Nach einer Meldung des Gouverneurs von Kamerun sind die über London hierher gelangten Nachrichten über neue Angriffe der Buli auf Batanga und über Zerstörung von Faktoreien unbegründet. Der Kommandeur der Schutztruppe befindet sich bereits wieder an der Küste. — Die Post hält die Berufung des Eisenbahn- Präsidenten Becher in. Essen a. d. R. auf den Posten des Präsidenten der Seehandlung für wahrscheinlich. Eine definitive Entscheidung sei indessen noch nicht getroffen. — Im diplomatischen Dienste des Reiches wurden soeben eine Reihe von Veränderungen vollzogen: In Hessen wird es interessieren, daß der Geheime Legationsrat v. Schön den nach Bukarest versetzten jetzigen Gesandten in Kopenhagen von Kiderlen-Wächter ersetzen wird. Herr v. Schön ist ein geborener Wormser und Vetter der Freiherren v. Heyl. Er diente zuerst als Offizier im 2. Hess. Drag - Regt. Nr. 24 und war damals ein vortrefflicher Herrenreiter. Später trat er in den diplomatischen Dienst des Reichs und war als Legationssekretär bei verschiedenen Botschaften thätig, u. a. in Madrid und Jahre lang in Paris. Längere Zeit war er Oberhofmarschall des jetzigen Herzogs von Koburg und Gotha, trat aber vor einiger Zeit in den diplomatischen Dienst zurück. Jetzt ist er zum deutschen Gesandten in Kopenhagen ernannt worden. Weimar, 23. November. Der Landtag genehmigte die Errichtung einer Handelskammer für das Groß Herzogtum mit dem Sitz in Weimar. Ausüm-. Wien, 23. November. Im Abgeordnetenhause haben die Jungtschechen heute mit der Obstru ktion begonnen. Um die erste Lesung der Ausgleichs-Vorlage zu verhindern, haben sie verschiedene dringliche Interpellationen eingebracht. Der jungtschechische Abgeordnete Dolczal hielt eine endlose Rede über angebliche Vorkommnisse bei der letzten Volkszählung. Wien, 23. November. Wie dem „Berl. Lokal-Anzeig." gemeldet wird, ist hier eine Nachricht eingelaufen, daß nicht derFinanzminister,sonderneinCirkus-Direktor namens Witte einen Selbstmordversuch gemacht habe. — Demselben Blatte zufolge verlautet in Petersburg, der Finanzminister sei beim Zaren um die Erteilung von einem Urlaub eingekommen, da er sich erholungsbedürftig fühle. Der Zar habe auf das Gesuch erwidert, der Urlaub könne erst nach Darlegung der Affaire Mamontow gewährt werden. Bekanntlich befindet sich der Moskauer Millionär Mamontow wegen großer Eisenbahn-Schwindeleien in Untersuchung. — Die Meldung des Londoner „Daily Telegraph" über die Verhaftung des russischenFinanzministers Witte wird an hiesigen Stellen, die über einen solchen Vorfall unterrichtet sein müßten, entschieden dementiert. Budapest, 23. November. Aus Anlaß der Beratung über die von den Quoten-Deputationen getroffene Vereinbarung inscenierte die Opposition im Abgeordnetenhause große Lärmszenen. Nach einer äußerst sachlich gehaltenen Rede des Ministerpräsidenten Szell und trotz heftiger Opposition der äußersten Linken beschloß das Abgeordnetenhaus mit großer Majorität, den Quoien-Entwurf an den Finanz-Ausschuß zu leiten. Paris, 23. November. Der Gemeinderat von Dijon hat auf Vorschlag des Bürgermeisters den Namen einer Straße in Transvaalstraße umgcändcrt, um auf diese Weise den Buren ihre Sympathie auszusprechen London, 23. November. In hiesigen politischen Kreisen erzählt man, Rußland werde augenblicklich nichts gegen England unternehmen, weil es ihm an Geld zu großen Operationen fehle. London, 23. November. Die Regierung ist über die zahlreichen Volks-Versammlungen, welche in Irland abgehalten werden und daselbst große Begeisterung Hervorrufen, sehr beunruhigt und wird diese Versammlungen künftig untersagen. London, 23. November. Aus Hatfield wird gemeldet, Salisbury ist durch Influenza ans Zimmer gefeffelt und unfähig, die Geschäfte zu führen. Die Meldung erregt Bestürzung, da man annimmt, daß die Ankündigung seiner Erkrankung nicht erfolgt wäre, wenn sein Zustand nicht ernst wäre. Die Sympathie für ihn ist allgemein. Petersburg, 23. November. Die Meldung, daß Herat bereits besetzt ist, wird dementiert. Nichtig sei nur, daß ein starkes russisches Detachement mit drei Batterien in der Nähe von Herat Aufstellung genommen hat, um für den Fall des Ablebens des Emirs die geeigneten Maßnahmen zu treffen. Lokales Md Krsvnlstetier. Gießen, den 24. November 1899. * * Gefchichtskalender. (Nachdruck verboten.)^Vor 104 Jahren, am 25. November 1795, wurde die dritte Teilung der Republik Polen vollzogen, wodurch Polen aus der Reihe der Staaten voll- ständig verschwand. Preußen erhielt durcd den Wiener Kongreß 30,000 Quadrat-Kilometer, der Rest fiel Rußland xu, mit Ausnahme der 1300 Quadrat-Kilometer großen Republik Krakau, die an Oesterreich kam. * * Zum nahen Totenfeste. Der letzte Sonntag des Kirchenjahres wird als Totenfest in ernster Stille gefeiert. Mahnt uns doch dieser Tag ^besonders, derer in Liebe und Dankbarkeit zu gedenken, die uns im Leben nahe standen. Um durch ein äußeres Zeichen unseren wehmütigen Gefühlen gebührenden Ausdruck zu verleihen, ist es in vielen Orten üblich, zum Totenfeste die Gräber ihrer Lieeen mit Kränzen, wozu Epheu, Bux, Tannenzweige, Moos und die roten, weißen und schwären Beeren mancher Sträucher recht brauchbares Material geben, und Blumen zu schmücken. Es gewährt einen erhebenden und wohl- thuenden Anblick, in der Zeit, in welcher die ganze Natur ihrer Auferstehung entgegenschlummcrt, zu sehen, daß der Geist der Liebe und Verehrung für die Entschlafenen von neuem erwacht. Möchte diese schöne Sitte, zum Totenfeste die Gräber zu verschönern, sich immer weiter verbreiten. Sie wirkt sehr veredelnd. * • * • • Charakter-Erteilungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 15. November den Lehrern an dem Ludwig Georgs Gymnasium zu Darmstadt Dr. Ludwig Buchhold und Dr. Julius Leidolf, dem Lehrer an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt Dr. Eduard Anthes, dem Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen Dr. Otto Dingeldein, dem Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Christian Göckel, den Lehrern an dem Gymnasium zu Mainz Adam Rudershausen, Johann Baptist Heinrich, Dr. Karl Denig, Dr. Hugo Willenbücher, Dr. Karl Schmidt und Hermann Braun, den Lehrern an dem Realgymnasium zu Darmstadt Heinrich Weyell, Christian Len Hardt und Dr. Jakob Schneider, den Lehrern an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Dr. Rudolf Erb, Georg Hedderich und Dr. Eduard Ottmann, den Lehrern an dem Realgymnasium und der Realschule zu Mainz Viktor Geißner, Rudolf Gehrhard, Dr. Georg Dollhard und Augustin Uebel, dem Lehrer an der Realschule zu Gernsheim August Fuldner, dem Lehrer an der Realschule zu Heppenheim Dr. Georg Zilch, don Lehrern an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt Dr. Gustav Tasche und Heinrich Engelmann, dem Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Michelstadt Dr. Christoph Wittich, dem Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey Dr. Georg Müller , dem Lehrer an der Höheren Mädchenschule zu Worms Dr. Gustav Marx und dem Lehrer au dem Schullehrerseminar zu Alzey Karl Knoll — den Charakter als „Professor" zu erteilen. ■* Kirchliche Dienstnachrichteu. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 4.Novbr. dem Pfarrverwalter Hermann Weigel zu Stein-Bocken- heim die evangelische Pfarrstelle zu Wonsheim, Dekanat Wöllstein, am 10. November dem Pfarrer Wilhelm Briegleb zu Zotzenheim die zweite reformierte Pfarrstelle zu Groß Umstadt, Dekanat Groß-Umstadt, und am 15. November dem Pfarrer Julius Karl Betzler zu Rothenberg die evangelische Pfarrstelle zn Mörfelden, Dekanat Groß-Gerau, zu übertragen. * * Kuuflverein. In der Gemälde-Ausstellung am Brand, sind aus der Ausstellung der freien Vereinigung Darmstädter Künstler Gemälde und Werke der plastischen Kunst neu ausgestellt. Wir wollen es nicht unterlassen auf die diesmalige intereffante und reichhaltige Ausstellung ganz besonders hinzuweisen, indem wir hoffen, daß dieselbe bei unseren Kunstfreunden einen großen Anklang finden wird. Weitere in der freien Vereinigung ausgestellten Gemälde von Professor Bracht und Professor Harburger gelangen wegen Ueberfüllung voraussichtlich erst bei dem demnächstigen Wechsel zur Ausstellung. ♦♦ Die Reihe der akademischen Vorträge eröffnete am Mittwoch dem 22. d. M. Herr Geheimrat Prof. Oncken mit seinen Mitteilungen über „Bismarck als Geheimminister Friedrich Wilhelms IV. 1848 und 1854." Eine dichtgedrängte Zuhörerschaft lauschte den überraschenden Aufschlüssen, welche der Vortragende mit gewohnter rednerischer Meisterschaft über die wichtige Rolle gab, welche Bismarck im Jahre 1848 bei der Vorbereitung und Ausführung der f f»r die ®!d6r ‘l'lf'1“ di-6 er hpr preußn' br#” 'l® »rÄ«« MH. Landgerichts, e„q mit bem Falle ÄW Wvemhmngrn an bloßgeMn Lehrer' die Vernehmungen avi stellen sind S&n™' schllfligt, ob das en fahren rechtfertige. Disziplinarverfahren '** lleberfahren. Fabrikarbeiterin, mel nach ihrer Arbeitsstell sigen Herrschasiskutsch scheu und derart ve Schuch nehmen mu Schuld, als er in i auch, da er noch bin brennenden Laterne lässiger Mperverlej •• Mit den Sei sonderbarerweise nei sehr angelegentlich; mit ihren mit P Physiognomien auf i zum Skandal Hern vollkommen recht, - nicht anders gewesen, Dr. Schöntank die l Physiognomie und Sä Fleck, aus dem nicht ein „Durchzieher" m Hal die Spitze Herpel D Mainz, 23. hiesigen Garnison i1 zwar Rotlauf und i Pjerde der Husaren Als Ursache für die; all noch sehr jung u hier angekommen feie hatten verwendet iuci Kir , A Aus Dbertiei «*. in SU,,,, ("S 2 7""i°mmlunge Teil der Provi for die südliche Sölfte N d'e leitenden fytlön itfifpi °">> «5tSem6‘ M 3®idi mnil] ^ileDorbte N« Krr beirlÄ^t W« i((Qt JWi innt. -Md W; jn™ °°tz SÄ !?,f8 dura Kirrung La wuß. künu^lihrer, & ®ar« her QJrn Men CXN 9-nbI iS .*-« hV® ■‘"'Xi'hh bie 8t ^egti^^Ianb State8ln"11*- die 8n!iinhi nQ ettt9l QÖgetntin ™ trn^ ,e”* «ftbui'8^;,nur- Swommen SSST^ 4' ^einher 1899 :S'S» J^Wano xu, mit 9h,a. 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November gs Gymnasium zu Dam- > Dr. Julius Leidolf, mnastnm zu Darmstadt an dem Gymnasium zu ,, dem Lehrer an dem zu Worms Christian Gymnasium zu Mainz M DaM Heinrich, illenbücher, Dr. Karl i, den Lehrern an dem inrich Weyell, Christian ider, den Lehrern an dem e zu Gießen Dr. Rudolf Dr. Eduard Ottmann, stum und der Realschule Rudolf Gehrhard, ftin Hebel, dem Lehrer August Fuldner, dem .nbcim Dr. Georg M, ) ^®irtWÄtV he und Realschule und dem Pro Christoph WUtich' ■'SS*1 ey Karl ß»°11 ®£l9eln ahMtn Dekanat l»*gt »• Maldr- ■» L^gnm ,g btr f" plafiW u«h n"^ len es v^sstelliBA «K &S-S-*» ich erst teflÄ S-rtrage ? QU(fcn ac», Eene B S'7"Ä»- ®*i iotte üM aD Maßregeln für die Vertagung der preußischen Nationalversammlung gespielt hat, und die ihn schon damals als Meister der Diplomatie erkennen ließ. Ein zweites Mal hielt Bismarck die Geschicke Preußens in der Hand, als er 1854 derart seinen persönlichen Einfluß für die Aufrechterhaltung der preußischen Neutralität und der alten freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland durchsetzte, entgegen dem Bestreben der Westmächte und Oesterreichs, Preußen in eine kriegerische Haltung gegenüber Rußland hineinzutreiben. ** Emil Richard, welcher nächste Woche an unserem Stadttheater ein dreimaliges Gastspiel absolviert, machte im vorigen Jahre ein Tournöe in Amerika, und feierte dort wahre Triumphe. Besonders als „Bräsig" brachten ihm die dort ansässigen Deutschen lebhafte Ovationen dar. „Der Fall Küchler" — unter diesem Titel hat der Großh. Landgerichtsdirektor i. P. Küchler eine Rechtfertigungsbroschüre verfaßt, die 50 Seiten umfaßt, und in etwa 50 Exemplaren vorhanden sein soll, also wohl nicht für die weitere Oeffentlichkeit bestimmt sein wird. •* Im Falle Ahlheim und Genossen, der bekanntlich eng mit dem Falle Dett weil er zusammenhängt, ist, wie der „Fft. Ztg." geschrieben wird, eine Beschlußfassung der Negierung lediglich aus dem Grunde über das Disziplinär^ verfahren noch nicht erfolgt, weil die ausführliche Begründung des Urteils des Disziplinargerichtshofs gegen Dett- weiter erst Anfang der vorigen Woche der Regierung zuge- stellt wurde. Sofort nach Eingang wurden verantwortliche Vorvernehmungen angestellt, in denen die durch das Urteil bloßgestellten Lehrer vernommen wurden. Vorgestern wurden die Vernehmungen abgeschlossen. Die zuständigen Regierungsstellen sind gegenwärtig mit der Prüfung der Frage be- schäftigt, ob das entstandene Material ein Disziplinarverfahren rechtfertige. Der Beschluß wird vermutlich ein Disziplinarverfahren hcrbeiführen. ♦* Ueberfahren. Gestern morgen */47 Uhr wurde eine Fabrikarbeiterin, welche von dem Eisenbahnzug kam und nach ihrer Arbeitsstelle sich begeben wollte, von einem hiesigen Herrschaftskutscher in der Nähe des Bahnhofs überfahren und derart verletzt, daß dieselbe ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Den Kutscher trifft insofern die Schuld, als er in sehr unvorschriftsmäßigem Tempo fuhr, auch, da es noch dunkel war, sein Fuhrwerk nicht mit einer brennenden Laterne versehen hatte. Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde erhoben. *• Mit den Leipziger Studentenpaukereien beschäftigt sich sonderbarerweise neuerdings gerade die dortige „Volksztg." sehr angelegentlich; das Blatt sagt u. a., daß die Menschen mit ihren mit Pflaster und Bandagen ausgebesserten Physiognomien auf den Straßen und in öffentlichen Lokalen zum Skandal herumliefen. Die „Leipz. Volksztg." hat vollkommen recht, — es ist aber offenbar zu der Zeit auch nicht anders gewesen, da ihr (uns bekannter) Chefredakteur Dr. Schönlank die Universität besuchte, denn auf dessen Physiognomie und Schädel findet sich auch nicht der kleinste Fleck, auf dem nicht eine „Hochquart", eine „Terz" oder ein „Durchzieher" angebracht wäre, und selbst die Nase hat die Spitze hergeben müsfen. □ Mainz, 23. November. Unter den Pferden der hiesigen Garnison ist eine Krankheit ausgebrochen und zwar Rotlauf und Brustseuche. Von den Krankheiten sind Pferde der Husaren wie auch der Trainabteilung befallen. Als Ursache für die Krankheit wird bezeichuet, daß die Tiere all noch sehr jung und von weiter Reise alle schon hustend hier angekommen seien und sogleich zu schweren Transporten hätten verwendet werden müssen. Kirche und Schule. △ Aus Oberhessen, 23. November. Wie auf den 25. November in Alzey, so sind auch für Oberhessen zwei freiwillige größere Lehrerversammlungen auf den 2 8. Dezember geplant. Für den nördlichen Teil der Provinz ist Alsfeld in Aussicht genommen, während für die südliche Hälfte Nidda in betracht kommen dürfte. Wenn sich die leitenden Persönlichkeiten einigen, so werden vielleicht die beiden projektierten Versammlungen zu einer verschmolzen, die alsdann in Gießen tagen wird. Nähere Bestimmungen werden im Schulboten bekannt gegeben Zur Verhandlung kommen: i. Stellungnahme zur Gehaltsfrage nach dem bei dem Beamtengesetze maßgebenden Grundsätze, nämlich gleicher Vorbildung gebührt gleiche Bezahlung oder gleicher Arbeit gehört gleiches Gehalt. 2. Die Vergütung des Fortbildungsschulunterrichts 'aus der Staatskasse, entsprechend dem Verhältnis der von den Lehrern erteilten Stunden neben Berücksichtigung eines möglichst gleichmäßigen Honorars. Zu den bevorstehenden Gehaltsaufbesserungen der Lehrer in Hessen wird dem Darmsl. „T. A." grsch'ieden: Zur Zett finden in unserem Heffeulande an verschiedenen Orten größere und kleinere Versammlungen von Lehrern statt, die allesamt znm Zwecke haben, Regierung und Landständen auf jede mögliche Weise vor die Augen zu führen, daß die zu erwartende Gehalts-« aufbesserung auch tn der Weise erfolgen müsse, wie ste die Landlehrer besrtedigen könne. In dem soeben andeuüten Streben der Lehrer liegt zweifellos ein durchaus berechtigter Kern; niemand wird es ihnen verübeln, wenn ste sich regen, um der Tradition gemäß das zu erkämpfen, was anderen bereits längst geworden ist. Doch sind wir der Ansicht, daß ein so lebhaftes Agitieren der Lehrer ganz überflüssig ist; ja wir dürfen ruhig sagen: allzuviel ist ungesund und konnte infolgedessen eher ichaden als nützen; denn in solchen Z tten greifen unbesonnene Köpfe gar zu gern über einmal gezogene Grenzen hinaus, wofür man dann die Gesamtheit verantwortlich machen könnte. Und wenn behauptet wird, es sei eine Regierungsvorlage vorbereitet, welche einen Höchstgehalt von 2500 bis 2600 Mk. vorsehe, so ist dies durchaus nur Vermutung, die unseres Erachtens unbegründet sein muß. Wir haben vor allen Dingen zur jetzigen Regierung das unbedingte Vertrauen, daß dieselbe ganze Arbeit machen will. Und warum auch nicht ; Unmöglich wird ste fordern, den Lendlehrern wieder eine Ausnahmestellung tn Bezug aus ihr künftiges Einkommen anzuwetsen. Sie hat sicherlich die Absicht, die Landlehrerr mindestens mit ihren Kollegen an höheren Lehranstalten gleichzustellen; weniger kann ste nach der jetzigen Lage unmöglich wollen. Würde sie darunter geben, so erzielte ste ja keine Zufriedenheit, sondern die vorhandene Unzufriedenheit erführe eine Vermehrung. Unsere Regierung will aber erstere auch unter den Lehrern schaffen. Das Geld ist dazu vorhanden, und es dürste daher allen zuzurufen sein: Bleibt besonnen, werft Euer Vertrauen nicht nrg, es wird diesmal nicht umsonst sein! — Im Laufe dts MonatS Dezember soll in BenSheim eine größere Lehrerversammlung abgebalien werden. Gegenstand der Tagesordnung wird die Wiedereinreichuvg der Petiton des Landeslehrcr- vereins bezw. die Gehaltsfrage der hessischen Volksschul- lehrer Mn. Die bete ligten Kreise werden durch den „Schulboten für H ss n” noch besonders'ingeladen werden. - Morgen (Samstag), dem Geburtstage unseres hohen Landesfürstenpaares, firb t auch in Alzey eine große Versammlung basischer Volksschullehrer aller Pröll nzen statt. Auf de, Tagesordnung steht die Gehaltrfrage der Landlehrer. Mehrere LandtagSabgeordnete find zu der Versammlung ttn9el®erün, 23. November. Eine Erhöhung der Gehälter der technischen und der Elementar-Lehrer an den höheren Schulen ist der „Post" zufolge für das nächste Jahr beabsichtigt. Die Verhandlungen zwischen den beteiligten Ministerien seien noch nicht zu Ende geführt, doch sei begründete Aussicht vorhanden, daß schon dem nächsten Landtage eine entsprechende Vorlage zugehen wird. Universität und Hochschule. Leipzig, 22. November. Nur wenige Tage nach dem Heimgange eines bedeutenden akademischen Lehrers hat unsere Universität wiederum einen herben Verlust zu beklagen. Heute mittag gegen 1 Uhr entschlief nach langen und schweren Leiden Herr Geh. Hofrat Professor Dr. phil. et jur. v. Miaskowski. Mit ihm ist ein Gelehrter heimgegangen, dessen Forschungen auf national-ökonomischem Gebiete weitgehende Bedeutung erlangt haben, ein Dozent, der, obwohl er an unserer Universität nur wenige Jahre gewirkt hatte, sich doch hier der größten Hochachtung und allgemeinster Sympathien erfreute. Professor Dr August Miaskowski wurde am 26. Januar 1838 in der livländischen Stadt Pernau geboren, studierte in Dorpat, Heidelberg und Berlin, trat nach vollendeten Studien tn den Dienst der baltischen Civiloberverwaltung und war zugleich als Hosgerichtsadvokat und Dozent am Polytechnikum zu Riga thätig. Im Jahre 1871 siedelte er nach Deutschland überund habilitierte sich 1873 in Jena für Staatswissenschaften, wurde 1874 ordentlicher Professor in Basel und wirkte hier bis 1881 mit einer Unterbrechung von einem Jahre, das er als Professor an der Landwirtschaftlichen Akademie zu Hohenheim zubrachte. In den Jahren 1881 bis 1889 war er Professor der Staatswissenschaften an der Umversität zu Breslau, zugleich aber auch Mitglied des preußischen Land.sökonomie- Kollegiums und 1884 bis 1888 Mitglied des deutschen Landwirtschaftsrates, 1889 folgte er einem Rufe an die Universität Wien; seit 1891 wirkte er an der Universität Leipzig als Professor der Nationalökonomie und Finanzwissenfchast und Direktor des staatswiss-nschaftlichcn Seminars. Leider sollte seine Thäligkeit hier durch Krankheit, die immer weitere Fortschritte machte, unterbrochen werden, sodaß er vor zwei Jahren gezwungen war, der Lehrthätigkeit zu entsagen, und in den Ruhestand zu treten. — Der Heimgegangene hat auch durch seine literarische Thätigkeit sich einen Namen erworben. Berlin, 22. November. Aus der Disziplinarverhandlung gegen den Privatdozenten Dr. Arons berichtet die „Vztg." : Der Angeklagte hat auf Grund seiner Rechte als Staatsbürger in erster Reihe natürlich um seine Freisprechung ersucht; er hat andernfalls gebeten, von einer Warnung, einem Verweise usw. abzusehen, ih vielmehr, wenn es wider Erwarten zu einer Verurteilung kommen sollte, mit der Entlassung aus der Stellung als Privatdozent zu bestrafen. Denn eine Maßreg! l, die mit der Aussicht und im Hinblick auf seine Besserung angewendet werde, sei in seinem Falle zwecklos. Im Sinne seiner Richter würde er sich nicht bessern können; d. h. er würde nicht aufhören können, Sozialdemokrat zu sein und für seine politische Ueberzeugnng einzutreten. Ernannt r Der Kaiser von Oesterreich ernannte den Professor der Universität Marburg, Dr. Walter Iüdeich, zum außerordentlichen Professor der alten Geschichte an der Universität C z e r n o w i t s ch. Kunst und Wissenschaft. Karlsruhe, 23. November. Musikdirektor Gageur, der langjährige Dirigent der Liederhalle, ist heute g e st o r b e n. Lnzern, 23. November. Die Luzerner Regierung kaufte um 700,009 Franken das Frauenkloster im Bruch in Luzern mit großen Liegenschaften; es soll dort ein Centralschweizerisches Technikum errichtet werden. Die Schwestern ziehen erst Ende 1905 aus. Gerichtssaal. Mainz, 23 November. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichtes beschäftigte sich gestern bin ganzen Tag über mit einer Anklage gegen den Rechtsanwalt Soldan von Worms, der der thätlichen Beschimpfung des Redakteurs Schaper von der „Wormser Zeitung" bezichtigt ist. Wegen einem von Rechtsanwalt Soldan gegen zwei Wormser Karnevalsredner im Auftrag eines dortigen Stadtverordneten geführten Beleidigungsprozeß, wurde der Anwalt in eine Preßpolemik verwickelt, welche einen ziemlich persönlichen Charakter annahm, und in deren Verlauf die „Wormser Zeitung" einer von Rechtsanwalt Soldan eingesandten Berichtigung die Spitzmarke „Ein Schulbubenprozeß" vorsetzte. In dieser Cpitzmarke erblickte nach dem Vorhergegangenen, Soldan eine persönliche Beleidigung und stellte er den Redakteur der „Wormser Zeitung" auf der Straße, um ihn zur öffentlichen Zurücknahme der Beleidigung zu veranlassen. Nach beiderseitiger höflicher Begrüßung, verschiedener Hin- und Herreden und einer als Ablehnung aufzufassenden Bemerkung des Redakteurs Schaper versetzte Soldan ge- ständigermaßen dem Redakteur einen kräftigen Schlag ins Gesicht, worauf Schaper dem Gegner einen Schlag mit einem Stock versetzt haben will, was aber von Soldan, wie auch von einem bei der Szene anwesenden Augenzeugen b°stritten wird Nach einem sehr umfangreichen Zeugenverhör, durch welches man einen Einblick in die eigenartigen Preß-Verhältnisse von Worms bekommen hat, beantragte der Staatsanwalt gegen Soldan eine Geldstrafe von 200 Mk, Kosten des Verfahrens und Urteilspublikation. Redakteur Schaper ist als Nebenkläger aufgetreten und verlangt eine Buße von 2000 Mk. Die Verteidigung verlangt Freisprechung und Kompensation. Das Urteil wird in acht Tagen publiziert. Hanau, 22. November. In der gestrigen Sitzung des Schwurgerichts, zugleich der letzten der diesjährigen dritten Periode, wurde gegen die 22jährige Dienstmagd Angelika Krämer aus Poppenhausen verhandelt, die am 19. August d. I auf der Reise von Marburg in ihre Heimat ihr 10 Tage altes Kind vorsätzlich umgebracht hatte. Sie wurde des Totschlages schuldig gesprochen, und unter Annahme mildernder Umstände zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Wien, 23. November. Das Wiener Handelsgericht verhandelte gestern über die Wechselklage des Pariser Juweliers H a r t o g gegen die zurzeit in der Privatheilanstalt „Lindenhof" bei Dresden befindliche Prinzessin Louise vonKoburg auf Zahlung von zwei Wechseln im Betrage von 293,000 Frs. Der Richter erkannte, es werde den Beweisanträgen des klägerischen Vertreters stattgegeben, welche dahin gehen, durch Schriftvergleichung die Echtheit der Unterschriften der Prinzessin auf den Wechseln zu konstatieren, die Staatsangehörigkeit der Prinzessin festzustellen, die Strafakten gegen Matasich-Keglewitsch vom Garnisonsgel ichle in Agram und dem Landgerichte in Wien zu beschaffen, und den Prinzen Philipp, und andere als Zeugen vorzuladen. Arbeiterbewegung. Q Mainz, 23. November. Ein Streik ist in der hiesigen Konservenfabrik der Firma Sennewein ausgebrochen, und haben sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen gestern die Arbeit niedergelegt. Als Grund des Streikes wird angegeben, daß ein Arbeiter aus der Fabrik entlaffen worden, der sich geweigert hat, Ueberstunden zu machen. Montceau-les Mines, 22. November. Einige hundert Aus- tändische haben die Arbe't wieder ausgenommen; um indes die lluhe zu sichern, hat die Regierung starke Truppenmassen nach dem Aus- tandsgebiet abgehen lassen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Samstag den 25. November: Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheiten des Großberwgs und der Großherzogin. Vormittags 1v Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. Sonntag den 26. November. 26. nach Trinitatis. Totenfest. Gottesdienst. In der Ttadttirche. Vormittags d'/r Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Friedhofsrapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Donnerstag den 30. November, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal (Kirchstraße). Pfarrer Dr. Grein. Nächsten Sonntag, den 3. Dezember, 1. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde im Vormittagsgottesoienst statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am 2. Advent wird Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemernde, am 3. Advent für die Markusgemeinde gehalten werden. Beidesmal im Abendgotte, dienst und beidesmal besonders auch für die konfirmierte Jugend. In der Johanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht. Pfarrer Dr. Naumann. Montag den 27. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. 8. Pfarrer Euler. Nächsten Sonntag, den 3. Dezember, 1. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Vormitlagsgottesdienst statt. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Auch wird eine Kollekte für die Kirchen- kaffe erhoben. — Ferner findet Beichte und heiliges Abendmahl statt: Am 2. Advent für die Johannesgemeinde und am 3. Advent für die Lukasgemeinde, jedesmal im Abendgottesdienst. Katholische Gemeinde. Samstag den 25. November. Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Grotzherzogs. Vormittags um 9V2 Uhr: Militärgottesdienst. Feierliches Hochamt mit Te Deum. Nachmittags um 4'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 26. November. Letzter Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6 Giiusttfflu Wirtschaft zum Pfau, Neustadt 55. Wilhelm Dreher. 04240 Wärter gesucht. Infolge Eiweiterung der Krankenmbl auf der Männerabteilung sind im Großh. Landeshospital Hofheim bet Goddelau tm Ried 6 Mrlttstclleil neu zu bchtzk«. Ein Wärter erhält 350 Mk. im 1. Jabr, 400 „ „ 2. „ 500 „ „ 3. „ bet vollständig freier Station und Dienstkleidung nebst Sdiuhwerk. Bei tadelloser ßjäbriger Dienstzeit wird jedem Wärter eine Prämie von 1000 Mk. ausgezahlt. Ferner ist den sich als qualifiziert erweisenden Wärtern nach «jähriger Dienstzeit Anstellung in niederen Dienststellen des Staats oder der Eisenbahnverwaltung in Aussicht gestellt. Ledige, gut beleumundete Bewerber, welche das 20 Lebensjahr zurückgelegt und das 30. nicht überschritten haben, und beabsichtigen, 6 Jahre int Anstaltsdienste zu verbleiben, wollen sich zunächst schrift lid) melden bei Großh. Direktion des Landeshospitals- 8238 _____ D r. May er. Stadt. MaLlyaus. Freibank. 8158 Heute und morgen: Ochseußkisch 54 plg. Frisch geschossene Hasen sowie Pariser Kopfsalat empfiehlt 04246 H. Klotz, Mä"Sburg 17. Austern (große frische Holländer) ♦ Orangen♦ beste spanische Marke Stück 5 Pfennig empfiehlt 8234 Fr. Leo Nachfl., C. Herber. Die größte Auswahl Korsette« für Damen, Mädchen und Kinder in Brüsseler, Wiener und Deutschen Formen findet man im Sptsinl-Geschäft für Korlkltrn. «eschw. Aron, Selterslmg 89. AraunKohkew Weinstube zur Ludwigsburg. Zwiebeln 04251 prima Winterware, heute Samstag zu haben. Marktlaube Nr. 10. Parterrewohnung oder erster Stock zu mieten gesucht. Offerten unter Nr. 01242 an die Expedition dieses Blattes. 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Vorstände de Mit Rücksicht a Artikels 73 deS Fo weisen wir Sie ai hiermit an, für die. auf vier Monate nm gesetzt ist, jedem Hoh, in itn Vbfufrfitini ttrfeigtrungtyrotoloü tötfcn fein sollte, at submisston genau betau Krndnungen an diesin nvrgrnmMn werden Wer sein Holz ■ stimmten Zeit aus bi jebtn nicht wegaebn 0,WM. bestraft vei Ablauf dieser bestimw föumigen Holzempsünc ES wird jedoch k M der Versteigerung * WaS bedarf < 11! ktaf f-lg-ndm Tr Md -chtP, für bi.32 ! 5®1”- für 16 fWagnie 56 ffiL 3 Safteten J!'* (mit drei S '°d ei -» Mm x 8* h ?“6er de '4 di. ®‘ffa Sold?" S'to *7, m 8* t,et MtahS.« ä ttglei