vgunniaij vrn L4. Liecemoer ier» Aints- und Anzeineh?ntt fut* dsn ICrels Wreszen. erie. 8181 Julien chrc 58860 Alle Anzeigen-LermittlungSstellen deS In- und AuSland-A nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger en.gege». a*n<|mt »en Anzeigen zu der nachmittag» für den /ÄlHrnden tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. Gratisbeilagen: Gießener FamMenbiätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hiejerr. Fernsprecher Nr. 51. Schwierigkeiten werden damit natürlich nicht gehoben, und die Zukunft Oesterreichs bleibt trübe. In Frankreich ist der Staatsgerichtshof noch immer an der Arbeit. Der Deutschenfrester Döroulöde kennt bereits sein Urteil, das auf zwei Jahre Gefängnis lautet und verhältnismäßig hart ist. Ob sie verbüßt werden, ist noch fiaglich, denn man munkelt, daß die Regierung möglichste Milde walten lassen werde. So kurz vor der Weltausstellung dürfen die Gemüter nicht zu sehr aufgehetzt werden! OVO Mkpes KHCTU» IaimiM. i entti «Wer tbtn,«** ** DOW y 5e Co. Aezngsprel» vicrlcljährlich 2 Mark 20 Pfz monatlich 75 Pftz. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Austsnd. Wien, 22. Dezember. Das morgen erscheinende Amtsblatt wird die Liste des neuen Kabinetts und zu * Vom Kriegsschauplatz. Man wird in der nächsten Zeit, bis die englischen Verstärkungen in Südafrika gelandet sind, was zwischen Anfang und Mitte Januar geschehen wird, schwerlich auf Nachrichten von hervorragendem Interesse aus irgend einem Teile des Kriegsschauplatzes rechnen können. Anders wäre es, wenn die Buren die Offensive ergriffen, allein sie müssen sich ihrer ganzen, ihren Verhältnissen durchaus entsprechenden Taktik nach darauf beschränken, von einer Verfolgung ihrer Siege abstehend, ihre Positionen zu verstärken und möglichst uneinnehmbar zu machen. Das geschieht denn auch im Osten am Tugelaflusse, im Süden nördlich von Queenstown und bei Arundel und im Westen am Modderfluffe. Was den letztgenannten Teil des Kriegsschauplatzes betrifft, so befürchtet man jetzt in London ernstlich, daß Methnens Verbindung irgendwo nördlich vom Oranjeflusse abgeschnitten ist. Man hat seit Sonntag keine Nachrichten mehr von ihm erhalten und nimmt an, daß Sir Charles Warr en mit seinem Ersatzkommando jetzt bei de Aar oder weiter nördlich sich befindet. Warren ist älter im Range als Methuen, folglich würde er dessen Kommando übernehmen, wenn er ihn erreicht. Man bequemt sich jetzt also zu der von uns bisher geteilten Auffassung, daß Methuen sich nicht nördlich vom Modderfluffe befindet, sondern nach Süden gegen den Oranjestrom zurückgewichen ist. Er soll nur bis zum 28. Dezember Proviant haben, und ungefähr am gleiche« Zeitpunkt sollen — nach einer weiteren Version — die Vorräte der Besatzung von Kimberley zu Ende gehen. Der „Central News"-Korrespondent telegraphiert einige Einzelheiten über die Schlacht bei Magerssoutem. „Fast während des ganzen Tages", sagt er, „konnten wir durch unsere Ferngläser genau das milde Gesicht eines kleinen Mannes sehen, der die Reihen des Feindes abschritt und die Buren beständig anfeuerte. Der kleine Mann — sagte man uns — war der berühmte „Feueresser" Cronje. — Die Burenoffiziere waren ebenso, wie die gemeinen Soldaten, in eine Art Khaki-Uniform gekleidet, und es war deshalb sehr schwer sie herauszukennen, und immer zur rechten Zeit ihre taktischen Absichten zu erraten. Die Gardisten waren einmal im Verlaufe des Tages fast i« eine Falle gegangen. Der Feind erwartete offenbar einen Nachtangriff und war vollständig darauf vorbereitet. Außerdem war der Spionage- und Postendienst der Feinde Mchmer Anzeiger Heneral-Anzeiger miU,W Ä"«“ Erscheint täglich mit Ausnahme des Manta,S. Die Gießener »erden 6cm Anzeiger »ßchmtlich viermal ßeizelrgt. Vom 1. Januar 1900 ab beträgt die Post- bezugSgebühr des Gießener Anzeigers ohne Bestellgeld nur noch Mk. 2,00 statt bisher Mk. 2,50. Der Bezugspreis durch die Zweigstellen und Zeitungsträger: Wk. 2,20 vierteljährlich, WL. 0,75 monatlich, bleibt einstweilen bestehen, desgleichen der durch die Abholeftellen in Gießen: MK. 1,90 Vierteljährlich, MK. 0,65 monatlich. Abholestellen bestehen zurzeit: Neustadt 30, Wh Wootz. Seltersweg 59, Wühl Wrve. Wallthorstratze 45, Kaufmann K. Aort. Weserstraße 8 (Ecke Steinstr.), Köchlin Wwe. Ludwigsplatz 4, Fl. Schlabach Wachfolger. Klinikstraße SS (Ecke Frankfurterstraße), Kaufmann Lenhard. Gcke Liebig- und Ebelstratze, Kaufmann Wfeiffer. Rodheimerstratze (Krofdorfcrstraße 2), Wirt Kh. Kaubach. gleicher Zeit die Vertagung des Reichsrats, welche die neue Regierung veranlaßt hat, publizieren. Budapest, 22. Dezember. Das Haus der Abgeordneten hat sich bis zum 18. Januar nächsten Jahre« vertagt. Bukarest, 22. Dezember. Die Regierung entsendet den Flottenkommandant Boeresco in das englische und den Genieleutnant Stambulescoin dasBurenhauptquartier in Südafrika. Paris, 22. Dezember. In der heutigen Sitzung genehmigte die Kammer die Konvention zwischen Frankreich einerseits und Luxemburg und Italien andererseits über die Anlegung einer Fernsprechlinie. Im weiteren Verlaufe der Sitzung versuchten die Nationalisten und die Reaktionäre, die Regierung über die Forderung der zwei provisorischen Zwölftel zu stürzen; besonders die Nationalisten zeichneten sich durch heftige Angriffe aus, sodaß der Abgeordnete Lasies zweimal zur Ordnung gerufen werden mußte. Er erklärte u. a., der Senat sei eine Schande für Frankreich. Nach kurzen Gegenreden mehrerer Mitglieder der Regierung wurde zur Abstimmung geschritten. Die Feinde der Republik vereinigten im ganzen 50 Stimmen gegen 468, mit welchen die Vorlage der Regierung angenommen wurde. Paris, 22. Dezember. Der Dampfer „Stambul", der in Marseille angekommen ist, hat Nachrichten von der Westküste Afrikas mitgebracht. Danach hat die deutschfranzösische Kommission für die Abgrenzung Dahomeys und Togos ihre Arbeiten nach vielen Schwierigkeiten von Temece nordwärts bis Gaubon und Djebiga glücklich vollendet. — Der Schwager des Sultans Mahmud Pascha wird in London eine Broschüre gegen denselben veröffentlichen. Mahmud rühmt sich der Protektion seines besten Freundes Salisbury. Man behauptet sogar, er sei englischer Staatsbürger geworden. Jedenfalls fühle sich Mahmud vor Verfolgungen absolut sicher, obgleich der türkische Konsul in Marseille, Seiffedin, ihn zu sofortiger Heimkehr auffordern dürfte. Politische Wochenschau. Gießen, 23. Dezember 1899. Der Kampf und Streit auf innerpolitischem Gebiete hat sich bis in die Christwoche hinein fortgepflanzt, und schärfer als je stehen sich die Parteien gegenüber. Und doch sollte es in Deutschland nicht heißen: „Industrie oder Landwirtschaft", sondern „Industrie und Landwirtschaft". In diesem Punkte stehen wir ganz auf dem Standpunkte! des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe, der wegen seiner toleranten Gesinnung jetzt den heftigsten Angriffen ausgesetzt ist. Was hilft es dem Kanzler, wenn er sich rechtfertigt, er wird die Angreifer damit nicht los, höchstens erkennt . man mit einem gewissen beleidigenden Mitleid an, daß er rs vielleicht ganz gut meine, aber nicht die Energie besitze, seinem Willen Nachdruck zu verschaffen. Es sind wahrlich keine gesunden politischen Verhältnisse, unter denen wir gegenwärtig in Deutschland leben, und jeder echte Patriot kann nur von ganzem Herzen wünschen, daß baldigst eine Wandlung eintrete. In Centrumskreisen macht man entschieden Front gegen die Flottenvorlage und man weist den Gedanken weit von sich, daß das Centrum sich etwa durch die Aufhebung des Jesuitengesetzes werde irgendwie beeinflussen lassen. Doch muß berücksichtigt werden, daß nur ein Teil der Centrums- presse diese flottenfeindliche Sprache führt, und wenn die Zeit gekommen sein wird, so dürfte das Gros der Klerikalen für die Verstärkung unserer Marine zu haben sein. Der Krieg in Südafrika macht ebenfalls mcht vor der weihevollen Woche Halt. Freilich kommen die Nachrichten nur spärlich an, aber man darf doch wohl voraussetzen, daß der Krieg seinen Fortgang nimmt. Für die Engländer steht es fortgesetzt sehr schlimm, und sie thun QUt, nicht allzu große Hoffnungen auf die neuen Leiter des -Feldzuges zu setzen. Wohl haben sowohl Sir Roberts tote auch General Kitchener einen guten Ruf als Feldherren, aber es ist nicht unmöglich, daß auf dem Kriegsschauplätze Nichts mehr gut gemacht werden kann, daß die Suppe schon vollständig verdorben ist. Woher soll England auch die erforderlichen Mannschaften nehmen, wenn auch jetzt der Patriotismus kräftige Blüten treibt und Mitglieder des Adels und Der haute finance sich zum Eintritt in den Heeresdienst melden! Es ist kein gutes Zeichen, daß über die Insurrektion in Kapland keine Meldungen emtreffen. Wäre dieselbe unterdrückt worden oder nicht von Belang, so würde man das dem großen Publikum jedenfalls nicht vorenthalten haben. Daß Chamberlain nun doch unpopulär wird, ist wahrlich kein Wunder, er hat sein Vaterland arg an die Tinte gebracht. , Das österreichische Ministerium Clary hat, tvie wir gleich voraussagten, nicht lange gelebt; es soll einem Bcamtenkabinett Witteck Platz machen. Die inneren Merk sseppe Deutsches Keich. Berlin, 22. Dezember. Der Kaiser empfing gestern den Kommandeur des Regiments der Gardes du Corps, Oberstleutnant Grafen Hohenau. — Die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont ist heute von einer Prinzessin entbunden worden. — Die von einer parlamentarischen Korrespondenz verbreiteten, den Reichsbankpräsidenten Dr. Koch betreffenden Nachrichten sind der „Post" zufolge vollständig unbegründet. — Die „Post" meldet aus Swinemünde: Der Kreisansschußsekretär Fratzke ist nach Unterschlagung von Amtsgeldern flüchtig geworden. Der Landrat v. Putt- kamer verzichtete infolgedeffen auf den ihm bewilligten Urlaub. . , — In der letzten Ausschußsitzung der Deutschen Kolonialgesellschaft regte Dr. Passarge eine Erörterung über die Frage, welche Stellung gegenüber solchen Gesellschaften einzunehmen sei, die Cecil Rhodes nahe stehen. Dr. Passarge führte aus, daß es Rhodes' Bestreben fei, ein englisches Reich vom Kap zum Nil zu schaffen. Hierbei ständen ihm hauptsächlich portugiesische und deutsche Kolonien im Wege; mit den portugiesischen werde er leichtes Spiel haben, den deutschen gegenüber verfolge er seine alte Taktik, englische Interessen in fremden Gebieten zu schaffen, und, hierauf gestützt, allmählich einen Hebel nach dem anderen anzusetzen, um sie in britische Gewalt zu bekommen. Der weitausschauendeu Politik dieses Mannes müsse man recht- j zeitig die Thür schließen, und es sei ein Fehler, daß man durch den bekannten Telegraphenvertrag, wie durch den Vertrag über die südafrikanische Querbahn den Engländern von neuem die Möglichkeit gewährt habe, festen Fuß in den deutschen Schutzgebieten zu fassen. Demgegenüber wurde im Ausschuß betont, daß die augenblickliche Weltlage so weitreichende Befürchtungen durchaus nicht rechtfertige; die augenblicklichen Verhältnisse in Südafrika schlössen vielmehr die Möglichkeit ein, daß die englische Macht in Afrika für immer eine wesentliche Minderung erfahre, was vielleicht eine völlige politische Umwälzung zur Folge haben werde. Es läge daher im Augenblick eine zwingende Notwendigkeit I nicht vor, sich mit der angeregten Frage weiter zu befassen. Demgemäß wurde die weitere Erörterung über diesen Gegen- I stand vertagt. — M.P.C. Wir. können bestätigen, daß die Kanal- vorl age und der umgeänderte Gesetzentwurf wegen Reform I des Gemeindewahlrechts dem Abgeordnetenhause nicht schon zum Beginn der Tagung zugehen werde. Beide Vorlagen I erfordern große Vorbereitungen. Wegen der Gemeindereformvorlage läßt der Minister des Innern umfassende I Erhebungen anstellen. Die erweiterte Kanalvorlage muß I um so gründlicher vorbereitet werden, als die preußische I Regierung dann, wenn die Konservativen sich wieder negativ zu der Vorlage stellen, zu dem Mittel der Auflösung zu greifen entschlossen sein dürfte. I — M.P.C. In den letzten Sitzungen des Staatsministeriums ist u. a. über das Reichsseuchengesetz ein Beschluß herbeigeführt worden. Weimar, 21. Dezember. Der Großherzog feierte gestern den Tag, andern er vor 60 Jahren in die preußische Armee eingetreten ist. Er wurde damals im Alter von 2172 Jahren als Rittmeister dem 1. Kürassier Regiment zugeteilt. Schon im folgenden Jahre wurde er Major und vier Monate später Oberst. Im August 1842 wurde er im Alter von 24 Jahren zum Generalmajor und im März 1843 zum Chef des 8. Kürassier Regiments ernannt. Bei Gelegenheit des 50jährigen Dicnstjubiläums ernannte der I Kaiser ihn zum Generalobersten der Kavallerie mit dem I Range eines General-Feldmarschalls. iiitlhcn Nuntien: M md $uhm. ganltm. ” WchAm, Volkeogasse 27. LU__—' . --' RAeftien, Expedition und Druckerei: Kch»kstraße Nr. 7. —L- Igl ■'Ll™ »teil |U raumen, Delf M om») • ßräu * t» dem Men-HeW 8118 an Kirchenplatz 8 egenüberderStadlkirchr. iit- ausgezeichneter Weise geordnet. Lord Methuen dachte offenbar, er könnte Magerfoutein s» angreifen wie Tel- elKebir." Dem „Globe" zufolge ist der Stationschef von Oranje River kriegsgerichtlich erschossen worden, weil er den Buren Mitteilungen über die Stellungen der Engländer gemacht hatte. Sein Telegraphenbeamter wurde nach Kapstadt ins Gefängnis gebracht. Aus Natal hört man auch nicht das Geringste. Der? Schlag, den Buller erhalten, hat gesessen. Er wird nicht eher wieder zum Angriff vorgehen können, als bis die „zehntausend Reiter" angelangt sind, um die er telegraphiert hat. Bis dahin werden aber noch etwa vier Wochen vergehen. Lord Kitchener, der neue Generalstabschef, ist in Kairo eingetroffen und sofort mit Extrazug nach Alexandria weitergereist. Oberst Wingate ist zum stellvertretenden Sirdar ernannt worden. Die allgemeine Aufmerksamkeit richtet sich jetzt wieder Loureuho Marques und Delagoa-Bai zu. Nach einer Meldung des „Standard" aus Lissabon ist eine Anzahl portugiesischer Kanoniere vom portugiesischen Kreuzer „Adamastor" in der Delagoa-Bai desertiert und hat in Transvaal bei der Artillerie der Buren Dienst genommen. Die Lissaboner Preffe gebe auch zu, daß viele portugiesische Einwohner von Lourengo Marques offen zu den Buren übergegangen seien. Der Korrespondent erfährt, die Buren hätten 150000 Gewehre, ungeheure Mengen Kriegsmaterial und eine Anzahl schwerer Geschütze über die Delagoa-Bai erhalten. Die portugiesischen Behörden hätten davon gewußt, obwohl die Sendungen als Eisenbahn- Material bezeichnet waren. Bestechung habe auch mitgewirkt, doch sei der Betriebsdirektor der Delagoa-Bai-Eisenbahn, ein Deutscher, keiner Bestechung zugänglich gewesen. Von englischer Seite soll in Liffabon deswegen Vorstellung erhoben sein. Die portugiesische Regierung soll aber geantwortet haben, daß die englische Regierung auch Durchfuhr von Kriegsmaterial für die Buren durch Kapstadt und Natal gestattet habe. Die öffentliche Meinung Portugals sei sehr feindlich gegen England und sympathisch für die Buren. Die portugiesische Regierung habe bisher einen offenen Ausbruch verhindert, aber trotzdem sei die Lage für England in Portugal äußerst ungünstig. Unter diesen Umständen mag es begreiflich erscheinen, daß England seine Hand jetzt ernstlich nach der Delagoa-Bai ausstreckt. Gerüchtweise verlautete kürzlich, daß in diesem Falle das deutsch-englische Abkommen perfekt werde; deshalb ist folgende Meldung des „Berl. L.-A." von Interesse: London, 21. Dezember. Der Berliner Korrespondent der „Daily Mail" will erfahren haben, die Veröffentlichung der englisch-deutschen Konvention sei beschlössen; der Tag der Publikation hänge nur noch noch von der englischen Regierung ab. Die Nachricht bedarf indessen noch sehr der Bestätigung. * * * London, 22. Dezember. Der „Times" wird die Räumung Baalkops am 16. ds. Mts. bestätigt. Der genannte Ort sei sodann von den Buren besetzt worden, welche die Briten wieder mit Granatfeuer zum Rückzug zwangen. — Wie der „Morning Post" vom Modderriver berichtet wird, haben die Buren bei Magerfontein größere Verluste erlitten, als man anfänglich annahm. Lord Methuen stattete dem General Cronje für die humane Behandlung der englischen Verwundeten seinen Dank ab. — Der „Daily News" zufolge ist im Oranjefreistaat eine. Hungersnot infolge Getreidemangels ausgebrochen. — Wie die „Castern Telegraph Company" erklärt, ist das östliche Südafrikakabel noch unterbrochen, und auf dem westlichen Kabel findet ein Verzug für Privatdepeschen wegen starken Andranges offizieller Depeschen statt. Man glaubt daher, daß sich in Südafrika wichtige Vorgänge abspielen, welche die Negierung zu verschweigen für nötig hält. — Nach einer Meldung der „Morning Post" aus Modderriver vom 16. ds. Mts. beschwerte sich der Kommandant Deutoit, ein bedeutender Führer der Buren, daß die Briten Munition und Geschütze in Ambulanzen zur Front brachten. Die Buren sind hiervon um so mehr überzeugt, als die Engländer während des Waffenstillstands ihr Marinegeschütz gegen erstere in Thätigkeit setzten. — Wie aus Paris gemeldet wird, veranstalten die Nationalisten heute Abend im Tivolt-Vauxhall eine Volksversammlung, die den Buren die Sympathieen der französischen Republik ausdrücken soll. Da auch die Sozialisten an der Volksversammlung teilzunehmen beabsichtigen, befürchtet man Ruhestörungen. Wien, 22. Dezember. Nach einer Pariser Meldung der „Pol. Korr." dementieren dortige diplomatische Kreise entschieden alle Vermittelungsgerüchte, betreffend England und Transvaal. Bei dem festen Entschlüsse Englands, alles aufzubieten, um Sieger zu bleiben, werde keine Macht den vergeblichen Versuch einer Vermittelung wagen. Lokales und Provinzielles. Gießen, 23. Dezember 1899. ** GefchtchtSkalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 130 Jabren, am 26. Dezember 1769, err lickte zu Schoritz auf der Intel Rügen Ernst Moritz Arndt das Licht der Welt. Früh erfüllte ihn deutlcher Vaterlandssinn, welchen er der von Frankreich geknebelten Nation etnzuhauchen bestrebt war. Seine Statue in Bonn hat als Inschrift sein Mahnwort: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte'" — Vor 318 Jahren, am 27. Dezember 1571, wurde zu Weil in Württemberg der weltberühmte Astronom und Entdecker der Bewegung der Planeten um die Sonne, Johannes Kepler, geboren. Er wirkte trotz großer, bis an sein Lebensende dauernder Armut mit eisernem Fleiß und wunderbarem Forschergeist im Dienste der Wissenschaft, und legte mit seinen drei berühmten Gesetzen den Grund zur neueren Astronomie. *• Weihnächte»! Das deutsche Weihnachtsgemüt entfaltet am Weihnachtsfeste seine innigsten Seiten und offen bart seine tiefsten Schätze. Weihnachten ist nicht bloß ein Kirchen- und ein Volksfest, es ist ein Familienfest geworden. Das macht den Klang des Namens „Deutsche Weihnachten" den Herzen so lieb. Die Freude am trauten Heim, das von dem strahlenden Lichterbaum erhellt und vom Jubel der Kinder belebt ist, paart sich mit dem Eifer, den Heimatlosen das Haus aufzuthun, die Familienlosen um den Familientisch zu sammeln, und in das Leben der Einsamen einen Hellen Strahl der Freude dringen zu lassen. Der Lust, die eigenen Lieben mit Gaben der Liebe zu erfreuen und sich von ihnen mit heimlich bereiteten Geschenken überraschen zu laffen, gesellt sich der Trieb, den Bedürftigen zu bescheren und die Notleidenden zu erquicken. Aber all diese Geschäftigkeit menschlicher LiebeSerweisung wurzelt in der Feier der wunderbarsten göttlichen Liebesthat; und ihre schönste Weihe empfängt doch die häusliche Weihnachtsfeier nur dann, wenn sich die Hausgenossen zuerst mit der ganzen Gemeinde im GotteShause zusammengefunden und gemeinsam des himmlischen Geschenkes sich gefreut haben, das uns der treue Gott in seinem Sohne beschert hat. Das ist unser Wunsch für all unsere Leser, daß ihnen das Christfest das Herz erfüllen möge mit dem Frieden und der Freude, die das göttliche Kind von Bethlehem auf Erden gebracht hat. Wo dies Kind eingekehrt ist, da hat es die Seele froh, das Leben reich, die Mühsal leicht und die Hoffnung stark gemacht. Es wolle auch bei uns und unserem Volke wohnen! • • ♦ ** Stadttheater. Auf das heute abend stattfindende Gastspiel „La Roulotte" sei hiermit nochmals aufmerksam gemacht. — Neber die Feiertage bleibt das Theater geschlossen und findet die nächste Vorstellung am Mittwoch dem 27. d. M. statt. Zur Darstellung kommt an diesem Tage das humorvolle Moser'sche Lustspiel: „Der Hypochonder" mit Direktor Helm in der Titelrolle. Das Stück, welches allüberall den größten Heiterkeitserfolg erzielte, wird auch hier seine Wirkung nicht verfehlen, und hoffentlich ein volles Haus bringen. ** Zur Finanzlage Hessens. Den in der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer gemachten Mitteilungen des Herrn Finanzministers Küchler über die Finanzlage entnehmen wir nach der „D. Z." noch folgendes: Es sei ins Auge zu fassen, daß am 1. April 1900 verfassungsgemäß ein neues und auf 3 Jahre bemessenes Budget von der Kammer verabschiedet werden müsse. Wie äus der Thronrede zu entnehmen sei, habe sich aber die Regierung entschlossen, zu einjährigen Budgetperioden überzugehen und schon am 1. April nächsten Jahres ein einjähriges Budget zu unterbreiten, so daß eine verfaffungs- und gesetzmäßige Unterlage für einjährige Budgets bis dahin geschaffen sein sollte. Er wolle hervorheben, daß er seine Zustimmung zu der Neuerung freudig gegeben habe (Bravo!) in der sicheren Ueberzeugung, daß nicht nur im Interesse einer geordneten Finanzwirtschaft, sondern auch der inneren Verwaltug einjährige Budgets als sicherste Unterlage geschaffen werden müßten. Der verfassungsmäßige Zustand sei derartig, daß ein einjähriges Budget, bevor die entsprechende Verfassungsänderung stattgefunden habe, eigentlich nicht beraten werden könne; deshalb habe er zu dem Aushilfsmittel greifen müssen, zunächst das laufende Finanzgesetz auf das kommende Finanzjahr zu übertragen; dies sei schon durch die technischen Schwierigkeiten geboten, die sich einer Durchführung der Neuerung bis zum 1. April 1900 entgegenstellten. Zu seinem Bedauern sei er daher nicht in der Lage, ein ordnungsgemäßes Budget heute vorzulegen; indem er aber ein Gesetz über die Verlängerung des laufenden Finanzgesetzes vorlege, halte er sich verpflichtet, eine Ueber- sicht über die Finanzlage soweit als möglich zu geben. Er verweise hierbei auf die den Abgeordneten ausgehändigte Drucksache, die Anhaltspunkte gewähre und die mündliche Wiedergabe eines allzu weitschichtigen Zahlenmaterials erspare. Was die Ueberschüsse vorderer Perioden anlange, so sei bei Abschluß des Budgets 1897/1900 der. Ueberschuß vorderer Perioden als auf den Betrag von 2377 000 Mk. gesunken angenommen worden; Neuausgaben, die auf den Ueberschuß angewiesen waren, hätten ihn auf 1600000 Mk. gesunken erscheinen lassen. In Wirklichkeit sei das Ergebnis ein ganz anderes. Er wolle darauf Bezug nehmen, daß die dreijährigen Perioden es außerordentlich erschwerten, eine wirkliche Uebersicht über den Abschluß zu geben. Auch die im Anschluß an die dreijährigen Budgetperioden unausbleiblichen Kreditübertragungen hülfen hierzu mit; der Rechnungsabschluß der Ueberschüsse vorderer Perioden sei recht günstig zu nennen; er ergebe zwar das erstaunliche .Resultat von 8844000 Mark, allein hiervon gingen von vornherein 3*/2 Millionen ab, die lediglich infolge einer Rechnungsmanipulation zum Ansatz gekommen seien (Aktienzinsen der Hessischen Lndwigsbahn). Der Ueberschuß der laufenden Budgetperiode ergebe in Wirklichkeit 2,650,000 Mk. (Betriebsergebnisse 6,145,000 Mk., abzüglich der 31/* Millionen, die nur eine Form der Umbuchung sind), hier li^ge nahe, auf die Leistungsfähigkeit unserer gesteigerten wirtschaftlichen Kräfte hinzuweisen. Von diesen erfreulichen Ueberschüssen komme er auf das künftige Budget, das leider ein durchaus anderes Bild gewähre. Man habe im künftigen Budget sehr wesentliche Mehreinnahmen, darunter rund 1 Million an direkten Steuern. Einer Gesamtsumme von 2,600,000 Mk. stünden aber mehr Ausgaben gegenüber, ohne daß eine Neubewilligung des Landtages bis jetzt überhaupt in Betracht komme. In Wirklichkeit betrage der Ueberschuß etwa 200,000 Mk.; dieser werde aber nach dem Stande des Reichsbudgets allein schon durch gesteigerte Matrikular- beiträge abgenommen und zweifellos noch von einer großen Zahl Ausgabe-Rubriken unsicheren Inhalts in Anspruch genommen werden. Die gesteigerten Pensionen allein würden weit mehr als diesen Betrag ausmackeu. Nuu habe ma seither in jedem Budget rund 1,700,000 Mk. mehr in den laufenden Betriebsausgaben ausgegeben; daß man im kommenden Jahre mit etwa P/i Millionen sich behelfen könne, laffe sich nicht annehmen; die Summe sei um deswillen sehr knapp gegriffen, weil die Volksschulen allein 800,000 Mark in Anspruch nehmen würden. Selbstverständlich stünden Mittel für das künftige Budgetjahr zur Verfügung, insofern vom 1. Januar 1900 ab faktisch eine neue Anzahl Steuern fließe; dabei müffe er aber betonen, daß diese neuen Steuern eigentlich ein absolutes noli me tangere seien, denn die Steuerreform habe mit diesen Steuereinnahmen gerechnet. Diese Einnahmen seien Staatslotterie, Hundesteuer (diese werde angesichts der Steuererhöhung der Gemeinden wohl zwischen den Fingern zerfließen), Erbschaftssteuer und Stempelsteuer. Daß die letztere einen Durchschnittsertrag liefere, darauf könne man in einem kleinen Lande nicht rechnen. Ziehe er noch in Betracht, daß man dauernd und regelmäßig für die Beschaffung von Betriebsmaterial der Eisenbahnen sorgen müsse, daß die Ausgaben hierfür sich seither zwischen 800000 Mk. und 1 Million bewegt hätten, so käme man glücklich auf eine Steuersteigerung von 28 Prozent. Er glaube nicht, daß es soweit kommen werde, und zwar aus verschiedenen Gründen: Einmal werde man noch einige Mehreinnahmen in Reserve haben, so aus der StaatS- lotterie. Nicht leicht sei ihm der Entschluß geworden, den Betrieb auf den Staat zu übernehmen, denn die Verantwortlichkeit für die Art des Betriebes habe ihm zur Last fallen müssen; bei Vergebung an Private wäre eine Summe von 500000 Mk. sicher gewesen; glücklicherweise sei ein Risiko nicht mehr vorhanden und er könne auf ein Mehrerträgnis von 100000, vielleicht auch 200000 Mk. rechnen. Auch die Erbschafts- und Stempelsteuer würden wohl ein Mehrerträgnis über die geschätzte Anschlagssumme ergeben. Aber wichtiger als die Mehrerträgnisse, denen doch auch wieder die Möglichkeit gegenüberstehe, daß die Vermögenssteuer unter der Veranschlagung zurückbleibe, erscheine ihm, daß man in den Ausgaben „die Hauptbrocken geschluckt" haben werde. Er müsse sich doch sagen, daß ein Zustand, der von Jahr zu Jahr Ausgabensteigerung bringe, kein dauernder sein könne, denn er würde sonst eine Katastrophe herbeiführen müssen. Jetzt komme freilich noch einmal ein schwerer Brocken für die Volksschulen von 800 000 Mk., daneben sonstige regelmäßige, mit der fortschreitenden Entwickelung des Staatslebens verbundene Ausgaben, dann aber könne es bei ernstem Willen, sorgsamer Pflege der Finanzen, bei dem Festhalten an dem Grundsatz, daß eine Improvisation der Staatsausgaben ausgeschlossen sein müffe, nicht ausbleiben, daß ein Zustand eintrete, der einen gewissen Grad von Stabilität gewährleiste. Er hoffe, daß man auch ohne allzustarke Belastung der Steuerzahler herumkomme. Er male nicht zu schwarz, wie man von ihm geglaubt habe, er wolle auch nicht rosig malen; die Sache liege so, daß man bei Fortführung der Verhältnisse wie bisher auch nur um ein Jahr um nahezu ein Drittel Steuer- Erhöhung nicht herumkommen würde. Das sei ernst genug und könne demgegenüber kein Zweifel herrschen, daß allergrößte Sorgsamkeit und Sparsamkeit für die nächste Zukunft cintreten müsse, aber nicht eine kurzsichtige Sparsamkeit; für die wirtschaftlichen Bedürfnisse müsse man immer etwas übrig haben, ebenso da, wo der Staat Aufgaben lösen müffe, denen er sich nicht entziehen dürfe. Aber zwischen diesem und einer sorgsamen Pflege der Finanzen bestehe kein Gegensatz. Wenn man in dieser Beziehung einen Blick in die Zukunft werfen könne, der doch immerhin nicht zu schwarz ausfalle, der jedenfalls Sicherheit dafür gewähre, daß die Finanzen auf das feste Fundament der wirtschaftlichen Kräfte aufgebaut seien, so dürfte er wohl über die Schuldenlast flüchtig hinweggehen. Sie habe sich seit Frühjahr v. I. nicht wesentlich verändert. Er sei der Ueberzeugung, daß die Abgeordneten mit ihm zur Ansicht gelangt seien, daß die Ueberschüsse früherer Perioden nicht als besondere Zeichen blühender Finanzen zu betrachten seien. Blühende Finanzen seien die, die dauernde Ausgaben mit dauernden Einnahmen in glückliches Gleichgewicht brächten. (Sehr richtig!) Vorübergehende Erscheinungen seien hier vollständig gleichgültig. Wenn man sich zur Pflege der Finanzen in der angegebenen Richtung zusammenfinden wolle, so sei er der zuversichtlichen Ueberzeugung, daß man für die Zukunft dauernd glückliche Finanzen haben werde. Darmstadt, 21. Dezember. Der Abschluß der elektrischen Straßenbahn vom 24. November 1897 bis Ende März 1899 war: Betriebs Einnahmen M. 261036, Betriebs - Ausgaben M. 221346, Betriebs - Ueberschuß M. 39690, die gesetzlich vorgeschriebenen Abschreibungen betragen M. 52072; es ist ein Zuschuß aus städtischen Mitteln von M. 17 386 erforderlich. Die Verhandlungen mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft über die gemeinsame Ausgestaltung des Bahnnetzes der elektrischen Bahn sind bisher erfolglos geblieben. Ein selbständiges Vorgehen ohne die Stadt ist, wie der Oberbürgermeister in der Stadtverordnetensitzung erklärte, vorläufig nicht möglich, da der Finanzminister einstweilen seine Zustimmung zur Umwandlung des Dampfbetriebs auf der Strecke Arheiligen-Eberstadt versagt habe. Der Finanz minister suche zu vermitteln. Worms, 22. Dezember. Dem Reichstagsabgeordneten Freiherrn Heyl zu Herrnsheim wurde heute von den Stadtverordneten wegen seiner großen Verdienste um die Stadt und seines unentwegt betätigten hervorragenden Gemeinsinnes das Ehrenbürgerrecht der Stadt Worms einstimmig verliehen. ________________________ Uermischtrs. * Ems, 22. Dezember. Ein Steuerkuriosum ist von hier zu berichten. Ein Jäger, der in einer auswärtigen beute " M-' $ gelöst «»"* qebecft no ; 9 * ßtrlm, ÄÖ ynrichUg. ne et WM'., töt» ffitta w laben I-mtd» bebeutenben W?1 arbeitet de« 2oW leiteten b-Wßt» lung den -Ugmein beginnen fol, f™ bereinigt werben. * Kime, 261 Bora unH ^frMnc litte SchW-Un werden vermißt. * Brüssel, 23. ymtinbe Prolin Flusses ein, wc wurden 33 Leichen ' Rom, 23. löste sich eine meter los und Häuser unter sich Meer und zerttüm reiche Menschen wurden in den Ho piert im Freien ti * Livorno, 22 eingetroffene Darnp »erMdjtigen Erfcheii -en unter Quorai M - tzhrlstlan I ktiet bei Kealgyr vberstudienrat und R< Zuerst wie s,m Stube tallft, für die tijeologi; ausgebildet, widmete durchlief noch das Stu treten, verfocht er bald Spmafim bei aller s Sezengewicht durch M werden. So l Men Betet n wurde N tn Stuttgart jui vom Z K- i? W.) Tafel ? K. (4 Pfd.) 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Es erregt allgemeines Befremden, daß die Abreise am Tage vor der Abfahrt des Höchstkommandierenden Roberts nach Süd» afrika erfolgt. Loudon, 23. Dezember. Der Herzog von Westminster ist in der vergangenen Nacht gestorben. Er war einer der reichsten Grundbesitzer Englands. Washington, 23. Dezember. Unter den hier lebenden Iren und Deutschen bekundet sich viel Teilnahme für die Buren. In Chicago und anderen westlichen Städten wird öffentlich für Expeditionen angeworben. Der Präsident kündigte gestern an, daß die Neutralität streng beobachtet werden wurde. Mitglieder von irgendwelchen Expeditionen, welche nach Transvaal bestimmt sind, würden verhaftet werden. k .L k k. O&5 0*0 0®O 0*0 0 . 44 . 44 . 44 . 66 . 69 Vow Kriegsschauplatz. London, 23. Dezember. Der aus der Gefangenschaft der Buren entkommene Korrespondent der „Morning Post" traf wohlbehalten in der Delagoabai ein. London, 23. Dezember. Aus Kapstadt wird gemeldet: Nachrichten aus Modder River zufolge geht im englischen Lager das Gerücht, es seien überall unter den englischen Truppen Spione vorhanden. So erzählt man sich, daß vor dem Angriff bei Magerfontein englischen Offizieren berichtet wurde, die Stellung des Feindes würde von nicht mehr als 400 Buren verteidigt, während in Wirklichkeit die Stärke der Buren 4000 Mann betrug. London, 23. Dezember. „Daily Mail" meldet aus Ottawa: Die kanadische Regierung hat die Anfrage der englischen Regierung bezüglich der Absendung einer Truppen-Abteilung von 5000 Mann nach Südafrika günstig ausgenommen. Die Freiwilligen für den südafrikanischen Krieg melden sich täglich in großer Anzahl. London, 23. Dezember. „Daily Mail" berichtet aus Paris, die Buren-Regicrung habe bei den Creuzot Werken angefragt, ob sie weitere Munition bekommen könnte. Die Leiter der Werke haben sich geweigert, diesem Ansuchen nachzukommen. London, 23. Dezember. Das Kriegsamt veranschlagt die bis heute erlittenen Verluste der Engländer auf 6357 Mann. London, 23. Dezember. Die Morgenblätter berichten aus Chicago, daß die dortige amerikanische Liga 5000 Dollars zur Unterstützung der Familien der verwundeten Engländer gesammelt habe. London, 23. Dezember. Aus Sterkesstrom wird berichtet, daß die englische Abteilung von Stormberg eine weiße Flagge gehißt hätte und sich den Buren ergab. Die übrigen englischen Abteilungen wurden nacheinander gefangen genommen, nachdem sie die Geschütze zerlegt und die Geschützrohre versteckt hatten. Die Buren machten jedoch Nachforschungen und fanden die Rohre wieder. Die Buren haben seither bedeutende Verstärkungen erhalten und die Gehöfte der England treu gebliebenen Buren besetzt und das Getreide abgemäht und mit sich genommen. Mueste Me-Lungeu. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 23. Dezember. Die neue Marine-Vorlage wird, wie der „Lokal-Anzeiger" von zuverlässigster Seite erfährt, vor Februar dem Reichstage nicht zugehen können, da die finanziellen Feststellungen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Berlin, 23. Dezember. Die die Bestätigung des Bürgermeisters Kirschner zum Oberbürgermeister von Berlin betreffende Ankündigung ist dem Kaiser auf seinen Wunsch nochmals vorgelegt worden. In das Civilkabinett ist dieselbe bisher nicht zurückgelangt, wie der „Lokal-Anzeiger" meldet. Budapest, 23. Dezember. Aus Grund eines Beschlusses des Ministerrats hat der Unterrichtsminister den obligatorischen Unterricht in der ungarischen Sprache in den Fiumaner Volksschulen angeordnet. London, 23. Dezember. Chamberlain reiste gestern Verdingung von Drainage« und VerschleisungSarbeiten. Die bei der Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen im 1. Felde zunächst zur Ausführung kommenden Meliorationsarbeiten rc. und zwar veranschlagt zu Der Brodverkäufer. Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern Gießen, den 23. Dezember 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. VW r ' V ’ sollen Freitag den 29. nachmittags 2 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Daubringen durch öffentliches Jagd einen Hirsch erlegt hat, brachte sich eine Keule tm Gewicht von 31 Pfund mit und hatte dafür an städtlscher Verbrauchssteuer 3 10 Mk. (20 Pfg. für jedes Kilo) zu zahlen. Hätte er den ganzen Hirsch hier eingebracht, so würde man ihm nach den bestehenden Steuersätzen nur 2,50 Mk. abverlangt haben. * Heidelberg, 22. Dezember. Bankier Cuntz wurde heute gegen 20000 Mark Kaution aus der Haft ent- lasseu. * Hanan, 23. Dezember. Gestern abend brach hier- selbst in einem Hause Feuer aus, wobei zwei Kinder erstickten. • Berlin, 22. Dezember. Bei dem heute früh gegen 2 Uhr in einem Eckzimmer der zweiten Etage des Geschäftshauses der Firma Hermann Gerson am Werderschen Markt ausgebrochenen Brande ist durch das sofortige Einschreiten der Feuerwehr die Ausbreitung des Feuers auf den nächsten Nebenraum beschränkt worden, sodaß dasselbe in kurzer Zeit gelöscht wurde. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt. * Berlin, 22. Dezember. Der zweite Vorsitzende des deutschen Arbeitgeberbundes bezeichnet die Blättermeldung von einer bevorstehenden Sperre im Baugewerbe als unrichtig. St. Etienne, 23. Dezember. Die Zahl der ausstandi- schen Weber beträgt bis heute 10 000. Alle Arbeit er haben somit die Arbeit niedergelegt. Außer diesem bedeutenden Ausstande wird der Ausstand der Grubenarbeiter des Loire-Departements in Aussicht gestellt. Die letzteren beschlossen in einer gestern abgehaltenen Versammlung den allgemeinen Ausstand, welcher nächsten Montag beginnen soll, falls die geforderten Lohnerhöhungen nicht bewilligt werden. * Fiume, 23. Dezember. Infolge einer fürchterlichen Bora und hier noch nie beobachteter strenger Kälte sind siele Schiffs-Unfälle zu verzeichnen. Mehrere Dampfer werden vermißt. * Brüssel, 23. Dezember. In der französischen Grenzgemeinde Prolinghien brach die Eisdecke des Flusses ein, wobei viele Kinder versanken. Bis jetzt wurden 33 Leichen geborgen. * Rom, 23. Dezember. In Amalfi bei Palermo löste sich eine Felsmasse von 30000 Kubikmeter los und begrub zwei Hotels und mehrere Häuser unter sich. Ein Teil der Felsmasse rollte ins Meer und zertrümmerte eine Anzahl Fischerbarken. Zahlreiche Menschen scheinen umgekommen zu sein. Viele wurden in den Häusern verschüttet. Die Bevölkerung kampiert im Freien trotz der schweren Kälte. * Livorno, 22. Dezember. Der hier aus Alexandria eingetroffene Dampfer „Umberto" mußte wegen einer von verdächtigen Erscheinungen begleiteten Krankheit eines Reisenden unter Quarantäne gestellt werden. 04579) Pariere, 4-Zimmerwohnung sowie Mansarde 2 Zimmer mit Küche und Zubeh. zu vermieten. Frankfurterstr. 71. Näb Ederstrake b. Theodor Schmidt. Kirche und Schule. — Christian Heinrich DiUmann, der Schöpfer und Vertreter des Realgymnasiums, ist kurz vor seinem 70. Jahre als Oberstitdienrat und Rektor des Stuttgarter Realgymnasiums gestorben. Zuerst wie ft in Bruder, der verstorbene Berliner Theologe und Orien- dalist, für die theologische Laufbahn bestimmt und im Tübinger Stift ausgebildet, widmete er sich später der mathematischen Disziplin und durchlief noch das Stuttgarter Polytechnikum. In den Lehrstand emge- dreten, verfocht er bald den eigenartigen Gedanken, es müsse dem modernen Gymnasium bei aller Festhaltung feines humanistischen Charakters em Gegengewicht durch Pflege der Mathematik und Naturwissenschaft gegeben «erden. So kam Dillmann auf das sogen. „Realgymnasium , dessen Vater er wurde; er durfte es auch nach vielen Kämpfen erleben, daß in Stuttgart zuerst der Versuch einer solchen Anstalt gemacht und ihr ein Prachtbau im griechischen Stil erbaut wurde. Eine Reihe Töchterarftall«« folgte dieser Gründung; immerbin erre.chte D.llmann sem Z'kl nick', daß den Abtiu.tenten des R.atgymnastumtz das Recht de« m-dtziniicken Studiums eingeräumt werde, wie denn auch aus den R »den b.i Serz'e eine scharie Opposition gegen die Vorbildung des RcUgyll'Nusiums entstand und die griechisch kla'silcken Studien sterk de.ont wurden $)e- B-.storbene, der dm patriarchalischen und wisim'ck.stlicken Pädagogen in sich verein gte, atmt, einigen popuiir-astro- omrsck- Sckrtsten und ewer angefochtener. Schrift vor ein größeres Publikum: -Die M. bema k,^ die F-ckel- trägertn einer neue«. Zit", worin er unter „Maihemattk überhaup die naturwisienschatt icke Me'h'de verband. 04572] Schön möbl. Zimmer sofort zu vermieten. Wallthorstratze 6, III. W z § Ueberall in der Welt ist Vormbaums Wollwafckpulver „Eureka" als bestes Waschmittel bekannt. Vormbaums Wollwaschpulver „GureEa* ist nur in befferen Kurz-, Weiß- und Woll- 1. Drainagearbeiten 2. Maurerarbeiten 3 Fuhrleistungen (evtl.) 4. Rainverschleifungs- arbeiten Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Dezember 16. Karl Ludwig Emil Schneider, Cigarrenfabrikant zu Gießen und Eleonore Emma Elisabeth Werner, Tochter von dem verstorbenen Bureau-Assistenten Johann Friedrich Hermann Werner zu Plauen-Dresden. Markusgemeinde. Dezember 17. Ernst Paul Scheibe, Buchdrucker zu Gießen und Emilie Elisabeth Bertha Luise Georgine Heck, Tochter von dem Schremer- meister Justus Heck zu Gießen. Dezember 21. Heinrich Weber, Korbmacher zu Gießen und Anna Margarethe Launspach, Tochter von dem Weißbinder Johannes Launs- pach zu Hattenrod. Getaufte. Matthäusgemeinde. Dezember 17. Dem Taglöhner Johann Friedrich Schmerle eine Tochter, Frieda, geb. den 27. September. Lukasgemeinde. Dezember 17. Dem Schlosser Heinrich Zinßer eine Tochter, Luise Emilie, geb. den 7. September. Militärgemeind e. Dezember 17. Dem Sergeant Friedrich Reitz eine Tochter, Anna Elise Lina Paula, geb. den 16. November. Beerdigte. Markusgemeinde. Dezember 21. Elisabeth Weigel, Fabrikarbeiterin, 16 Jahre alt, starb den 19. Dezember. v _, Denselben Emilie Appel, geb. Simon, Ehefrau von dem Tapezier Friedrich Appel, 31 Jahre alt, starb den 20. Dezember. Johannesgemeinde. Dezember 21. Elisabeths Balser, Tochter des verstorbenen Ackers, mann Melchior Balser zu Rödgen, 68 Jahre alt, starb den 19. De- ^"^Dezember 22. Johann Schneider, Invalide, 64 Jahre alt, starb den 20. Dezember. Brodpreise vom 24. Dezember 1899 bis 7. Januar 1900. Der hiesigen Bäcker. Stöbt. Schlachthaus. ffreibaak. 8883 Heute: KMM 50 M. ustern frische holL 8868 Wkiußube zur kudwigsburg. Hotel Großherzog vou Mu. Frische eingetroffen. 8880 Bügel - Kursus. Ein neuer Kursus im Fein und Glanzbügelu beginnt Montag den 8. Januar l&OO bei Krau Hoffmann, früher Kidmann, vormals Lehrerin an der Aliceschule. Hoflieferant. 8847 . 28 Psg. 1 Kg. (2 Pfd.) 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Stempelsteuer würden ' 'Ichähle Anschlagssumme rerträgmffe, denen doch überstehe, daß die Ler- lgMüMeibr, nMe Haupthrvckeu gegluckt" agen, daß ein Zustand, si'teigerung bringe, kein de sonst eine Katastrophe freilich noch einmal tm ulen von 800000 Mk., ier fortschreitenden Ent- ndene Ausgaben, dann sorgsamer Pflege der em Grundsatz, daß eine ausgeschlossen sein müsse, eintrete, der einen gereifte. Er hoffe, daß der Steuerzahler herum- teie man von iljm gt' M die Sacht ,g dn DnMMe mit mhezu ein Drittel Steuer- de. Das sei ernst genug ifel herrschen, daß aller- it für die nächste Zukunft kurzftchtige Sparsamkeit; müsse man immer etwa- at Aufgaben lösen müsse, Aber zwischen diesem anzen bestehe kein Gegen- mnq einen M °!t nmerhin nicht zu m iibtr di- sch ftit M ;i ber «-i-lld U nfiibt gelangt seien, daß nicht als besondere Zeichen rssg i SÄ* * 24,J5.261036, 16, Ich-"!"'," ’ Ä Steffi «"9 s «ffrä10 n Mir W Stabt tß, ® jfjift °s- 8,l’ 1 Ag. (2 Pfd.) Tafelbrod . 2 Kg. (4 P d.) 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