Abg. etter le (Els.) schildert den Umfang betrügerischer Fälschungen im elsässischen Weinhandel. Hauptsache bleibe eine ausreichende Kellerkontrolle. Abg. Blankenhorn (nl.) stellt fest, daß das 92er Gesetz nichts genützt habe und die Kunstweinfabrikation nicht beeinträchtigte. Einen Deklarationszwang für Zusätze halte er nicht für möglich, natürlich müsse es aber dabei bleiben, daß, wenn Naturwein verlangt werde, auch Naturwein gegeben werden müsse. Eine Kellerkoutrolle bestehe bereits in Baden; sie sei aber nicht angenehm. Staatssekretär Graf Posadowskv: Um zu untersuchen, ob ein Wein als Naturwein gelten könne oder nicht, werde es immer der Chemie bedürfen. Abg. Fritz (nl.) verlangt Schutz für die Winzer ebenso, wie für die Landwirtschaft. Auch der Pfälzer Weinbau sei des Schutzes gegen die Weinfabrikation dringend bedürftig. Damit ist der Gegenstand erledigt. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberatung. Schluß 6 Uhr. Deutsches Deich. Berlin, 23. Januar. Der Entwurf des neuen Jn- validen-Bersicherungsgesetzes ist am Samstag abend dem Reichstage zugegangen. Die Ausdehnung der Versicherungspflicht auch auf Lehrer und Erzieher, die nicht an öffentlichen Anstalten pensiousberechtigt angestellt sind, auf Hausgewerbetreibende, die durch Zwischenmeister beschäftigt werden, ist teils gesetzlich vorgesehen, teils den Bestimmungen des Bundesrats überlassen. Der Versicherungspflicht unterliegen nicht Personen, welche Lohnarbeit nur in bestimmten Jahreszeiten für nicht mehr als zwölf Wochen übernehmen. Der Bundesrat ist befugt, zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen Ausländer, denen der Aufenthalt nur für eine bestimmte Zeit gestattet wird, außer Versicherung zu bleiben haben. Weitere Bestimmungen regeln die Unterbringung Erkrankter in Heilanstalten und Anstalten für Genesende, sowie die Verteilung der Lasten in solchen Fällen. Auf Antrag der Rentenempfänger kann der Vorstand ihnen an Stelle der Rente Aufnahme in ein Jnvalidenhaus bei Eingang der Verpflichtung auf ein Jahr und späterer dreimonatiger Kündigungsfrist für weitere Jahre gewähren. Die an eine Krankheit sich anschließende Genesungszeit, auch ein regelmäßig verlaufendes Wochenbett — dies für eine sechswöchige Dauer — werden der Krankheit gleich geachtet. Die geplante Teilung der Beiträge und des Vermögens der Versicherungsanstalten, für die „Gemeinlast" und die „Sonderlast" (V5 und 2/s) zur Unterstützung Der östlichen landwirtschaftlichen Anstalten, durch die iudustriellen und städtischen Gemeinschaften ist bereits in den Grundzügen bekannt gegeben, ebenso die beabsichtigte Dezentralisierung durch Rentenstellen, die erste Instanz für die Annahme und Begutachtung von Anträgen auf Invaliden- und Altersrenten und die Zusammensetzung dieser Organe der Selbstverwaltung. Die neuen Bestimmungen sollen, soweit sie sich aus Herstellung oder Veränderung der zur Durchführung der Invalidenversicherung erforderlichen Einrichtungen beziehen, em Tage der Verkündigung, im übrigen am 1. Januar 1900 in Kraft treten. Der sehr umfangreichen Vorlage ist eine noch umfangreichere Begründung, die für sich allein mehr als 200 Quartseiten in Anspruch nimmt, beigegeben. Berlin, 23. Januar. Vom Bankgesetz teilt die „T. R." folgende Hauptpunkte mit: Der Gei.tzentwurf besteht aus acht Artikeln. Art. 1 laut t: Der § 23 de» Bankgesetz-S vom 14. März 1875 wird durch folgende Bestimmung ersetzt: Das Grundkapital der Reichrbauk besteht aus 150 Millionen Mark, geteilt in 50 000 auf Namen lautende Anteile von je 3000 Mark. Die Anteilseigner basten für die Verbindlichkeiten der Reichsbank nicht. Nach bf9 finde. Wiesbaden. iolpha U achfj, Parkett Mk. 3.50, rkarten Mk. 0.40, ;e Mk. 3.60, Bratet Gratisbeilagen: Gießener FamilienbtStter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Uolkskunde. -r . ----- —o--------1, wie weit die Chemie helfen werde, Fälschungen zu erkennen. Abg. Baumann (Centr.) wünscht starke Steuer auf Smiftroein. Jn Unterfranken sei man auch mit einer scharfen Entrolle einverstanden. Redner ist auch gegen das Zuckern Weine blos zur Vermehrung; übrigens müßten gezuckerte Wne deklariert werden. oder von der Rednertribüne aus gesprochen werden, da ihm selbst sonst das Verständnis erschwert werde. Abg. Frohme (Soz.) befürwortet ebenfalls die Berufung, desgleichen die Abgg. Graf Bernstorf s-Lau en- burg (Rp.) und Riff (Els.). Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. 24 80 123.50 » hleni e> 686 < Wkckch.' ^cnau erkannt werden könnten. Anfangs Februar trete im 41,2111335° Hosundheitsamte eine Sachverständigen-Konferenz zusammen. 138.46 ;486o Die Herren würden gut thun, sich da auf eine Mittellinie 133." zu. einigen, um nur den größten Mißbräuchen wirksam ent- oi-40 gegenzutreten, und es sei dann abzuwarten. - H6'" Chemie helfen werde, ftälffhnnnpn m Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. auf den Gießener Anzeiger für die Monate Februar und März werden von allen Postanstalten, den Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, jederzeit entgegengenommen und die bis zum 1. Februar erscheinenden Nummern den hiesigen Abonnenten gratis geliefert. 1 211,95 io B. Vegwer. 8- v»giir. R. WagMI 2'50 lnV01 fri*t 1 MauiTervaUer •»be Mk. i._ 132 TmtII HÜ zoclul«- N. 100 - 3M? 01 -W- .Aasten- *«* SS QdKarWrte 111. Pt »V. Uhr, reine. ^direktoe, 1 ^Dreg^ K°>'- 23.90 )431 $"" Staatssekretär Gras Posadowsky entgegnet, die Negierung bringe den Wünschen der Interpellanten das regste Interesse entgegen, die harte Arbeit der Winzer gegen unlautere und unsaubere Konkurrenz im Labora- p)di«' i R80 15490 lorium geschützt zu sehen. Dagegen seien Wege, Mittel Staatsb. ldo10 21.50 uni) Ziel zweifelhaft. Die Interessenten selber gingen in - ■ 150.10' chren Ansichten weit auseinander. Um den Knnstwein zu »erbieten, müsse man doch erst wissen, was Kunstwein ist? Oie Freunde des Weins müßten sich, wenn sie die Wein- I Verfälschung wirksam bekämpft sehen wollten, zwei Wege ^ gefallen lassen. Entweder eine Kontrolle, die den Wein verfolge von der Erzeugung bis zum Verbrauch; oder die Chemie müsse so wett vorgeschritten sein,, daß die Fälschungen Fräulein Pollner mit ihren deklamatorischen Darbietungen., Ebenso wurden die Chöre des Schuler'schen Männerchors applaudiert. Karlsruhe, 23. Januar. Die Jahres-Versammlung des badischen Kunstgewerbe-Vereins beschloß die Abhaltung einer großen kunstgewerblichen Landes-Ausstellung anläßlich des 50jährigen Regierungs-Jubiläums des Großherzogs im Jahre 1902. Ausland. Wien, 23. Januar. Der ungarische Ministerpräsident Baron B anffy ist unerwartet heute früh hier eingetroffen. Mittags wurde er vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen. Man bringt die Hierherkunft Banffys mit der Anwesenheit Koloman Szells in Zusammenhang und legt der Audienz hier große politische Bedeutung bei. Jglau, 23. Januar. Die große Militär-Tuchfabrik Kern L Sohn in Altenberg ist teilweise niedergebrannt. Der Schaden beträgt 300 000 Gulden. Budapest, 23. Januar. Die ganz im Stillen erfolgte Abreise Banffys nach Wien macht hier großes Aufsehen. Es werden verschiedene Gerüchte kolportiert, lieber die weitere Entwickelung der innerpolitischen Situation erklärt man in parlamentarischen Kreisen, vollkommen im ungewissen zu sein. Es herrscht die überwiegende Ansicht vor, daß die Kompromiß-Verhandlungen, falls Banffy in Wien seine Demission nicht geben sollte, nach seiner Rückkehr fortgesetzt werden. Rom, 23. Januar. Der Empfang der römischen Aristokratie im Vatikan, welcher auf heute angesetzt war, wurde wegen der andauernden Schwäche des Papstes auf Donnerstag verschoben. Paris, 23. Januar. Der „Matin" publiciert eine Londoner Depesche, in welcher ausgeführt wird, man täusche sich in Frankreich, wenn man glaube, Deutschland werde je etwas gegen England thun. Seit Beginn der Aera Bülow habe Deutschland sich England genähert. Der Korrespondent des „Matin" erklärt, Waddington wisse, daß Deutschland England zu seiner ägyptischen Politik angelrieben habe. Paris, 23. Januar. Paul Cassagnac hat an den Präsidenten des Syndikats der Pariser Presse einen offenen Brief gerichtet, in welchem er den Präsidenten ersucht, Schritte zu thun, um die Journalisten gegen die parlamentarische Immunität zu schützen. London, 23. Januar. „Daily Mail" meldet aus Konstantinopel, der Sultan habe eine Summe von zwei Millionen als erste Anzahlung auf eine Summe von 100 Millionen zur Lieferung von Munition an die Firma Mauser gezahlt. Madrid, 23. Januar. Die Königin-Regentin wird heute ein Reskript unterzeichnen, nach welchem den spanischen Flüchtlingen unter gewissen Bedingungen vollständige Amnestie zugesichert wird. Madrid, 23. Januar. Nach einer Washingtoner Meldung wird der Friedens-Vertrag noch in dieser Woche ratisiciert werden. Die Kortes sollen Mitte Februar einberufen werden. Konstantinopel, 23. Januar. In den Kreisen der Pforte verlautet, Graf M u r a w i e w habe den türkischen Botschafter in Petersburg verständigt, Rußland und Oesterreich-Ungarn hätten Vorsorge getroffen, daß die Balkan-Staaten die mazedonische Frage nicht aufrollten. Amerika. Man beeilt sich in den Vereinigten Staaten, das Projekt des Nicaragua-Kanals gesetzlich unter Dach und Fach zu bringen. Die Kanalvorlage, wie sie jetzt vom Senat angenommen wurde, ist die Morgan-Bill mit wesentlichen Abänderungen. Die Gesellschaft behält den Namen „Maritime Canal Company" und giebt 1000000 Anteile zu je 100 Dollars aus, wovon die Vereinigten Staaten 92 500 000 Dollars übernehmen. Es sollen sieben Direktoren ernannt werden, von denen fünf aus den Vereinigten Staaten, einer aus Nicaragua und einer von Costarica sein sollen. In sechs Jahren soll der Kanal fertig sein und nicht mehr als 115 Millionen Dollars kosten. Die Bill fordert die Abschaffung aller dem Bau des Kanals hinderlichen Verträge; sie gewährleistet dagegen die Neutralität des Kanals. Mit letzterer Bestimmung hofft man wohl Englands Bedenken gegen die Aufhebung des Clayton-Bulwer- Vertrages zu beschwichtigen. — Die Niederlage der Silberleute bei den jüngsten Wahlen in den Vereinigten Staaten macht jetzt ihre praktische Wirkung geltend. Der Währungsausschuß des Repräsentantenhauses hat durch Parteiabstimmung eine Vorlage angenommen, deren Hauptzug eine nachdrückliche Empfehlung der Goldwährung ist. Die Vorlage verbietet die Prägung von Silberdollars aus anderem als dem gegenwärtig im Staatsschatz besindlichen Vorrat an ungeprägtem Silber und sieht die Einziehung von Greenbacks und Schatznoten vor mit der Bestimmung, daß dieselben, wenn sie einmal in Gold eingelöst sind, nur für Gold wieder ausgegeben werden können. Males und Provinzielles. Gießen, den 24. Januar 1899. *’ Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers sindet Freitag den 27. ds. Mts., II1/, Uhr vormittags, auf dem Hofe der neuen Kaserne Parade statt. Im Anschluß an dieselbe spielt die Musik. Von 11 Uhr ab ist der Kasernenhof für das Publikum geöffnet. *• Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der G r o ß h e rz o g haben Allergnädigst geruht, am 14. Januar den von den Herren Senioren der Freiherrlichen Samtfamilie Schenck zu Schweinsberg auf die evangelische Pfarrstelle zu Ulfa, Dekanat Schotten, präsentierten Pfarrvikar Karl Peters zu Wolfskehlen für diese Stelle zu bestätigen. *• Militärdienst-Nachrichten. Menges, Generalmajor und Kommandeur der 79. Infanterie-Brigade, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt. Klövekorn, Fähnrich im 3. Großh. Hessischen Infanterie-Regiment (Leibregiment) Nr. 117, zur Reserve beurlaubt. S ch ä ck e r, Leutenant der Reserve des 4. Großh. Hess. Infanterieregiments (Prinz Carl) Nr. 118, aus allen Militärverhältnissen entlassen. ♦*Pr. Konzertverein. Das gestrige vierte Konzert des Konzertvereins war von ganz außerordentlichem Erfolg gekrönt. Nicht nur war es dem Vorstand gelungen, für die Ausführung desselben ganz hervorragende Kräfte, unsere geschätzte und verehrte Landsmännin, Frau Kammersänger Marie Wittich aus Dresden und die Homburger städtische Kurkapelle zu gewinnen, sondern es hatte auch der musikalische Leiter, Herr Universitätsmusikdirektor Trautmann ein glänzendes, hochmodernes und äußerst interessantes Programm zusammengestellt, das wohl geeignet war, eine größere Zuhörerschar als gewöhnlich anzulocken. Der Klubsaal war thatsächlich überfüllt, und mancher, der einen Sitzplatz zu erstehen gehofft hatte, mag froh gewesen sein, wenn er die musikalischen Kostbarkeiten des gestrigen Abends stehend genießen konnte. Eingeleitet wurde das Konzert mit Beethovens herrlicher ^-ckur-Symphonie, einem Werke, das durchaus geeignet war, die schönen Vorzüge des Homburger Orchesters, über die wir in diesen Spalten schon früher ausführlicher gesprochen haben, aufs neue in das glänzendste Licht zu stellen. Die wackere Künstlerschar, unter der wir liesmal die Holzbläser besonders lobend erwähnen, folgte deifJntentionen unseres trefflichen Universitätsmusikdirektors auf's pünktlichste und verhalf so dem prachtvollen Werke zu einer wirklich guten Wiedergabe, die das Herz jedes an- rächtigen Zuhörers mit hoher Freude erfüllen mußte. Was die übrigen Nummern des Programms anbetrifft, so hat in erster Linie Herr Universitätsmusikdirektor Trautmann sich das große Verdienst erworben, das Konzertpnblikum Gießens mit Werken eines Mannes bekannt gemacht zu haben, der unseres Wissens mit Orchesterwerken auf den Programmen des Konzertvereins bisher überhaupt noch nicht vertreten war, mit Schöpfungen von Richard Wagner. Dieses Ver- )ienst wird für Herrn Trautmann um so größer, als sein Unternehmen von dem denkbar schönsten Erfolg gekrönt wurde und durch die liebevolle Aufnahme, welche sowohl das Siegfried-Idyll, wie das Fragment aus „Tristan und Isolde" und das froh bewegte Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg" fanden, nur der Beweis erbracht wurde, daß es mit der Einführung Waguer'scher Orchesterwerke im Konzertverein gewissermaßen höchste Zeit wurde. Daß in diesen Programmnummern das Orchester nur vorzügliches bot, bedarf kaum der Erwähnung, und wir bedauern nur, uns aus Mangel an Zeit und Raum nicht weiter über die herrlichen Tonschöpfungen verbreiten zu können. In dem Vorspiel und Isoldens Liebestod aus „Tristan und Isolde" hatte die Partie der Isolde Frau Marie Wittich übernommen, welche dieselbe mit hoher Vollendung durchführte und sich damit als eine Wagnersängerin von hervorragender Bedeutung zeigte. Ihr schönes klangvolles Organ kam trotz der enormen Steigerungen im Orchester immer voll zur Geltung und trug so sehr wesentlich dazu bei, daßRichardWagner auf der ganzen Linie in Gießen einen vollständigen Sieg gewann. Frau Wittigs gestriger Erfolg in Gießen dürfte unbestritten sein, und wir glauben gern, daß die hochbegabte Künstlerin, die eben jetzt völlig auf der Höhe ihres Könnens zu stehen scheint, bei solchen Leistungen gar bald der erklärte Liebling des Dresdener Publikums geworden ist. Sie darf versichert sein, daß sie auch hier mit ihrem gestrigen Auftreten bei allen Kunstfreunden nur den einen sehnlichen Wunsch offen gelassen hat, sie recht bald wieder im Konzertverein zu hören. Von lebhaftem Beifall waren vor dem Fragment aus „Tristan und Isolde" auch die verschiedenen Lieder von Fuchs, Bungert, Schumann und Rich. Strauß begleitet, und die geehrte Künstlerin war liebenswürdig genug, auf stürmisches Verlangen auch noch eine Zugabe („Neue Liebe" von Anton Rubinstein) zu geben. cf Theater-Verein. Vorstellung am Mittwoch, dem 25. Januar. Die meisten Künstler lieben es, sämtliche Zeitungsurteile über ihre Leistungen zu sammeln, dieselben feinsäuberlich einzubinden, und hat ein Spaßvogel, nicht mit Unrecht, dieses Sammelsurium als R u h m e s h a l l e bezeichnet. Nun giebt es aber auf der anderen Seite eine ganze Reihe von Darstellern, die davon absolut nichts wiffen wollen, und zwar sind das sehr oft die hervorragendsten. Zu den letzteren zählen wir, nicht blos als Nichtsammler, sondern vor allen Dingen als bedeutenden Schauspieler Herrn Leffler, von ihm wiffen wir, daß er eine ruhmvolle Künstlerlaufbahn durcheilt hat, schwarz auf weiß können wir es unseren Lesern nicht beweisen, doch halt, da weht ein günstiger Wind uns aus letzter Zeit ein Urteil aus Wiesbaden zu, welches wie folgt lautet: Herr Leffler als Karl Moor war es in erster Linie, der durch sein bedeutendes Spiel der ganzen Darstellung alsbald Haltung und Farbe gab. Er brauchte sich nicht in seine Rolle hineinzuspielen, er stand sofort mit beiden Füßen drinnen, und sein Auftreten in der Libertinerszene brachte alsbald seine hervorstechenden Eigenschaften prächtig zur Geltung: treffsichere Auffassung, feuriges Temperament, schöne Erscheinung und machtvolles, bei den größten Kraftszenen nie versagendes Organ. Sein Karl wuchs empor zu einem Titanen, der Felsblöcke gegen das Schicksal schleuderte, und das Interesse blieb an ihm, diesem Charakter aus einem Guß, gefettet bis zum Ende der Handlung. Welch einen Faust werden wir von diesem ausgezeichneten Künstler zu erwarten haben dürfen! Herr Leffler ragt über feine Mitspielenden hinweg um Hauptes Länge, wie der König Saul über seine jüdischen Mitbürger —, trotzdem blieb, nicht zum wenigsten durch das Verdienst einer offenbar sehr sorgfältigen und liebevollen Regie, die Darstellung einheitlich und geschloffen, und es fügte sich im allgemeinen jeder gut in das Ensemble ein. ** Haftpflicht der Gemeinden für Arzneirechunngen. Eine Anfrage des Abgeordneten Schröder in vorstehendem Betreff lautet: Der ergebenst Unterzeichnete beehrt sich an Großherzogliche Staatsregierung die Anfrage zu richten: „Ist nicht bald eine Gesetzesvorlage zu erwarten, durch welche die Aufhebung des Gesetzes vom 30. Oktober 1860, die Haftverbindlichket der Gemeinden für ihre Gemeindeangehörigen in Bezug auf nicht bezahlte Arzneirechnungen betreffend, erfolgt, ober einschlägige andere Bestimmungen getroffen werden?" — Die Begründung hierzu besagt: Die Zweite Kammer der Stände beschloß einstimmig in ihrer Sitzung vom 30. März 1898: „die Regierung um ein? Gesetzesvorlage zu ersuchen, wodurch das Gesetz vorn so. Oktober 1860 aufgehoben und zugleich die Pflicht der Apotheker, Arzneien an die Bevölkerung auch ohne sofortige Bezahlung abzugeben, ander- weit geregelt wird." — Nach einer Meldung der „Darmst. Ztg." betreffs einer Entscheidung des Landgerichts der Provinz Starkenburg wird, wie nicht anders zu erwarten, daran festgehalten, daß das mehrgenannte Gesetz über die Haftpflicht der Gemeinden für Arzneischulden noch zu Recht bestehe. Es ist aber kein Zweifel darüber mehr möglich, daß fragliches Gesetz in seiner heutigen Verfassung unter den veränderten Verhältnissen zu schweren Mißständen führt. Hiernach steht dem Apotheker unter Umständen ein Negreß- anspruch an die Heimatgemeinde zu, während u. a. der alte Begriff der Heimatgemeinde rechtlich längst nicht mehr besteht. Es ist deshalb geboten, so rasch als möglich diesem gesetzlich unhaltbaren, oder doch nicht zu rechtfertigenden Zustande durch zutreffende gesetzliche Bestimmungen em Ende zu machen. Weitere Verzögerungen hierin schädigen thatsächlich die betreffenden Gemeinden und ebenso das allgemeine Rechtsgefühl. •• Im hiesigen Omnibusbetrieb wird mit dem heutigen Tage versuchsweise, um die Unkosten zu verringern, eine Aenderung eingeführt werden, die in vielen anderen Städten mit ähnlichem Verkehr bereits längere Zeit eingeführt ist, und sich allgemein bewährt haben soll. Die kürzlich in Betrieb gestellten neuen Einspänner werden ohne Schaffner gefahren, und hat der Kutscher den Fahrschein-Verkauf durch eine am Kutschersitz angebrachte Zahlklappe mitzubesorgen. Infolgedessen werden diese Wagen zum Ein- und Aussteigen nicht mehr beliebig, sondern nur an den Haltestellen anhalten, wie dies anderwärts bei allen Straßenbahnen eingeführt ist. — Die bezüglichen Haltestellen sind übrigens durch Schilder kenntlich gemacht. •• Vortrag. Morgen (Mittwoch) abend findet in den Räumen des Kaufmännischen Vereinshauses ein Vortrag des Herrn Reallgymnasiallehrers Ko ob über „die Bewohnbarkeit der Planeten, insbesondere des Mars", statt. Der interessante Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder erläutert, und verfehlen wir nicht, die Mitglieder und Freunde des Kaufmännischen Vereins auch an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen. **nn Forstkränzchen. Das Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameral-Verwaltung, hat mit Anfang ds. Js. an die Förstereien einen Erlaß gerichtet, in welchem mitgeteilt wird, daß die feit einer Reihe von Jahren mit gutem Erfolge bestandenen Forstkränzchen aufgehoben und an deren Stelle ein sogenannter „Wirtschaftsrat" gesetzt wird. Zur Unterscheidung der Wirtschaftsräte untereinander wurden als Ortsbenennungen diejenigen Städte gewählt, welche sich für die Zusammenkünfte der Forstbeamten ohne Exkursionen besonders eignen dürften. Innerhalb acht Wochen ist jeder Wirtschaftsrat zu einer konstituierenden Versammlung einzuberufen, in welcher ein Vorsitzender und ein Schriftführer zu wählen, und zugleich festzusetzen ist, wann wieder eine Neuwahl stattfinden soll. Ferner sind Zeit und Ort für die nächste Versammlung event. auch die Zusammenkünfte für das ganze Jahr festzustellen. Diese konstituierende Versammlung soll auch noch Beschluß fassen bezüglich der auch noch sonst zur Beteiligung einzuladenden Personen, wie Pensionäre, Privatforstbeamte und Forstbeamte angrenzender Nachbarstaaten, Forstassessoren und Forstassistenten. Der Vorsitzende hat die Verhandlungen des Wirtschaftsrates zu leiten und dafür besorgt zu fein, daß über jedes behandelte Thema ein schriftliches Protokoll ausgenommen und an die Forstabteilung innerhalb acht Tagen einzusenden ist. Die Einberufung der konstituierenden Versammlungen erfolgt durch den dienstältesten Beamten, und wird daher der erste Wirtschaftsrat Darmstadt durch Oberförster Heinemann- Darmstadt, der zweite Wirtschaftsrat Erbach durch den Großherzoglichen Forstmeister Engelhardt-Offenbach, der dritte Wirtschaftsrat Bensheim durch den Großherzoglichen Forstmeister Pfannstiel-Gernsheim, der vierte Wirtschaftsrat Groß-Gerau durch den Großherzoglichen Forstmeister Neuschäffer-Mainz; der fünfte Wirtschaftsrat Alsfeld durch den Großherzoglichen Forstmeister Haberkorn-Windhausen; der sechste Wirtschaftsrat Nidda durch den Großherzoglichen Oberförster Lauer- Lich; der siebente Wirtschaftsrat Gießen durch den Groß- herzoglichen Oberförster Amendt zu Trais a. d. Lda. einberufen. — Die Regierung hofft, daß sich alle Forstbeamten mit regem Eifer an dieser Neueinrichtung beteiligen, und daß die geplante freiwillige Arbeit für den gesamten technischen Betrieb von Vorteil sein werde. ** Zu dem Bericht über das Winterfest des Schühev- vereins Gießen tragen wir berichtigend nach, daß die von dem zweiten Vorsitzenden der Gießener Turnerschaft, Herrn Pirr, überreichte Fahnenschleife nicht vom Turnverein, sondern von der Gießener Turn er schäft gestiftet wurde. — Die Schleife wurde in dem Stickereigeschäft von Louis Walther, Lindenplatz, hergestellt. ** Wetterbericht. Das Depressionsgebiet im Norden nimmt nunmehr an Tiefe ab, und scheinen sich demnach die Luftdruck-Unterschiede über dem Kontinent allmählich au$' zugleichen. Die Wetterlage ist aber insofern noch die techt„ Allerdings w, toenii i *1,6 M » ’ -ein baro-n bkutn ini' scheint auch für MM ollzuhausi.g gewöhnt ist, .unb deutsch« wenn« roc .der W tnftotrat« liebt zu entstauben Drama u Deutfchlau i'igmtn je bin Zon ü Kraft weit Maria Ma- Zn ihren? Außerdem i dichter, auf Beziehung z Dialogs. 3 btiben Scha versation aut In dem Aristokratie Gegensätze b Zwar nimm verbindet dc die sittlichen ist teinedroi mit den s sieht doch ( Tpiehbürl tunbet geri einmal ein Aerobe bub Won bitjem ityityibtn b und blasiert leinen Raum Äben in Ä, iahrnngen h 1 kf-, ?Nit. tlneN t licheWit weisen, W zunächst nC Dasx sittliche Gest Gui & G.F -Dichter fa bekannt. ”• «4"? TS h geriet ’S «das Objek 3n diesem § M keine natürliches Arg über udaschkin, 1 Voraussetzi ber vielen' einc Ni ein Tohn tritt. As- öon chn' W" voi ■Wwtybetüti f0 9. J.V-: Vogt. 843 169 12 1 327 Bopp. 844 Stück Eichen-Abschnitte mit 63,83 fm, Stück Kiefern-Abschnitte mit 4,56 fm, Buchen Abschnitt, 2 m lang, 63 cm Durchmesser Strelitz. Das Technikum wurde im Schuljahr 1898 von 894 P rionen besucht. 169 davon haben sich nach bestandener Vor- p üfung der Haupiprüfung unterzogen und auch diese bestanden. Die Gesamtzahl der Absolventen während dec verflossenen 48 Kurse, in denen die Lehrweise des Einzel- und Gruppenunterrichts, die eine eibebltche Kürzung und Verbilligung der Gesamt-Studienzeit zuläht, geübt wurde, beträgt 1083. Am Technikum Strelitz bestehen Abteilungen für Hochbau, Tiefbau, Maschinenbau und Elektrotechnik. Von diesm bat die Abteilung für Elektotechnik tm letzten Jahre eine wesentliche Steigerung der Frequenz erfahren. Do d'^Lekiweise des Technikums den täglichen Eintritt gestattet, baben sich auch in diesen Tagen wieder zahlreiche Neueintretend» elnycsunden Aus der Zeit für die Zeit. Vor 24 Jahren, am 25. Januar 1875, erfolgte der Reichs- tagsbeschluß über die bürgerlicheEhe, wonach in Deutsch, land die Ehe vor dem bestellten Standesbeamten geschloffen wird. Doch enthält das Bürgerliche Gesetzbuch den Vorbehalt, daß die kirchlichen Verpflichtungen in Ansehung der Ehe dadurch nicht berührt werden. gleiche, als der Norden zum größten Teile unter dem Einfluß des niederen Druckes steht, während der Süden von dem barometrischen Maximum beherrscht wird, welches über Italien und dem Mittclmeergebiet lagert. Voraussichtliche Witterung: Noch meist trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. Im Süden unter Föhn-Einstuß zunächst noch heiter, dann zunehmende Bewölkung. in diesem neuen Leben ausdauern werde. Indes der Stoff ist interessant genug, wenn auch mehr für die novellistische als dramatische Behandlung geeignet. Bei guter Darstellung wird sich das Stück noch als durchaus anziehend und wirkungsvoll erweisen. M —n. Großherzogliche Oberförsterei Nidda. Hallwachs. Dornanialjagdverpachtung. Donnerstag den 2» Februar l. I., vormittags IO1/« Uhr beginnend, sollen im Saale der Brauerei Gambriuus zu Nidda die nachstehenden Domanial - Jagdbezirke hiesiger Oberförfterei auf 12 Jahre öffentlich verpachtet werden: 1. Jagdbezirk Nr. I (Gemarkung Harbwald), bestehend ru« 694,39 ha Wald und 61,19 ha Feldgrundstücken. 2. Jagdbezirk Nr. VII (Gemarkung Ober- und Unter- Wchmitten), bestehend aus 66,61 ha Wald, 2,70 ha Wiesen. Ersterer Jagdbezirk ist etwa 2,5 km von Station Nidda der Eisen, bahn Gießen—Gelnhausen, letzterer ebensoweit von Station Unter Schmitten der Nebenbahn Nidda-Schotten entfernt. Bewerber, deren Qualifikation zur Jagdpachtung nicht notorisch oor ^0t, wollen sich innerhalb 14 Tagen bei der unterfertigten Stelle hierüber »mügend ausweisen. Nidda, den 20. Januar 1899. 67 Städte vertreten sind, beschäftigte sich zunächst mit deir Rechts-Verhältnissen der Kommunalbeamten. Berlin, 24. Januar. Aus Bern berichtet die „Voss. Ztg.": Der Bundesral hat die neueste Note der russischen Regierung erhalten, wonach Rußland zuerst einen Meinungs-Austausch darüber pflegen will, ob es angezeigt erscheine, die Abrüstungs-Konferenz einzuberufen oder nicht. Berlin, 24. Januar. Wie dem „Lokal-Anzeiger" mitgeteilt wird, bereitet die Neichsregieruug eine Novelle zur Gewerbe-Ordnung vor, welche für Geschäftsangestellte eine zehnstündige ununterbrochene Ruhezeit und einftüubige Speisezeit, falls außerhalb des Geschäfts gespeist wird, vorschreibt. Ausnahmen werden für Weihnachten, zur Inventur rc. zugelaffen. Falls zwei bis drei Geschäftsinhaber es beantragen, kann von der Ortsbehörde ein obligatorischer Geschäftsschluß von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens mit dem Verbot des Hausierhandels während dieser Zeit verfügt werden. Berlin, 24. Januar. Die „Vossische Zeitung" berichtet aus Wien. Bei der zweistündigen Audienz Banffys beim Kaiser und bei den Beratungen zwischen Banffy, Szell, Kallay und Szechenyi handelte es sich dem Vernehmen nach darum, eine befriedigende Formel für die Sicherung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs zu finden. Die Personenfrage werde dann leichter geregelt werden können. Gerüchtweise verlautet hier, Finanznunister Lukacs solle Ministerpräsident werden. Vlissingen, 24. Januar. In der vorigen Nacht fand auf der Schelde zwischen dem englischen Dampfer Prinz Heinrich und dem Dampfer Gotha ein Zusammenstoß statt, bei welchem der erstere so schwere Havarie erlitt, daß er sank. Seine Passagiere und Mannschaften wurden von dem Dampfer Gotha gerettet. Paris, 24. Januar. Esterhazy wurde gestern nachmittag vor dem Kassationshofe verhört. Die Journalisten gaben sich alle Mühe, Esterhazy zu interviewen, konnten ihn aber nicht treffen, da er den Justizpalast durch eine geheime Thür verlassen hatte. Paris, 24. Januar. In der gestrigen Kammer- sitzung interpellierte der Abgeordnete Estournelle die Regierung über die Beziehungen Frankreichs zu England. Der Interpellant sagte, seit 1894 hätte die Regierung Fehler gemacht, indem sie Marchand ohne Geld in Afrika gelassen habe. Er wirft der Regierung vor, von den Warnungen Englands bezüglich Faschoda keine Kenntnis bekommen zu haben. Redner erklärt, es seien nur zwei politische Wege offen, den Fehler wieder gut zu machen, entweder müsse gerüstet werden, um es mit England aufnehmen zu fünnen, oder man müsse Hand in Hand mit England gehen. Er sei der Ansicht, es sei vorzuziehen, mit England Hand in Hand zu gehen. Es müsse eine Bilanz ausgestellt werden von Zugeständnissen, die man England machen könne und von solchen, die man nicht machen könne. Die Abgeordneten Ribot und Denis Cochin sprachen sich in demselben Sinne aus und sagten, die Madagaskar-Frage könne im Einverständnis mit England geschlichtet werden, vorausgesetzt, daß England vernünftig sei und nicht zu chauvinistisch auftrete. Es liege im Interesse Frankreichs, Englands und ganz Europas, daß die beiden liberalen Länder England und Frankreich Hand in Hand gehen. Weiter betonte der Abgeordnete Ribot, die franko-rnssische Allianz sei in friedlichem Sinne geschloffen worden. Das vornehmlichste Resultat der Allianz sei die Annäherung Rußlands an Oesterreich und der französisch-italienische Handels-Vertrag. Die Franzosen sollten die inneren Streitigkeiten aufgeben und ihr Augenmerk auf die auswärtigen Angelegenheiten richten. In feiner Entgegnung erinnerte der Minister des Aeußern, Deleassc daran, daß Frankreich die Rolle eines friedlichen Vermittlers zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien gespielt habe. Frankreich habe auch die Einladung des Zaren zur Abrüstungs-Konferenz angenommen und in der kretensischen Frage eine friedliche Rolle gespielt. Was die Faschoda-Frage betreffe, so habe Frankreich weise daran gethan, nachzugeben. Januar: 8. Dem Metzger Steamund Cohn ein Sohn, Max. .. Dem Landwirt Karl Välzel eine Tochter, Anna. 9. Dem Bahn- arbetter Heinrich Schmidt Hl. ein Sohn, Wilhelm. 14.DemSchneidermeister Wilhelm Dapper ein Sohn, Ferdinand. 14. Dem Landwirt Stephan Kreiling ein Sohn, Karl. 16. Dem Cigarrenmacher Georg Verpachtung eines Pfarrackers. Der von uns angekaufte Acker der Fräulein Schneider, jetzt Acke der J. hiesigen Pfarrei, zwischen Liebig, und Wilbelmstraße neben dem Garten des Herrn Ingenieur Koch gelegen, Flur XXVI Nr. 50 und 269,4, soll neu verpachtet werden auf 6 Jahre, für die Zeit von 1899 bis Herbst 1904. Die Verpachtung soll abgehalten werden om Samstag, den 28. Januar d. Js., vormittags 11 Uhr an Ort und Stelle. Gießen, am 24. Januar 1899. Der evangel. Gesamt-Kirchenvorstand. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 24. Januar. Ein Frühjahrs-Aufenthalt des Kaisers irn Schlosse zu H ornbur g ist geplant. Nach dem „Lokalanzeiger" wird das Kaiserpaar gegen Mitte März in Homburg erwartet und gedenkt bis Ende März daselbst zu verbleiben. Berlin, 24. Januar. Der Staatssekretär des Reichs- Postamts, v. Podbielski, ist an einem Gichtanfall plötzlich erkrankt. Berlin, 24. Januar. Der gestern hier zusammengetretene allgemeine preußischeStädtetag, auf welchem Auszug aus den Standesamtsregistern der Gemeinde Mieseck.' ......... Vom 1. bis 17. Januar 1899.3, Eheschließungen» Januar: 8. Heinrich Umvach, Schneider, mit Louise Luh. Geborene. Gingesandt. Gießen, 24. Januar 1899. Indem wir Herrn Ritz er t sowie allen Mitwirkenden für die Mühe, welche fie sich bet der Aufführung deS Theaterstücks am vorigen Sonntag gegeben haben, bestens dar km, bitten wir Herrn R. höflichst, die Aufführung desselben bet einer der nächsten Festlichkeiten nochmals zu wiederholen. Auch der nochmaligen Aufführung des lebenden Bildes wird gerne entgegengesehen. Diele Mitglieder des Ev. Arbeiterverein-. Kau- und Auhhoh- NerKauf. Montag de« 30. Januar d. I., nachmittags 2 Uhr, soll in der Pfeffer'schen Wirtschaft zu Bellnhausen das nachverzeichnete, in dem Jntereffentenwald daselbst geschlagene Holz zusammen öffentlich verkauft werden: Wenbemsg" * sich an ie >u richten: ^end findet in den einshauses ein )ter§ So ob über nbere des W. ch zahlreiche M ht, die Mitglied' 5 and) an ditsn Miniftnitm 'M xxaV-WaM eien einen Erlaß 4 die seit M bestandenen W le ein sogenannt« hir Unterscheidung J als Ortsbenm u sich str ine K .'kursionen beiond' ’iammlung ««* ein Sch-Mr« k Qdt UNd xJ11 n ie W'*1? Raffen Gustav Freytags Graf Waldemar (Bur fünften Vorstellung des Theaterverems.) G. Freytag ist der heutigen Generation als dramatischer 'Dichter fast nur noch durch sein Lustspiel „Die Journalisten" bekannt. Das ist eigentlich schade; denn seine beiden älteren Schauspiele „Die Valentine" und „Graf Waldemar" verdienen im Grunde nicht, so rasch vergessen zu werden. Erscheint auch manches in ihnen veraltet, so entschädigen dafür Vorzüge, die wir in dem modernen Schauspiel nicht allzuhäufig finden. Wer wird nicht ferner, da man einmal gewöhnt ist, in Freytag den Herold tüchtigen Bürgertums und deutschen Biedersinns zu sehen, etwas überrascht sein, wenn er wahrnimmt, wie der Dichter als gelehriger Schüler her französischen Dramatiker die blasierte und frivole Aristokratie mit entschiedenem Geschick, ja mit gewisser Vorliebe zu zeichnen versteht? Der Graf Waldemar ist 1847 entstanden d. h. in dem Jahrzehnt, da sich das deutsche Drama unter dem Einfluß der Anschauungen des jungen Deutschlands der Darstellung des wirklichen Lebens und der eigenen Zeit zuwandte. Gutzkow und Laube gaben damals den Ton an; Friedrich Hebbel, der sie an dichterischer Kraft weit überragte, schuf zu der gleichen Zeit mit seiner Maria Magdalena das moderne bürgerliche Trauerspiel. In ihren Fußstapfen wandelte damals auch G. Freytag. Außerdem wirkte aber Scribe, der französische Lustspiel- dichter, auf ihn ein. Bei ihm war etwas in technischer Beziehung zu lernen; nicht minder in der Behandlung des Dialogs. In der That zeichnet sich denn Freytag auch in beiden Schauspielen durch gewandte, ja geistreiche Konversation aus. In dem Grafen Waldemar stehen sich Bürgertum und Aristokratie gegenüber. In der Art, wie Freytag diese Gegensätze behandelt, zeigt sich sein gemäßigter Liberalismus. Zwar nimmt er entschieden Partei für das Bürgertum und verbindet damit die Ansicht von dessen heilender Kraft für die sittlichen Schäden der Zeit; aber auf der anderen Seite ist keineswegs der aristokratische Held des Dramas etwa mit den schwärzesten Farben gezeichnet. Denn Freytag sieht doch auch wieder mit gewissem Spott auf das beschränkte Spießbürgertum des vormärzlichen Deutschlands herab und be- hinbet gern seineNeigung für weiterblickendeMenschen, die schon einmal etwas Anderes gesehen haben, als ihr Vaterländchen. Gerade dadurch weht ein frischer Luftzug durch seine Dichtung. Von diesem Schlage ist auch sein Graf Waldemar. Aber ihn haben die heimatlichen Verhältnisse leichtfertig, frivol und blasiert gemacht; in seiner schwächlichen Zeit hat er keinen Raum für größere Thätigkeit gefunden und so sein Leben in Aufregungen und Genüssen vergeudet, seine Erfahrungen Haden ihn dazu gebracht, alles, auch das Heiligste, mit überlegenem Spott zu behandeln. Das Problem des Dichters ist es nun, allmählich die sittliche Gesundung seines gräflichen Helden herbeizuführen. Diese erfolgt durch seine Berührung mit dem Bürgerhanse. Allerdings thut man dem Grafen Waldemar zu viel Ehre an, wenn inan ihn als Helden bezeichnet; im Grunde ist er das Objekt, um das eine Art von Kampf geführt wird. In diesem Streit trägt das Bürgermädchen Gertrud Hiller durch keine anderen Waffen als durch sein einfaches und natürliches Empfinden und seine sittliche Ueberlegenheit den Sieg über ihre leidenschaftliche Nebenbuhlerin, die Fürstin Udaschkin, davon. Diese ist indes — eine stark romanhafte Voraussetzung — keine geborene Aristokratin, sondern eine der vielen Jugendgeliebteu des Grasen, aus niederem Stande, eine Jugendfreundin Gertruds. Aus ihrer Verbindung ist ein Sohn entsprossen, bei dem Gertrud Mutterstelle vertritt. Als Witwe eines russischen Fürsten ist nun erstere, von allen unerkannt, in die Heimat zurückgekehrt, um den Grafen von neuem zu gewinnen. Aber wie Gertrud der pflichtvergessenen Mutter das Herz des Sohnes abwendig gemacht, so verdrängt sie auch die Fürstin, ohne sich darum zu bemühen, aus dem Herzen des Grafen. Nachdem diese zu rechter Zeit noch ihre eifersüchtigen Rachegedanken aufgegeben hat, steht der Vereinigung der Gärtnerstochter mit dem Grafen, der nun ein neues Leben voll gesunder, freier Thätigkeit zu beginnen gedenkt, nichts mehr im Wege. Allerdings ist damit, was der Dichter auch selbst gefühlt hat; keineswegs der Zweifel beseitigt, ob der gebesserte Held auch Bellnhausen, 23. Januar 1899. Der Waldvorftand: Löwe. 848 ■beamte ang^* . ’iber jedes ) «o.*; % nzusende" ' rgJ Klunge 1 nirddaherde^, cfirfier >ach ^Afitte^ ICT WLfot £«"' tn £>berWe|t @10) (en gba. <>' It«16/; "afle H en«"* » 9‘i"* rb«t f«‘ ÄS® Schomber ein Sohn, Kar!. Gestorbene. Januar: 17. Heinrich Dech III., 71 Jahre alt. Spichlm irr ntrrinigfen frrakfarttr StMpater. Opernhaus. Dienstag den 24. Januar: Trompeter von Säkkingen. Mittwoch dm 25. Januar, nachmittags 31/« Uhr: Aschenbrödel. Donnerstag dm 26. Januar: Die Abreise. Hierauf: Josef tn Aegypten. Freilaa dm 27. Januar: Zur Feier des Aller- böchften Geburtstages Seiner Majettät deS Kaisers und Königs Wilhelm II. Tannhäuser. SamStag den 28. Januar, nachmittags 3Vi Uhr: Aschenbrödel. Abends 7 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Verlobung bet der Laterne. Sonntag dm 29. Januar, nachmittags 3»/, Uhr: Aschenbrödel. Abends 7 Uhr: Carmen.. Montag den 30. Januar geschlossen. DtenStag den 31. Januar: Das Unmöglichste. Schauspielhaus. DtenStag den 24. Januar: Emilia Galotti. Mittwoch den 25. Januar: Zaza. Donnerstag dm 26. Januar: Fuhrmann Henschel. Freitag den 27. Januar: Zur Frier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers unv Königs Wilhelm II. Minna von Barnhelm. SamStag den 28. Januar: Herostrat. Sonntag dm 29. Januar, nachmittags 3»/, Uhr: Im weißen Rößl. Abends 7 Uhr: Fuhrmann Henschel. Montag dm 30. Januar: Herostrat. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Gießen, 24. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 0.75—0.85, Hühnereier per St. 7—8 2 St. 00—00 Enteneier per St. 8—9 Gänse« eier per St. 14—15 Käse 1 St. 5—8 Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar JL 0.80—1.00, Hühner per St. A 1.10—1.30, Hahnen per Stuck JL 1.00—1.60, Enten per St. A 1.90—2.20, Gänse per Pfund A 0.50—0.60, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 H, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 6.50 A, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Str. A 6.50—0.00, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im llmherziehen nicht feilgeboten werden. yjttä 0 cS/t Ibertiessen / Section ter 6 btm am 5, vieh- und 2 Wichen' »I zu ? Sroßhe gtsuchle Erll der Ledingu 1 Wait das 60 Prozent zm Maus Wn Odechssen Vieh Auktion, & ln nicheii mittag wr stein eine 8tt kündigte Hinter auf dem gegangtit. Sttlin setzte heute rNrte'der R der EwSgung betreffe, sc gegenüber Minister, t ™ Aexand! Morgen ivi . Berlin, bee Äbgevr! ch. Heirat Suche für meine Schwägerin (Waise), 26 Jahre alt, imponierende Erscheinung, tüchtig im Haushalt und Geschäft, mit einigen Tausend Mark Vermögen, betreff. Heirat eine paffende Partie. Witwer nicht ausgeschloffen. 840 Offerten unter Nr. 1420 an G. L. Daube & Co., Wiesbaden, erbeten. 0272] Antw, auf den Brief v. Montag den 8. d. M. liegt postlagernd unt. gleicher Adreffe wie letzter Brief. Friedr. W . . . 838] An stille oder offizielle Vermittler werden für die Zuführung von guten Feuerversicherungen laufend gute Provisionen vergütet. Bei fleißiger Arbeit wird auch Gelegenheit geboten, sich dauernd eine hohe Nebeneinnahme resp. Rente zu sichern. Bewerbungen erbeten unter F. 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Der Bürgermeister: Schneider. 835 SpÜlfran für jeden Sonntag gesucht. 846 _______CafL Hettler. 841] Eine Köchin mit guten Zeug- nifien, die auch Hausarbeit übernimmt, wird gesucht von Frau Profeffor Höhlbaum, Molikestraße 1. __ 829] Ein älteres Mädchen, welches । tüchtig im Kochen ist und alle häuslichen Arbeiten versteht, wird zu einzelnem älteren Herrn gesucht. Eintritt alsbald. Mädchen mit guten Zeugnissen wollen sich melden _____________Alicestratze 22, Part. 0265] Ordentliches Laufmädchen ge° sucht_____________Bleichstratze 12, 11. taChZMH 20.36 Oesterr. dio. Mittwoch den 25. Januar 1899, 9 Uhr abends: I. diesj. Hauptmonatssitzung Vereinslokal Kaiserhof. T.-O-: Ballotage,Eingänge,Vereinstouren. Bortrag. Humoristisches aus den Alpen. Sonntag Den 29. Januar 1899: 1. dieSj. Seklionsaussiug. Rodheim, DünSberg, Wetzlar. Abfahrt Bieberbahn Uhr Zahnbrücke Krühftück Uhr Ortsgewerbeverein Gießen. 26» Heute, Dienstag: Lese-Abend (Auflegung der neuesten technischen und Fachblätter) Kaiserhof 2. Stock.____ Philosophenwald. Keute Mittwoch aöend: $ KBetzelsuppe. ©oursbericht mb Se Kurz & CO., Giessen, Kühistfßrtp 63. Frankfurter Börse vom 23. Januar 1899 Mereine e Stellen -yj1— . .." Ikkniintiniuljiuißen llhlMörruiiiuit ‘ MIklilmiM WW-Geliiche o MAGGI AWWW Vermietungen