nt: UaMe. ? 8224 S771 IT Je« eignend' 1181 'äjihe 4 Wm inrg Etoslar s Kirchevplatz ll. ahl tii, fttatofthhn niten Stwß- Neuheit**» MHen **8 Bllfarben. Mttit chriebenen Rabatt.) ,a“ 'ffisckckWalt Iliale) KMl e6»f/ jjer Ä» |dLeihan 1899 Sonntag den 24. December Nr. 303 Viertes Blatt. Meßmer Anzeiger Mr Wchrnrr Keneral-Anzeiger Anrtr- uttb Anzeigeblatt für den Areis Gieren •eee^eH • •« Inpijen zu tev oe^ertttafl fit »m Mpftbca le| erfchr4«enden Vhimmtr H» eene. M Uhr. Bei Postbezuß 2 Mark 50 Pfß. vierteljährlich. RSe NnzeißeN'BermtttluvL: stell«» des In- mtl Äullötaf Ät|e«i Lnzeizen für len Atetzrner Anzeiger entfCftB «et«KS?relF v,erleljährlich 2 Mark SO V\%. monatlich 75 Pf| mit Bringerloh«. *M*m W14 Mit Wwlne^w de» ÜMta|< »erlen le» Anzeiger »AchmMch »4>|t. Grsttslritsse«: Gießener Familienblätter, Ker tzessfttze Kandwitt, KMer für hessische Volkskunde. MeteM**, Expelition uni Druckerei: >4*tHre|t »r. 7. Rlrrfle für Deprschm: Anzeiger GNttz-M« Fernsprecher Nr. 51. Das Haupt der „Maffia". Rom, den 19. Dezember. A-^DDer Prozeß Notarbartolo ist überreich an den traurigsten Bildern gesellschaftlichen Niedergangs, und die einzelnen Fälle sind so schwer, daß selbst die furchtbaren und beschämenden Bankaffairen vergangener Jahre, auch in ihrer politischen Bedeutung, dem gegenwärtigen Prozeß weit nachstehen. Sobald einmal das öffentliche Verfahren eingeleitet ist, wird Palizzolo, der eigentliche Held des Prozesses, alles thun, um die Last der Ketten zu erleichtern, welche ihm der Staatsanwalt, wenn sich die Gerechten nicht täuschen, an. legen wird. Er, der stets zur Wahlkampagne der von der jeweiligen Regierung umworbene Mann war, wird sprechen und cynisch die Tausende verraten, welche in seine Taschen aus den Händen des jeweiligen Ministeriums geflossen sind, und die er als Lohn einer jahrelangen mühevollen Arbeit zu betrachten gewohnt war. Aus einer armen, aber vornehmen Familie von großen patriotischen Traditionen stammend, einer Familie, die vielleicht seit Jahrhunderten mit der Maffia lebte und unmerklich in ihre moralische Degeneration mit hinüberwuchs, hat er kaum lesen und schreiben gelernt, aber sein scharfer Verstand und sein glühender Ehrgeiz flüsterten ihm ein, was notwendig war, um in dieser Welt, die getäuscht sein will, vorwärts zu kommen.. Als er wahlmündig geworden war, konnte er seinen Freunden nicht einmal mit dem in Italien ortsüblichen Titel „avvocato“ aufwarten, aber trotzdem hatte er viele Klienten, zunächst in den allererbärmlichsten Dolks- klassen von Palermo und Umgebung, denen er durch seine Familienbeziehungen einerseits, andererseits durch die Angehörigkeit zur Maffia viel nutzte; sein Ansehen mehrte sich mit den Jahren und gewann derart, daß in Sizilien jedermann wußte, an wen er sich zu wenden hatte, wenn er irgend etwas erreichen wollte, ein Aemtchen, eine Freisprechung, einen Orden, eine Beförderung, eine Begnadigung u. s. w. Jedermann wurde sein Freund, und er besaß die seltene Gabe, aus seinem Hause keinen Feind zu lassen und alle Wünsche seiner Freunde auch wirklich erfüllen zu können. So wurde er schnell Gemeindevertreter und Kammerdeputierter und konnte seinen Einfluß erweitern und befestigen. Daß er ihn nicht nur zum Vorteile seiner Freunde ausnutzte, beweisen die Gelder, welche er von der Regierung erhielt, beweisen die betrügerischen Manöver als Verwaltungsrat der Bank von Sizilien, beweist die Verleihung eines hohen italienischen Ordens an ihn, die motu proprio durch den König unter dem Ministerium Rudini erfolgte, obwohl der sizilianische Feudalherr Rudini doch seinen Sizilianer genau kennen mußte. Jetzt mußte sich Palizzolo auch das „air“ eines Machthabers geben. Ich hatte vor nicht langer Zeit Gelegenheit, einen Blick in die Wohnung dieses Deputierten von Feuilleton. Berliner Brief. ^Plaudereien aus der Kaiserstadt.) (Nachdruck verboten.) Ein Stückchen Altberlin. — Die neue Tunnelbahn und ihre Bedeutung. — Was ein Omuibuskutscher verdient! In den Straßen beim Bellealliance-Platz findet der Beobachter zu seiner stillen Freude jetzt vor dem lieben Weihnachtsfeste ein Stückchen Altberlin. Denn so groß und vornehm und manchmal auch ein bischen blasiert unsere Hauptstadt in den letzten Jahrzehnten auch geworden ist: einige hübsche Reste aus der Väter und Urväter Tagen hat sie trotzalledem behalten und läßt sie sich vorderhand auch nicht nehmen. Dazu gehört das bunte, fröhliche Treiben in der Budenstadt, die seit etlichen Tagen in den erwähnten Straßen entstanden ist. Lachende und glückstrahlende Gesichter schieben sich an den altvertrauten Auslagen vorüber und atmen das seltsam gemischte Parfüm aus ein wenig Tannenduft, Holzlackgeruch, Honigkuchen und anderen schönen Dingen mit heimlichem Wohlbehagen ein. Ach was für süße Erinnerungen mit diesem Duft heraufdämmern und was für prächtige Perspektiven in die nahen Festtage sich aufthun! «ein Wunder, daß auch die sparsamsten Leute plötzlich kleine Anwandlungen von Verschwendungssucht kriegen und allerhand nette Sachen kaufen! Es gehört freilich auch schon eine riesige Harthörigkeit dazu, den unaufhörlichen Ber- einem gegenüberliegenden Fenster zu thun. Palizzolo wohnte in Rom in der Via Frattini. Bis 10 Uhr waren die Fenster durch' weiße Vorhänge geheimnisvoll geschlossen. Vor der Thüre aber warteten bereits eine Anzahl merkwürdiger Gestalten, meist Mitglieder sizilianischer Deputationen, die ihm viel vorzutragen hatten, und wichtiges; denn sie schrieen und gestikulierten lebhaftig. Endlich zog eine kleine, fette, mit Brillantringen besetzte Hand die Vorhänge vom Fenster, und die rundliche Gestalt des Onorevole wurde sichtbar, an den „Bürgermeisterbauch" schmiegte sich glatt weiter nichts, als ein feines, seidenes Hemd; die Haare waren jedoch fein in der Mitte gescheitelt, und der goldene Klemmer gab dem an sich nicht unsympathischen Gesicht das Aussehen eines Diplomaten. Er öffnete die Fenster, welche nun einen Einblick in alle Herrlichkeiten des Schlafzimmers gestatteten, winkte gütig lächelnd nach unten, und legte sich dann vergnügt in das Bett, um seine Klienten zu empfangen. Jeder, der nun hineintrat, küßte ihm die Hand. Nachdem er einige angehört, vollendete er in Gegenwart der anderen auf ungenierteste Weise seine Toilette, während er sich Vortrag halten ließ. Dann begann er mit dem Studium seiner Parlamentsreden. Jede Geste, das Minenspiel, die Pose wurden vor dem großen Wandspiegel einstudiert. Er weiß es so gut wie die anderen Deputierten, daß nicht der geistige Gehalt der Reden, nicht einmal die praktischen Vorschläge, sondern die Schönheit der Rede, Spott und Satire, die Eleganz und Wucht der Gesten die Wähler hierzulande bezaubern, in dem jeder Deputierte ein vollendeter Schauspieler ist. Das ist der Mann, dem schließlich auch mit dem wachsenden Einfluß Feinde erstanden; nämlich in den Kreisen derer, welche die Korruption ihrer Heimatinsel als Schmach betrachteten, und dazu gehörte der edle Notarbartolo, der auf so raffinierte Weise ums Leben gebracht wurde. Wie groß muß die Macht unheilvoller Einflüsse in einem Lande sein, in dem dieser Mann jahrelang im Parlament als Volksvertreter sitzen konnte, der zweimal des Mordes angeklagt und als Haupt der Maffia bekannt war! Kskstes «nd VrooinMrs. Gießen, den 23. Dezember 1899. ♦* Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 36 Jahren, am 24. Dezember 1863, starb zu London der englische Humorist und Schriftsteller William Thackeray. Seine Bilder des sozialen Lebens haben alles, was durchdringende Beobachtung und vernichtende Schärfe geben können. Bis kurz vor seinem Tode redigierte er die von ihm begründete Zeitschrift „Cornhill Magazin". — Vor 257 Jahren, am 25. Dezemdir 1642, wurde zu Wools- tharpe der größte englische Physiker Str Isaak Newton geboren. Was Kepler und Galilei unvollendet ließen, führte er zur Vollendung. Durch seine großartige Entdeckung der allgemeinen Schwere (Gravitation) war endlich die treibende Kraft der Planetenbewegung gefunden. lockungen zu widerstehen. Wieviel Jungen Berlin eigentlich hat, merkt man erst in diesen Tagen. Wie die Pilze zur Herbstzeit schießen sie aus dem Boden; aus jedem Thorweg- bogen streckt sich einem eine kleine Hand entgegen und pro- poniert einem ein gutes Geschäft entweder in Hampelmännern, was die guten Berliner nicht einmal als Satyre auffassen, oder in Ruten, die mit bunten Papierschnitzeln aufgeputzt sind, der Wachsstreichhölzer gar nicht zu gedenken! Diese letzteren sind Übrigens kein übler Messer für die Solidität der Berliner; ich glaube, daß Wien nicht den zehnten Teil von diesem Artikel verbraucht. Wir kommen aber auch mit einer rührenden Regelmäßigkeit immer erst nach Hause, wenn alle Treppenlampen erloschen find, wir „fleißigen" Berliner! Im Gegensatz zu dem Bilde aus vergangenen Tagen steht die Eröffnung der ersten Berliner Untergrundbahn zwischen Treptow und Rummelsburg, draußen hinter Ber- lin-0. Jedenfalls werden dieser ersten bald andere folgen; denn der Straßenverkehr in den Hauptadern der Stadt ist derart überlastet, daß man wohl oder übel sich ernsthaft an das neue Projekt heranbegeben muß. das eine Tunnelbahn von Westen nach dem Osten rc. plant, und die Kleinigkeit von 160 Millionen Mark kosten soll, ohne die in der ganzen Welt bekannten und beliebten Nachbewilligungen. Stockungen, wie jene bei der letzten Kälte von der Straßenbahngesellschaft zu verzeichnen waren, können dann nicht mehr vorkommen, die Untergrundbahn würde den Verkehr auch an solchen Tagen bewältigen, während die heutigen Omni- buffe nur zu einem geringen Teile dazu beitragen, die Neujahrsbriefe. Wir haben schon häufig darauf aufmerksam gemacht, daß es zur Sicherung einer schnellen Beförderung undBestellung der Postsendungen, namentlich zur Neujahrszeit, von größter Wichtigkeit ist, wenn der Bestimmungsort auf den Postsendungen möglichst deutlich unten rechts in der Ecke mit großen lateinischen Buchstaben vermerkt, und unterhalb dieser Angaben außerdem die Wohnung der Empfänger recht genau, d. h. nach Straße, Hausnummer und Lage — ob eine oder zwei Treppen rc. — niedergeschrieben wird. Aus der Aufschrift muß auch die Lage des Bestimmungsortes, namentlich bei weniger bekannten Orten, unzweifelhaft hervorgehen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirks), oder auch die Angabe von größeren Flüssen („an der Oder", „an der Elbe", „am Rhein", „am Main" rc), oder von Gebirgen („am Harz", „im Odenwald" rc.). Nicht minder sind zusätzliche Bezeichnungen, wie „in Thüringen", „in der Altmark", „im Rheingau" rc. für den Zweck geeignet. Bei Postsendungen nach Ortschaften ohne Po st an st alt ist auf der Adresse außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch die Bestell-Postanstalt anzugeben. Giebt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Po störte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Ein Ver- zeichniß der gleichnamigen oder ähnlich lautenden Postorte kann zum Preise von 15 Pfg. bei jeder Reichs Postanstalt bezogen werden. Liegt der Bestimmungsort einer Postsendung in einem fremden Po st gebiet, so ist bei den weniger bekannten Orten auch das Land oder der Landesteil auf der Adresse anzugeben. Bei Briefen nach Berlin ist, außer der Wohnung des Adressaten, der Postbezirk (N. ,N0. rc ), in dem die Wohnung sich befindet, auf der Adresse hinter der Ortsbezeichnung „Berlin" zu vermerken. Die genaue Beachtung dieser Punkte trägt zu einer beschleunigten Beförderung der Postsendungen wesentlich bei und liegt daher in erster Linie im eigenen Interesse der Absender. Schließlich wollen wir, um nochmals auf den Neujahrsverkehr zurückzukommen, nicht unterlassen, den Absendern von Neujahrsbriesen den möglichst frühzeitigen Ankauf der erforderlichen Freimarken und die Absenduug der Neujahrsbriefe nach auswärts einige Tage vor Neujahr dringend ans Herz zu legen. Denn erfahrungsgemäß ist der Andrang an den Postschaltern am 31. Dezember ein so ungeheuerer, daß es trotz der um- faffendsten Vorkehrungen der Postbehörde oft nicht zu vermeiden ist, wenn an diesen Tagen Stockungen am Schalter eintreten. Wer also zur Erlangung seiner Freimarken nicht längere Zeit am Schalter stehen will, was gerade nicht zu den Annehmlichkeiten gehört, der mache seine Einkäufe schon einige Tage vor Jahresschluß. Riesenmassen an solchen Ausnahmetagen durch die Stadt zu befördern. Uebrigens hat man sich bei den Betrachtungen aller dieser Verhältnisse auch einmal angesehen/ wie viel die Gesellschaften mit den angenehmen Dividenden an ihre Angestellten wenden. Es ist ein recht trauriges Bild, das sich da von einem armen Omnibuskutscher entrollt, der von früh um sieben bis abends elf thätig sein muß, seine Mahlzeiten am Halteplatz einnimmt, die Verantwortung für die ihm anvertrauten Pferde trägt, und allen möglichen Polizeistrafen verfallen kann, wenn er just einmal seinen Unglückstag hat: bare zwei Mark und fünfzig Pfennige verdient der arme Kerl, und dafür soll er die in Berlin entsetzlich teure Miete, Steuern, Garderobe und den Lebensunterhalt für sich und die Seinen bestreiten! Ein trauriges Exempel, das sich die Herren Direktoren und Aktionäre in der Muße der Weihnachtswoche einmal durch den Kopf gehen lassen sollten. Sie würden dabei wohl heftig in die Brüche geraten. Ungefähr ähnlich bezahlen auch die Straßenbahnen- Gesellschaften, die unlängst den Schneeschippern bei einem Tagelohn in derselben Höhe auch noch „Besengelder" in Abrechnung gebracht haben! Selbstverständlich haben sich dabei nicht allzuviele Bewerber eingefunden; denn den gleichen Lohn, aber ohne Abzüge, gewährte der Magistrat feinen Arbeitslosen, die er in Massen anstellen konnte! Die Rüge, die der Polizeipräsident der „Großen Straßenbahngesellschaft" erteilt hat, erweckte daher auch überall Befriedigung. Es fragt sich nur, ob sie helfen wird! A. R. • • Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 22. Dezember u. a. vom Bureau der Ersten Kammer der Stände: Seine Durchlaucht den Fürsten zu Aienburg Büdingen, Seine Erlaucht Graf von Görtz und Seine Exzellenz Wirk!. Geheimerat Dr. Goldmann; außerdem die Mitglieder der Ersten Kammer: Seine Erlaucht Graf zu Erbach-Fürstenau und Geheimerat Dr. Kittler. • * An der Universität Gießen werden vom 5. bis 17. März 1900 Ferienkurse für praktische Aerzte abgehalten werden. Es lesen die Professoren: 1. Bo ström, pathologisch anatomischer Demonstrationskurs. 2. Privatdozent Dr. Henneberg, Demonstration topographisch anatomischer Präparate. 3. Gaffky, Antiologie und Prophylaxe der wichtigsten Infektionskrankheiten (mit Demonstrationen). 4. Geppert und Dr. Greiner, Nachweis von Giften (Kurs). 5. Riegel, klinische Demonstrationen. 6. Löh lein, Fragen aus der praktischen Frauenheilkunde mit Hebungen. 7. Wal-ther, geburtshilflich gynäkologische Besprechungen mit Operations- Übungen am Phantom. 8. Poppert, klinisch chirurgische Demonstrationen. 9. Vossius, ophthalmologischer Kurs. 10 Stein brügge, otiatrische Demonstrationen. II.Sticker, Diagnostik der Nervenkrankheiten. 12.Sommer, Kurs der Psychiatrie. — Auskünfte erteilt Oberarzt Dr. Dannemann, psychiatrische Klinik. * * Der Sprechverkehr zwischen Gießen und Oest- rirrgen ist am 21. Dezember eröffnet worden. • * Der Sprechverkehr mit Eberbach (Baden) und Langenbrücken (Baden) ist am 20., mit Sch ries h e im am 24. Dezember eröffnet. * e Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Franz Joseph Blattmann aus Oberärgeri in der Schweiz (führt auch fälschlich den Namen Peter Arnold aus Berns- felden) wegen Diebstahls und Reisender Wilhelm Tanner aus Lörrach wegen Betrugs, beide von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Arbeiter Jakob Braden aus Büdesheim wegen Unterschlagung vom Großh. Amtsanwalt zu Gießen; Schuhmacher Konrad Braun aus Köln und Kellner Joseph H ent sch aus Schmiedeberg in Böhmen, beide wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Bingen; Maurer Johann Henrich aus Mainz wegen Diebstahls von dem Polizeiamt Mainz; Ludwig Klein aus Marburg wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Gießen; Kellnerlehrling Albert Reinhardt aus Wiesbaden wegen Unterschlagung vom Groß. Polizeiamt Darmstadt; Dienstknecht Philipp Schneider aus Ulfa wegen Widerstands und Unfugs vom Großh. Amtsanwalt zu Worms; Karl Sipf aus Neu-Isenburg wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Wirt Valentin Landgraf VI. aus Ober Saulheim wegen Körperverletzung und Bedrohung vom Großh. Amtsanwalt zu Alzey; Müllerbursche Conrad Willner aus Speyerdorf wegen Beleidigung von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Dienstmagd Eva Beck aus Mainz wegen Diebstahls und Schiffer Rudolph Schlimm (auch Slümp genannt) aus Sneck in Holland wegen Bedrohung und Hausfriedensbruchs, beide dom Großh. Amtsanwalt zu Mainz; Taglöhner Georg Nock er aus Mainz, die Prostituierte Mathilde Pummer aus München, Taglöhner Philipp Kraus aus Mainz, Tag- löhner Heinrich Kiefer aus Mainz, Fuhrmann Georg Veith aus Weisenau und Schriftsetzer Gottfried B e st aus Bonn, sämtlich wegen Strafvollstreckung von Großh. Amtsgericht Mainz; Jakob Wickenheefer aus Albig, Jakob Lindner aus Hahnbach, Martin Dehos aus Flonheim und Jakob Metzger aus Gimbsheim, sämtlich wegen Strafvollstreckung von Großh. Amtsgericht Oppenheim. •* Vßattntt» und GebrauchSmuster.Eintragungen -on im Großherzogtum Hessen lebenden Erfindern. Patent-Anmeldungen. Druckcylinderantrieb für Schnellpressen, Faber u. Schleicher, Offenbach a. M. 10. 7. 99. Verfahren zur Herstellung eines gelben Wollfarbstoffes, K. Oehler, Offenbach a. M. 25. 1. 99. Accetylenlaterne mit Regulierung des Wasfirzuflusses durch eine Membran; Paul Dominik, Offenbach a. M 27. 7. 98. Verstellbarer Doppelspiegel, Wilhelm Konrad Fenchel, Griedel 27. 5. 96. Wärmeflasche, Jean Lippert II., Worms 15. 8. 99. Vorrichtung zur vorübergehenden Vereinigung deS Oberleders am Zehenteil mit der Brandsohle bei Zwickmaschinen, Heinrich Walther, Mainz 4. 33. 99. Sicherheitsbefestigung für Uhrfedern, Eduard Ruppert Worms 6. 5. 99. — Patent-Erteilungen. Verfahren zur Darstellung von Methylmorphin (Codein) und Aethylmorphin, Zus. z. Pat. 102 634, E. Merck, Darmstadt vorn 1. 9. 98 ab. Vorrichtung zur Rückwärtsbewegung von Motorwagen, A. Opel, Rüffelsheim a M, vom 12. 3 99 ab Bleistift mit verschiebbarer Mine, F. H Lippincott Germantown, Philadelphia; Vertr.: P. Dominik, Offenbach a. M. vom 1. U 38 ab. — Gebrauchsmuster-Eintragungen. Sowohl für Gaslicht, als auch ohne Abänderung des Beleuchtungskörpers für elektrisches Licht zu verwendender Gewichtszug, bei welchem die elektrische Leitung zum Zweck ihrer Verlängerung beim Herunterziehen spiralförmig im äußeren Zugrohr gelagert ist, Franz Fischer, Mainz 8. 8. 99. Stoffstecher mit auswechselbaren, verschiebbaren Messern, Benno Schwabe und Jean Laise, Worms 7. 10 99. Wärmeaustauschvorrichtung, bei welcher die einerseits in einer feststehenden Wandung gelagerten Röhren, andererseits in eine bewegliche und allseitig geschlossene, gerade geführt- Kammer einmünden, A. Schaffstädt, Gießen, 18. 10. 99. Künstlicher Zahn mit auf beiden Seiten in denselben eingelassenen Metallstreifen zum Verbinden der einzelnen, aneinander zu reihenden Zähne mittels Lötens, Hermann Friedland, Mainz 11. 10. 99. Schloß für Geldtäschchen, Brieftaschen u. dgl., bestehend aus einem offenen Ring mit Riegel und einer Oese, Marcus Jaegy, Offenbach a. M. 5. 9. 99. Zum Zupfer ausgebildeter Schließk.oben für Maultaschenbügel, E. Ph. Hinkel, Offenbach a. M 2. 10. 99. Häkelnadel mit genietetem Griff, I. A. Schimmel, Offenbach a. M. 30. 9. 99. Bügel mit Alarmwerk, D. Hey- mann, Offenbach a. M. 18. 9. 99. Geldbörse mit zwei verschiedenartig ausgeführten inneren Geld- oder sonstigen Behältern, D Heymann, Offenbach a. M. 14. 7. 99. Portemonnaie-Bügel, an welchem ein dritter Bügel im Scharnier angelenkt ist, welche beide durch einen sogenannten Porte-Triffor-Ueberschlag geschlossen werden, D. Heymann, Offenbach a. M. 17. 7. 99. Wärmflasche mit cylindrisch gebogener Unterfläche mit FUzüberzug, Vertiefungen für die Füße und zur Aufnahme von Tri'ckgefäßen, Jean Lippert II., Worms. 15. 8 99. Garderobenhalter aus zwei oder mehreren mittels eines zierlichen Verbindungsholzes verbundenen Tierhörnern als Huthalter und aus einer Anzahl auf das Verbindungsholz aufgesetzter Ebcrzähne, Rehkitzen ober sonstiger Haken zum Aushängen der Kleider, Friederike Schäfer, Bad- Rauheim, 26. 9. 99. Zigarettenetui mit Notizblock, welches durch eine Wand in zwei um federnde Scharniere aufklappbare Hälften geteilt ist, Martin Mayer Mainz, 18. 9. 99. Nauchlampe mit am Deckel der Lampe angeordneten Nebenzündern, Ludwig Haege, Offenbach a Main, 27. 9. 99. Sicherheitszügel, dessen im Trensenzügel eingeschaltetes elastisches Band «folge Rachgebens eines kleinen Druckknopfes sich erst b i stärkerem Zuge plötzlich dehnt, so daß letzterer auf den Kandarenzügel übertragen wird, Baronin Helene von Gingins, Unterau b. Nackenheim, 12. 4. 99. Gepäckhalter für Fahrräder mit getrennter Stütz- und Lwltevorrichtung, Peter Schlesinger, Offenbach a. M., 2.. 10 99 Radlaufglocke mit an einem Winkelhebel drehbar gelagerter Glocke und Reibrädchen, von denen sich letzteres bei der Ueberführung in die Horizontallage seitlich gegen den Radreifen anlegt, Peter Schlesinger, Offenbach a. M., 14.10.99. Elektrischer Thürverschluß mit Alarmglocke, Hermann Hölzer, Darmstadt, Karlsstr. 20, 29. 9. 99. — Verlängerung der Schutzfrist. Glühlampenhalter auS Isolierstoff usw., Adolf Schuch, Worms, 15. 10. 96, 11. 10. 99. Lich, 21. Dezember. Dieser Tage erlegte Herr Schöne eine Wildkatze, welche die respektable Länge von 95 Zentimeter hatte. 4- Grunberg, 22. Dezember. In der verflossenen Nacht gegen y22 Uhr wurden die Bewohner der Stadt durch die Feuerwehrsignale aus dem Schlafe aufgeschreckt. Das erst vor wenigen Jahren neuerbaute Zigarrenfabrikgebäude der Herren C. Ranft u. Cie. stand in hellen Flammen. Der Brand, der zuerst von der Nachtwache bemerkt wurde, scheint auf dem Trockenboden ausgebrochen zu sein. Von den dort lagernden großen Zigarrenvorräten konnte nichts mehr gerettet werden. Dem Ihatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr gelang es, das Feuer wenigstens auf seinen Herd zu beschränken und das angrenzende Wohnhaus zu retten. Ein Glück war es, daß der Wind nicht von der entgegengesetzten Seite wehte, sonst wäre wohl die ganze Hofraite ein Raub der Flammen geworden. Bei dem Brande zeigten sich wieder die Vorteile der Wasserleitung; denn ohne dieselbe wäre wohl bei der Kälte und dem früher herrschenden Mangel an Wasser eine Löscharbeit kaum möglich gewesen. — Der Schaden der Firma ist ziemlich bedeutend, wenn auch ein gewisser Lagerbestand versichert war. — Ein Teil der Arbeiter kann wohl in der mit der Bahn leicht zu erreichenden zweiten Fabrik zu Kesselbach beschäftigt werden. Nidda, 21. Dezember. Ein vielverheißender Auftrag wurde Herrn Bahnmeister-Aspirant Müller zuteil. Derselbe wurde vom Kolonialamt in Berlin berufen, beim Bau der deutschen Kolonial Usambara Bahn zu wirken, und hat er sich bereits am 20. dss. Mts. in Neapel eingeschifft. Seinen Wohnsitz wird Herr Müller auf Station Tanga haben. — Vielseitige Glückwünsche begleiten den jungen Mann, und wir hoffen, daß er seine Mission zur Zufriedenheit der Regierung ausführt; ein beträchtliches Gehalt bei freier Fahrt ist ihm gesichert, was seinen Unternehmungsgeist noch mehr anspornen wird. Gesundheit, Glück und frohes Wiedersehen zu Hause! — Vom Vogelsberg, 22. Dezember. Vor einiger Zeit kam zu einem jungen Beamten der Reisende einer Buchhandlung. Nachdem derselbe vergeblich versucht hatte, dem Betreffenden Meyers Konversations-Lexikon aufzuschwatzen, offerierte er ein aus mehreren Bänden bestehendes anderes Werk. Der junge Mann verlangte den ersten Band zur Ansicht. Hierauf übergab ihm der Reisende eine Bestellkarte mit dem Bemerken, er möge die Adresse darauf angeben. Sorglos schrieb derselbe seinen Namen, ohne auch nur den Inhalt der Karte gelesen zu haben. Nach einigen Tagen erhielt der junge Beamte eine Rechnung über das ganze Werk, dessen Annahme er selbstredend verweigerte; die Sendung mußte zurnckgehen; der Beamte hatte zufällig Zeugen, welche seiner Unterredung mit dem Reisenden beigewohnt hatten, andernfalls hätte er das Ganze bezahlen müssen und wäre „hereingefallen". Die Firma mußte wohl oder übel die Sendung zurück nehmen. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, dies jedermann zur Warnung zu dienen. Auch für andere Gegenden, wo der Reisende wohl jetzt seine Thätigkeit entfalten wird, dürfte dieser Vorfall ebenfalls als sehr belehrendes Beispiel gelten. Büdingen, 22. Dezember. Das Erdbeben am 19. Dezember soll auch hier verspürt worden sein. An einem in dem Keller des Gymnasiums aufgestellten Seismometer konnte die Erschütterung festgestellt werden. Die Richtung des Stoßes erfolgte von Südwesten her, indem das Quecksilber nach dieser Richtung hin ausgeflossen war. — Am Dienstagabend hat sich zwischen Kefenrod und Hitz- kirchen ein recht bedauerlicher Unglücksfall zngetragen. Herr Biedenkopf, Bieragent der Aktienbrauerei Gießen, war auf dem Heimweg jedenfalls zu nahe am Chausseegraben gefahren, sein Wagen war auf der eisigen Straße ins Rutschen gekommen und die etwa Meter hohe Böschung hinunter umgefallen. Bon Vorüberfahrenden wurde Biedenkopf unter den Trümmern des Wagens besinnungslos aufgefunden und nach Hitzkirchen gebracht. Wie verlautet, soll derselbe bereits seinen Verletzungen erlegen sein. §§ Udenhausen bei Grebenau, 23. Dezember. Am 5. Dezember d. I. beging der hiesige Kirchendiener Johs. Dahmer sein 25jähriges Dienftjubiläum. AlsAn- erkennung seitens der Gemeinde wurde ihm von dem Kircheu- vorstand eine Bibel mit entsprechender Widmung überreicht. Auch seitens des Großh. evangel. Dekanats Alsfeld waren dem Jubilar, zugleich auch im Auftrag des Großh. Oberkonsistoriums zu Darmstadt unter Anerkennung seiner treuen und gewissenhaften Dienstführung die herzlichsten Glückwünsche schriftlich übermittelt worden. Bei dieser Gelegenheit stellte es sich heraus, daß auch zwei Kirchenvorsteher, die Herren Heinrich Rüffer und Heinrich Becker, im Laufe dieses Jahres bereits 25 Amtsjahre als Kirchenvorsteher hinter sich hatten. Auch ihnen ward auf diesbezügliche Meldung seitens des Pfarramts von Großh. evangelischem Dekanat Alsfeld ein Glückwunsch schreiben zu teil, das sie zu dem Vertrauen, welches die Gemeinde schon seit 25 Jahren in ihre Person gesetzt hat, beglückwünscht und ihnen für ihre bewiesene langjährige Treue dankt. Beide Schreiben, die der Gemeinde im öffentlichen Gottesdienste bekannt gegeben wurden, haben nicht bloß bei den Beglückwünschten, sondern auch in der ganzen Gemeinde viele Freude hervorgerufen. — Mainz, 22. Dezember. Der Nuntiatur in München wurde noch gestern der Vollzug der Bischofswahl mitgeteilt, worauf alsbald ein telegraphischer Glückwunsch von dem Nuntius bei dem Neugewählten einlief. Nach dem .M. I." dürfte die Präkonisation voraussichtlich bei dem im Januar 1900 stattfindenden nächsten Konsistorium erfolgen, sodaß vielleicht am 24. Februar (am Feste des Apostels Mathias) die Bischofsweihe erfolgen kann. — Obwohl wir im tiefsten Frieden leben, sind die innerhalb des.Rayonbezirks der hiesigen Festung ansäßigen Grundbesitzer letzter Tage von der Militärbehörde mit der Aufforderung überrascht worden, die auf ihren Geländen mit widerruflicher Erlaubnis errichteten Wächterhäuser und Bretterhäuser sofort niederzulegen. Der Grund zu dieser Maßregel ist schwer erfindlich, doch kommt dieselbe den betreffenden Grundbesitzern um so überraschender, als man allgemein im Glauben war, daß der Widerruf bei der Erlaubnisgabe zur Errichtung dieser Bretteranlage nur im Kriegsfälle eintreten werde. Es werden gegenwärtig Schritte gethan, um die Reichsrayonkommission zur Zurücknahme dieser Anordnung zu bewegen. — Außer hier in Mainz wird auch im nächsten Jahre in Eltville im Rheingau der 500jährige Geburtstag Gutenbergs festlich begangen werden, und hat die dortige Stadt- behörde bereits die erforderlichen Mittel bereitgestellt. Eltville hält sich neben Mainz in erster Linie berufen, Gutenberg zu ehren und zwar um deswillen, weil der große Meister dorten seine letzten Lebensjahre zugebracht, als er mit dem Hofe des Kurfürsten Adolf II. (1465) seine Vaterstadt Mainz verließ. In Eltville befindet sich noch ein wohlerhaltenes Haus, in welchem damals Gutenberg eine Druckerei einrichtete. Seit mehreren Jahren befindet sich an dem Eltviller Druckhause eine Gedenktafel mit einem Relief Gutenbergs. Aus Rheinheffen, 20. Dezember. Von Weinverkäufen aus der letzten Zeit sind zu melden: Bosenheim 14 Stück 1898er zu 530 bis 560 Mk., Planig einige Stück 1898er zu 520 Mk., Ober-Hilbersheim über 100 Stück 1899er von 380 bis 425 Mk., Wallertheim 8 Stück 1898er zu 400 Mk., Spiesheim 30 Stück 1899er 370 bis 420 Mk., Sulzheim 50 Stück 1899er 350 bis 380 Mk., Mettenheim 6 Stück 1897er 520 Mk., Heßloch 8 Stück 1897er zu 400 Mk., Wallertheim 3 bis 4 Waggons 1899er zu 400 Mk., Wörrstadt 12 Stück 1898er zu 385 Mk., Gau-Weinheim 40 Stück 1899er 350 bis 400 Mk., Alsheim 10 Stück 1896er 620 Mk.; alles per 1200 Liter. Darmst. Ztg. Hessischer Handtag. nn. Darmstadt, 22. Dezember 1899. Die Adresse, welche die Erste Kammer der Stände an Se. Königl. Hoheit den Großherzog richtete, hat folgenden Wortlaut: Allerdurchlauchtigster Großherzog, Allergnädigster Großherzog und Herr! Ew. Königl. Hoheit haben die Gnade gehabt, auch den 31. Landtag in Person zu eröffnen und Deren getreue Stände unter der Versicherung landesherrlichen Wohlwollens willkommen zu heißen. Die Erste Kammer der Stände spricht hierfür ihren ehrfurchtsvollen Dank aus; sie wird, getreu ihren Traditionen, in Treue gegen Fürst und Vaterland ihrer verfassungsmäßigen Pflicht nachkommen. Was die schon auf dem vorigen Landtage verhandelte Frage der Einführung einjähriger Budgetperioden betrifft, so werden wir die desfalls zu erwartende Vorlage der Regierung Ew. Königlichen Hoheit mit pflichtmäßiger Unbefangenheit prüfen. Da die Ausdehnung des Finanzgesetzes vom 21. Mai 1898 auf das Rechnungsjahr 1900/1901 durch die Verhältnisse geboten ist, wird eine desfallsige Vereinigung zwischen Ew. Königlichen Hoheit Regierung und den Ständen ohne Zweifel rasch zu stände kommen. Die weiteren an die Stände gelangenden finanziellen Vorlagen werden wir eingehend prüfen und unlererfeitö möglichst rasch zur Erledigung bringen. Der Vorlage wegen Reform des Kaffenwesens sehen wir mit Interesse entgegen und werden den Bestrebungen der Regierung Ew. Königlichen Hoheit, in dieser Beziehung eine Vereinfachung und insbesondere eine Erleichterung des Verkehrs zwischen der Bevölkerung und den jtaffe» stellen herbeizuführen, gerne unsere Unterstützung leihen. Was die Erbauung von Nebenbahnen betrifft, so werden wir auch hier die zu erwartenden Vorlagen unter Berücksichtigung der von dem Lande in dieser Beziehung schon übernommenen schweren Lasten pflichtmäßig prüfen. Die Ausgaben, deren Bewilligung zur Hebung der Heilbäder Nauheim und Salzhausen von Ew. Königlichen Hoheit Regierung den Ständen angesonnen werden, uub welche über bie Grenzen unseres engeren Baier- lanbes hinaus ben Leibenden zugut kommen sollen, werden von und 1 gerne bewilligt werben. Alle anberen Vorlagen, sowohl bie auf bem vorigen Lanbtag un« : erlebigten, als auch bie sonst in Aussicht gestellten, werden von uns einer ernsten gewissenhaften Behanblung unterzogen werben. Die Fürsorge Ew. Königlichen Hoheit für Lanbwirtschaft unb Industrie, für Wissenschaft unb Kunst wirb von allen Untertanen banlenb anerkannt, unb bie Erste Kammer bet Stäube wirb alle besfallsigen Bestrebungen 5 gerne unterstützen; sie wirb beshalb auch ben Vorlagen, wetche sowohl zugunsten bes höheren Unterrichtswesens, als auch zugunsten ber Volksschulen unb ber Volsschullehrer ben Stänben zukommen, gerne thunlichste Förberung zuteil werben lasten. Wie es bem vorigen Lanbtag gelungen ist, hinsichtlich bet zur Ausführung bes Bürgerlichen Gesetzbuchs notwenbigen Gesetze mit Ew. Königlichen Hoheit Regierung ein Einvernehmen zu erzielen, so wird auch bie zu erroartenbe Vorlage über bie Anlegung neuer Grunbbüchsr ( ohne Zweifel befriedigen!) erledigt werden. Die von Ew. Königlichen Hoheit angekündigte Vorlage wegen 1 Revision des laudständischen Wahlgesetzes wird oon uns um so mehr i einer reiflichen Prüfung unterzogen werden, als diese Frage in hohem Grade das Wohl des ganzen Landes berührt. Der landesherrlichen Huld Ew. Königlichen Hoheit sich auch für die Zukunft empfehlend, verharrt in tiefster Ehrerbietung Ew. Königlichen Hoheit allerunterthänigste treugehorfamste Erste Kammer der Stände. Die Sitzung wurde gegen 7 Uhr abends geschloffen._____________ Wetterbericht. In der Luftdruckverteilung ist im allgemeinen keine Aenderung eingetreten unb besteht sowohl das intensive barometrische Maximum im Nordosten als auch ber relativ niebere Druck im äußersten Westen bes Erbteils unb im Mittelmeergebiet fort. Heber Mittel-Europa haben sich bie Unregelmäßigkeiten ziemlich ausgeglichen. Das Wetter ist in Deutschlanb meist heiter unb nur stellenweise nebelig. Der Frost hält allenthalben an unb liegen namentlich über Böhmen und Schlesien roieber Kältegebiete mit Temperaturen bis zu 15 Grad unter Null. Voraussichtliche Witterung: Teils heiteres, teils nebt» liges Frostwetter. ittiump" Tb. ] Unterhost Hautjacke jagerhew Hormalhet Flanellhen jagdwesti Gestrickti Gewebte . Socken Strümpfe Faust- un Handset Gamasche Wolh Siri« Marke Ä anerkanut 6 mM Bober 9tro! s3S 5 -•» Sani/« ‘n' = a •inet wirklich p seinen SraciaS^chuß Mexico Nr. 4 s? JJJ* fr Pli. He; „. Alters Ate.- $(iiut sZ-rLsj ben, fln'b 9;? kann. _ e.faing QnraJe ^Ntthai- ‘lt5tb'l|8töe 1? .®t“»! tim (uA" N ptzrH £*;;■•** «SS’’1" ,fe ’ banaU ®uttnbt ’ j" t" ffl ?aim m 1 @ebt”1«M mit -i»,. $on ®tint(r 1 J« *: N* ■™- ,fcs MW SM "shenn über 100 Qtiid MchemtzTM M dis MM bis 380®t, letttnbeii »loch 8 Stück 1897er « Wons 1899er zu MU 385 Mk., Gau-Weinheie Mk., Alsheim 10 6tüt ) Liter. Damst.Ztg. Landtag. bt, 22. Dezember 1899. te Sammer der Stände ac zog richtete, hat folgendem iSro^trjog, ■jog unb 6 en! wÄj'Wft ytttui Stände unter bet $« mBlommen ;u hchrn. Die Gift n khriurchtbvollm Dan! aus; sr tue gegen Fürst unb Satetlati mmen. Landtage verhandelte Frage bei Betrifft, so werden wir die bi* ung Stn. /königlichen Hoheit mt lesetzes vom 21. Mai 1898 ar • Lerhällniste geboten ist, wirt v. Äbnigli^n WN«uni a ftanbe tommen. Die weiteren Ltn Magen werden wir einst rasch iur (Srlebigung btwgen. LSI***Ä i der Regierung 6®^* imadjung und insbesondere^ t>er Bevölkerung und den ’en^^ ,Xenfl^nSater. Ä**‘ - Ausgestellt in acht Lchauf°chd!ichtt. 0 Q Q a Reichhaltiges Lager in: q teangH. 6r(angbndjtrn § nnb kslhol. Grdeidücherii. g 0 Ausführliche Kataloge gratis 0 Q und franko. 8228 Q v Karl Krebs, s $ Buchhandlung, * Schulstrasse 10. * 5 9 3000OOOOOOOOD QODooaooQroarx^zxxa Freude macht es jedem Raucher, 8676 wenn er unter dem Weihnachtsbaum auch ein Kistcken Cigarren vorfindet. 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