8224 Kgl. Hoheiten des nbet Tawstag den gemeinschaftliches Fest m Vereine im Hotel ereine werden um zahl, n find auzulegen. ■einigten Manb: hueider. trag, ftowttutt uQt Xogo ►ammlung von DmonGn lldeild 8V4 Ur. Mg ren Preise! Spielwaren Illi .. Freitag den 24 November L8NS Nr. 277 Zweites Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger Zzezngsprcis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg monatlich 75 PsA. mit Bringerlahn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pi§ vierteljährlich. Annahme »an Anzeigen zu der nachmittags für den lelgtnbm Laß rricheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen.BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gichener Anzeiger entgegn, Grlchetnl lägtich mit Ausnahme deS MontagS Die Gießener Aaraklienö ktltc r werden dem Anzeiger wöchentlich viermal brißelegt. Amts- und Zlnzeigeblntt fuv den ICrete Giefzen. «rdaktion. Lfpedition und Druckerei: Achnkstraße Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. KsdÄrs und KrsmnMÜe». Gießen, den 23. November 1899. ** GeschichtStalender. (Nachdruck verboten.) Vor 98 Jahren, am 24, November 1801, wurde zu Weimar der beliebte Märchenerzähler Ludwig Bechstein ceboren, der bereits 1823 mit noch ganz im Geiste eines Musäus gehaltenen „Thüringischen Volksmärchen" an die Oeffentlichkeit trat, und durch s>in „Deutsches Märchenbuch" noch heute, namentlich bei der Jugend, in hoher Gunst stebt, gleich den Gebrüdern Grimm. B. starb am 14. Mai 1860 in Meiningen. ** liebt die Augen der Kinder! Diese Forderung stellte jüngst in einem Vortrage Hauptmann Ziegler-Friedrichs- hagen^Berlin auf und machte folgende Vorschläge für Augengymnastik, die auch für unseren Leserkreis von hohem Interesse sein dürften. Auf jedem Schulhofe sollte die Entfernung von 25, bezw. 50 Meter abgesteckt sein, damit dem Schüler Gelegenheit gegeben sei, das Verhältnis seines Schrittes zum Metermaße festzustellen. Denn jedes Kind sollte sich darüber klar sein, wie viele Schritte es nötig hat, um die Entfernung von 100 Metern zurückzulegen. Auf jedem Turnplätze oder in dessen Nähe lassen sich größere oder kleinere Entfernungen feststellen, die den Kindern öfters bekannt gegeben werden könnten. Diese Entfernungen prägen sich dem Gedächtnis für immer ein. Bei Spaziergängen ins Freie ist folgendes zu beachten; a) Orientierung im Gelände. Besprechung der Merkmale, sich nach den Himmelsrichtungen zu orientieren, wenn die Sonne nicht scheint. (Moos an alten Bäumen und Steinen an der Nordseite.) Angabe der Wege und Wälder und Ortschaften im Gesichtskreise. Bezeichnung deutlich sichtbarer Punkte, b) Hinweis auf nicht sehr ins Auge fallende Gegenstände, wie Wetterfahnen, kleine Schornsteine rc.; daß letztere von den Schülern erkannt werden, davon hat sich der Lehrer zu vergewissern, c) Besprechung des Einflusses der Beleuchtung und des Geländes auf das Schätzen der Entfernung. Erfahrungsgemäß wird zu kurz geschätzt bei reiner, kalter Luft, bei hellem Hintergrund, wenn die Sonne im Rücken steht, über einförmige Flächen (Schnee, Wasser), über Thäler und Schluchten, beim Schätzen von unten nach oben. Dagegen wird erfahrungsgemäß zu weit geschätzt bei trüber, nebeliger Luft, bei dunklem Hintergrund, gegen die Sonne gewendet, in engen Thälern, Alleen, wenn Luft infolge Hitze flimmert, beim Schätzen von oben nach unten, d) Am Schlüsse eines jeden Spazierganges sind mehrere Entfernungen zu schätzen und womöglich von den Kindern abzuschreiten. Derartiges Hebungen kommen den Knaben in vielfacher Hinsicht zu statten und interessieren die Jugend. • * « • • Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 22. November den Oberst Conzen, Kommandeur des 1. Großh. Feld-Artillerie Regiments Nr. 25 (Großh. Artilleriekorps), Den Oberleutnant v. Sanden vom 1. Großh. Infanterie (Leibgarde-)Negiment Nr. 115, den Geheimen Justizrat im General-Auditoriat Anschütz, den Direktor der Gewerbe u. Handwerkerschule Dr. Meisel, den Regierungsrat Dr. Steeg von Mainz, den Gerichtsschreiber i. P. Jaeger von Langen; zum Vortrag den Staatsminister Rothe, den Justizminister Dr. Dittmar, den Kabinettsrat Römheld. «* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 11. Oktober dem Bürgermeister Peter Wirth in Bechtolsheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjähige treue Dienste" am Bande des Philipps Oroens zu verleihen. • * Notariate. Seine Königliche Hoheit der Groß- h erzog haben Allergnädigst geruht, am 22. November den Rechtsanwalt Adam Wolff in Groß Umstadt zum Notar mit dem Amtssitze in Groß Umstadt, den Rechts- anwalt Friedrich Scriba in Groß-Umstadt zum Notar mit dem Amtssitze in Groß-Gerau, den Rechtsanwalt Georg Balzer in Lorsch zum Notar mit dem Amtssitze in Lorsch, die Rechtsanwälte Justizrat Hermann Jöckel in Friedberg, Karl Davidsohn in Ortenberg, Dr. Emil Stern in Alsfeld. Ernst Metz in Nidda, Theodor Beil stein in Grünberg zu Notaren mit dem Amtssitze je an den genannten Orten, sämtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1900, zu ernennen. • » Militärdienst-Nachrichten. Schoch, Vizewachtmeister im Landwehrbezirk Aschersleben, zum Leutnant der Res. des 1. Großh. Hess. Dragoner-Regiments (Garde-Drag.- Regts.) Nr. 23, Kayser, Vizefeldw. im Landwehrbezirk Barmen, zum Leutnant d. Res. des 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-)Regts. Nr. 115, Rapp, Vizewachtmeister im Landwehrbezirk Köln, zum Leutnant d. Res. des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Leib-Drog. Regis.) Nr. 24 befördert. Schulze, Lt. der Feldartillene 1. Aufgebots des Landw.- Bezirks Mainz, zum Oberleutnant, Probst, Vizewachtm. in demselben Landwehrbeziek, Reinhart, Vizewachtm. im Landwehrbezirk Worms, zu Leutnants der Reserve des 2. Bad. Drag.-Regts. Nr. 21, Maurer, Lt. der Inf. 1. Aufg. des Landw.-Bezirks I Darmstadt, zum Oberleutnant, Schwinn, Becker, Vizefeldwebel in demselben Landw. Bezirk, zu Leutnants der Res. des 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regts. Nr. 115, Brill, Vizewachtm. in demselben Landwehr-Bezirk, zum Leutnant der Res. des 2. Großh. Hess. Feldartillerie-Regiments Nr. 61 befördert. Bömper, Lt. b. Inf. 1. Aufg. des Landw. Bezirks Mainz, der Abschied bewilligt. •* Geflügel- und Vogelzucht-Ausstellung. Die vom hiesigen Verein im Januar nächsten Jahres auf dem „Windhof" geplante Ausstellung wird eine besondere Wichtigkeit für die Hebung der Geflügelzucht in hiesiger Gegend haben. Bei früherem Anlaß berichteten wir bereits über die seitens des geschätzten Vereins hier errichtete Zuchtstation für rassereines Geflügel, welche von Fachkundigen von nah und fern besucht worden ist und ungeteilte Anerkennung gefunden hat. Die Station hat schon in diesem Jahr nahezu 2000 Eier von rebhuhnfarbigen Italiener- und schwarzen Minorka-Hühnern zu Brutzwecken abgegeben. Es ergiebt sich hieraus, daß von diesen Rassen eine bereits bemerkenswerte Nachzucht vorhanden sein muß. Diese Nachzucht soll — ohne die sonstigen Ausstellungsobjekte zu vernachlässigen — auf der nächsten Ausstellung besondere Berücksichtigung finden und den Beweis von dem Einfluß der gegründeten Station liefern. Der Verein wird sich aber nicht die Mühe verdrießen lassen, weitere Zuchtstationen ins Leben zu rufen. Errichtet sind solche bereits in Birklar für schwarze Minorka, im „Philosophenwald" und auf der Bingmühle b. Lauter für rebhuhnfarbige Italiener, in Gießen für Plymouths Rocks (Amerikanische Felsenhühner). Heber weitere sind Verhandlungen noch in der Schwebe. Interessenten im Kreise, welche Zuchtstationen übernehmen wollen, wird der Vorstand gern mit Rat und Thal unterstützen, wenn sich solche an ihn wenden. Das Gehöfte derselben muß einerseits einen möglichst freien Auslauf für das Huhn bieten, andererseits das Zulaufen fremder Hühner, sei es durch natürliche Lage oder durch vom Interessenten zu treffende Einrichtungen, ausschließen. Der höhere Verkaufspreis, der für Bruteier guter Rassen gern bewilligt wird, macht die Mühewaltung und den Kostenaufwand für die echte Einrichtung rasch bezahlt. Auch an dieser Stelle sei auf den jedermann zugänglichen Vortrag Über „die wichtigsten Grundregeln einer rationellen landwirtschaftlichen Geflügelzucht", welchen nächsten Sonntag, mittags 3V3 Hhr Herr Lehrer Knaup von Heldenbergen „im Löwen" in Gießen halten wird, nochmals hingewiesen. ** Unter dem Namen „Fortuna" wird, wie dem „D. T." geschrieben wird, im Laufe Der nächsten Tage ein „Loseverein für die Großh. Hessische Landeslotterie" in Darmfftadt gegründet werden. Zweck des Vereins ist, seinen Mitgliedern, Deren Zahl indessen eine beschränkte fein soll, durch das Band der Genossenschaft günstigere Gewinnchancen zu verschaffen. Nach Inhalt der Statuten des „Fortunavereins", Die in kurzer Zett ausgegeben werden, soll jedermann, der das 21. Lebensjahr vollendet hat, Mitglied werden können; der Beitritt erfolgt durch Einzeichnung des Namens in Mitgliederlisten; zur Erleichterung Dieser Handlung ist beabsichtigt, Listen zum Einzeichnen in großer Anzahl in offenen Verkaufsstellen niederzulegen. Als Eintrittsgeld sind dabei 20 Pf. zu entrichten, um hierdurch von vornherein eine gewisse Summe zur Bestreitung von Porto, Drucksachen und sonstigen Verwaltungskosten zu sichern. Die Mitgliedschaft des Vereins ist hierdurch erworben, ihre Fortdauer und damit die Teilnahme an dem Gewinn hängt von der jedesmaligen rechtzeitigen Zahlung eines Wochenb itrageS von 1 Mk. ab. Mitgliedskarten werden nicht ausgegeben, die Quittungen über den geleisteten Wochenbeitrag treten an ihre Stelle. Wer fernen Wochenbeitrag binnen einer weiteren Woche zu zahlen unterläßt, verliert die Mitgliedschaft und geht jedes Anspruches auf seine bisherige Einlage oder etwaigen Gewinn verlustig. Die Mitgliederzahl soll eine noch zu bestimmende Höhe nicht überschreiten. Wenn angenommen wird, daß der Verein 2000 Mitglieder umfaßt, so würden wöchentlich 2000 Mk. Beiträge oder jährlich über 100,000 Mk. zu- sammengebracht; diese erkleckliche Summe kann zum größten Teil für den Ankauf von Losen verwandt werden; mit der Zahl der Lose steigern sich die Gewinnchancen eines jeden einzelnen; als Gegengewicht ist freilich zu veachten, daß viele am Gewinn partizipieren, und der auf den einzelnen entfallende Gewinn kein hoher fein kann. Sollten hinwiederum keine Gewinne bei den verschiedenen Ziehungen in den Verein fallen, so ist der geringe Beitrag, durch den auch weniger Bemittelten das Mitspielen ermöglicht ist, leicht zu verschmerzen. Wie aus vorstehendem ersichtlich, ist das ganze Unternehmen einfach und praktisch ausgedacht; dafür, daß es auch auf sicherer und zuverlässiger Grundlage beruht, wird der Name eines größeren Darmstädter Bankhauses bürgen, das an der Spitze steht. Dem Vernehmen nach soll einerseits die Teilnahme am Verein auch Angehörigen der Bundesstaaten offenstehen, die nach Lage ihrer Landesgesetzgebung in auswärtigen Lotterien spielen dürfen, andererseits ist auch bereits in Aussicht genommen, an anderen Punkten des Großherzogtums gleiche „Fortunavereine" ins Leben zu rufen. *♦ Annoncen in verschiedenen hessischen Zeitungen haben vielfach den Glauben erweckt, es seien einzelne Personen, die derartige Annoncen erlassen haben, bereits zu Kollekteuren der Großh. Landeslotterie ernannt oder denselben wenigstens bestimmte Zusagen gemacht worden. Wie die „N. H. V." aus sicherer Quelle erfahren, ist dies indessen nicht der Fall, auch ist bei der großen Zahl der der Lotterieverwaltung noch zur Entscheidung obliegenden Vorfragen nicht zu erwarten, daß derartige Entschließungen vor Ablauf dieses Monats erfolgen werden. Auch die Ausgabe der Lose wird nicht vor dew 15. kommenden Monats erfolgen können. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schriftsetzer Fritz Erny aus Sachsenhausen, Schuhmacher Ludwig Weißing aus Offenbach, Zimmermann Georg Köhler aus Darmstadt und Martin Chowanitz aus Albistritz, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Schirmmacher Franz Esch weil er aus Köln wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Gießen; Maurergeselle Johannes Euler aus Eppertshausen wegen Körperverletzung von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Taglöhner Matthias Fritz aus Ilvesheim wegen Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Kellner Otto Johann Gräf aus Hanau, Fabrikarbeiter Karl Pfaff aus Offenbach und Schleifer Mathias Weber aus Ober- Roden, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Bahnarbeiter Louis Gremony aus Masura (Italien) wegen Hnterschlagung von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Nikolaus Gutmann aus Maiersbach wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Fürth i. O.; Schreiner Johannes Heiser aus Kriegsheim wegen Sitt- lichkeitsverbrechens und Kommis Moritz Hermann Hoffmann aus Gonsenheim wegen Betrugs, beide von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Handelsmann Karl Kaiser aus Liebenscheid wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg; Küfergeselle Johann Mörtel aus Henfenfeld wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Bingen; Former Heinrich Scheu ring aus Kloppenheim wegen Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Bäcker Gottlob Kirchner aus Linsenhofcn wegen schweren Diebstahls vom Großh. Untersuchungsrichter I zu Mainz; Dienstknecht Heinrich Nikolaus Lippert ans Habitzheim wegen Betrugs von Großh. Staatsanwalt Darmstadt; Philipp Schneider, genannt Franzosenphilipp, aus Straßburg wegen Sachbeschädigung (derselbe nennt sich auch Johannes Fehringer und Blochschmidt) vom Großh. HntersuchungS- richter II zu Gießen; Taglöhner Karl Schulte aus Lüdenscheid wegen Bettelns vom Großh. Amtsanwalt ll zu Darmstadt; Schloffer Otto Stral en dorff aus Engen wegen Diebstahls von der Polizeiverwaltung Worms; Fabrikarbeiterin Katharina Win Hauer aus Gladenbach wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Gießen. — Großen-Buseck, 22. November. Der hier schon seit mehreren Jahren bestehende Turnverein, welcher lange Zeit seinen Winterschlaf hielt, wurde nun wieder zum neuen Leben erweckt und ist im richtigen Aufblühen begriffen. Hnlängst übernahm einer der hiesigen Dolksschullehrer, Herr Luley, der vor Jahresfrist einen Turnkursus in Darmstadt günstigen Erfolges absolvierte, das Direktorium des Vereins. Genannter Herr, welcher wöchentlich zweimal je zwei Stunden unentgeltlich Turnübungen mit den Zöglingen vornimmt, dirigiert in größter Energie, mit emsigem Fleiße und voller Ausdauer. In den letzten Stunden beobachtete man gegen 30 Turner, die während der kurzen Zeit mit schon ganz guten Hebungen im pünktlichen Kommando repräsentierte«. Der Verein zählt gegenwärtig nahezu 90 Mitglieder und wächst täglich besser. Die hiesige politische Gemeinde bewilligte ihm einen jährlichen Beitrag von 30 Mk., und auch seitens verschiedener Private wurden nahmhafte Zuschüsse gezeichnet. Möge er sich deshalb für alles Schöne und Gute weiter entfalten und besonders zur kräftigen Gesundung seiner Zöglinge recht viel beitragen. Gut Heil! Wetterfeld, 21. November. Unter donnerähnllchem Begleitgeräusch scheint hier heute vormittags 111/4 Uhr ein Meteor, vielleicht ein Nachzügler vom ausgebliebenen Leonidenschwarm, niedergegangen zu sein. Ein Beobachter behauptet, fast im Zenith eine platzende Feuerkugel gesehen zu haben. Da von verschiedenen Personen bei Hellem Sonnenschein gleichzeitig das Donnern gehört worden ist, so wäre es interessant zu hören, ob ähnliches auch anderwärts wahrgenvmmen wurde und die Erscheinung vielleicht wirklich noch mit den Leoniden in Verbindung steht. — Stockheim, 22. November. Die neuerrichtete zweite Schulstelle ist Herrn Lehrer Peter von Wenings übertragen worden, und wird derselbe in Kürze hierher überziehen, so daß mit Beginn des kommenden Monats die sehnlichst gewünschte Teilung der überfüllten vierklassigen Schule endlich vollzogen werden kann. -s- Geiß-Nidda, 22. November. Bezugnehmend aus den in Nr. 275 des „ ießener Anzeigers", Zweites Blatt, von hier aus geschriebenen Artikel, daß das sechsjährige Töchterchen des Karusselbesitzers Kuehn infolge Spielens mit einem Revolver einen Schuß in den Unterleib erhielt, sei hier noch nachträglich mitgeteilt, daß das Kind infolge der schweren Verletzung in der Klinik in Gießen bereits gestorben ist. Laubach, 19. November. Wie in anderen hessischen Städten, so hat sich auch hier eine Ortsgruppe des „Deutschen Flottenvereins" gebildet. Die Mitgliedschaft kann man sich durch einen Jahresbeitrag von 50 Pfg. an erwerben. Vertrauensmann ist Herr Amtsrichter Zimmermann, der jederzeit bereit ist, Beitrittserklärungen entgegenzunehmen. E. Echzell, 22. November. Der Massenmord, der kürzlich in unserer Gegend von zweiHunden an einer Schafherde verübt worden sein soll und von dem Ihre Zeitung berichtete, hat sich auf den sechsten Teil vermindert, denn nicht 30 Schafe wurden verletzt, sondern nur fünf. Die Hunde versuchten einen weiteren Angriff auf die Herde, die nur 40 Schafe zählt; sie machten sich jedoch rechtzeitig aus dem Staube, weil sie Witterung von den Jägern erhielten, die die Räuber jedenfalls niedergeschossen hätten, wenn sie schußgerecht gekommen wären. W. Aus der mittleren Wetterau, 22. November. In unserer Gegend zirkulieren falsche Einmarkstücke aus dem Jahre 1875. Die Falsifikate sind nicht besonders geschickt gemacht und an dem schlechten K.ang, sowie dadurch leicht erkenntlich, daß sie sich fettig anfühlen. Nichtsdestoweniger soll auf dieses Vorkommnis aufmerksam gemacht werden, weil Ungeübte immerhin dadurch getäuscht werden können. Man zähle Rollen nach, in diesen werden die Falsifikate am leichtesten fortgeschafft. nn. Darmstadt, 22. November. Auf der im Laufe des Sommers zu Groß-Umstadt stattgefundenen Jubiläums- Provinzial-Gewerbeausstellung, mit welcher auch eine Ausstellung von Schüler-Arbeiten der Handwerker- und Gewerbeschulen der Provinz Starkenburg verbunden war, wurde der Gewerbeschule zu Darmstadt für gute Leistungen von der Beurteilungskommission ein Anerkennungsdiplom zuerkannt. Darmstadt, 22. November. Bei einer vor nunmehr acht Tagen in Messel verübten Blutthat hat sich die Frage aufgeworfen, ob es sich hier um einen jedem Gefühl hohnsprechenden mehrfachen Totschlagsversuch oder um die Handlung eines Geistesgestörten dreht. Der inzwischen in Untersuchungshaft genommene Fabrikat beiter GeorgReitz LV. von Messel, 27 Jahre alt und unverheiratet, hat sich von jeher seinen nächsten Angehörigen gegenüber in auffallend gefühlloser, brutaler Weise benommen. So soll er bei den verschiedensten Gelegenheiten seinen Eltern den Tod gewünscht, sich über die Krankheit seines vor Jahren verstorbenen Vaters offen gefreut und seine noch lebende Mutter in rohster Weise behandelt haben. Oesters stieß er gefährliche Drohungen gegen sie aus und brachte es zuletzt so weit, daß sich dieselbe vor einigen Jahren ganz von ihm trennte und bei einer verheirateten Tochter Wohnung nahm. Sie hatte ihr Vermögen bis auf ein Haus, in dem R. im Einsitz wohnte und das sonst vermietet war, an ihre Kinder abgegeben. Am Dienstag voriger Woche erschien abends nach 10 Uhr R., der das Haus seiner Schwester seit zwei Jahren nicht betreten hatte, plötzlich in dem Wohnzimmer, ohne daß man das Oeffnen der Hausthüre gehört hatte, und hielt die Hände in seinen Rockärmeln verborgen. Mit den Worten: „Jetzt habe ich, was ich wollte", entblößte er sofort die rechte Hand und stürzte sich mit einem langen Knickmeffer auf seine Mutter. Diese entging durch schnelles Ausweichen einer gefährlicheren Verletzung, erhielt aber einen Stich in den Schenkel. Alsdann fiel R. über seine, der Mutter beispringende Schwester her und brachte ihr Stiche in die Brust usw. bei, worauf er sich gegen den inzwischen erwachten Schwager wandte und auch diesem einige Stiche in die Schulter und einen in das Bein versetzte. Erst herbeieilende Nachbarn konnten den Wütenden überwältigen, der sich nunmehr des ganzen Vorgangs nicht mehr zu erinnern behauptet, und diesen auf die Wirkung eines am Freitag vorher gehabten epileptischen Anfalls zurückführt. Die Untersuchung wird nun feststellen, ob R. verantwortlich ist. Die Verletzten sind außer Lebensgefahr. (D. T. A.) Mainz, 22. November. Der juristische Beistand der Stadt Mainz, Herr Rechtsanwalt Dr. Horch, war vor einigen Tagen im Auftrage der Stadt Mainz in Berlin, nm mit dem Verwalter des Simon Blaad'schen Nachlasses wegen des der Stadt Mainz zufallenden Erbschafisbetrags definitiv abzuschließen. Nachdem mit der Schwester des verstorbene» ei» gütliches Uebereinkommen getroffen worden war, damit diese etwaige Rechtsansprüche gerichtlich nicht zum Austrag bringen möge und damit eine Verzögerung in der Auszahlung des Nachlasses nicht weiter eintrete, wurde nunmehr derselben Schwester mit Zustimmung der drei erbberechtigten Städte Berlin, Bingen und Mainz ein weiterer Betrag von rund 60000 Mark überlassen. Mit dem Nachlaßverwalter in Berlin ist nunmehr vorbehaltlich einer definitiven Abrechnung ein Uebereinkommen getroffen, nach welchem der Stadt Mainz demnächst der auf sie entfallende Hauptbetrag ausbezahlt werden wird. An dem allerdings sehr bedeutenden Vermögen des Erblassers kommen nunmehr für Verwaltung — die Erbschaftsangelegenheit spielt schon nahezu 4 Jahre —, für Prozeßkosten, für übernommene Entschädigungsansprüche rc. ganz bedeutende Summen und zwar über 125000 Mark in Abzug. Der auf die Stadt Mainz entfallende Betrag wird, wie wir sicher vernehmen, den Betrag von 300000 Mk. nicht mehr erreichen. Marburg, 21. November. In der Universitäts-Klinik starb nach kurzer Krankheit Kadettenpfarrer Wegener, der durch seine langjährige Thätigkeit als Pfarrer des Kadetten- Hauses Bensberg in weiten militärischen Kreisen bekannt war. Kunst und Wissenschaft. Diebische Kunstfreunde? Mehrfach haben wir über einen Bilderdiebstahl berichtet, durch den der Wiener Maler, Professor Kraemer, betroffen sein sollte. Wie sich jetzt herausstellt, hat vor längerer Zeit Professor Kraemer mehrere Aquarelle verloren, während der jetzt zur Kenntnis gekommene Diebstahl bei Professor Paul Meyer- Heim in Berlin begangen ist. Als vor einiger Zeit Professor Meyer- Heim von einer längeren Reise zurückgekehrt war, wollte er ein Aquarell, das von einem früheren Aufenthalt im Süden herrührte, einrahmen (affen. Aber das Bild war und blieb verschwunden. Bei näherer Untersuchung seiner Mappen sand Professor Meyerheim, daß noch drei weitere Aquarelle fehlten. Eines der Bilder stellt einen Luxortempel dar, ein anderes einen egyptischen Schöpfbrunnen, an welchem Ochsen und Esel getränkt werden, das dritte das Schloß Tarasp im Engadin (im Vordergründe eine Frau bei der Heuernte), und das vierte eine oberitalienische Landstraße zwischen engen Mauern und von Olivenbäumen beschattet. Die Aquarelle stnd aus großen Mappen gestohlen worden, welche stets in Professor Meyerheims Wohnung geblieben sind. Von der Ehrlichkeit seines Personals ist Professor Meyerheim völlig überzeugt. Er vermutet, daß die vier Bilder bei Gelegenheit einer vor längerer Zeit gegen Eintrittsgeld zu wohlthätigen Zwecken gestatteten Atelierbesichtigung von „Kunstfreunden" entwendet worden sind — Hierzu sei noch bemerkt, daß auch bei Excellenz Menzel kürzlich ein größerer Bilderdiebstahl entdeckt worden ist In Berliner Kunsthandlungen wurden zahlreiche echte „Menzel" zu abnorm billigen Preisen angeboten, und bei der Nachforschung stellte sich heraus, daß jbie billigen Menzel gestohlen waren. Wie wir hören, ist eine des letzterwähnten Diebstahls verdächtige Persönlichkeit bereits festgenommen worden. Kirche und Schule. Neu-Isenburg, 20. November. Am 20. September 1699 wurde den Bürgern des neugegründeten Hugenottendorfes Neu-Isenburg von ihrem damaligen Landesherrn, dem Grafen von Isenburg daS Recht verliehen, „sich einen Lehrer zu wählen, wen und woher sie wollen". Als 1816 Isenburg in hessischen Besitz überging, wurde der reform. Kirchengemeinde daselbst dieses Recht bestätigt. Man nennt deshalb die erste Stelle an der hiesigen Volksschule, die mit dem gewählten Lehrer besetzt wird, heute noch die sogen. Wahlstelle. Sämtliche Glieder der hiesigen Gemeinde, welche zu den evangel. Kirchenwahlen stimmberechtigt sind, besitzen auch das Stimmrecht zu dieser Wahl Keine andere Gemeinde unseres Großherzogtums kann sich eines gleichen Rechtes rühmen. Die hiesigen Einwohner haben in diesem Jahrhundert nur selten Gelegenheit gehabt, ihr einzigartiges Recht auszuüben, denn seit der letzten Lehrerwahl ist mehr als ein Menschenalter dahingerauscht. Der vorletzten Lehrerwahl gar, kann sich fast kein Bürger mehr erinnern. Bei der Wahl, die gestern "in der hiesigen Kirche stattfand, waren fünf Bewerber aufgetreten. Es sind dies die Herren Lehrer Fr. Ad. Lack aus Offenthal, Feurer aus Dudenhofen, Otto Jung aus Gras-Ellenbach, Schulverwalter Pet Remy von hier und Christoph Jost aus Götzenhain. Als Sieger ging der jüngste Bewerber mit ansehnlicher Mehrheit aus der Urne hervor. Die Werbung vor der Wahl war sehr rege; auch die üblichen Wahlaufrufe und die hier unvermeidlichen Flugblätter fehlten nicht An der Abstimmung beteiligten sich über vier Fünftel der Wähler, eine Beteiligung, die hier selten zu verzeichnen ist. Gerüchtweise verlautet, der Gemeinderat habe am Samstag einstimmig beschlossen, gegen die Giltigkeit der Wahl Einspruch zu erheben. Er ist der Ansicht, daß nicht alle Kirchensteuerpflichtigen stimmberechtigt sind, sondern nur diejenigen von ihnen, welche im Besitze des Ortsbürgerrechts sind. Man ist daher sehr gespannt, ob die Wahl die behördliche Genehmigung finden wird. — Am vergangenen Donnerstag regte der Gemeinderal an, die Stelle der hiesigen Volksschule, mit welcher die Dienstobliegenheiten eines Oberlehrers verbunden werden sollen, nochmals zur Bewerbung auszuschreiben, da er bereit ist, nicht nur — wie irrtümlich im Ausschreiben angegeben — 300, sondern 600 Mk. zu bewilligen, wenn in einem geprüften Oberlehrer ein Leiter unserer Schulen gewonnen wird. Universität und Hochschule. Ernannt: Die juristische Fakultät der Universität Bern hat den Bundesrat Deucher, die Altkatholisch-Theologifche den Licentiaten Leop. Götz in Passau zu Ehrendoktoren ernannt. Berlin, 22. November. Die Angelegenheit der Hörerin im Kolleg des Professors Behrendt, welche weiteren Kreisen bekannt geworden ist, scheint sobald nicht zur Ruhe kommen zu wollen. In der Vorlesung des oben genannten Dozenten, welche eine öffentliche ist, wiederholen sich regelmäßig die von uns im Anschluß an das erste Kolleg bereits geschilderten und gewürdigten tumultuarischen Vorgänge. Prof. Dr. Behrendt liest, wie erinnerlich, über „Die Prostitution in ethischer, rechtlicher und gesundheitlicher Beziehung". An diesem Kolleg nimmt mit Erlaubnis des Dozenten auch eine keineswegs jugendliche Dame Teil, eine Vorsteherin einer höheren Schule. Bei den Studenten erregt das Erscheinen der Dame das höchste Mißfallen, was sich in stürmischen Kundgebungen äußert. Auch gestern abend erschien die Hörerin wieder im Kolleg, und von neuem entbrannte der Kampf. Länger als zehn Minuten wurde gescharrt, gezischt, gepfiffen nnd nur vereinzelt getrampelt. Auch als Professor Behrendt das Katheder bestieg, hatten die Gemüter sich noch noch nicht beruhigt, und wieder entstand ein heftiger Spektakel. Als der Sturm sich ein wenig gelegt hatte, erhob sich Professor Behrendt und sagte: Er, als Lehrer, habe der Dame gestattet, den Vorlesungen beizuwohnen, die Studenten sollt-n sich diesem Beschlüsse fügen und möchten nach Möglichkeit ruhig sein. Hingegen wären das letztemal eine große Anzahl Turnlehrer, Kaufleute und andere Personen erschienen, die kaum ein wissenschaftliches Interesse an seinen Ausführungen haben dürften. Es seien aus diesen Gründen diesmal Pedelle an den Saalthüren ausgestellt, welche den Eintritt nur gegen Vorzeigung der Studentenkarte gestatteten. Hierauf ging der Professor zu seinen äußerst sachlichen Ausführungen über, in denen er weit mehr die soziale Seite der Prostitution betont und ihre historische Entwickelung darlegt, als medizinische Auseinandersetzungen bringt. Trotzdem wurde et auch iwt weitere« verlauf des Vortrages von Ueußerungen deS Beifalls und Mißfallens wiederholt unterbrochen. Die Thüringische Universität Jena erregt jetzt, wie wir in Nr. 136 der „Deutschen Frauenztg." lesen, in den Kreisen der Frauenbewegung ein ganz besonderes Interesse. Sie ist bekanntlich die einzige Universität in Deutschland, die den Frauen, selbst als Hörerinnen, verschlossen ist. Die genannte Zeitung schreibt: „Man kann nicht glauben, daß die Hochschule, die in so vielen Dingen als freiheitlichen Grundsätze« huldigend bekannt ist, aus Prinz'p sich den Frauen verschließt, zumal von manchen ihrer Dozenten bekannt ist, daß sie direkt für das Frauenstudium eingetreten sind. Man kann dies um so weniger annehmen, als der Rektor der Universität der Großherzog von Sachsen-Weimar ist, von dem man allgemein weiß, wie er die Glanzzeit seines Landes und der Landesuniversität weiter zu führen bestrebt ist. Noch auffälliger wird die Zurückhaltung dadurch, daß im vollen Gegensatz dazu in Preuße» der Kultusminister selbst soeben einen Erlaß an sämtliche Regierungen gerichtet hat, in welchem er ausdrücklich auf die in reger Arbeit stehenden Fortbildungskurse für Lehrerinnen in Berlin, Göttingen, Königsberg, Münster und Jena hinnnift. Warum soll, was in Preußen amtlich empfohlen wird, in den Thüringischen Staaten unmöglich sein? Die deutsche Frauenwelt dürfte wohl Aufklärung darüber erwarten." Kiel, 21. November. Vor der Strafkammer wurde heute gegen den hiesigen Universitätsprofessor Lehmann wegen Beleidigung des Distriktskommissars Gottschalk in Bromberg, früher in Elberfeld, in der Ziethen-Angelegenheit verhandelt. Nach zweistündiger Verhandlung erfolgte Vertagung zum Zwecke von Zeugenvernehmungen, ob Gottschalk im Rufe eines agent provocateur bei der Niederwaldaffaire gestanden habe. Verschiedenes: Der Wiener Stadtrat hat die Widmung eines Ehrengrabes für den am 28. September l. I. verstorbenen Universitätsprofessor Hofrat Dr. Puschmann — denselben, der früher in München eine Professur bekleidete — beschlossen. Jagd und Spott. nn. Der Darmstädter Bycicle-Club hat in einer am Freitag stattgefundenen G neral-Verfammlung den einstimmigen Beschluß gefaßt, seine am Karlshof gelegene große Rennbahn voll- frSndtg aufzugeben und dem Erdboden gleich zu machen. Die Rennbahn wurde vor drei Jahrm nach den neuesten Erfahrungen der Renntechnik mit ca. 3 M ter hohen Kurven umgebaut, was einen Kostenaufwand von ca. 3000 Mk. erforderte. Gerade dieser Umbau soll aber mit dazu be getragen haben, daß hervorragende Rennfahrer auf der Bahn nicht mehr fterteten sondern die Flachbahnen vorzogen. Mit dem Abbruch der Umzäumung ist bereits begonnen. Arbeiterbewegung. Paris, 22. November. Die Hufschmiede vereinigten sich gestern in der Arbeiter-Börse. Es waren ungefähr 2000 Mitglieder anwesend. Nach einer längeren Debatte wurde der allgemeine AuSftand beschlossen. Zahlreiche Hufschmiede in der Umgegend von Paris haben sich mit den Pariser Hufschmieden solidarisch erklärt. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle tu Gießen. 46. Woche. Vom 12. bis 18. November 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSztffer: 25,47, nach Abzug der Ortsfremden 19 09 ’/oo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Lungenschwindsucht 2 (1) 2 (1) — — Bronchitis 1 (1) 1 (1) — — Diarrhöe 2 2 — Bösart. Neubildungen 5 (1) 5 (1) — — Unbekannte Krankh. 2 1 1 — Summa: 12 (3) 9 (3) 3 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viels der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von «uSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Wetterbericht. Am Südrande des östlichen Minimum, welches eine westliche Bahn verfolgt, hat sich abermals ein Ausläufer gebildet. Derselbe erstteckt sich über das Ostsee-Gebiet bis nach Norddeutschland herein. Innerhalb seines Bereiches herrscht trübes und an vielen Orten unruhiges Wetter. Im nördlichen Deutschland regnet es stellenweise. Das barometrische Maximum weist einen Kern von über 775 Millimeter vor dem Kanal auf und erstreckt sich keilförmig durch Central-Europa bis zum Gebiete der unteren Donau Im Mittelmeer-Gebiete ist das Barometer gestiegen. Das dort befindliche Minimum weicht südostwärts zurück. In Süddeutschland ist das Wetter meist kühl und trübe; zeitweise schneit es auch ganz leicht. Voraussichtliche Witterung: Meist kühles und trübes Wetter mit vereinzelten leichten Niederschlägen.___________________________________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Schnellprefsen-Fabrik Frankenthal. DaS am 1. Oktober beendete erste Semester des laufenden Geschäftsjahres weist einen Versandt von 1561735 Mk. auf. Der Brutto-Buchgewinn beträgt 435000 Mk. An unerledigten Aufträgen lagen 816 350 Mk. vor, zu denen inzwischen weitere 445 000 Mk. hinzugetreten sind. Die Fabrik begeht am 25. November ein dreifaches Jubiläum: 40jährlgetz Bestehen, 10jährige Aktiengesellschaft und Fertigstellung der 5000stm Maschine. — 3proz. StaatSbahN'Prioritäten. Der Einlösungskurs für verloste 3proz. Odltgattonen und verfallene KouponS für die Zeit vom 20. bis 25. d. M. wurde auf 80.93 festgesetzt. ^aklunaseinüellunaen. Laut B. B.-Z'g. rst die Zahlungseinstellung der TabakfiktMt Leopold Königsberger in Frankfurt a. M. bedeutender all anfänglich angenommen wurde. Die Schulden stnd zwar noch nicht genau festgestellt, man glaubt aber, daß sie sich auf mindesten! 1*/, Millionen Mark belaufen werden. Die Frankfurter Niederlassung der Kommerz- und Diskontobank ist sowohl durch Kiro-Verbindlichkeiten als auch durch eine Buchforderung bet der Zahlungseinstellung beteiligt. Für die Buchfordeiung hat st« Waren in Pfand. Wie hoch die Buchforderung sich beläuft, ist bisher nicht bekannt geworden; man will aber wissen, daß die Bank mit insgesamt etwa 600000 Mk. beteiligt ist. Brüssel, 22. November. AuS Antwerpen wird gemeldet, daß die Passiva der großen Getreide-Firma Dehdl f r ö r e S , welche ihre Zahlungen eingestellt hat, mehr als drei Millionen Francs betragen. Eine große Anzahl kleiner Firmen ist in Mitleidenschaft gezogen. und höher — 12 Meter! — porto- und zollfrei zugesandt! Master umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbiger „Henneberg-Seide* von 75 Pfg. bis 18,65 per Meter. 7326 G. Henneberg, Seiden-Fabrikant (k. u.k. Holl.) Zürich. THEE-MESS®" Berühmte Mischungen Mk. 2,80 und 8,50 per Pfund. Probepackete 60 und 80 Pfg. Zu haben bei den Niederlagen von Messmers Thee. aei Muhen Mmmm, welcher emals ein Mäuler gebildet, [biet bis nach Norddeutsch!^ scht trübes und an vielen Orlen Htfilanb regnet es stellenweise. Jtern von über 775 Millimeter ilförmig durch Central-Europ» im Melmeer-Gebiete ist da ;e Minimum weicht südoflwam 'er meist kühl und trübe; teil’ Meist Wes und trübes Mitei Port. _lu? W ta einer am faefe 1 J®.*BeschluK ^tnnbabn voll, dm neueste E^migm wjm umgebaut, wi« eine» «le. Gerade dieser Umbau J jF2WeÄfl,nfifat JrÄ?fl^fl5nen °°rzogen. 'meitS begonnen. Mg. f^mitbr Bereinigten sich migesShr 2000 Mitglieder wurde dn allgtmtine e huischrniede in der U» ster HMmieden solldaM AolkAirtM E iöiW Bv Der TinISIunMuli mS.*«*1' ‘Jf 80.93 sestgesetzt. ellttftgm. rabakfirM « bedeutender -» ffttd * *7*c ,-**"* AÄ 'die in regerÄ*?«« t m' ®aCen 9?■*** ' aai in C*on'98^s, 7m unmöÄ *£ “Kammer toUA e,n- '.V.'j-Äs 11 * W Ä b’e ffiibmung fa» 'Ocr * 'N Anchen 2 1 3 Ziffern geben an, wie oldi Iheil aus von auswdrls nach MW in Siefjen. k November 1899. 0 (tncl. 1600 SJtain Pltth). der Ortsfremden 1909'/». Kinder U! im vom l.LebenSjahr: 2.-15.31)1; Ortspolizei Ordnung d!e Ausführung der Art. 40 und 61 der allgemeinen Bauordnung betreffend. Auf Grund der Art. 2, 40, 61 und 77 des Gesetzes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betr., und der 2 und 8 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bau« ordnung betr., wird nach Anhörung der Stadtverordneten Versammlung, unter Zustimmung des Kreisausscbuffes und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 10. November 1899 zu Nr. M. d. I. 31326 für den Bezirk der Provinzialhauptstadl Gießen verordnet wie folgt: Bei Ausführung von, zum längeren Aufenthalt von Menschen bestimmten N «bauten ist, wenn deren Rohbau zwischen dem 15. März und drm 15. September fertiggestellt wird, von der Erteilung des Rohbau- Abnabmescheines bis mm Beginn der inneren Berpntzarbeiten eine Frist von mindestens sechs Wochen, in allen anderen Fällen eine solche von mindestens zwölf Wochen einzuhalten. Diese Fristen können bis auf die Hälfte herabgesetzt werden, wenn an sich die Bestimmung des Gebäudes eine Verkürzung der Frist unbedenklich erscheinen läßt, oder wenn nach Lage oder Bauart desselben, wie insbesondere nach der Konstruktion der Zwischendecken, ein rascheres Austrockaen des Neubaues anzunehmen ist. Der Rohbau-Abnahmrschein kann auf den Tag der Anzeige der Fertigstellung des Rohbaues zurückdatiert werden, wenn sich bei der Abnahme kein Anstand ergab. § 2. Der äußere Verputz solcher Neubauten (§ 1) darf in der Regel nicht in demselben Jahr hergestellt werden, in welchem der Rohbau vollendet worden ist. § 3. Wohngebäude dürfen frühestens drei Monate nach Beginn der inneren Verputzarbeiten, keinesfalls aber früher als sechs Wochen nach Fertigstellung dieser Arbeiten, bezogen werden. In besonderen Fällen kann ausnahmsweise diese Frist bis auf die Hälfte herabgesetzt werden, wenn nachgewesen wird, daß der Neubau gehörig trocken und der Gesundheit nicht schädlich ist. § 4. Vom Beginn der inneren und äußeren Verputzarbeiten an den im § 1 genannten Neubauten, sowie von der Fertigstellung des inneren Ver« putzes von Wohngebäuden ist dem Stadtbauamt jeweils schriftliche Anzeige zu erstatten, wozu Formulare — mit auf Verlangen zu erteilender Empfangsbestätigung — unentgeltlich abgegeben werden. § 5. Verfehlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen unterliegen den Rechtsfolgen der Art 79 und 80 der allgemeinen Bauordnung. Gießen, den 18. November 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 8209 Gnauth. Bekanntmachung. Amtliche DerkanfSstellen für Postwerthzeichen bestehen: in Gießen bei Frau Herrn Frau Herrn II II II II II II in Mendorf (Lahn) II II II „ Alten-Bufeck II II „ Grüningen II II „ Klein-Linden II II ” Lützellinden II II „ Rödgen II II „ Trohe II II „ Beuern (Hessen) II fl „ Großen-Buseck 11 II „ Burkhardsfelden II II „ Grotzen-Liuden II ■ „ Leihgestern u II „ Hörnsheim II II „ Hochelheim u II ,, Oppenrod II II „ Heuchelheim II II •m Krofdorf II II „ Gleiberg M Herrn „ Launsbach II D „ Wißmar II 1/ Langgöns II U „ Langsdorf fi n H__fi II H „ Birklar II ft „ Muschenheim II tt Bettenhausen II Frau „ Reiskirchen II Herrn „ Bersrod n H „ Winnerod ii II „ Bollenbach ii n „ Saasen ii ii „ Lindensttuth ii „ Hattenrod ii ii w Rodhetma.Bieber 'n ii „ Bieber II ii „ Crumbach n ii „ Fellingshausen ii H „ Frankenbach II „ Königsberg ii n „ Vetzberg ii u „ Steinbach (Hessen) II .. Albach ii II „ Steinberg Kr.Gießen b.Frau „ Garbenteich bei Herrn „ Hausen II ,, „ Watzenborn II w L. Kalkhof Wtttwe, Westanlage 2. Christoph Bieker, Neustadt 55. Bernhard, Wolfstraße 9. Conrad Roth, Wallthorstraße. Philipp Stier, Schulstraße. Jacob Hengst, Ltcherstraße 20. Heinr. Becker, Löwengasse. Gustav Sonntag, Neuen BLue. Friedrich Weber, Tiefenweg 6. Wilhelm Haas, Bletchstraße. Frau Lehrmund Wtttwe, Neuenweg. Friedrich Weber, Ttefenweg 6. Gastwirth Wagner. Anton Dillmann. Moses Engel. Philipp Lenz. Ludwig Sommer. Georg Allendörfer HI. Wilhelm Balser. Ludwig Schwarz. Johannes Otto II. Theodor H ahn, Kaufmann. Theodor Hofmann, Bürgermeister. Philipp Klotz, Schuhmacher. Jacob Bender. Johannes Schmidt, Kaufmann. A. Jung, Gastwirth. Konrad Petri, Gastwirth. Kaufmann Karl Kreiling I. Heinrich Rinn, Kaufmann. Philipp Feufer, Gastwirth. Friedrich Pfaff, Gastwirth. Philipp Bechtold, Krämer. Kaufmann Anton Konrad Müller. Christian Köhler IV. Hermann Klippstein. Nathan Stiefe l. Bürgermeister Roth. Joh. Gg. Müller, Wtttwe. Jakob Becker I. Bürgermeister Böcher. Heinrich Schmi dt. Wilhelm Wagner II. Wilhelm Schepp. Ludwig Menz. Heinrich Seipp VII. Kaufmann Wilhelm Strackbein. Gottlieb Jung, Gastwirth. Jacob Waldschmidt V. Philipp Weber, Gastwirth. Theodor Geller, Gastwirth. Bürgermeister Scherer. Kaufmann Isaak Michel. Heinrich Krämer I. Daniel Schmidt, Gastwirth. Heuser Wtttwe. Konrad Rahn. Kaufmann Fink. Kauftnann Dreysuß. Die amtlichen Verkäufer sind verttagsmäßig verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrath an Postwerthzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Bettage ihres Werthes an das Publikum abzulassen. Im All- aemeinen hat der Verkauf während der gamen Zeit, in welcher das Gefchäftslocal ses Verkäufers geöffnet ist, stattzufinden, jedenfalls aber innerhalb der für den Vorkehr mit dem Publikum festgesetzten Dtenststunden der Postanstalt. Gießen, 17. November 1899. Kaiserliches Postamt 1. I. B.: Siroh. Bekanntmachung. Au» der Stiftung des verstorbenen Gemeinderatsmitgliedee Louis Labroisse ist im Januar k. I Brennmaterial an 15 arme Famili n u vergeben. B Werbungen werden auf dem Bureau des Armenamtes ns zum 28. d. Mts. entgegen genommen. Gießen, den 16. November 1899. Die Sinnen,Deputation der Stadt Gießen. 8161 Wolff. VWnMllWM Submission. Für die psychiatrische Klinik soll für die Zett vom 1. April bis 31. Dezember 1900 auf dem Wege öffentlicher Submisston die Lieferung von circa 7000 Gentnern Patent-CoakS vergeben werden Die Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr in dem Verwaltungsbureau offen. Offerten stnd versteglt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Donnerstag den 23. November 1899, vormittags 11 Uhr, in dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 5. Dezember d. I. G eßen, den 9. Novcmber 1899. Großh. Verwaltung» Direk-ion der psychiatrischen Klinik. Sommer. 7931 -UerWmmM Versteigerung. Montag den 27. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ick gegen Barzahlung im Pfandlskai Seltersweg 11: 1 Pianino, 1 Kaffaschrank, 1 Buffet, 1 Schreibsekretär, Sofas, Kommode, Kleiderschränke, 1 Nähmaschine und 1 Regulator. Gießen, den 18. November 1899. 8101 Mulch, Pfandmeister. unipfchlumini Gebackene Lahnfische Freitagabend 6977 Schotts Weinstube. Frankfurter Würstchen, Gothaer CervelaiVnrst in neuer, feinster Ware empfiehlt 7004 Emil Fischbach. Cognac ärztlich empfohlen in allen Preislagen von Mk. 1,80 an pro Flasche zu haben bei 7059 Aug» Noll, Gikßkv, Bahnhofstrasse, Drogerie zum roten Kreuz. Alle Korten hochf.Tafelbirnen vttschikdkUkKortknZallllKartoffelll I Hankel, Sch'oßgassc. Feinste Cervelat- 04108 und Mettwurst, sowie gemischte Hausmacherwurst empfiehlt G. Rnthsatz, Wetzsteinstraße 42 Knterznige für Herren finden Sie in grösster Auswahl und bestbewährten Qualitäten bei: Aug. Montanus Nachfl., Inh. R. & M. Imheuser, 6649 Giessen, Marktplatz 9—10. 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