nt. 199 Erstes Blatt. Freitag den 25 August 18»« Gießener Anzeiger General-Anzeiger yr)Hfl»rrdx vikrlkljäbrlich 2 Mark 20 Pf>- monatlich 75 Pftz. mit Bringerloh« Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. ASe Nllzeigen-Bermittlung-stellen M In» tmN ÄuiteaX Nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tetyys. Sant*»c Ute Anzeigen zu der nachmittags für de» Sstgeo»« erscheinenden Nummer Hi Bor*. IS Uhr. Lüglich mit AnsnOhme des Äontei». Wie Gießener norden dem Anzeiger pichenÜich okrmet heigeiegt. Anrts- und Anzeigeblutt für den Tkreis Gieszen. 'OBaKSS=SS=S== ■ —- Wedakttov, Expedition und Druckerei: Kch«kßr«ße Nr. 7. Gralisbeilagert: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, KlStter für hessische Volkskunde. Ldreffe für Depeschen: Anzeiger Kieß«« Fernsprecher Nr. 51. Abonnements -Wg auf den Gießener Anzeiger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. September kostenfrei.____________________________________ AmtUcherMl. Gießen, den 21. August 1899. Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfaffungs- eides. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises, mit Ansnahme derjenigen der Amtsgerichtsbezirke Grünberg nnd Homberg. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, stattsinden: 1. Der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amis- gerichtsbezirken Lich und Bntzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Mittwoch den 13. September d. I, nachmittags 2*/2 Uhr, in dem Rathause zu Lich; 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Hnngen, Lanbach und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Freitag den 15. September d. I., nachmittags 3 Uhr, in dem . Rathause zu Hungen; 3. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag den 19. September d. I., vormittags 11 Uhr, in dem Regierungsgebäude (auf dem Brand) zu Gießen. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. ____________ v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung, betreffend: Die Abgabe der Kapitalrentensteuer- Erklärungen für 1900/1901. Nach Art. 14 des Gesetzes, die Kapitalrentensteuer betreffend, vom 10. Juli 1895, welches für 1900/1901 noch in Kraft bleibt, erfolgt die Heranziehung zu dieser Steuer auf Grund einer Erklärung, welcher jeder nach den einschlägigen Bestimmungen Steuerpflichtige über den Jahresbetrag seiner Zinsen, sowie der etwa zum Abzug geeigneten Lasten bei der hierzu berufenen Veranlagungskommission schriftlich abzugeben hat. Zu diesen Erklärungen ist das von Großh. Ministerium der Finanzen festgesetzte Formular zu verwenden und sind dieselben, je nach Wahl der Steuerpflichtigen, offen oder verschlossen in den Gemeinden des Kreises Gießen, soweit sie gehören: 1. zu den Landgemeinden der Steuerkommissanate Gießen, Grünberg, Hungen, Nidda— soweit solches nicht bereits geschehen ist, bis zum 30. September d. I., 2. zur Stadt Gießen in der Zeit vom 15.Oktober bis Ende November d. I., ohne daß der Pflichtige deshalb eine besondere Aufforderung abzuwarten hat, bei der Bürgermeisterei des Wohnorts oder auch direkt bei dem betreffenden Steuerkommissariat abzuliefern. Von der Verpflichtung zur Steuererklärung sind nach Art. 15 des Gesetzes, insofern nicht im einzelnen Fall be- ondere Aufforderung der Beranlagungskommission ergeht, liejenigen Steuerpflichtigen entbunden, welche im unmittelbar vorausgegangenen Steuerjahr bereits zur Kapitalrentensteuer zugezogen waren, auch inzwischen ihren Wohnsitz nicht gewechselt und keine den Betrag von 100 Mk. jährlich erreichende Einkommens-Verbesserung aus Kapitalzinsen erlangt haben. Inhaltlich des Art. 16 des genannten Gesetzes haben die Kapitalrentensteuer-Erklärung abzugeben: 1. für minderjährige, vermißte oder unter Vormundschaft gestellte Personen deren gesetzliche Vertreter; 2. für moralische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, Genossenschaften, Gantmassen, Erbmassen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, die bestellten Vorstände oder Verwalter; 3. in allen anderen Fällen der Steuerpflichtige selbst, und zwar hinsichtlich des gesamten Zinsenbezugs, welcher, sei es aus eigenem Vermögen oder aus dem Vermögen seiner nicht selbständig zur Kapitalrentensteuer gezogenen Angehörigen, ihm in Steueransatz zu kommen hat. Unter Bezugnahme auf die obigen Bestimmungen richten wir an die hiernach zur Einreichung von Kapitalrentensteuer- Erklärungen verpflichteten Bewohner unserer Bezirke hiermit die Aufforderung, ihre Erklärungen unfehlbar bis zu den angegebenen Terminen an die betreffenden Bürgermeistereien oder direkt an uns gelangen zu lassen. Die bei den Bürgermeistereien einlaufenden Steuererklärungen werden, und zwar insoweit verschlossen, uneröffnet, an die Vorsitzenden der betreffenden Veranlagungskommissionen übersendet werden. Das Formular zu den Kapitalrentensteuer-Erklärungen, welchem ein Auszug aus dem Gesetz und eine bezügliche nähere Anweisung beigefügt ist, hat der Steuerpflichtige von der Bürgermeisterei des Wohnorts zu beziehen. Gießen, den 23. August 1899. Für die Steuerkommissariate Gießen: Bähr. Grünberg: Müller. Hungen: Snell. Nidda: Schmitt. Prozeß Dreyfus. Neunes, 23. August. Labori wohnt auch heute wieder den Verhandlungen des Kriegsgerichtes bei. Dreyfus lächelt ihm zu, als er seiner ansichtig wird. Der erste Zeuge ist der General- Kontroleur der Armee Le Roy. Er bekundet, Dreyfus habe mit fremden Militär-Attaches, die in das dritte Bureau des Generalstabes gekommen seien, gesprochen. Seine indiskrete Haltung habe sich sehr von der schweigsamen seiner Kollegen unterschieden. Zeuge, Kommandant Dervieux sagt aus, Dreyfus habe mit ihm von seinen Finanzverhältnissen gesprochen, ferner vom Elsaß und von der Grenze und mit derselben sehr gut Bescheid gewußt. Er habe stets besser unterrichtet sein wollen, als die andern Ofsiziere. Dreyfus habe oft Zeit und Muße gehabt, die Papiere des Bureaus zu durchstöbern. Zeuge, Kapitän Duchatelet erzählt, Dreyfus habe ihn am Ende der Manöver 1894 einmal über die Postmappen des Generals Boisdeffre sowie über die fremden Militärattaches ausgefragt. Zeuge erzählt weiter, daß Dreyfus Beziehungen zu Damen der Halbwelt gehabt habe und auch dem Spiele huldigte. Dreyfus bemerkt, das vom Zeugen angeführte Gespräch habe nicht im Juli, sondern im August stattgefunden. Er sei am Sonntag vorher zum erstenmale beauftragt worden, den Inhalt des Briefkoffers zum General Boisdeffre zu bringen. Zum Spiele habe er, Dreyfus den Zeugen Duchatelet niemals aufgefordert. Zeuge Dubreuil, ehemaliger Richter, jetzt Hausbesitzer erzählt ausführlich, auf welche Weise er in den 80er Jahren das Ehepaar Bodson, bei welchem der damalige Leutnant Dreyfus verkehrte, kennen gelernt habe. Im Jahre 1886 habe er bei Bodson einem Diner beigewohnt, an dem auch Dreyfus und ein Ausländer, der als Attache der deutschen Botschaft vorgestellt worden sei, teilgenommen. Er, Zeuge, sei verblüfft gewesen, über den Grad der Vertraulichkeit, der zwischen Dreyfus und dem Attache herrschte. Den Namen des Attachö wisse er nicht mehr. Well er die Deutschen nicht liebe, habe Zeuge seine Besuche bei Bodson eingestellt. Dies habe er auch einmal Herrn Bodson mit- geteilt, welcher darauf erwiderte, ich teile Ihre Gefühle, die Fremden sind nicht meine Freunde, sondern die meiner Frau. (Große Heiterkeit, in welche auch die Richter ein* stimmen.) Bodson habe weiter gesagt, er habe alle mög- ichen Beweise, mit deren Hilfe er Dreyfus aus dem Heere wegjagen lassen könnte. Zeuge habe darauf erwidert, wenn man jeden Offizier aus dem Heere verjagen würde, der das Weib seines Nächsten genommen hätte — Bodson habe ihn lebhaft unterbrochen: Er sei nicht eifersüchtig, er lebe nicht mehr mit seiner Frau zusammen, er gebe ihr viel Geld, aber sie sei unersättlich, er könne Dreyfus aus ganz anderen Gründen wegjagen lassen. Dreyfus sei unwürdig, die französische Uniform zu tragen. Vom Verteidiger Demange gefragt, ob er nicht wegen eines Pferdegeschäftes verurteilt worden sei, antwortet Zeuge Dubreuil, an erster Stelle habe er die Streitsache gewonnen und an der Berufungsstelle habe er sie verloren. Demange verlangt vom Zeugen den Wortlaut des Urteils zu hören. Dubreuil schweigt. Labori bringt alsdann die Bitte vor, bei dem Staatsanwalt in Mans Erkundigungen über den Zeugen einziehen zu lassen. Regierungskommiffar Carriöre findet diesen Antrag seltsam. Labori fragt den Zeugen nach dem Namen des Attaches. Dubreuil bleibt dabei, denselben'nicht zu wissen. Er wisse auch nicht, ob es ein Militär-Attach« gewesen sei. Dreyfus erklärt, er bedauere, daß hier von Beziehungen gesprochen worden sei, die vor seiner Verheiratung bestanden hätten. Seine Beziehungen zur Madame Bodson hätten 1886 aufgehört. Er habe niemals bei Madame Bodson diniert und er sei niemals dort mit einem fremden Attachö zusammen gewesen. Die vom Zeugen gebrachten Geschichten seien Klatschgeschichten. Er verlange Thatsachen und Beweise. Regierungs-Kommissar Carriöre wirft nunmehr Labori in wütendem Tone vor, von einem Auftrage gesprochen zu haben. Diesen Auftrag werde der Regierungs-Kommissar nicht übernehmen. Labori entgegnet, er habe das Ersuchen an den Vertreter der Anklage gerichtet, Erkundigungen über den sehr ehrenwerten Herrn Dubreuil einzuziehen. Der Herr Kommissar scheine aber nicht zu wissen, daß Staatsanwaltschaften Auskünfte immer von der Staatsanwaltschaft einfordern. Das sei der Dienstweg, den einzuschlagen bedeute keinen Mangel an Achtung. Zeuge Dubreuil bittet nunmehr selbst um Einholung der Auskünfte. Präsident Jouaust nickt. Zeuge Kapitän Bälden macht unwesentliche Aussagen über die Besuche, die Advokat Leblois Piquart im Bureau gemacht hat. Zeuge Hauptmann Lerond gibt Einzelheiten über die ihm 1896 von Picquart aufgetragene Ueberwachung Esterhazys. Da dieselben von den Bekundungen Picquarts abweichen, verlangt Labori Gegenüberstellung, wogegen Präsident Jouaust erst protestiert, schließlich aber auf Bestehen Laboris einwilligt. Die Gegenüberstellung erfolgt. In derselben erringt Zeuge Lerond durch seine Stellung als Kampfhahn gegenüber Picquart einen Heiterkeitserfolg. Nunmehr werden die Aussagen Esterhazys verlesen, da dieser selbst nicht erschienen ist. Während der Verlesung verlassen viele militärische Zeugen den Saal. Es tritt jetzt eine Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Sitzung verliest der Gerichtsschreiber die Briefe Esterhazys an Felix Faure, worin er seine großen Verdienste um Frankreich herausstreicht. Hierauf wird der vixi-Aufsatz verlesen, welches in dem Augenblick geschieht, als Matthieu Dreyfus öffentlich Esterhazy als Verfasser des Begleitschreibens bezeichnete. General Gonse verlangt hierauf das Wort. Er bemerkt, wenn Esterhazy behaupte, er sei der Mann des Generalstabes gewesen, so sei das nicht wahr. Bestreiten müsse er auch, daß er während der Enquete des Generals Pellieux bei diesem für Esterhazy interveniert habe. Ebenso falsch sei die Behauptung Esterhazys, Gonse habe mit Esterhazys Verteidiger, Tezenas im Zola-Prozeß gesprochen. Später gibt General Gonse aber zu, Tezenas aufgesucht zu haben. Nachdem noch Gonse weiter zugegeben, daß er dem Vorschläge DupatyS zugestimmt habe, einen anonymen Brief an den Präsidenten der Republik zu schreiben, fragt Labori den General, was er vorbringen könne, um das Verhalten Dreyfus zu entschuldigen, welcher die vertraulichen Kenntniffe, über die er verfügte, dazu benutzte, um einen des Hochverrats angeklagten Offizier zu warnen. Uebernehme General Gonse dafür die Verantwortung? General Gonse bezeichnet in seiner Erwiderung Dupaty als einen Leidenschaftsmenschen. Labori fragt weiter: Hat General Gonse nicht einer Konferenz mit Henry, Dupaty und Lauth beigewohnt, worin über Esterhazy beraten wurde. General Gonse antwortet, man spricht immer von einer Konferenz. Es hat nie eine Konferenz gegeben. Bezüglich des anonymen Briefes an den Präsidenten der Republik erklärt Gonse nochmals, daß er dafür die übernehme, labori fragt: Heißt es nicht ^Militär-Justiz täuschen, wenn man durch zweideutige verdächtige Mitte den Angeklagten Niederdrücke. Wir sind hier am Knotenpunkte der Affaire. Wir wollen die beiderseitige Verantwortung feststellen. Wir wollen dem Kriegsgericht zeigen, unter welchen Verhältnissen der Freispruch Esterhazys erfolgte. Ich frage den General Gonse, ob er den Ursprung des vixi-Artikels kennt. Wer lieferte das Material? War es Henry? Gonse antwortet, er wisie es nicht. Nunmehr ergreift General Boisdeffre das Wort. Er protestiert kurz gegen die Behauptung Esterhazys. Nun wird die Aussage der Madame Pays verlesen. Der nächste Zeuge ist der General Lebeli de Dionne. Er sagt aus, weshalb er Drey- fus schlechte Noten gegeben hat. Nachdem noch Zeuge Lanquetz bekundet, daß er Dreyfus in Brüssel getroffen habe, wird die Sitzung auf morgen vertagt. Deutsches Reich. Berlin, 23. August. Der heutige Kron rat im Neuen Palais bei Potsdam dauerte bis 1 Uhr nachmittags. Mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 1 Uhr 20 Min. trafen die Minister wieder auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhof ein. Ueber das Ergebnis der Beratungen wird strengstes Stillschweigen beobachtet. Die Entlassung des Gesamtministeriums ist offenbar nicht erfolgt, da Justizminister Schönstedt der heutigen Sitzung des Herrenhauses beigewohnt hat. Wie rin Berichterstatter meldet, gilt es in unterrichteten Kreisen als zutreffend, daß der Minister des Innern, Freiherr v. d. Recke, von seinem Amte zurücktreten wird. Es verlautet, daß als Nachfolger in erster Linie der Geheime Oberregierungsrat im Neichsamt des Innern, Landtagsabgeordneter Dr. Kelch in Betracht komme. — Die „Dtsch. Tagesztg." verzeichnet das Gerücht, daß auch Fürst Hohenlohe gegen eine Auflösung des Abgeordnetenhauses ist. Berlin, 23. August. Die „Akademischen Blätter" teilen mit, daß die „Vereine deutscher Studenten" die Errichtung einer Bismarcksäule auf dem Kyffhäuser beschlossen haben. Berlin, 23. August. In unterrichteten Kreisen hält man es für sicher, daß der Chef des Generalstabs der Armee, General der Kavallerie und Generaladjutant Graf v. Schlieffen, nach den diesjährigen großen Herbstmanövern aus seiner Stellung, die er seit dem 7. Februar 1891 inne hat, scheiden und als Nachfolger den kommandierenden General des Gardekorps, General der Infanterie v. Bock und Polach erhalten dürfte. Graf Alfred v. Schlieffen ist gegenwärtig 66*/, Jahre alt. General der Infanterie v. Bock und Polach ist seit dem 11. Dezember 1897 kommandierender General des Gardekorps, mit dessen Führung er bereits am 18. August desselben Jahres beauftragt worden war. Vorher war er zuletzt Kommandeur der 20. Division in Hannover. Im Jahre 1884 war er Chef des Stabes des 15. Armeekorps und 1873 Generalstabsoffizier beim Generalkommando des 8. Armeekorps. General v. Bock gilt für einen der tüchtigsten und befähigtsten Offiziere der Armee. — Nachdem die „Köln. Ztg." neulich mit dem Anschein amtlichen Auftrags erklärt hatte, eine deutsche Behörde habe mit Dreyfus nie etwas zu thun gehabt, diese Erklärung aber mit der schlecht angebrachten Behauptung vermischt hatte, Dreyfus sei sicher unschuldig, veröffentlicht jetzt der „Hamb. Korrespondent" eine vom Wolff'schen Bureau weiter verbreitete ähnliche Erklärung ohne die Leidenschaft einer Meinung über die mutmaßliche Wahrheit des französischen Prozesses, der uns durch eine unbesonnene Anteilnahme schon manches Steigen französischer Erbitterung zugezogen hat. Es heißt da: In denkbar offiziellster Form, von der aller Welt sichtbaren Tribüne des Reichstags aus hat die Reichsregierung durch ihren berufenen Vertreter sogar zweimal schon vor mehr als Jahr und Tag nachdrücklich erklärt, Deutschland habe mit dem Generalstabskapitän Dreyfus niemals auch nur das geringste zu thun gehabt. — Unter dem Verdacht der Spionage wurde am Montag in Pillau ein Franzose Namens Müller aus Paris verhaftet. Er wurde nach Königsberg gebracht und von Kriminalbeamten in Empfang genommen. Im Hotel wurden seine Sachen durchsucht; es wurde aber nichts Belastendes gefunden. Müller soll für ein Pariser Blatt reisen. — Bayerisches Parteiwesen. Für den kommenden bayerischen Landtag hat sich eine freie Vereinigung gebildet aus den 5 Konservativen Lutz, Nißler, Hufnagel, Soldner und Beckh, 3 niederbayerischen Bauernbündlern, ferner aus den mittelfränkischen Bauernbündlern Scharrer (Fürth, Hilpert, Deininger, Schönleben (Neustadt a. d. Aich), dem Halbliberalen Brandstätter (Ansbach), 2 unterfränkischen Bauernbündlern und dem schwäbischen Bauernbündler Dirr (Günzburg). Die beiden als Mitglieder des „Bundes der Landwirte" gewählten Pfälzer haben sich noch nicht entschlossen, ob sie der Fraktion beitreten oder nicht. Dagegen haben Dr. Ratzinger und Schub (Deggendorf) das Gesuch um Aufnahme in die freie Vereinigung gestellt. Ratzinger knüpft daran die Bedingung eines Sitzes im Finanzausschuß. Falls die letzten 4 Abgeordneten der Vereinigung noch beitreten, wird sie 20 Mann stark sein. Die niederbayerischen Bündler Dr. Güch und Röckl wurden zum Beitritt nicht eingeladen. Frankfurt a. M., 23. August. Die „Franks. Ztg." meldet aus New York: Die Demokraten in Nebraska unter Byrons Führung legen in ihrem Programm der Silberfrage dieser die gleiche Bedeutung bei wie diesem Trust, dem Imperialismus und der Allianz mit England, gegen welche sie protestieren. Frankfurt a. M., 23. August. Die „Franks. Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Der Fürst von Montenegro wird auf feiner Reise hierher von der Fürstin begleitet sein. Das Fürstenpaar, welches der Einladung des Sultans auf ausdrücklichen Wunsch des Zaren nachkommt, bleibt neun Tage in Konstantinopel. — Afrika. In einem soeben veröffentlichten Blaubuch über die Frage bezüglich der englischen Suzer äni- tät über Transvaal wird gezeigt, wie Transvaal in den letzten zwei Jahren wiederholt Anstrengungen machte, diese Frage aufs Tapet zu bringen, um die Ueberweisung an ein Schiedsgericht zu erlangen. Schließlich richtete Generalgouverneur Milner im Jahre 1899 ein Schreiben an Chamberlain, in welchem er ausführte, daß der von Transvaal eingenommene Standpunkt unhaltbar sei. Milner fügte hinzu, daß die Art und Weise, in welcher der Staatssekretär von Transvaal mit dem Vertrag von 1884 herumspiele, einen graben, ehrlichen Mann erbittern könne. Chamberlain stimmte in einem Schreiben vom 13. Juni mit Milner überein und erklärte, daß die englische Regierung nicht die Absicht habe, diese Frage weiter zu erörtern. — Die Regierung der Südafrikanischen Republik erhielt von dem Gouverneur von Laurenzo Marques eine Mitteilung in der Angelegenheit der Zurückhaltung von Waffen und Munition für Transvaal, in der es heißt, Portugal habe gewisse freundschaftliche Verpflichtungen gegenüber allen Nationen, mit denen es in Frieden stehe, darunter auch Transvaal. Die britische Regierung habe die Portugiesen auf dieThatsache aufmerksam gemacht, daß große Mengen Waffen und Munition, die nach Transvaal bestimmt waren, in letzter Zeit nach der Delagoa-Bai importiert worden seien und daß für diese Sendungen keine befriedigende Erklärung vorhanden zu sein schiene. Infolgedessen hätten die Portugiesen es für nötig gehalten, daß die in Art. 6 des Vertrages zwischen Portugal und Transvaal vorgesehenen Garantien gebührend berücksichtigt würden, wenngleich die Portugiesen nicht zweifelten, daß die Angelegenheit schließlich in befriedigender Weise geregelt werden würde. Die Regierung der Südafrikanischen Republik betrachtet diese Mitteilung des Gouverneurs von Laurenzo Marques als überaus unbestimmt gehalten. Ausland. Wien, 23. August. Eine Meldung der „Polit. Korr." aus Rom bezeichnet das Gerücht, daß die Reise Pellonx' nach Wien und Berlin bevorstehen und auf Beschleunigung der Erneuerung der Dreibundverträge abzielen solle, als absurde Erfindung. Saaz,23. August. Abends fanden Straßende mon- st r a t i o n e n statt, wobei die Fenster der Bezirkshauptmannschaft, der Gendarmeriekaserne, sowie der czechischen Schule eingeworfen wurden. Die Gendarmerie konnte nur mit großer Mühe die Ruhe wiederherstellen. Innsbruck, 23. August. Der Herausgeber des Witzblattes „Der Scherer", Habermann, der wegen Verbrennens des Hirtenbriefes des Brixer Fürstbischofs angeklagt war, wurde freigesprochen. Budapest, 23. August. In Beregsrakos ermordete der Grundbesitzer M i t i t a seinen Bruder, dessen Frau und zwei Kinder, sowie eine zweite Schwägerin, weil er sich bei einer Erbschaft benachteiligt glaubte. Der Mörder wurde verhaftet. Belgrad, 23. August. Der Prozeß wegen des Attentats auf König Milan wird am 30. d. Mts. beginnen. Paris, 23. August. Das Schwurgericht der Seine verurteilte heute eine ganze Anzahl Personen, welche sich am Sonntag an den Straßentumulten beteiligt hatten, zu 10 Tagen bis 4 Monaten Gefängnis und zu 10 bis 100 Francs Geldbuße. Paris, 23. August. Gusrin hat heute wieder das Dach seines Hauses mit Petroleum begossen. Man glaubt, daß er die Absicht hat, Feuer anzulegen, um dann in dem Tumult die Flucht zu ergreifen. In der Rue Chabrol hat heute eine Buchdruckerei das Geschäft geschlossen, weil ihre Einnahme in den letzten Tagen wegen der Absperrung nur 3 Francs betragen hatte. Paris, 23. August. Die Belagerung Guörins steht auf dem alten Flecke. Die Rue Chabrol blieb heute völlig ruhig. Paris, 23. August. Zu dem Doppelmord im Sudan teilen jetzt Pariser Blätter die offiziellen Berichte mit, die wir hier folgen lassen: Saint-Louis, 19. August 1899. Kolonieenministerium Paris. Ich erhalte von dem Präsidenten von Say nachstehendes Telegramm: Ich erfahre soeben, daß der Oberstleutnant Klobb und der Leutnant Meunier von dem Hauptmann Voulet bei Zinder in Damangar am 14. Juli ermordet worden sind. Von den Leuten des Gefolges wurden acht verwundet, neun getötet, zwei sind verschwunden; die Ueber- lebenden sind heute morgen in Kosso angelangt, das Gepäck ist verloren. Oberstleutnant Klobb ließ den Hauptmann Voulet, als er die Mission eingeholt hatte, sofort von seiner Ankunft benachrichtigen; Voulet erwiderte ihm, er werde ihn mit Flintenschüssen empfangen, wenn er noch weiter vormarschierte. Der Oberst ging trotzdem weiter und gab sich dem Hauptmann Voulet zu erkennen; dieser forderte ihn auf, stehen zu bleiben. Oberstleutnant Klobb antwortete, er müsse seine Pflicht erfüllen, gab aber die Versicherung ab, von feinen Begleitern nicht schießen zu lassen. Als er bis auf 150 Meter der Truppe des Hauptmanns Voulet sich genähert hatte, wurden drei Salven auf Befehl des Hauptmanns auf ihn abgegeben. Leutnant Meunier sank zuerst, von einer Kugel in die Hüfte getroffen, tot zu Boden; dec Oberleutnant wurde, nachdem er durch einen Schuß am Beine verwundet worden war, durch eine zweite Kugel, die ihn am Kopse traf, getötet. Darauf ließ der Hauptmann Voulet einen Sturmangriff mit dem Bajonnet unternehmen. Die Eskorte des Oberstleutnants Klobb schlug, da sie ihre beiden Führer getötet sah, unter der Führung eines eingeborenen Sergeanten den Rückweg ein, nachdem sie die Verwundeten aufgelesen hatte. Sie ist soeben in Cosso angelangt, wohin sie die Abschrift eines von Hauptmann Boulet an den Oberstleutnant Klobb gerichteten Schreibens mitbrachte; das Original desselben ist von dem Kommandanten der zweiten Brigade nach Dahome gesandt worden. Ich leite eine Untersuchung ein, deren Ergebnisse ich Ihnen so schnell wie möglich übermitteln werde. Gezeichnet: Bergös. Zweite Depesche aus Porto Novo, 14. August 1899. Oberpräsident von Hoch-Dahomey übersendet mir folgendes Telegramm: Perörö, 18. August. Hauptmann Le Sol sandte einen Eilboten an mich, den ich auf dem Wege traf, mit der Meldung, daß der Oberstleutnant Klobb, der Leutnant Meunier, sowie einige Soldaten und Träger auf Befehl des Hauptmanns Voulet getötet worden sind, der sich weigerte, den Befehl über die Expedition an den Oberstleutnant Klobb abzutreten. Der Hauptmann ließ dem Oberstleutnannt sagen, er verfüge über 600 Flinten, und er würde ihn als Feind behandeln, wenn er ihm näher käme. Der Oberstleutnant bemühte sich, von Voulet erkannt zu werden, aber es wurden drei Salven bei seinem Näherkommen abgegeben, die ihn und Leutnant Meunier nieder-- streckten. London, 23. August. In englischen Blättern verlautet einiges über die Stärke der Armee, die im Kriegsfälle gegen die Boeren aufgeboten werden würde. Es werden folgende Aufstellungen gemacht: Infanterie: 23 000 Mann, Kavallerie: 4000 Mann, Artillerie: 2800 Mann, Genietruppen : 1260 Mann. Dazu kommen 300 Leute als berittene Polizei. Die Hälfte der Infanterie liefert Indien, den Rest England und Malta. Ein kleiner Teil von Infanteristen ist bereits in Südafrika stationiert. Die Kavallerie würde ebenfalls zur Hälfte aus Indien kommen und die schnellen Pferde, die im Lande heimisch sind, mit sich nehmen. Im Ganzen würden 10 000 Pferde zusammenkommen. Fourage für sechs Monate liefert England. Das ganze Heer würde int Marsch eine Linie von 25 Meilen Länge bilden. Die Niederlage der Engländer in dem kleinen Boerenkrieg im Jahre 1881 wird dem Mangel an geeignetem Kriegsmaterial, der geringen Anzahl von Pferden, die damals zur Verfügung standen, und der Abwesenheit der Kavallerie zugeschrieben. Serbien. Von dem Vorstand des Deutsch en Vereins in Belgrad geht der „Tägl. R." mit der Bitte um Veröffentlichung nachstehende Erklärung zu: „In jüngster Zeit sind in deutschen Zeitungen vielfach Nachrichten über die wirtschaftlichen und politischen Zustände in Serbien verbreitet worden, Nachrichten, die dazu angethan sind, die öffentliche Meinung in Deutschland irrezuleiten, dem Ansehen der deutschen Presse im Auslande zu schaden, und die auf- blühenden wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Serbien zu beeinträchtigen. Mit Rücksicht hierauf hält es der Deutsche Verein in Belgrad, dessen ordentliche Mitglieder ausschließlich Reichsdeutsche sind, für seine Pflicht, mit Entrüstung gegen die unwahren und übertriebenen Schilderungen zu protestieren, die wider Serbien und fein Herrscherhaus im Wege von Schauerbroschüren oder Zeitungskorrespondenten in Umlauf gesetzt werden. Gleichzeitig richtet er sowohl im Interesse der Wahrheit, wie zur Förderung der guten Beziehungen Deutschlands zu einem Land, das gerade in den letzten Jahren vielseitige Fortschritte in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht zu verzeichnen hat, an die gesamte deutsche Presse die Aufforderung, derartigen, zumeist aus persönlichen Motiven lancierten Ausstreuungen in Zukunft jede Aufnahme zu verweigern ober sich über deren Richtigkeit vorher bei den in Serbien ansässigen, vollständig unabhängigen und unparteiischen Reichsdeutschen zu erkundigen." Diese Erklärung richtet sich besonders gegen das Pamphlet eines Herrn A. v. Sydakow, der auf diesem Gebiete schon mehr geleistet hat, dessen Schilderungen aber von einer Anzahl deutscher Blätter in Treue und Glauben ab- gedruckt wurden.___________________________________________ Kolmles und UrovinMes. Gießen, den 24. August 1899. * * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 23. August den Steuerkommissariatsassistenten bei dem Steuerkommissariat Darmstadt I, Christian Braun zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. September l. Js. an, zum Steuerkommissär des Steuerkommissariats Ober-Ingelheim, den Steuerkontrolleur Negierungsassessor Georg Tag zu Worms zum Steuer- kommissariatsassistenten bei dem Steuerkommissariat Mainz I, sowie den Steuerkontrolleur Regierungsassessor Otto Müller zu Darmstadt zum Steuerkommissariatsassistenten bei dem Steuerkommissariat Darmstadt I, mit Wirkung vom 1. September l. Js. an, und den Revisionskontrolleur Wilhelm Ahlheim zu Worms zum Hauptsteueramtskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Bingen zu ernennen. * * Bestätigung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog habenAllergnädigst geruht, am 19. August der durch die Stadtverordneten-Versammlung zu Offenbach erfolgten Wahl des Baurats Friedrich Raupp daselbst zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach, mit Wirkung vom 1. August d. I. an, die Bestätigung zu erteilen. * * Ernannt wurde am 19. August der Gerichtsvollzieher- Aspirant Bezirksfeldwebel Friedrich Fath in Offenbach zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Hungen mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an. OrdensVerleihungen. Dem „Mainzer Tageblattzufolge verlieh Seine Majestät der Kaiser folgende Ordensauszeichnungen: Dem Gouverneur von Mainz v. Collas den Roten Adler 1. Klasse, Generalmajor v. Buddenbrock den Roten Adler 2. Klasse, Generalleutnant Schilling von Cannstatt den Stern zum Roten Adler 2. Kl., Oberleutnant Görn vom Garde- Dragoner-Regiment Nr. 23 den Kronenorden 4. Klasse, Gras v. Hertzberg vom Infanterie-Regiment Nr. 116 den Roten Adlerorden 4. Klasse, Oberleutnant v. Westerweller vom Garde-Dragoner-Regiment Nr. 23, Ober-- 6193 6208 62091 Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 24. August. Die Geschäfts-Ordnungs- Kommission des H-errenhauses hat Strafanzeige gegen den „Vorwärts" wegen Beleidigung des Hauses, begangen durch die satyrische Schilderung der Herrenhaus- Sitzung über die Zuchthaus-Vorlage zu stellen beschlossen. Berlin, 24. August. Angesichts der sich mehrenden Pestfälle in Oporto hat im Ministerium des Innern eine Sitzung unter Teilnahme von Fachmännern zur Beratung etwaiger gegen die Einschleppung der Seuche nach Deutschleutnant Fälsche vom Infanterie-Regiment Nr. 117, i Leutnant Bartsch vom Infanterie-Regiment Nr. 116 den | Kronenorden 4. Klasse. Während des Gabelfrühstücks überreichte der Kaiser persönlich dem Oberhofmarschall v. Wester- weller den Roten Adlerorden 1. Klasse. •• Die 116t unternahmen gestern von Mainz aus einen Ausflug nach dem Niederwald. *• Erinnerungstafel. Nachdem in einem Kreise von Goethe-Freunden die Mittel für die Anbringung einer Erinnerungstafel an den Gießener Rechtslehrer und Freund Goethe'S, Prof. Jul. Hoepfner (1743—1797), an dessen früherem Wohnhause in der Sonnenstraße aufgebracht worden sind, wird die Enthüllung der Tafel (ohne weitere Feierlichkeit, da sich solche während der Universitätsferien verboten) am nächsten Montag dem 28. August, dem I 150. Geburtslage Goethe's, erfolgen. ** Kuustnotiz. Wie wir aus dem „Echo vom Gebirge" (Fachblatt für Zitherspiel) entnehmen, wird Herr Zitherlehrer Adolf Arnold aus Gießen gelegentlich der vom 26.-28. August in Straubing stattfindenden 17. Hauptversammlung des Süddeutschen Zitherbundes sowohl am | Empfangsabend, wie bei dem Hauptkonzert als Solist auf- I treten. Wir wünschen dem strebsamen Künstler ebenso große I Erfolge wie im Vorjahre in Aschaffenburg. ** Radsport. Das Herbstrennen auf dem schönen Sportplätze in Gießen an der Hardt findet am Sonntag I dem 17. September statt, und die Ausschreibungen dafür werden in aller Kürze zur Versendung gelangen. Die Ver- I anstaltung erfolgt wieder gemeinschaftlich durch das „Kura- I torium der Rennbahn Gießen und die „Wanderer, Gießener I Radfahr - Gesellschaft"; Anmeldungen oder Anfragen werden schon jetzt durch Herrn Wilhelm Homberg er, I Seltersweg 52, entgegengenommen. Zum erstenmal wird I dabei auch der von der Stadt Gießen gestiftete prachtvolle I Wanderpreis (Wert 200 Mk.) ausgefahren werden, und zwar durch ein Mannschaftsrennen, offen für alle Bundesvereine. Die näheren Bestimmungen werden aus der Ausschreibung ersichtlich sein, und wir wollen heute nur kurz darauf Hinweisen, daß diese Ehrengabe auf ein Jahr in den Besitz des siegenden Vereins übergehen wird, während die Sieger selbst Medaillen erhalten sollen. Bei Rückgabe dieses Stadtpreises im folgenden Jahre erhält der betr. Verein als Erinnerung einen Nebenpreis mit Gravierung, auch kann er sich an der dann stattfindenden neuen Konkurrenz | wieder beteiligen. Den Fahrern aller Vereine, die in diesem Mannschaftsfahren starten, wird in einem besonderen Rennen, das nur für sie offen ist, Gelegenheit geboten, außer den oben erwähnten Medaillen auch noch drei Ehrenpreise zu gewinnen. Auf diese Weise wird gleichzeitig den Bundesvereinen, wie auch den Fahrern selbst Rechnung getragen, und es steht zu erwarten, daß diese neuartige Veranstaltung für die Rennbahn, die unseres Wissens in diesen Tagen zum überhaupt erstenmal in Berlin-Halensee mit bestem Erfolge zum Austrag gekommen ist, auch hier lebhaften Anklang findet, und insbesondere zahlreiche Vereine des Gauverbandes 9 zum friedlichen Wettstreit auf unserm schönen Sportplätze zusammenführen wird. Mainz, 23. August. Unter Vorantritt der Regimentskapelle wurde gestern abend vom Garnisonlazarett aus die Leiche des Gefreiten B lud ar von der 1. Batterie des Nass. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 27 an den Centralbahnhof verbracht, um in die Heimat nach St. Johann überführt zu werden. Der Verstorbene hat vorher lange Zeit schwer krank im Lazarett gelegen, und sein Hinscheiden gab Veranlassung zu dem Gerücht, daß ein 27er bei dem Gefecht vor dem Kaiser auf.dem Großen Sande durch einen Holzkeil tötlich verwundet worden und seinen Verletzungen erlegen sei. — Die preußische und hessische Eisenbahnbetriebs-Gemein- schäft hat auch in dem abgelaufenen Monat Juli einen guten Rechnungs-Abschluß gemacht. Es betrugen die Einnahmen 136 557 000 Mk. gegen 129 968 000 Mk. in dem gleichen Monat des Vorjahres. Es belaufen sich die Mehr- Einnahmen aus dem Güter-Verkehr auf rund 2 680000 Mk., aus dem Personen-Verkehr auf 1 720000 Mk., während der Rest auf andere Einnahmen entfällt. Mit dem 1. April d. I. haben sich die Mehr-Einnahmen auf diesen Bahnlinien auf rund 34000000 Mk. belaufen. Die Betriebslänge dieser Bahn beläuft sich gegenwärtig auf rund 30000 Kilometer, gegen das Vorjahr etwa 560 Kilometer mehr. Verkehr, Km-- und Volkswirtschaft. Limburg, 23. Ang. Frachtmarkt. Roter Wetzen, neuer, Mk. 13,45, weißer Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 0,00, Hafer, alter, Mk. 7.50. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheifeuproduktto« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im, MomU ^ult 1899 auf 685 434 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeletsen 141370 Tonnen, Bessemerroheisen 39 847 Tonnen, Thomasroheisen 381378 Tonnen und Gießereiroheisen 122839 Tonnen. Dt- Produktion im Juni 1899 betrug bSSllb Tonnm im Juli 1898 620584 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. Juli 1899 wurden produziert 4 685 858 Tonnen gegen 4 219 325 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.__ Bekanntmachung, betreffend: Die göber’fdje Stiftung. Au- obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mark jährlich an einen in Gießen geborenen, verwitweten Handwerker zu vergeben, welcher einen guten Ruf besitzt, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt hat und wahrhaft dürftig fein muß. Anmeldungen werden von heute an biunerr 14 Tagen auf dem Düngerversteigerung im Schtachthof. Samstag de» 26. August, vormittags 11 Uhr, soll in dem hiesigen Schlachthof der Dünger au« beiden Gruben öffentlich meist- bietend versteigert werden. land zu ergreifenden Maßnahmen stattgefunden. Die gewöhnlichen Quarantäne-Einrichtungen wurden einstweilen für ausreichend erachtet. Berlin, 24. August. Zur inneren Lage schreibt die „National-Ztg." Ueber die Verhandlungen des gestrigen Kronrates wird in den amtlichen Kreisen Stillschweigen beobachtet. Dennoch sind Anzeichen für die Beurteilung der politischen Lage vorhanden, nach denen wir annehmen, daß eine Auflösung des Abgeordnetenhauses zunächst wahrscheinlich nicht erfolgen wird, eine endgiltige Entscheidung hierüber jedoch nicht getroffen ist. Möglicherweise wird diese von dem Verhalten der Konservativen im Lande angesichts der Maßregeln abhängig gemacht, durch welche die erwartete Ankündigung von einer Aenderung der inneren Politik und der Stellung der Krone zu ihnen verwirklicht werden soll. An diesen Erklärungen wird festgehalten. Es steht fest, daß Fürst Hohenlohe im Amte bleibt, ebenso sicher scheint aber auch zu sein, daß Herr von Miquel nicht zurücktritt. Worin darnach die Aenderung der inneren Politik noch bestehen soll, ist schwerlich zu erraten. Allerdings scheint ein energisches Vorgehen gegen diejenigen politischen Beamten, auf welche nach ihrem Verhalten von der Regierung nicht gerechnet werden kann, beabsichtigt zu sein. Im Zusammenhänge damit dürfte die Ersetzung des Ministeriums des Innern, von der Recke, durch eine energische Persönlichkeit bevorstehen. Wir halten auch nicht für ausgeschlossen, daß in dem einen oder anderen Ressort, das an der Kanal-Angelegenheit nicht direkt beteiligt ist, eine Aenderung eintritt, wenn auch nicht gerade in den nächsten Tagen. Vermutlich wird die Thronrede zum Schluffe des Landtages die Wiedereinbringung d e r K a n a l - V o r l a g e für die nächste Session ankündigen. Dem „Lokal Anzeiger" zufolge besteht das auf seine Richtigkeit zur Zeit noch unkontrollierbare Gerücht, die Beratungen des Kronrates sollen heute fortgesetzt werden. Das „Kleine Journal" will wissen, daß weder das Abgeordnetenhaus aufgelöst werde, noch ein sofortiger Minister- j wechsel bevorstehe. Herr von Miquel werde vorläufig die I Geschäfte weiter führen und erst nach Klärung der inneren politischen Situation, voraussichtlich im kommenden Herbst sein Amt niederlegen. Köln, 24. August. Die „Köln. Ztg." schreibt zu dem Stillschweigen, welches über den Verlauf der Sitzung des gestrigen Kronrates beobachtet wird: Wenn man aus dieser amtlichen Geheimhaltung einen Schluß ziehen kann, so ist es wohl höchstens der, daß der Kronrat keine endgültige Arbeit gemacht hat, sondern, daß noch Ergänzungen bevorstehen, vor deren Erledigung man nicht an eine Veröffentlichung herantreten will. Man wird sich also noch in der Kunst des Wartens üben müssen, doch wird die Regierung schon in ihrem eigenen Interesse die Zeit der Ungewißheit nicht allzulange ausdehnen, damit nicht unbeglaubigte Gerüchte auftauchen und die ohnehin nicht sonderlich klare Lage noch ver- I worrener wird. Rom, 24. August. Das nächste päpstliche Kon- I sistorium ist für November anberaumt worden. Paris, 24. August. Wie ein hiesiges Blatt versichert, werde Frey ein et vor das Kriegsgericht als Zeuge geladen. Andere Blätter dagegen behaupten, Freycinet werde sich mit einer schriftlichen Erklärung begnügen, in welcher er kategorisch in Abrede stellen wird, Kenntnis davon gehabt zu haben, daß große Summen aus Deutschland und England in die Kassen der Revisionisten geflossen find. Paris, 24. August. Die militärische und polizeiliche Absperrung der Rue Chabrol dauert fort. Ansammlungen und Einschmuggelung von Lebensmitteln werden nicht geduldet. Ebenso erhielt Dr. Lorenzi keine Erlaubnis mehr I zu Besuchen der Eingesperrten. Heute wollen sich 2000 Markthallenweiber nach der Rue Chabrol begeben, um I Guerin Lebensmittel zu bringen. . Rennes, 24. August. Man nimmt an, daß der heutige Tag besonders wichtig sein werde. Aus Anlaß der Vernehmung des Kolonel Maurel erwartet man ein scharfes Vorgehen Laboris gegen Mercier. Zugleich dürfte bei der I Vernehmung des Generals Risbourg die Geständnis-Affaire I gründlich erörtert werden. Bureau des Armenamts entgegengenommen. Gießen, den 23. August 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Verdingung. Die zur Anlage eines neuen Fried- Hofes am Rodberg erforderlichen Erd- und Planierarbeiten — 12169 cbm Grundabtrag und Herstellung von 360 Stück Baum- gruben — sollen Dienstag den 12. September d. JL, vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Beding- ungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. die Dampfmaschine zu dem universellen Werkzeug geworden ist, wie sie heute dasteht. Die ältesten, von Watt konstruierten Dampfmaschinen waren stehende, wie sie z. B. zum Heben von Lasten und zur Arbeitsleistung in der Spinnerei und Weberei benutzt werden. Er wurde am 19. Januar 1736 zu Greenock geboren. Gießen, den 24. August 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Aus der Zeit für die Zett. Vor 80 Jahren, am 25. August 1819, starb zu Heath- field James Watt, durch dessen Scharfsinn und Ausdauer Gießen, den 23. August 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff.___________ Mce-K-chschule. Z>er neue Koch-Kursus öeginnt am 11. September. Anmeldungen werden in der Schule von Fräulein Renner angenommen. 6194 WYRRHOUN-SE1FE unübertroffen xur '*5aut- und Schönheitspflege. <3*ls beste ^inder&eife ärztlich empfohlen. Kleber all, auch in den (3*potheXen, erhältlich. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Witwe zu Gießen sind am 2. Oktober die diesjährigen Zinsen an hiesige bedürftige, unbescholtene, im Witwenstande lebende Bürger und Witwen von Bürgern zu Der^ne*Ibungen können bis zum 10. September auf dem Armenamt erfolgen. ich »4 Ms. 1899. » i?!l «it fol, b0° tJItnten, «>, 11 Mmmtt nieder- 1 «Blautet ' ?le.lm Kriegsfälle toürbe. tzz werden Leute als be- !,terie liefert Indien, kleiner Teil von > stationiert. Die 8a- aus Indien kommen >e heimisch sind, mit Pferde zusammen- lefert England. Das 'inie von 25 Meilen länder in dem kleinen n Mangel an geeig- 'nzahl von Pferden, wb der Abwesenheit Deutschen Ver- l. R." mit der Bitte Mg zu: „In jilngster ach Nachrichten über stände in Serbien ver- u angethan sind, die gleiten, dem Ansehen schaden, und die auf- en Deutschlands zu ksicht hierauf hält es ordentliche Mitglieder seine Pflicht, mit Ent- btrtriebenen ‘Stylte ’n und sein Herrscheroder ZeitungSlorre- it zur Förderung der nem Land, das gerade Witte in kultureller ichnen hat, an die ge- lg, derartigen, zumeist Ausstreuungen in > oder sich über deren ansässigen, vollständig chsdeutschen zu erkun- besonders gegen das ro, der aus diesem Ge- Zchilderungen aber von reue und Glauben ab- Gießen, 23. August 1899. Das Stadtbauamt. I. V. . Gerbel. 6205 24. August 1899. iit PH«' d-- ®toh; am 23. 'm ®t®t,0?Ä9 lanuftM «K.® ’S Puerto* rfonwll“*1“ «naller aÄ?ten bei dem atsasstsMlen ° SS— zu Ölst" uD| inv UPP .blÄ »irW »***" , Wil«*1' folg«!61 [(t 2- i“” »alt w m W* a@»rn * ,1* gtoitetio,?e®nl jit. «n-E- E LriFutno111 # Vermischtes. * Fulda, 23. August. Die Schlußandacht der Bischofskonferenz fand heute Abend 6 Uhr statt. Hierauf wurde anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens des Bonifazius- vereins eine Generalversammlung desselben unter Vorsitz des Frhrn. v. Wendt abgehalten, welcher auch 14 deutsche Bischöfe beiwohnten. Bischof Endert-Fulda hielt die Hauptrede. Die Jubiläumsfeierlichketten beginnen morgen. Cardinal- Fürstbischof Kopp zelebriert ein Pontifikalamt und spricht in öffentlicher Versammlung. Es folgt eine Prozession mit den Reliquien des heiligen Bonifacius, die von allen anwesenden Kirchenfürsten begleitet werden. Köln. Ztg. I * Die 12. Generalversammlung des Zentral- Verbandes deutscher Kaufleute beschäftigte sich in ihrem ersten Verhandlungtage mit dem Gesetzentwurf betr. die Warenhaussteuer und einem Anträge des Altonaer Detaillistenvereins von 1872 auf Einführung einer Umsatzsteuer für die Großbazare, Filialgeschäfte der Konsum- und Genossenschaftsvereine, insbesondere aber des Warenhauses für Offiziere und Beamte und der Beamten-Konsumvereine. Nach sehr lebhafter Debatte wurde folgende Resolution angenommen : 1) Die u. s. w. Versammlung erblickt in dem immer weiter um sich greifenden Konsumvereinswesen eine große, die allgemeine wirtschaftliche Lage des Handels- und gewerbetreibenden Mittelstandes schwer schädigende Gefahr und beschließt die Staatsregierung zu ersuchen, daß das Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften derart abgeändert werde, daß a. die Konsumvereine in eigenem Betriebe hergestellte Erzeugnisse oder Produkte einer Produktionsgenossenschaft an Nichtmitglieder des Verbandes nicht verkaufen dürfen; b. daß die Konsumvereine resp. solche Vereinigungen, deren wesentlich geschäftlicher Zweck es ist, ihren Mitgliedern beim Bezüge von Waren Vorteile zu verschaffen, zur Zahlung einer wirklichen Umsatzsteuer herangezogen werden; c. daß die Heranziehung derjenigen Konsumvereine, die sich bisher der Einkommensteuer entzogen haben, zu dieser Steuer für die Zeit nach Einführung der Bestimmungen des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches über die Vereine in die Wege geleitet werde. 2) Die Versammlung beschließt, die königliche Staatsregierung zu ersuchen, der Landesvertretung baldmöglichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Warenhäuser, Bazare, Offizier- und Veamtenvereme u. s. w. in Berücksichtigung der Anzahl der Branchen sowie des Umsatzes einer progressiven Umsatzsteuer, sowie Konsumvereine, Filialgeschäfte Rabattsparvereine u. s. w. mit einer glatten progressiven Umsatzsteuer belegt. Temperatur der Lahn und Lnst nach Reaumur gemessen am 24. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag-: Wasser 15°, Lust 15°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Keine Küche ohneScheuerin, 1180 cbm 2160 cbm 370 Stahl. 6202 per Oktober zu vermieten. 6187 6150 kg IV. Lteiuhauerarbeiteu V. Cement-, Beton- und Ter 6195 120 qm 255 VI. Grob Schlosserarbeit. Aahnhofstraße 59. Jefcpyo« 66. Pa. neue Vollheringe 2900 kg 1300 wozu ergebens) cinladen die Wirthe: zwei Stück 13 Pfg., 6140 L. Stelnmüller. 02948 25 cbm 89 520 lf.rn 3700 VIII. Speuglerarbeiten. kann, 6158 Aepfelwein, per Vi Flasche 28 Pfg. einschließlich Flasche. 0054 Stück 9 IX. Dachdeckerarbeiten. Fritz Schulz jun., 770 qm Stück 14 Hammstratze 14 02957 uns mit 6125 6206 ReMtiee t. v«rkh«rtzt. — Brnd ec» *»rie@ kr Brü^l'lchen und 6tth*brgen) in Wef«e. 2260 265 130 360 225 246 470 200 160 22 294 270 21 820 180 130 270 172 87 16 Schenerin darf nirgends fehlen! Lungsteinarbeiten Granitstufen qm ff Stücken von Ferd. Kreiling, zum Treppchen Ferd. 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Die Angebote sind bis zu gleichem Termin bei Großh. Bürgermeisterei Houfcn etnzureichen. Gießen, den 21. August 1899. Der Großh. Kreisbauinspektor. einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. Gießen, 23. August 1899. Das Stadtbauamt. __________I. V.: G e r b e l. lf. m H Stück in L 10 H Vergebung von Kauarbeiten. Die zur Reparatur des Pfarrhauses in Hausen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen und zwar: veranschlagt zu Der Provinzial-Ausschuß. Dr. W. Oncken. Dachkonstruklions- hölzerausEichen- holz Balken und Dach, verbandhölzer aus Tannenholz Dachhölzer aus Eichenholz zu bearbeiten DeSgl. Balkenlager und Dachhölzer aus Tannenholz In Giessen vorrätig bei: Emil Bender, Adolf Geisse, Ph. Herrmann, P. Jos. Mobs, H. F. Nassauer, Otto Schaaf, A. & G. Wallenfels, Gust. Walter. 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Die verehrlicken Einwohner von Gießen werden ergebens! darauf aufmerksam gemacht, daß eine Liste zum Einzeichnen als Mitglied des Deutschen Flotten-Bereins m Umlauf gesetzt ist. Der Liste sind Drucksachen beigefügt, aus welchen der Zweck und die Aufgaben des Deutschen Flotten-Bereins ersichtlich sind. Mitglied des Deutschen Flotten-Bereins kann jeder zu Kaiser und Reich stehende, großjährige, deutsche Reichsangehörige werden, welcher sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet und dispositionsfähig ist. Der Jahresbeitrag ist dem Belieben der Mitglieder anheimgestellt, muß jedoch mindestens 50 Pfg. betragen. Die Mitglieder des Deutschen Flotten-Bereins erhalten allmonatlich ttttenf- geklttch die reichillustrierten Mitieilungen des Vereins zugefandt, wie solche zur Ansicht der Liste beigefügt sind. Zur Förderung dieses patriotischen und nationalen Unternehmens wird um recht rege Beteiligung ergebenst gebeten. 02955] Eine tüchtige Frau, welche un- abhäng. ist, sucht AuShilfsst. 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