1809 Nr. 48 Erstes Blatt. SWHiz, Samstag den 25 Februar Me Unzeigea-V«r»itt1»mtzSßelleu des Ja- ar* Ausland«« «tarnen Hnj«iflra fit ben Girßcner Anj»ger entgegen. Rebatrion, Expedition und Druckerei: Sch»kstr«ße Ar. 7. Amts- ttnd Anzeigeblatt für den Äreis Gieren. I ■ Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde.__________ «»»ahme 6ee Anzeige» zu der nachmittags für den s»tgeuden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Adreffe für Depeschen: Anzeiger H letze». Fernsprecher Nr. 51. unserer Justiz. (Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner hierfür zur Ordnung). Staatssekretär Nieberding hält es in Ueberein- stimmung mit dem Standpunkte des Abg. Roercn für zulässig, daß der Reichstag Sinn und Tragweite reichsgesetzlicher Bestimmungen diskutiere. Aber die Art und Weise, wie hier soeben die Rechtsprechung von Gerichten in Einzelfällen vorgeführt und kritisiert worden sei, sei entschieden zu verurteilen, und er müsse sich dagegen verwahren, daß in dieser Weise die Rechtsprechung vor das Forum des Reichstages gezogen werde. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) protestiert zunächst gegen den Ausdruck Verbrecherbande, den gestern Abg. Stadthagen auf Unternehmerorganisationen angewandt habe und berührt dann die Fälle in Löbtau und Eisleben. Schließlich verteidigt er noch das System der Akkordarbeit. Sächs. Generalstaatsanwalt Rüger bemerkt, bis jetzt sei ihm noch nicht der Gegenbeweis geführt worden, daß das „Dresdner Journal" den Fall Löbtau nicht ganz richtig dargestellt habe. Herrn Gradnauer wolle er auf seine Angriffe gegen die sächsische Regierung erwidern, daß die sächsische Regierung stets ihre Pflichten gegen das Reich treu erfülle. Dasselbe gelte von den sächsischen Behörden. Abg. Heine (Soz.) geht zunächst auf die Frage des Strafvollzugs ein. Die Behandlung der Schriftsteller in Gefängnissen, besonders der sozialdemokratischen, sei ein Skandal für Deutschland. Der Generalstaatsanwalt Rüger habe gestern von Entgleisung des Parlamentarismus gesprochen. Wer aber sei hier entgleist? Das werde wohl jedermann wiffen. Heiterkeit). Das „Dresdener Journal" habe den Löbtauer Fall nicht der Wahrheit gemäß dargestellt. Es habe die öffentliche Meinung systematisch irregeführt. Das „Dresdener Journal" habe unerwähnt gelassen: die schwer beschwipsenden Worte des Unternehmers; ferner das, was über die notorische Rohheit des Unternehmers ermittelt sei. Noch ein paar Tage vor dem Löbtauer Fall habe der Unternehmer harmlose Leute mit dem Revolver bedroht. Hauptsache sei aber die wissentlich falsche Darstellung, als ob es sich in Löbtau um gewerkschaftliche, sozialdemokratische Aufhetzung gehandelt habe. Nicht die That in Löbtau sei eine Frucht der Verhetzung gewesen, sondern das Urteil. (Rufe: Sehr richtig!) Die Scharfmacherei habe ein solches Urteil mit sich gebracht. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) ________ Generalstaatsanwalt Rüger verteidigt nochmals die Publikation im „Dresdener Journal". Der Abg. Heine sei es gewesen, der die Lügen in die Luft habe fliegen lassen, (Große Unruhe und Zwischenrufe). Erschreckt sei das Publikum nicht über das Urteil, sondern über die Zustände, wie sie sich in Sachsen unter der Herrschaft der Sozialdemokratie entwickelt hätten. (Ruf von den sozialdemokratischen Bänken: Frechheit!) Vizepräsident Schmidt, lebhaft klingelnd, ruft den Abg. Frohme (Soz.) wegen des Rufes „Frechheit" zur Ordnung. Abg. Frohme (Soz.): Und es war doch Frechheit! Vicepräsident Schmidt: Bitte, schweigen Sie, andernfalls werde ich andere Maßregeln treffen. Abg. Oertel (kons.) kann sich nur mit Mühe Gehör verschaffen, so groß ist der Lärm. Redner verteidigt die sächsischen Richter und bemerkt, die Verantwortung falle auf die Hetzer, welche indirekizzu solchen Blutthaten aufgereizt haben. (Beifall rechts). x t . Abg. Schmidt- Warburg (Centr.) plardirt eingehend gegen den Gedanken einer Erhöhung der Revisionssumme. Abg. Heine (Soz.) wendet sich nochmals gegen den Generalstaatsanwalt Rüger und schließt: Wir werden uns in unserem Vorgehen auch durch Schmähungen vom Bundesratstische nicht abhalten lassen, (Beifall). Präsident Graf B a l l e st r e m erteilt dem Abg. Heme dieses Ausdrucks halber einen Ordnungsruf. Der Titel Staatssekretär wird genehmigt, die Resolution Beckh angenommen. Morgen 1 Uhr. Fortsetzung der Etats-Beratung. (Schluß 5i/2 Uhr.) Halsentzündung erkrankt und muß für einige Tage das Zimmer hüten. Berlin, 23. Februar. Der Bundesrat ist heute vormittag zu einer Plenarsitzung zusammengetreten und hat der von den betreffenden Ausschüssen angenommenen Novelle zur Gewerbeordnung, betreffend die Stellung der Gesindemakler und kaufmännischen Angestellten usw. zugestimmt. Berlin, 23. Februar. In der Budget-Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Extra- Ordinariums des Etats des Reichsamts des Innern fortgesetzt. Die Ansätze der Regierung wurden durchweg unverändert genehmigt, darunter 3 534 000 Mark zur Beteiligung an der Pariser Weltausstellung, 100000 Mark zur Ausrüstung einer Tiefsee-Expedition, 50000 Mark für ein Kaiser-Friedrich-Standbild in Berlin und 50000 Mark zu den Kosten des Straßburger Goethe-Denkmals. Berlin, 23. Februar. In der Reichstags-Kommission für die Novelle zum Bankgesetz wurde heute die Beratung über Artikel 2 fortgesetzt und dieser nach Ablehnung einiger Anträge auf Abänderungen gemäß dem Vorschläge der Regierungsvorlage gegen 9 Stimmen angenommen. Morgen werden die Beratungen fortgesetzt. Berlin, 23. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Beratung des Etats des Finanzministeriums, Titel „Diensteinkommen-Verbesserung für Unterbeamte und einzelner Kategorien der mittleren Beamten", fortgesetzt. Hierzu stand der Antrag Gothein und Wiemer zur Beratung bezüglich der Einkommen-Verhältnisse einzelner Kategorien von Beamten. Nach längerer Debatte wurden die Anträge durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Morgen: Kleine Vorlagen und Finanzetat. Berlin, 23. Februar. In der Angelegenheit der Spieler-Affaire sind noch weitere Verhaftungen zu erwarten. Gestern wurde ein Regierungs-Referendar v. M. vernommen, der auch Mitglied des Klubs der Harmlosen gewesen sein soll. Nach einer anderen Meldung soll derselbe bereits verhaftet sein. Die Verhaftungen erfolgen meistens deshalb, um einer Verschleierung des Thatbestandes vorzubeugen. Die Zeugen-Aussagen sind vorläufig noch sehr unbestimmt und wenig belastend. Berlin, 23. Febraur. Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat heute vormittag über das Fleischbeschaugesetz beraten. Die Referenten, Herr v. Mendel-SteinfelS und Dr. Dammann-Hannover, hatten eine längere Resolution vorgelegt, in der die Stellungnahme zu dem Gesetz, sowie die zu beantragenden Aenderungen bezeichnet waren. Ueber letztere bestanden jedoch mehrfache Meinungsverschiedenheiten, so daß beschlossen wurde, nur die ersten beiden Abschnitte der Resolution anzunehmen und die weiteren Abänderungsvorschläge den maßgebenden Stellen zur Erwäguug zu unterbreiten. Die Resolution in der hiernach beschlossenen Fassung lautete: „Der Deutsche Landwirtschaftsrat beschließt: 1) Der Erlaß eines Reichsgesetzes betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau entspricht den berechtigten Forderungen der deutschen Landwirtschaft nur dann: a. wenn in dem Gesetz selbst (nicht durch Bundesratsverordnung!) ausländisches Fleisch und ausländische Fleischkonserven genau nach denselben strengen Grundsätzen der Kontrolle behandelt werden wie die inländische Waare gleicher Art, b. wenn alle nicht oder nicht sicher kontrolirbaren Körperteile von Tieren sowohl wie Fleischkonserven (auch Würste) ausländischer Herkunft, sofern sie nicht untersucht sind, von der Einfuhr überhaupt ausgeschlossen werden, c. wenn nach Erlaß dieses Gesetzes in all denjenigen Staaten, in welchen dies noch nicht der Fall ist, eine obligatorische öffentliche Schlachtviehversicherung unter Heranziehung von öffentlichen Mitteln eingerichtet wird. 2) Der Vorstand wir beauftragt, an den geeigneten Stellen (Reichstag — a und b — und Bundesregierungen — c —) diese Beschlüsse nachdrücklichst zur Geltung zu bringen." — Dieser Beschluß wurde angenommen mit einem von Herrn v. Stockhausen beantragten Zusatz zu § 14 des Gesetzes. M.P.C. Berlin. Gegenüber den neuerdings wieder in Kurs gegebenen Nachrichten über einen nach dem Geburtstage des Fürsten Hohenlohe zu erwartenden Wechsel in der verantwortlichen Leitung der Reichsgeschäfte, wird uns aus Kreisen, die den regierenden nahestehen, versichert, daß der Kaiser gar nicht daran denke, den jetzigen Reichskanzler gehen zu lassen. M.P.C. Anläßlich der in der Budgetkommission des Reichstags neuerdings hervortretenden Neigung, Abstriche an den Heeresforderungen zu machen, wird in politischen Kreisen daran erinnert, daß auch der vorige Reichskanzler Graf Caprivi sich auf den Standpunkt gestellt habe, es gehe nicht an, den Zuschlag dem Mindestfordernden zu erteilen. i'mOi \ sh er“, brradwerke • & Jaenicke ichönau. Ner»a»preiL viertrliätzrlich ! Mark 20 W «o-atluh 75 Pf*, ■ü Bri»-erloh»- 8« Postbkt»« r »art 50 W »iertkljährtuh. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS- Die Gießener I«»rtte«Vtätter »erden dem Anjeiger «ücheuUich viermal beigelegt. M und dem »t Qösseldo^L Deutsches Reich. Berlin, 23. Februar. Die „Post" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die Gerüchte von einem bevorstehenden Rücktritt des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe gänzlich erfunden find. Berlin, 23. Februar. Minister Thielen ist an einer ine i teste luüer. arkel HchJ^ S-L such verpaß" [f t ____ Muscht, in ' 60lfv bie ine Falle Löbtau vor sich zu haben. Weiter wendet er sich ?ie ss^Äts'3^ 9eSen den Abg. v. Stumm und dessen Anschauungen, daß die Strafmaße in diesem Falle keineswegs zu hart seien. Redner bringt den Fall Eisleben zur Sprache, wo die hukuder^^jtioü Parteigenossen des Herrn v. Stumm am 31. Mai 1891 z .gegen eine sozialdemokratische Versammlung mit Gummi- München, Eisenstäben rc. gewütet hätten, im Verein mit ' eimem sicherlich auch reichstreuen Polizeisergeanten. In ,r anflt p bisfem Falle sei nur auf mäßige Gefängnisstrafe erkannt " btt v .4 in »arben; hinterher seien Begnadigungen erfolgt. Das Ur- Uiil im Löbtauer Falle sei ein Klaffenurteil, ein Schandmal tot,, '""«en, fomi,, ""««S1« bm„ Mehener Anzeiger Hmeral-Anzeiger W iin» tlfS"' irakische Partei, sondern daß auch ganz andere Kreise so OE mgünstig über die sächsische Rechtsprechung urteilten, be- - Si weise ein Artikel der „Münchener Neuesten Nachrichten" n' lRedner verliest denselben) vom Vorjahre, in welchem die r&cCfferttn* sächsische Rechtsprechung parteitendenziös genannt werde. . Provis'°".ß^ toiter verbreitet sich weiter darüber, wie durch die Mit- - tenlungen im „Dresdner Journal" das Publikum thatsächlich **i den Glauben versetzt worden sei, das Urteil Amtlicher Teil. Polizei-Verordnung. Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizei-Verwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 und der §§ 142, 143 und 144 dc« Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird mit Zustimmung des Magistrats der Stadt Frankfurt a. M. und des Kreis-Ausschuffes des Landkreises Frankfurt a. M. für den Stadt- und für den Landkreis Frankfurt a. M. nachstehende Polizei-Verordnung erlassen: Artikel 1. Der Absatz 1 des § 3 der Polizei-Verordnung vom 24. Dezember 1897, den Verkehr mit Milch, insbesondere mit Kuhmilch betreffend, erhält folgende veränderte Fassung: § 3. Voraussetzungen für die Zulässigkeit (Marktfähigkeit) der Vollmilch im Handelsverkehr ist, daß dieselbe bei einer Temperatur von 15 Grad Celsius ein spezifisches Gewicht von 1,028 bis 1,034, sowie einen Mindest-Fett- gehalt von 3 Prozent hat. Abgerahmte Milch dagegen muß bei 15 Grad Celsius ein spezifisches Gewicht von nicht unter 1,033 zeigen. Artikel 2. Auf Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrift des veränderten § 3 findet die Bestimmung im § 13 der Polizei-Verordnung vom 24. Dezember 1897 Anwendung. Artikel 3. Diese Polizei-Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Frankfurt a. M., den 30. Januar 1899. Der Polizei-Präsident. I. V.: v. Weht8. Deutscher Reichstag. 40. Sitzung vom 23. Februar. 1 Uhr. Die Beratung des Etats des Reichsjustiz- «mts wird fortgesetzt. Abg. Hilpert (Bauernbd.) empfiehlt Einführung der bedingten Verurteilung. Abg. R o e r e n (Centr.) erklärt, mit aller Bestimmtheit, ■ser Auffassung des sächsischen Generalstaatsanwalts widersprechen zu müssen, daß der-Reichstag zur Besprechung richterlicher Entscheidungen nicht kompetent sei. Der Reichstag habe das unbeschränkte Recht dazu, wenn er glaube, daß ein Urteil ausdrücklichen reichsgesetzlichen Vorschriften zuwiderlaufe. Redner wendet sich jetzt dem Löbtauer Falle zu. Zugeben müsse er, daß das Strafmaß exorbitant hoch 'sei, und daß in weiten Kreisen die Ansicht bestehe, daß die Strafzumessung durch die Erwägung beeinflußt sei: die Angeklagten gehören der sozialdemokratischen Partei an, »daß sie im Strafmaß für die Sünden ihrer Partei mit- Müßen hätten. Redner empfiehlt lebhaft die Einführung der bedingten Verurteilung. Abg. Gradnauer (Soz.) wahrt gleich dem Abg. idoeren dem Reichstage das Recht zur Kritik von Richter- ftrüchen. Der Generalstaatsanwalt habe keinen Grund, )ie sächsischen Richtersprüche in Schutz zu nehmen, denn wch im Vorjahre habe der sächsische Justizminister erklärt, x sei jederzeit beflissen, etwaige unrichtige Richtersprüche, wenn auch nicht zu korrigieren, so doch zum Gegenstand vertraulicher Rücksprache mit den Richtern zu machen. Rufe links: Hört! Hört!) Daß nicht nur die sozialdemo- 6in i tag zu stellen. P- Fam St.-Cyre. Dann folgte der General Zurlinden mit seinem Stabe. mehrere von schwarz bedeckten Pferden gezogene Wagen mit ß«8te - MtV W W ßeheaS. 6' Außadan sol 8Hnl! vor alle lich und E. $ 6t Zicob kklc — ©tri Dr. Adolph 3) JibUWett, Unterstützung gesunden. Rom, 23. Februar. Im fernen Osten schemt sich wirklich auch Italien seinen Platz auf der Sonne besser sichern zu wollen, wobei es freilich noch ungewiß bleibt, ob es dort auf Erlangung von Gebiet bedacht ist. In der Deputiertenkammer erklärte der Minister des Auswärtigen, die Regierung lasse die Interessen Italiens, welche in China zugenommen hätten, nicht außer Acht. Er beabsichtige die Vermehrung der italienischen Konsulate erster Klasse in China. Die Zahl der italienischen Schiffe in den chinesischen Gewässern solle derartig vermehrt werden, daß diese Schiffe eine Schiffsdivision bilden. Paris, 23. Februar. Fürst Radziwill nahm keine andere Einladung an, als die seines Schwagers, des Marquis Castellane, mit welchem er im engsten Familienkreise dinierte. Paris, 23. Februar. Das Leichenbegängnis des verstorbenen Präsidenten Faure hat heute vormittag 10 Uhr begonnen und einen programmgemäßen Verlauf genommen. Vom Elyfee bis zur Kirche Notredame bildete eine ungeheure Menschenmenge Spalier. Truppen säumten die Straßen ein. Auf der Seine wimmelte es von großen und kleinen Booten, die von Menschen dicht besetzt waren. Zahlreiche Damen hatten Trauer^Gewänder angelegt. Um 10 Uhr 20 Min. setzte sich der Zug in Bewegung. Zuerst kam eine Schwadron der republikanischen Garde, dann die Schüler der polytechnischen Hochschule und der Militärschule wagen, von sechs Pferden gezogen. Hinter diesem schritt Präsident Loubet mit den Präsidenten des Senats und der Kammer. Es folgten nun die außerordentlichen Gesandten folgen soll. ** Jubiläum. Am 23. d. Mts. beging der Geheime Medizinalrat, Herr Professor Dr. Eckhard sein 50jähriges Jubiläum als Doktor der Philosophie in voller geistiger und körperlicher Frische. Im Laufe des Vormittags wurden demselben die Glückwünsche von feiten der medizinischen und der philosophischen Fakultät der Landes-Universität und von einer Deputation der Studierenden der Medizin, darunter drei Vertreter der Klinizisten, (der älteren medizinischen Seme st er), überbracht. Der Herr Dekan der philosophischen Fakultät überreichte in Begleitnng anderer Kränzen, welche nach vielen hunderten zählen. Hinter den Kranzwagen kam der schwarze mit Silber verzierte Leichen- der fremden Monarchen und Negierungen. Aufsehen machten die deutschen Abgesandten, welche ihre Umgebung mindestens Mitglieder der Fakultät, mit dem Herrn Rektor an der Spitze, dem Jubilar das von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg, von welcher Herr Geheimrat Eckhard vor 50 Jahren den philosophischen Doktorgrad erhielt, zu dem gestrigen Tage erneuerte Doktordiplom. Möchte es dem Senior unserer Hochschule noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt sein, au unserer alma mater Ludo- viciana zu wirken. •* Die Ortsgruppe Gießen des Oberhesfischeu Obstbau. Vereins hält Samstag den 25. Februar, abends 8 Uhr, im Safe Ebel eine Versammlung ab, in welcher Herr Reichelt-Friedberg 1) über die Blutlaus und ihre Br. kämpfung und 2) über Versuchspflanzungen im Vogelsberg sprechen wird. Wir wollen nicht versäumen, an dieser Stelle nochmals aus die Versammlung, zu welcher auch Nicht- Mitglieder willkommen sind, hinzuweisen. •• Der Manner-Turnverein feiert Samstag den 25. d. M. sein diesjähriges Winterfest. Wir wir erfahren, ist dar Programm sehr schön zusammengestellt, so daß den Mitgliedern genannten Vereins ein recht genußreicher Abenb bevorsteht. Kinderfest. Daß das seit einer Reihe von Jahre« in der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen immer wiederkehrende Kinderfest von allen Seiten einer warme« Sympathie begegnet und sich allmählich zu immer größere« Dimensionen auswächst, hat der gestrige durchaus zahlreiche Besuch in Steins Saalbau evident gezeigt, so daß die weiten Räume bis auf den letzten Platz gefüllt erschienen. Wenn sogar öfters hier und da Platzmangel eintrat, so ist das allerdings mehr der schönen Sitte des Stuhlumlegens für noch kommende Leute zuzuschreiben, einer Erscheinung, über die schon mehr als einmal an dieser Stelle der Stab gebrochen worden ist, jedoch ohne den erwünschten Erfolg. Wir glauben im allgemeinen Interesse zu handeln, wenn wir nochmals darauf' aufmerksam machen, daß jeder, der Feste mit voraussichtlich größerer Frequenz besuchen null, gut daran thut, rechtzeitig zu erscheinen, ansonsten er sich I mit dem begnügen muß, was übrig bleibt. — Zur Sache selbst übergehend stellen wir fest, daß die Darbietungen, aus acht Piecen sich zusammensetzend, zum größten Teile in kleinen Theateraufführungen heiteren Inhalts bestanden, die flott und ohne störende Zwischenfälle über btt Brettei qingen. Das Geigensolo einer Dame erregte wegen seiner exakten, beinahe künstlerisch-vollendeten Vortragsweise berechtigtes Aussehen und forderte den Dank der Hörer. Diesen Dank aber möchten wir nicht versäumen insbesondere dem Gründer des Ganzen, Herrn Lehrer Marx, hiermit bestens zu votieren. Wenn auch nicht daran vergessen worden ist, genanntem Herrn durch ein Mitglied I unserer Gemeinde sofort in Wort und Thal den Dank der Eltern und übrigen Festteilnehmer für die großartige» I Vorführungen in gebührender Form abzustatten, so erscheint I es uns dennoch Pflicht, an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen, daß dieser Dank wohlverdient war. Der gestrige Erfolg sollte Herrn Marx ermutigen, seine Kraft I auch ferner alljährlich in den Dienst der guten Sacht rang. HelbMM Strii)*1 fj Trauerspiel,.D' .Mer, in dm Hohr und Edle lU sstunlsurt o Jhr ioml hat am l9.A bei btr ÄuM bet Abfahrt de- Durd) unglaul loses Jneinaiü »och an demse Jen Augen bei abrollen zu \a\ mit großer Gk VravourMche los fertig gebrc Ordens Allergnädigst zu verleihen geruht. ,.. a , ** Parlamentarisches. Im Finanzausschuß, welcher Dann kamen wieder Truppen und nach diesen I vorgestern und gestern in Darmstadt tagte, erstatteten über einzelne Regierungsvorlagen und Anträge dre Referenten ihre Berichte, lieber die Steuervorlagen liegen dre fertigen Berichte teilweise ebenfalls vor, teilweise sind sie noch auszuarbeiten, soweit noch einzelne Punkte der Klarstellung zwischen Regierung und Ausschuß bedürfen, dre in nächster Woche in einer gemeinschaftlichen Sitzung er» VvNlMh vfarm Dr. Mmittai Sormiitagj Sonnittaoi Ufern! tuht. Mmittag. Stiebte un ^mdgoMienst ftWn in '-Naumann. HarrnCchA um Haupteslänge überragten. Dann kamen die Minister, Senatoren, Deputierte, Generale und andere Persönlichkeiten. Das Publikum verhielt sich vollkommen ruhig Am Eingänge der Notredame-Kirche befand sich die Geistlichkeit, die den Leichenzug erwartete. Bei der Leichenfeier hielt der Vizepräsident des Senats, Franck Chauveau, eine Rede, in der er einen Rückblick auf das Leben des Verstorbenen warf. Alsdann hielt Dechanel eine Taueransprachc. Er schloß dieselbe mit den Worten: Der kann in Frieden ruhen, der Salzhausen, 23. Februar. Aus guter Quelle er» fährt man, daß die Eisenbahnzüge für das Sommerhalbjahr wesentlich günstiger für Badegäste aus der Umgegend gehen werden, als im vorigen Sommer und zwar für die verschiedenen Richtungen von Norden nach Westen her und zurück, wodurch sich eine große Zeitersparnis für die Badegäste ergeben wird. Ein Mißstand bleibt es, daß die Sonntagsabendzüge Friedberg-Nidda und zurück nur Reisende von und nach den Endstationen mitnehmen. Kann mat nicht nach Bedarf halten lassen, wenn Reisende auf bei Zwischenstationen aus- und einsteigen wollen? Der Besuch- von Nauheim und Frankfurt würde wesentlich erleichtert und btt Leuten mancher Kunstgenuß ermöglicht, auch die Bahnvei- waltung würde sich nicht schlecht dabei stehen, denn wo Fahrgi- legenheit vorhanden ist, sinden sich auchReisende — FürSpaziei- wege im hiesigen Kurpark wird gute Sorge getragen; wird nun wohl auch eine zweckmäßigere Fassung einiger Quellen stattfinden? Das ist doch eine ganz besonders wichtige Sach, die die größte Berücksichtigung verdient. Friedberg, 23. Februar. Im November v. I. HM der Vorarbeiter an der Bahn, Wilhelm Adam Philippe eine Dame mit eigener Lebensgefahr vor dem Ueberfabrer werden gerettet. Am vergangenen Dienstag erschien He? Verkehrsinspektor Klemm von Frankfurt, um Genannte im Beisein des Bahnpersonals die ihm von Sr. Köni» Hoheit dem Großherzog verliehene Rettungsmedailr mit einer entsprechenden Ansprache zn überreichen. D:S Schreiben, das Herr Philippi erhalten hat, hat folgend!« Wortlaut: Durch Allerhöchste Entschließung Sr. Königliche Hoheit des Großherzogs von Hessen ist Ihnen flW unseren Vorschlag in Anerkennung dafür, daß Sie co 6. November 1898 mit eigener Lebensgefahr eini Dame beim versehentlichen Überschreiten der Fricd berger Bahnhofsgeleise vor dem Ueberfahrenwerder bewahrt haben, die Großherzoglich Hessische Rettung medaille verliehen worden. Indem wir Ihnen letztere beifolgend übersend!» sprechen wir Ihnen gleichzeitig für die in dem vl' liegenden Falle bewiesene mutvolle Entschlossen^ unsere ganz besondere Anerkennung aus. B. Büdingen, 22. Februar. Mit unserer W Stockheim-Frankfurt wird es ernst; die Sache wm von unserem Herrn Kreisrat mit der größten Energie ^ trieben. Gestern und vorgestern, den 20. und 21. b- I besuchte er diejenigen Orte, die an die Linie zu lieg«' I kommen, und das Gelände zu stellen haben: Stockhc^' Glauberg, Lindheim, Altenstadt und Höchst, und gab aq I Grund einer genauen Karte die Lage der Bahnhöfe, stw I sonstige wichtige Punkte an. Man ist sehr erfreut über W Males und UrovinMes. Gießen, den 24. Februar 1899. *• Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 15.-Januar, resp. 22. Februar dss. Js. der Frau Marie Claus, geb. Freund, Vorsteherin des Pflegermnenheims des Alice-Frauenvereins in Mainz, das Dienstauszeichnungs» kreuz für Krankenpflege (in Gold), dem Fräulein Karolme Bauer in Darmstadt das Ritterkreuz 2. Kl. des Ludewigs- Samita "'«'Mittags un jei ®°antag ^'ttags non • um 7 »or u • um ( in der lVerbrüderung zweier großer Völker Frankreich | personificierte. Dupuy betonte, Frankreich werde stets das Andenken des Verstorbenen bewahren, der aus dem Volke ^ervorgegangen sei. Lockroy hob hervor die Vorliebe Faures für die Marine und das Heer. Es wurden noch eine wettere Anzahl Reden gehalten und dann die Feier geschlossen. Der ^üg setzte sich sodann nach dem Kirchhofe Pere la chaise in Bewegung, wo die Beisetzung erfolgte Paris, 23. Februar. Putsche der Thronsorderer stehen vorläufig kaum mehr zu erwarten. Offenbar sind diese durch die Ereignisse zu sehr überrascht worden, so daß sie nicht Thatkrast genug besaßen, um vorzugehen. Insbesondere hat die Pariser orleanistische Partei so gut tote jede Hoffnung auf Erfolg, ja nur auf die Möglichkeit, große Ueberraschungen ins Werk setzen zu können, aufgegeben. Ihre Cafees sind verwaist, ihre Blätter begnügen sich mit I Erfindungen, vagen Prophezeiungen oder mit Uebertreibungen. I Aus einer Brüsseler Depesche, welche mitteilt, daß der | Herzog von Orleans vorn belgischen Thronfolger empfangen I ist, schließt der „Gaulois", daß er Die Unterstützung dieses I Hofes finden könne, und veröffentlicht deshalb eine Note, I daß der Prinz sich bereit halte, seine Pflichten zu erfüllen, I und sein Pflichtbewußtsein durch diezThat bekunden würde. I Bei dieser leeren Verheißung wird es aber wohl bleiben. I Petersburg, 23. Februar. Eine gewisse Gährung unter I der Studentenschaft in Petersburg macht sich wieder geltend. Bei dem Stiftungsfest der Universität fanden I zwischen der Polizei, Kosaken und Studenten Zusammenstöße statt, bei denen zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden. I Die Ursache der Ausschreitungen war eine Verordnung des | Rektors, durch die die üblichen Straßenumzüge verboten wurden. Eine Kundgebung von 600 Studenten vor dem I Winterpalais wurde von Kosaken verhindert. Amerika. Die Philippinenfrage haben die Mächte I bisher den Vereinigten Staaten allein überlassen; irgend | eine Einmischung ist nicht versucht worden. Vermutlich dürsten aber nun doch, wie man uns schreibt, in nächster Zeit internationale Unterbanblungen über einzelne Punkte der Frage eingeleitet werden. Dem Pariser „New- Bork Herald" ist aus Manila gemeldet worden, daß die fremden Konsuln und Kaufleute daselbst am 17. Februar eine Versammlung abgehalten haben, um über die Schäden zu beraten, welche in Jlo-Jlo durch die Beschießung, rote | in Manila durch die Blockade und die Sperre des Provinzverkehrs entstanden sind. Die Mächte sollen von ihren Angehörigen ersucht werden, die bezüglichen Schadenersatzansprüche zu vertreten. In Jlo-Jlo sind hauptsächlich Engländer um ihr Besitztum gekommen, auch Deutsche haben Schaden gelitten; das Haus des deutschen Konsuls dort, । E. Streiff, ist auch eingefchoffen worden, dieser selbst ist aber Schweizer. Da er deutsche Firmen in Manila vertrat, und Lager von ihnen hatte, so ist dabei auch ansehnliches deutsches Eigentum vernichtet worden. Wenn die Regierung in Washington jetzt mit Gewalt gegen die Philippiner vorgehen will, anstatt den billigeren und aussichtsreicheren Weg einer Verständigung mit den Eingeborenen einzuschlagen, so schiebt man die Hauptschuld auf die Trusts der amerikanischen Zucker- und Tabakspekulanten. Diese möchten die Länder, welche hauptsächlich diese Produkte erzeugen, ganz in ihre Gewalt bekommen und üben natürlich einen starken Einfluß I auf die Regierung aus. Von den 15000 Mann amerikanischer Truppen auf den Philippinen liegen gegenwärtig 3 bis 4000 Mann zu Manila in den Spitälern. Wenn die Union hin und wieder auch ein Schiff mit etwa 1500 Mann I nach Manila sendet, so kann man damit die Truppe nicht I auf ihren vollen Bestand bringen. Sollten die Amerikaner größere Truppenmassen dahinbringen, so müßten sie sich I unbedingt auch auf einen Krankenbestand von 25 v. H. ein» I richten. Was das bei einem etwaigen Feldzuge ins Innere I bedeutet, braucht nicht erst näher erklärt zu werden. — I Inzwischen hat sich wieder ein neues Gefecht bei Manila I ereignet. Nach Depeschen aus Manila hat das Nebraska- I Regiment eine Schaar von 300 Filipinos drei englische I Meilen weit auf den Pasig-Fluß zurückgeworfen und bei I dem Kampfe viele derselben getödtet. 21 Gefallene wurden I aufgefunden. Aus amerikanischer Seite wurden 3 Mann I verwundet. 8or 68 . timilor der w Dem Kaiser gefiel damals das Wort des leitenden Staats- I mannes sehr gut und er bezeichnete es als ein echt Bismarcksches. M.P.C. Die aus Anlaß des Todes von Faure von deutscher Seite beobachtete Haltung hat in Petersburg den allerbesten Eindruck gemacht. Man sagt sich dort, daß durch eine solche Art und Weise den französischen Chauvinisten doch mit der Zeit immer mehr Wasser abgegraben werden dürfte. Nebenbei gibt sich die russische Regierung auch der Hoffnung hin, die französische Regierung werde um so weniger Veranlagung fühlen, sich wieder an die Seite Englands ziehen oder drängen zu lassen, je bester sich ihr Verhältnis zu der deutschen gestalte. — Samoa betreffend schreibt die „T. R.": Den unzähligen Enten, die in der Samoa-Angelegenheit täglich cuSgebrütet werden, zu folgen, halten wir für überflüssig. Sie würden wohl allgemein unbeachtet bleiben, roenn m^t das „R. B." so gewissenhaft die Verbreitung dieser durchweg gegen Deutschland gerichteten Lügen und Verläumbungen betriebe. Eine Berliner Nachricht der „Magdeb. Ztg. besagt: Gegenüber den fortgesetzten Bemühungen, Herrn Chambers rein zu brennen und der deutschen Regierung Verletzungen der Samoa-Akte zur Last zu legen, kann nur nochmals betont werden, daß hinter Herrn Chambers keine der drei Mächte steht, und daß Meldungen über Beschwerden der amerikanischen Regierung über Verletzung der Samoa- Akte durch Deutschland auf Erfindung beruhen. Daß Herr Dr. Raffel angewiesen ist, hierher zurückzukehren, ist schon gemeldet. Sein Nachfolger Dr. Solf weilt augenblicklich noch hier in Berlin. Ausland. Wien, 23. Februar. Vom Kriegsschauplätze in Böhmen schreibt man der „Tägl. Rundsch.": Die tchechi che Hetze gegen die in deutschen Händen befindliche Böhmische Sparkasse in Prag, welche jüngst das „Grand Hotel" in Prag zum Zwecke der Errichtung eines deutschen Studentenheims angekauft hat und seither von der tschechischen Presse maßlos angefeindet wird, wächst von Tag zu Tag. Nunmehr hat sogar der Exekittivausschuß der jung-tschechischen Abgeordneten es nicht unter seiner Würde gesunden, eine „Denkschrift" an den Statthalter zu richten, in welcher derselbe aufgefordert wird, den obengenannten Beschluß der Sparkasse rückgängig zu machen. Das Schriftstück ist eine Aneinanderreihung der brutalsten Gemeinheiten, Unterstellungen, Verleumdungen und voll von Verhaderung. Der einzige Zweck dieses neuesten tschechischen Raubzuges ist, die reiche böhmische Sparkasse mit ihrem nach vielen Millionen zählenden Reservefonds in tschechische Hände zu bekommen. Hoffentlich wird ihnen das nicht gelingen! Die unersättliche Habgier und der grenzenlose Egoismus der Tschechen zeigte sich hier wieder einmal in schönstem Lichte? Wie es deutschen Alumnen, welche sich dem Priesterstande widmen wollen, in Böhmen geht, zeigt folgender Vorfall: Sämtliche 11 deutschen Alumnen des bischöflichen Seminars in Komg- grätz haben vereinbart, mit Ende dieses Semesters die Anstalt zu verlassen und zwar infolge eines nationalen Streites mit ihren tschechischen Kollegen. Der Streit soll auf das unverschämte Verhalten eines tschechischen Alumnen gegenüber den deutschen zurückzuführen sein. Jedenfalls haben die Deutschen auch bei dem ultratschechischen Bischof keine | Hohversteigerung in der n Gießener Zeitungen hat Herr J. Färber vor Kurzem bekannt 1715 Fortgang der Sache und erwartet den Beginn der Arbeiten im nächsten Frühjahre, sobald es die Witterung erlaubt. «H Darmstadt, 23. Februar. Ein Arbeitersekretariat »ird zum 1. April von den organisierten Arbeitern hier errichtet. Ein Ausschuß, bestehend aus drei Gewerkschaftsmitgliedern, drei Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei, sowie einem Mitgliede der Kreisorganisation hat die Vorbereitungen soweit gefördert, daß die Errichtung gesichert erscheint. Die Arbeitgeber werden sich nach der „Franks. Ztg.- finanziell beteiligen. Rom, 24. Februar. Der Vatikan wurde von Seite» Hollands verständigt, daß eine Einladung zur Abrüstungs- Konferenz ihm nicht zugehen werde. Den Zeitungen wurde verboten, etwas über diesen Bescheid in die Oeffentlichkeit zu bringen. Rom, 24. Februar. Die Meldung, daß die Regierung rem Herzog von Orleans befohlen habe, Italien zu verlassen, ist unrichtig. Es wurde demselben nur der freundschaftliche Rat erteilt, von Italien aus keine Agitationen zu betreiben. Hier will man wisien, daß thatsächlich demnächst von orleanistischer Seite ein Putsch erfolgen werde. Die Unterstützung mehrerer hoher französischer Offiziere soll dem Herzog von Orleans sicher sein. Rom, 24. Februar. In parlamentarischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß trotz der schwierigen Finanzlage, in welcher sich das Land befindet, die Regierungsvorlage betreffend die Erhöhung des Kredites für die Der tretung bei der Pariser Weltausstellung von 900000 auf 2200000 Lire angenommen. Paris, 24. Februar. In dem Leich enzu ge fiel eine Gruppe seltsam auf. Es waren zwei kleine Mädchen, von denen das eine elsässische, das andere lothringische Nationaltracht trugen, die von zwei Damen in gleichen Kostümen geführt wurden. Die Damen trugen eine schwarze Fahne, auf der mit Goldbuchstaben die Worte Straßburg und Metz standen. Paris, 24. Februar. Die Schleifen von den am Sarge Faures niedergelegten Kränzen wurden der Frau und Tochter des Verstorbenen überbracht. Diese werden heute den Friedhof Pöre la chaise besuchen. Paris, 24. Februar. Die Nationalisten versuchten gestern abend vor der Libre Parole eine Kundgebung zu veranstalten, wurden aber durch die Polizei an ihrem Vorhaben gehindert. Millevoye, Döroulöde und Habert wurden verhaftet, später aber wieder frei gelassen. Paris, 24. Februar. Wie v.erlautet, wird der Gemeinderat ein Manifest an die Bevölkerung von Paris richten, worin derselben für die musterhafte Haltung bei dem gestrigen Leichenbegängnis Faures gedankt wird. Es sei dies ein neuer Beweis dafür, daß die Bevölkerung von Paris treu und fest an der Republik hänge. Paris, 24. Februar. Die deutschen Offiziere fuhren gegen 5 Uhr nachmittags vom Kirchhofe Pöre la chaise über die inneren Boulevards nach dem Hotel Westminster. Um diese Zeit waren die Boulevards ungemein belebt. Die deutschen Offiziere erregten auch bei der Heim- fahrt allgemeine Aufmerksamkeit. gemacht, daß er mein Geschäft in Gießen übernommen habe. \ Um Irrtümer zu vermeiden, teile ich dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend mit, daß ich dort kein Geschäft gehabt habe. Wohl hat dort ein Geschäft von einem Herrn Pflug bestanden, welcher meine Artikel verkaufte, jedoch hat Herr Pflug das Geschäft gänzlich für eigene Rechnung gemacht. Herr Färber führt nun ebenfalls meine Artikel, betreibt aber sein Geschäft gleichfalls nur für eigene Rechnung. Ich bin in keiner Weise daran beteiligt und habe auch infolge der frag- lichen Annoncen die Geschäftsverbindung mit Herrn Färber abgebrochen. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Stuttgart, 21. Februar. (Allgemeiner Deutscher Verficherungs- Derein.) Ja. Moi.ai Januar 1899 wurden 982 Schadenfälle reguliert. Davon entfielen aus die Beirieds-Haftpflichtversicherung 418 Falle und zwar 253 wegen Körperverletzung und 165 wegen Sachbeschädigung; auf die HauS-Haftpflichtversicherung 28 Fälle und zwar 19 wegen Körperverletzung und 9 wegen Sachbeschädigung; «uf 6te Unfallversicherung 472 Fälle, von denen 3 den sofortigen Tod und 7 eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Verletzten zur Folge batten. Von den Mitgliedern der Sterbekasfe sind 64 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat Januar 5759 Versicherungen. A'Ie vor dem 1. November 1898 angemeldeten Schäden der Unfall^ Versicherung (incl. der Todes- und JnoalidilätS-Fälle) sind bis auf die 143 noch nicht genesene Personen betrrffenden Fälle erledigt. Aus der Zeit für die Zeit. Bor 68 Jahren, am 25. Februar 1831, starb als Kurator der Universität Dorpat der Dichter Maximilian Klinger, ein Sohn armer Eltern aus Frankfurt a. M., der sich durch Mut und Thatkraft zu hoher Stellung emporrang. Er war ein Jugendfreund Göthes, der ihn in seiner Selbstbiographie vortrefflich charakterisierte. Seine große Berühmtheit aber erlangte er durch sein preisgekröntes Trauerspiel „Die Zwillinge". Auch manche Romane schrieb Klinger, in denen sich meist eine hohe Begeisterung für alles Hohe und Edle ausspricht. Er wurde am 17. Februar 1752 zu Frankfurt a. M. geboren. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 24. Februar. Der Kaiser folgte gestern abend einer Einladung des Kriegsministers v. Goß ler zum Diner. Es waren etwa 20 Gäste geladen, die den hohen militärischen Kreisen angehörten. Berlin, 24. Februar. Wie das „Berliner Tageblatt" von gut unterrichteter Seite erfährt, ist die für dieses Frühjahr geplant gewesene Reise Kaiser Wilhelms nach Rom aufgegeben worden. Berlin,24. Februar. Zu dem gestrigen Diner beim Reichskanzler waren sämtliche Staatsminister und Staatssekretäre sowie eine große Anzahl von Mitgliedern des Reichstages und beider Häuser des preußischen Landtages erschienen. Die Unterhaltung drehte sich insbesondere um die schwebenden parlamentarischen Fragen, besonders um die Militär-Vorlage und die Justizausführungsgesetze. Berlin, 24. Februar. Die kaiserliche Disciplinarkammer zu Potsdam verhandelte gestern gegen den Bureau-Assistenten der Reichsdruckerei, Holzmann, der beschuldigt wurde, sich durch falsche Angabe seiner Vermögensverhältnisse seine Anstellung im Staatsdienst erschlichen und einen leichtsinnigen Lebenswandel geführt zu haben. Der Angeklagte war mit dem Banknotenfälscher Grünenthal und dem kürzlich wegen Meineid zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe ver- urteilten ehemaligen Kriminal-Kommiffar Grützmacher sehr befreundet. Der Gerichtshof erkannte auf gänzliche^Dienst- entlassung ohne jede Pension. Berlin, 24. Februar. Das „Kleine Journal" meldet aus Brüssel. Der Herzog von Orleans scheine zu einem Hand st reich entschlossen zu sein. Er mache aus dieser Absicht auch keinen Hehl. Sein Secretär gestehe offen ein, der Prätendent plane bei der ersten besten sich bietenden Gelegenheit eine Ueberschreitung der Grenze an der Spitze seiner Anhänger, von denen er in den letzten Tagen viele empfangen hat. Der Herzog läßt sich nur noch von eigenen Dienern bedienen, weil er die Spionage der Hoteldiener befürchtet. Die Linke der Kammer kündigte eine Interpellation an, wegen der Duldung der orleauistischen Konspirationen auf belgischem Boden. Karlsruhe, 24. Februar. Die „Süddeutsche Reichs- Correspondenz" bringt einen augenfällig öffiziös inspirierten, scharfen Artikel gegen die im Lehmann' chen Verlag in München erschienene sensationelle Flugschrift des Alldeutschen Verbandes, betitelt: Oesterreichs Zusammenbruch und Wiederaufbau. Die Schrift verlangt die Aufteilung Oesterreichs unter Preußen, Bayern und Sachsen. In dem erwähnten Artikel der Süddeutschen Correspondenz, der dem Verfasser der Flugschrift politischen Dilettantismus vorwirft, wird darauf hingewiesen, daß diese Schrift den entschiedensten Widerspruch bei den Deutschen Oesterreichs Hervorrufen muß, weil sie auch unter den schwierigsten politischen Verhältnissen inmitten erbitterter Kämpfe um die Erhaltung ihres Volkstums stets unerschütterlich zu ihrem Kaiser stehen und niemals sich versucht fühlten, ihre monarchischen Gefühle zu refüsiren. Es erscheine gerade im Hinblick auf die gefährdete Stellung des Deutschtums in Oesterreich als eine Ehrenpflicht der reichsdeutschen Presse, gegen die seltsame Art der Bundesfreundlichkeit, wie sie in der Flugschrift „Oesterreichs Zusammenbruch und Wiederaufbau" geübt werde, durch rückhaltlosen Protest der wahren Meinung des deutschen Volkes Ausdruck zu geben. Wien, 24. Februar. In politischen Kreisen verlautet, daß der Reichs rat Anfang Mai behufs Vornahme der Deleqationswahlen zusammentreten wird. Budapest, 24. Februar. Das neue Kabinett ist gebildet. Koloman Szell übernimmt das Präsidium und das Innere, Justizminister wird Staatssekretär Ploß. Hochachtend A. L. Mohr, Altona-SahrenW. Lesehalle-Verein. Milgtieder-Wersammlung Dienstag den 28. Februar 1899, abends 87, Uhr pünktlich in der Lesehalle (Thorhäu-chen am Seltersweg). fteiherrl. ©btrförfttni Wenau. Mittwoch den 1. März lfd. Js., nach Zusammenkunft im Distrltt Noll auf dem chaussierten Abfuhrwege am Waldeingang vormittags 10 Uhr, aus dem Distrikt Noll: Scheiter rm: Buchen 250 1. Klaffe, 6 2. Kl., Knüppel rm: Buchen 238 I. Kl., 2 2. Kl.; Eichen 1; Reiser rm : Buchen 274; Stöcke rrn: Buchen 50 1. Kl., 2 2. Kl. Das Holz sitzt in unmittelbarer Nähe des chaussierten Absuhrweges. Nähere Auskunft er« teilt auf Verlangen Forstwart Leyerer, Odenhausen. Papiermühle, den 23 Febr. 1899. Frecherrliche Oberförsterei Rabenau. Schwörer. 1704 Umversitäts Nachrichten. — Leipzig. Die medizinische Klinik der hiesigen Universität feiert Ende April den Gedenktag ihres hundertjährigen Bestehens. Eine F-stschrtst und eine schlichte Feier werden geplant. Außerdem sollen von den beiden Männern, denen di« Leipziger Klinik vor allem ihr Wachsen und Gedeihen verdankt, C. A. Wunderlich und E. Wagner, an der Stätte ihres Wirkend, im (Satten deS 6t Jacob Krankenhauses, Marmorbüsien ausgestellt werden. — Strahburg. An der hlestgen Ur.toersiiät hat sich Herr Dr. Adolph Magnus Levy als Pctvatdozent für innere Medizin habilitiert. Viskkarten in allen Schriftarten und Kartons werden schnell und billig angeferligt in der Bröhl’scheo Universitäten Bach- a. Stein- Druckerei (Fleisch Erben) Giessen Schulstrasse Vermischtes. Rur immer fix! Mit staunenswerter Geschwindigkeit hat am 19. Februar der Amerikanische Biograph in Paris bei der Auflösung des Kongresses von Versailles das Bild der Abfahrt des neuen Präsidenten der Republik ausgenommen. Durch unglaubliche Anstrengung der Arbeitskräfte und tadel- lvfes Jneinanderarbeiten der Apparate war es ihm möglich, «l»ch an demselben Abend das Tableau von Versailles vor den Augen der überraschten Besucher der Folies Bergdres abrollen zu lassen Der Amerikanische Biograph hat dieses mit großer Geschicklichkeit und großem Reiz ausgeführte Lravourstückchen zum Staunen selbst der Pariser Welt tadellos fertig gebracht. Katholische Gemeinde. SamStag den 25. Februar. Nachmittags um 41/» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 26. Februar. 2. Fastensonnlag. Beginn der österlichen Zeit. vormittags von 6Ve Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in deftelben Austeilung der heil. Communion; , um 8 Uhr: die zweite heil. Meffe; , um Ai/, Uhr: Hochamt mit Predigt (2. Fastenpredigt); Nachmittags um 5’/« Uhr: Christenlehre; daraus Fastenandacht. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fastenandacht. Zr »s-L>ßk, ete etL für W Mr MM Quelle i: : das Somchchl »e aus der llllU^ nrr und Mr ft nb bleibt (unbiurläm* Wi*®; ne Sorge 9^*’ Fassung e>E _ jSlwbenwflr -dient- c> ; « (3^ür die Zahlung der durch Boten erhobenen Mitglieder-Beiträge zwecks Ausstattung des diesjährigen Karnevaizuges statte ich als Leiter desselben allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank ab. Hoffentlich ist es mir recht bald vergönnt, allen Mitgliedern die gewiß angenehme Mitteilung machen zu ahna [etWlWn Cbik la^ abends 8 lk ' 'N welcher laus und ihre; 'gen tm $ogel6br an dieser Siel welcher auch % Eag den 25, U "r erfahren, ist b: ' i° daß den M genußreicher «be: - Reihe von Jahn X jn Gießen im- weiten einer roarirr ) zu immer großen itage durchaus M 'dm gezeigt, so 6üj laß Ml erschiene, nangel eintrat, \o t • des Stuhlumle! n, einer Erschein eser Stelle der L . erwünschten Lisch 'e zu handeln, irr. chen, daß jeder, te guenz besuchen ml n, anfonften er fii - libt. - Zur SaL Darbietung!' ). M en fälle über bv r. e erregte wegn. en Lortragsivch en Dank der hin: ht versäumen inst: Herrn Lehrer Mür auch nicht daran n durch ein Bjfei und Thal den M ier für die großachi ibzustatten, so * Oe noi) einmal bin- foerbient war. mutigen, feinet-; ■ nst der guten M P- Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Esnntag den 26. Februar. Reminiscere. Gottesdienst. I« der Ttadtkirche. Bormittags 9l/i Uhr: Pfarrer Dr. Grein Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. 'In bet '’tohanneöfirdu. Vormittags 91/, Uhr: Pmrrassistent Dr. Heußel. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und beil. Abendmahl für die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer erbeten. Montaa den 27. Februar, abendS 8 Uhr: Bibelstimde im Kvnfirmandensaal der Johanneskirche. Colofferbrief Kap. 4. Ermahnungen in Bezug auf Gebet, Wandel, Rede. Pfarrer Dr. Naumann- I« der Stadtkitche. Mittwoch den l.März, abends 6 Uhr: Dritte Passionsandacht. Pfarrer Schlosser. *;»**»» t'Ä’ M Seidenstoffs UVV von Elten & Keussen, 'Ä‘ Crefeld. iXxxjGocoooaaocoa a öicxxxxxxxxxxxxxxxxjd | Familienpensionat Darmstadt g Q Saalbaestrasse. 645 Q □ Frau Elly Wagner. □ 9 Beste Empfehlungen. Prospekte zur gefl. Verfügung. q acxxxxxxxxxxxxxxxx5oiacxxxxxxxxxxx2oaoo r ages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedene». Etwaige Anträge wolle man bis zum 25. d. Mts., schriftlich an btn vviu....... ..... _...a________ „ „ u Loorfitzenden, Herrn Prof. Dr. Frank, Seltersweg 89, gelangen taffen.' tonnen, daß die bisher noch immer konfiszierten Beiträge zurückgezahlt werden und NB. Am 28. d. Mts. wird di, Les,Halle Sereiis nm 8 Ahr das «ntftani.ne erhebliche Demi, durch dieieibeu »°°ig g.d.cki w-d-u A =71« »ir »«, AndNknm »«schlossen werden. IKIS! ® 9 ivruse. 0604 Dr. Hans Koeppe und Fran. vnd Knüppel rm Anfang 8 Uhr 0602 (L 5 Liter) 1709 Schrauth’s Gemahlene Schuh Marke Visitkarten Schulstrasse 7« Löwer Reiser; Knüppel, , aus Mexiko. Qi eisen, den 24. Februar 1899. Reiser; Nadelholz OOntliche Nttgkdllng.l! Für Großh. Landgericht der Pro- 1 vinz Oberhessen und die Staats anwaltschaft bet diesem Gericht soll die Lieferung der für 1899/1900 erforderlichen Schreibmaterialien und die Fertigung der Buchbinder arbeiten im Anqebolswege ö ff ent I lich vergeben werden und können daher versiegelte Angebote und Muster der Materialien kostenfrei bis zum Eröffnungstermin Douukrstag, 16. Mär? 1899, vormittags 11 Uhr, auf der Gerichtsschreiberei Großh. I Landgerichts (Justtzgebäude, Zimmer! Nr. 83) niedergelegt werden. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerin!-1 erlaß vom 16. Juni 1893, betr. bad' Verdingungswesen, enthaltenen all- gemeinen und den dahier aufgestellten besonderen Bedingungen, welche, wie auch der Tarif für Buchbinderarbeiten, auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht offen liegen bezw. erhältlich sind. Der Zuschlag bleibt 8 Tage Vorbehalten. Gießen, den 23. Februar 1899. Der Großh. Landgerichts-Sekretär. in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte wer** zu mässigen Preisen angefertigt in der und Knüppel, 1175 rm Lehrling* mit guten Vorkenntniffen für mein Kontor gesucht. 1701 V. Fiesser, Ciaarrmsabrik. Ueberall zu haben ä 15 Pfg WM- Achten Sie aus Schutzmarke, da ähnliche Packele mit geringer Qualität verkauft werden. Holzverkaus KSuiMk Oberförstern Krostarf. Montag den 6. März vormittags 9V2 Uhr, kommen in der Freund'schen Wirtschaft zu Krofdorf zum Verkauf: Cchuhbezirk Krofdorf, Distrikt 2 (Forst), 7 (Jungfer- anuenwald), 9a b (Platte), 10c (DiebSkaul), 18 b (Buchwald), 26 a b (Dreispitz): Eichen: 19 rm Scheit Abbruch. Mein in der Wagengaffe gelegenes Lagerhaus soll auf den Abbruch verkauft werden. Dasselbe ist reich an Eichenholz, darunter Balken von 10 Meter Länge. 1015 I. Pfeffer, MttUM 6. Pension. § In guter, kinderloser Familie, wo seit Jahren junge Mädchen sind, finden zum Frühjahr noch einige gebildete junge Mädchen liebevolle Aufnahme zur Erlernung des Haushaltes und gesellschaftliche Ausbildung. Beste Referenzen. Frau Seih, Hannover, Freitagstr. 16. Weichholz 2U00 rm 138 Fichtenftangen 1. bis 4. Kl., 2 Erlenstämme von 0,46 km, 1 Kiefernstamm von 0,43 km. Der Herr Förster Keller in Caldern erteilt auf Ansuchen nähere Auskunft über die Hölzer. 1705 Marburg, den 22. Februar 1899. Königliche Universitäts-Kasse. rm Eichen Nutzscheit, „ Eichen-Nutzknüppel, „ Buchen-Nutzscheit, Fichtenstämme von 7 bis Länge, 12000 Mk. auf gute Hypothek zum 1. April auszuleiheu. — Anfragen unter F 1520 an die Expedition d. Blattes. Od)t Mädchen oder Fran tut Aushilfe für den ganzen Tag gesucht. 0603 Dithmar, Ludwigstr. 28, part. rm Reiser Samstag und Sonntag: Neuntes Stiftungsfest 7 rm Scheit und Knüppel, 40 rm Reiser. 1706 Der Königliche Oberförster. k. H. Schrauth, Neuwied, nröfete DamMisenfabrik mit clettrischem Betrieb Gegründet 1830. Emil Schmall, Hesßscher Hof. Telephon Nr. 83. Heute morgen entschlief sanft nach lange« Leiden «ein lieber Gatte Kerr Jakob^Mühlig 1008 id> 6termit “efbetrfiW an’'l0e>ran Mühlig Witwe. Gießen, den 24. Februar 1899. 0605 Die Beerdigung findet Sonntag morgen um 11 Uhr, vom Sterbehause, Heute morgen entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unser lieber Neffe Paul Dosse Salvator derZacherl Brauerei in München in Flaschen und Syphortt MMkl-Tmmiklkm GM Samstag den 25. Ievruar: Winterfest sMeMilWWm BeMnlerte Passagierzahl Ober 3;ttillH)RBD. ■KSÜff* Oceanfahrt nach NewYork 6-7 Tage. Kerkuuf von Kau- uud Nutzholz aus dem Niiversttötswalbe bei Caldera (Station der Marburg'Kreuzthalrr Eisenbahn). Montag den 13. März b. Js., von morgens 10y3 (Uhr an, soll in der Siegfried'schen Wirtschaft zu Caldern, und zwar aus den Forstorten 1, 3, 4 a, 4 b, 5 a 6 a, 8 a, 8 b, 9 a — Läuseküppel, Grube, Knochendelle, Hungert — I neben Brennholz das folgende Bau- und Nutzholz öffentlich meistbietend verkauft werden. — Nutzscheit und Nutzknüppel sind teilweise 1 und 2 m lang und können als Schreiner» und Böttcherholz verwendet werden. 77 Eichenstämme von 2 bi« 11 m Länge, 18 bis 86 cm Durchmesser mit 79,64 km, Es ist nicht alles Gold was glanzt, auch nicht alle Hafergrütze ist die echte Quäker Oats. Man achte darauf, dass Quäker Oats, das gesundeste aller Hafern ährmittel, nur in Paketen erhältlich sind; dieselben sind viel nahrhafter als Fleisch (16% Eiweisskörper) und verwendbar zur Her- I Stellung von Suppen, Brei, Puddings etc.; in überaus kurzer Zeit zubereitet. 981 GenuaNewYorki Bremen-Baltimore Bremen-La Plata Bremen-Brasilien Bremen-Ost-Asien Bremen-Australien. Nähere Auskunft ertheilt der Norddeutsche Lloyd, Bremen sowie dessen Agenten. Nähere Auskunft ertheilt: 80 J. M. Schulhof Carl Loos, Giessen, Isidor Schulhof, Friedberg, Julius Karl. Grünberg und Carl Stern, Homberg. im Blitzlocher (Taschenlochapparal) aus der Fabrik von Kd. Silbereisen, Hießen Lomplett zu 20 und 4V pfg. in den Lolonialwaren- und vrogengefchäften zu hab«. Unentbehrlich für jeden Haushalt. Steins Saalbau. nix Der Vorstand. 0599] Beim legten Srudentenumzug ein breiter Tragriemen verloren. Abzugeben gegen Belohnung in der Ex« pedition d. Bl._____________________________ 0600] Gestern abend wurde auf dem Wege Windhof-Hammstraße-Frankfurter- straße ein dunkelbrauim Ueberstehtt verloren. Abzugeben gegen Belohnung bei Wilhelm Germer 11., Klein-Linden. Buchen: 383 rm Scheit und Knüppel. 18 rm Stockholz, 831 rm Reiser; Weichholz: 3 rm Scheit; Nadelholz: 7 rm Scheit und Knüppel, 5 rm Reiser. 1708 Aer Königl. Oberförster. Holzverkaus. Königliche ©brrförflrrn Krofdorf. Donnerstag den 16. März, vormittags 9V< Uhr, kommen im „Römischen Kaiser" zu Wetzlar, vor dem um 11 Uhr anstehenden Nutzholztermin, zum Verkauf: Schutzbezirk Stoppelberg, Schläge 1, 2, 3, 13, 14: Eichen: 132 rm Schelt 0585] Eine Wohnung zu vermieten ______________Kathartueugasfe 7. 1613] Stetustratze 17 ist eine freundliche Mansardenwohnung mit allem Zubehör und Gartenanteil per 15. März oder später zu vermieten. Nähere Auskunft erteilt Albert Reu- bürger, Steinstraße 15, part.__ 1181] Mühlgafse 23 ein kleines Familienlogis zu vermieten. Näheres bei H. Schasfstaedt, Schanzenstraße. 0607] Möbliertes Zimmer sofort zu vermieten. __________Saudgasse 12. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben, guten Frau, für die Blumenspenden und die trostreichen Worte de» Herrn Pfarrer Hellwig sagen innigsten Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Dapper. Wieseck, dm 23. Februar 1899. 1710 1699] Schuhmacher sucht Th. Ettzfeller, Bahnhofstraße 27. Für Schneider! Tüchtige Rockaldcittt finden dauernde Beschäftigung auf Werkstatt oder außer dem Haufe. [1713 A. Schuster & Co. Ein tüchtiger Waguergeselle auf Wagenbau sofort gegen hohen Lohn gesucht. 1717 Konrad Stephan, |___________Wagenfabrik, Großen-Buseck. Ersatz für vrennipiritus! Gesetzlich geschützt. erter Spiritus 0606] Ein schöner Hund (Natlentänger) billia abniaeben. Grünbergerstr. 33. trine emvehrNch gewordene Dezimakwage (10 Zentner Tragkraft) zu verkaufen. Näheres in der Exped. d. Bl. [1592 0601] Kleines Logis zu vermieten. __________________Ttefenweg 9. 1488] Ein kleines, schönes Logts mit Wasserleitung rc. per sofort zu vermieten. __Seltersweg35. 1183] Ludwigstratze der 3. Stock, 7 Zimmer mit allem Zubehör, per 1. April zu vermieten. Wtlh. Seipp 1., Ludwigstraße 28, II. 1587] Der Seitenbau meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern, Küche rc., ist per 15. April zu vermieten. Karl Eichmann, Nordanlage. Gin Drückkarren, Kasten, 1 Meter lang, 0,75 Ctm. breit, noch neu, zu verkaufen. 1714 ________________Sonneustratze 5. Gut erhaltenes Adler-Rad Halbrenner wegzugshalber preiswert zu verkaufen. 0598___________________Kreuz 15. 0570] Bettstelle mit Sprungfedern, sowie kleiner Ofen mit Rohr billig abzu- geben.____________Sonnenstratze 10. 0594] Ein gebrauchter Herd, sowie ein Ofen zu verkaufen. Näheres Wallthorstratze 27.______ MpfetiliiMn Kapitalien | Uevloven Vermietungen Nerslhiedenes £ Redackion- ®. BArkherdt. — >,ytz «nla, bet vrühl'schen Univkrftkät-.Buch- and Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Die heutige Yurnmer umfaßt 10 Seite«» ®it Si-ßtN« StfÄ -jjoitlid) bcizärgt. SRontüfl®' tnnatimt jelfltflbtD infl 6 Ütbflftion, ÄNef Oeffentli^t .. Von der n ™ " ««hus!- Sr-r ; Wtif Ä'V6" ° Seit ern,et. 3«nä( "« 6 * «i ’-Niti Aa Wii Die Bot Der neu hzt an hie Qt\ DeM'ettenlain sein Programm diese Kundgebu angenommen n zufrieden jein, den Abfichten Lsubet beteuert welcher auch wc verbirgt Loubet ihn breift für wenn er es auch rill, und dem? Lvblied singt. Le^ man tau man neue Präsiden denn er sprich jitztum, welch nchmen aber , meint ist, sont h»t, welche F sillen berufen Loubet e unschätzbare $ Mert f)Qt, uni iwie fräiibent M bafi ftrani Wintlich besitzt btmntz des ffr psifchen Chauvi Daß Loubi gedenken n neu ertoorl auch dabei f° dürfen wir di Mschen Frankrei galtet haben, s Mt gesiatten. tyM an bie [ WihiH M W Wngl da« h°' b. SMrin, ju lii»erall bei U bet ft, S'Mbet