Nr. 48 Zweites Blatt Samstag den 25. Februar 1899 Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Alle Auzeigen-BermittlungSstellen deS In- unb Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Lanahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vocm. 10 Uhr. Erscheint täglich mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener Anmikienblätter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal brigdtgL Aezugsprei» oicru'liäbvlidi 2 Maik 2l> Ptg. nioiiüihd) 75 Pfg. mit Brurgertohn. Anrts- und Anzeigeblutt für den Tkveis Gieszen. Redaktion. Expedition und Druckerei: Kchnkstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. .'>1 Die Botschaft des Präsidenten Loubet. Der neu erwählte Präsident der französischen Republik hat an die gesetzgebenden Körperschaften, an Senat und Deputiertenkammer, eine Botschaft gerichtet, in welcher er scin Programm entwickelt. Vorweg wollen wir schicken, daß diese Kundgebung des Staatsoberhauptes in Frankreich gut ausgenommen worden ist, und auch im Auslande darf man zufrieden sein, wenn die Politik Frankreichs sich streng nach den Absichten und Wünschen seines Präsidenten regelt. Loubet beteuert zunächst seine republikanische Gesinnung, an welcher auch wohl niemand gezweifelt hat. Im allgemeinen verbirgt Loubet nicht gern seine Gedanken, und man darf ihn dreist für einen offenen, ehrlichen Charakter halten, wenn er es auch in seiner Botschaft mit keinem verderben will, und dem Parlamente, der Justiz und der Armee ein Loblied singt. Legt man die Worte Loubets auf die Goldwage, so konnte man fast zu der Ueberzeugung gelangen, daß es der neue Präsident auf Gebietseroberungen abgesehen habe, denn er spricht von dem von den Vätern hinterlassenen Besitztum, welches zu erhalten und zu vergrößern sei. Wir nehmen aber an, daß damit nicht der notarielle Besitz gemeint ist, sondern daß Loubet die Pflichten im Auge gehabt hat, welche Frankreich im Interesse der Civilisation zu erfüllen berufen ist. Loubet erkennt an, daß die Republik dem Lande die unschätzbare Wohlthat des ununterbrochenen Friedens gesichert hat, und es darf wohl angenommen werden, daß der neue Präsident — soweit es an ihm liegt — dafür sorgen wird, daß Frankreich dieser Wohlthat nicht verlustig geht. Hoffentlich besitzt er genug Rückenstärke, um allen auf eine Störung des Friedens gerichteten Bestrebungen der französischen Chauvinisten erfolgreich entgegentreten zu können. Daß Loubet in seiner Botschaft der Allianz mit Rußland gedenken würde, war vorauszufthen, er erwähnt aber auch neu erworbene freundschaftliche Beziehungen, und wenn wir auch dabei in erster Reihe an Italien denken müssen, so dürfen wir doch bestätigen, daß auch die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland sich recht freundschaftlich gestaltet haben, sodaß sie einen guten Ausblick in die Zukunft gestatten. Die Kundgebung schließt sehr wirkungsvoll mit einem Appell an die Franzosen, einig zu sein im Interesse des Ansehens und der Größe ihres Vaterlandes. (xx) 3nm Kcheffeldknkmal in Mkingeu am Obmhm bringt das „Darmst. Tagebl." folgendes: Mit aufrichtiger Freude hat das in Säkkingen, der alten Waldstadt am Oberrhein, zusammengetretene Komitee vernommen, wie überall der Aufruf, dem durch seinen „Trompeter von Säkkingen" bekannt gewordenen, gottbegnadeten Dichter, Joseph Viktor von Scheffel, ein Standbild zu errichten, gezündet hat. Aber ganz besonders hat es das Feuilleton. Briefe aus der Aesidenz. VIII. (Crtfltmlbertdit für den »Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) Oeffentlicher Vortrag: Der Zar und der Weltfriede. Von der national-sozialen Partei aufgefordert und von ihren Vertretern sowie den anwesenden zahlreich erschienenen Gästen enthusiastisch begrüßt, sprach Pfarrer Friedrich Naumann (Berlin) am Montag-Abend, 20. Februar, im »kkaisersaal", dem nämlichen Lokal, in welchem im Herbst der national-soziale Parteitag stattgefunden, über das zeitgemäße Thema „Der Zar und der Weltfriede". Nachdem er im Eingänge gesagt, daß es im allgemeinen nicht der Brauch der Partei sei, über Fragen der aus- »ärtigen Politik in Diskussion zu treten, daß das gewählte Thema ja aber auch nicht eine einzelne Spezialität aufrolle, schilderte er zunächst das Staunen, das billig die zivilisierte Seit ergreifen mußte, als sie mit der Friedensidee, welche bisher immer als Domäne des vorgeschrittensten Liberalismus galt, von einer Seite aus überrascht wurde, die man sich gewöhnt hatte unter die Vorstellungen wie „Hort der Reaktion", „Gefangene in Sibirien", „gemaßregelte pro- llsttlntische Geistliche in den Ostseeprovinzen", „vertriebene Komitee gefreut, daß sich alte Bekannte und Freunde des Heimgegangenen Dichters einfanden, um an dem Werke mitzubauen. Nach dem uns übersandten Aufruf ist die Idee des zu erstellenden Standbildes angedeutet, die aber noch Abänderungen erleiden wird, da die Figur Scheffels zu sehr der Heidelberger ähnelt. Der Gedanke aber wird bleibend „Scheffel und sein Trompeter." Nach dem vorliegenden Kostenvoranschlag erfordert das Standbild einen Aufwand von etwa 30000 Mk. Eingegangen an Gaben sind bis heute, einschließlich des Zuschusses der dortigen Stadtgemeinde, 19 500 Mk., so daß noch annähernd 10000 Mk. fehlen. Ihre König!. Hoheit der Großherzog und Erbgroß- herzog von Baden haben je 500, zusammen 1000 Mk., die Studierenden der Technischen Hochschule dahier 425 Mk. und von dem Schreiber dieses wurde von einzelnen Verehrern des Dichters 100 Mk. gesammelt und an den Rechner des Komitees abgeliefert. An alle Freunde und Verehrer des in seiner Vaterstadt Karlsruhe Heimgegangenen Dichters und seiner Muse ergeht deshalb die Bitte, das geplante Werk mit Beiträgen unterstützen und dieselben an den Rechner des Komitees, Herrn Broglie, Besitzer des Gasthofs zum Schützen in Säckingen, einsenden zu wollen. Es war am 9. April 1886, als Scheffel nach langem, schweren Leiden gestorben — wenige Monate vor dem fünfhundertjährigen Jubiläum der Universität Heidelberg, in deren Revier er zum Dichter gereift war, deren Schönheit und Ruhm kein anderer so wie er besungen hatte und die ihn nur zu ihrem hohen Ehrentag als erlauchtesten Ehrengast erwartete. Das Hauptfestlied zur Feier zu dichten hatte er übernommen und um sich aufzufrischen siedelte er, obgleich krank, im Herbst 1885 nach Heidelberg über, wo er die Parterrezimmer im Neckarhotel bezog und am 16. Februar die 60. Wiederkehr seines Geburtstages in totkrankem Zustande erlebte, so daß er kaum imstande war, sich der ihm zu Ehren veranstalteten Beleuchtung der Schloßruine zu erfreuen. Zu leidend, um Ansprachen halten zu können, ließ Scheffel das Hotel illuminieren, um der Stadt seine Dankbarkeit zu bezeugen, die ihn zum Ehrenbürger ernannt hatte. Schon zwei Jahre vorher hatte er an den Redaktenr der „Akademischen Monatshefte" auf eine Bitte um Beiträge geantwortet: „Alles hat seine Zeit", sagt der Psalmist . . . und wenn mir 1886 ein Lied zum Heidelberger Jubiläum gelingt, so wird es ein Schwanenlied sein ..." Es ist sein Schwanenlied geworden, aber den feierlichen Moment, da es in der Festhalle am Neckar von tausenden junger und alter Studenten begeistert gesungen wurde, hat er nicht mehr erlebt. Das Lied mit seinem klingenden Schluß: „Ein brausend Hoch sei dir gebracht — Alt-Heidelberg du Feine" — wurde zu einem Requiem auf den verstorbenen, aber unsterblichen Dichter. Aber nicht in Heidelberg, der schönen Neckarstadt, die er die Vaterstadt seiner Poesie nannte, sondern in Karlsruhe schloß der lebensmüde Dichter die Augen, mit denen Juden" usw. zu betrachten. Wie kam Saul unter die Propheten? Wie konnte es geschehen, daß der Herrscher eines Reiches, der über zwei starke Kriegsflotten und das größte Landheer gebietet (die Angaben über die Ziffer des letzteren schwanken zwischen 850000 und 1 200000), plötzlich in die Gesellschaft von Bertha v. Suttner gerät. Wie erklärt sich dieser Wetterumschlag in den östlichen Gebieten? Dafür giebt es nun zwei Erklärungen, eine persönliche und eine sachliche. Der Zar kann wirklich aus einem persönlichen Bedürfnisse nach Frieden und Harmonie seine Vorschläge gethan haben; man darf seine Friedensbegeisterung für echt hallen, aber der alte Diplomat Murawiew ist kein Gefühlspolitiker, er ist für die Lage Rußlands verantwortlich. Jedoch die geriebene Staatskunst und der jugendliche kaiserliche Elan (begeisterte Anlauf) stimmten in diesem Fall gut zusammen. Rußland braucht eine Periode der Ruhe, die Eisenbahn nach China ist noch nicht fertig, an der chinesischen Ecke darf der Kampf zwischen Rußland und England vorerst nicht beginnen. Denn Rußland hat an- gefangen, sich industriell zu entwickeln. Seine junge, mit Schutzzöllen umgebene Industrie ist vorläufig noch eine fressende Kapitalanlage, es bedarf daher dringend der Entlastung auf anderer Seite. Zu den wirtschaftlichen Erwägungen treten nun auch noch europäische Gedanken. Den in einem inneren Zer- setzunqsprozeß begriffenen Staaten, wie Oesterreich und die Türkei, könnte ein eventueller Krieg ein Aufraffen, eine er so schönheitsdurstig in die Welt geschaut hatte. Er schied trotz aller seiner Schmerzen nur ungern vom Leben, „jetzt nur noch ein paar Jährle. nur noch eins", hatte er am Tage vorher zu dem getreuen Klose in einer schmerzvollen Stunde gesagt. Aber die Trauer um den Dahingeschiedenen teilte die ganze Nation. Darmstadt. L. M. Fuchs. Emil Preetorius' Doktor-Jubiläum. Viele unserer Leser wird es interessieren, über das mehrfach von uns erwähnte goldene Doktor-Jubiläum des Herrn Dr. Emil Preetorius folgenden Bericht der „Westlichen Post" zu vernehmen: Als unser deutscher Konsul Dr. juris Friedrich Meier den offiziellen Auftrag erhielt, Herrn Dr. Emil Preetorius, dem verehrten Chef der „Westlichen Post", das Ehrendiplom der Universität Gießen zu überreichen, da hielt er es für angebracht, dieses in festlicher und in einer den Jubilar doppelt ehrenden Weise zu thun. Zu diesem Zwecke erließ Herr Konsul Dr. Meier an den Jubilar und sechzehn andere (Alte) Herren, welche sämtlich auf deutschen Hochschulen die Doktorwürde erlangten, die Einladung zu einem informellen Bankett in dem kosigen Baukettraume des Faust'schen Etablissements. Der ehrenden Einladung folgend, fanden sich die folgenden Herren gestern abend pünktlich um 7 Uhr ein: Dr. jur. E. Preetorius, Dr. jur. Friedrich Meier, deutscher Konsul, Dr med., Carl Barck, Dr. phil. F. W. Frerichs, Dr med. Hugo Kinner, Dr. med. Ad. Alt, Dr. med. Georg Richter, Dr. phil. William Teichmann, Dr med. Augustus C. Bernays, Dr. med. Rob. Lüdeking, Dr. med. Heinrich Schwarz, Dr. phil. Carl Lüdeking, Dr. med. F. Kolbeuheyer, Dr. med. Arminius Bock, Dr. med. Hugo Summa, Dr phil. Enno Sander, Dr. jur. Richard A. Barret und Dr. med. F. Fisch. Nachdem die trefflichen, mit Zitronensaft gewürzten Austern verzehrt und die Suppe mit edlem Lafitte serviert war, erklang des Gastgebers, Herrn Konsul Dr. Meiers Glas, der nun mit folgenden, von innerer Bewegung durchglühten Worten das so selten verliehene Ehrendiplom überreichte: „Lieber Doktor Preetorius! Ihre alma mater in Gießen hat Ihnen zur Feier des fünfzigjährigen Doktor-Jubiläums dies Ehren-Diplom gestiftet, welches ich die Freude habe, Ihnen zu überliefern; und wir, gleichfalls Besitzer eines deutschen Doktorpatents, bringen Ihnen unsere kollegialischen Glückwünsche dar, und bitten Sie, mit uns beim Doktorschmaus, mit Goethe zu reden, „froher Jugendzeit angefrischt zu gedenken." Als Sie anno 48 das Examen machten, um die venia juris docendi zu erwerben, war Ihnen Kopf und Herz voll — nicht von dem corpus juris Justinians, in dem Sie geprüft wurden — sondern von einem neu zu schaffenden Stärkung ihrer Existenz bringen; es ist daher besser, wenn man diese Völker sich noch ein bischen im „Frieden zanken" läßt. Der Waffenstillstand könnte überdies auch den Nebenerfolg haben, in den anderen Ländern die parlamentarische Opposition zu stärken, was der russischen Politik ebenfalls nur zu gute kommen kann. Für beachtenswert hält Naumann, daß jedoch gerade die deutsche Opposition auf den denkwürdigen Zareuerlaß nicht hereingefallen ist, sondern der Angelegenheit sehr nüchtern gegenüber steht. Der demnächst tagenden Friedenskonferenz werden acht Punkte vorgelegt werden, welche sich wiederum in vier Gruppen einteilen lassen. Die erste Gruppe betrifft die Erweiterung der „Genfer Konvention", ihre Ausdehnung auch auf den Seekrieg. Auf diesem Gebiet dürfte die Konferenz wohl das meiste Positive zu Tage fördern, weil an dieser Frage alle Völker gleich interessiert sind. Das ist aber nicht das eigentliche Thema. Näher steht diesem die Frage des Kriegsmaterials selbst. Keine verbesserten Feuerwaffen, keine neuen Explosivstoffe, kein neues Pulver soll eingeführt werden, auch sollen Explosivstoffe nicht von den Luftballons aus geworfen werden, ebenso sind die unterseeischen Torpedo-Boote abzuschaffen. Das menschliche Gefühl möchte im ersten Impuls zu dieser Forderung Ja und Amen sagen. Aber es fragt sich, ob durch ein solches Verbot technisch vervollkommneter Kriegsmittel das Gleichgewicht nicht empfindlich gestört W Frage der täglichen Ernährung ist ein technisch kommerzielles Unternehmen. Folglich kann Rußland die Frage der Masseneinstellung nicht mit der Ruhe ansehen wie die der Massenausstellung. Uebrigens, wer kontrolliert die Absetzung der Ziffer, wer reist nach Toulon oder Kiel oder Kronstadt, wer Darf so tief in den Betrieb hineinschauen, um sich zu überzeugen, daß keine neuen Formen angewandt werden, daß alles in der alten Nummer angeschafft wird. Mit den Zahlen wird geschoben und mit den Menschen auch. Wie sollten nun wohl die fakultativen Schiedsgerichte (daß obligatorische sich nicht durchsetzen lassen, hat man von vornherein eingesehen) beschaffen sein? Der Schiedsgerichtsgedanke an sich ist ein gesunder, aber er hat seine Sphäre, in welcher er wirksam ist, wie z. B. in der Karolinenfrage, und zwar meist dann, wenn zuvor Kriege ausgefochten, Kräfte probiert worden waren wie z. B. i. I. 1878 als der Berliner Kongreß zusammentrat, nach dem russisch-türkischen Kriege. Aber dieser Gedanke versagt wo es sich um tiefgehende Lebens- intereffen der Völker handelt. So ist für die Russen das Testament Peters des Großen das nach Konstantinopel weist, ein solch eingewurzeltes Volksinteresse. Wie müßte überhaupt eine solche Behörde konstruiert sein, um richtig ihres Amtes zu walten. (Siebt es einen Gesichtspunkt der Gerechtigkeit, nach welchem die Frage: wem gehört Elsaß Lothringen, unantastbar entschieden werden könnte? Fragt man die Geschichte, so lautet die nüchterne Antwort: dies Gebiet hat allemal dem gehört, welcher der Stärkere war. Die Macht schafft neue Organisationen: Aber auch corpus juris publici, von dem Gedanken an die Einigung des Vaterlandes. Ich preise Sie glücklich, daß Sie — wie eS so nicht jedem beschieden wird — dies Ideal Ihrer Jugend als Mann verwirklicht gesehen haben. In der Folge haben Sie mit gleicher Begeisterung und von Erfolg gekrönt sich für die Einheit Ihres neuen Vaterlandes in die Schanze geschlagen. Und, was uns heute am nächsten liegt: Sie haben sich dies halbe Säkulum hindurch als guter Doktor bewährt, als Gelehrter und Lehrer in des Wortes bestem Sinne. Denn Sie haben auf fast allen Gebieten menschlichen Wiffens sich getummelt und Schätze von Kenntniffen gesammelt, die jeder bewundert, der Sie kennt; Sie haben sich zugleich als echter Dozent des Rechts ausgewiesen, indem Sie stets mit Feder und Wort die Lehren des Rechten, Guten und Schönen in dieser Welt verbreitet haben. Mögen Sie, mein lieber Herr Doktor, das ist mein Herzenswunsch, mit gleichem Erfolge wie bisher und in Ihrer gegenwärtigen Frische noch manche glückliche Jahre vollenden. In diesem Gefühle bitte ich Sie, Kommilitonen, auf das vivat, floreat, crescat unseres Jubilars mit mir ein volles Glas zu leeren. Doktor Preetorius lebe hoch!" Hell klangen die vergoldeten Römer zusammen bei dem dreimaligen Hoch, welches Dr. Meier auf den Jubilar ausbrachte, und tief und leicht wahrnehmbar war die innere Bewegung des Gefeierten, als er sich zur Erwiderung der herzlichen Worte erhob: „Herr Doktor Meier und meine Herren Kollegen," begann der Jubilar, „es ist dies wohl kaum der rechte Platz, in die alte Gewohnheit, eine lange Rede zu halten, zurückzufallen, doch verdanke ich die Gunst des Augenblickes nur der Gelegenheit, welche mein Freund, Konsul Meier, herbei- geführt hat, um einmal in alten Erinnerungen zu leben und zu schwelgen; nicht allein von der alten Burschenherrlichkeit, sondern auch von her Erinnerung an die Einigung des deutschen Vaterlandes, welches endlich aufgehört hat, das Aschenbrödel in der Familie der Nationen zu sein." Die passenden Worte eines schwäbischen Dichters zitierend, fuhr der Jubilar fort: „Diese Verse bringen die Zustände des Jahres 1848 lebhaft in meine Erinnerung zurück; die Flutwelle der Ereignisse dieser großen Zeit war notwendig, um die große politische Wandlung zu schaffen." Unter gespannter Aufmerksamkeit seitens der Zuhörer schilderte dann der Gefeierte, wie er zum Redner bei einer volkstümlichen Versammlung erkoren wurde. Wie er in jugendlichem Feuer der Einladung Folge leistete, und das innerste seiner Seele, vom reinsten Patriotismus durchglüht, bloslegtc, trotz des warnend emporgehobenen Fingers des Kanzlers Löhr. Wie ihn der auf das Jahr 1848 folgende heiße Sommer in die Scharen der patriotischen Freischärler führte, und wie er als Beamter der Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen sich selbst führen mußte. Der Staatsprokurator, welcher fein Freund war, versuchte ihm die Sache so leicht wie möglich zu machen, und hatte sich sogar herbeigelassen, programmmäßige Fragen an ihn zu richten. Im jugendlichen Uebermute habe er jedoch beinahe die guten Absichten des freundlichen Staatsanwalts vereitelt. „Am Morgen des 11. Mai rückten Sie mit Ihrem Schützenkorps in das Städtchen ein und wurden am nächsten Morgen von dem Trompeter geweckt, ist das nicht so?" „Bitte um Entschuldigung, Herr Staatsanwalt; ich habe den Trompeter geweckt," brach ich berichtigend in die Frage des Staatsanwalts. Ehe er sich noch von seinem Erstaunen erholen konnte, erklärte ich ihm, daß mein fünfzehnjähriger Bruder, der Trompeter, so schlaftrunken war, daß ich ihn wecken mußte. Die so bewieseneWahrheitsliebe hatte keine bösen Folgen. Doch machte die eingetretene Reaktion sein weiteres Verbleiben im alten Vaterlande unwünschenswert. Mit einem 5jährigen Urlaub ausgerüstet, reiste der Jubilar nach Amerika; doch ehe er sich dauernd dort niederließ, kehrte er zum Besuch ins alte Vaterland zurück. Dort traf er feinen alten Studienfreund Herrn von Hoffmann, der es inzwischen zu Amt und Würden gebracht hatte. Mit aller Beredsamkeit versuchte ihn der alte Freund wieder ans Vaterland zu feffeln. „Aber ich hatte Blut geleckt wie der Löwe in der Fabel und es drängte mich zurück in das neue, in das freie Vaterland!" innerhalb ein er Gesellschaft ist kein „ewiger Friede" möglich. Aus dem Grunde nicht, weil neue Schichten entstehen und alte welk werden. So oft jetzt bei uns inmitten einer früheren agrarischen Schicht eine industrielle entstanden, in welcher sich die Aristokratie im Unternehmer, die Demokratie in der Arbeiterschaft zeigt. Auch in unserem wirtschaftlichen Leben treffen wir auf die Stimmen, welche von sozialer Abrüstung reden, es sind dies Stimmen von ganz oben ober auch von ganz unten. Bald ist es das Interesse derer, die „oben" stehen, ober es ist eine Stimmung, die mit bet Schwäche zusammenhängt unb burch bie Mittel eines falschen Jbealismus eine harte Friebensposilion verstärkt. Zum Schluß wies Pfarrer Naumann nach, baß hauptsächlich Kleinstaaten wie bie Schweiz, Belgien, Dänemark bei der Losung „bie Waffen nieber" zu gewinnen hätten. Wir aber biirfen schließlich boch nie von ber mili- tärischen Entstehung bes „Deutschen Reichs" gänzlich abstrahieren. Geschichtliche Fortschritte hängen mit ber Macht zusammen. Kriege finb vielfach bie Geburtsschmerzen einer neuen Periobe. Aus bem alten Fehberecht ber Monarchien hat sich bie Zentralmacht bes beutschen Kaisertums entwickelt, welche bie innere Freiheits- unb Friebensrechte garantiert. Natürlich ist eine Fortentwicklung solcher Körpervergrößerung denkbar. Deutschland wird sich selbstredend an der Friedenskonferenz beteiligen, aber ihr das nötige Maß von Vorsicht entgegenbringen. 8C*** «ls wertvollste seiner Erinnerungen, fuhr der Jubilar weiter fort, schätze er die Zeit, da er als Sekretär einer Deputation von 100 Miffounern im kritischen Jahre 1861 eine lange, lange Stunden währende Konferenz nut Abraham Lincoln hatte. Damals stand es fest in ihm, daß, trotzdem ihn die politischen Umtriebe anwiderten und die geordneten Zustände im alten Vaterlande anlockten, er treu im neu ertorenen Vaterlande sein unb bleiben wolle. Mit passenben Versen unseres Lieblingsbichters schloß ber Gefeierte. Sekundenlanges Schweigen folgte dem begeisterten Vortrag des Redners — dann aber brach ein Beifall-sturm hervor, wie er in den sonst so stillen Hallen des Faust'schen Bankettsaales selten gehört wurde. Während Herr Dr. Preetorius sprach, wurde der Römer, aus dem Präsident Mc Kinley während seines Hierseins der Willkommentrunk gereicht wurde, vor ihn gestellt, und aus ihm trank ber Jubilar in Erwiberung bes Zurufs. Jeber der Anwesenden unterzeichnete nun seinen Namen mit Angabe ber Universität, wo er promovierte, auf bas Bankettsouvenier feines Nachbarn zur blcibenben Erinnerung, währenb braußen bie Anthoni'sche Streichkapelle ben Lanbesvater intonierte. Dr. Kinner erzählte bann in amüsanter Anekbote, wie er währenb der Bürgerkriegswirren sein Doktordiplom mit bem großen Siegel erfolgreich als Paß benützte. Dann gab Herr Dr. Kinner in begeisterten Worten seiner Verehrung für ben Nestor ber beutschen Journalistik in Amerika Ausbruck unb betonte, wie eine als Karrikatur beabsichtigte Zeichnung, bie währenb bes Bürgerkrieges Dr. Preetorius mit erhobener Fahne, auf ben Knauf bes Schwertes gestützt, barstellte, zur vollsten Wahrheit geworben sei. „Die gewaltige Macht ber „Westlichen Post" — wo ist sie?" fuhr Dr. Kinner fort. „Dort sitzt sie" — auf ben Jubilar meifenb. „Er ist ein Mann, ber viele Gegner hat, aber keinen Feinb. In meiner Jugend habe ich auch gedacht: „viel Feinde, viel Ehr"; im weiteren Alter jedoch fügte ich hinzu: „und viel Beschwer". (Der Jubilar drückte hier des Redners Hand und bemerkte: „Ich erröte, und zwar sehr bedeutend.") „Und sollte," fuhr der Redner fort, „unser Freund zur großen Armee einberufen werden, so wünsche ich nur, daß ich es nicht zu erleben brauche!" Dr. Kolbenheyer ergriff nun das Wort unb erzählte in launigen Worten, wie, als er nach Amerika kam, er einen Empfehlungsbrief an einen bekannten, unlängst verschobenen Philanthropen abgab. Derselbe ließ ihn kurz an unb meinte, er habe augenblicklich keine Zeit. Da erinnerte er sich, baß, ehe er seine Reise antrat, er einen Artikel „Die Wacht an ber Donau", ber „Westlichen Post" emge- sandt hatte. Er begab sich zur „Westlichen Post", die sich damals in einem schrecklichen Gebäude an der Chestnut Straße befand. Dort traf er Herr Dr. Preetorius zum erftenmale. Sowie er seinen Namen nannte, rief Dr. Preetorius: „Komm her, Schurz, hier ist der Verfasser der „Wacht an der Donau". Kurz und gut, die Herren hatten nicht nur drei Stunden Zeit für mich übrig, sondern ich mußte auch am nächsten Sonntag bei ihnen speisen. Zum Schluß gedachte der Redner der Familie des Herrn Preetorius und das dreifache Hoch, das er ausbrachte, fand lebhafte Erwiderung. Endlich brachte Herr Dr. W. C. Teichmann noch einen beredten Toast auf den Veranstalter der schönen Festlichkeit, den deutschen Konsul Dr. F. Meier aus. Unter vielen Glückwünschen und Telegrammen lief auch eins aus Toledo, Ohio, von Herrn Harro Harresen ein. werde und zwar zu ungunften der vorgeschritteneren Nationen, denn nur einem vervollkommneteren Menschenmaterial nützt die bessere Waffe. Beruht doch schon die geschickte Anwendung des deutschen Jnfanteriegewehrs auf allgemeinen Kulturvoraussetzungen. Der moderne Krieg ist im wesentlichen Sache des Ingenieurs, die Kriegswissen- schaft eine polytechnische Wissenschaft; der Offizier von heute ist ber Kriegsingenieur, ber bie Uniform trägt. Die Distanzen ber Kämpfe erweitern sich. Die Summen ber Grausamkeiten werben wahrscheinlich burch bie neuen Formen der Waffen nicht vermehrt werben. Ueberbies müssen sich künftige Kriege ungeheuer schnell abwickeln. Bei ber Kostbarkeit des Materials bedeutet jeder Tag eine Finanzanlage. Stabilisierung ober Einschränkung ber Ziffern lautet bie zweite Forberung. Wie kommt es, baß bas russische Riesenreich auf ben Vorteil ber Masse verzichtet (benn bas ist gewiß, daß der Zar die meisten Soldaten aufbieten kann)? Aber eine Menscheneinstellung ist zugleich eine Finanzleistung ersten Ranges, für welche die russische Agrar- krisiS nicht eben günstig ist. Ihre Ursachen und Folgen wurden nun eingehend vom Vortragenden beleuchtet, der sodann zeigte, daß die Hauptaufgabe darin bestünde, die große Ziffer an einem Punkt wirksam zu machen — dislociert ist auch bie große Ziffer nichts — was toieberum eine Frage ber Verkehrstechnik ist. Nach ben Urteilen Sachverstänbiger wäre bas russische Eisenbahnsystem bieser Aufgabe gegenwärtig noch nicht gewachsen. Auch bie schwierige Deutsches Deich- Berlin, 23. Februar. In Gegenwart bes Kaisers hat heute vormittag in ber Hebwigskirche die Trauer- feier für den verstorbenen Präsidenten der französischen Republik, Felix Faure, stattgefunden. An derselben nahmen außer zahlreichen Mitgliedern der französischen Kolonie, der französische Botschafter Marquis de Noailles, das Botschaftspersonal, die Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen, Herzog Albrecht von Württemberg, Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar, Prinz Aribert v«n Anhalt, Erbprinz von Hohenzollern, Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staatssekretär w ”9) 37 «ö hüt v Mn , ** Am ?i» »'S i ? '>> kaum «in 4 butt allen @ »«lest uni "" M-» Hand,i Me »chkn, j, ««fei I* 11,1 -hlch £ % hL°9at ie iim kv Nr die &e*bre L WÄ*«. Äffe 1 B'Wetie. „ Das janptet6,1 ;K»' fonUeble«» lttangt$oge" I' ittaS ü-'°7 fail Ä «Siebenen 0’ dbenb zum Pra tterx und buten, werden sollten, »tun- London, kreisen ist man “ sehr beunru Mahdisten W AttzinM übn ptllitren- " Militard im Landwehr-B« ö. Grvßh. Hess, sel-webel im La Reserve des 5. ( Lizewachimcher Leutnant der M (Leiö-Drag.-Regtt rinLandlvehr-Bezi des 4. Großh. s Scriba, Plag Ms der W Bezirk Fracht MV Hess- ' v. Bülow, L« Wilhelm (2. G zieren des 1. ♦* Vom C bergs (geb. der 24. Februar . Todestage / dieses SJltifttrf nm oitl ftlbft b Sp’tfdje tingetrat mh alles selbst j Wnshnl darin, ievundern Mei Mbetcr Völker iniere gemeinsten do.'tische eines A nein wird. - W s'chen, denn die bleiben stehen. C W haben ja «itrntn, wie s Erguss Mh Wbrauch M Deutschen ni Bit mit „anleit delrügen". - q Nt br£,Uer,e--9 von Bülow, Minister von der Recke, Admiral von Knorr und eine Reihe von Herren aus dem Gefolge des Kaisers teil. Nahezu vollständig vertreten war das diplomatische Korps. Um 11 Uhr erschien der Kaiser, der von der Geistlichkeit an dem Hauptportal der Kirche empfangen wurde. Der Kaiser nahm links vom Altar Platz, während die rechte Seite für das französische Botschaftspersonal reserviert war. Das Gotteshaus hatte ernsten Trauerschmuck angelegt. Die Wände und Kandelaber waren mit schwarzem Tuch behängt, der Altar war mit Pflanzen geschmückt' Das Traueramt wurde vom Probst Neuber celebriert. — Zur Samoa-Frage erfahren die „M. N. N." von gutunterrichteter Seite folgendes: Alle Ausstreuungen von englischer und amerikanischer Seite, wonach die deutsche Reichsregierung in London und Washington ihre „entschiedene Mißbilltgung" betreffs des Verhaltens der deutschen Beamten in Apia ausgesprochen haben soll, sind als tendenziöse Erfindungen zu bezeichnen. Das gleiche gilt von den Nachrichten betreffs rektifizierender Weisungen der Reichs- regierung an den deutschen konsularischen Vertreter auf den Samoa-Inseln. Mit Ausnahme des Verhaltens des bisherigen Munizipalrates Dr. Raffel gegenüber der Wiedereinsetzung des Oberrichters Chambers hat die Reichsregierung keinen Anlaß zu einer Rektifikation ihrer Beamten in Apia gefunden. Das Gegenteil ist richtig. Es ergibt sich das schon aus dem Umstand, daß die Retchsregierung gegen das Vorgehen des Oberrichters Chambers in der Frage der Königswahl in Washington nachdrücklich Beschwerde erhoben hat. Auch der Protest des Herrn Rose gegen da« Unterfangen des Oberrichters, unbefugter Weise deutsche Reichsangehörige seiner Jurisdiktion zu unterstellen, hat auf Seiten der Reichsregierung entschiedene Unterstützung gefunden. Wie wenig übrigens die Stellungnahme einiger amerikanischer Blätter zu der Samoa-Angelegenheit den Auffassungen der Washingtoner Regierung entspricht, ergibt sich aus der Mißbilligung, welche auf Seiten der letzteren der Brief des Oberrichters Chambers an seinen Bruder gefunden hat. Die offiziellen Kreise in Washington haben, wie uns mitgeteilt wird, den Ausdruck dieser Mißbilligung auch nach Berlin gelangen lassen. Auch in Washington gilt die Stellung Chambers als unhaltbar. Was bie politische Seite der ganzen Frage anlangt, so ist es selbstverständlich, daß die Reichsregierung fest auf den Be ftimmungen des Berliner Samoa-Vertrages fußt und nicht daran denkt, die deutschen Interessen auf Samoa irgendwie und von irgendwem in den Hintergrund drängen ober ver letzen zu lassen. Ein gewaltsames Eingreifen der Amerikaner zugunsten Malietoas, wie es von einer Seite als möglich angebeutet wird, gilt hier für absolut ausgeschlossen. — Im Hamburger Hafen werden die fleißigen Hände nicht von neuem feiern. Die Schauerleute, die ihren Anteil an dem Arbeitsnachweis haben wollten, haben ben befürchteten Ausstanb nicht beschlossen. Die Führer machten ben Arbeitern am Sonntag klar, baß bas vor- hanbene Gelb nur für bie ersten Tage eines Streiks ausreichen würbe unb baß auf Unterstützung nicht zu rechnen sei. Da würben bie Mutigsten still unb vertagten bie Ab, sicht auf bessere Zeit. Der Arbeitsnachweis ber Unter* nehmer soll aber scharf überwacht, unb was an parteiischer Behanblung zur Kenntnis ber Arbeiter kommt, soll an bie große Glocke gehängt werben. Jnbem man bie Arbeiter von ber Mitbeaufsichtigung bes Arbeitsnachweises auSge schlossen hat, hat man einen Grunb fortbauernber Unzn- friebenheit geschaffen. Der Arbeitsnachweis sollte in die Hand der Kommunen gelegt werden, wie es schon mehrfach geschehen ist, und an der Verwaltung sollten Unternehmer und Industriearbeiter ihren Teil haben. Liegt er in der einen oder in der anderen Hand allein, so geht es natürlich immer ein bischen willkürlich zu unb einzelne, oft nicht einmal schulbige, müssen für bie vermeintlichen Interessen bes richtenben Staubes ungebührlich bluten. Ein Verzicht barauf unb gemeinsame Arbeit wären vortrefflich. Aber man will nicht! , Ausland. Paris, 23. Februar. Dem „Soir" zufolge ist unter Führung verschiebener progressistischer, rabifaler unb rabital« ! hon Ä* fÜ Wfepttjow * Sm, ler hären r ^Pflanz, brobst Neubn e,.M. N. N.- Ausstreuungen °ch die deutsche ke «entschiedene deutschen Be w als tenben= e gilt von den en der Reichs. Kreter aus de» ltenS des bis 'r der Wieder 'c Reichsregier 'er Beamten in Es ergibt fich tgierung gegen in der Frage ich Beschwerte tose gegen te Weise deuG. interstellen, hei e Unterstützung piatjme einiger elegenfyeit de» !sp richt, ergibt der letztem seinen Bruder er MWiM in Wchigie. :bar. Wü V. .ngt, so ist ti sest auf den $t ! fußt und nid)! Samoa irgendwie rängen obr wr n der Amerikaner leite als möglid) geschlossen. en die fleißigen Schauerleute, die - wollten, heben . Die Fühen daß ba>5 nov L BttiU ans' ächt za rechnen ertagten die ab; weis der Unter- rs an parteiisches mmt, soll on bie nan die Wn rachweises ousge tdaueM W; --iS i»«l‘ IS fcionwW ,Dten Utile* (liegt er IN ► ei.”11” timte ob "* „ ®««W* Ä*?. "«öS«*'6 nt” b ®««l* erem ivel^ oben ob« »°» 5 Derer, i”1 3”11I‘ii bi mit d-> jjin* ,ma«” "7> ScTc? SZS- ÄS?- l« sozialistischer Abgeordneter eine neue Liga zur Verteidigung der republikanischen Prinzipien gebildet worden. Diese Liga soll einen Gegensatz bilden zu der Liga der Vaterländischen. Das Ausscheiden von Mitgliedern aus der Liga der Vaterländischen soll noch immer andauern, dagegen behauptet die Liga selbst, daß die Zahl ihrer Mitglieder fortgesetzt zunehme und 100 000 bereits überschritten habe. Paris, 23. Februar. Seit den frühesten Morgenstunden marschieren Truppen in Paris ein. Es sind zum größten Teile Regimenter aus Saint Quentin, Amiens, Fontainebleau und Versailles, welche zur Spalierbildung herangezogen sind, und das rechte Seineufer entlang Aufstellung genommen haben. Paris, 23. Februar. Die republikanischen Führer der verschiedenen Gruppen der Kammer begaben sich gestern abend zum Präsidenten Dupuy sowie zu den übrigen Ministern und baten, etwaigen Kundgebungen, die heute versucht werden sollten, mit größter Strenge entgegen zu treten. Loudon, 23. Februar. In den englischen Negierungskreisen ist man über die letzten Nachrichten aus dem Sudan sehr beunruhigt. Wie verlautet, befinden sich 20000 Mahdisten kampfbereit. Der Abgeordnete Morley wird die Regierung über die Verhältnisse im Sudan interpellieren. ____________________ Kckales und ProvinMes. Gießen, den 24. Februar 1899. ** Militardieustnachrichteu. Oldenburg, Vizefeldwebel im Landwehr-Bezirk Bonn, zum Leutnant der Reserve des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts Nr. 168, Hebenstreit, Vize- ftldwebel im Landwehr-Bezirk Hamburg, zum Leutnant der Reserve des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168, Eyssen, Lizewachtmeister im Landwehr-Bezirk Frankfurt a. M., zum Leutnant der Reserve des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts. sLeib-Drag.-Regts.) Nr. 24, die Vizefeldwebel: Rothamel ini Landwehr-Bezirk I Darmstadt, zum Leutnant der Reserve des 4. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Prinz Carl) Nr. 118, Scriba, Plagge in demselben Landwehr-Bezirk, zu Leutnants der Reserve des Großh. Hess. Train - Bataillons Nr. 25, Schmitt, Fries, Vizewachtmeister im Landwehr- Bezirk Frankfurt a. M., zu Leutnants der Reserve des Großh. Hess. Train-Bataillons Nr. 25 befördert. Frhr. v. Bülow, Leutnant der Reserve des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zu den Reserve-Offizieren des 1. Garde-Regts. zu Fuß versetzt. ** Vom Sprachvereine. Zu Georg Christoph Lichtenbergs (geb. den 1. Juli 1742 zu Ober-Ramstadt, gest. den 24. Februar 1799 zu Göttingen) hundertjährigem Todestage wollen wir einige sprachliche Bemerkungen dieses Meisters des deutschen Stiles wiedergeben. „Wenn man viel selbst denkt, so findet man viele Weisheit in die Sprache eingetragen. Es ist wohl nicht wahrscheinlich, daß man alles selbst hineinträgt, sondern es liegt wirklich viel Weisheit darin, so wie in den Sprichwörtern. — Wir bewundern zuweilen die Kräftigkeit der Sprachen unausgebildeter Völker; die unsrige ist nickt weniger kräftig; inqerc gemeinsten Ausdrücke sind ost sehr poetisch; aber das Poetische eines Ausdruckes verliert sich, wenn es uns gemein wird. — Man muß zuweilen wieder die Wörter untersuchen, denn die Welt kann wegrücken, und die Wörter bleiben stehen. Sogar die Wörter „unendlich",. „wenig", „immer" haben ja ihre Bedeutung verloreu. — Es ist zum Erstaunen, wie sehr das Wort „unendlich" gemißbraucht wird; alles ist unendlich schön, unendlich besser u. s. w. Der Begriff muß etwas Angenehmes haben, sonst hätte der Mißbrauch nicht so allgemein werden können. — Es macht dm Deutschen nicht viel Ehre, daß „einen anführen" (was sonst mit „anleiten" synonym ist) so viel heißt, als „einen betrügen". — Im Deutschen reimt sich Geld auf Welt; es ist kaum möglich, daß es einen vernünftigeren Reim gebe; idj biete allen Sprachen Trotz! — Das Wort Gottesdienst sollte verlegt und nicht mehr vom Kirchengehen, sondern blos von guten Handlungen gebraucht werden. — Wo die gemeinen Leute Vergnügen an Wortspielen finden und häufig selbst welche machen, da kann man immer darauf rechnen, daß )ie Nation auf einer sehr hohen Staffel von Kultur steht. — es nicht sonderbar, daß eine wörtliche Uebersetzung fast immer eine schlechte ist? und doch läßt sich alles gut übersetzen. Man sieht hieraus, wie viel es sagen will, eine Sprache ganz verstehen; es heißt, das Volk ganz kennen, sie spricht. — Wenn ich ein deutsches Buch mit lateinischen Buchstaben gedruckt lese, so kommt es mir immer so vor, als müsse ich es mir erst übersetzen. — Es giebt Menschen, Sie sogar in ihren Worten und Ausdrücken etwas Eigenes haben, da doch Redensarten durch eine lange Mode so und xidjt anders sind. Solche Menschen sind immer einer Aufmerksamkeit würdig: es gehört viel Selbstgefühl und Unabhängigkeit der Seele dazu, bis man so weit kommt." D.T. A. ** Für die Rekrutierung des Heeres 1899 ist durch rabinettsordre bestimmt, daß die Mannschaften des Trains, )it Oekonomie-Handwerker und die Militär-Krankenwärter, iotoie die Reservisten am 30. September 1899 zu ent- Lafsen sind. Die Truppenteile mit zweijähriger Dienstzeit loben an Rekruten zum Dienst mit der Waffe zu beantragen Pr ein Infanterie-Regiment 890, ein Jäger-Bataillon 238, (in Feldartillerie-Regiment (fahrende Batterien) 528, ein ein Fußartillerie-Regiment 519 Mann. Die Truppenteile mit dreijähriger Dienstzeit haben zu beantragen für ein Kavallerie-Regiment 123, ein Feldartillerie-Regiment (reitende Abteilung) 37 Mann. Für die Detachements Jäger zu Pferde hat die Aufstellung der Berechnung des Rekruten- lledarfs in gleichartiger Weise zu erfolgen. ** Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- jeborenen, betrug in der Woche vom 29. Januar bis 4. Fe- huai in Mainz 20, in Darmstadt 21, in Offenbach 19, .n Worms 14 und in Gießen 12, zusammen 86, davon 28 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 12,9, Darmstadt 15,8, Offenbach 23,2, Worms 20,2 und auf Gießen 5,4. — Die Todesursache anbelangend, verstarben an Keuchhusten 1 (Darmstadt), an Diarrhöe und Brechdurchfall 10 (je 2 in Mainz, Offenbach und Gießen, 1 in Darmstadt, 3 in Worms), an Wochenbettkrankheit 1 (Mainz), an Lungenschwindsucht 13 (6 in Mainz, 4 in Darmstadt, 1 Offenbach, 2 in Gießen), an akuten entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane 10 (je 2 in Mainz, Offenbach und Gießen, 3 in Darmstadt, 1 in Worms), an Gehirn Apoplexie 4 (2 in Darmstadt, je 1 in Worms und Gießen), an sonstigen Krankheiten 41 (8 in Mainz, 9 in Darmstadt, 14 in Offenbach, 7 in Worms, 3 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 6 Personen (je 1 in Mainz und Darmstadt, je 2 in Worms und Gießen). t Von der Lahn, 24. Februar. Wie manchen Lesern des Gießener Anzeigers bekannt geworden, wird der Professor der Physik Dr. Otto Wiener Ende März die Universität Gießen verlassen und einem ehrenvollen Rufe nach Leipzig Folge leisten. Nur ungern verlieren die Schüler und Zuhörer des hochverehrten Mannes den teuren Lehrer, dessen beredten Worten und Vorträgen sie so oft aufmerksam gefolgt sind, und der cs in so vorzüglicher Weise verstanden hat, ihr Interesse für die von ihm vertretene Wissenschaft zu fesseln. Dazu kam, daß Professor Wiener in der liebenswürdigsten Weise stets bereit war, auf Wünsche und Bitten, die ihm mit Rücksicht auf sein Fach nahe gelegt wurden, einzugehen und strebsame Zuhörer in jeglicher Art zu fördern. Diese Verbindung wissenschaftlicher Tüchtigkeit, besonderer Lehrgabe und liebenswürdigen Entgegenkommens haben den leider bald scheidenden Lehrer vielen Schülern überaus lieb und wert gemacht; und indem wir dem Prof. Dr. Wiener für seine Vorträge und gesamte Lehrtätigkeit geziemenden und ergebensten Dank sagen, wünschen wir ihm für sein wichtiges Amt in Leipzig langjährige, ungetrübte, körperliche und geistige Frische und eine erkenntliche Zuhörerschaft. + Tübingen, 23. Februar. Der Straßenwärter Henning hat sich gestern abend durch den um Uhr hier eintreffenden Güterzug überfahren lassen. Die arg verstümmelte Leiche wurde kurze Zeit nach dem Vorfall unweit des Viadukts aufgefunden. Der Körper scheint eine größere Strecke geschleift worden zu sein, denn man fand Blutspuren und Körperteile an verschiedenen Stellen des Bahndammes. Dem Anschein nach hat der Verlebte in einem Anfall von geistiger Umnachtung den Selbstmord verübt. Aus Oberhefieu, 21. Februar. Das diesjährige Gau- turnfest des Gaues Hessen wird, wie auf dem vorgestern zu Gießen stattgehabten Gauturntage beschlossen wurde, am 17., 18. und 19. Juni in Friedberg gefeiert werden. Als Festort für die am 10. September stattfindende Turnfahrt wurde Klein-Linden bestimmt. Erbes Büdesheim, 22. Februar. Einen sehr beschäftigten Mann besitzt unsere Gemeinde. Dieser ist nämlich Schnhmachermeister, katholischer Kirchendiener, Glöckner, Konsumvereinsdiener, Polizei- und Gemeindediener, Friedhofsdiener, Reiniger der Seufzerallee, des Gemeindehauses, der freien Plätze, des Spritzenhauses und der Spritzen, Laternenputzer und -Anzünder, und in seiner „freien" Zeit noch Gartenschützs Aus Rheinhessen, 20. Februar In den Weinbergen hat man bereits mit dem Schnitt der Reben begonnen. Letztere bieten für die Winzer ein wenig hoffnungsvolles Bild. Selbst der gelinde und trockene Winter war nicht imstande, das massenhaft vorhandene schlechte, kranke Holz gesund zu machen. Erfahrene Winzer stellen die Behauptung auf, daß sie seit langen Jahren nicht so schlechtes Holz gesehen hätten wie heuer. Die Hälfte der Reben ist schwarz und blackig. Viele Stöcke müssen deshalb auf Holz und nicht auf Frucht geschnitten werden. Der quantitative Ausfall des nächsten Traubenherbstes wird also vom Winzer zum besten des Fortbestandes seiner Reben freiwillig be- fchränkt. _________ _______________________________________ Vermischtes. * Zm Schueesturm umgekommen. An einem der schönsten Punkte der Vogesen, an der von Münster im Elsaß nach Gerardrner führenden romantischen Schluchtstraße, hat der vor kurzem verstorbene Großindustrielle Alfred Hartmann in der Höhe von über 1000 Metern einen Gasthof erbauen lassen, der den Namen Hotel Altenberg trägt. Dort oben hat im vorigen Jahre Lord Salisbury, der englische Ministerpräsident, einige Wochen zugebracht. Wie aber im Winter auf diesen Vogesenhöhen Sturm und Wetter hausen, beweist folgender hier im Auszug wiedergegebener Bericht des „Bote vom Münsterthal" über einen Unglücksfall: „Am vergangenen Mittwoch fuhren drei Herren von Münster nach dem Hotel Altenberg. Kurz vor der Auffahrt zum Hotel bemerkte der Kutscher im Straßengraben einen Hut. Dadurch aufmerksam gemacht, begab er sich nachher wieder an die Stelle zurück, wo er zu seinem Schrecken den von Füchsen aufgefressenen, entsetzlich entstellten Leichnam eines Mannes im Straßengraben liegend fand. Der Kutscher machte den drei Herren Mitteilung von feinem qraufigen Fund, worauf sie herbeikamen und in den Kleidern des Toten nach Papieren forschten, die zur Feststellung seiner Persönlichkeit dienen könnten. Man fand ein fast neues Portemonnaie mit etwas Geld, eine Jnvalidenkarte, die auf den Namen Johann Buschi, Säger, geboren am 27 März 1852 zu Aargau (Schweiz), lautete, ein Arbeitsbuch und ein Lohnbuch. Die letzte Jnvalidenkarte war mit dem Datum des 26. Dezember in Freiburg entwertet. In dem Arbeitsbuche fanden sich Zeugnisse, nach denen der Verunglückte ein treuer, fleißiger Arbeiter gewesen sei. Es ist erschütternd, zu denken, daß der arme Säger, der wahrscheinlich in Frankreich Arbeit suchen wollte, nur 50 Meter vom schützenden Hause entfernt, vor Erschöpfung zusammenbrach und im Toben des wilden Schneesturmes in rauher Bergeseinsamkeit den Tod fand. Zum Unglück hatte auch der große Bernhardiner des Hotels Altenberg, der sonst die Umgebung abstreift und seine Fähigkeit zum Auf- suchen von Menschen schon bewiesen hat, gerade zwischen Weihnachten und Neujahr Junge geworfen und wurde deshalb eingesperrt gehalten. * „Küß' mich nicht!" Eine nachahmenswerte Einführung haben die praktischen Engländer zum Schutze ihrer Kinder gegen ansteckende Krankheiten getroffen. Man sieht in London, wo gegenwärtig Influenza und DiphtheritiS stark umgehen, kleine Mädchen und Knaben, auf deren Hutbänder die warnenden Worte: „Don’t kise me!“ eingewebt sind. Sicherlich werden hierdurch viele Leute abgehalten, ihre Kinderfreundlichkcit durch Küsse zu be Ihätigen, die erfahrungsgemäß schon manchem gesunden Kinde den Keim einer gefährlichen Krankheit gebracht haben. * Zum neuesten Äubreegerücht. Das russische Ministerium des Aeußern hat vom Gouverneur in Jenisseisk folgende aus Krasnojarsk vom 20. datierte Drahtmeldung erhalten: Die Mitteilungen des Blattes „Jenissei" bezüglich der Expedition Andree haben sich, wie die von dem Inspekteur der Minen vorgenommene Untersuchung an Ort und Stelle ergab, nicht bestätigt. Wie seiner Zeit betont wurde, konnte nach Lage der Dinge kaum ein anderer Ausgang der An- gelcgenheit erwartet werden. * Zölle auf Cuba und Portorico. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Am 1. Februar wurde vom Kriegsdepartement in Washington für alle Hafenplätze Portoricos und aller von Spanien geräumten, östlich vorn 74. Grad westl. Länge gelegenen westindischen Inseln der neue Zolltarif in Kraft gesetzt. Derselbe entspricht im Wesentlichen dem Zolltarif, den die Vereinigten Staaten am 1. Januar 1899 für die von ihnen besetzten Häfen Cubas erlassen hatten, und welcher am 1. Februar im „Reichsanzeiger" veröffentlicht wurde; doch sind die Zollsätze größtenteils niedriger als die für Cuba. * Die Gehaltsbezüge des sranzöfischen Staatsoberhaupts. Die Bezüge des Präsidenten der französichen Republik sind weder durch die Verfassung noch durch ein Gesetz bestimmt, sie werden einfach alljährlich im Budget aufgeführt. Der eigentliche Gehalt ist bisher regelmäßig auf 600000 Frs. für das Jahr festgesetzt worden. Die Repräsentations- und Reisegelder wurden 1873 von 162400 Frs. auf 300000 Freund 1876 auf die jetzige Ziffer von 600000 Frs. erhöht. (Für die Reise Fanres an den russischen Hof wurde eine besondere Entschädigung gewährt.) Der Präsident bezieht also jährlich 1200000 Frs., die ihm monatlich in zwei besonderen Anweisungen ausgezahlt werden. Die ehemaligen Zivillisten zeigen große Unterschiede. Am 26. Mai 1791 bewilligte die Nationalversammlung dem König und dessen Hausstaat eine Zivillifte von 25 Millionen Frs., welche die gesetzgebende Versammlung vom 10. August 1792 wieder aufhob. Der erste Konsul erhielt 500000 Frs., die beiden Mitkonsuln mußten sich mit je zwei Dritteln dieser Summe begnügen. Das erste Kaiserreich führte die Zivilliste von 1791 — 25 Millionen — wieder ein. Unter der Restauration stieg die Zivilliste auf 32 Millionen, dann sank sie unter der Juli-Monarchie auf 13 Millionen herab. Nach der Revolution von 1848 erhielt zunächst General Cavaignac als Oberhaupt der ausübenden Gewalt 120000 Frs. zu- erkannt; die Verfassung vom 4. November setzte dann den Gehalt des Präsidenten der Republik auf 600000 Frs. und überließ die Höhe der Repräsentationskosten dem Gutdünken der Kammer. Das zweite Kaiserreich stellte wieder die Zivilliste von 25 Millionen het. * Ein Silberkranz für das Bismarck Mausoleum. In Stendal ist gegenwärtig der kunstvoll gearbeitete Silber- kranz ausgestellt, der von den Offizieren und oberen Be amten des ehemaligen 26. Landwehr-Regiments (Bataillone Stendal und Burg) für das Bismarck-Mausoleum in Fried- richsruh gestiftet ist; die Widmungsinschrift sagt, daß der Kranz „dem Andenken des verklärten einstmaligen Regimentschefs" geweiht ist. * Johann Orth. Trotz aller entschiedenen Dementis der Nachrichten, daß Erzherzog Johann noch am Leben sei, tauchen solche doch immer wieder auf. Die neuesten Meldungen finden wir diesmal in den „Times". Deren Pariser Korrespondent telegraphiert nämlich: Nach einem Briefe aus Argentinien lebt der österreichische Erzherzog Johann, dessen lange Verschollenheit als ein Beweis seines Todes betrachtet wurde, mit feiner morganatischen Gattin auf einer Farm am Parana, und ist mehr als je entschlossen, auf die Vorrechte seiner Geburt zu verzichten. * Die BenueExpedition. Mit den Vorbereitungen zur BennZ-Expedition ist man dem Vernehmen nach andauernd beschäftigt, auch über die Wahl sowohl des Führers als der übrigen Mitglieder scheint man so ziemlich schlüssig zu fein. Ein Abschluß der Vorbereitungen, wie der Abgang der Expedition ist noch nicht abzusehen und zwar deshalb, weil die Verhandlungen mit der Royal Niger-Gesellschaft nur langsam vorwärts gehen. Im Jahre 1893 hatte sich diese Gesellschaft mit Rücksicht auf die französischen Unternehmungen am Benuö und nördlich davon gegen die deutsche Kamerun-Expedition recht entgegenkommend erwiesen. Jetzt fehlt der französische Gegendruck, deshalb scheint die Stimmung umgeschlagen zu sein. Aus mehreren Gründen wäre es wünschenswert, wenn der geplante Uebergang des Gebietes der Royal Niger-Kompanie in britische Reichsverwaltung sich bald vollzöge. Schließlich wird nichts übrig bleiben, als auch einen deutschen Dampfer nach dem Benuö zu bringen, damit wir volle Bewegungsfteiheit erhalten und nicht mehr in dem gesamten Verkehre von den Engländern abhängig sind. Verkehr, Kmd- Md Volkswirtschaft. 22. Februar. Frachtmarkt. Rother We h. Is. vormittags 11 Uhr, festgesetzt. F®efct- nGro 0««Ujez» entsprechender Aufschrift versehen bis E.chen: 2 Stämme 2. Kl. — 3,06 km, zum 5. März d I., vormittags * * 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Durchmesser, — 0,30 km. Lmdenstämme, 6 m lang, 22 bis 24 cm Durchm., — 0,53 km, Fichtenstämme, 12 bis 15 m lang, 12 b:s 18 cm Durchmesser, — 6,34 km, Fichtenftangen (Gerüststangen, Sparren, Leiterbäume) — 37,47 tm, Die vorj Eksöal- auf »vd biefdbe die-erholen w,rb uns * r. Die Teform, bittet remmunakn)ig [oD- kommt fi( wohl vo Q b-grilß Führung eii » u„ Nutzholz- Versteigerungen in den Gemeindemaldungen Reis- 370 18 244 362 7060 1. Gemeindewald Weidenhausen Reiser b Uhr auf dem Verwaltungsbureau, Radcl: 40 Stämme 3 und 4. Äf. | offen. Beginn der Versteigerung 10 Uhr vormittags im Hinterwald am alten Münzenberger Weg. Das Nutzholz kommt alsbald nach Beginn zum Gießen, 23. Februar 1899. Gioßherzogl. Verwaltungs-Direktion!^ km, 301 Stangen 1. bis Derb, 26 rm Stock und 549 rm Reifer. Groß-Rechtcnbach, 17. Febr. 1899 1564 Das Bürgermeisteramt. 4. Kl. — 1,45 km, 55 Stangen 1. bl» 3. Kl. und 17 rm Nutzholz; Weichholz: 2 Stämme 3. Kl. = Kein Hustenmittel übertrifft Kaisers Brust-Karamellen, j notariell beglaubigt« tiUUÜ Zeugnisse beweisen den sicheren Erfolg, bei Husten, Heiserkeit, Catarrh und 5UM1, ItM w brigdtat N en ^aos s. Ä das ?Qnnti stnsrr \ Dackeli Is en Me «Wifö, Nt b Dann Ho» e Dann; to£ Gibt e Doch e H n Zr der chirurgrschcn und ophthalmolog. und 21 rm Nutzholz. -------- ----- Groß-Rechtenbach, 15. Febr. 1899. Lehrling mit guten Schulkeninniffen gesucht. Wellen, gleichzeitig: Eichenstamme bis 77 cm Durchmesser mit 43,88 km, » Buchenstämme mit 4,94 km, I Fichtenstämme mit 0,65 km, : Fichten-Derbstangen, : Hainbuchen, Langwieden. Zusammenkunft auf dem Heuweg Submission. Für die Groß'), chirurgische und ophthalmologtsche Uiüversitäts-Klu if fallen für das Rechnungsjahr 1899/1900 am dem Wege der öffentlichen Submission vergebe werden: 1. Die Lieferung von: Backwaren, Fleischwaren, Spezereiwaren, Mineralwasser, Milch, Buller, Eier, Bier, Eis, Schreibmaterialien, Bürstenwaren, Porzellan- und Glaswaren, Putzmaterialien, rm Buchen-Schrlter, „ Eichen-Werkscheuer, „ Buchen- u. Eichen Knüppel, „ Buchen- und Eichen Stöcke, Stück Buchen- und Eichen- Vossius. I 1516 Da» Büraermeiffer-Amt. tzs wir gebracht, d« Regiments f W. Irs., je rlihrnachm mt Lchußri Baches geger Schießen mit Das für welches 2 S nach Beendi betreten wer Inrch die T -nrch dieA Ne Straße He Straße Die vi fir den Bi Gießer unter den alsdann bekannt gemacht! ~ # in der werdenden Bedingungen in der Be- Gräflichen VbersörstereiArnsbiirg. Hausung d-s K. Göbel dahier öff-nl. Donnerstag den 2. Mär, uep versteigert werden. Iwerden aus den Distrikten Scheib-l, Londorf, am 22. Februar 1899. Tannengarten und Hinterwald des Der Bauverwalter. IFeldheimer Waldes bei Hungen Unger. 167? versteigert: ———————■ - -------- | 1 Brrkenstamm. 8 m lang, 22 cm empfehle allen denjenigen, welche Freunde einer durchaus erfahren ist, gesucht. guten, ,chmackhaflen Suppe sind, angelegentlicksl. Zu erfragen in der Expedition." UM Erhältlich auch in einzelnen Täfelchen A 10 Pfg. I 05971 Ein sauberes Laufmädchen für zwei gute Portionen. 1077 s sofort für vormittags gesucht. Ph. Herrmann« SelterSweg 33. |Neustadt 1, H. 4. Das Reinigen der Senkgruben ^cheu und ^etvenyausen i und das Foitfchaffen des Kehrichts, den S8., d. MtS.1 50 5. Die Abgabe von Gespül, Knochen ^gmn vormittags 9 Uhr Distrikt ec - " 'Lützerfeld 18a, Gcmemdewald Reis- kircheu und endigt im Gemeinde- Blöcke Die' Bedingungen^ hegen^an* den Iroalb Weideuhaufeu. Das allerbeste AAgehelldk tititinfninntn ,, .. für ein Manufaklurwarengeschäft per vUssktr, 1. Aprll d. I. gesucht. Bevorzugt solche, Wageufett, die mit der Landkundschaft vertraut sind. . 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I ----i-----Vosfiu^.— Atbeiisbeschreibung und Bedingungen sind während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nc. 7 einzu fehtn und Angebote auf Bord'uck — 12,85 km und 2 rm Nutzholz I Reiferprüg. Verdingung. iNutzholz -Versteigerung1 Das Setzen nnb Reinigen Aürstliche Höersörflerei Koflensolms d" Oesen in den h^uichm Ge. ^ den «. März 1K9», v°rmitta«s 11 Uhr, in der Gastwiii b-ind-n>mR-chnungii°hiel89S/lSVv » f4aft von Saenger ,u Hohensolms. R Distrikt Annawald. Sichenft-mmhoiz: 3 St. mit 2,80 fm WlllllllA okll 0. Mllk^ o. ^6., 14o„5o cm Durchm. 22 St. mit 19,09 fm, 40—50 cm Durchm. 8 St. vormittags ll8/i Uhr, m,t 2,23 fm, 15—19 cm Durchm. Eichmstangen: 8 St. — 0,42 fm, öffentlich verdungen werden n —13 cm Durckm Distrikt Pfaffeustrauch (nahe bei Hohensolms, Vorgesehen sind das Setzen be$ro. QUte Abfahrt). Hicheustämme: 2 Stück mit 8,65 fm, 58 und 63 cm ' Umsetzen von 185 Defen “nb ^ur^m.; 15 m., - « , . • • «, ©tefe.n Den 22 R bruat 1899 Gießen, den 22. Februar 1899. Distrikt Oruudwald, Abt. 5. Hichengämme: 6 St. mit 5 62 fm, . ' 5DaTstabtbauamt Da« ©tadtbauamt. 29-40 cm Durchm. 28 ©t. mit 4,64 fm, 15-42 cm Durchm Eichen, -'«-n durchaus tuchen, soliden, ©chmandt. 1690 Schmandt. 1693 fangent 72 St. mit 5,24 fm, 10-14 em Durchm. 1 Buchmstamm mit kunaen Wann ------------------------I _____ ______________ mit 1,07 fm, 43 cm Durchm. 3 Erlenftämme mit 0,50 fm. 2 rm J ® , ... w Verdi« gung. ÜMmfirftritlUt ^Wn.Wol» in Rollen. Distrikt Eicheisberg. Sichenliämrne: Die zum Aus. und Abschlagen Atohlenireserung. 55 St. mit 12,42 fm, 16-32 cm Durchm. ©langen: 9 St. mit 0 77 fm hi Je* des Freibades, sowie der Schutz ssgr die Grobh. chirurgische und 13 und 14 cm Durchm. Iichtenllömme: 119 St. mit 43,71 fm, 15 bis! Pbowäiapb». an dteExpeditton buie« gddnt>er in der Lahn erforderliche ophihalmologifche Universität» Klinik 129 cm Durchm. Aichteustaugen: 161 St. mit 16,05 fm, 9—14 cm ——*-—;--------i—— Zimmer- bezw. Schreiner- soll n für das Rechnungsjahr Durchm., Länge b-s 18 Meter. Kiefern- und Aärchenst.: 30 St. mtt jlüFl tÖftlt. iUCtQtirllfU. arbeit soll 1^99/1900 auf bem öffentlichen Sub- 9,20 fm, 15—24 cm Durchm., Küfern- und Lärch nstangen: 28 St. mit kjc mit Masckinenarbeiten vertraut sind, Wontaa bfll 6 fflän d Is., Missionswege vergeben werden: 3,21 fm, 11 — 14 em Durchm. 1700^ auf sofort gestickt. 162fr 9 - - 1 Die Lieferung von za. 2000 Ztrn. Das Eichenholz, zum Teil von vorzüglicher Beschaffenheit, liefert _____________________________________ Hüttenkoks Material für alle Verwendungszwecke — Schreiner-, Glaser-, Zimmermann-, 1 ncaai« Die Lieferuna von za. 800 Ztrn. Wagner- und Grubenhölzer. — Annawald, Pfaffenftrauch, Scheuerwald, WVJlAVDöCli . melierten Kohlen, I Grundwald dicht an der Chausfte Hohensolms-Wetzlar bezw. Gießen. ^Mehrere ältere Schloffer und Die Lieferung von za. 3000 Ztrn. Anthracitkohlen. GkMfiildfwald Müllchhchhausku Donnerstag den 2. März d.J. Näheres bei Gebr. 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Weichholz: 1 rm Derb und m, Alter von i6 ms ie Jahren gesuckt.. 15 rm Reiier. Nadel: 144 rm 1585 Heinrich Arnold II. Nutz-undBrennholz- bem| Versteigerung sind im sicher Stadlwald. Mittwoch den 1. März vormittags um Ä Uhr be Die ^uschlagssnst beträgt 4 Wochen, ginnend, sollen im Sicher Stadtwald, Sieben, den 23. Fedmar 1899. Distrikt G-obhäuserderg, °-rst-.g-U ' ° ' werden: ~—;-------—;------------ Schmiede finden dauernde Be- Hlllzvrrsteigcrung |yx,.. >„ w .'S?, vormittags liy4 Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen sind I 2. während der Dienststunden bei uns auf Zimm r Nr. 6 einzuschen unb 3. Angebote auf Vordruck bis zum genannten Termin daselbst einzureichen. Die Bedingungen liegen auf Zuschlagssrist 14 Tage. Verwaltungsbureau offen. Gießen, den 22. Februar 1899. Offerten, versiegelt und mit Das Stadtbauamt. 'pcechender Aufschrift versehen, Schmandt. 1691 bU zum 11. März d. I, vor- Berdingung. I mittags W Uhr, -inM-ich-n. Die Räumung von Flut- Lehrling mit guter Schulbildung per sofort oder Ostern unter günstigen Bedingungen ge sucht. 138» R. Oppenheimer Sohu, _____________Likörfabrik.__ Bus das Kontor einer liiefigen Cigarrenfabrit wird zu Osiern ein Lehrling mit der Berechtigung zum