Januar 1899, nds: aouatsfihugg kalsnhof. 6 lae.VewMvmen, «auS dkn Alpm. Januar 1899: lwsausstug. '«öl Wetzlar, '“«br Catjnbrüde Mittagessen 4 Uhr W- 845 bevnü« (ttt» 265 mStag: .bend n tedmifdien und ter) r. LtoS. OOOODOOO anorama Säue I. Dolde: 724 llästina kn Ma! ausgestellt. )?a* der Natur aus- lene Stätten, ’roddx , Majestäten besucht t Prachtserie'. Kinder 20 -Bfg. H. Schmidt Doooaoaoa lurige Nachricht nsereS geliebten ?el. Hebeneu. b. M. nach« auft statt. 0273 ->8 8 Uhr ab itafaflot lß akno: ! ■ statt. 84$ jnvWL——" nwald. Sn" i gl» loten ^q41iJ ■' 1887 M.li 101^ 100.»] 24 ?! SS> 49.81 i°°! 00.0« jberrente -Pente r 1899 Nr. 21 Zweites Blatt Mittwoch den 25. Januar 1899 GießenerAnzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. ZZezngrpreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Alle Anztigen-BermittlungSstellen de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Hrfchcinl tägkich mit Ausnahme des Montag-, Dir.Gießener Aamitienbtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal deigelcgt. Aints- und Anzeigeblntt für den Äveis Gietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnkstratze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. HmÜicher Fell. Bekanntmachung. Der Gemeindevorstand von Schotten beabsichtigt mit dem am 5. Juni L I. zu Schotten stattfindenden Zuchtvieh- und Bullenmarkt eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten zu verbinden, um die Mittel zu Prämiierungszwecken zu gewinnen. Großherzogliches Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 4000 Lose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. Gießen, den 23. Januar 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Frhr. Schenck. Deutsches Wich. Berlin, 23. Januar. Der in der Thronrede ange- Mndigte Gesetzentwurf betreffend die Versorgung der Hinterbliebenen der Volksschullehrer ist heute aus dem Kultus-Ministerium dem Abgeordnetenhause zugegangen. Berlin, 23. Januar. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Etatberatung fort. Im Laufe der Debatte erklärte "der Minister von der Recke, bezüglich der Bestätigung der Berliner Oberbürgermeisterwahl schwebten noch Erwägungen. Was den Erlaß über den Waffengebrauch betreffe, so müsse er bemerken, daß gewissen Vorkommnissen gegenüber Strenge die beste Pflichterfüllung sei und er, der Minister, werde dieselbe durchführen. Die Bomben-Affaire in Alexandrien beschäftige das Schwurgericht in Ancona. Morgen wird der Etat weiterberaten. Berlin, 23. Januar. Der „Kreuzzeitung" zufolge hat der Abgeordnete für den Kreis Arnstein seinen Austritt aus der konservativen Fraktion erklärt. Gotha, 23. Januar. Silberne Hochzeit. Anläßlich der Silberhochzeit des Herzogspaares prangt die Stadt in reichem Fahnen- und Blumenschmuck. Sonntag nachmittag wurde von Sängern im Hofe des Schlosses Friedenstein eine Serenade dargebracht, auf welche ein Fackelzug Die Ktaatsflkllkkrcsorm im GroWttMtum fjtffcn. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Die Weinfteuer. Da die Absicht der Reichsregierung, neben der Brau- und Branntweinsteuer auch eine Reichsweinsteuer einzuführen, an dem Widerstand des Reichstages gescheitert ist, so kann nicht angenommen werden, daß in absehbarer Zeit von feiten des Reiches wieder an eine Besteuerung des Weines gedacht werden wird. Es kann dies selbst von den Verteidigern der Weinbesteuerung nicht einmal besonders bedauert werden, da nur in einem kleinen Teile Deutschlands Wein gebaut wird, und deshalb die Jntereffen der einzelnen Staaten zu sehr von einander abweichen, um eine einheitliche Besteuerung für das ganze Reich gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Denn selbst wenn man die Weinproduktion möglichst von der Besteuerung verschont, so ist doch naturgemäß auch der Weinhandel und Weinkonsum in den wembauenden Ländern viel bedeutender, sodaß eine ungleichmäßige Belastung einzelner Bundesstaaten gar nicht zu vermeiden wäre. Ganz anders liegen die Verhältnisse für eine innere Steuer in den eigentlichen Weinländern selbst, und wir finden deshalb auch gerade in Baden, Württemberg und Elsaß-Lothringen zurzeit noch die Wein- sleuer. Wenn der Branntwein, vor allem aber das Bier, der Besteuerung unterworfen sind, so liegt an sich gewiß kein Grund vor, den Wein, der doch meist von der wohlhabenden Bevölkerung getrunken wird, frei zu lassen. Denn wenn auch in vielen Orten Rheinhessens der Wein nicht Luxusgetränk angesehen werden kann, sondern das tägliche Getränk des Arbeiters bildet, so genügt doch zur Ver- «eldung von Härten der Umstand, daß der Haustrunk «"er Produzenten von der Steuer befreit ist. Der in Hessen bestehende Zustand bewirkt chatsächlich eine der Schüler, Vereine und Fabrikarbeiter von insgesamt 4000 Personen folgte. Montag vormittag fand im Thronsaale des Schlosses ein großer Empfang statt, an welchem besondere Abgesandte der Königin von England, des. Prinzregenten von Bayern, des Großherzogs von Oldenburg, der Herzöge von Sachsen-Meiningen und von Sachsen- Altenburg, des Königs von Rumäniin und des Prinzen von Wales, sowie die diplomatischen Vertreter des herzoglichen Staatsministeriums, des Landtags, der Universität Jena u. a. teilnahmen. Karlsruhe, 23. Januar. Mit der Ausweis ungvon Italienern aus Baden ist jetzt begonnen worden. Zwei wegen Schlägerei und Bedrohung unliebsam gewordene Italiener in Sasbachwalden bei Achern erhielten Ausweisungsbefehle. Sie haben binnen drei Tagen Baden in der Richtung ihrer Heimat zu verlassen. Ausland. Wien, 23. Januar. Der Kaiser empfing Koloman Szell und danach den Grafen Goluchowsky und den Grafen Thun. Koloman Szell wird allseitig als der kommende Mann bezeichnet. Wien, 22. Januar. Anläßlich der tagtäglichen neuen Maßregelungen des Deutschtums in Böhmen ist es kein Wunder, daß die Erbitterung int deutschen Volke immer größer wird, und man allenthalben daran geht, sich in fester Weise zu organisieren, um das ganze deutsche Volk für die ihm noch bevorstehenden Kämpfe wehrhaft zu machen. So werden, wie man aus Deutschböhmen schreibt, in der nächsten Zeit sowohl in Ostböhmen wie in Nordböhmen Vertrauens- männerversammlungen der deutschnatioüalen Partei stattfinden, in denen die Organisation der Partei beschlossen werden wird. Auch wird trotz des Verbotes des Städtebundes demnächst eine neue Zusammenkunft der Vertreter sämtlicher deutschen Städte Böhmens in einer deutschen Provinzstadt erfolgen. Es kann heute schon mit Bestimmtheit behauptet werden, daß behufs gemeinsamen Vorgehens in nationalen und wirtschaftlichen Fragen sowie gemeinsamer Abwehr der Negierungsmaßregelungen, eine freie Vereinigung der deutsch-böhmischen Städte zu Stande kommen wird, und diese Beratungen wird keine Regierung und keine Statthalterei verhindern und verbieten können! Prag, 23. Januar. Eine gestern Abend stattgehabte Versammlung tschechischer Studenten beschloß die Einführung eines Abzeichens, damit man die tschechischen von den deutschen Studenten unterscheiden könne. stärkere Belastung der unteren und mittleren (Branntwein und Bier trinkenden) Volksklassen gegenüber den wohlhabenderen und reichen (Wein trinkenden) Klassen. Da mit der Vermehrung der Bevölkerung auch der Weinverbrauch gesteigert wird, so ist gerade die Weinsteuer ganz besonders geeignet, den stetig wachsenden Bedürfnissen des Staatshaushalts sich anzupassen. Die Hauptschwierigkeit bei der Weinsteuer besteht in der Lästigkeit der notwendigen Kontrollmaßregeln. Eine Brauerei ober eine Branntweinbrennerei können viel leichter überwacht werden, als die Bereitung des Weines. Dazu kommt, daß gerade die Weinproduzenten möglichst geschont werden sollen, daß also die Besteuerung nicht da erfolgen kann, wo die Kontrolle am leichtesten zu bewirken, allerdings auch am lästigsten wäre. Nachdem aber der im Jahre 1894 den Ständen vorgelegte Entwurf eines Weinsteuergesetzes von der Keller- und Transportkontrolle abgesehen und jede Belästigung des Gewerbebetriebes nach Möglichkeit vermieden hat, konnte es nur die rührige Agitation der Wirte erreichen, daß er trotzdem in der Zweiten Kammer keine Mehrheit fand. Obwohl sich der nunmehr vorgelegte Weinsteuergesetzentwurf nur unwesentlich von dem 1894er Entwurf unterscheidet, so glaubt die Regierung doch, diesmal auf eine günstige Aufnahme bei der Zweiten Kammer rechnen zu dürfen, weil die Weinsteuer mit einem Erträgnis von i/t Million zur Durchführung der Steuerreform unerläßlich notwendig ist. Daß sich die Regierung in dieser Hoffnung nicht getäuscht hat, kann umsomehr erwartet werden als durch den Wegfall der Grundsteuer ein großer Teil der Weinproduzenten, und durch die Aufhebung der Gewerbesteuer eine beträchtliche Anzahl gerade der kleineren Wirte und Weinhändler in nicht unbedeutender Weise entlastet wird. Dazu kommt noch, daß für die Besteuerung des Paris, 23. Januar. Paul Cassagnac hat an den Präsidenten des Syndikats der Pariser Presse einen offenen Brief gerichtet, in welchem er den Präsidenten ersucht, Schritte zu thun, um die Journalisten gegen die parlamentarische Immunität zu schützen. Paris, 23. Januar. Die Vergleichung der geheimen Dokumente, die in dem diplomatischen Dossier enthalten waren, haben den Beweis geliefert, daß der Inhalt der Duplikate absichtlich in einem der Dreyfus-Affaire ungünstigem Sinne abgeändert worden ist. Diese Abänderung soll als Erklärung gelten, weshalb die Kriegsminister mit solcher Entschlossenheit im Glauben an die Schuld Dreyfus festhielten. Paris, 23. Januar. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, Paty de Elam habe dem Kassationshofe ein vollständiges Geständnis gemacht über die verschleierte Dame, die geheimen Aktenstücke, welche Esterhazy übermittelte, und über die falschen Telegramme, die an Picquart abgesandt wurden, um diesen zu kompromittieren. Er habe eingeftanden, daß er selbst das Werkzeug dieser Machenschaften gewesen sei. — Bei den Untersuchungen, die der Kassationshof in den letzten Tagen den diplomatischen Akten des Ministeriums des Aeußern sowie dem geheimen „Dossier" des Kriegsministeriums widmete, handelte es sich anscheinend um die angebliche Depesche an die italienische Regierung, die im Nachrichtenbureau des Kriegsministeriums bei der Entzifferung einen entgegengesetzten Sinn gab, als vorher im Ministerium des Aeußern, und in der die Verhaftung Dreyfus' angezeigt war. Ferner verhörte der Kassationshof die Generale Gonse und Boisdeffre. — Es heißt, daß Esterhazy seitens des Kriegsministeriums vom Amtsgeheimnis entbunden sei, jedoch mit der Einschränkung, nichts auszusagen, was die nationale Verteidigung gefährden könnte. Nach dem Verhör Esterhazys werde der Kassationshof sich lediglich mit der Prüfung des Bordereaus zu beschäftigen haben. Eine Anzahl Gelehrter, darunter Lavisse, Larromet, Gaston Paris und Jules Claretie, veröffentlichen einen Aufruf, in welchem sie alle guten Franzosen auffordern, sich im Interesse Frankreichs schon im voraus vor der Entscheidung des Kasiationshofes zu beugen — ein neuer Beweis, wie sehr man der „Affaire" überdrüssig ist. Loudon, 20. Januar. Das soeben in Kairo abgeschlossene Abkommen über die künftige Verwaltung des Sudans bestätigt in ihrem Wortlaute, was schon früher über die weiten Machtvollkommenheiten gemeldet wurde, mit denen Lord Kitchener in seinem Amte als Gouverneur der neu- Kunstweines im Interesse des inländischen Weinbaues ganz besondere Bestimmungen getroffen sind, wonach derselbe nicht nur der für den Wein allgemein vorgesehenen Verbrauchsabgabe (von 5 Pfg.) unterliegt, sondern schon vorher bei der Fabrikation mit einer Steuer von 6 Pfg. für das Liter belegt wird. Außerdem haben die Kunstweinfabrikanten jährlich eine Lizenzgebühr von 50 Mk. zu zahlen. Da der vorliegende Gesetzentwurf im wesentlichen mit dem 1894er Entwurf überein stimmt, sollen nachstehend — soweit dies nicht bereits in obigem geschehen ist — nur die hauptsächlichsten Bestimmungen erwähnt werden: Der Besteuerung unterliegt nur der aus Trauben hergestellte Mostwein oder Schaumwein. Die Steuerpflicht tritt ein, wenn der Wein zum erstenmale an einen Wirt ober Verbraucher übergeht; wieberholte Besteuerung besselben Weines finbet nicht statt. Die Steuer beträgt für Wein im Preise von 100 Mk. pro Hektoliter 5 Pfg., für Wein mit höheren Preisen 10 Pfg. für bas Liter. Jeber Besitz- Übergang von Wein ist sowohl vom Abgeber (Verkäufer), als auch vom Abnehmer (Käufer) anzumelben. Für ben Bezug von Mengen unter 20 Liter sind besondere Erleichterungen vorgesehen. Zur Entrichtung der Steuer ist bet Mengen unter 20 Liter der Abgeber, bei größeren Mengen der Abnehmer des Weines verpflichtet. Zur Kontrolle ist für die Weinhändler die Führung von besonderen Büchern über die Verabfolgung von Wein vorgesehen, die vierteljährlich an das Hauptsteueramt abzuliesern sind. Wer beim Inkrafttreten des Gesetzes im Besitze eines Weinvorrates von 300 Liter ist, unterliegt der Nachversteuerung seines Weinlagers mit 5 Pfg. für das Liter. Die Abänderung deS Hundefteuergesetzes. Nach dem vorgelegten Gesetzentwurf bleibt wie seither die Steuer von dem Besitz des Hundes abhängig, sie wird der Iltis in den zur Zeit gerade offen gestandenen Brunnen von der Scheuer aus hineingestürzt ist. Aus Lebensüberdruß hat sich der Ratz bei einem Winter, in dem tm Januar die Gräser sprossen, die Schneeglöckchen hervorgucken und die Hecken und Sträucher treiben und die Hühner so fleißig Eier legen - sicherlich nicht in den Brunnen gestürzt Der gelinde Winter scheint auch den Fischottern sehr zu behagen und diese gefährlichen Fischräuber keck zu macheti. So gewahrte man kürzlich ganz in der Nähe unseres Ortes eine Fischotter sich gar nicht scheu am Ufer eines Mühlgrabens bewegen und aufhalteu. Wo aber diese Fischvertilger sich aufhalten, da wird der Fischbestand ruiniert oder vernichtet. Allerdings läßt das gänzliche Fehlen des Schnees den Ottern mit Fallen nur-schwer oder gar nicht benommen. H. L. M. Mainz, 22. Januar. Die erste und einzige diesjährige Damensitzung war von ungefähr 4000 Personen besucht, sohaß unsere Stadthalle, bekanntlich einer der größten Säle Deutschlands, sich als fast zu klein erwies. Schon um 5 Uhr war die Halle vollständig besetzt; da saßen , dann die Narren und Närrinnen im Halbdunkel und vertrieben sich mit Kaffeetrinken und Vertilgen von Kuchen und Schinkenbrödchen die Zeit bis zum Beginn der Sitzung. Em- qeleitet wurde dieselbe durch eine Wiederholung der von mir schon gelegentlich der ersten Sitzung besprochenen Eröffnungsszene, der es auch diesmal nicht an Beifall fehlte und für die ihre Verfasser mit dem Gemüse des Ruhmes ausgezeichnet wurden. Alsdann begrüßte Präsident Schwitz die Erschienenen in einer witzigen Rede mit dem Endreim: „Wie ein schönes Bild im Rahmen — Zum Carneval gehören die Damen." Das, vom Hofpoeten Korn verfaßte Lied Nr. 1 wurde darauf mit starkem Beifall ausgenommen. Nunmehr verlas Präsident Schmitz als sein eigener Sekretär sein Protokoll. lieber Mangel an Beifall hatten sich die nun folgenden Lieder und Vorträge des Fräulem Warmers- perqer (vom Stadttheater), sowie der Herren Costa, Rudolf und Köberich, Harburger, Diebold, Benach, Dremmel, Lösche und Hauser nicht zu beklagen. Die äußerst gelungene Sitzung beschloß ein bis zum frühen Morgen währender Ball. eroberten Provinzen ausgerüstet werden solle, und was 1 jüngst Lord Cromer vor den in Omdurman versammelten 1 Schecks angedeutet hat. Was dem politischen Beobachter | dabei vor allem in die Augen springt, ist die angelegentliche I Sorge, womit die englische Regierung im allgemeinen rote im einzelnen bemüht gewesen ist, in dieser Vereinbarung, I jedenfalls für den ganzen Sudan mit einzigem Ausschluß von Suakin, für sich einen formellen Rechtsboden zugrunde | gu legen und sich gegen alle Nadelstiche und Nörgeleien zu I decken, mit denen man französischerseits seit Jahren unmittelbar und mittelbar, durch die ägyptische Regierung und I die ägyptischen gemischten Gerichtshöfe England die politische I Arbeit in Aegypten versauert hat und neuerdings noch zu I versauern Lust zeigte. Die ^Definition des Sudans, als I einbegreifend das Gebiet südlich des 22. Parallelkreises, das I nie von ägyptischen Truppen geräumt, dann die ehemals I unter ägyptischer Verwaltung stechenden und seitdem von I England und Aegypten neueroberten Landesteile und schließlich auch diejenigen Gebiete, die in der Folge von beiden I Parteien noch etwa wiedererobert werden, zeigt die Hand | der englischen Juristen und läßt erkennen, wie man in Downingstreet bedacht ist, sich wegen künftiger französischer I Ansprüche formell zu sichern. Auch die Ernennung Lord Kitcheners zum Gouvernsbr und seine Sicherung gegen ägyptische Eingriffe, ägyptische Absetzung und ägyptische Verordnungen ist jehr deutlich. Keine ägyptische Verordnung hat im Sudan Geltung, so lange sie der Gouverneur nicht proklamiert. Er hat die volle gesetzgebende und die Verordnungsgewalt und ist nur insofern beschränkt, als seine Gesetze und Verordnungen dem englischen Vertreter in Kairo und dem ägyptischen Ministerpräsidenten mitgeteilt werden müssen. Die Bestimmung, daß für den Sudan der Grundsatz der offenen Thür in Kraft treten soll, durch den die Gleichberechtigung aller Nationen bei der Einfuhr und die Beschränkung der in Suakin oder andern Küstenpunkten des Roten Meeres zu erhebenden Zölle auf die ägyptischen Sätze verfügt wird, schließt allen Grund zu gegründeten Beschwerden nach dieser Richtung aus. Bei der ausdrücklichen Bestimmung, daß die gemischten Gerichtshöfe Aegyptens im Sudan, von Suakin abgesehen, keinerlei Zuständigkeit genießen sollen, erinnert man sich unwillkürlich an den geschickten und für England sehr lästigen, schließlich freilich doch vergeblichen Gebrauch, den der französische Einfluß in Aegypten von diesen Gerichtshöfen gemacht hat, um die Mittel für den Sudanfeldzug aus den verfügbaren Beständen der Staatst schuldenkasse abzuschneiden. Die englische Diplomatie hat es sich natürlich nicht versagen können, die infolge dessen * aus englischen Staatsmitteln gespendete Finanzhilfe in der Einleitung der gegenwärtigen Konvention denen, die es angeht, als einen der Stützpunkte ihres Rechtsbodens im Sudan vorzuhalten. Eine sehr bemerkenswerte Schranke gegen die Umtriebe, die man jüngst von feiten der französischen Kolonialpartei beispielsweise durch ein französisches Schulprojekt in Aussicht stellte, liegt in der Ankündigung, daß vorderhand im Sudan das Kriegsrecht bestehen bleiben soll. Man darf wohl annehmen, daß diese Bestimmung auf absehbare Zeit keine Veränderung erleiden wird. Daß ohne Zustimmung der englischen Regierung keine Konsuln oder Konsularagenten im Sudan ernannt werden sollen, bildet eine weitere Schutzwehr gegen ausländische Wühlereien und Ränke. Was sonst noch über den Sklavenhandel und die Einfuhr von Feuerwaffen, Munition und geistigen Getränken im Sinne der Brüsseler Akte von 1890 verfügt wird, ist im Grunde selbstverständlich und bedarf keiner besonderen Erwähnung. Lord Kitchener und seine Nachfolger werden in der Lage sein, unter dieser Konvention im Laufe der Zeit im Sudan soviel Ordnung und Gesittung einzuführen, als unter der schwarzen Bevölkerung und auf weitem menschenleerem Gebiete möglich ist. Das nächste zum Teil im neuen Gordon College ausgebildete Geschlecht wird dann einige weitere Schritte auf dem Pfade der Gesittung zu thun vermögen. „Köln. Ztg." Athen, 23. Januar. Ein Erdbeben richtete im Peleponnes fürchterliche Verheerungen an. Mehrere Ortschaften wurden gänzlich, viele andere teilweise zerstört. Eine große Anzahl von Menschen ist verunglückt. Der König wird sich wahrscheinlich heute noch auf die Unglücksstätte begeben. Afrika. In den düstersten Farben werden jetzt die kriegerischen Nöte des Kongo st aates gemalt. Das Brüsseler Blatt „Patriote" spricht in einem Aufsatz über den Kongo von neuen Kämpfen mit den Aufständischen, in welchen europäische Offiziere und zahlreiche Soldaten ge- bagegen von 5 auf 10 Mk. erhöht. Eine gleiche Steuer sollen auch die Gemeinden erheben dürfen. Es läßt sich vielleicht darüber streiten, ob eine verhältnismäßig so bedeutende Steuer auf den Besitz eines Hundes (für Staats- und Gemeindesteuer unter Umständen zusammen 20 Mk.) an sich gerechtfertigt ist. Man wird sich jedoch leichter damit einverstanden erklären können, weil die Schäfer- und Hirtenhunde von der Steuer befreit werden sollen, wodurch einem langjährigen Drängen der Zweiten Kammer nachgegeben wird. Auch ist der durch die Erhöhung des Steuersatzes erwartete Mehrertrag nicht unbedeutend (165,000 Mk.), und zur Entlastung der direkten Staatssteuern erforderlich. Man mußte davon absehen, auch Hunde, die in anderen Gewerbebetrieben verwendet werden, oder zur Bewachung von Hofraiten erforderlich sind, ebenfalls von der Steuer zu befreien. Es kann dies auch umsoweniger bedauert werden, als die Vermehrung der gerade zu gewerblichen Zwecken verwendeten Hunde nicht besonders wünschenswert ist. Wie wir aus der dem Gesetzentwurf beigegebenen Begründung ersehen, erreicht auch in anderen Staaten die staatliche und kommunale Hundeabgabe teilweise den Be- trag von 20 Mk. -n- tötet wurden. Die Aufständischen von Mongola hätten durch die benachbarten Stämme Verstärkung erhalten; sie wären im Besitze zahlreicher Gewehre und Patronen. Ein Teil der Wahrheit werde verschwiegen, die Verluste seien beträchtlicher, als man mitteile. Der ganze Landstrich, der zwischen dem Zusammenfluß des Ubanghi mit dem Kongo und dem Taganjika-See liege, sei in höchster Gährung begriffen. Die Aufständischen in Luluaburg seien noch nicht vernichtet, sondern setzten den Kampf fort. Die Truppen schienen weitere Aufstände zu fürchten, da das Ansehen der Europäer sehr erschüttert sei. — Der „Patriote" schließt seinen Aufsatz mit den Worte», der Kongostaat befinde sich in einer schwierigen Lage, er sei im Innern und von außen her bedroht. __________________________________________ Males und Provinzielles. Gießen, den 24. Januar 1899. ♦♦ Zn Amerika verstorbene Heffen. In St. Joseph, Mo., Louis Hax, 70 Jahre alt, aus Darmstadt. In Mascoutah, Jll., Katharina Schäck, geb. Krautwurst, 68 Jahre alt, aus Raibach. In Baltimore, Md., Christian Bender, 77 Jahre alt, aus Lauterbach. In Sweet Air, Baltimore County, Heinrich Ost heim, 77 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. In Sublette, Jll., Johan Georg Ma lach, 58 Jahre alt, aus Ober- hilbersheim. In Mascoutah, Jll., Wilhelmine Brück- manu, 80 Jahre alt, aus Auerbach. In Burlington, Ja., John Obermann, 48 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt. A Volksbibliotheken ans dem Lande. In einer Zeit, wie in der gegenwärtigen, in welcher der Sinn nach materiellen Genüssen Gemeingut fast aller Volksklassen und Bevölkerungsschichten geworden ist, tritt ernster als je zuvor an alle, die in erster Linie berufen sind, am Wohl und Heil der Menschheit zu arbeiten, der Mahnruf: „Lenket das Volk auf die Wege zu edleren Freuden und höheren, geistigeren Genüssen!" Zwar ist die Arbeit, gegen den Strom, in dessen Bett Genußsucht, Leichtfertigkeit und Unsittlichkeit ihre schmutzigen Fluten dahin wälzen, zu schwimmen, mit großen Schwierigkeiten verknüpft; noch gefährlicher aber ist es, einen Damm als Schutzwall gegen die wogenden Fluten aufzurichten. Dennoch läßt sich mit vereinten Kräften ein geistiges Bollwerk auftürmen, an dem jede niedere Denk- und Handlungsweise zerschellen muß. Wohl arbeitet die Schule und die Fortbildungsschule an der Veredelung der schulpflichtigen Jugend; aber mit dem Schulzwang hört auch jeglicher Zwang zur weiteren Fortbildung auf. Hier müssen nun andere Einrichtungen ergänzend eingreifen, um der reiferen Jugend und den Erwachsenen Ersatz zu bieten. Dazu sind neben anderem vorzugsweise die Volks- bibliotheken berufen! Einzelne Gemeinden, Kirchen und Schulen besitzen schon solche. Beiträge aus Gemeindekassen, Kirchenkassen und Stiftungen liefern die erforderlichen Mittel. Wo aber die Unterstützung solcher Institutionen vernachlässigt oder eingestellt wird, da bedeutet Stillstand gerade so viel als Rückgang. Auch haben sich Vereine und Lesekränze gebildet, die gleichfalls ihre Thätigkeit dem edlen Zwecke der Volksbildung widmen. — In manchen Gegenden haben die Kreisregierungen die Sache in die Hand genommen und ihre Kreise in verschiedene kleine Lesezirkel geteilt. Durch den Zusammenschluß verschiedener Gemeinden ist das Beschaffen der Bücher, die später abteilungsweise in den einzelnen Gemeinden zirkulieren, sehr erleichtert. Obwohl dieser Art der Gründung und Erhaltung von Volksbibliotheken immerhin noch einige Mängel anhaften, so werden diese doch insofern ausgewogen, daß es nur dadurch ermöglicht wurde, überall, selbst in den kleinsten Orten, Volksbibliotheken zu errichten. Wo es angängig ist, können aus Mitteln der Kreise, Gemeinden, aus Überschüssen der Spar- und Vorschußkassen, durch wohlthätige Stiftungen und durch Beiträge von Privatpersonen die Gelder und Bücher und Zeitschriften zur Anschaffung und Erhaltung von Bibliotheken gewonnen werden. Das Ausleihen und die Beaufsichtigung der Bibliotheken dürfte der Lehrerstand wohl überall gern und freudig in die Hand nehmen. Ist doch die Verbreitung von Volksbildung eine Hauptaufgabe der Schule und des Lehrerstandes? Würde nicht manche Person, welche die Langeweile in den Strudel der Vergnügungen stürzt und dadurch auf Abwege lenkt, durch das Lesen eines guten Buches ober einer lehrreichen Zeitschrift, also durch edlere Beschäftigung vor einem schlechten Lebenswandel bewahrt bleiben? Drum gründen wir Volksbibliotheken zur Hebung der Volksbildung! n. Nidda, 22. Januar. Viel Aufsehen haben in der abgelaufenen Woche wegen Wilddieberei erfolgte Verhaftungen in Ober- und Nieder-Mockstadt erregt. sDie Wilddieberei wurde dort sozusagen im großen Stiel betrieben. Ein auch verhafteter Pächter der Ober-Mockstädter Feldjagd war Abnehmer der in Schlingen gefangenen Rehe. Es sitzen von Ober-Mockstadt bereits fünf, von Nieder-Mockstadt ein Einwohner in Untersuchungshaft. — In Staden verletzte sich ein bei einer Dreschmaschine beschäftigter Landwirt I dadurch, daß er sich einen Strohhalm so schwer ins Auge stieß, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. — In Stammheim zog sich ein Knecht durch Unvorsichtigkeit beim Dickwurzmahlen eine Handverletzung zu. □ Ruppertenrod, 23. Januar. Das Raubzeug, insonderheit die Angehörigen der Marderfamilie, tritt ge- I wöhnlich nur bei strengeren Wintern häufig in die Er- I scheinung, während in gelinderen Wintern seine Spuren I weniger bemerkbar sind. Dessenungeachtet zeigen sich die I Todfeinde unseres Hausgeflügels, Marder und Iltis, gar I nicht selten in dem heurigen so ungewöhnlich gelinden Winter. I Ein hiesiger Landwirt gewahrte dieser Tage einen Iltis | oder Ratz ertrunken in einem Brunnen. Da der Brunnen I sich bei der Scheuer befindet, so ist wohl anzunehmen, daß Vermischtes. * Hamburg, 20. Januar. Franz Rosatzin, Direktor der Aktiengesellschaft Neue Börsenhalle, Chefredakteur des Hamburgischen Korrespondenten und der Börsenhalle, ist heute früh gestorben. Rosatzin war 1847 in Wien geboren und stand seit 1883 an der Spitze der Neuen Börsenhalle. Seit etwa einem Jahre hatte er mit einem schleichenden Leiden zu kämpfen, das den früher sehr kräftigen Mann rasch herunterbrachte. Er erlag einem Schlaganfall und wurde morgens tot in seinem Bette aufgefunden. Rosatzin gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten in der deutschen Journalistik, die in ihm einen ihrer anständigsten und liebenswürdigsten Vertreter verliert. Ueberall hatte seine stets bereite Dienstfertigkeit und fein freundliches Entgegenkommen ihm aufrichtige Freunde erworben, und in weiten Kreisen wird die Nachricht von seinem Hinscheiden mit Trauer vernommen werden. • Wölfe in Ostpreußen. Dem „Wild und Hund" schreibt ein Abonnent aus Widm innen bet Lyck: „Obgleich der Winter auch in diesem Jahre sehr mild ist, sind doch wieder Wölfe über die Grenze gekommen. Förster der Grondowkoer Forst meldeten dieser Tage, daß sie Wölfe gespürt hätten, und cs ist in der That bei einer dort stattgehabten Treibjagd eine Wölfin geschossen worden." * Eine halbe Million im Abzugskanal gefunden hat, wie aus Paris geschrieben wird, ein dortiger Kanalisations- arbeiter. Die 600 Tausendfranksscheine waren in Zeitungspapiere verpackt und müssen wohl von Dieben aus Angst vor Entdeckung in den Kanal geworfen worden sein. * Gebt auf die Kinder acht! Unter dieser wohlgemeinten Überschrift veröffentlicht die „Zeitschrift für Schulgesundheitspflege" folgende Betrachtung, die gewiß Beherzigung verdient. Aus den Krankenhäusern der Br es lauer Universitäts-Augenklinik hat Dr. Seidelmann 223 Fälle von Verletzungen eines Auges mit nachfolgender Erblindung desselben zusammengestellt und sand darunter über 20 v. H., die durch Leichtsinn der Kinder verursacht waren. Die Gegenstände, mit denen beim Spielen die Verletzungen beigebracht wurden, waren namentlich Messer, Gabeln, Bolzen, Scheeren, Licht, Schieferstifte, Zündhütchen, Pulver, Zirkel. Durch Bosheit wurden ungefähr 12 v. H. der Erblindungen verursacht, und zwar mit Faustschlägen, Steinen, Stangen, Peitsche und Stock. In einer anderen Zusammenstellung kommt Dr. Landsberger zu einem gleich traurigen Ergebnis. In zwanzig Fällen hatten Kinder durch Leichtsinn, in acht Fällen durch Bosheit ein Auge verloren. Diese Verletzungstabellen sind wirklich wahre Sündenregister; ungefähr 100 Erblindungen, die Spielereien, Leichtsinn, Mutwillen, Bosheit oder Rohheit zur Ursache hatten, hätten vermieden werden können. Hier kann und muß die frühzeitige Belehrung durch Eltern und Lehrer die Unfälle verhüten helfen. Der alte Vers: „Messer, Gabel, Scheer' und Licht nehmen brave Kinder nicht" kann gar nicht oft genug gepredigt werden. Auch Zündhütchen, Feuerwerkskörper, Pulver, Gewehre sind gefährliche Spielzeuge, die ja eigentlich auch gar nicht in die Hände der Kinder gehören — selbst Kindergewehre sollte man nur einsichtigen Knaben und auch diesen unter eindringlichen Warnungen vor dem Unheil, das sie damit anrichten können, in die Hand geben. Gerade durch diese Spielereien werden so oft nicht die kleinen Missethäter selbst, sondern ganz unschuldige, nur zusehende Kinder ober Erwachsene schwer verletzt. Von 939 Personen, die ein Auge in der Kindheit verloren hatten, waren in Paris 343 durch Schießen ober durch Explosion von Zündhütchen verletzt worden. Aehnlich sind die Erfahrungen der Glas' künstler F. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden unter den vielen, denen sie ein Glasauge einsetzten. Der Verkauf von Zün^ Hütchen, Pulver und Knallerbsen an Kinder sollte polizeilich trengöer£ nW* Fe« die v E ist durch o äuge verlo manches $ Gange du dem Hrnt< * er ziehende G „Garttt vonSrch gtofoinD111 bat. L'tl Uri, mil xölkenvand meinben, „n Giuseppe, 1 6t. Jean i dings wird nannt, wer tzonmersr Schmck s Schutz \t' soney ein tümlich, J wo in w wirb, beul mich des h innert hall, Mnzchen wm Fußpf saubere Frc itr fremde heimelte es entgegen, „r suche. „Wc Ich sagte il vppe» guet seid, weiter besser»." italienisch Msche S, sei aber d der 8 Tie wch diesem ? Arensa! der jetzt denn der fonepchal fäfynfpri ibt oidfa^ uvch: das deutsche alten Psan den Sirchh Au» W mit Nilte ob bi» 10. $ Aen gem Tie 80» n . $it bei SWnbt 0(1 neuen b. ?ent*8ruta» *« I« «£ '," Äit. $(; 2 r» b-h»g„ l»°s Ortes , „ Äx4 *«"lger M .Ob«W ^.Schnees btn n5l beikvWen. eJ|te und einzige Gefahr 4000 P^. anntlic^ einer der iu klein erwies Mty, da saß» dunkel und Det; n von Kuchen und 6tt®Ng. 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Namentlich ist durch das Losschnellen von Pfeilen schon manches Kinderauge verloren gegangen. Auch vor Peitschen ist zu warnen. Besonders sind Kinder darauf aufmerksam zu machen, daß manches Auge schon dadurch zu Grunde ging, daß bei einem Gange durchs Gebüsch die auseinandergedrängten Zweige dem Hintermann mit Gewalt ins Auge schlugen. * Eine deutsche Sprachinsel in Italien. Eine sehr anziehende Schilderung entwirft W oldem ar Kaden in der „Gartenlaube" von dem Deutschtum, das sich im Thal von Gresioney an den piemontesischen Südhängen des Monte Rosa inmitten seiner ganz italienischen Umgebung erhalten hat. Viel weniger bekannt als andere Sprachinseln dieser Art, weil sehr abgelegen von der alten wie der modernen Dölkerwanderungsstraße, sind diese altgermanischen Gemeinden, welche die welschen Namen Alagna, Rima San Giuseppe, Macugnaga, Rimella, Gaby, Jssime, Gressoney- St. Jean und Gressoney- la Trinite tragen. Erst neuerdings wird das von der Lys durchströmte Thal öfter genannt, weil die Königin von Italien es wiederholt sich zur Sommerfrische erkor. Mit seinen Wiesen und Matten, im Schmuck seiner alten Eichen, Nußbäume und Kastanien, im Schutz seiner sirngekrönten Berge, ist das Thal von Gressoney ein echtes und rechtes Hirtenthal. Es berührt eigentümlich, so erzählt Kaden, auf diesem italienischen Boden, wo in vielen Ortschaften auch noch französisch gesprochen wird, deutsche Laute zu hören. Am ersten Tage, wo ich mich des hier herrschenden deutschen Wesens noch kaum erinnert hatte, kniete ich an einer Halde und stach mir einige Pflänzchen der reizenden Gentiana nivalis aus. Da schritt vom Fußpfade quer über das Grün eine alte hagere, sehr saubere Frau auf mich los, neugierig wohl, zu sehen, was der fremde Mann da treibe. „Gott grüetz-i, Herra," heimelte es mir aus ihrem Munde auf italienischem Boden entgegen, „was machet-er do?" Ich sei auf der Kräutersuche. „Was isch des für e' Chrüetli, was-er da hem?" Ich sagte ihr den Namen, sie fragte weiter: „Isch es zu öppes guet? Wenn-t-er en Chrüttler (Kräutersammler) seid, weiter obe an der Sonnethalb (Sonnenseite) häts no besfers." Ich fragte die treuherzige Alte, ob sie auch italienisch spreche; ja, sie verstehe außerdem auch die französische Sprache. Die Leib- und Muttersprache der Alten sei aber das Deutsche und deutsch sei bis auf diese Tage auf der Kanzel gepredigt, in der Schule unterrichtet worden. Sie wußte die Namen der deutschen Geistlichen, die in diesem Jahrhundert hier amtiert, sämtlich zu nennen: Bärenfallen, Leiter, Lateltin, Netscher, Dreißiger, Bczle; der jetzt hergeschickte heißt Berguet, französischen Stamms, denn der Bischof von Aosta, zu dessen Diöcese das Gres- soneythal gehört, wolle nichts mehr wissen vom Deutsch als Kirchensprache. Er will das Thal französisch machen und übt vielfach Gewalt. Nur zwei deutsche Kirchenlieder giebt's noch: das Neujahrslied und das Dreikönigslied; doch deutsche Reimverse stehen geschrieben auf den Gräbern der alten Pfarrherren, und deutsch sind die Grabinschriften auf den Kirchhöfen, wie auch die Liebeserklärung des Burschen an sein Mädchen deutsch gemacht wird. Bislang heirateten die Thalbewohner vorzugsweise unter sich: so blieb der Stamm rein, so blieben die Gewohnheiten und Gebräuche der Urväter treu bewahrt. Noch heute trägt die weibliche Bevölkerung den leuchtenden roten Tuchrock, wenn auch das Tuch dazu nicht mehr wie früher im Thal gewoben wird. Noch in jüngster Zeit trug die Braut die eigentümlich geformte, reich mit goldenen Arabesken gestickte kostbare Haube. Der rote Rock heißt Anketo, die Schürze das Fuder, Für- blätz ist das Brustvortuch, welches bei besonderen Gelegenheiten durch das Halsmottschior (wohl vom französischen Mouchoir) ersetzt wird. Von anderen Kleidervokabeln habe ich mir notiert: Chappo die Kappe, Brosttuech die Weste, Bruech die Hose, Hose die Strümpfe, Wolemd die kurze Jacke; Schue die Schuhe. Natürlich ändern sich diese Ausdrücke in den verschiedenen Gemeinden ab, so heißt beispielsweise der Kuß in Gressoney — Schmock, in Jssime Ciuppe (spr. Tschuppe!), und nur in Alagna, wie bei den Engländern, Kiß. Der Dialekt ist aber eher weich zu nennen und berührt angenehm durch die vollen Vokale der Endsilbe»», die in den Schweizer Dialekten^ meist stumm sind. Lieblich klingt „Atto", der Vater, und „Eju", die Mutter. * Die größte Stadt Deutschlands ist keineswegs Berlin, was wohl wegen der kolossalen Einwohnerzahl angenommen werden könnte, sondern München. Berlin hat nach dem städtischen Ausweis einen Flächeninhalt von 60 Quadratkilometer. Nachdem kürzlich der Stadt München die Gemeinde Nymphenburg einverleibt worde»» ist, besitzt München eine Größe vor» 70 Quadratkilometer Flächeninhalt. Berlin ist also von München um 10 Quadratkilometer überflügelt worden. * Gefärbte Wurst. Zu dem Gutachten des Reichsgesundheitsamtes, welches das Färben der Wurst und das Konserviere»» des Hackfleisches verbietet, wollen die Fleischer jetzt Stellung nehmen. Das Färben der Wurst soll dadurch notwendig geworden sein, daß die Mästung des deutschen Viehes mit ausländischen Futtermitteln die Qualität des Fleisches wesentlich verschlechtert hat. Die Fleischer- Jnnungsvorstände wollen nun beim Reichstage um ein Gesetz einkommen, welches die Einfuhr ausländischer Futtermittel verbietet. Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Im Vorlage von Emil Rotb in Gießen erschien vor kurzem Das Patrsnat in der evangelischen Landeskirche des Groß- Herzogtums Hessen von Dr. jur. Mor. Hansult 8° 6 Bosten. Preis Mk. 2.—. Die Schrift veranschaulicht das Kirchenpatronat Hessen« in Geschichte und Gegenwart, zieht dabet aber auch die Parallelen mit den meisten deutschen Landeskirchen. Sie dürfte daher jedem Theologen und Fachjurtsten eine willkommene Gabe sein. DaS umsomehr, als nur zwei ähnliche Abhandlungen über Haupt, eine von Lebmann für Sachsen unb eine von Hcllmar für Preußen, beide tnves teilweise veraltet, existieren. Für da8 hessische Ktrchenrecht dürfte die Schrift besonderes Interesse beanspruchen, wird durch sie doch einem empfindlichen Mangel in dem Köhler'schen Werke „Kirchenrecht deö Großherzogtums Hessen" abzeholsen. Durch Zusammenstellung der Patronatslasten, die seither noch nicht vorlag, ist das Merkchen unentbehrlich für die hessischen Patronatsgeistlichen und Patrone. Das Material der Gesamtnachwetse entstammt den Oberkonststorialakten und denjenigen der einzelnen Renteien der Patrone. Schließlich wird auch der Historiker manches ibn Interessierende finden, das der Verfasse aus alten Saalbüchern der Pfarrarchtve und der Akten Grobherzoglichen OberkonfiftoriumS zusammengetragen hat. . , —Die »Köln. Ztg.« läßt sich unttrm 22. Januar aus München telegraphieren: Bei der heutigen elften Aufführung der Oper ,$m tn Gegenwart der erschienenen dnUer statt. Greßen, am 20. Januar 1899. ™r°6b- Kultur-Inspektion Gießen. Wißmann. 773 Hohversteigerung. Donnerstag den 26. und Freitag den 27. d. Mts. soll im Grüninger Markwald folgendes Holz versteigert werden: 32 fm Eichen-Schnittholz bis zu 59 cm mittl. Durchmesser, 27 ,, Eichen-Bau- ».Schwellenholz, 15 „ Eichen-Grubenholz, 29 „ Buchen-Stämme, 21 „ Kiefern - Schnittholz bis zu 45 cm mittl. Durchmesser, 111 „ Kiefern. Bauholz bis zu 17 Meter Länge, 61 „ Fichten-Bauholz bis zu 18 Meter Länge, 14 „ Fichten-Derbsiangen, 182 rm Kiefern-Nutzscheiter u.Knüppel van 3 und 3*/, Meter Läng'. Die Zusammenkunft ist jedesmal morgens 9 Uhr, am ersten Tage am Fußpfad von Grüningen nach Garben- teich und am zweiten Tage an der Kreisstraße Dorfgill-Garbenteich. Bemerkt wird, daß die Buchen- und E'chenstämme am zweiten Tag zur Versteigerung kommen. Grüningen, den 21. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert.. b20 Montag, bett 30. Januar 1899, vormittags 9'/, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Distrikt Forft- garten und Aue, versteigert werden: 31 Eichenstämme Mit 8,84 fm, 3 Eschenstämme mit 0,57 fm, 1 Ulmenstamm mit 1,37 fm, 53 Fichtenstämme mit 26,71 fm, 11 Fichten-Derbstangen m. 2,04fm, 269 rm Buchen-Schritholz, 83 „ Eichen- „ 2 n Aspen- „ 108 „ Buchen-Knüppelholz, 43 ,, Eichen- „ 2 „ Eschen- „ 2 „ Aspen- „ 8,4 „ Radel- 4280 Wellen Buchen-Reisig, 330 „ Eiche„ 30 „ Erlen- „ 160 „ Linden- „ 250 „ Radel- „ 71,5 rm Bucheu-Stockhol-, 11 „ Eichen- „ 1 „ Eschen- 1 „ Aspen- 11,5 „ Rodel Die Zusammenkunft ist in der Licherstraß-, 11. Schneise, beim Forsthaus Hochwart. Gießen, den 23. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 821 10000 Mark auf erste Hypothek bei doppelter Sicher- heit und pünktlicher Zinszahlung zu leihen gesucht. Offerten unter Rr. 471 an die Expedition d. Bl. Donnerstag bett 26. Januar I. I., vormittags 9 Uhr anfangend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda, Distrikt Kaulsköppel, Lausköppel und Langebruch versteigert: 46 Eichenstämme mit 22,76 fm, 1 Buchenstamm „ 1,25 „ 131 Radelstämme „ 40,17 „ 89 Radel Derbstangen mit 7,16fm, 295 Nadel-Reisstangen mit 8,30frn, 112 rm Buchen-Scheitholz, 10 „ Eichen- „ 35 „ Eichen Knüppel, 191 , Radel- „ 850 Wellen Eichen-Reisholz, 8250 ,, Radel- „ 33 rm Buchen-Stockholz, 15 „ Eichen- „ Zusammenkunft im Lausköppel bei Holz Rr. 21. Bemerkt wird, daß das Stammholz gleichzeitig mit dem Brennholz zur Versteigerung kommt. Das Holz im Distrikt Kaulsköppel wird bei der Versteigerung nicht vorgezetgt. Allendorf a.d.Lda., am21.Jan.1899 Gr. BürgermeiftereiAllendorf a. d.Lda. Rein. 806 (fiiii|ifehliuißeii Garantiert reines Schweineschmalz L Pfb. 43 Pfg., bei 3 Pfb. 42 Pfg., empfiehlt 729 W. Ullrich, Schloßgasse 5, Tiefenweg 6, n.b. Bahnbfstr. W. frische KrkWkl Berliner Pfannkuchen Spritz- und Kaffeekuchen Thee- und Weingebäck sowie täglich von 1 Uhr nachmittags ab frische Brödchen empfiehlt 602 W.Amend, Kchnhos-r. 62. Neuheiten in »all-Hanischuhen all-Kravailea empfiehlt 503 W. Wir säg’, Seltersweg 10. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Masken- 5 Anzüge, Dominos zu verleihen. Stets neue Anzüge auf Lager. Anfertigung nach Maß. Geöffnet bis abends »0 Uhr; auch SonntagS. A. W. Karnöach, Kirchstraße 2, II. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ jRontog5- Die Sießcnc L d-m A" w8djcntlid) vie drigklkgt. Itinoi®' ZtbQhion, fff gir für die I werden Di Zeitungstr Schnlstrch und die ft den Nnm Sintis gelt H gutk. 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