1800 Dienstag den 25. April Htetotvcm, fjpebition und Druckerei: K4»lstr«ze Vr. 7. werde« xi Anzeiger w-che«t viermal kigritgt. Adresie für Depeschen: Anzeiger chletze». Fernsprecher Nr. 51. sehe Desks) der W ^0 der Nährch retung zu netgtha Mßen unb M mg haben, Fatz jenen, die LeOi Besitz dtt nötigt leben brauchen, \ ieklame und quec: igenter Weise wis Postamt Siegle »en I" »achmilwg, M- d-, lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Utt. nis* C(*"e Feuilleton. Ktiver ßromwell. Der Lord-Protektor von England. Jim Gedächtnis seines 300. Geburtstags. 25. April, von Dr. Walter Göhring. (Nachdruck verboten.) ,ölvn der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt jein Harakterbild in der Geschichte" — oder vielmehr, es schlaft nicht mehr, denn Klio mit ihrem gerechten Griffel har: cklich das Bild des großen Feldherrn und Staats- ma.uvw von den Flecken gereinigt, mit welchen die Wut und bm: haß, seiner Feinde es bedeckt hatte. Jedes von ge- häs'.Dr Tendenz freie Geschichtswerk läßt jetzt den ausge« jet',£.ti ZLkzuqsprets uicrtrliäbrhd) 2 Mark 20 Pftz monatitd? 75 Psg. mit vringrUohn. vri Poftbkjug 2 Mark 50 Pf«. vierKljährlich »ehrlich RrjeA*^ uttsmann, kni. Heu« 5 Gelehrte'1 Sc« stellet, Besten ete. 4e für jedes Bure» « Zimmer Ki&ca kaiserstr. 37.__. einig« Prob» |( btt i> abend; j| lOttt 6«tt, B tag». —— ®ti liefen er als auf den ersten Blick scheinen wollte. In der konservativen Partei herrschen zwei Strörnrnungen in Bezug auf die Beurteilung der Vorlage. Die eine folgt der strikt agrarischen Losung, die allerdings keinem anderen ceterum censeo zugänglich sein dürfte, als dem, daß die Vorlage abgelehnt werden muffe. Die andere möchte sich der Einsicht nicht verschließen, daß in der vielangefochtenen Gesetzesvorlage doch ein nicht unwesentlicher Schutz der heimischen Landwirtschaft gegen eine unlautere Konkurrenz des Auslandes liege. Auf diese Weise ist zu hoffen, daß sich eme Mehrheit im Reichstage zusammensinden werde, für welche die hygienischen und sozialpolitischen Folgen emes Fle's.chschau- qesetzes höher stehen, als die Sorgen, daß die Landwirtschaft ihr Streben, die Viehproduktion noch rascher zu vervoll- ... r ■ L ... o- .rr prlotmiPTt Deutsches Keich- M i, 22. April. Die Kaiserin ist heute nachmittag !lLh ir Primkenau zum Besuch ihres Bruders, des Herzogs ^'n ri Tümther von Schleswig-Holstein und deffen Gemahlin eumtetiojpn. Das herzogliche Paar war zum Empfange der üflüijtirm anwesend. Auch ein zahlreiches Publikum hatte I sich । tincstsunden. Auf dem Bahnhofe Sprottau, den die 8aif*til «uf ihrer Durchfahrt passierte, brachte eine große terric der Kaiserin herzliche Ovationen dar. knl a, 22. April. Das Staatsministerium r it 1 silllL nachmittag um 3 Uhr ün Dienstgebäude unter . mi korktz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer SitztzZg zirsammen. kerliu, 22. April. Minister v. Miquel empfing ifstvtTtnabrmd drei Herren des Vor stand es des Central- ' . Waides des Vereins selbständiger Ge- , f ledetr eib end er. Die Herren erörterten in Anlehnung in Mi dem Minister eingereichte Denkschrift die Lage der lutufltim und kleinen Gewerbetreibenden, die Gefahren der ito iW Warenhäuser usw. Der Minister legte dar, wie fehlt bet Regierung die Erhaltung eines gesunden, gewerbe- thäMzen Mittelstandes am Herzen liege. Er empfahl die vil üoing won Kredit- und Einkaufs-Genossenschaften. Sirbin, 22. April. Die „Post" konstatiert, daß die MeMng der deutsche Kreuzer ..Gefion" werde sofort uackiH Za m o a abgehen und ein anderer ihm bald folgen, an i hiesiger unterrichteter Stelle als unrichtig bezeichnet wir 3. t, fltrliin, 22. April. Zur Maifeier, die diesmal anl-lHich der 10jährigen Wiederkehr des Pariser Beschlusses gawH brsivnders begangen werden wird, treffen die Gewerk- chachin und politischen Vereine große Vorbereitungen. Am ! ®ai halten alle Gewerkschaften große Versammlungen ab !md nbends finden Festlichkeiten in Sommerlokalen statt. Voiutiimr Arbeitsruhe wird bei den meisten Gewerken AbMb.genommen, um Konflikte zu vermeiden. Die An- .ud:)iijltn halten gesonderte Maifeiern ab. Die erste Matfest- 5et k, des nach Würzburg und gleich darauf nach Heidelberg berm,^ Geographen Dr. Heltner ist aI8 außerordentlicher Proieffor tr Prtoatdozent Dr. Hassert auS Leipzig getreten. Örnitr outb# tt-. außerordentliche Professur für bürgerliches Recht dem Dr. Rietschel auS Halle übertragen. AlS Privalduentm fjä Dr. R. Herzog (für klassische Philologie) und Dr. rr Geschichte) habilitiert. Die staatSwisienschaftliche FikiM den außerordentlichen Professor Dr. Tr ölt sch, der einem u Ordinarius nach Karlsruhe folgeletstet. Zu erwähnen ift nc$ hr dem Professor Dr. v. Mandry, der in der RetchSkommWn lii Ausarbeitung des Bürgerlichen Gesetzbuches hervorragend tbliL ct und in der württemdergischen Kommission zur eWtung h< Bürgerlichen Gesetzbuches die Stelle detz Vorsitzenden bekleidet, tc Titel eines StaatSrats verliehen worden ist. Rektor de« in fcitir. Woche beginnenden neuen Studienjahres ist Profrffor Dr. S4er.| von der katholisch, theologischen Fakultät. — BreSlau. Der an der hiesigen Universität durch bm Iil des Prof. Roßbach freigewordene Lehrstuhl für klassische WL-, ist durch Profesior Eduard Norden auS Greifswald wieder btiq: worden. AlS Nachfolger Nordens ist der hiesige Prtvatdc>7 Dr. Wilhelm Kroll nach Greifswald berufen worben. — Würzburg. Der Profeffor für romanische Litterodr Stürzinger, wurde wegen Krankheit für da« Eommn-Sewesie. beurlaubt; an seiner Stelle lieft Peivaidozent Dr. Hartmann. Toilettc-Gefundheitsseisen, S 5 letzten Jahre dem Publikum angepriesen, sind unzählige; ab« wie sie kamen, sind sie zum größten Teile wieder verschwunden. Allcio die Patent Myrrholin-Seife hat, dank der Empfehlung der Ange und deS Publikums, daß Feld behauptet. Der Absatz erhöht sich bca Jahr zu Jabr und hierin liegt i-tr beste Beweis, daß dir Pat.ni Myrrholin-Seife als Toilette-GesundheitSfeife einzig in ihr« 8rt von jedem dauernd gebraucht wird, welcher ihre Vorzüge wöbe» wohlthättgen Einfluß kennen gelernt hat. Ueberall, auch to Nr Apotheken, erhältlich. gegen die Schotten, welche Karls I. Sohn Karl II. zum König ausgerufen hatten, zu Felde ziehen — er erfocht über die letzteren bei Dunbar einen glänzenden Sieg — dann erst, und nachdem er sich, die ihm angebotene Krone verschmähend, zum Lord-Protektor Englands hatte ernennen lasten, vermochte er es, sich den gewaltigen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben zu widmens welche Ehrgeiz, Patriotismus und Einsicht ihm stellten, und bei deren Bewältigung er sich, um die Worte eines modernen Geschichtsschreibers zu brauchen, als ein Staatsmann von seltenster Größe und Begabung offenbarte. Durch die berühmte Navigationsakte brach er das Monopol der Holländer im Handel und zwang sie in einem Seekrieg zur Anerkennung derselben, den Spaniern nahm er Jamaica ab, er schloß Freundschafts- und Handelsverträge mit den protestantischen Mächten sowie mit den katholischen Staaten Portugal und Frankreich. Die Macht Englands wuchs, der Handel blühte unter ihm, wie nur je zu Elisabeths Zeiten, im Innern stellte er Ordnung und Ruhe her, ohne je zu einem befriedigenden Resultate zu gelangen; die Streitigkeiten mit dem Parlamente und um die Verfassung dauerten fort, und auch die Attentate gegen das Leben Cromwells nahmen kein Ende. Seine Gesundheit war nie die stärkste gewesen, und die ständigen Aufregungen wirkten außerdem noch nachteilig ein. Noch nicht 60 Jahre alt, am 3. September 1658, dem Jahrestage feiner Siege bei Dunbar und Worcester, starb er an einem alten Leiden, das er sich in den sumpfigen Morästen zugezogen und das wieder mit großer Heftigkeit auftrat. Wie ernst es ihm mit seiner Mission gewesen war, geht aus den von ihm vor seinem Tode gemurmelten Worten hervor: „Ich möchte länger leben, um Gott und seinem Volke weiter zu dienen, aber mein Werk ist gethan. Doch Gott wird mit seinem Volke sein." In dieser Aeußerung liegt nichts Befremdendes, wenn man erwägt, daß Cromwell ein Mann von tiefernster protestantischer Ueberzeugung war, die, wie es in einem neueren Geschichtswerke heißt, „genährt wurde durch das fortwährende Lesen der heiligen Schrift; und so ganz vertraut wurden ihm dadurch die Gestalten und Ereignisse der biblischen, und besonders der althebräischen Vorzeit, daß ihm die der Gegenwart fast wie Wiederholungen derselben erschienen, brauen gewaltig und buschig, aber unter ihnen funkelnde Augen voll Tiefe und Ausdruck, den Beschauer, wenn sie ihn treffen, durch und durch blickend; über ihnen eine edle Stirn, von der nach beiden Seiten ein lockiges Haar herabwallt; und über allem, alles beherrschend, jener unbezeichen- bare Typus von Größe, auf den Dryden anspielte." Dieser Mann war es, welcher jetzt als Organisator des Parlamentsheeres auftrat, indem er seinen aus Bauernsöhnen geworbenen Mannschaften kriegerische Tugenden ein- fiößte. Er hielt auf gute Zucht, Frömmigkeit und Mut, Feiglinge wurden nicht geduldet. In mehreren Schlachten brachten die Cromwell'schen Reiter, die „Eisenrippen", den königlichen Truppen bedeutsame Niederlagen bei, ja am 27. Oktober 1644 wäre der König selber bald von dem Parlamentsheere gefangen worden. Ein weiterer Sieg Cromwells (14. Juni 1645 bei Naseby) war entscheidend. Der König, welcher sogar irische Empörer gegen das englische Volk ins Feld zu führen gedachte, mußte' nach Schottland flüchten, welches ihn, da er sich auf gar keine Konzessionen einließ, gegen Zahlung von 200000 Pfund als Gefangenen an das englische Parlament auslieferte. Das Parlament glaubte jetzt am Ziele zu sein und den ihm zu mächtig werdenden Cromwell entbehren zu können. Aber entschieden traten die Soldaten für den verehrten Feldherrn ein, das Heer bemächtigte sich der Person des Königs, und Cromwell bildete durch Verhaftung aller ihm feindlichen Mitglieder desParlaments das sogenannte „Rumpfparlament", dessen er sich in der Folge für seine Zwecke bediente. Die Erhebungen zu Gunsten des gefangenen Königs wurden unterdrückt, die für Karl ins Feld ziehenden Schotten geschlagen, der König selbst vor Gericht gestellt. Den Gerichtshof bildete das Parlament, welches' Karl I als Tyrannen, Mörder, Verräter und Landesfeind zum Tode verurteilte. Am 27. Januar 1649 wurde das Urteil gefällt und am 30. Januar vollzogen. „Das ist der Kopf eines Verräters!" rief der Scharfrichter, als er den blutenden Kopf dem Volke zeigte. Die eigentliche Gewalt vereinigte nun Cromwell, nachdem er auch das Oberhaus abgeschafft hatte, in seinen Händen. Noch mußte er einen Aufstand von Katholiken und Presbyterianern in Irland niederwerfen und nochmals und ihm der Brauch, in biblischer Sprache zu rede«, anderen Natur geworden war." Der schlichte Sohn w Volkes wurde mit königlicher Pracht in Westminister i? stattet; sein Sohn Richard erbte seine Stellung, mit tit Königssohn die Krone. Aber ihm fehlten die großen •- schäften des Vaters; ein bequemer, friedliebender, wenig begabter Mensch, vermochte er sich nur kurze Zeit zu bc* haupten. Bereits am 22. April 1659 legte er ((in Mi nieder, um künftig als Privatmann zu leben. In England aber zog bald darauf (29. Mai 1660) der Sohn des f)in; gerichteten Karl, Karl II., als König ein, nachdem er fern Parlament alle möglichen Zusicherungen gegeben und olles Vergangene zu vergessen versprochen hatte. Nie ho- ein König indessen schlechter Wort gehalten. Der Tyrann tauchte das unglückliche Land förmlich in Blut, wie er auch dir Gebeine des Lord-Protektors ihrer Gruft entreißen und schänden ließ. Da auch sein Bruder und Nachfolger x^' fob II., in feine Fußstapfen trat und obendrein die Wiede? Herstellung des Katholizismus versuchte, so verlor das M die Geduld, die Whigs riefen Wilhelm von Dramen M Hilfe herbei, welchem das Parlament die Krone übertrug, während Jakob nach Frankreich floh und dort von einem Jahresgehalte Ludwigs XIV. lebte. . Damit endeten die langjährigen Kämpfe zwischen und Regierung in England. Oliver Cromwell spielte m ihnen die bedeutsamste Rolle, wie er überhaupt eine der großartigsten Erscheinungen der englischen, ja der @efai’®’r überhaupt ist. Sein Ziel hat er freilich nicht erreicht, aber doch verdankt ihm England unendlich viel. „®r zuerst - sagt Professor Dr. Otto Kaemmel, „hat die $ereimgungi der drei britischen Reiche durchgesetzt, ein Vorbild tu später, er hat England gerettet vor unabsehbaren soziale * Umwälzungen; er hat nach außen den endgültigen Stur» der spanisch habsburgischen Uebermacht herbeifuhren Helle und zum erstenmal die protestantischen Mächte wahry^. ebenbürtig hingestellt gegenüber den katholischen, so If • ec auf der Scheide zweier Zeitalter als der letzte grov protestantische Staatsmann im alten Sinne und der v grünber der neuen englischen Seeherrschaft." Bxtr. .emPfeb Leib Cak tit W e gieße«' @to( * hrf koistlstel @ri -- ' "«l l1* D tl Metzgei $ctW folger, tnwjW Emil Fisc MM Aeterwe Worzagl W 50 Pl Oh* •'■»it und goldgelb, p tzdamtt ryvt Wd- 85 W. 111 Tchivch ™ » W'?! tmM Kölner sto«'« ÄWant Mei ! W i« 10 w U 1 11» Vdovinme seine eine ai ArÄftiilkS' und IPrima A( ä Liter 9 Pa. 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